Dinoflagelaten

  • Hallo Forum

    Ich werde meine braunen Beläge durch Dinoflagelaten (siehe Bild 200 fache Vergrößerung) nicht los. Tips hier im Forum führten zu keinem Erfolg.
    Da mein Phosphatwert immer noch bei 0,3 (Tropic- Marin-Test) liegt und der Nitratwert bei 0,25 ( Merck-Teststäbchen) liegt, möchte ich nun die Zeovitmethode anwenden.
    Hierbei gehen bei den meisten von euch die Werte nach unten und evtl. vorhande Algen sterben ab.
    Da es sich bei Dinoflagelaten ja um Bakterien handelt und nicht um Algen frage ich mich ob mir die Zeovitmetode hier irgendwelche Stoffe zuführt die das Wachstum der Flagelaten noch zusätzlich anregen könnte.
    Das Becken läuft seit 1,5 Jahren, die restlichen Wasserwerte sind wie folgt.
    KH 8
    Ca 420
    Mg 1320
    Dichte 1,023
    Si 0
    Ich hoffe Ihr könnt mir hier weiterhelfen.

    Gruß Lutz

  • Hallo Lutz :smiling_face:

    Meist geht es bei Bakterien darum diese empfindlich zu stören so das andere wieder überhand nehmen und diese stagnierren.

    Wir hatten ebenfalls (nach einem Lichtwechsel auf neue Brenner) rote Cyanos bekommen. Geholfen hat bei uns, das dreimalige Absaugen und die dreifache Überdosis Easy Life nach dem absaugen. Dazu wurden Phalaena Grundeln eingesetzt. Ob das nun immer hiflt ist allerdings siche fraglich.

    Ich denke nicht das die Zeovitmethode eine ganz sichere Mehtode ist um die Plage weg zu bekommen. Wobei eine Änderung in der Biologie auch reichen kann um das Wachsen der Baks zu verhindern.


  • hallo Lutz,

    erst mal ein dickes NEIN zu der feststellung, dass es sich bei dinos um Bakterien handelt. Die sind es ganz sicher nicht, was auch immer Dir erzählt wurde. ein anderes problem ist die frage, was Dinos denn nun sind. es gibt sie mit und ohne chloroplasten, deshalb ist die einteilung tier / pflanze schwierig. da Deine aber photosynthese betreiben (farbe), kannst Du wohl unbeschwert von pflanzen (algen) sprechen.
    eine andere frage ist, ob es sich bei den abgebildeten wirklich um dinos handelt. hast Du sie unter dem mikroskop gesehen? sie sollten eine längs- und eine querfurche mit je einer geißel aufweisen und die meisten haben auch einen dicken, plattenartigen panzer :confused_face:
    ich will mich nicht festlegen, für mich sieht es aber nicht so 100%ig nach dinos aus.
    zu dem nährstoffproblem: das phosphat wirst Du so schnell mit dem zeovith nicht runter bekommen, (obwohl auch ich bekennender anhänger der zeovith-methode bin). ich denke da hilft nur wasserwechsel und rowaphos o.ä.

    lieben gruß,
    patrick

  • Hallo Lutz,

    Zitat

    Original von pfaelzer
    Hallo Forum

    Ich werde meine braunen Beläge durch Dinoflagelaten (siehe Bild 200 fache Vergrößerung) nicht los. Tips hier im Forum führten zu keinem Erfolg.
    Da mein Phosphatwert immer noch bei 0,3 (Tropic- Marin-Test) liegt und der Nitratwert bei 0,25 ( Merck-Teststäbchen) liegt, möchte ich nun die Zeovitmethode anwenden.

    Kann es sein, das da das Komma verruscht ist (zeigt Merck so geringe Konzentrationen an)? Die Werte sehen ja sonst nicht so aus, als ob Nitrat oder Phosphat Ursache für die Beläge sind. Mit welchem Test misst Du das Silikat?
    Kann es ein Problem mit zu sauberem Wasser sein? Unter SL-Online findest du einen Artikel darüber.

    Gruss,
    Carsten

  • [QUOTE]Original von pfaelzer

    Hallo,

    Patrick hat ja Gott sei Dank schon geantwortet. Dinoflagellaten, mit Doppel-L, heißen auch Panzergeißler, weil sie die von Patrick schon beschriebenen Merkmale aufweisen.
    Die Einteilung Pflanze/Tier läßt sich allerdings nicht nur durch das Vorhandensein bestimmter Plastiden klären. Tiere sind auch nicht in der Lage Cellulose zu synthetisieren, Dinoflagellaten allerdings schon, weshalb man sie durchaus dem Pflanzenreich zuordnen muß. Aber darum geht es nicht.

