Droht Gefängnis?

  • Hallo zusammen,

    ich fahre Ende nächster Woche nach Kroatien auf die Insel Pag. Vielleicht finde ich da was Interssantes oder Dekoratives im Meer für mein Becken? Nun habe ich folgende Frage an Euch:

    Darf ich überhaupt was aus dem Meer sammeln (tot oder lebendig)? Und wenn ja, droht mir dann von den kroatischen oder Slowenischen Behörden eine saftige Strafe? Auf welchen Sites kann man sich darüber informieren?

    Natürlich weiß ich, daß das Sammeln geschützter Tier- und Pflanzenarten oder das Sammeln in Naturparks verboten ist. Aber daran kann ich mich leicht halten.

    Meine Sorge ist nur, daß mir sowas wie den Touristen in der Türkei droht, die nur ein paar Steine mitgenommen haben und jetzt im Bunker sitzen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Thomas Peis (28. August 2004 um 18:04)

  • Also wie ich das sehe, dürfte man ohne offizielle Erlaubnis der Ein- und Ausfuhrstaaten generell keine lebenden Tiere oder Pflanzen nach Deutschland bringen. Da frage ich mich, wie habens wohl einige von unseren Forumsmitgliedern geschafft, so viel lebende Mitbringsel (Anemonen, Einsiedler, ...) nach Deutschland zu bringen?! Ich meine: NO RISK NO FUN! :winking_face: :grinning_squinting_face:

    Hier ein noch genauerer Link: http://www.auswaertigesamt.de/www/de/aussenp…rtenschutz_html

  • Zitat

    Original von Thomas Peis
    Also wie ich das sehe, dürfte man ohne offizielle Erlaubnis der Ein- und Ausfuhrstaaten generell keine lebenden Tiere oder Pflanzen nach Deutschland bringen. Da frage ich mich, wie habens wohl einige von unseren Forumsmitgliedern geschafft, so viel lebende Mitbringsel (Anemonen, Einsiedler, ...) nach Deutschland zu bringen?! Ich meine: NO RISK NO FUN! :winking_face: :grinning_squinting_face:

    Hier ein noch genauerer Link: http://www.auswaertigesamt.de/www/de/aussenp…rtenschutz_html


    Der betrifft aber nur Tiere die unter das "Washingtoner Artenschutzübereinkommen" fallen.

  • Hallo Klaus,

    Zitat

    Original von KS
    Der betrifft aber nur Tiere die unter das "Washingtoner Artenschutzübereinkommen" fallen.

    Das sind ja doch schon einige, oder? Vor allem Mollusken / Schnecken sind streng geschützt. Wenn man also einen nicht geschützten Einsiedler einsammelt, der sich eine "geschützte" Muschelschale ausgesucht hat, dann .... :st:

    Davon abgesehen steht auf diesen Seiten z.B. (ich zitiere):

    "Erleichterungen bei den Dokumentenpflichten bestehen für persönliche oder Haushaltsgegenstände, einschließlich des Umzugsgutes. Unter "persönliche oder Haushaltsgegenstände" werden die im Besitz einer Privatperson befindlichen Gegenstände verstanden , die diese in ihrem persönlichen Gepäck mit sich führt. Nicht eingeschlossen sind lebende Tiere oder Pflanzen, Gegenstände, die zu kommerziellen, insbesondere zu Verkaufszwecken mitgebracht werden oder Gegenstände, die für andere, z.B. als Geschenk gedacht sind.

    Für den Transport innerhalb der Gemeinschaft bestehen in der Regel keine Dokumentenpflichten. In Deutschland hat allerdings der Halter oder Besitzer von Exemplaren der besonders geschützten Arten gegenüber der Landesbehörde nachzuweisen, dass die Exemplare legal in die EU eingeführt wurden (in der Regel durch Verweis auf ein EG-Dokument), rechtmäßig in der EU der Natur entnommen, gezüchtet oder künstlich vermehrt wurden."

    Ich hoffe aber mal, ich habe das falsch verstanden und Du hast recht.

