Pressermeldung: Oktopusse haben einen Lieblingsarm

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    Oktopusse haben einen Lieblingsarm
    Präferenz für Vorderglieder trotz gleicher Funktionalität

    Oaxaca (pte, 15. Juni 2004 16:28) - Zoologen haben entdeckt, dass
    Oktopusse einen Lieblingsarm haben. Zum ersten Mal wurde bei den
    Kopffüßern eine Vorliebe bei der Wahl der Extremität für eine bestimmte
    Tätigkeit nachgewiesen. Die Tiere benutzen das zuverlässige Anhängsel
    erster Wahl bei der Erkundung eines neuen Schlupfwinkels oder Verstecks,
    erklärte Ruth Byrne von der Universität Wien bei dem jährlichen Treffen
    der Gesellschaft für das Verhalten von Tieren in Oaxaca, Mexiko. Das
    berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

    Von der Funktionalität her sind alle Arme des Oktopus gleich geschaffen.
    "Alle acht Arme sind fähig, die gleichen Aufgaben auszuführen", sagte
    Byrne bei dem Treffen. "Es gibt kaum eine Spezialisierung." Deshalb haben
    Experten bislang angenommen, die Tiere würden jeweils den bequemsten Arm
    benutzen. Ihre bevorzugte Jagdstrategie ist, dass sie auf einen Felsen
    springen und alle ihre Arme darunter schlingen, wobei sie alles erfassen,
    was sie finden.

    Doch als die Forscher ungewohnte Objekte im Wasserbecken platzierten,
    oder die Tiere mit anders geformten Höhlen konfrontierten, tendierte
    jeder Oktopus dazu, seinen Lieblingsarm bei seiner Untersuchung zu
    verwenden. Die Seepolypen tendierten dazu, beliebige Kombinationen von
    einem, zwei, oder drei Armen bei der Erkundung der Objekte einzusetzen,
    und zwar in einer bestimmten Reihenfolge. In einer Studie mit acht
    Oktopussen, haben die Forscher nur 49 verschiedene Kombinationen von
    einer, zwei oder drei Extremitäten beobachtet, obwohl 448 möglich wären.

    Der Lieblingsarm ist meistens auf der Vorderseite des Tiers, fand das
    Forscherteam heraus. Die hinteren Glieder vom Oktopus tragen oft die
    Bürde der Fortbewegung, in analoger Weise zu Beinen. Aber wozu diese
    Vorliebe, wenn doch alle Glieder gleich geschickt sind? Die Antwort
    darauf könnte sein, spekuliert Byrne, dass die meisten Oktopusse ein
    bevorzugtes Auge haben, das ihrem Lieblinsarm Tätigkeiten diktiert.

    Beobachtungen von Oktopussen in einem Wasserbecken haben gezeigt, dass
    die Tiere generell nur mit einem Auge in die Welt starren. 92 Prozent
    haben eine Vorliebe für eines ihrer beiden Augen. "Es liegt eine starke
    laterale Vorliebe vor", sagte Byrne. Sie glaubt, dass diese Vorliebe auf
    ein Vorderglied übertragen wird, das dem Lieblingsauge am nächsten ist,
    was die "Händigkeit " der Kreaturen zur Folge hat. Im Gegensatz zu
    Menschen, die zur Rechtshändigkeit neigen, ist diese Händigkeit 50 zu 50
    aufgeteilt. (Ende)

    MfG, Frank


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