Hallo zusammen,
bin leider momentan ziemlich frustriert mit meinem Becken, weil ich ein Fischsterben habe, dessen Ursachen ich nicht verstehe.
Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen...
Fakten:
Beckendaten seht ihr ja in der Signatur, die Grundel lebt seit einem halben Jahr ohne Auffälligkeiten in dem Becken.
Mitte Oktober wollte ich dann den Besatz ergänzen und habe 2 NZ-A. ocellaris (klein) + 2 Pfeilgrundeln Nemateleotris magnifica gekauft. Die Fische haben gut gefressen (Div. Frostfuttersorten im Wechsel, regelmäßig mit Mulitsanostol angereichert + gelegentlich lebende Artemien) und sich (vermeintlich?) wohlgefühlt. Nach ein paar Tagen begannen die Ocellaris die Anemone anzuschwimmen, haben aber noch nicht dauernd darin gewohnt.
Nach ca. 2 Wochen war dann plötzlich ein Ocellaris über Nacht verschwunden, eine Woche später der andere.
Da ich keine Reste gefunden hatte, bin ich davon ausgegangen, dass die Einsiedler + Garnelen die Fische über Nacht verspeist hätten.
Eine Händlerin in der Nähe meinte dann, dass die Ocellaris nicht unempfindlich seien und es besser wäre etwas größere Exemplare einzusetzen. Zwei Wochen später informierte sie mich, dass sie inzwischen wieder Ocellaris hätte und ich mir ein Paar abholen könnte.
Gesagt getan. Als ich dann dort im Geschäft war, ist mir dann auch noch sofort ein Paar Synchiropus stellatus ins Auge gefallen, die offensichtlich bereits ein harmonierendes Paar waren. Da ich mittelfristig entweder ein Paar Ecsenius bicolor oder eben ein Paar S. stellatus einsetzen wollte, habe ich dieses Paar ebenfalls mitgenommen.
Die nächsten 2 Wochen war alles prima, alle Fische haben gut gefressen, auch die S. stellatus haben bei den Fütterungen Artemien erjagt und waren ansonsten am Kleinkrebse picken. In der Blaulichtphase abends haben sie dann sogar immer abgelaicht.
Dann fehlte über Nacht plötzlich eine Pfeilgrundel, das war so ca. am 01.12.02.
Und diesen Fr. morgen fand ich dann das S. stellatus-Männchen tot am Boden liegen, anscheinend gerade verstorben, die aasfressenden Schnecken waren gerade auf dem Weg zu ihm. Der Fisch sah äußerlich unverletzt aus.
Ich dachte sofort an einen PH-Sturz und habe dann PH und KH gemessen. PH-Wert war zw. 7,5 und 8 und KH war 7. Dann habe ich die Temperatur überprüft, normale 25 Grad. Strömungspumpen waren auch keine ausgefallen.
Habe dann mit der Taschenlampe die anderen Fische abgeleuchtet und konnte keine Besonderheiten erkennen. Als ich vier Stunden später wiederkam, war der größere Ocellaris verschwunden und der kleinere hielt sich an einer Stelle auf, wo er normal nie ist. Ich hatte dann das Gefühl, dass er evtl. etwas hektischer atmen könnte und habe dann als Sofortmaßnahme die Strömungspumpen höher gehängt um die Wasseroberfläche noch mehr zu bewegen. Außerdem führe ich immer über die Strömungspumpen noch etwas Luft zu, diese Luftzufuhr habe ich ebenfalls erhöht. Allerdings waren zu jeder Zeit freischwimmende Luftbläschen im Wasser vorhanden, so dass ich eigentlich von einer Sauerstoffsättigung ausgegangen bin. Als weitere Sofortmaßnahme habe ich dann noch EasyLife eingesetzt und einen Wasserwechsel von 5 Litern gemacht.
Der übriggebliebene S. stellatus hat normal geatmet, sich aber viel weniger bewegt als sonst. Grundel und Pfeilgrundel haben sich absolut normal verhalten.
Am Samstag habe ich nochmal 5 l. Wasserwechsel gemacht und nochmal Easy Life zugegeben. Und dann habe ich entdeckt, wo die toten Fische immer so plötzlich hinverschwinden: Der Knallkrebs hat sie in seine Höhle geschleppt. Da seine Höhle teilweise an die Scheibe gebaut ist, konnte ich darin den großen Ocellaris liegen sehen und am Eingang lag der übriggebliebene S. stellatus, anscheinend frisch verstorben und auch körperlich unversehrt. Der Knallkrebs hat ihn dann auch noch in seine Höhle geholt und neben den Ocellaris gestapelt.
