Frust wegen Fischsterben :-( (lang)

  • Hallo zusammen,

    bin leider momentan ziemlich frustriert mit meinem Becken, weil ich ein Fischsterben habe, dessen Ursachen ich nicht verstehe. :frowning_face: Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen...

    Fakten:
    Beckendaten seht ihr ja in der Signatur, die Grundel lebt seit einem halben Jahr ohne Auffälligkeiten in dem Becken.

    Mitte Oktober wollte ich dann den Besatz ergänzen und habe 2 NZ-A. ocellaris (klein) + 2 Pfeilgrundeln Nemateleotris magnifica gekauft. Die Fische haben gut gefressen (Div. Frostfuttersorten im Wechsel, regelmäßig mit Mulitsanostol angereichert + gelegentlich lebende Artemien) und sich (vermeintlich?) wohlgefühlt. Nach ein paar Tagen begannen die Ocellaris die Anemone anzuschwimmen, haben aber noch nicht dauernd darin gewohnt.

    Nach ca. 2 Wochen war dann plötzlich ein Ocellaris über Nacht verschwunden, eine Woche später der andere. :frowning_face: Da ich keine Reste gefunden hatte, bin ich davon ausgegangen, dass die Einsiedler + Garnelen die Fische über Nacht verspeist hätten.

    Eine Händlerin in der Nähe meinte dann, dass die Ocellaris nicht unempfindlich seien und es besser wäre etwas größere Exemplare einzusetzen. Zwei Wochen später informierte sie mich, dass sie inzwischen wieder Ocellaris hätte und ich mir ein Paar abholen könnte.

    Gesagt getan. Als ich dann dort im Geschäft war, ist mir dann auch noch sofort ein Paar Synchiropus stellatus ins Auge gefallen, die offensichtlich bereits ein harmonierendes Paar waren. Da ich mittelfristig entweder ein Paar Ecsenius bicolor oder eben ein Paar S. stellatus einsetzen wollte, habe ich dieses Paar ebenfalls mitgenommen.

    Die nächsten 2 Wochen war alles prima, alle Fische haben gut gefressen, auch die S. stellatus haben bei den Fütterungen Artemien erjagt und waren ansonsten am Kleinkrebse picken. In der Blaulichtphase abends haben sie dann sogar immer abgelaicht.

    Dann fehlte über Nacht plötzlich eine Pfeilgrundel, das war so ca. am 01.12.02.

    Und diesen Fr. morgen fand ich dann das S. stellatus-Männchen tot am Boden liegen, anscheinend gerade verstorben, die aasfressenden Schnecken waren gerade auf dem Weg zu ihm. Der Fisch sah äußerlich unverletzt aus.

    Ich dachte sofort an einen PH-Sturz und habe dann PH und KH gemessen. PH-Wert war zw. 7,5 und 8 und KH war 7. Dann habe ich die Temperatur überprüft, normale 25 Grad. Strömungspumpen waren auch keine ausgefallen.

    Habe dann mit der Taschenlampe die anderen Fische abgeleuchtet und konnte keine Besonderheiten erkennen. Als ich vier Stunden später wiederkam, war der größere Ocellaris verschwunden und der kleinere hielt sich an einer Stelle auf, wo er normal nie ist. Ich hatte dann das Gefühl, dass er evtl. etwas hektischer atmen könnte und habe dann als Sofortmaßnahme die Strömungspumpen höher gehängt um die Wasseroberfläche noch mehr zu bewegen. Außerdem führe ich immer über die Strömungspumpen noch etwas Luft zu, diese Luftzufuhr habe ich ebenfalls erhöht. Allerdings waren zu jeder Zeit freischwimmende Luftbläschen im Wasser vorhanden, so dass ich eigentlich von einer Sauerstoffsättigung ausgegangen bin. Als weitere Sofortmaßnahme habe ich dann noch EasyLife eingesetzt und einen Wasserwechsel von 5 Litern gemacht.

    Der übriggebliebene S. stellatus hat normal geatmet, sich aber viel weniger bewegt als sonst. Grundel und Pfeilgrundel haben sich absolut normal verhalten.

