Fischgröße

  • Hallo Forum!

    Bisher dachte ich, dass mit der Anpassung der Größe an den Behälter wäre eine Mähr. Aber wenn ich mir meinen Doktorfisch so ansehe: in den zwei Jahren, die ich ihn jetzt bald habe, ist er merklich nicht gewachsen.
    Auch die anderen Fische sind in den letzten 12-18 Monaten nicht größer geworden.
    Sicher, die Tiere haben (hoffentlich) noch ein langes Leben vor sich. Aber wachsen adulte Tiere noch?

    Kurz: ich würde gerne wissen, wie Eure Erfahrungen mit dem Wachstum von Fischen sind.

    Kai

  • Hallo Kai,

    im Aquarium sind viele wachstumslimitierende Stoffe und Gegebenheiten, von denen ich nur zwei nennen möchte.

    Einmal ist es das Nitrat und zum anderen keine ausreichende Fütterung die in aller Regel gerade mal reicht das Tier nicht sterben zu lassen. Mit der Fütterung ist das immer eine Gratwanderung weil mit mehr Futter auch der Anteil an Nitrate und Phosphate wächst. Wenn Du Dir einmal Korallenfische in freier Natur ansiehst, so haben die von oben betrachtet mitunter eine kugelförmige oder ovale Figur. Doktorfische z.B. sind ohne unterlaß von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang am Weiden. Die Futtermengen die da aufgenommen werden, können wir ihnen im Aquarium garnicht bieten.

    Schaltet man die wachstumslimitierenden Dinge aus, so wächst ein Fisch bis er ausgewachsen ist. Das ist wenn Du so willst eine Anpassung an die Aquariumbedingungen, nicht jedoch an die Größe eines Beckens.

  • Hallo Kai,

    nun das Wachstum der Doktoren(wahrscheinlich auch bei anderen Fischen) ist nicht gleichmäßig. Wenn diese sehr klein sind, wachsen sie relativ schnell zu einer gewisssen Größe. Das dient in der Natur wohl als Schutz vor Freßfeinden usw.

    Danach stagniert das Wachstum und ist nicht mehr so deutlich wahrzunehmen. Aber sie werden größer. Am besten ist es immer mit alten Aufnahmen zu dokumentieren. Ich dachte auch eine Zeitlang ' da passiert nix'. Dem ist aber nicht so.

    Die üblichen Zebrosoma Arten wachsen sehr schnell auf bis zu 10 cm heran. Andere Arten werden da noch größer.

    Von den bei mir gepflegten Arten ist beim A.leucosternon das Wachstum am deutlichsten zu beobachten, obwohl er schon so seine 15 cm hat.

  • Hallo Ralph,

    mit der Quantität und der Qualität des Futters ist verständlich und sicherlich auch korrekt so. Aber in wie weit das Nitrat eine Rolle spielt, kann ich nicht verstehen. Bei Korallen ja, das habe ich, Dank Jörg, nun hoffentlich verstanden. Aber bei Fischen?

    Oder gilt das nur für sehr hohe Nitratwerte ( 100mg/l o.ä.) die dann zum Streßfaktor werden können?

  • Hi Kai,

    nach meiner Erfahrung kommt es nicht nur darauf an WIEVIEL gefüttert wird, sondern auch WAS gefüttert wird. Seitdem ich zusätzlich zum Frostfutter ein Proteinkonzentrat füttere hat mein Zebrasoma einen Wachstumschub bekommen und hat jetzt eine Größe von 15 cm und eine schöne "rundliche" Form.

    Gruss,
    Carsten

  • Zitat

    Original von Kai H.
    Hallo Forum!

    Bisher dachte ich, dass mit der Anpassung der Größe an den Behälter wäre eine Mähr. Aber wenn ich mir meinen Doktorfisch so ansehe: in den zwei Jahren, die ich ihn jetzt bald habe, ist er merklich nicht gewachsen.
    Auch die anderen Fische sind in den letzten 12-18 Monaten nicht größer geworden.
    Sicher, die Tiere haben (hoffentlich) noch ein langes Leben vor sich. Aber wachsen adulte Tiere noch?

    Kurz: ich würde gerne wissen, wie Eure Erfahrungen mit dem Wachstum von Fischen sind.

