Leoparden-Drücker erblindet ??

  • Hallo zusammen
    Seit ca. 3/4 Jahr pflege ich einen Leoparden-Drücker. Bis letzte Woche entwickelte es sich prächtig (wuchs erschreckend schnell). Nun frisst es plötzlich nicht mehr. Äußerlich kann ich keine Veränderung erkennen (außer dem langsamen Einfallen des Bauches). Jedoch scheint er nahezu blind zu sein. Beim Schwimmen erkennt er offensichtlich keine Hindernisse mehr und stößt dauernd an.
    Kennt jemand einen Behandlungstyp?
    Für sachdienliche Infos danke ich schon mal im Voraus.
    Gruß Peter


    http://www.pschmili.de/teichcam5.html

  • Hallo Peter,

    meiner Schwester ist das gleiche vor nem halben Jahr mit einem Palettendoc passiert. Schwamm planlos durchs Becken, hat nichts mehr gefressen und ist überall angestossen. Ist auch erblindet und daran gestorben. Ich hab damals den Salzgehalt gemessen und festgestellt das er deutlich zu hoch war (1,032). Ob es daran gelegen hat weiss ich aber nicht.

  • Ich hatte ähnliche Symtome nach einer ungekannten Vergifftung (??) bei der übernacht in einem Becken die meisten Fische starbe, Überlebende (Z.flavescens und ein Riffbarsch) waren auch offensichtlich Blind. Da sie auch gegen Gegenstände schwammen ging ich davon aus das auch das Seitenlinine Organ betroffen war bzw, das eine Schädigung des Gehirns eingetreten war.

    Keines der Tiere hat es lanmge überlebt. Vitamine etc zeigten keine Wirkung. Heute würde ich solche Tiere von ihrem Leiden erlösen und ihnen den schleichenden Hungertod ersparen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo,

    bei mir hatte ein Amphiprion ocellaris auch diese Erscheinung.

    Er ist den ganzen Tag gegen die Strömung an der Oberflache entlang geschwommen. Ist dabei auch an Steinen und Pumpen angeschwommen und hat nichts gefressen. Er ist nach kurzer Zeit verstorben. Ich konnte keine Gründe für seine Erkrankung feststellen.

    mfg Stefan

  • Hallo

    Diese Symptomatik hört sich wie ein Nierewnversagen mit daraus resultierender Vergiftung an.

    Ich könnte mir vorstellen das ein Süßwasserbad und hinterher eine geringere Dichte die Nierenfunktion wieder ankurbeln könnte.

  • Hallo Peter,


    Ich kenne solche Fäle nur von langen transportstrecken der Tiere aus den Ursprungsländern und unzureichender Zwischenhälterung. So vergiften sich die Tiere im Transportbeutel selbst mit Ammoniak/Ammonium und erblinden öfters. Ich geh allerdings nicht davon aus daß dies in einem Aquarium passieren kann. Zudem ist ein Leopardendrücker eigentlich sehr robust, und ein guter Fresser.

    Dennoch würde mich eine Beckenbeschreibung mal Interessieren.
    Ist es ein reines Fischbecken? Wie groß ist das Becken? Was bekommt das Tier zu fressen? Wie hoch ist der Nitratgehalt? verwendest du Ozon? Ein Bild wäre auch hilfreich, wenn du magst auch per Mail.


    Gruß Thilo

  • Zitat

    Original von Harald Mülder
    Hallo

    Diese Symptomatik hört sich wie ein Nierewnversagen mit daraus resultierender Vergiftung an.

    Ich könnte mir vorstellen das ein Süßwasserbad und hinterher eine geringere Dichte die Nierenfunktion wieder ankurbeln könnte.

    Hallo haral,

    für die Sympthome kann ich nicht sprechen, klingt aber logisch, du bist der Doc :winking_face:

    Das Süßwasserbad würde ich aber nicht unbedingt machen. Hast du schon Erfahrung damit? Würdemich mal Interessieren.
    Wir haben bei einem befreundeten Händler sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit dem Süßwasserbad von Leopardendrückern.