Und so blieben noch der kleinere Ocellaris, die eine Pfeilgrundel und die Symbiosegrundel übrig. Die beiden Grundeln zeigten überhaupt kein verändertes Verhalten, der Ocellaris atmete schneller und machte auch am Kopf einen eingefallenen Eindruck. (Er hat weiterhin gefressen). Ich habe dann nochmals die Oberflächenbewegung erhöht (maximaler Wellengang).
Heute (Sonntag) morgen lebte er noch, gegen Mittag habe ich ihn dann tot gefunden, er klebte an Glasrosen, äußerlich absolut unversehrt. Habe ihn gleich rausgefischt bevor der Knallkrebs ihn wieder dorthin verbringt, wo ich ihn nicht mehr rausholen kann.
Grundel + letzte Pfeilgrundel zeigen wiederum absolut normales Verhalten insbesondere keine erhöhte Atemfrequenz.
Ich bin momentan echt frustriert und meerwasseraquaristisch gesehen am meinem persönlichen Tiefpunkt angelangt. Damit den zwei verbleibenden Fischen nun nicht noch das gleiche Schicksal droht, bin ich verzweifelt auf der Suche nach der Ursache.
Ausschließen würde ich:
1.) Fangschrecke/Unentdeckte Krabbe etc., da die entdeckten Fische äußerlich unverletzt waren. Der Knallkrebs hat sie mit Sicherheit auch nicht gefangen, sondern nur die toten Fische geholt.
2.) Nitrit, zumal ich die Erhöhung von Futtermengen immer sehr langsam anpasse. Allerdings sollte ich Nitrit jetzt mal lieber im Auge behalten, da der Knallkrebs die (wenigen) Überreste seiner Fische heute morgen unter dem Sand verschüttet hat an einer Stelle, wo ich nicht hinkomme.
Nicht sicher bin ich mir bei:
1.) Zu niedriger PH-Wert? Ich traue da dem Test nicht so über den Weg. Ich werde mir diese Woche einen neuen besorgen.
Auf die Idee komme ich, weil ich eine paar Steine habe, auf denen Fadenalgen wachsen. Das Fadenalgenwachstum ist absolut begrenzt auf bestimmte Steine (anderer Händler als meine anderen Steine). Ich vermute, dass in diesen Steinen Phosphat eingeschlossen sein könnte, dass in meinem Becken gelöst wird.
2.) Sauerstoffmangel?
Weil der Ocellaris hektisch atmete. Aber warum dann nicht die Grundeln? Sind die unempfindlicher? Warum zeigen die Garnelen und die Einsiedler überhaupt kein unnormales Verhalten?
Ich sollte allerdings erwähnen, dass ich einen etwas höheren Bodengrund habe. Ich sauge (soweit zugänglich) beim Wasserwechsel immer einen Teil mit ab, damit sich nichts ansammelt. Allerdings komme ich natürlich nicht hinters Riff. Dort schichtet ihn der Knallkrebs aber immer mal wieder um, allerdings häuft er dann auch durchaus mal eine 10cm hohe Stelle an.
Hier mal noch meine aktuellen Wasserwerte:
PH-Wert (18 Uhr): 8-8,5
KH: 6
CA: 360
(Erhöhe die nächsten Tage KH und CA langsam).
Ammonium/Ammoniak: n.N.
Nitrit: n.N.
Phosphat (Merck): 0,015
Nitrat: 0 (könnte auch 5 sein, da mein Test etwas zuniedrig anzeigt, keinesfalls über 10)
Magnesium messe ich nicht, sondern dosiere eine geringe Menge regelmäßig zu, Kalkalgenwachstum ist prima.
Regelmäßige Zugabe von Jod und Strontium, sehr geringe Zugabe von Spurenelementen, 5% Wasserwechsel pro Woche mit Preis-Salz.
Verwende Leitungswasser (sehr weich, Nitrat unter 5, Phosphat 0) und lasse es zur Silikatentfernung über eine Harzsäule laufen.
Vielleicht hat von Euch ja jemand eine Idee weshalb die Fische versterben.
Traurige Grüße
Christine