    Kai

    Hallo Kai
    Ein Fisch wächst bis an sein Lebensende aber die Geschwindigkeit nimmt dann deutlich ab.
    Mein Palettendoc war ca 7 Jahre alt als er damals vom kleinen Becken 70X70X60 in das grosse kam 2mX70X70
    innerhalb von drei Monaten wuchs er dann um 60% auf seine jetzige Grösse heran.
    Die Faktoren sind eindeutig Beckengrösse(Schwimmraum und auch die Wasertiefe.
    Natürlich immer vorausgesetzt er wird gut gehalten.

  • Zitat

    Original von Carsten Mueller
    Hi Kai,

    nach meiner Erfahrung kommt es nicht nur darauf an WIEVIEL gefüttert wird, sondern auch WAS gefüttert wird. Seitdem ich zusätzlich zum Frostfutter ein Proteinkonzentrat füttere hat mein Zebrasoma einen Wachstumschub bekommen und hat jetzt eine Größe von 15 cm und eine schöne "rundliche" Form.

    Gruss,
    Carsten

    Hi Carsten
    Was nimmst du denn da als Proteinkonzentrat, hört sich ein wenig nach Bodybilding an :grinning_squinting_face:

  • Hallo Frank,

    Zitat

    Original von Frank D
    mit der Quantität und der Qualität des Futters ist verständlich und sicherlich auch korrekt so. Aber in wie weit das Nitrat eine Rolle spielt, kann ich nicht verstehen. Bei Korallen ja, das habe ich, Dank Jörg, nun hoffentlich verstanden. Aber bei Fischen?

    Oder gilt das nur für sehr hohe Nitratwerte ( 100mg/l o.ä.) die dann zum Streßfaktor werden können?

    daß das Nitrat eine Rolle beim Wachstum spielt ist nicht nur mir schon vor langer Zeit aufgefallen. Damals waren die tolerierten NO3 Werte deutlich höher als sie es heute sind. Insbesondere in Fischaquarien war das (über die Jahre und im Nachhinein) deutlich zu sehen. Bezogen auf meine eigenen Beobachtungen bedeutete dies, daß Die Fische schneller wuchsen als ich mehr fütterte und die Wasserqualität (Wasserwechsel) verbesserte. Im Grund kann Dir das jeder Bestätigen, der Süßwasserfische züchtet. Wird der Wasserwechsel vernachlässigt, kümmern die Fische und bleiben im Wachstum deutlich zurück. Aus diesen Erfahrungen der Süßwasseraquarianer habe ich dann meine Schlüsse gezogen mit dem Erfolg, daß meine Korallenfische schneller wuchsen (sicher immer noch nicht wie im Riff) und auch wesentlich agiler in Farbe und Verhalten.

  • Hi Harald,

    Zitat

    Original von Harald Mülder
    Hi Carsten
    Was nimmst du denn da als Proteinkonzentrat, hört sich ein wenig nach Bodybilding an :grinning_squinting_face:

    eigentlich stimmt es. Technisch gesehen ist es das gleiche wie die Aufbaupräparate für die Bodybuilder (das legale Zeug natürlich) und hat den Vorteil das weniger gefüttert werden muss.

    Gruss,
    Carsten

  • Salut Kai

    Ich konnte bei meinem Palettendoc auch eine interessante Beobachtung machen. Ich habe den Fisch ziemlich klein gekauft, heisst ca. die Grösse einer Briefmarke. Paletti ist dann über 8 Monate sehr langsam gewachsen. Dann habe ich einen Zebrasoma scopas ins Becken gesetzt, der etwa doppelt so gross war. Sofort ist der Palettendoc auch gewachsen. Nach einem Jahr sind die beiden Fische nun gleich gross, aber natürlich noch bei weitem nicht ausgewachsen. Ich denke, dass der Palettendoc aus Konkurrenzdruck plötzlich ein Stück gewachsen ist. Ist aber nur meine Vermutung.
    Es Grüessli vo de SARAH

  • Hi Leuts,
    es gab bis ca. vor 8 Jahren in Deutschland noch Regionen, in denen das Trinkwasser einen Nitratgehalt um bzw. über dem Grenzwert von 50 mg/l hatte (ich hoffe einfach mal, daß dieser Zustand mittlerweile der Vergangenheit angehört). Hier wurde an Familien mit Säuglingen und Kleinstkindern kostenlos Mineralwasser ausgegeben, weil sich das Nitrat im Trinkwasser hemmend auf den Wachstumsprozeß der Kinder auswirkt. Auf alle Fälle wirken bei Fischen dieselben Zusammenhänge, wenn auch vielleicht in anderen Relationen.
    Viele Grüße - Wolfgang


  • tag harald,

    man bekommt oft schimpfe, wenn man sagt, dass sich der fisch der aquariengrösse anpasst.