    Eine Dichteabsenkung bis auf 1.015 ist aber ohne weiteres möglich, vorausgesetzt der Restbesatz verträgt das.


    Gruß Thilo

  • Hallo Thilo,
    Ja, bisher war er ein guter Fresser. Bisher fraß er was ich ihm gab: Frostfutter (Mysis, Muschel-, Krabenfleisch) genauso wie Trockenfutter (Flocken und Granulat)
    Meine Anlage besteht aus einen Riff-AQ (500 l) und einem Becken (500 l) mit lebenden Steinen und Ablegern die in Reihe mit einem "Technik-Becken" (200 l) geschaltet sind.
    NO3 ca. 10mg, Ozon verwende ich nicht.
    Alle anderen Tiere zeigen keine Auffälligkeiten.

    Bezüglich Dichteabsenkung: macht es Sinn den Drücken separat in ein Becken mit niederer Dichte zu setzen? Wie lange?
    Schon mal danke, auch allen Anderen
    Gruß Peter

  • HAllo Thilo
    Meines erachtens ist ein korrekt ausgeführtes Süßwasserbad, wie es hier schon einigemale beschrieben wurde, auch für einen Leopard Drücker gut verträglich.
    Wirklich wichtig ist der exakte PH Wertausgleich sowie die Temperaturanpassung.
    Auch sollte die Zeit nicht überschritten werden, 10 Min sind erstmal ausreichend.

    Diese Therapie basiert auf die Osmoregulation. Dünnwandige Parasiten wie Kiemwürmer, uronema,Turbellarien, usw, können dem Wasserdruck nicht standhalten und es kommt zum zerreissen der Zellwände.

    Die empfindlichsten Zellen beim Fisch sind die Kiemen und auch Darmzellen die dem Wasser als erstes ausgesetzt sind, desweiteren kommt es zu einer Verdünnung des Blutes und somit zum Anstieg des Onkotischen Drucks in den Blutzellen und im weiteren Verlauf zu einer Schädigung der roten Blutzellen, die aber beim Fisch resistenter sind als bei Säugern, sie haben auch noch einen Zellkern..
    Diese Wasseraufnahme der Blutflüssigkeit führt zu einer Anregung ,aktiv und passiv, der Niere.

    Dies wäre mit einer Tropfinfusion beim Säuger vergleichbar.

  • Hallo Harald,

    Danke für die fachmännische Ausführung, ich werd beim nächsten Bad mal peinlichst genau darauf achten.


    Gruß Thilo

    2 Mal editiert, zuletzt von Esther&Thilo (27. März 2004 um 22:24)

  • Zitat

    Original von Harald Mülder
    Diese Wasseraufnahme der Blutflüssigkeit führt zu einer Anregung ,aktiv und passiv, der Niere.
    Dies wäre mit einer Tropfinfusion beim Säuger vergleichbar.


    Das bringt dann aber nur etwas, wenn es ein prärenales Nierenversagen ist, oder?

    Gruß,

    Michael

  • Hmm. Könnte vllt. auch von schlechtem Alkohol kommen, der Methanol enthält (Wodka-Methode) :winking_face: Sorry, nicht erst gemeint.

    Gruß Alex

  • Hallo Michael
    Du meinst die Schockniere oder Nierenversagen durch Mangelvolumen.

    Aber ich denke eher an ein Nierenversagen im Bereich der Glomeruli und Henleschen schleife.
    Wenn es dort unter Umständen zu auskristalisierungen von Salzen kommt kann man versuchen diese durch eine hyperfusionstherapie freizuspülen.

  • o.K. Mir ist klar, was Du meinst.

    Drei weitere Fragen:

    1. Du bist ziemlich zielstrebig auf die Verdachtsdiagnose Nierenversagen und Urämie gekommen. Passiert das häufiger bei Fischen?

