Auswirkungen verschiedenster Nesselgifte

  • Hallo zusammen, =)

    ich würde gerne eure Erfahrungen und Meinungen
    zu diesem Thema mal zusammentragen.

    Da ich selber,wie sicherlich die meisten von euch,ein Mischbesatzbecken
    pflege(Weichkorallen,Krusten-undScheibenanemonen,Gorgonien,Muscheln,
    Kupferanemone,LPS-und SPS Korallen)stellt sich mir die Frage,wie
    sich die Nesselzellen untereinander auswirken.

    Eine Neutralisation soll ja durch Filterkohle und UV-Licht möglich sein.Kann dies jemand aus Erfahrung
    durch eine positive Reaktion bei den entsprechenden Korallen bestätigen?

    Welche Möglichkeit der Entfernung der Nesselgifte gibt es vielleicht zusätzlich noch?

    Kann jemand bestätigen,das in "reinen" Gattungsbecken(z.B.SPS) die Entwicklung und das Wachstum deutlich besser voranschreitet,als in einem Mischbecken?

    Es würde mich sehr freuen,wenn möglich viel zu diesem Thema hier gepostet würde!

    Liebe Grüße,
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    das Thema war hier schon öfters. Meiner Meinung nach beeinflussen sich die verschiedenen 'Korallengruppen' recht stark, was sich aber erst bei großen Tieren bemerkbar macht am Aussehen und Wachstumsraten.
    Ich hab nen SPS- und ein Weichkorallenlastiges Becken, in beiden sind die Effekte deutlcih zu sehen. Muscheln und Anemonen hab ich nicht soviele, um da was sagen zu können. Scheibenanemonen wollen in beiden Becken nicht so richtig.
    Sogar das Algenwachstum und Glasrosenwachstum wird bei entsprechender Korallenmasse zurückgedrängt, das seh ich deutlich an den Algenfilterbecken.
    Außerdem sinds nicht nur die Nesselzellen (die werden nur bei Berührung abgeschossen) sondern diverse andere Stoffe aus der Chemiefabrik Koralle.
    UV hilft nicht erkennbar, kann wohl nicht die Verbindungen aufknacken, Ozon etwas und Aktivkohle viel. Die Gonis und Alveoporas gehen z.B. zu ohne Kohle.

    Grüße
    Ulrike

  • Hallo Thomas
    Wie Ulrike schon geschrieben hat wird Nesselgift nur bei Berührung abgegeben. Wobei ich die Erfahrung gemacht habe das in einem Becken mit sehr vielen grossen Anemonen andere Korallen kaum oder nicht mehr aufgehen. In meinem Anemonenbecken ging nicht mal mehr Affenhaar auf :P.
    Das grössere Stöcke Weichis den SPS Probleme machen ist bekannt, selbst starke Kohlefilterung (gute Kohle) hat bei mir nix geholfen. LPS gehen zwar schön auf, aber wachsen kaum. Gorgonien scheinen dagegen sehr gut mit Weichen klar zukommen. So zumindest in meinem Becken.
    Gruß Frank

  • Hallo Thomas,

    ich denke, daß das wohl so eine Phylosphie für sich ist. Jeder hat da so seine eigenen Erfahrungswerte. Wenn man mal gerne was halten möchte, aber es aufgrund der Artenvielfalt nicht halten lässt, dann sollte man irgendwann aufhören, immer wieder neue Tiere einzusetzen, in der Hoffnung, das es dann irgendwann klappt.
    Dahinter bin ich dann auch irgendwann gekommen. Bei mir zu Beispiel gehen grundsetzlich die Lederkorallen ein, auch fast alle anderen "Weichen" fühlen sich sichtlich bei mir nicht wohl. Bis auf Xenien, die muß ich regelmäßig "ernten". Mein Becken ist allerdings auch zu fast 90% mit LPS uns SPS besetzt, da wunder es mich dann nicht. Ich habe jedenfalls aufgehört auf biegen und brechen einige Tiere halten zu wollen. Die Tiere, die ich habe gehen dafür um so besser.
    Sicher, es gehört schon viel Gedult und Zeit dazu, um herauszufinden, welche Tiere sich im eigenen Becken gut halten. Man kann eben nicht pauschal sagen, wenn sich ein woanders leicht zu haltendes Tier gut entwickelt, daß es dann im eigenen Becken auch gut funzt.
    Aber das muß wohl jeder sleber für sich herausfinden.

  • Hallo,

    bin zwar jetzt Anfänger bei der MW-Aquaristik, aber mach schon seit 10 Jahren Süßwasser.

    Meine Erfahrung darauf ist im Grunde, dass man sich am besten auf bestimmte Arten oder Vielfalten festlegt die auch "zusammenpassen". So ein Sammelsurium aus allem möglichen kann eigentlich nicht so recht funktionieren. Die Eierlegendewollmilchsau ging eigentlich in allen Bereichen schief....

