Pflege Dentronephthya

  • Hallo,

    im Fachhandel trifft man ja häufig auf Weichkorallen der spp. Dentronephthya. Soweit ich gelesen habe muß diese Koralle mit plankton zugefüttert werde, und ist trotzdem sehr schwierig auf längere Dauer im Aquarium zu halten. Auch mein Händler bei dem ich normalerweise kaufe und der diese Korallen nicht anbietet hat mir davonabgeraten, weil sie im Aquarium auf längere sicht nicht Haltbar seien.

    Mich würde eure Meinung dazu interessieren, pflegt jemand diese Art und was für Erfahrungen habt Ihr gemacht??

    Grüsse Ray

  • Hallo Ray :smiling_face:

    Ein an sich hochinteressantes Thema.
    Ich denke das auch heute die Pflege von diesen genannten Arten sehr sehr schwer gelingt. wenn überhaupt!!! Meist ist das was für ein paar Monate, dann war es das.

    Ich denke es gibt findige Aquarianer die hier viel versuchen und dann immer noch misserfolge vorzuweisen haben. Eine Planktonzugabe die so wie wir sie heute praktizieren reicht immer noch nicht aus.
    So zumindest meine Meinung.
    'Denke aber das es hier in den nächsten Jahren auch noch Möglichkeiten gefunden werden, so hoffe ich es wenigstens.
    Dendonephtea ist noch viel schwieriger als zum Beispiel Gorgonien (nicht vom licht lebende).

    Es wird aber auch heute schon Aquarianer geben die diese Tiere einige Zeit halten können, einfach weil sie sehr viel an Nahrung zugeben. Aber auf Dauer und Jahre ist mir noch kein Pflegefall bekannt, der Dendronephtea im Aquarium zum wachsen bekommt.

    Ich könnte mir vorstellen das es wenn dann nur geht, im Spezialaquarium, mit viel Futter, (Mischungen ausprobieren was ankommt) ohne Abschäumung, und sehr schonende Pumpen.
    Im gemischten Becken, ich denke da sind die Chancen eher aussichtslos.


    Zitat

    Original von Rayman
    Hallo,

    im Fachhandel trifft man ja häufig auf Weichkorallen der spp. Dentronephthya. Soweit ich gelesen habe muß diese Koralle mit plankton zugefüttert werde, und ist trotzdem sehr schwierig auf längere Dauer im Aquarium zu halten. Auch mein Händler bei dem ich normalerweise kaufe und der diese Korallen nicht anbietet hat mir davonabgeraten, weil sie im Aquarium auf längere sicht nicht Haltbar seien.

    Mich würde eure Meinung dazu interessieren, pflegt jemand diese Art und was für Erfahrungen habt Ihr gemacht??

    Grüsse Ray

  • Hallo,

    wir Robert und auch dein Händler schon sagten besser die Finger davon lassen:

    Sie benötigen täglich Plankton und sind dazu noch sehr oft von Paraistären Ei- und / oder Nacktschnecken befallen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Zusammen
    Ich staun überhaupt das Dendronephtya's im Verkauf sind! In der Schweiz hab ich noch nie solche Tiere im Angebot gesehen..... und das ist auch gut so!!!!
    Tiere die so wenig Ueberlebenschancen haben sollten wir nicht pflegen,- und seien sie noch so schön.
    Ich denke mir es könnte fast zum 24 Stunden Job ausarten diese Tiere dann zu füttern. Wie Robert schon schrieb, - vielleicht in einem spezial Aquarium möglich über einige Zeit.
    Wie die andern sagten müsste den Tieren viel Plankton angeboten werden und dann könnten die Wasserparmeter schnell ein Problem werden.
    Mir ist kein Fall einer langjährigen Haltung dieser Tiere bekannt :frowning_face: Darum Finger weg!

  • Hallo Rayman,

    Dendro´s sind mach meiner Erfahrung extrem schwer zu halten. Die Frage die dir leider bis heute keiner genau beantworten kann ist was nehmen sie an Plankton auf und zum anderen spielt die größe eine entscheidene Rolle.
    Mir sind leider auch schon 2 eingegangen, trotz kontinuierlicher Fütterung mit Plankton. Ich werde es in abständen wieder versuchen nach dem ich mein Fütterung optimiert habe. Die 2 Tiere haben aber schon erheblich länger gelebt als so überall zu lesen ist. Also die Richtung stimmt, nur hab ich noch nicht das optimum erreicht.

