Wieder mal ne interessante Pressemeldung:
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Jugendliche Opfer von Schikane vermeiden später Stress
Eintrittszeitpunkt der Demütigungen entscheidend für Verhaltensmuster
Austin, Texas (pte, 29. Oktober 2004 12:30) - Forscher von der
Universität von Texas http://www.utexas.edu/ in Austin haben Demütigungen
in der Kindheit und Gewalt im Erwachsenenalter untersucht und eine
unerwartete Verbindung zwischen dem Eintrittszeitpunkt von Schikanen und
deren Auswirkungen im späteren Leben entdeckt. Das berichtet das
Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com . Bei einigen Opfern
löst der Stress, der von Quälereien verursacht wird, Depressionen und
Gewalt im Erwachsenenalter aus. Matthew Newman und seine Kollegen sind
jedoch zu dem Schluss gekommen, dass gedemütigte Kinder meistens nicht
aggressiv sind. Im Gegenteil, sie versuchen im späteren Leben derartigem
Stress aus dem Weg zu gehen. Dieser Effekt ist äußerst markant, wenn die
Schikanen erst spät in der Pubertät auftreten.
Newman befragte 1.500 Collegestudenten zu ihren Reaktionen auf stressige
Situationen. Eine Frage war, wie jemand damit umgehen würde, wenn eine
fertiggestellte Arbeit aufgrund eines Festplattencrashs verloren ging und
der jüngere Bruder über dieses Unglück noch lachte. Männer, die gegen
Ende der Pubertät schikaniert worden waren, entschieden sich doppelt so
häufig für die Option "in eine Bar gehen und die Angelegenheit
vergessen". Dagegen votierten die Befragten, die während des gesamten
Erwachsenwerdens geärgert worden waren, nicht häufiger für diese Option
als jene, die nie gedemütigt worden waren.
Diese Reaktion entspricht einem allgemeinen Muster, laut dem frühere
Opfer die Auseinandersetzung mit stressigen Situationen meiden. Eine
andere Frage war, wie die Studenten darauf reagieren würden, wenn ihre
Partybegleitung mit dem besten Freund nach Hause ging. Sowohl Männer als
auch Frauen, die spät in der Pubertät gequält worden waren, entschieden
sich signifikant häufiger dafür, die Party zu verlassen und im Geheimen
Rache zu planen, anstatt sich der Situation zu stellen.
Newman räumt ein, dass diese Ergebnisse nicht eingängig erscheinen
könnten, weil man annimmt, dass ältere Kinder besser mit Schikanen
umgehen können. Frühere Studien an Tieren und Menschen haben gezeigt,
dass ihre Reaktionen auf Schikanen mit fortschreitender Pubertät
ausgeprägter werden. Daher glaubt Newman, dass Kinder, die schon in
früherem Alter gedemütigt werden, besser darauf vorbereitet sind, mit
derartigen Erfahrungen umzugehen und deshalb im Erwachsenenalter weniger
unter den Konsequenzen leiden. Die Forscher aus Texas wollen nun weitere
Experimente durchführen, um zu erheben, wie die Ergebnisse des
Fragebogens mit biologischen Markern von Stress korrelieren, wie die
Mengen des Hormons Cortisol, die mittels Speichelproben gemessen werden
können. Weiters zeigte die aktuelle Studie, dass der Stress in
Zusammenhang mit Demütigungen vermindert ist, wenn die Kinder ein starkes
Netzwerk sozialer Unterstützung haben. (Ende)
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