wieder mal eine Pressemitteilung (ohne Kommentar):
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Korallenriff: Einblick in 23.000-jährige Ozeangeschichte
Weiterer ökologischer Stress wäre tödlich
Port Vila (pte, 8. Juni 2004 10:05) - Ein französisch-amerikanisches
Forscherteam hat die längste ununterbrochene Lebens- und
Wachstumsgeschichte eines Korallenriffes in Vanuatu untersucht: Insgesamt
konnten die Forscher die Veränderungen des Riffs während der vergangenen
23.000 Jahre genau nachvollziehen. Ein weiterer Anstieg des
Meeresspiegels wäre für die Korallenriffe nach Ansicht der Experten
jedenfalls tödlich, berichtet das Magazin Pacific Islands
http://www.paciuficislands.cc in seiner jüngsten Ausgabe.
Das Forscherteam von der französischen Universität in Neukaledonien und
den US-Universitäten von Minnesota, Texas und Arizona hatte das Riff vor
der Insel Urelapa in Vanuatu untersucht. Insgesamt konnten sie das
Riffwachstum der vergangenen 17.000 Jahre genau nachvollziehen. Die
Untersuchungen geben damit Aufschluss über die Entwicklung des Klimas
seit der Schmelze der großen Gletscher. Die ältesten bisher ausgewerteten
Daten einer Riffökologie stammten aus Französisch Polynesien und gaben
die vergangenen 14.000 Jahre wieder. Die Forscher sind besonders
wissbegierig auf die Daten, da die Auswirkungen der Klimaänderungen auf
die fragilen Ökosysteme der Korallenriffe bisher zu wenig genau erforscht
waren.
Riffe reagieren auf kleine Veränderungen der Temperaturen, des
Salzgehaltes des Wassers, den Nährstoffmengen, dem Lichteinfall sowie den
Bewegungen des Meeres, aber auch auf Faktoren wie dem Untergrund, auf dem
die Korallen wachsen. Nach den ersten Analysen der Bohrkerne sind
Korallen äußerst widerstands- und anpassungsfähig, allerdings scheint
dies auch seine Grenzen zu haben, wie die Forscher feststellen konnten.
In den vergangenen 20.000 Jahren sind die Meeresspiegel um 120 bis 130
Meter gestiegen. Allein am Urelapa-Riff konnte das kontinuierliche
Wachstum des Riffes von vor 23.000 bis vor rund 11.000 Jahren
nachvollzogen werden. Danach folgte ein langsames Wachstum, das etwa bis
vor 6.000 Jahren dauerte. Am stärksten war dann das Riffwachstum in
Tiefen zwischen zehn und 20 Metern. Die Korallen veränderten damals
offensichtlich ihren Zyklus und ihre Wachstumsrichtung.
Wenn nun die atmosphärische Aufheizung ein so starkes Ansteigen des
Meersspiegels verursacht, wie das heute von zahlreichen Experten vermutet
wird, werden viele der Riffe auch bei Ebbe nicht mehr aus dem Wasser
ragen. Das bedeute, so das Modell der Forscher, dass sich das gesamte
Ökosystem inklusive der riffbewohnenden Fische und Weichtiere verändern
werde. Zusätzlich würden menschliche Siedlungen auch nicht mehr vor der
Brandung des offenen Meeres geschützt werden, meinen die Forscher. Ein
weiterer ökologischer Stress würde also zahlreiche massive Schäden an den
schützenden Riffen verursachen. (Ende)
Aussender: pressetext.austria