    ES SIND KEINE BAKTERIEN!

    Was auf dem Bild zu sehen ist, sind meiner Meinung nach keine Dinoflagellaten, sondern Diatomeen, sog. Kieselalgen. Dinoflagellaten sind im Querschnitt eher rund bis oval, diese Zellen hier sind, wie man es an den farblich andersartigen, quer abgebildeten Zellen sehen kann, abgeflacht.
    Kieselalgen haben auch eine äußere Hülle, die aus zwei Teilen besteht, einer oberen und einer unteren Hülle. Diese kann man auch ganz gut auf dem Bild erkennen. Diese Hüllen bestehen v.a. aus einer Silikathaltigen Struktur. Der Silikatgehalt im Wasser begünstigt dann das Auftreten solcher Algen.

    H Hersteller

  • Hi Lutz!

    Ich bin ein (ehemaliger) völlig entnervter Dinoflagellaten-Halter.
    Seit ich mich entschlossen habe, Silicarbon und einen Phosphatabsorber in das Aquarium zu geben (der Auslauf vom Becken ist über den Filterstrümpfen, so daß ein Teil aber nicht alles durch das Granulat gespült wird, Folge langsame Änderung des Milieus), bessert sich die Lage zusehends!!! :smiling_face: :smiling_face:
    Monatelang war innerhalb von 30 Minuten nach Einschalten der Beleuchtung alles mit einem braunen Schmierbelag überzogen. Jetzt, rd. 4 Wochen nach Einbringen des Filtermaterials sind die Algen zwar noch vorhanden, aber sie stören nicht mehr!

    Was mich an der Aktion im Nachhinein am meisten aufregt, sind die Wassertests. Siehe den Bericht über die Phospattests auf korallenriff.de. Ich halte die meisten Tests mittlerweile für überflüssig, da sie sowieso nur Hausnummern (wenn überhaupt was. siehe JBL-Test) anzeigen. Ich bin wohl ein ganzes Jahr lang dem JBL Test auf den Leim gegangen, habe immer dem 0 mg/L Phosphatergebnis geglaubt. Super Biologie im Becken! GLeichzeitig sind meine Korallen immer schlechter geworden.

    Ich könnte mir vorstellen, daß man mit Ausdauer, Beobachtungsgabe und einigem biologischen Verständnis den Zustand seines Aquariums sehr gut einschätzen kann, ähnlich dem Saprobienindex in Süßwassergewässern. Es müßte sogar möglich sein, Behandlungsmethoden danach abzuleiten. Deine Algenplage z.B. ist ja ein optimales Indiz. Da könnten die meisten der Tests (die offensichtlich eh nix taugen) überflüssig werden.

    Fazit: Ungeachtet Deiner Testresultate kann ich nur empfehlen, einen Silikatabsorber (und auch einen Phosphatabsorber) ins Becken zu tun. Ich bin mir nach meiner Erfahrung damit ziemlich sicher, daß es helfen wird! Geduld!

    Grüße
    Matthias

  • Hallo,

    Patrick hat ja Gott sei Dank schon geantwortet. Dinoflagellaten, mit Doppel-L, heißen auch Panzergeißler, weil sie die von Patrick schon beschriebenen Merkmale aufweisen.
    Die Einteilung Pflanze/Tier läßt sich allerdings nicht nur durch das Vorhandensein bestimmter Plastiden klären. Tiere sind auch nicht in der Lage Cellulose zu synthetisieren, Dinoflagellaten allerdings schon, weshalb man sie durchaus dem Pflanzenreich zuordnen muß. Aber darum geht es nicht.

    ES SIND KEINE BAKTERIEN!

    Was auf dem Bild zu sehen ist, sind meiner Meinung nach keine Dinoflagellaten, sondern Diatomeen, sog. Kieselalgen. Dinoflagellaten sind im Querschnitt eher rund bis oval, diese Zellen hier sind, wie man es an den farblich andersartigen, quer abgebildeten Zellen sehen kann, abgeflacht.
    Kieselalgen haben auch eine äußere Hülle, die aus zwei Teilen besteht, einer oberen und einer unteren Hülle. Diese kann man auch ganz gut auf dem Bild erkennen. Diese Hüllen bestehen v.a. aus einer Silikathaltigen Struktur. Der Silikatgehalt im Wasser begünstigt dann das Auftreten solcher Algen.


