Hallo zusammen,
die Feldmann & Co-Studie ist sehr aufschlussreich, aber wie Burkhard bereits anmerkte, nicht ganz ohne Fehler.
Warum schaut man immer über den grossen Teich, wenn nach Erklärungen und Lösungen gesucht werden?
Armin Glaser hat zu diesem Thema mindestens genauso viel zu erzählen, wie die amerikanischen Forscher. Er erklärte in einem Artikel im Jahre 2009, was die Voraussetzungen für einen Abschäumerbetrieb sind und was bei der Abschäumung wirklich entfernt wird. Die Untersuchungen fanden ausnahmslos in einem Aquarium statt, und nicht im Meer.
Der Einfachheit halber zitiere ich einige Stellen aus dem Text:
Schaum:
„Schaumbildung geschieht durch Stoffe, die als Abbauprodukte im Meerwasser vorkommen, das können Fettsäuren ( Phospho-) Lipide, Polysaccharide, Proteine, Glykoproteine, Proteoglykane und Lipoproteine sein. Viele dieser Stoffe entstehen durch die Zersetzung von Bakterien und waren z. B. Teil der Zellwände. Auch Giftstoffe, die von Nesseltieren, Algen, oder Bakterien produziert werden, können amphiphil sein. Die Abschäumung entfernt organische Stoffe und verringert so die Bildung von Ammonium und Detritus. Durch den Entzug der organischen Stoffe verringert sich das heterotrophe Bakterienwachstum im Aquarium, da ihm die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Selbst Gelbstoffe und andere Stoffe, die durch Bakterien kaum abzubauen sind werden durch die Abschäumung entfernt.“
Effektivität:
„Kleinere Blasen bedeuten, dass bei gleichem Abschäumervolumen eine deutlich größere Oberfläche zur Verfügung steht. Eine grössere Oberfläche bedeutet, dass die Tensidmoleküle mehr Gelegenheit haben, sich an diese anzulagern - der Abschäumer arbeitet effektiver.“
Gasaustausch:
„Ein weiterer Vorteil der grossen Luftblasenoberfläche, die im Abschäumer zur Verfügung steht, ist die Förderung des Gasaustauschs. Nachts würde beispielsweise der Sauerstoff im Wasser knapp werden, da alle Organismen atmen und niemand im Becken Sauerstoff produziert. Es muss also aus der Umgebungsluft nachgeliefert werden. Dies geschieht umso einfacher, je grösser die Wasseroberfläche ist und je stärker sie bewegt wird. In einem Abschäumer mit 20cm Durchmesser und 30cm Höhe , der mit 1mm großen Luftblasen gefüllt ist, steht eine Oberfläche von fast 30 qm für den Gasaustausch zur Verfügung. Diese Oberfläche ist deutlich stärker bewegt, als es mit der Wasseroberfläche des Aquariums auch bei bester Srömung möglich ist.
Optimierung der Schaumbildung:
„Für die optimale Schaumbildung spielt eine Reihe von Faktoren eine Rolle:
- amphiphile Stoffe (Tenside) müssen im Wasser vorhanden sein. Ohne diese bildet sich kein Schaum.
- Das Wasser muss mit möglichst vielen möglichst kleinen gut bewegten Luftblasen vermischt werden. Die Luftmenge muss dabei zur Abschäumergröße passen, sonst bilden sich zu große Luftblasen
- die Bewegung der Luftblasen muss gleichmässig sein. Turbulenzen können dazu führen, dass sich Tenside miteinander verbinden und unwirksam werden
- je länger die Kontaktzeit zwischen Luftblasen und Wasser ist, desto mehr Tensidmoleküle können sich an einer Luftblase anlagern“
Untersuchung der Flotatzusammensetzung:
„Flotat besteht hauptsächlich aus normalem Aquarienwasser. Eine Anreicherung von Hauptelementen im Flotat (Natrium, Magnesium, Calcium,Kalium,Strontium) findet nicht statt.“
Welche Spurenelemente werden abgeschäumt?
„Hier unterscheiden sich die Verhältnisse im Flotat erheblich von denen im Aquarium.
Bei der Abschäumung werden essenzielle Spurenelemente, vor allem Eisen und Mangan, in bedeutender Menge entfernt!“
Die Nährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff
„Die durch die Abschäumung entnommenen Menge an Stickstoff ist nicht besonders groß. Die Bedeutung der Abschäumung liegt vor allem in der Entnahme von organischem Kohlenstoff und von Phosphat. Diese Stoffe konzentrieren sich besonders in den schlammartigen Ablagerungen (Schaumrohr)“
Das ist deutlich und schlüssig.
Wozu dann das Verbeissen in die Feldmann-Studie?
Auch wir haben mit Armin Glaser einen anerkannten Experten, dessen praxisnahe Publikationen sehr beachtlich sind. 
Gruß
Hajo