    Ich frage mich nur, was soll ich dem Zollbeamten erzählen, wenn er im Kofferraum in einem Behälter - sagen wir mal - 20 lebende Einsiedler findet :confused_face:

  • Zitat

    Original von Thomas Peis
    Ich frage mich nur, was soll ich dem Zollbeamten erzählen, wenn er im Kofferraum in einem Behälter - sagen wir mal - 20 lebende Einsiedler findet :confused_face:

    hi thomas,

    nun, dass du sie fürs aquarium mitnimmst...... :face_with_rolling_eyes:

  • Ja genau, dumme Frage von mir. So werde ich`s machen, wenn ich überhaupt was mitnehme und erwischt werde. Ansonsten hört Ihr ja dann was in den Nachrichten ... :winking_face: :grinning_squinting_face:

  • Zitat

    Original von Thomas Peis
    Vor allem Mollusken / Schnecken sind streng geschützt. Wenn man also einen nicht geschützten Einsiedler einsammelt, der sich eine "geschützte" Muschelschale ausgesucht hat, dann .... :st:


    Welche Schnecken im Mittelmeer fallen denn unter Cites-Pflicht?

  • Das kann ich Dir auch nicht genau sagen, aber wenn Du mal auf folgender Seite unter Weichtiere/Mollusken schaust, dann findest Du jede Menge. Ich habe keine Ahnung welche davon nun im Mittelmeer bei Kroatien vorkommen?

    http://www.s2you.com/wisia/FsetWisia1_dt.html

    Anscheinend kennst Du ja auch keine; sehr beruhigend :smiling_face:

    Was ist denn CITES genau?

  • CITES mal im Groben: :winking_face:

    Viele Tiere und Pflanzen sind in der Natur in ihrem Bestand gefährdet – überall auf der Welt. Nach den Jahren des Raubbaus besann sich der Mensch nach und nach eines besseren und begann gefährdete Arten aus dem Tier und Pflanzenreich unter Schutz zu stellen. Behörden, Vereine, Liebhaber und Händler bemühen sich heute auf der ganzen Welt um die Erhaltung möglichst vieler Arten. Internationale Abkommen wurden geschlossen die für den Schutz sorgen sollen. Das internationale Abkommen das heute den Schutz gefährdeter Arten regelt, wird mit den Buchstaben CITES abgekürzt und bedeutet "The Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“ oder "Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen". Im deutschsprachigen Raum wird CITES auch "Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen" genannt. Es wurde 1973 getroffen und hat das Ziel den internationalen Handel mit bedrohten Arten zu überwachen und zu beschränken. 1976 trat die Bundesrepublik Deutschland diesem Abkommen bei.
    Wie bei viele Abkommen, gibt es auch an diesem Regelwerk Kritik. Machtlos ist so ein Abkommen z.B., wenn Regenwälder massenhaft abgeholzt werden und so nicht nur gefährdete Arten, sondern der gesamte dazugehörige Lebensraum vernichtet wird. In so einem Fall können gutgemeinte Abkommen sogar dazu führen, dass die Wirkung dieser Regeln umgekehrt wird.
    Wie auch immer man CITES gegenüber eingestellt ist, jeder ist daran gebunden und sollte mit den praktischen Auswirkungen vertraut sein.

    Wichtige Regeln und deren Auswirkungen

    Entnahmen aus der Natur:
    Ohne eine schriftliche, behördliche Genehmigung dürfen geschützte Tiere und Pflanzen der Natur nicht entnommen werden.

    Einfuhr geschützter Tiere/Pflanzen:
    Wer solche Tiere aus Ländern außerhalb der EU einführen möchte, braucht dafür mehrere Papiere verschiedener Behörden. Das gilt auch für Tiere, die aus dem Urlaub mitgebracht werden. Niemals sollte man diese Tiere/Pflanzen außerhalb der EU ohne diese Dokumente mitbringen und einfach durch den Zoll schmuggeln.

    Das CITES ist gebührenpflichtig und wenn das Ausfuhrland die Tiere oder Pflanzen auf mehrere CITES verteilt, wird die Gebühr auch mehrfach fällig.
    Der Versand innerhalb der EU (exklusive Schweiz!) benötigt keinerlei Papiere, aber der Versand außerhalb der EU benötigt mindestens einen Vermerk, manche Länder fordern auch hier ein Export CITES.

