Panulirus versicolor - blaue Schmuck Languste

  • Hallo Zusammen,

    Die blaue Schmucklanguste ist ja ansich ein sehr schönes Tier, bislang aber nicht so oft in herkömmlichen Aquarien zu finden. Ofmals wird ihr nachgesagt sie würde sich an Korallen und auch Fischen vergreifen, also sehr räuberisch leben.

    Doch wie sehen die neueren Erfahrungen mit den Tieren aus?

    Immer mal wieder taucht hier im Forum ihr Name auf, und auch im Handel beobachte ich Sie gerade in letzter Zeit doch öfters.

    Wo gehn die Tiere denn alle hin? :grinning_squinting_face:

    ich persönlich pflege eine Exemplar schon seit längere Zeit, und kann bislang nur positiv berichten. Sie ist ein schönes Tier, frißt gut, ist Allgemein gut verträglich, lässt Fische unbehelligt, und hat sich schon mehrfach gehäutet.

    Sie kann aber dennoch recht Aggresiv werden, das habe ich beobchten können als ein Drücker ihr an den Fühler wollte. Dacht ich müsste Sie wieder Umsetzen, doch dem war nicht so, sie Griff den Drücker Frontal an, und seither ist Ruhe. Sie hat ihren Platz und um den machen alle Fische einen großen Bogen. Die Natur scheint hier also Vorzusorgen. So zumindest in dem Fall.

    Wer hat selbst schon Erfahrung damit, und pflegt eine oder auch zwei? Mich würde Einfach mal alles zu diesem Thema Interessieren. Alle Meinungen, Erfahrungen, Literaturtipps etc.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hi Thilo
    Komische Kombination, Drücker mit Krebsartigen zuvergesellschaften. :winking_face_with_tongue:
    Torsten pflegt eine und ich denke wenn er endlich mal aufwacht :face_with_tongue: wird er dir auch was dazu schreiben.
    Gruß Frank

  • Hallo Thilo!

    Ich habe auch schon Gefallen an dem Tier gefunden, aber aufgrund des Drückers Abstand vor einem Kauf genommen.
    Ich glaube nicht, dass ein nachträgliches Einsetzen zu einem Leo oder ähnlichem möglich ist (außer zu Futterzwecken).

    Servus,
    Peter

  • ...

    wir pflegten mal eine im aquarienverein.

    wurde vom fingerlangen tier im laufe der jahre zum unterarmgroßen
    monster.

    lebte zusammen mit einem rotfeuerfisch.

    das becken war mit einigen lederkorallen bestückt.


    z.z.haben wir eine rote im wohnzimmerunterbecken.

    lebt da zwischen dem gedöns, was dort so drin ist und fuchtelt wild mit den fühlern in der luft herum, wenns was zu futtern gibt.

    da langusten allesfresser sind, sind fische m.e. nicht unbedingt sicher mit ihnen zusammen.

  • Hi Frank,

    Nur um eins Vorwegzunehmen, du hast recht :grinning_squinting_face:

    Aber.. (ja das aber :winking_face: )

    Die Languste ist recht groß Mittlerweile, ist wie gesagt sehr Wehrhaft, der Drücker klein (ca. 15cm), und wurde von Anfang an (ca. 4cm) gut mit Krebsartigen gefüttert, so daß er das wohl sein lässt sich an lebenden zu vergreifen. :winking_face:

    ich halte immer die eingesetzte größe für eine mitentscheidenden Faktor, und eben den Beibesatz. So daß man die Instikte natürlich nicht absichtlich provoziert. Die Languste ist ja keine Lysmata mit 3cm :winking_face:

    ferner hat es bei dem Tier speziell, schon mit Seeigeln geklappt und ebenso auch mit anderen krebsartigen (1xRiffhummer und zig mal Einsiedler) so daß ich es also schon wagen konnte. Der Instinkt durchdringte auch fast, aber wie gesagt die languste wehrte sich ordentlich. hat heute noch Narben der Leo. Seither ist absolut Ruhe, sonst wär sie längst in nem anderen Becken.

    Würde Sie aber jetzt nicht zu einem adulten Expl. mit guten 40cm o.ä. setzen wollen, der schon jahrelang in seinem revier beheimatet ist. Das geht ziemlich sicher Schief.

    Aber wie ist es bei Hund und Katz? Zusammen aufgewachsen passt es auch meistens :grinning_squinting_face: Selbst erlebt :winking_face:

    Der Torsten weiß schon von dem Thread. Haben das ja ausgemacht, weil wir beide mehr erfahren wollen.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Zitat

    Original von Peter Metzner
    Hallo Thilo!