    daher bin ich froh, dass du als vet mal was dazu gesagt hast.

    ich denke,

    der kleine riffbarsch wird im becken immer seine natürliche
    grösse erreichen, der doctorfisch in entsprechend kleinem becken nicht unbedingt.

    beispiel:.

    mein sohn daniel hat vor zwei jahren pressenfische von winziger grösse in sein 130 literbecken gesetzt und einen picassodrücker von ca. 6 cm grösse.

    die peussen sind mitlerweile ums dreifache gewachsen, der drücker vielleicht einen cm.

    bei guter, abwechslungsreicher ernährung 3 x täglich.

    allerdings sollte dieses beispiel nicht dazu aufrufen, einen kleinen zackenbarsch in ein hundet-liter-becken zu setzen und zu erwarten, dass er ein bonsai bleibt.

    das geht nicht.

    bei uns war bei dem drücker geplant, sollte er dann grösser werden, wir ihn in unser 1200 liter-wohnzimmerbecken umsiedeln.

    ist bislang nicht nötig geworden.

  • Hallo zusammen :smiling_face:

    Eine interessante Diskussion :smiling_face:

    Ich denke schon das schlechte Faktoren, wie hohe Nitratwerte - oder andere Einflüsse , kein geeignetes Futter, das Wohlbefinden und letztendlich auch das Wachstum beeinflussen können und sicher auch werden. Wer wächst schon optimal bei unwohlsein?
    Allerdings denke ich das es nicht das Kriterium schlechthin ist.
    Dieses sollte schon in der Größe und auch im Besatz zu finden sein.

    Die Größe des Aquarium hat ganz sicher damit zu tun, wie gross ein Fisch wird. Ganz gut lässt sich das bei Nasos sehen, die dann nicht mehr so wachsen. Hier sieht man dann das der Kopf und Körper im nicht gleichverhältniss zu einander stehen. Das heisst im Klartext, der Fisch sollte in ein größeres Becken umziehen.
    Ebenso ist es meiner Ansicht nach auch klar das ein Fisch sich in optimaler Umgebung schneller groß wird, als in weniger optimaler Umgebung. Das betrifft auch Fischbesatz, Wasserwerte, Futter, Vitamine, kurz und gut alles was einem so einfällt.

  • Zitat

    Original von Robert Baur
    Hallo zusammen :smiling_face:

    Eine interessante Diskussion :smiling_face:

    Ich denke schon das schlechte Faktoren, wie hohe Nitratwerte - oder andere Einflüsse , kein geeignetes Futter, das Wohlbefinden und letztendlich auch das Wachstum beeinflussen können und sicher auch werden. Wer wächst schon optimal bei unwohlsein?
    Allerdings denke ich das es nicht das Kriterium schlechthin ist.
    Dieses sollte schon in der Größe und auch im Besatz zu finden sein.

    Die Größe des Aquarium hat ganz sicher damit zu tun, wie gross ein Fisch wird. Ganz gut lässt sich das bei Nasos sehen, die dann nicht mehr so wachsen. Hier sieht man dann das der Kopf und Körper im nicht gleichverhältniss zu einander stehen. Das heisst im Klartext, der Fisch sollte in ein größeres Becken umziehen.
    Ebenso ist es meiner Ansicht nach auch klar das ein Fisch sich in optimaler Umgebung schneller groß wird, als in weniger optimaler Umgebung. Das betrifft auch Fischbesatz, Wasserwerte, Futter, Vitamine, kurz und gut alles was einem so einfällt.

    Hallo Robert,

    ja,am besten kann man es an den Augen erkennen denn
    die wachsen weiter,ob Süß-oder Meerwasserfische ist
    egal

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

  • Zitat

    Original von Jürgen Rathje

    ja,am besten kann man es an den Augen erkennen denn
    die wachsen weiter,ob Süß-oder Meerwasserfische ist
    egal


    Hallo Jürgen,
    das kann ich so aber nicht bestätigen. Ich angle öfters in verbutteten Karauschen- und Schleienbeständen. Übergroße Augen konnte ich noch nicht entdecken. Wenn nur der Bestand zu hoch ist, aber die Nahrung ausreicht, bleiben die Fische einfach klein und die Körperprobotionen stimmen. Ist aber die Nahrungsgrundlage nicht ausreichend, ist der Kopf unverhältnismäßig groß.

