Beckengrösse, handhabung

  • Hallo zusammen

    Ich heisse Michael, bin 37 Jahre alt und wohne in der Schweiz, nähe Kostanz am Bodensee. Nach 16 Jahre Erfahrung mit Süsswasser, möchte ich jetzt gerne auf Salzwasser umsteigen.

    Natürlich habe ich bemerkt, dass ich eigentlich von vorne beginnen muss, das Salzwasser aufwändiger ist wusste ich schon lange, aber jetzt dämmert es langsam. Das macht es aber gerade interessant, finde ich. Nun möchte ich noch etwas ausholen, einerseits damit ihr meine Fragen und bedenken besser verseht und andererseits damit ihr mich einwenig kennen lernen könnt. Ach ja, da ist noch die Schlaflosigkeit, mit meinen Fragen im Kopf kann ich jetzt sowieso nicht einschlafen.

    Als Bube so etwa mit 14 habe ich mir ein Aquarium zu Weinachten gewünscht und auch bekommen, es war ein 60 Liter Becken mit luftbetriebenen Innenfilter und ungeregeltem Heizstab, Abdeckung mit einer Röre war auch dabei. Als die Geschäfte offen hatten, fuhr ich gleich mit dem Velo zum nächsten Händler und besorgte mir das noch fehlende Material und ein paar Pflanzen. Ich staunte nicht schlecht was ich für das bescheidene Material auf den Tisch legen musste. So nach 2 Jahren folgte ein 120 Liter Becken das gerade noch auf der Kommode platz fand. Als ich, paar Jahre später von Zuhause auszog, der Platz mehr wurde, hab ich mir ein 160*60*60 Poolbecken zugelegt Untermöbel geschreinert und 3 HQI drübergehängt, das war schon super! Leider musste ich dieses Becken 3-mal zügeln, das war schon jedes Mal viel Arbeit und das noch nebst all dem andern Kram, der von Jahr zu Jahr mehr wurde. Dazu kommt noch, dass es mir jedes Mal weh tat die toll gewachsene Flora auseinander zu reissen und beim wiederbefüllen am neuen Standort das Trauerspiel zu betrachten, bis das AQ wieder richtig funktioniert. Bei meiner letzten Zügelaktion hab ich dann das AQ aufgegeben. So kommt es, dass ich jetzt seit 6 Jahren ohne AQ bin.

    Der Wunsch für ein neues Becken hege ich schon längere Zeit, nun möchte ich es aber auch in die Tat umsetzen, der Grund wieso es ein Meerwasserbecken sein soll ist vor allem, dass mich die Artenvielfalt interessiert, also das zusammenleben von verschiedensten Korallen, Muscheln, Würmern, Krebsen und Fischen. Natürlich ist es auch einfach die Schönheit solcher Tiergemeinschaften, die mich begeistert.

    Bei meinem jetzigen Wissenstand, möchte ich ein Riffaquarium einrichten. hier ist eine Danksagung an dieses Forum und Korallenriff fällig die mir mehrere spanende Lesestunden beschert haben und es folgen sicherlich noch viele weitere.

    Einerseits habe ich schon sehr konkrete Vorstellungen über mein neues Becken, andererseits noch grundsätzliche Fragen und auch Bedenken.

    Zum Beispiel die Grösse, ich stelle mir das Zügeln von einem Meerwasseraquarium viel komplizierter vor als dasjenige eines Süsswasserbeckens, die Neubefüllung das Beckens, sagen wir mal mit TB schnell mal an die 800 Liter. Das dauert ja ewig bis ich die osmotisiert, mit Salz angereichert und temperiert hab. Wie kann ich mir so eine Zügelaktion vorstellen?

    Ein Wasserwechsel würde ja dann auch 80 Liter benötigen, mindestens. Wie sieht denn so ein Wasserwechsel optimal aus? Also ich denke mal, dass das neue Wasser vor dem ablassen des alten gerichtet und eingestellt werden muss, da Frag ich mich jetzt wo bereite ich diese 80 Liter vor, muss ich die in einem Rutsch machen? Die AQ-Bewohner mögen es vermutlich nicht wenn ich da stundenlang hantiere und der Filter steht.

    Dies sind Gründe, weshalb ich mich für ein kleineres Becken entscheiden könnte, aber so aus dem Bauch raus natürlich gerne 160 cm hätte.

    Also ihr seht schon ich bin vermutlich etwas kompliziert veranlagt. Andererseits wohne ich in einer Mietwohnung, muss die Osmose im Bad installieren und das Becken kommt in die Stube. Kann ich das Wechselwasser in der Badewanne vorbereiten?

    Ich freue mich jetzt schon auf eure Tips.


