Beiträge von hajo

    Um auf mein Eingangsposting zurück zu kommen, daran erkennt man ja mal wieder, dass es eben kein "Rundum-sorglos" Paket gibt, mit dem man sein Hirn ausschalten kann und jeder ohne Problem ein Meerwasseraquarium betreiben kann. Ich denke, heute gibt es mehrere funktionierende "Systeme", die dem Anwender je nach Neigung etwas mehr Auswahl lassen. Bei den moderneren Ansätzen steht das Messen mehr im Zentrum, aber das ersetzt die Beobachtung der Tiere nicht, auch nicht die regelmäßigen Messungen von Nährstoffen, Makroelementen und der Dichte.

    Man sollte folgendes nicht vergessen: Meeresaquaristik ist im Kern geistige Arbeit. Sie wird es immer bleiben!

    Gruss
    Hajo

    Hallo Hans-Werner!

    Die Verfügbarkeit ist zwar gegeben, aber nutzen alle Korallen gleichermassen das Angebot? Werden die Spurenelemente direkt aufgenommen (Zooxanthellen) oder über die mikrobielle Vielfalt des Schleims verarbeitet und so den Korallen zugeführt?
    Jede Korallenart ist Träger einer spezifischen Bakteriengemeinschaft. Zwei benachbarte Korallenkolonien, die verschiedenen Arten angehören, unterscheiden sich in ihrem Bakterienbesatz, während weit entfernte Koloniender gleichen Art viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Nach meinen Überlegungen ist das Angebot zwar vorhanden, aber wird von den „Bewohnern“ der Koralle nicht immer gleichermassen genutzt.
    In einem offenen System ist kaum ein Überangebot an Makro- oder Mikroelementen vorhanden, die in einem geschlossenen System, wie dem Aquarium, zu Störungen im Mikrobenhaushalt führen können. Ich nehme einmal an, dass Korallen spezifische Bakterienstämme benötigen, um sich zu versorgen. Ist in einem geschlössenen System das individuelle Angebot nicht mehr vorhanden, sterben die Bakterien ab und die Versorgung erlischt teilweise oder sogar vollständig. Es zeigen sich Mangelerscheinungen. Ähnliche Symptome könnten bei einer Überversorgung auftreten, welche die Korallen stressen. Ähnlich, wie bei einer unkontrollierten Einnahme von multiplen Nahrungsergänzungsmitteln, die den menschlichen Organismus ebenfalls auf längere Sicht schädigen können.
    Das waren meine Gedanken zur unkontrollierten und flächendeckenden Dauerberegnung mit diversen Elementen.
    Ich glaube fest daran, dass eine gesunde und höchst individuelle Mikrobengemeinschaft, in und auf dem Gewebe, der Motor für das Wachstum einer jeden Korallenart zu sein scheint. Individuelle Mikroben benötigen individuelle Spuren im gleichbleibenden Angebot.

    Ich hänge mich später gern wieder rein. Heute wird es nichts mehr, da heute privat gewissermassen andere Themen anstehen, die nicht mikrobieller Natur sind. :winking_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Ralf,