    Am Samstag habe ich nochmal 5 l. Wasserwechsel gemacht und nochmal Easy Life zugegeben. Und dann habe ich entdeckt, wo die toten Fische immer so plötzlich hinverschwinden: Der Knallkrebs hat sie in seine Höhle geschleppt. Da seine Höhle teilweise an die Scheibe gebaut ist, konnte ich darin den großen Ocellaris liegen sehen und am Eingang lag der übriggebliebene S. stellatus, anscheinend frisch verstorben und auch körperlich unversehrt. Der Knallkrebs hat ihn dann auch noch in seine Höhle geholt und neben den Ocellaris gestapelt.

    Und so blieben noch der kleinere Ocellaris, die eine Pfeilgrundel und die Symbiosegrundel übrig. Die beiden Grundeln zeigten überhaupt kein verändertes Verhalten, der Ocellaris atmete schneller und machte auch am Kopf einen eingefallenen Eindruck. (Er hat weiterhin gefressen). Ich habe dann nochmals die Oberflächenbewegung erhöht (maximaler Wellengang).

    Heute (Sonntag) morgen lebte er noch, gegen Mittag habe ich ihn dann tot gefunden, er klebte an Glasrosen, äußerlich absolut unversehrt. Habe ihn gleich rausgefischt bevor der Knallkrebs ihn wieder dorthin verbringt, wo ich ihn nicht mehr rausholen kann.

    Grundel + letzte Pfeilgrundel zeigen wiederum absolut normales Verhalten insbesondere keine erhöhte Atemfrequenz.

    Ich bin momentan echt frustriert und meerwasseraquaristisch gesehen am meinem persönlichen Tiefpunkt angelangt. Damit den zwei verbleibenden Fischen nun nicht noch das gleiche Schicksal droht, bin ich verzweifelt auf der Suche nach der Ursache.


    Ausschließen würde ich:

    1.) Fangschrecke/Unentdeckte Krabbe etc., da die entdeckten Fische äußerlich unverletzt waren. Der Knallkrebs hat sie mit Sicherheit auch nicht gefangen, sondern nur die toten Fische geholt.

    2.) Nitrit, zumal ich die Erhöhung von Futtermengen immer sehr langsam anpasse. Allerdings sollte ich Nitrit jetzt mal lieber im Auge behalten, da der Knallkrebs die (wenigen) Überreste seiner Fische heute morgen unter dem Sand verschüttet hat an einer Stelle, wo ich nicht hinkomme.


    Nicht sicher bin ich mir bei:

    1.) Zu niedriger PH-Wert? Ich traue da dem Test nicht so über den Weg. Ich werde mir diese Woche einen neuen besorgen.

    Auf die Idee komme ich, weil ich eine paar Steine habe, auf denen Fadenalgen wachsen. Das Fadenalgenwachstum ist absolut begrenzt auf bestimmte Steine (anderer Händler als meine anderen Steine). Ich vermute, dass in diesen Steinen Phosphat eingeschlossen sein könnte, dass in meinem Becken gelöst wird.

    2.) Sauerstoffmangel?
    Weil der Ocellaris hektisch atmete. Aber warum dann nicht die Grundeln? Sind die unempfindlicher? Warum zeigen die Garnelen und die Einsiedler überhaupt kein unnormales Verhalten?

    Ich sollte allerdings erwähnen, dass ich einen etwas höheren Bodengrund habe. Ich sauge (soweit zugänglich) beim Wasserwechsel immer einen Teil mit ab, damit sich nichts ansammelt. Allerdings komme ich natürlich nicht hinters Riff. Dort schichtet ihn der Knallkrebs aber immer mal wieder um, allerdings häuft er dann auch durchaus mal eine 10cm hohe Stelle an.