    Ich habe auch schon Gefallen an dem Tier gefunden, aber aufgrund des Drückers Abstand vor einem Kauf genommen.
    Ich glaube nicht, dass ein nachträgliches Einsetzen zu einem Leo oder ähnlichem möglich ist (außer zu Futterzwecken).

    Servus,
    Peter

    Hi peter,

    wie groß ist denn dein Leo? Du hast ja mit Seeigeln auch schon Glück gehabt. Weißt du zufällig wo dein tier herkommt? Es könnte durchaus sein daß die Tiere von ihrem Verhalten her endemisch sind. Was meinst Du? So ist das ja mittlerweile bei einigen Fischen bekannt. Siehe Pygoplites z.b. Wieso also nicht beim Leo.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo!

    Zitat

    Du hast ja mit Seeigeln auch schon Glück gehabt


    Weil sich die Seeigel nur noch in der Nacht blicken lassen - und glaube mir, die wissen warum.
    Den tagsüber werden die Stacheln gestutzt. Auch die großen Turboschnecken und das Stenopus hispidus Paar zeigt sich nur bei Mondlicht.
    Da müssen die Diademigel was verraten haben! :smiling_face:
    Wenn das so gutgeht, liegt das mit Sicherheit nicht am Fisch, sondern an den anderen Einwohnern die sich auf das Verhalten des Tieres einstellen.

    Servus,
    Peter

  • Thilo
    Hunde und Katzen sind keine Widtiere mehr. Und sie mögen sich auch nicht weil der eine den andern fressen will, sondern weil sie sich von der Gestick her nicht verstehen. Hund wedelt mit Schwanz...freud sich. Katze wedelt mit Schwanz...ich greif dich glech an.

    Peter
    Ich hab damals mit den LS auch einen Miniigel mit bekommen. Er ist schon ganz schön gewachsen. Ist aber wegen dem Drücker auch nachtaktiv :face_with_tongue:
    Also gleiche beobachtung wie bei dir.


    Nochmal Thilo
    Wie kommst du darauf...wenn du Jungtiere mit toten Krebstieren fütterst, das sie dann keine lebenden mehr wollen? :confused_face: :confused_face:
    Wenn dein Drücker die richtige Grösse hat, wird er auf jeden Fall versuchen die Languste zuverspeisen. Das ist seine Natur, denn er ist kein Hund und die Languste keine Katze!

    Gruß Frank

  • Hallo,

    @ FranK: Die Vollmond-Nacht erwacht und mit ihr der eisgraue Wolf. :grinning_squinting_face:

    Ich habe meine Languste erst knappe zwei Monate.
    Darum betrachte man meine Beobachtungen bitte unter Vorbehalt!

    Gekauft habe ich sie auch deshalb, weil sie mit vier Artgenossen und einigen sehr kleinen Grundeln im Verkaufsbecken weilte, ohne dass es zu einem Fischverlust kam.(mehrere Wochen) Im Gegenteil, eine Höhle wurde sogar als gemeinsamer Ruheplatz mit Fischen geteilt!
    Auch in meinem Becken ist das Tier bisher absolut friedlich, sie zupft Algen und bekommt fast jeden Abend eine kleine Garnele aus dem Eisfach.
    Und ja, sie hält sich die Fische mit ihren Fühlern und wilden Schüttelbewegungen vom Leib. Das alles wirkt aber eher lustig, denn gefährlich. Wenn sich das Tier erschreckt, gibt es laute "Zirp"-Geräusche von sich.
    Gehäutet hat sich die Languste bisher einmal und den Panzer habe ich natürlich präperiert ;).
    Ein Ocellaris hat vor ein paar Tagen mal nach einem ihrer Fühler geschnappt, weil der wohl der Anemone zu nah kam. Jedenfalls endete das Ganze in einer wilden Flucht der Languste :).

    Ich weiss natürlich nicht, ob alle Schmucklangusten so friedlich sind, aber ich habe bisher nur positive Meldungen bekommen.
    Da das Tier an Steinen zupft, sollen wohl auch kleine Röhrenwürmer gefressen werden, aber die hatte schon vorher mein Chelmon beseitigt. Darum kann ich das nicht beurteilen.
    Korallen werden nicht beachtet, wobei ich nur Steinkorallen und Anemonen pflege, also ein Verhalten in Bezug zu Weichkorallen nicht einschätzen kann.
    Das Tier wird fast täglich zutraulicher und die Wanderungen im Blaulicht sind der Höhepunkt jeder Nacht...was die tierische Seite betrifft ;).