    [/QUOTE]


    Hallo Jörg und alle anderen
    Ich glaube bei näherer Betrachtung des im übrigen tollen Bildes muss ich dir mit den Diatomeen zustimmen.
    Zum einen finde ich sie zu gross im vergleich zu den anderen Diatomeen(Dinos sind kleiner) und zum anderen haben meine damals anders ausgesehen.
    Sie hatten vakuolen und eine Polkappe sowie Geißeln die es ihnen ermöglichten sich schnell fortzubewegen.
    Interessant währe eine Angabe der Beweglichkeit.

  • Hallo Harald, und alle die hier geantwortet haben

    Die Viecher bewegen sich unter dem Mikroskop recht schnell, eine Geisel für die Fortbewegung kann ich aber nicht erkennen.

    Lutz

  • Hallo Lutz :))

    Das Schmieralgen/Bakteriengleichgewicht kann man sich folgendermassen Vorstellen:
    Die nahe Verwandtschaft zu den Bakterien bringt sie, was das Siedlungssubstrat betrifft, in eine Konkurrenz zu den Nitrosomas- und Nitrobacterstämmen.
    Wenn diese Bakterienstämme absterben, können sich die Schmieralgen - vorausgesetzt die restlichen Umweltfaktoren sind günstig für das Wachstum - ungehindert ausbreiten
    Die Nitrobacter- und Nitrosomonasbakterien, welche für die Nitrifikationsvorgänge im Aquarium zuständig sind, können bekanntlich nicht im freien Wasser existieren. Sie besiedeln im Aquarium Bodengrund, Dekorationsgestein, Filtermaterial und Scheiben. Ihren Nahrungsbedarf decken sie durch im Wasser gelöste Substanzen und Gase.

    Bei der Abschäumung und der Reinigung durch Kohle, Zeovit usw.werden Stoffe aus dem Wasser entfernt, der für diese Bakterienstämme lebenswichtige sind. Bei der Verstärkung dieser technischen Wasserreinigung in einem Becken mit stabilen Verhältnissen stirbt ein Teil der Bakterienpopulation durch das Fehlen der Nahrung ab.

    Dies bedeutet, dass ein Teil der Oberflächen (beginnend dort, wo die Bakterien die schlechtesten Lebensbedingungen haben) frei von Nitrosomas und Nitrobacterbakterien wird. Das beginnt an den Stellen mit extrem starker oder schwacher Strömung.

    Bei einem Anstieg der Wasserbelastung durch Reduzierung der Abschäumung oder Kohlefilterung werden diese Flächen wieder von Bakterienrasen überzogen, da sich die Bakterien durch das erhöhte Nahrungsangebot wieder stärker vermehren.

    Fazit:

    - Abstellen des Abschäumers für ca.3-4Wochen (so verrückt das auch klingt - es funktioniert!) Die Bakterienbelastung des Beckens nimmt wieder zu.

    - Reduzierung der Kohlefilterung, Zeovit entfernen.

    - mit der Kalkwassermetode einen konstanten pH von min.8,5-8,7 einstellen, es wurde beobachtet,
    dass in Becken wo ein pH-Wert von 8.5 und höher vorliegt keine Schmieralgen auftreten.

    - Reduzierung der sonstigen Filtersubstrate ( z.B blaue Filterschwämme entfernen sie sind Nitratbomben)

    - genau die selben Mengen weiter füttern
    - 3-4 Wochen Geduld....
    - Hände weg von Antibiotika (Chloramphenicol usw.)


    Gruss Heinz :grinning_squinting_face:

  • Hi Lutz
    Wie sieht es denn aus wenn du mit der Hand über den Belag wedelst?
    Wie sehen die Beläge morgens aus?