    Hier mal noch meine aktuellen Wasserwerte:

    PH-Wert (18 Uhr): 8-8,5
    KH: 6
    CA: 360
    (Erhöhe die nächsten Tage KH und CA langsam).
    Ammonium/Ammoniak: n.N.
    Nitrit: n.N.
    Phosphat (Merck): 0,015
    Nitrat: 0 (könnte auch 5 sein, da mein Test etwas zuniedrig anzeigt, keinesfalls über 10)
    Magnesium messe ich nicht, sondern dosiere eine geringe Menge regelmäßig zu, Kalkalgenwachstum ist prima.
    Regelmäßige Zugabe von Jod und Strontium, sehr geringe Zugabe von Spurenelementen, 5% Wasserwechsel pro Woche mit Preis-Salz.

    Verwende Leitungswasser (sehr weich, Nitrat unter 5, Phosphat 0) und lasse es zur Silikatentfernung über eine Harzsäule laufen.


    Vielleicht hat von Euch ja jemand eine Idee weshalb die Fische versterben.


    Traurige Grüße

    Christine

  • Hallo Christine,

    mir fallen da eigentlich bloß drei Möglichkeiten ein, welche immer auf Vergiftung hinauslaufen:

    1. Schwermetalle oder organische Gifte, irgendetwas stimmt mit deiner Harzsäule nicht, oder es ist etwas ins Becken gefallen (Geldstück etc.) und löst sich langsam auf. Weitere Schadstoffquellen sind Steine mit irgendwelchen Einschlüssen.
    2. Die Fische kamen in allzu engen Kontakt mit der Halathuria
    3. H2S. Irgendwo im Becken finden Fäulnisprozesse statt und reichern das Wasser mit diesem giftigen Gas an (sollte man aber eigentlich riechen).

    Die Wasserwerte, auf die ja immer alle so geil sind, zeigen nichts Schädigendes. Aber gut, man misst auch, um zu wissen, woran etwas nicht liegt. O2-Mangel schließe ich auch mal aus, unter Normalbedingungen passiert das nicht, eher, wenn eine Bakterienblüte ins Spiel kommt. kH mit 6 hat natürlich weniger Pufferwirkung als kH10. Vielleicht hat der pH-Wert ja tatsächlich was mit dem Sterben zu tun. Den würde ich vor allem morgens vor dem Licht mal messen, da ist er besonders niedrig.

    So, jetzt müssten mir noch ein paar aufmunternde Worte einfallen, bevor du das Zitat liest. Habt ihr in Kaiserslautern vielleicht einen Weihnachtsmarkt mit Glühwein? Der wärmt auch die Gedanken.


    Zitat

    Original von LiveAquaria.com:
    Halathuria hilla (...) does not have tubules of Culvier, but in the wild, if it is attacked or injured, it will expel its internal organs, which may be toxic to fish.

    Einmal editiert, zuletzt von Riffbarsch (15. Dezember 2002 um 20:57)

  • Hallo Christine
    Erst mal danke für den wirklich tollen Beschrieb!!!
    Mir fallen als erstes auch die Gründe ein welche Thomas bereits genannt hat.
    Bei längerem hinlesen kann ich daraus sehen dass es immer Fische trifft die nur kurze Zeit im Becken sind, 2-3 Wochen. Was mich auch etwas stutzig macht ist dass der Händler Dich zwei Wochen nach dem Ableben eines Tieres informiert dass er nun Neue hat und Du ein Päärchen holen kannst. Macht er keine Quarantäne??? Dass die Tiere immer nach kurzer Zeit sterben könnte auch etwas mit Fang (ev. Gift), unsachgemässem Transport, Schwächung, e.t.c. zu tun haben. Giftfänge sterben meist nach 4Wochen aus unerklärten Gründen. Eigentlich werden nicht mehr viele Giftfänge importiert, doch gibt es sie leider immer noch :frowning_face:
    Letzthin ist bei einem mir bekannten Händler eine ganze Sendung Occelaris (ca.300Tiere) nach gut 2Wochen verendet. Obwohl garantiert Giftfrei gefangen,wird angenommen dass es sich um ein Zyanidfang handelte.
    Dass die kleinen Occelaris heikler sind als die grösseren ist korrekt. Auch die Synchiropus stellatus können wärend der Eingewöhnungszeit Probleme machen und sterben.