    Ich würde sofort wieder eine Schmucklanguste kaufen und bin absolut begeistert von Gustav, meinem "blauen Ritter der Nacht" :).

    Einmal editiert, zuletzt von Torsten (6. März 2004 um 22:47)

  • Zitat

    Original von Frank Mohr
    denn er ist kein Hund und die Languste keine Katze!
    Gruß Frank

    Der war gut :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Und wie deutest du das dann mit dem Seeigel und den Krebsen? :winking_face:

    Der Fisch ist (Gottdseidank) primitiver als ein Hund und eine Katze, also mach dir das doch zu nutze.

    Wenn du die Tiere sehr klein erwirbst dann kannst, und ein paar Dinge beachtest kannst du vieles erreichen, aber das hab ich schon mehrfach geschrieben und trifft nicht nur hier zu, Versuch es doch einfach mal bei etwas wo du kein dreartes Risiko hast. Es funktionieren die sonst unmöglichsten Konstellationen Frank :winking_face:
    Nicht immer, aber oft.

    zur Beruhigung:
    Die Languste wandert wieder ins Tiefseebecken, es war nur meine Neugierde und ich suche eben nach Bestätigungen meiner Theorie damit ich da mal irgenwann etwas Zuverlässiges darüber schreiben kann verstehst? Insbesondere geht es mir aber gar nicht um solche Dinge, eher um die Kaiserhaltung im Riffaquarium, aber das weißt du ja.

    Sie wandert deshalb wieder um, weil ich es primär nicht für natürlich halte diese Tiere zusammen zu pflegen, weil es ein umgewöhnen der Tiere weg von ihren natürlichen Gewohnheiten unumgänglich macht was sicher nicht Sinn des Hobbies ist. Sekundär würde sich eine zugesetzte Languste wie z.b. bei Peter nicht lange halten, da es der Drücker mit ziemlicher Sicherheit schon für natürlich sieht sie zu verspeisen :grinning_squinting_face: was auch Einleuchhtet, wenn er nix anderes kennt.

    Die meisten Koralenbeisser hingegen beissen eher aus Langeweile bzw. wegen falscher Hälterung (meine Erfahrung bislang), hier wäre die Haltung im Riffaquarium also schon natürlich, aber das steht dann in nem andern Kapitel :]


    Die Idee mit der Languste kam eigentlich nur in Frage weil sich Leo sonst auch prima friedlich und Anständig verhält, also kein Seeigel oder Krebschen dran glauben musste, da lag der Versuch Languste halt nahe für einen wie mich :winking_face:


    Aber "back to Thema" wieder. Languste!
    hattest doch sicher auch schon mal eine so wie ich dich kenn. Also nicht auf dem Teller jetzt im Aquarium :grinning_squinting_face:


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Ein Foto, ganz kurz nach der Häutung. Ganz rechts sieht man den alten Panzer und auf der linken Seite ist deutlich zu erkennen, wie weich die hängenden Fühler noch sind........

  • Hallo Torsten,

    wie groß ist deine Languste?

    Wie groß ist dein Becken?

    mfg Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan H. (7. März 2004 um 11:07)

  • Hallo Stefan,

    das Becken, in dem die Languste lebt, hat nur 250l, aber das spielt kaum eine Rolle, weil das Tier eher gemütlich unterwegs ist, oder viele Stunden täglich am selben Platz verweilt......eine gut einsehbare Höhle ;).

    Das Tier ist etwa 12cm groß (Panzer), von daher noch nicht ausgewachsen. Allerdings lebt hier eine seit sieben Jahren im Tierpark, in einem sehr grossen Becken und die ist nicht gerade enorm viel grösser...vielleicht ein paar Zentimeter.
    Nun schreibt ja Joe von einem "unterarmlangen Monster", aber vielleicht gibt es eine ähnliche, größer werdende Art? Ich weiß es nicht.

  • Hallo Tosten,

    Ich könnte mir schon Vorstellen dass es hier Größenunterschiede gibt, dch Leider findet man in der Literatur zu wenig darüber, und so bleiben nur die vermutungen, ich könnte mir das aber wie gesagt schon Vorstellen.

    Auch mit der räuberischen vrhaltensweise muß es ja was auf sich haben. manche berichten von wahren Monstern, andere ingegen von friedlichen Mitbewohnern im Aquarium. Oder passt sich die Languste auch der Beckengröße an? Wäre auch noch eine Idee.

