Massenvermehrung des Fangschreckenkrebs

  • Hallo,

    im Mai hab ich das Lebengestein in mein Becken getan und dabei einen und den auch wohl einzigsten Fangschreckenkrebs rausgefangschreckt. :winking_face:

    Nun guck ich schon eine Weile in mein Becken und sehe da soviele kleine Viehcher rumoxidieren. Zunächst dachte ich, da nichts zu erkenne war: " klasse zooplankton". nun werden die dinger grösser und ich kann erkennen um was es sich handelt - viele kleine Fangschreckenkrebse. Die beiden Arme vorne schön zu erkennen, gucken und flitzen sie dreist in der gegend rum :frowning_face:

    Was mich zunächst interessiert ist, wie sich Fangschreckenkrebse vermehren. Legen sie Eier oder ähnliches ? Wie lange dauert das Schlüpfen, die Entwicklung und und und und ... hat von euch einer erfahrung ?

    Vielleihct lieg ich ja auch falsch in der Annahme, daß der eine Krebs am Anfang der einzige ist.
    Da ich aber auch keine Fangschreckenkrebs Zucht plane, würd ich auch gerade in Erfahrung bringe, wer die in der jetzigen Grösse (0.5 cm) wohl futtern wird.
    Manderinfisch ?

  • hab dies hier in netz gefunden (vox), ihr habt bestimmt noch was hinzuzufügen oder ?

    * Alle Stomatopoden sind getrenntgeschlechtlich. Die Weibchen betreiben eine sehr intensive Brutpflege, indem sie die bis zu 50.000 Eier verkitten und rund 10 Wochen mit sich herumtragen. Sie müssen in dieser Zeit die Nahrungsaufnahme einstellen. Manche Arten der Stomatopoden sind monogam, andere wiederum verlassen sich nach der Paarung oder suchen sich einen weiteren Partner.


    * Aus den Eiern schlüpfen glashelle Larven mit weitgehend ausgebildeten Gliedmaßen. Nach bis zu 3 Monaten in pelagischem Zustand können dann die kleinen Schmetterer zum Bodenleben übergehen und verwandeln sich nach und nach in das erwachsene Tier

  • Hi Timme

    Flohkrebse und Scherenasseln werden oft mit jungen Fangschreckenkrebsen verwechselt. Bei den Flohkrebsen und Scherenasseln schlagen Mandarinchen gnadenlos zu :winking_face:

    Grüsse Martin

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

    4 Mal editiert, zuletzt von seegraswiese (20. September 2005 um 21:31)

  • Hi Timme,

    Kannst Du Bilder der Kleinen einstellen ? Und nicht töten, sondern füttern. Wenn es wirklich Fangschreckenkrebse sind, ausgiebig dokumentieren. Das Interesse wird groß sein.

    Gruß
    Uwe

  • Hallo Timme,

    das sind keine kleinen Fangschreckenkrebse, sondern Flohkrebse wie Martin schon gesagt hat! Die Fangi Larven sind auf Plankton angewiesen und überleben keine 3 Tage im Aquarium ohne entsprechendes Futter.

    Über die Zucht ist sehr wenig bekannt, aber ich habe momentan die Möglichkeit einen Gonodactylellus viridis bei der Brutpflege zu beobachten. Intensiv kümmert sich das Weibchen um die zu einem Ball verklebten Eier. Nach etwa 3 Wochen schlüpfen die Larven und bleiben danach noch eine Woche bei der Mutter. Sie sind durchsichtig, aber man kann deutlich den gelblichen Dottersack erkennen der sie die Woche ernährt. Nach 3 Häutungen bei der Mutter werden die Larven phototrop und schwimmen aus der Höhle ins freie Wasser. Dort in der Planktonsuppe halten sie sich ca. einen Monat (kommt auf die Art an) auf und nach 4 weiteren Häutungen wandeln sie sich zur Postlarve, die mit 6-10 mm schon fast wie ein erwachsenes Tier aussieht, aber noch durchsichtig ist. Dann lassen sich die Tiere nieder und leben Bodenbezogen. Fehlt dann das richtige Substrat sterben die Larven. Nach 3 bis 4 Tagen bilden sich die ersten Farbflecken und nach einer Woche sind sie komplett gefärbt.
    Diese Angaben sind aber von Art zu Art verschieden.

    Soviel zur Theorie, wie die Praxis aussieht kann ich bald bescheiben, denn die Eier sind schon 2 Wochen bei der Mutter in der Höhle. Müssten ca. in 7 Tagen schlüpfen und nach einer weiteren Woche im Zuchtbecken rumschwimmen.
    Aber die Aufzucht ist sehr aufwändig und schwer bis unmöglich.
    1. Ist noch nichts über das richtige Planktonfutter bekannt.
    2. Sind die Larven kanibalistisch und fressen sich gegenseitig.
    3. Das richtige Substart muss vorhanden sein sonst lassen sich die Larven nicht nieder und sterben ab.