    2. Was könnte im genannten Fall die Ursache sein?

    3. Wird in der Veterinärmedizin auch mit Diuretika therapiert?

    Gruß,

    Michael

  • HAllo Michael

    Ich denke es ist von der Symptomatik her die Plausibelste Erklärung. Natürlich gibt es auch Parasiten die in der Niere sitzen und solche Symptome verursachen können aber du weisst ja selbst dann müssen weitergehende Untersuchungen gemacht werden und da sind einem die Hände beim Fisch ganz schön gebunden.

    DieUrsache kann eine Mineralische oder organische Ausfällung in den Harnabführenden Wegen sein oder auch eine Nephritis/Nephrose, Nierentrombosen usw.
    Ich denke am ehesten an eine Verlegung der Harnableitenden Tubuli.

    Die Symptomatik geht sehr häufig mit Blindheit einher, abr aus der Ferne gestellt und ohne Sektion kann es natürlich nur eine V.D. sein
    Wie ist das beim Menschen?

    In der Veterinärmedizin wird häufig Furosamid verwendet aber auch diverse Infusionen.

  • Hallo Harald!

    Danke für die Infos, ist für mich sehr interessant.

    Urämie äußert sich beim Menschen meist zuerst durch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, dazu Müdigkeit und Sehstörungen (bis hin zur Erblindung), im weiteren Verlauf Verwirrtheit, weiter abnehmende Vigilanz bis zum Koma, zerebrale Krämpfe, Areflexie, Lungenödem, Herzinsuffizienz, Anämie.

    All diese Symptome sind natürlich auch von der Geschwindigkeit, mit der sich die Urämie ausbildet, abhängig. Beim akuten (erstmaligen) Nierenversagen wird die Anämie natürlich kein Symptom sein, bei chronischer Niereninsuffizienz im Übergang zur terminalen Insuffizienz wird sich die Urämie langsamer ausbilden (wenn nicht rechtzeitig mit der Dialyse begonnen wird) und man kann dann einiges an Symptomen sehen und riechen (Patienten verströmen einen typischen Geruch).

    Gruß,

    Michael

  • Hallo zusammen
    Habe am Sonntag ein 10 minütiges Süßwasserbad (gleiche Temperatur, gleiche pH wie AQ) durchgeführt. Der Drücker hat es gut überstanden, jedoch scheint er nach wie vor wenig zu sehen ( schwimmt nur selten) und verweigert jegliche Nahrung.
    Sollte ich das Süßwasserbad wiederholen? wie oft? welche Abstände?
    Freundliche Grüße
    Peter

  • Hallo Peter,

    das stimmt mich optimistisch dein Badeerfolg. Dein Erfolg bei der Heilung sieht eher nicht so gut aus. Ich würde ihn vorerst auf keinen fall mehr Baden, wenn ein Fisch, noch dazu ein Drücker, mal nicht mehr frißt siehts definitiv nicht sehr Hoffnungsvoll aus, das würde ihn nur noch merh stressen und schwächen.
    versuche ihn zu Füttern, das ist das enzgiste was ich momentan machen würde. Ansonsten gönn ihm absolut Ruhe.

    Gruß Thilo

  • Zitat

    Original von Harald Mülder
    ... desweiteren kommt es zu einer Verdünnung des Blutes und somit zum Anstieg des Onkotischen Drucks in den Blutzellen ...

    Frage am Rande... heist das wirklich Onkotischer Druck, oder meinst du osmotischen Druck ?

    Wenn onkotisch... kannst Du mir bitte die Bedeutung dieses Drucks kurz erklären..

    thx 4 info
    mike

    Who the f*** is General Failure, and why is he reading my harddisk ??

  • An alle Interssierten
    Der Leoparden Drücker hat sich wieder erholt.
    Er frisst wieder und sieht täglich besser (er verfehlt das Frostfutter nur noch selten).
    Ob die Heilung durch das Süßwasserbad erfolgte kann ich natürlich nicht sagen.
    Geschadet hat es offensichtlich nicht.
    Nochmal danke an alle "Info-Geber".
    Gruß Peter

  • Hallo Peter!

    Du glaubst nicht wie gern ich sowas Lese! herzlichen Glückwunsch kann ich da nur sagen. :]

    Allzeit weiterhin so ein salzigen Daumen!


    Gruß Thilo

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