  • Hi,

    ich schließe mich da Jörg an. Ich habe auch immer Nitrat, Phosphat, Silikat nicht nachweisbar gehabt und trotzdem hatte ich die Viecher im Becken. Die Lösung war die Installation eines Reinstwasserfilters hinter die Osmoseanlage. Durch das Meersalz und das Osmosewasser gelangt ununterbrochen frisches Silikat ins Wasser welches sofort in "Schmieralgen" umgewandelt wird. 3 Stunden nach dem Wasserwechsel gemessen war Silikat schon nicht mehr nachweisbar.
    Jetzt habe ich durch extremen Überbesatz von 2,5m Fisch/400l Nitrat > 30mg, Phosphat 0,08 ( Dank ZEOvit ) aber 0mg/l Silikat und ich habe keinerlei Schmieralgen mehr im Becken.
    Ich denke deshalb das die meisten Dinoflagelaten in Wahrheit Diatomeen sind die nur deshalb nicht verschwinden wein die Ursache immer im Nitrat und kaum im Silikat gesucht wird.

    mfg Uwe

  • Hallo

    Die Beläge lassen sich leicht abblasen oder wegwedeln.
    Morgens sind keine vorhanden, also nur in der Beleuchtungsphase.
    Hinter der Osmoseanlage hängt noch ein Mischbettharz.
    Nun werde ich erst mal Silicarbon einsetzen, und sehen was es bringt.

    Gruß Lutz

  • Hallo Lutz :grinning_squinting_face:

    Falls Du die Möglichkeit hast, aus einem anderen stabilen Becken etwas Bodengrund zu entnehmen kann ich Dir das nur empfehlen. Mit diesem Bodengrund kannst Du das Problembecken impfen. Auf diese Weise werden sehr schnell wieder nützliche Bakterien angesiedelt.

    Du schreibst, dass Du der Osmose noch ein Mischbeet nachgeschaltet hast, kontrolliere doch mal wie hoch der Leitwert (mS ) des Wasser ist, dass aus dem Mischbeet fliesst. Die Levatitharze geben wenn sie belastet sind die entzogenen Stoffe wieder ab (Silikate usw.) Diese Mischbeetanlagen sollten ab 20 Microsiemens und höher unbedingt regeneriert werden!

    Gruss Heinz :))

  • Zitat

    Original von pfaelzer
    Hallo

    Die Beläge lassen sich leicht abblasen oder wegwedeln.
    Morgens sind keine vorhanden, also nur in der Beleuchtungsphase.
    Hinter der Osmoseanlage hängt noch ein Mischbettharz.
    Nun werde ich erst mal Silicarbon einsetzen, und sehen was es bringt.

    Gruß Lutz

    Hi lutz
    Das spricht in der Tat für Dinoflagellaten.

  • Hallo

    Ich bin leider nicht im Besitz eines Leitwertmessgerätes.
    Da aber meine Osmoseanlage schon etliche Jahre auf dem Buckel hat werde ich mal zusehen das mir jemand den Leitwert nach der Osmoseanlage und nach dem Harz messen kann.

    Gruß Lutz

  • Hallo Lutz

    wenn sie schon etliche Jahre auf dem Buckel hat, würde ich den Leitwert zu aller erst mal kontrollieren, insbesondere deshalb, da ja bei der Wasseraufbereitung für das Aquarium, alles seinen Anfang nimmt. Wenn es dort schon nicht i.o ist, wären ja alle Folgeerscheinungen erklärbar! In funktionstüchtigen Mischbeetanlagen werden die Kieselsäuren 100% entfernt.
    Ich kontrolliere meinen Leitwert 1x in der Woche, auf Grund dieses Wertes wird die Anlage gewartet (Osmose gespült, Mischbeet regeneriert).

    Gruss Heinz :grinning_squinting_face:

  • Hallo Pfälzer ( hey bin auch einer aus DÜW)

    hab dasselbe Problem wie du seit ich vor ca 6 Monaten Zeovit ,bac und food eingesetzt habe .
    Kann zwar nicht zwingend sagen dass es daran lag ,nur unabhängig davon sind bei 2 getrennten Becken kurz nach Einsatz von zeovit und abschalten von uv und ozon die dicken rotbraunen Beläge aufgetaucht die sich nachts total auflösen .

    mein 250 lBecken läuft mit der üblichen Technik:Abschäumer.kalkreaktor ,hqi,die messwerte waren immer im grünen Bereich ,Besatz ist dünn ,gefüttert wird wenig .

    Silikarbon und Rowaphos sind ohne Erfolg im Einsatz

    bin jetzt wieder zu ozon übergegangen 1o mg abgeregelt bei 375 redox ... kein Erfolg ..

    weiss jetzt auch nicht weiter ,
    .....wieder Uv ?
    oder ...alles aus ?

    ach ja ... den Korallen scheints gut zu gehen solange sie nicht überwuchert werden ,weswegen ich den kram öfter abblase

    so long

    klaus

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!