    Was mir noch auffällt bei Deinem posting ist: Oben schreibst Du von einem PH von 7,5-8,0 und unten von 8,0-8,5. Sollte Dein PH wirklich dauernd zwischen 7,5 und 8,5 schwanken, ist das schon etwas gar viel. Ich würde auf jeden Fall versuchen den KH an zu heben auf etwa 8.

    Hast Du sonst irgendwas im Becken was noch Giftstoffe abgeben könnte? Gummibänder, PVC mit Weichmachern?
    Du schreibst dass Du Sauerstoff zuführst durch die Luftpumpe: Bist Du sicher dass diese Luft nicht verunreinigt ist?
    Denke einfach mal alle Möglichkeiten durch.
    Die Seewalze würde ich sicherheitshalber entfernen,- die ist zu gefährlich im Aquarium.

  • Hallo Tabata und Thomas,

    zunächst mal herzlichen Dank für Eure Mühe!

    Thomas:
    1. Schwermetalle oder organische Gifte, irgendetwas stimmt mit deiner Harzsäule nicht, oder es ist etwas ins Becken gefallen (Geldstück etc.) und löst sich langsam auf. Weitere Schadstoffquellen sind Steine mit irgendwelchen Einschlüssen.

    Würde ich jetzt alles mal spontan ausschließen. Ich habe mir über diese Möglichkeiten natürlich auch schon den Kopf zerbrochen und ausschließen kann man es natürlich nie, wie soll man schon rausfinden, ob in einem Stein vielleicht ein Einschluss ist, der sich langsam löst. Ich würde es deshalb ausschließen, weil eben nicht alle Fische betroffen sind. Die Symbiosegrundel lebt ja schon über ein halbes Jahr in dem Becken. Vielleicht ist sie aber auch nur robuster.

    2. Die Fische kamen in allzu engen Kontakt mit der Halathuria

    Hmm, die Holothuria ist ein Sedimentfresser und ich kann sie eigentlich immer orten. Sie wurde mir von Claude persönlich als unbedenklich empfohlen. (Mir ist natürlich klar, dass sie nicht umsonst den Namen Holothuria trägt, aber alles was ich bisher im Web über sie finden konnte, hat das bestätigt was Claude gesagt hatte, nämlich dass sie gut haltbar sind und sich im Becken ernähren können. Sie ist wohl nicht mit den bunten Seegurken, die man immer in den Händlerbecken sieht zu vergleichen).
    Wenn Sie wirklich ihr Gift ausstoßen sollte, dann sollten aber schon alle Fische gleichzeitig sterben...


    3. H2S. Irgendwo im Becken finden Fäulnisprozesse statt und reichern das Wasser mit diesem giftigen Gas an (sollte man aber eigentlich riechen).

    Es riecht nicht faulig etc.


    Die Wasserwerte, auf die ja immer alle so geil sind, zeigen nichts Schädigendes. Aber gut, man misst auch, um zu wissen, woran etwas nicht liegt. O2-Mangel schließe ich auch mal aus, unter Normalbedingungen passiert das nicht, eher, wenn eine Bakterienblüte ins Spiel kommt.

    Es beruhigt mich, dass Du das sagst. Ich war jetzt schon ganz verunsichert.


    kH mit 6 hat natürlich weniger Pufferwirkung als kH10. Vielleicht hat der pH-Wert ja tatsächlich was mit dem Sterben zu tun. Den würde ich vor allem morgens vor dem Licht mal messen, da ist er besonders niedrig.

    Ja, ich will mir mal schnellstens einen neuen Test mit feinerer Abstufung zulegen, werde morgen mal schauen, es gibt ja wohl einen brauchbaren von Merck wenn ich das recht in Erinnerung habe.


    So, jetzt müssten mir noch ein paar aufmunternde Worte einfallen, bevor du das Zitat liest.

    Na ja, das Zitat schockt mich jetzt nicht, weil ich für H. hilla direkt noch keine Horrorgeschichten finden konnte. Und ich hatte damals schon ein wenig im Web gesucht...


    Habt ihr in Kaiserslautern vielleicht einen Weihnachtsmarkt mit Glühwein? Der wärmt auch die Gedanken.