    Liebe Grüsse Michael

  • Erstmal willkommen.

    also ich habe auch eine Mietwohnung. In meinem Wohnzimmer steht ein 500l becken ( mein 600l aq iat leinder geplatzt.. ohne jedoch schäden anzurichten :frowning_face: ) also ich muss die osmoseanlage auch im bad anschliessen. allerdings lass ich das nachfüllwasser in ein aq laufen, welches unter der grossen aq steht. die mach ich mit einem langem grünen aq-schlauch. und damit kann ich in ruhe das neue wasser anseltzen und dann den ww vollziehen. die warte zeit zwischen besatz und anfang kannst du etwas verkürzen indem du schin eingefahrenes wasser benutzt und es mit neu angesetzem wasser vermengst. also ich würde sagen so 50:50. so habe ich es bei meinem neuen aq gemacht und es steht bist heute.

  • Michael,

    ich nutze handeslüblich Lebensmittelechte Fässer mit 120-240 Liter Inhalt, die sind hoch und benötigen nicht so viel Stellfläche. Da wird am Vortag das Wasser mit Salz angesetzt und belüftet - bei Osmosewasser muss es ggf einige Tage vorher laufen, das hängt von der Liestunsgfähigkeit der Osmoseanlage ab.

    Dann Wasser ablassen und mit einer Pumpe das neue Wasser einlaufen lassen. Geht schnell und macht wenig Sauerei.

    Die meisten hier haben sich schnell ein größeres Becken gekauft und bereut dies nicht sofort getan zu haben :winking_face:

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hi
    ich wohne auch zur Miete -- im zweiten OG..
    Zum Wasser...ich habe zum Anfang 3X200Liter Regenfässer benutzt..die dann einmal befüllt und die 600Liter dann in das Becken..danach noch einmal und SCHWUPP war mein Beken ja schon fast voll :smiling_face: Aufgesalzen habe ich das Wasser nachdem die 1200Liter im Becken waren so das ich die noch fehlenden 300 (oder so) nur noch nachfüllen musste!!
    Ich habe mit im Vorfeld ne größere OS-Anlage gekauft weil ich ja auch so 150Liter die Woche verbrauche macht das ohnehin Sinn!
    Mein Vorteil ist das ich ein zweites Bad habe das jetzt AQ-Raum ist..dort ist halt die OS-Anlage installiert...ein 200Liter-Fass ist immer mit OS-Wasser befüllt..zum WW benutze ich ein 60Liter Maischefass..das befüll ich mit OS-Wasser, temperier das Wasser auf 25°C, salze es auf und benutz das dann nach wenigen Stunden für meinen wöchentlichen WW!!

    Viel Spaß wünsch ich Dir bei Deinem Plan!!

    Gruß

  • Danke für die schnellen Antworten.

    Also muss ein Osmosewasser-Tank her, und die Salze und Temperatur mach ich nochmals in einem separaten Behälter. Muss das Wasser im Osmosetank wirklich belüftet werden? Weil wenn ich das Osmosewasser Belüfte bring ich da mit der Pumpe Schmutz, Bakterien und Sauerstoff ein. Eigentlich möchte ich da ja nichts kultivieren.

    Der Gedanke von einem Fass in der Wohnung gefällt mir nicht so sehr. Da kommt mir die Idee, ich hab ja noch ein Gäste WC. Da steht eine Waschmaschine drin, eigentlich ist dieses WC nur mal 5m vom AQ Standort entfernt. Ich könnte doch einen Tank auf die Waschmaschine stellen und das Osmosewasser mit Hilfe der Schwerkraft in ein Plexibecken neben dem AQ einbringen. Wasser zu und Ablauf hab ich auch gleich bei der Waschmaschine.

    Was halltet ihr dafon?

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    .... Osmosewasser belüfte ich nicht ....

    Wozu auch

    Noch "toter" kann Wasser kaum sein
    Will sagen, erst mit dem Salz wird ja wieder was draus, womit Lebewesen was anfangen können

  • Hallo Leute

    Vielen Danke nochmals für eure Antworten.
    Ich hab jetzt meine ersten beiden Besuche bei Fachhändlern hinter mir, einer in Kreuzlingen (CH) und einer in Konstanz (D). Die Infos könnten nicht unterschiedlicher sein:

    Kreuzlingen; Er richtet die MW-Aquarien immer mit Eheim Aussenfilter ein, zusätzlich mit Abschäumer. Der Aussenfilter habe locker eine Standzeit von 2-3 Monaten, gefüllt werde er mit Watte und noch Korallenschrot oder so. Der Abschäumer ist ein kostengünstiges Gerät, kleine Ausführung. Grosse entziehen dem Becken nur wichtige Stoffe. Osmose brauch ich keine, Bodenseewasser weise eine gute Qualität auf, Kalkreaktor brauche ich auch keinen, da ich ja das wichtige Kalk erst gar nicht dem Wasser entziehe. TB’s empfiehlt er dem Hobbyaner nicht, wegen der aufwendigen Montage, hoher Geräuschpegel, erhöhtes Risiko und der Ablaufschacht braucht mehr Platz im Becken als die ganze Technik verschlingt.
    Lebendgestein braucht man auch nicht, da ist sowieso 80% tot und mit einer Bakterienkultur gehe das genauso gut zu einem Bruchteil der Kosten. Ach ja, die Unterschränke sind auch kein Problem die Standartschränke tragen so ein AQ ohne Probleme.

    Konstanz: Da sind die Infos eher so wie hier im Forum, nur dass man hallt einfach alles braucht. Weil ohne geht’s überhaupt nicht. (auch Bodenseewasser) Zugegeben ist sein Becken um einiges schöner.
    Auch empfiehlt er ein TB um die Wassermenge zu vergrössern, was mir logisch erscheint.

    Betriebt jemand hier ein AQ mit Boodenseewasser, ohne Osmose?

    In den nächsten Tagen bekomme ich 2 Offerten.

  • Bodenseewasser kann man normalerweise bedenkenlos verwenden,
    das ist von sehr guter Qualität.
    Sicher braucht man dann auch weniger Härtebildner zuzuführen, gerade am Anfang sollten die Werte auch so relativ stabil bleiben.
    In einem vollbesetzten Steinkorallenbecken kommt man dagegen ohne Balling oder Kalki nicht besonders weit.

    Ich finde ein Technikbecken praktisch, es kostet aber natürlich zusätzlichen Strom und birgt gewisse (minimierbare) Risiken. Ich wollte es nicht missen.
    Eheim Aussenfilter würde ich nicht verwenden, schon gar nicht mit dem Siff von 3 Monaten drin.

    Lebende Steine sind für mich ein Muss - allerdings nicht so viele wie manche in ihre Becken hauen. Den Unterbau kann man gut mit Lochgestein machen und Riffkeramik ist auch recht nützlich.
    Mir geht es dabei weniger um die Wasserwerte sondern mehr um die Mikrofauna die man damit ins Becken holt. Das gehört einfach dazu finde ich.

    Inzwischen gibt es aber scheinbar einen Trend weg von LS,
    auch das scheint zu gehen, Klaus Jansen hat das hier mal lang und breit beschrieben.

  • Die Idee vom TB gefällt mir eigentlich auch besser. Da kann man Filtermedien wärend des Betriebs problemlos tauschen und man hat jederzeit eine Kontrolle über den Zustand. Auch kann ich da freie Schächte einplanen, um mal über spezielle Medien zu fintern.

  • hi poolhai,

    ich betreibe momentan mein becken mit einem tunze reefpack, sprich schnellfilter und abschäumer im becken. nach acht monaten habe ich nun ein TB geordert weil ich ständig alle fisch nervös mache wenn da im becken rumhantiere. auch wasserwechsel und wasserwerte checken geht im TB bedeutend einfacher. des weitern ist es im becken gar nicht so einfach PO4 absorber sinnvoll in die strömung zu hängen, im TB gehts viel einfacher.

    bisher ahbe ich mein becken auch zur hälfte mit bodenseewasser betrieben (wir in stuttgart bekommen bodenseewasser), willjetzt aber auch eine osmose anlage anschaffen, da trotz guter wasserwerte PO4 und Sikliat im wasser ist. deswewitern habe ich eine muräne und einen feuerfisch drin, sprich das wasser sollte so sauber wie möglich sein, die insassen machen schon genug dreck.
    des weiteren wohne ich in einem altbau von 1906 und weis nicht was alles die rohre an stoffen abgeben.

    noch eins: mach dein becken so gross wie möglich, ich plane schon das nächste mit 200 l mehr und das nervt.

    bezüglich deinen händlern hast du ja schon selber bemerkt wo es fundiertere infos gibt. es ist vielleicht alles egal für ein paar scheibenanemonen und riffbarsche, sicherlich nicht für ein riffbiotop.

    noch viel spass und gruss bernd

  • Bei den Antworten des Händlers aus Kreuzlingen würde ich empfehlen nie wieder einen Fuß in diese laden zu setzen - denn der Mensch hat schlichtweg keine Ahnung von die Prozessen die in einem AQ ablaufen. (Aussenfilter = Nitratquelle etc.)

    Osmosanalge hängt slebstverständlich immer von dem Ausgangswasser ab, ich benutzt auch keine mehr

    Grüße und schönen Tag
    Peter

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