    Und wenn man sich mal die Riffbeschreibungen etwas durchschaut, so ist schon erkennbar, dass es in der Natur auch immer bestimmte Arten gibt die sich an einem "Fleck" festsetzten. Da gibts auch kein Sammelsurium.... :grinning_squinting_face:

    Ist jetzt eher ein phylosophiescher Ansatz als ein fachlicher. Und mein Eindruck den ich in den letzten 4-5 Monaten durch lesen und informieren im MW-Breich bekommen habe.

    Was jetzt die Lösung von Thomas's Problem aneght kann ich wenig beisteuern, weil mir dazu einfach die Erfahrung fehlt bei MW.... :grinning_squinting_face:

    Gute Nacht und Viele Grüße

    Christian

    Christian A.

    Webmaster / Administrator


    80x80x80 cm, ca. 500 Liter, 1x 400 Watt HQI, 2x 24 Watt T5, 2x Tunze Stream, ZC Cyclon AS 1500, Technikbecken mit ca. 80 L netto, Förderpumpe 3000 l/h


    Marubis e.V.

  • Hallo zusammen,

    ich danke euch allen,für eure Beiträge! :]
    Es sind doch schon so einige Übereinstimmungen erkennbar.
    Besonders aussagekräftig sind hier die aus der eigenen Erfahrung stammenden Beiträge
    von Frank und Ulrike.

    Demnach ist es in einem Mischbesatzbecken nicht mit
    einem so deutlichen Wachstum zu rechnen,wie in einem überwiegend aus einer Gattung bestehenden Aquarium.Zudem ist es wichtig,das möglichst zu wenig Berührungen
    unter den verschiedenen Gattungen kommt,da es hierbei zu der Abgabe der
    problematischen Nesselzellen kommt.
    Eine ständige Entfernung dieser,ist momentan wohl nicht ohne weitere Probleme
    möglich,da Filterkohle ja bekannterweise auch zum Austrag von lebenswichtigen
    Stoffen(z.B.Spurenelemente) beiträgt.

    Zitat

    das Thema war hier schon öfters.


    Ja,wie wohl zu 95% der Themen.Nur fehlt es häufig an klaren und
    eindeutigen Aussagen!Gebe mal wie in diesem Fall in die Suchmaschine: Nesselgift ein.

    Zitat

    Die Gonis und Alveoporas gehen z.B. zu ohne Kohle.


    Meine neongrünen Alveoporas sind trotz Mischbesatzes(das Becken ist dichbewachsen)
    ständig offen.Selbst wenn ich mal kein Ozon zuführe.Kohle setze ich garnicht ein.

    Liebe Grüße,
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    meine Bemerkung war eher so gemeint, daß man darüber noch mehr Erfahrungsberichte findet. Das Thema ist auch zu komplex und interessant, als daß man es mit ein paar Sätzen abhandeln kann.

    Das mit dem Zugehen der Gonis ist mir erst so richtig aufgefallen, als iuch die Weichen rausgeschmissen habe und die SPS sehr groß geworden sind, nach so 2 Jahren Standzeit. EIn schleichender Prozess, den ich nicht 100% beweisen kann.
    Übrigens hat auf reefcentral jemand ein reines Goni-Becken, daß super aussieht. Vielleicht sind solche Themen-Becken die Zukunft, nachdem man die Haltung der meisten Korallen gemeistert hat. So rasant wie heutzutage sind die Korallen vor wenigen Jahren bestimmt noch nicht gewachsen, und erst dann gibt es derartige Probleme.

    edit: das mit en Spurenelementen stimmt m.W. nicht, da die Jodzahl der Kohlen zu hoch sind. Außerdem ist Nachdosieren nicht so das Problem. Eher der Entzug von löslicher Organik. Aber auch da kann man gegensteuern.

    Grüße
    Ulrike

    Einmal editiert, zuletzt von Ulrike Hardt (14. August 2005 um 19:48)

  • Hallo,

    interessantes Thema - hab mir darüber eigentlich noch nie Gedanken gemacht.
    Kann meine persönliche Erfahrung mitteilen:
    Halte Steinkorallen (Hauptanteil), Rindenkorallen, Krustenanemonen, Scheibenan, Weichkorallen, Gorgonie, 3 Anemonen (davon eine schon recht groß),...
    Alles steht wunderbar da (Farben, farbige Wachstumsspitzen, Polypen immer heraußen,...) und wächst. Das einzige, was ich mir vorstellen könnte ist -wie schon geschierben wurde-, dass vielleicht einige Steinkorallen nicht so schnell wachsen wie sie könnten (find ich aber gut so, denn so langsam befinden sich einige Äste schon auf Kollisionskurs mit anderen Korallen :smiling_face: ). Meine Xenias muss ich auch regelmäßig ernten. Sogar Scheibennameonen und Litophyton, die eigentlich nie wuchsen sondern eher kümmerten (aber nicht starben) waschen seit einiger Zeit wie verrückt.
    Kohlefilterung mache ich erst seit ein paar Tagen, aber nicht weil ich muss, sondern nur, weil ich Gelbstoffe rausfiltern möchte, die das Licht abschwächen (sollen).

    Gruß
    Reinhard

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