    Aber echt, gestern musste ich mir ja direkt zwei Glühwein (ich liebe Glühwein :-)) und zwei Caipirinha gönnen, denn zu allem Überfluss hat mir eine Frau letzten Mittwoch noch die Vorfahrt genommen und jetzt ist mein Auto auch noch ein mausetoter Totalschaden. :loudly_crying_face:


    Monica:
    Bei längerem hinlesen kann ich daraus sehen dass es immer Fische trifft die nur kurze Zeit im Becken sind, 2-3 Wochen.

    Das finde ich auch am auffälligsten.  

    Was mich auch etwas stutzig macht ist dass der Händler Dich zwei Wochen nach dem Ableben eines Tieres informiert dass er nun Neue hat und Du ein Päärchen holen kannst. Macht er keine Quarantäne???

    Gute Frage, in den Anzeigen der Händlerin steht es so drin und wenn sie die Tiere 2-3 Tage nach meinem Besuch gekriegt hat und nach 2 Wochen (Quarantäne) mich dann angerufen hat, würde es passen. Aber wer weiß das schon?

    Dass die Tiere immer nach kurzer Zeit sterben könnte auch etwas mit Fang (ev. Gift), unsachgemässem Transport, Schwächung, e.t.c. zu tun haben. Giftfänge sterben meist nach 4Wochen aus unerklärten Gründen. Eigentlich werden nicht mehr viele Giftfänge importiert, doch gibt es sie leider immer noch
    Letzthin ist bei einem mir bekannten Händler eine ganze Sendung Occelaris (ca.300Tiere) nach gut 2Wochen verendet. Obwohl garantiert Giftfrei gefangen,wird angenommen dass es sich um ein Zyanidfang handelte.

    Das ist etwas, worüber ich mir auch schon Gedanken gemacht habe. Zumal die vier Fische aus der gleichen Lieferung jetzt innerhalb von 2 Tagen verstorben sind. Aber ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass man Ocellaris mit Gift fangen muss, aber vielleicht bin ich diesbezüglich auch zu naiv. Aber wenn das wirklich der Grund wäre, dann muss die Menge der Fische, die nach dem Import sterben, um einiges höher sein, als wir uns das vorstellen können. :frowning_face:

    Die Händlerin trägt übrigens einen ganz berühmten Namen, es war also kein "Baumarkt"-Schnäppchen-Händler.

    Dass die kleinen Occelaris heikler sind als die grösseren ist korrekt. Auch die Synchiropus stellatus können wärend der Eingewöhnungszeit Probleme machen und sterben.

    Hmm, aber wenn sie bereits am 2. Tag nicht nur Krebse picken, sondern auch schon Frostfutter fangen und jeden Abend ablaichen sollte das doch eigentlich ein Zeichen dafür sein, dass sie sich wohlfühlen.

    Was mir noch auffällt bei Deinem posting ist: Oben schreibst Du von einem PH von 7,5-8,0 und unten von 8,0-8,5. Sollte Dein PH wirklich dauernd zwischen 7,5 und 8,5 schwanken, ist das schon etwas gar viel. Ich würde auf jeden Fall versuchen den KH an zu heben auf etwa 8.

    Ich bin bereits dabei die KH anzuheben, will es aber jetzt auch nicht in einem Tag durchziehen. Die Schwankung kommt von meinem Test, der hat so eine grobe Einteilung, deshalb brauche ich unbedingt einen feineren und werde mich morgen drum kümmern.

    Du schreibst dass Du Sauerstoff zuführst durch die Luftpumpe: Bist Du sicher dass diese Luft nicht verunreinigt ist?

    Ja, definitiv. Kein Rauch etc. und der Raum ist gut gelüftet, da mein Hund und meine Katze dauernd in den Garten rein und raus wollen.

    Die Seewalze würde ich sicherheitshalber entfernen,- die ist zu gefährlich im Aquarium.

    In dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten. :winking_face: Ich werde die Tage nochmal im Web schauen, ob ich eine negative Erfahrung mit dieser Sorte finden kann.