    CITES unterteilt gefährdete Tieren und Pflanzen in Gruppen die im Anhang des Abkommens erwähnt werden. In der Umsetzung ist bei einer Gruppe ein internationaler Handel unter Kontrolle erlaubt und nur eine reine Exporterlaubnis nötig.
    Arten, die nur in einem Land bedroht oder unter Schutz gestellt sind, werden unter hoheitliche Nutzung geregelt. Internationaler Handel ist dabei erlaubt.
    Pflanzen oder Tiere, die eigentlich nicht gehandelt werden dürfen, aber legal künstlich gezüchtet oder vermehrt wurden, fallen automatisch unter weniger strengen Kontrollen.
    Gleichzeitig betrifft jegliche CITES-Regelung nur den internationalen Handel. Nationaler Handel wird in Europa, zusätzlich zu den Gesetzen der EU, durch die einzelnen Länder geregelt. Bei uns also Bundesnaturschutzgesetz und Bundesartenschutzverordnung etc. Diese können über die internationalen Regelungen hinausgehen.

    In Einzelfällen ist es auch schon zu Kontrollen der Naturschutzbehörden bei Privatleuten gekommen. In so einem Fall ist es also sehr hilfreich, wenn man die Herkunft der fraglichen Tiere nachweisen kann. Wer als Privatmann sicher gehen will, sollte sich besonders beim Kauf von Tieren und Pflanzen die streng geschützt sind, vom Händler eine Rechnung geben lassen auf der der vollständige Artenname, der Händler und das Kaufdatum stehen und diese Belege aufheben. Ein Foto kann dabei helfen, das Tier oder der Pflanze der Rechnung zuzuordnen. Bei Arten, die zusätzlich sehr selten im Handel sind, ist es außerdem ratsam, sich eine Kopie der CITES-Papiere geben bzw. mitschicken zu lassen. Dies ist auch dann sehr hilfreich, wenn man Nachkommen später weiterverkaufen will. Handel, Zucht und Besitz sind also nicht grundsätzlich illegal, solange man nachweisen kann, dass die Tiere oder Pflanzen aus künstlicher Vermehrung stammen bzw. legal eingeführt wurden.
    Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum und selten bewegt sich jemand wirklich anonym durch das Netz. Dies sollte man bedenken, wenn man im Internet handelt, tauscht oder privat kauft.

    Na ja......so ungefähr ist es halt und ändert sich "stündlich" ein bisschen......Amen :grinning_squinting_face: ;).

  • Hallo Torsten,

    boahh ! ... :smiling_face:

    Danke für Deine Mühe. Sehr informativ. Es läuft also alles darauf hinaus, daß man die Art, die man sammelt und importiert, genau kennt. Also werde ich mich mal nach einem Bestimmungsbuch umsehen, in dem der Grad der "Geschütztheit" der einzelnen Arten beschrieben wird.

    Kennt jemand ein gutes Buch der Mittelmeerflora und -fauna, das diesem Zweck dienen könnte?

  • Ich leg daher meinen Sommerurlaub naechstes Jahr nach Spanien oder Italien - da gibts keine gescheiten Grenzkontrollen zwischen den Laendern :smiling_face:

    Gruß

    Roger

  • Hi Roger,

    ... und vor allem sind alle diese Länder in der EU, was die Transporterlaubnis vergünstigt :grinning_squinting_face:

  • hallo Thomas,

    markus hatte kürzlich schon mal nach literatur gefragt - wenn Du es genau wissen willst, ist sicher der Riedl am ehesten brauchbar und empfehlenswert.
    da hast Du ja auch im urlaub gelegenheit Dich nach einer elysia umzusehen!

    einen schönen gruß,

    patrick

  • Hallo Patrick,

    das ist eine gute Idee. Jetzt, da Du Elysia erwähnst, fällt mir ein, daß es auch in der kroatischen Adria Caulerpa-Plagen gibt. Da gibt es bestimmt solche Schnecken oder andere "Schädlinge". Guter Tipp! Danke :grinning_squinting_face:

