Streit bei S. yasha

  • Hi,

    Seit Dezember habe ich ein Paar Stonogobiops yasha mit Krebs A. randalli.

    Bisher war alles sehr harmonisch, die beiden Grundeln bewohnten zusammen mit dem Krebs die gemeinsame Höhle und saßen immer sehr dicht zusammen, vertrugen sich also bestens und schienen ein "echtes Paar" zu sein.

    Vor ein paar Tagen war es mit der Idylle allerdings zuende; eins der beiden Tiere hatte die gemeinsame Höhle verlassen und schwamm hektisch und orientierungslos an der Wasseroberfläche.

    Das fand ich schon sehr merkwürdig, da der Aktionsradius der Tiere sonst nur ca. 20cm um die gemeinsame Höhle betrug.

    Irgendwann hatte sich das Tier wieder ein wenig gefasst und ließ sich in einer anderen Aquarienecke (1m Entfernung zur alten Höhle) nieder. Es wirkte allerdings nicht gerade glücklich, da die andere Grundel den Krebs natürlich für sich beansprucht.

    Heute morgen fand ich die kleine Grundel nun sichtlich lädiert in ihrer Ecke auf, die Rückenflosse (so lang wie die Grundel selbst) war komplett abgerissen.

    Auch wenn ich nie direkt beobachten konnte, wie die eine Grundel die andere attackiert, halte ich es für relativ warscheinlich, daß es sich um einen Konflikt zwischen den Grundeln handelt und kein anderes Tier beteiligt ist, denn sonst hätte die Grundel wohl kaum die sichere Höhle verlassen.

    Was meint ihr?

    Konnte sonst schonmal jemand solche Konflikte bei Grundeln der Gattung Stonogobiops beobachten?

    Finde es schon sehr ungewöhlich, daß bei einem vermeintlichen Paar plötzlich die eine Grundel solche Aggressionen gegen den Partner entwickelt.

    Werde mal sehen, ob ich das verletzte Tier einfangen kann, um es in einem anderen Becken unterzubringen :frowning_face:

    Viele Grüße
    Inken

  • Hi Reinhard,

    Daß bei Grundeln (zumindest bei manchen Arten) erwiesenermaßen Hermaphroditismus vorliegt, weiß ich.

    Z.B. in der Gattung Gobiodon ist ja bekannt, daß durch das dominante Tier ein Geschlechtswechsel erzwungen werden kann, indem das schwächere Tier unter Druck gesetzt wird.

    Dabei ist meines Wissens aber noch nicht bekannt, ob es sich um protandrischen oder protogynen Hermaphroditismus handelt.

    Ich weiß aber noch nichts davon, daß Grundeln zwangsläufig beide Geschlechter im Laufe ihres Lebens durchlaufen sollen (ähnlich wie bei Nasenmuränen?).

    Hast Du da mehr Infos?

    Das wäre ja eine Erklärung für den plötzlichen Ärger bei meinen Grundeln.

    Was mich dabei wundern würde: Viele Leute halten doch verschiedene Grundeln paarweise, ich habe aber noch nie davon gehört, daß es immer ab einem bestimmten Zeitpunkt Ärger wegen eines eventuellen Geschlechtswechsel gibt...

    Weitere Meinungen?

    Viele Grüße
    Inken

  • Hi,

    Davon habe ich noch nie etwas gehört. Lediglich bei Nemateleotris kursiert die Theorie, dass Paarhaltung nicht möglich sei, weil eben beide nach einiger Zeit das selbe Geschlecht haben- doch selbst hier ist das nicht bewiesen, sondern eben nur eine Theorie, da es genug Fälle gibt in denen es nicht so ist. Normalerweise bleibt ein Fisch doch in dem Geschlecht das gerade gebraucht wird, zumal alles andere bei Paarweise zusammenlebenden Fischen doch gar keinen Sinn machen würde.

    Ich glaube, Gobiodon sind da noch wieder ein ganz anderer Fall, weil sie zu Beginn ihres Lebens überhaupt nichts sind und sich dann, falls sie einen Partner finden, dementsprechend anpassen.(meine darüber mal eine Arbeit gelesen zu haben)

  • Inken,

    ich habe zwei die sich auch nicht vertragen - sie haben allerdings nie ein Paar gebildet. Ich habe noch die Hoffnung das es sich irgendwann gibt, da ich die Tiere erst 4-6 Wochen habe.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hi Peter,

    Die Stonogobiops Arten scheinen ja nicht ganz unproblematisch mit der Verpaarung zu sein...

    Bei meinem Fall wundert es mich eben nur besonders, weil die Beiden nunmal bis vor kurzem sehr harmonisch zusammenlebten.

    Leider sehe ich auch wenig Chance, das unterlegene Tier aus dem Aquarium zu fangen. Ist ein 120x60x60 mit Riffaufbau und zu vielen Verstecken :smiling_face_with_sunglasses:

    Mal schauen, vielleicht wird es besser, wenn ich der zweiten Grundel auch einen Randalli kaufe und sie sich dann eine eigene Höhle machen kann.

    Viele Grüße
    Inken

  • Inken,

    da ich bei Paarhaltung immer der Idee "Liebe geht durch den Magen" folge, muss ich natürlich auch die Frage nach dem Ernährungsstand stellen. Sind beide wirklich ausreichend rund? Ich persönlich finde es recht schwer diesen Grundeln ausreichend Futter zukommen zu lassen. Und meine sind zwar nicht eingefallen, aber sicherlich nicht satt genug.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hi Peter,

    Nun, eine wirklich gezielte Fütterung ist schlecht möglich, da das Aquarium für Grundelverhältnisse ja schon recht groß ist und noch einiges anderes an Fisch/Garnelen usw. unterwegs ist.

    Da ich aber sehr viel füttere (alles was die Futterpalette bietet, auch viel Kleinkram), bekommen die Grundeln m.E. schon eine Menge ab und sehen auch recht wohlgenährt aus.

    Aber wer weiß, vielleicht reicht es trotzdem nicht...

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Inken!


    Zitat:
    Ich weiß aber noch nichts davon, daß Grundeln zwangsläufig beide Geschlechter im Laufe ihres Lebens durchlaufen sollen (ähnlich wie bei Nasenmuränen?).

    Hast Du da mehr Infos?
    -------------------------------

    Stand in der Koralleausgabe über Grundeln.

    Übrigens, bei Nasenmuränen ist es nicht so.
    In Karlsruhe gibt es seit Jahren ein schwarzes Nasenmuränenpärchen
    das lebensfähigen Laich produziert.

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