    Vielen Dank nochmal und liebe Grüße 
    Christine

  • Hallo Christine W.,
    mir fällt leider auch so nicht mehr ein, aber beobachte bitte mal genauestens den Knallkrebs. Ich hatte auch mal einen mit Sympiose Grundel. Der hatt definitiv 3 S. stellatus und einen Spingeri auf dem Gewissen. Es war so das 2 S.stellatus spurlos veschwanden. Dann auf einmal war eine nicht mehr so unterwegs wie Gewont und atmete sehr schwer. Bei genauerem Hinschauen sah ich eine Wunde unterhalb des Halses, wie mit einem Messer rein geschnitten. Mit dem Spingeri ist ja noch der Hammer. Habe mir diesen damals voller Fraude mitgennommen, wollte ihn dann ein paar Tage später meinem Freund zeigen und na prima, er kam aus versehen in die Höhle des Knallis und zack hatte er diesen. Erst angeschossen mit dem Wasserstrahl und dann aufgeschlitzt und weg Transpotiert. Ego, es muss nicht sein kann aber, würde Ihn mal genaustens unter die Lupe nehmen. Vor allem da ja die Fische wenn ich richtig gelesen habe, noch recht klein waren!!!


  • Hallo Monica,
    Amphiprion ocellaris bzw. alle Anemonenfische werden mit Sicherheit nicht mit Zyanid gefangen. Der Fänger muß diese ja mit dem Netz nur aus der Anemone "pflücken". Das habe sogar ich geschafft. Richtig ist aber, daß A. ocellaris nach dem Import Krankheitsbedingt in großen Stückzahlen sterben können. Seriöse Großhändler bieten diese gar nicht mehr als Wildfänge an. Ich werde mich nach Weihnachten mal nach der Krankheit erkundigen.

    Hallo Christine,
    ich glaube auch daß die ersten NZ-ocellaris vom Knallkrebs erbeutet wurden. Ich hatte auch so einen Killer im Aquarium. Die blinden Symbiosekrebse verlassen ihre Höhle eigentlich nicht zur Futtersuche und die sehfähigen Knallkrebse sind wirklich Räuber. Welche Art ist es denn?
    Bei dem zweiten Todesfall glaube ich an einen krankheitsbedingten Tod, eingeschleppt durch die Wildfänge. Zeigte der zuletzt gestorbene Anemonenfisch vielleicht folgende Symptome: verstärkte Atmung (hast Du ja schon bestätigt), ruhiges Stehen an einem Platz event. mit dem Kopf schräg nach unten, Teilnahmslosigkeit, minimale Fluchtreaktion, Veränderungen der Schleimhaut (aussehen stellenweise grau und leicht schleimig, wie bei einem Karpfen "blau") im Endstadium kann es zu Schleimhautablösungen kommen?
    Übrigens die Seewalze ist wirklich eine Zeitbombe. Ich spreche hier aus persönlicher Erfahrung.

    2 Mal editiert, zuletzt von KS (16. Dezember 2002 um 01:42)

  • Hallo Christine, hi alle,

    am ehesten kann ich mich der Analyse von Klaus und was den Knallkrebs betrifft auch Stephan anschließen.

    Zu den WF-A. ocellaris:
    bekannt ist eine bakterielle Schleimhautinfektion, die ohne Antibiotika nicht beherrscht werden kann. Allerdings tritt die eigentlich erst ein-zwei Wochen nach dem Import auf. Sind die Amphiprion davon befallen ist das eindeutig auch äußerlich zu erkennen.

    Alle übrigen Fische:
    Giftwirkung durch Nitrit und was sonst noch alles vergiften kann, erzeugt eine deutlich beschleunigte Atmung. Im Allgemeinen dann aber bei allen Fischen. Im Falle einer Vergiftung wäre Aktivkohle sinnvoller gewesen als EasyLife, jedoch nicht bei einer Nitritvergiftung.

    Knallkrebs:
    Knallkrebse betäuben und/oder töten ihre Opfer durch dieses berüchtigte Knallen, was sie mit ihren Scheren verursachen. Insofern ist auch die Bevorratung mit den Leichen durch den Krebs symptomatisch und seiner Art entsprechend. Auch sind in der Regel die Opfer äußerlich nicht beschädigt (Verletzungen o.ä.).