    Etwas einfacher sind Scleratonephthia-Arten, aber auch hier muß kontinuierlich gefüttert werden. Und die Mengen sind erheblich. Ich bin der Ansicht das dieses in einem "normalen Becken" kaum möglich ist.
    Um es nochmal zu verdeutlichen, du brauchst so ca. 1-1,5l Phytoplankton pro 24 Stunden auf 100l Beckenvolumen, das ist schon eine ganze Menge. Außerdem kommt noch das normale Futter für die anderen Tiere dazu.

    Mein Meinung dazu: Lass die Finger von den Tieren oder beteibe den riesen Aufwand.

    mfg Stephan

    PS: Solltest du den Aufwand nicht scheuen, gebe ich dir gerne einige Infos.

  • Hallo,

    ob man die Haltung in einem Spezialbecken versuchen könnte?
    Ich habe da noch ein 54L-Becken rumstehen.
    Es soll möglichst ohne Abschäumer betrieben werden und mit relativ wenig Licht. Es sollen keine Fische rein und eher Spezialisten vorbehalten bleiben, wie z.B. Seegurken.

    Viele Grüße
    Ulrike

  • In einem solchen Becken dürfte das Unterfangen schon besser verwirklichbar sein. Allerdings dürfte aufgrund der großen Futtermengen das Becken nicht stabil zu betreiben sein. Eine Lösung könnte hier eine Kopplung mit einem großen Becken mit einem Vielfachen des Volumens sein, das dann die Nährstoffe locker schluckt. Hier könnte dann der Wasseraustausch zwischen den Becken auch eher langsam sein (vielleicht alle 1-2 Stunden ein kompletter Wassertausch im kleinen Becken). Ist aber nur so eine Idee wie sowas klappen könnte. Problem dürfte aber auch hier das Erreichen einer hinreichend hohen Planktondichte sein.

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo Ulrike,

    das mit den Dendros und Scleratos steckt noch zu sehr in den Kinderschuhen als das man jemandem dazu raten sollte.

    Aus meiner jetzigen Erfahrung würde ich heute ein erheblich größeres Becken mit einer gebogenen Frontscheibe bevorzugen - noch besser ein rundes.
    Ich habe in dem Becken in dem die nicht photosyntesetreibenden Korallen stehen 25fache Strömung. Also eher nix für Seegurken oder Seeapfel, wegen der Pumpen.

    Wie in einem anderen Posting von dir steht solltest du dich erst mal mit den Tubastrean befassen die sind wesendlich unempfindlicher und nehmen eine ausgefallene Mahlzeit nicht gleich übel. Solltest du sie aber 2-3 Wochen auf Diät halten sehen sie dich nachher nicht mehr mit dem Allerwerttesten an.

    Etwas wichtiges habe ich noch vergessen, UV-Entkeimer soll nicht genutzt werde. Also kann man sich so noch andere Probleme einhandeln.

    mfg Stephan

    PS: Dein Profil ist etwas dürftig. Wenn du in der Nähe wohnst könnte man sich ja mal treffen.

    3 Mal editiert, zuletzt von Stephan P (15. Dezember 2002 um 22:03)

  • Halo Stephan,

    ich weiß, daß es schwierig ist, aber reizen tuts mich schon *g* So völlig erfolglos waren die bisherigen Versuche auch nicht.
    Nach meinem Wissensstand sind folgende Faktoren wichtig:
    -Strömung in einer eng umgrenzten Geschwindigkeit (artabhängig), Gezeiten
    -Phytoplankton und etwas wenig bewegliches Zooplankton, evtl Sedimente und 'Marine Snow'. Die ideale Zusammensetzung ist unbekannt.
    -kleine Kolonien sind einfacher.
    -kopfüber anbringen

    ist das richtig? Noch mehr Punkte?

    In einem kleine Becken kann man wohl leichter solche Bedingungen herstellen. Hier wäre dann aber ein Biofilter oder besser viel Wasserwechsel notwendig. Ein Biofilter hätte den Nachteil, daß das Futter darin landet.
    Mit einer entsprechen Schlauchkonstruktion wäre ein täglicher Teilwasserwechsel nicht allzu aufwändig.
    Thomas: Ständiger Durchfluß ist wohl eher nachteilig, weil zuviel Futter ausgeschwemmt wird.

