Pressenews: Immer mehr Krankheiten im Meer

  • und schon wieder eine Pressemitteilung:

    Immer mehr Krankheiten im Meer
    Herpes bei Schildkröten, Stress bei Austern

    Ithaca (pte, 14. April 2004 08:25) - Eine Langzeitstudie der Cornell
    University http://www.cornell.edu und des National Center for Ecological
    Analysis and Synthesis (NCEAS) http://www.nceas.ucsb.edu/ belegt die
    Zunahme von Krankheiten bei den meisten Arten von Meeresorganismen. Die
    Studie zeigt, dass vermehrt Krankheiten bei Meeresbewohnern wie
    Säugetieren, Weichtieren und Seeigeln, jedoch nicht Fischen, auftreten.
    Grund hierfür ist jedoch nicht die Abnahme der Krankheiten bei Fischen,
    sondern die Abnahme der Fischbestände selbst. Zurückzuführen ist dies auf
    Überfischung der Meere und andere Faktoren.

    Die Studie deckt zum Beispiel auf, dass Meeresschildkröten immer häufiger
    an Tumoren leiden, die von einem Herpesvirus ausgelöst wurden.
    Weichtiere, wie zum Beispiel gezüchtete Austern, weisen immer häufiger
    Stresssymptome aus, die durch Klimaveränderung und Aquakultur-Praktiken
    hervorgerufen werden können. Einzig Seegras und Haie zeigen keinen
    Anstieg von Krankheiten. Auch unter ihnen gibt es zwar Krankheiten, sie
    scheinen jedoch nicht im Steigen zu sein.

    Die Ergebnisse der Studie werden im Magazin Public Library of Science
    Biology http://www.plosbiology.org veröffentlicht. Jessica Ward,
    Doktoratsstudentin der Cornell University und Hauptautorin der Studie,
    stellt zu den rückläufigen Fischbeständen folgenden Vergleich an: "Ohne
    Zweifel gibt es immer weniger Fälle von Lungenentzündung bei Veteranen
    des zweiten Weltkrieges, das heißt jedoch nicht, dass die Veteranen
    gesünder werden. Sie werden einfach weniger, und genauso ist es auch mit
    Fischbeständen." Tatsächlich gibt es unter einigen Fischspezies nur noch
    so wenige Exemplare, dass keine Untersuchungen über einen Anstieg der
    Krankheiten mehr möglich sind.

    C. Drew Harvell, Cornell-Professor für Ökologie und Evolutionsbiologie,
    bemerkt, dass dies die erste quantitative Studie ist, die zum Ergebnis
    kommt, dass Krankheiten in Ozeanen im Steigen sind. Schwierig war es vor
    allem, frühere Daten mit Vergleichszahlen zu finden. Es wurde auf
    Literatur zurückgegriffen, und gezählt, wie oft Krankheiten bei
    Meerestieren früher schon aufgetreten waren. Eine Gegenprobe wurde
    gleichzeitig mit der Verbreitung von Waschbären-Tollwut, einer am Land
    sehr häufigen Krankheit unter Tieren, gemacht, und verglichen, wie viele
    Fälle von Waschbär-Tollwut es in der Literatur gibt und wie diese Zahlen
    in der Realität heute aussehen. Da die Zahlen übereinstimmten, kann man
    also auf frühere Literaturangaben zugreifen. (Ende)

    MfG, Frank


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