    Wenn ich das alles so im Gesamten betrachte, so halte ich den Krebs für den Übeltäter, würde aber die Möglichkeiten die Klaus genannt hat nicht vergessen.

    Einmal editiert, zuletzt von Ralph D. Huber (16. Dezember 2002 um 02:04)

  • Hallo Christine,
    falls ein verstorbener Fisch noch vorhanden sein sollte nehme ein Skalpell und schneide Ihn mal auf, ist nicht so toll aber so kannst du dir die Leber mal anschauen. Soweit mir bekannti, ist diese bei einem Giftfang gelb und total verklebt. Falls ich mich täusche korregiert mich!!!

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank für die neuen Ideen!

    Zum Knallkrebs:
    Es ist ein Alpheus bellus, der wohl eher blind ist. Er geht ohne Grundel eigentlich nicht aus der Höhle und wenn er rauskommt ist er immer total vorsichtig am Abtasten. Er sieht glaube ich wirklich mehr Licht und Schatten als Umrisse. Iich achte beim Füttern auch immer darauf, dass er Futter bekommt. Er steht also keinesfalls kurz vorm Verhungern. Ich kann ihn mir ehrlich gesagt als Täter nicht vorstellen, im äußersten Fall könnte ein Unfall in dem Sinne passiert sein, dass die Stellatus in die Höhle geraten wären. Wobei die nach 2 Wochen mit Sicherheit wußten, wo er wohnt und es doch ein arger Zufall wäre, dass sie innerhalb von 2 Tagen versterben. Was da auch noch dagegen spricht ist, dass der erste Stellatus in der Ecke des Becken gelegen hat, in der der Knallkrebs keinen Höhleneingang hat und die für mich sichtbaren Höhlen des Krebs waren verschlossen (wie jeden morgen). Er müsste ihn also erschossen haben und dann müsste ihn die Strömung in die andere Beckenecke getrieben haben ohne dass der Krebs ihn mitgenommen hat.

    Und die Ocellaris? Die ersten beiden haben jede Nacht in einer riesigen Sinularia geschlafen, also deutlich über dem Boden. Dass er die aktiv erjagt hat glaube ich nicht. Und die letzten beiden Ocellaris sind am Vormittag verstorben, als seine Höhlen noch zu waren. Der letzte ist definitiv sehr weit oben auf dem Riff verstorben, dort war der Knallkrebs mit Sicherheit nicht.

    Dass er die Leichen mitnimmt spricht glaube ich nicht gegen ihn. Er frißt ja ziemlich alles, was ihm vor die Scheren kommt. Und tote Fische vorm Höhleneingang wird er mit Sicherheit mit Begeisterung mitnehmen. Beim Stellatus, der nicht in der Nähe eines Knallkrebs-Höhleneingangs gelegen hat, haben diese kleinen Schlangenseesterne auch sofort versucht ihn in ihren Stein zu ziehen.

    Alles in allem denke ich, dass er als Übeltäter ausscheidet, evtl. könnte der geschwächte 2. Stellatus einen Unfall mit ihm gehabt haben, aber das ist das äußerste was ich mir vorstellen kann.

    Fisch aufschneiden:
    Brrr, ich mache ja für meinen Hund schon viel, weil ich ihn roh ernähre, da muss ich auch immer so ekelige Beutetiere zerlegen, aber den süßen kleinen toten Ocellaris aufschneiden bringe ich wirklich nicht übers Herz. Ich habe ihn jedenfalls noch und habe ihn jetzt mal in den Kühlschrank gestellt.

    Da ich mit meiner Mieze diese Woche noch zum Tierarzt will, könnte ich das vielleicht auf heute mittag legen und ihn bitten mir den Fisch aufzuschneiden. (Er ist selbst Süßwasseraquarianer und seziert seine toten Fische grundsätzlich). Sollte ich den Fisch dann jetzt lieber in Alkohol legen? Habe allerdings keinen reinen Alkohol, sondern nur so irgendeinen hochprozentigen Obstlerschnaps. Momentan liegt er in Salzwasser.