  • Hallo Thomas,

    bist wohl schon unterwegs. Wenn Du dies aber trotzdem noch liest:
    War vom 21.-28.8. auch auf Pag. (in einem Appartement etwas außerhalb von Pag(Stadt)).
    Wenn man nicht gerade an den Stränden unmittelbar in der Nähe der Stadt ins Wasser geht sonder ein Stück außerhalb (mit dem Auto), dann gibt es viele herrliche Buchten mit glasklarem Wasser und vielen Tieren. Toll zum schnorcheln. Und wenn Du mal die größeren Steine in den Buchten umdrehst, dann kannst Du auch noch jede Menge Tiere entdecken. (Asterina gibbosum, Käferschnecken, Seescheiden, Schwämme, Schlangenseesterne, Nacktschnecken....)
    Hab mir Pferdeaktinien, Wachsrosen, Schnecken, Einsiedler, Asterina gibbosum (Seesterne), Palemon elegans (Mittelmeer-Felsgarnelen) mitgenommen.
    Es gibt aber auch weitere zahlreiche herrliche Buchten auf der ganzen Insel. Sind mal mit dem Auto ganz in den Norden gefahren (nach Lun und Tovarnele) und dabei einfach mal rechts in einen Seitenweg gefahren. War zwar nur Schotterweg und irgendwann war Schluß mit Autofahren und dann noch ein kleines Stück zu Fuß und dann waren wir an einem tollen Fjord. Beim Schnorcheln dann unter anderem tolle rote Seescheiden gesehen.

    Wünsch Dir einen guten Aufenthalt

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus!

    Ich bin schon wieder da. Das Schnorcheln war richtig interessant. Es stimmt, wenn man die Steine umdreht, dann kann vieles entdecken (und die vielen Lippfische suchen auch sofort nach den Borstenwürmern :D) An Deinem Fjord war ich auch einmal; war nicht schlecht. Doch Lun und Simuni sind super! Ich würde das nächste mal nach Simuni fahren (da gibts wunderschöne türkisfarbene Buchten, ein artenreiches Meer und einen schönen Hafen!). Allerdings wäre auch ein Jeep nicht schlecht gewesen. Ich bin mir manchmal vorgekommen wie auf einer Wüsten-Gebirgs-Safari .... :winking_face_with_tongue:

    Ich habe übrigens nicht sehr viel mitgenommen: nur "Lebend"-Sand und Steine für ein kleines Nebenbecken; außerdem Seegras. An den Grenzen gab`s keine Probleme.

    Also kein Gefängnis :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :smiling_face: :grinning_squinting_face:

  • Hallo Thomas,

    das war aber irgendwie ein Kurztripp :confused_face:
    In Simuni waren wir auch mal kurz schnorcheln (als wir nach Lun fuhren).
    Eigentlich hat jede Bucht eine eigene Fauna und überall sieht man irgendwie was anderes....
    In Lun/Tovarnele haben wir dann nur noch den Sonnenuntergagn beobachtet.
    Nach meiner Beobachtung sind die Lippfische am heißesten auf die Schlangensterne.

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo Markus,

    Kurztripp? Ne... Ich war jetzt eine Woche auf Pag in Kroatien. Länger kann ich mir zeitlich momentan nicht leisten :loudly_crying_face:

    Gewohnt habe ich in Povljana. Aber Schnorcheln und Baden war ich fast immer in der Nähe von Simuni. Die Unterwasserwelt ist da für Adriatische Verhältnisse sehr schön und artenreich. Leider war das Wasser ab dem 3. Tag saukalt (Strömungsveränderung??) und ich hab`mich ganz schön erkältet. Länger als eine halbe bis dreiviertel Stunde hat man`s einfach nicht ausgehalten.
    Lun ist auch super, aber sehr weit (1 Stunde Fahrt!!!!).

    Die Lippfische habe ich nie Schlangensterne fressen sehen, aber massenweise Borsenwürmer. Einmal hatte ich durch das Umdrehen eines Steines einen ca. 30 cm langen und etwa 1 cm breiten, roten Borstenwurm freigelegt ... da hättest Du mal sehen sollen, wie die etwa gleichgroßen oder sogar kleineren Lippfische (Art ist mir leider unbekannt; hatten aber farbige Längsstreifen) den Wurm in wenigen Sekunden zerstückelten und runterwürgten ... einfach krass.

    Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich die Beobachtungen sein können. Oder: Andere Bucht, andere Verhaltensweisen :confused_face:

    Jedenfalls war es ein schöner Urlaub :]

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