  • Zitat

    Original von Harald Mülder
    Ein Fisch wächst bis an sein Lebensende aber die Geschwindigkeit nimmt dann deutlich ab.
    Mein Palettendoc war ca 7 Jahre alt als er damals vom kleinen Becken 70X70X60 in das grosse kam 2mX70X70
    innerhalb von drei Monaten wuchs er dann um 60% auf seine jetzige Grösse heran.
    Die Faktoren sind eindeutig Beckengrösse(Schwimmraum und auch die Wasertiefe.
    Natürlich immer vorausgesetzt er wird gut gehalten.


    Hallo Harald,
    mein Zebrasoma xanthurum ist in 6 Jahren von ca. 12cm auf ca. 15cm gewachsen. Der Pygoplites hat in 3 Jahren von 4cm auf 7cm zugelegt. Die Centropygen dagegen erreichen ihr normales Wachstum. Fütterung meist mehrmals täglich und Nitrat immer ca. 25mg.

  • Hallo Wolfgang,

    Zitat

    Original von wolfgang
    es gab bis ca. vor 8 Jahren in Deutschland noch Regionen, in denen das Trinkwasser einen Nitratgehalt um bzw. über dem Grenzwert von 50 mg/l hatte (ich hoffe einfach mal, daß dieser Zustand mittlerweile der Vergangenheit angehört). Hier wurde an Familien mit Säuglingen und Kleinstkindern kostenlos Mineralwasser ausgegeben, weil sich das Nitrat im Trinkwasser hemmend auf den Wachstumsprozeß der Kinder auswirkt. Auf alle Fälle wirken bei Fischen dieselben Zusammenhänge, wenn auch vielleicht in anderen Relationen.

    die Trinkwasserverordnung läßt auch heute noch bis 50 mg/l Nitrat im Trinkwasser zu. Es ist aber nicht das Nitrat welches Säuglinge direkt schädigt sondern, die nur im Säuglingsalter vorkommenden Lactobakterien, die das Nitrat zu Nitrit reduzieren. Und das Nitrit verursacht die Säuglingsprobleme, weil Nitrit die Aufnahme von Sauerstoff ins Blut behindert oder je nach Menge auch komplett hemmt. Das ist bei den kleinen Kindern dann auch unter den Begriff Blausucht bekannt. Die Kinder bekommen eine bläuliche Hautverfärbung.

    Technisch und biologisch ließe sich der Nitratgehalt in Trinkwässer sicher mit einigem Mehraufwand deutlich reduzieren aber ich denke das ist ein wirtschaftliches Problem und dann informieren sie lieber nur, daß ist billiger !

  • Zitat

    Original von Ralph D. Huber

    Technisch und biologisch ließe sich der Nitratgehalt in Trinkwässer sicher mit einigem Mehraufwand deutlich reduzieren aber ich denke das ist ein wirtschaftliches Problem und dann informieren sie lieber nur, daß ist billiger ![/COLOR]


    hallo ralph,

    das übliche in unserem ländchen.

    wenn nix mehr zu reduzieren geht, werden die grenzwerte nach oben korrigiert.

    und schon ist nix mehr schädlich.

  • Hey Joe,

    die kannst Du nicht einmal nach dem Produkthaftungsgesetz greifen. Angesichts dessen, daß mittlerweile in deutschen- und einigen wenigen anderen Ländern die Verseuchung unserer Umwelt in ungeahnte Kostenhöhe schnellen jedoch andere Industrienationen ganz klar sagen

    "wir leben jetzt und in hundert Jahren nicht mehr"

    weiß ich nicht einmal eine Prognose zu wagen worauf wir eigentlich zusteuern.

  • Zitat

    [I]
    weiß ich nicht einmal eine Prognose zu wagen worauf wir eigentlich zusteuern.[/COLOR]

    Hallo Ralph,

    ganz klar auf das Ende unserer "Kultur",die Inkas haben
    es nicht geschafft,ebensowenig die Ägypter,warum also
    sollten "wir" es schaffen die Natur zu überlisten.

    Wir befinden uns geradewegs nach unten in unserer
    Kulturkurve,wie man anhand der Geschichte zur Kentniß
    nehmen muß,die Natur braucht uns Hansels nicht...........

    Gruß Jürgen

    Panoramabecken 200x70x60, Photon Plus 2x400W Megachrome Coral 14K E40 + 4x54W T5 Aqua Science Special 15K, 2x Tunze Stream 12000 l/h,ATK Abschäumer150cm mit The Pump 40

    Die Summe der auf der Erde vorhandenen Intelligenz bleibt ewig gleich. Nur die Bevölkerung wächst ständig...

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