    Bakterielle Infektion:
    Falls der Fisch nicht in Quarantäne gewesen sein sollte (obwohl die Händlerin damit wirbt), dann wäre der Tod ca. 2 Wochen nach dem Import. Aber die Nachzuchten waren ja auch davon betroffen und auch eine Pfeilgrundel.

    Ich werde mich heute darum kümmern, dass ich mir einen neuen guten PH-Test bestelle. Ich tippe momentan gefühlsmäßig auf einen leicht zu niederigen PH-Wert, der dann die anderen Folgen auslösen könnte.


    Vielen Dank für Eure Mühe!

    Gruß

    Christine

  • Hallo Christine,
    wenn du heute noch mit deiner Katze zum Tierarzt willst und es nicht zu spät wird, las den Fisch so bis dahin. Wenn so etwas ist friere den Fisch ein!!! Zum Thema lieber kleiner blinder Knalli schaue mal hier

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan Busch (16. Dezember 2002 um 10:36)

  • Zitat

    Original von Stephan Busch
    Hallo Christine,
    wenn du heute noch mit deiner Katze zum Tierarzt willst und es nicht zu spät wird, las den Fisch so bis dahin. Wenn so etwas ist friere den Fisch ein!!! Zum Thema lieber kleiner blinder Knalli schaue mal hier

    Hallo nochmal,

    ich war gerade mit der Katze beim Tierarzt und habe den Ocellaris mitgenommen und der Tierarzt war so lieb und hat ihn aufgeschnitten ("oh je, ist da wenig drin!" ;-)) Er hat mir die Minileber gezeigt, die war normal braun. Was für ihn auffällig war (er seziert aber normal keine Fische, nur wenn ihm halt mal einer stirbt), waren die Kiemen, die waren wohl angeschwollen/vergrößert. So kam es ihm jedenfalls vor. An Gift ist er wohl nicht gestorben.

    Ich tippe ja jetzt immer mehr auf einen (viel?) zu niedrigen PH-Wert. Mir ist eingefallen, dass ich noch so Indikatorstäbe vom Süßwasser habe, wo auch PH gemessen wird. Die waren noch haltbar und darauf konnte ich heute morgen einen PH von 7,2 ablesen. Jetzt bin ich mir nicht sicher, ob die in Seewasser überhaupt verwendet werden können. Als Sofortmaßnahme habe ich Kalkwasser angesetzt und bin immer noch dabei KH, Calcium und Magnesium zu erhöhen.

    Was ich langfristig tun müsste um den PH-Wert konstant zu halten, bzw. warum der Wert sooo niedrig ist (wenn es denn stimmt), ist mir unklar.


    Viele Grüße

    Christine

  • Hallo,

    ich fand die Alpheus Theorie auch nachvoll ziehbar - da ich ja auch einige große Arten pflege - aber der A.bellulus ???? Ne, da glaube ich bei dieser Art wirklich nicht dran ... vor allem da er ja nun auch noch explizit gefüttert wird.

    Ich würde auch schnellstens den PH Test austauschen und wie schon gesagt früh morgens messen!

    Vieleicht hat sich dein altes Tiere ja schon langsam an die harten PH Veränderngen gewöhnt?

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Also ich würde mich mal schnell daran machen eine zuverlässige pH-Bestimmung zu machen. Auch die geschwollenen Kiemen passen da ins Bild, denn bei Verätzungen, pH-Stress, etc. ist ein Anschwellen der Kiemen aufgrund von Gewebszerstörung und folgenden "Entzündungsreaktionen" durchaus wahrscheinlich, wenn die Kiemen stark geschädigt werden kann der Fisch auch bei bester Sauerstoffsättigung im Wasser "ersticken". Versuch also schnellst möglich da Klarheit zu schaffen, vielleicht kannst du dir auch ne pH-Elektrode leihen ist einfach am genausten und zuverlässigsten. Wünsch dir alles Gute für deine Fische und trotzdem schöne Weihnachten. :smiling_face:

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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