Pressemeldung:
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Ausgesetzte Aquarientiere als schlimmste Bioinvasoren
Experten warnen vor globalem Handel mit Lebewesen
Washington (pte, 13. April 2004 15:25) - Anders als bisher angenommen
sind nicht Organismen aus Ballastwassertanks die größten Gefahren für die
amerikanischen Gewässer, sondern der Menschen, der sich Pflanzen und
Tiere in seinem Heimaquarium oder Gartenteich hält. Zu diesem Schluss
kommt ein Forscherteam im Fachmagazin "Frontiers in Ecology and the
Environment", berichtet die Ecological Society of America
http://www.esa.org im Wissenschaftsmagazin Sciencedaily
http://www.sciencedaily.com .
Wasserhyanzithen sind populäre Zierpflanzen in stehenden Gewässern. Die
Pflanzen, die einst im Amazonas heimisch waren, wurden 1884 das erste Mal
in Florida als Zierpflanzen eingeführt. In den 50-er Jahren des darauf
folgenden Jahrhunderts waren die Pflanzen eine Pest in allen Kanälen und
Binnenwasserwegen des US-Bundesstaates. Die Vernichtung der Hyazinthen
kostete Millionen von Dollar. In der Zwischenzeit gibt es die Pflanzen
auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis. Am Beispiel dieser
Pflanze lässt sich das Ausmaß ökologischer Katastrophen aufzeigen. Die
Forscher sehen in der weitgehend gesetzlich unregulierten Industrie die
größte Gefahr für die Gewässerökologie.
Die größten Gefahren drohen nach Meinung der Forscher aber durch die
große Zunahme an lebenden Korallen, tropischen Fischen und bewachsenen
Steinen. Diese stellen für fremde Territorien immense Risiken dar, so
Dianna Padilla von der Stony Brook University http://www.sunysb.edu und
Susan Williams vom Bodega Marine Laboratory an der University of
California in Davis http://www-bml.ucdavis.edu . Während in
Ballastwassertanks alle verschiedenen Arten von Organismen transportiert
werden, sind es im Aquarienbereich nur erwachsene, fortpflanzungsfähige
Tiere, von denen nur die kräftigsten die langen Transporte überleben.
Diese Spezies stellen auch zugleich die größte Bedrohung für heimische
Arten dar. Ein ganzes Drittel der von der International Union for the
Conservation of Nature (IUCN) http://www.iucn.org gelisteten 100 im
Wasser lebenden gefährlichsten Bioinvasoren stammt aus Aquarien oder
offenen Schaubecken. Die beiden Expertinnen fordern daher eine Kontrolle
über die Einfuhr von Zierfischen. Gefördert werden sollten weniger stark
invasive Arten. Darüber hinaus sollen Vorsichtsmaßnahmen bereits vorher
diskutiert werden. Damit könnte ein "Worst Case Scenario" bereits vorab
erstellt werden.
(Ende)