    Stephan, Du schriebts was von 1,5-2L Plankton auf 100L, wie 'dicht' ist das? Aus dem Zinnreaktor kann man schon 0,5L/Tag entnehmen.
    Weiterhin dachte ich an einen Futtermix aus Aquatim, Jungfischfutter, Bosmiden o.ä., vielleicht auch geschredderte Algen..
    Händische Fütterung so 3*täglich ist problemlos möglich, Urlaub ist eh nicht *g*
    Kann man eigentlich gut sehen, welches Futter sie aufnehmen?

    Die Tubastreas knöpf ich mir auf jeden Fall vor fürs 'Große'. Die lassen sich ja einfach füttern.

    Ps.: mein Profil habe ich ergänzt, hab aber noch nicht allzuviel zu bieten *g* An einem Treffen hab ich schon Interesse, auch wenns weit ist.

    Viele Grüße
    Ulrike

  • Hallo Ulrike,

    Zitat

    Original von Ulrike Hardt

    -kopfüber anbringen

    an den letzten Tagen meines diesjährigen Besuchs in Ägypten (Sharm el Sheik) habe ich eine -für meine Begriffe- gigantische Kolonie Dendronephthya hängend in einem Nährbrei gesehen. Das Wasser war deshalb trübe und die Sichtweite betrug etwa 5-6 Meter. Das war das Unglaublichste was ich seit langer Zeit mit eigenen Augen gesehen habe und die Folge sind digitale Filmaufnahmen von insgesamt 1¼ Stunden Dauer. Nichtsdestotrotz habe ich gerade aus und um Ras Mohammed, ein Unterwasserschutzgebiet um die Spitze des Sinais herum, Aufnahmen gesehen, wo sehr große Bestände ganz normal von der Basis aus senkrecht nach oben gewachsen sind.

  • Hallo Ralph,

    muß ja ein Wahnsinnsanblick sein, dagegen sind Acroporas Mauerblümchen :winking_face:
    Delbeek ( und noch jemand anders) schreibt , daß die Polypen keinesfalls den Boden berühren dürfen. Vielleicht brauchen sie kopfüber auch weniger Energie zum Aufpumpen (Vermutung von mir).
    Die Sichttiefe von 5-6 m ist schonmal ein Anhaltspunkt.

  • Hallo Zusammen,

    besten Dank für Eure Antworten, werde vorerst keine solche Tiere pflegen. Wenn ich mich doch mal umentscheiden sollte komme ich gern auf Dein Angebot zurück und laß mir von Dir ein paar Tips geben Stephan.

    Grüsse Ray

  • Hallo ihr,

    @Rayman, hab ich dich jetzt etwas abgeschreckt? Das sollte nicht so rüber kommen, nur der Aufwand ist nicht so ganz ohne.

    @ Ralf, die schönsten Weichkorallen habe ich dieses Jahr bei den Brothers in so ca.30m Tiefe gesehen. Riesige Kolonien an Dendro- und Scleratonephthia nur unterbrochen von einigen großen Fächerkorallen die vom Riff weck wuchsen. Einfach super!!! :grinning_squinting_face:

    @ Ulrike, Dendro- und Scleratonephthias wachsen in der Natur in jeder Richtung. Das sie meist hängend wachsen hat einen relativ Einfach, oben sitzen die jenigen die Licht benötigen - somit sind diese Plätze schon belegt. Das stimmt nur wenn ich mir ein altes Riff ansehe. Neu entstandene Flächen werden natürlich als erstes von schnellwachsenden Arten besiedelt, die dann wiederum von den langsameren Arten verdrängt werden. Die Nesselkraft der nichtphotosynthesetreibenden Korallen ist nicht so sehr groß, damit werden Sie langsam auf die Unterseite der Riffe gedrängt.

    Nachtrag:

    Da hab da noch was wichtiges vergessen eine Fütterung der Tiere muß 24 Stundern umfassen. Bei mir wird zur Zeit jede Stunde Phytoplankton zugegeben, demnächst werde ich den Intervall noch weiter unterteilen, so auf 15 Minuten.

    mfg Stephan

    PS: Ulrike du wohnst ja leider weit weck. :([U][COLOR=red][COLOR=red]

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan P (16. Dezember 2002 um 10:30)

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