    Ich versuchs trotzdem mal und hab mir deswegen aus 20 Ü-Eiern 40 Minibecken gebaut um die Larven einzeln zu halten.

    Einmal editiert, zuletzt von Timmy Grohrock (21. September 2005 um 02:34)

  • Hi Timme

    da geb ich Uwe völlig recht - falls Du wirklich junge Fangis hast, dann ist das ne kleine Sensation :winking_face: reservier mir welche :)!! -Falls Du im Zweifel bist, was da bei Dir krabbelt stell lieber ein Bild ein, bevor Du die Tierchen verfütterst!

    @ hi Robert - Danke für die nette Begrüssung :smiling_face: Bei den spannenden Beiträgen, die es in letzter Zeit hier in eurem Nachzuchtenboard gab, konnte ich mich nichtmehr zurückhalten ;).

    @hi TimmyG - super Infos :smiling_face: viel Glück beim Zuchtversuch!

    Grüsse Martin

    The only reason many species have not yet been successfully reared is that too few people have tried (Naomi Delventhal)

    Many species might go extinct, as too few people look out for them (Martin Reith). Help to change this http://accion-salva-una-especie.org/

  • Hallo Timmy

    Das hört sich sehr interessant an. Ich bin gespannt. Du bist überhaupt einer der wenigen der immer weitermacht bei Zuchtvesuchen :smiling_face: Find ich gut.

    Daumen Drück.

    Martin:
    Na ich denke das ab Oktober ohnehin wieder mehr los ist, das bringt die Jahreszeit so mit sich :smiling_face:

  • Zitat

    Das hört sich sehr interessant an. Ich bin gespannt. Du bist überhaupt einer der wenigen der immer weitermacht bei Zuchtvesuchen :smiling_face: Find ich gut.

    Jou, ich mache immer weiter auch wenn der Erfolg noch ausbleibt. Von nix kommt nix.
    Ich bin selber gespannt was bei den Fangis rauskommt. Natürlich wird alles dokumentiert!

    @ Timme
    Also ein Foto würde Klarheit schaffen, obwohl ich sehr sicher bin das es keine Fangis sein können. Welche Farbe haben die Tiere?
    Zum Vergleich, so sieht ein kleiner Fangi aus! Der Körper ist langestreckt, vorne sieht man die 2 grossen beweglichen Augen und hinten ist das Telson mit den Uropoden.

    Und hier ein Flohkrebs!

  • leider oder zum glück, je nach anischt, sind es doch wohl scherenasseln :winking_face_with_tongue:


    trotzdem interessiert mich die fortpflanzung der fangis.. irgendwie sind dies tiere doch sehr interessant. neulich lasß ich ein bericht über menschenaffen udn der autor schrieb, daß nur diese ihr spiegelbild erkennen können. war mein erster gedanke, bätsch, stimmt nicht, versuchs mal mit nem fangi :smiling_face:

    2 Mal editiert, zuletzt von Timme Denker (22. September 2005 um 10:03)

  • Jou,

    Fangis sind sehr interessant. Nicht umsonst habe ich eine Artenanlage mit momentan 6 verschiedenen Arten. Demnächst kommen noch ein paar andere Arten dazu unter anderem auch ein Speerer.
    Die Fortpflanzung diese Tiere ist ein Kapitel für sich. Einige Arten leben Monogam während andere ein Swingerleben führen. Interessant ist auch das die Koppulation sozusagen in Missionarsstellung erfolgt. Leider ist es fast unmöglich Männlein und Weiblein zusammen zu halten. Spätestens wenn sich einer häutet wird er agegriffen und gefressen. Weibliche Fangschreckenkrebse können das Sperma bis zu 6 Monate speichern, allerdings wenn sie sich häuten ist es weg.

    Zu dem Spiegel kann ich auch noch folgendes schreiben. Es ist richtig das sie sich im Spiegel erkennen, das heisst sie erkennen sofort das es sich nur um ein zweidiensionales Objekt handelt. Kein Problem, denn sie können mit jedem Auge dreidimensional sehen. Was mich neulich überrascht hat ist das mein grosser Fangi mich indirekt über die Seitenscheibe beobachten konnte. Ich schaute durch die Frontscheibe und sie war in einer Höhle und ich konnte sie nur über den Spiegeleffekt der Seitenscheibe sehen.
    Sie mich aber auch. *gggg*

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