    Zumindest Wehrhaft ist mein Expl. du berichtest dagegen von eher fluchtartigem Verhalten, das könnte also Zusätzlich auf Individuen hindeuten.

    Seh es wie du, die lebensweise erfordert kein Überbecken, doch Denk ich sollte man mit der zeit, wenn sie denn nun wächst :winking_face: auch die Fühler mit Einbeziehen, sie sind ja recht lang und sollten schon unter Wasser bleiben :grinning_squinting_face:

    hat eigenltich einer ne Ahnung wieso die äusseren Fühler derart lang sind? Sie hindern das Tier doch eher, und zum Futter Aufspüren etc. werden die kleinere verwendet. So zumindest meine Beobachtung.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Die langen Fühler sind meines Wissens nach Verteidigungswaffen. Die sind mit kleinen Zacken versehen und können der haut von Fischen schon üble Schrammen zusetzen.

  • Hi Nils,

    da köntest recht haben. Als meine aber den Drücker Anriff, hat sie die fast "Angelegt" :grinning_squinting_face: Die peste durch Wasser... Hätt nie gedacht daß die so schenll sein kann. Die windet sich wie ein Pinguin. War echt Interessant. Sie kann sich auch völlig Zusammenrollen.

    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo,

    mit den Fühlern "schiebt" Gustav jeden Fisch zur Seite, der zu nahe kommt. Das Ganze geschieht aber in Zeitlupe und so "sanft", dass dabei mit absoluter Sicherheit kein Fisch verletzt wird. Im Gegenteil, es sieht einfach toll aus, wenn sie den Chelmon ganz gemächlich durch die Gegend schiebt und der "zickig" und etwas genervt die Flossen aufstellt:). Aber weh tut sich dabei garantiert keiner!
    Aber bitte nicht vergessen: Dieses "Kuschelbärverhalten" entspricht meinem Erfarungsschatz mit der Languste, welcher gerade mal acht Wochen alt ist!

    PS: Wie in Absprache hat sich Gustav heute Nacht das zweite Mal in den acht Wochen gehäutet......rechts "hängt" der alte Panzer, links ist der "neue" Gustav. Es wurde übrigens exakt der alte Häutungsplatz gewählt, obwohl Gustav durchaus viel "rumkommt" ;).

  • Hallo Torsten,

    es macht echt Spaß dein posting zu lesen., man kann sich förmlich in die lage versetzen :grinning_squinting_face:
    Vor allem die Namensgebung find ich echt supi :winking_face:

    Hoffen wir daß dieses verhalten so bleibt, ich kann ebenfalls bestätigen daß es bislang kein agressives Tier ist :] meiner dürfte nun bald ein jahr alt sein Denk ich.


    Gruß Thilo :face_with_tongue:

  • Hallo,

    ich habe meine Schmucklanguste in der letzten Woche schweren Herzens zurück zum Händler gebracht.
    "Gustav" hatte sich inzwischen viermal gehäutet und ist dabei so rasant gewachsen, dass ich ihn nicht mehr (glaube ich) artgerecht halten konnte. Offensichtlich werden diese Tiere doch erheblich größer, als ich annahm. Da ich die Languste auch sehr gut gefüttert habe, war das Wachstum wohl besonders schnell, denn die Languste eines Freundes wächst sehr viel langsamer. Da ich das Tier in einem 250l-Becken hielt, konnte es sich mit den extrem langen Fühlern kaum noch drehen. Ich glaube daher, dass ich jetzt richtig gehandelt habe, auch wenn ich Gustav vermissen werde. Eigentlich kann ich eine Schmucklanguste nur empfehlen, denn das Verhalten ist sensationell und Gustav blieb bis zuletzt absolut friedlich, was ich aber auch auf meine gute Fütterung zurückführe. In einem 800, oder 1000 Literbecken hätte ich sicher noch lange Freude an dem Tier gehabt. Aber mein Becken erwies sich auf die Dauer als zu klein.
    Ich hoffe er kommt in gute Hände, mit einem großen Becken....

    Ansonsten: Signatur beachten........ :winking_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Torsten (2. Mai 2004 um 05:45)

  • Hallo Torsten,

    Denke dein Handeln war Vorbildlich. Ist ja unglaublich daß die so schnell gewachsen ist.

    Meine Wächst nach wie vor auch gut, aber doch wesentlich langsamer, obwohl ich eigentlich gut füttere, und sie ein gieriger Fresser ist.

    Ein friedliches Verhalten kann ich nach wie vor auch bestätigen. Ist schon ein tolles Tier.


    Grüße und schönen Sonntag noch,

    Thilo

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!