Mehr Schutz für Kaltwasserkorallen-Riffe

  • wie immer, eine unkommentierte Pressemitteilung:

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    Mehr Schutz für Kaltwasserkorallen-Riffe
    Greenpeace fordert Verbot für Grundschleppnetz-Fischerei

    Wien/London (pte, 4. Juni 2004 15:04) - Die
    Kaltwasserkorallen-Riffe brauchen besonderen Schutz. Das fordern
    Umweltgruppen wie Greenpeace http://www.greenpeace.at zum 5. Juni, dem
    Weltumwelttag. Die Umweltorganisation will vor allem ein Ende der
    Grundschleppnetz-Fischerei erwirken. Vor dem Hintergrund des Schutzes der
    Kaltwasserkorallenbänke stehen die jüngsten Entdeckungen des deutschen
    Forschers Andre Freiwald: demnach sind die Korallen bis zu 800 Jahre alt
    und in kälteren und tieferen Gewässern heimisch als bisher angenommen.

    Freiwalds Entdeckungen basieren auf zahlreichen Untersuchungen von
    Grönland bis zu den sub-antarktischen Gewässern. Das Team des Forschers
    von der Universität Nürnberg- Erlangen hatte außerdem in den
    Tiefseeregionen zahlreiche unbekannte Korallenarten gefunden. Darüber
    hinaus stießen die Wissenschaftler auf Organismen wie etwa Schnecken und
    Muscheln, die von Experten als bereits seit zwei Mio. Jahren ausgestorben
    galten. "Es waren wirkliche Überraschungen, die sich uns boten", so
    Freiwald. Der Forscher zeigte sich überzeugt, dass es weitere
    Überraschungen für die Wissenschaft geben werde.

    Dass die Tiefsee in den kalten Gewässern um die Pole auch für die
    kommerzielle Fischerei von Bedeutung ist, stellt für die fragilen
    Ökosysteme eine ernst zunehmende Gefahr dar. UNEP-Generaldirektor Klaus
    Töpfer http://www.unep.org warnt vor dem Overkill der Korallenbänke.
    "Nicht nur in den Tropen, sondern auch in den Kaltwasserzonen sind
    Korallenbänke und Riffe besonders durch rücksichtloses Ausbeuten
    gefährdet". Die Kaltwasserspezies wachsen darüber hinaus wesentlich
    langsamer als ihre Artverwandten in den Tropen und Subtropen. "Wie
    dringlich die Situation der Weltmeere ist, wird an der Zerstörung der
    Tiefsee deutlich", argumentiert Greenpeace. Die Umweltschützer fordern
    ein sofortiges Verbot für den Einsatz von Grundschleppnetzen in der
    Hochseefischerei: "Tiefsee-Fischerei ist mit dem Kahlschlag eines
    Urwaldes gleichzusetzen. Ein Grundschleppnetz zerstört alles, was ihm in
    den Weg kommt", erklärt Antje Helms, Greenpeace-Meeresbiologin. Da
    zahlreiche Fischbestände vor dem Zusammenbruch stehen, durchkämmen die
    Hightech-Fangflotten nun die Tiefen der Weltmeere.

    Die riesigen Fanggeschirre, so genannte Grundschleppnetze und Baumkurren,
    vernichten aber nicht nur sensible Fischbestände, sondern sie zerstören
    auch den Boden: Tonnenschwere Eisenrollen und Scherbretter werden über
    den Meeresboden gezogen, dazwischen hängen Eisenketten, durch die am
    Boden lebende Fische aufgescheucht und ins Fangnetz getrieben werden.
    Jedes Scherbrett wiegt bis zu zehn Tonnen und vernichtet alles auf seinem
    Weg (Foto). Greenpeace kritisiert dabei auch den Umstand, dass die
    riesigen Schleppnetze bis zu 600 Tonnen Fisch sowie riesige Mengen an
    Beifang liefern. Mittlerweile machen die Beifänge ein Vielfaches der
    tatsächlichen Netzfüllung aus. So werden beispielsweise pro Kilo Seezunge
    zehn Kilo Beifang mitgefischt.

    Für den Schutz der Tiefsee hatten sich erst vor kurzem bei der Konferenz
    über Biologische Vielfalt (CBD) mehr als 1.000 Meeresforscher aus 69
    Ländern ausgesprochen. pte berichtete
    http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040216034

    Weitere Informationen: http://www.mcbi.org und http://www.oceana.org
    (Ende)

    Aussender: pressetext.austria

    MfG, Frank


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