    bis zu diesem Zeitpunkt sahen sie beide auch gleich aus, dass ich schon dachte, gleichgeschlechtliche Exemplare zu besitzen. Jetzt sieht auch ein Blinder den Unterschied. Farbmaessig, wie auch im Koerperumfang. . Ob es weitere Merkmale gibt, wird sich noch zeigen, da sie erst am Anfang der Balz stehen.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    mit seiner kritischen Einstellung gegenüber den Zugaben verschiedenster Elemente, quasi nach dem Giesskannenprinzip, steht Bernd nicht allein da.
    Ich sehe das ähnlich.
    Nach meiner Kenntnis sind nicht bei allen Korallen die physiologische Funktionen der Spurenelemente klar. Obwohl einige Spuren in bestimmten Korallen nachgewiesen wurden, ist ihr „Nährwert“ unklar, die der anderen wenig bekannt. Nicht bei allen, aber bei den meisten. Obwohl man genau weiss, welche Elemente im Meerwasser vorhanden sind, sind deren vollständige Funktion, auch in ihrer Konzentration und Bioverfügbarkeit, wahrscheinlich für jede Koralle individuell zu sehen.
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass jede Koralle oder jeder tierische Organismus die gleichen Anteile zu ihrer Entwicklung benötigen. So gesehen, ist eine prophylaktische Zugabe eher eine übertriebene Vorsorge, als eine zielführende Massnahme. Vielleicht langfristig auch nicht ungefährlich, da sich manche Elemente anreichern oder in toxischen Verbindungen eingehen können. Der Grad zwischen Nutzen und Toxizität ist schmal. Vielleicht sollten wir besser unser Medikationsmanagement überdenken, indem wir die individuellen Ansprüche unserer Korallen besser verstehen lernen. Man kann aber nur eine Therapie ansetzen, wenn alle individuellen Bedürfnisse der Organismen bekannt sind. Und gerade da habe ich meine Zweifel. Vielleicht sehe ich das falsch, aber wenn z. B. die Spektralanteile des Lichtes unterschiedliche Wirkung auf die Korallen und ihre Arten haben, ist es bei der Zuführung von Spurenelementen nicht ähnlich zu sehen?
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    wie geht es euren Grammistes?

    Bei den meinigen wird der geschlechtliche Unterschied deutlich: Das Weibchen hat in der Fülle zugelegt, aber in der Farbzeichnung verblieben. Das männliche Exemplar ist schmaler und in der gelben Zeichnung intensiver geworden. Die Gelbfärbung erstreckt sich jetzt über die gesamte Körperlänge.
    Anbei einige Fotos, wobei der Unterschied hier leider nicht so deutlich auffällt. Liegt eher wohl am Fotografen. :frowning_face:
    Gruss
    Hajo

    Ja, das ist natürlich auch eine Eigenschaft von Ozon.
    Es kommt immer darauf an, welches Problem ansteht.
    Ich hatte eingangs darauf hingewiesen, dass Kohle unter
    anderem auch Spurenelemente eliminiert. Deswegen ist der Einsatz der Kohle nicht immer sinnvoll, weil hier die Lösung eines Problems ein anderes nach sich zieht.
    Ansonsten ist Ozon in therapeutischen Dosen sehr wirkungsvoll.
    Zeitweilig, wie auch im Dauerbetrieb. An die richtige Menge musst du dich langsam herantasten. Fuer den Langzeitgebrauch würde ich die Menge an Ozon immer über eine Redoxsteuerung vornehmen bzw. einstellen.
    Gruss
    Hajo

    Kohle ist effektvoll gegen Giftstoffe
    Ozon sinnvoller gegen Gelbstoffe.
    Da Kohle einen negativen Einfluss auf Spurenelemente hat, ist bei den Gelbstoffen der Einsatz von Ozon angesagter.
    Gruss
    Hajo

    Wir nutzen allgemein eine UV-Anlage um bakteriellen Infektionen und/oder parasitaeren Erkrankungen von Fischen den Garaus zu machen, oder auch zur Prophylaxe. Das bedeutet Dauerbetrieb ohne jedwede Unterbrechung! Gerade auf dem Sektor von parasitaeren Erkrankungen sind es die zyklisch sich entwickelnden Schwaermer- oder Zwischenstadien der Erreger, die von der UVC abgetötet werden sollen. Nur in einem kleinen Zeitfenster ist es möglich, diese Stadien zu erfassen.
    Eine Unterbrechung der Bestrahlung ist kontraproduktiv, da sich hier wiederkehrend der Virulenzgrad erhöht. Auch mit einem hohen Redoxpotential wird man nicht vor Krankheiten sicher sein.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Stefan,

    bei alternden Leuchtmitteln wird sich nicht nur die Intensität veraendern, sondern bei manchen Spektralanteilen mehr oder weniger auch das Spektrum verschieben. Das abrupte Verändern der Intensitäten von Spektralanteilem erzeugt erheblichen Stress bei den Korallen.
    Auch wenn Lichtfarben getauscht werden, z. B. um eine andere Optik zu erzeugen, kann das zu Irritationen bei den Tieren führen. Das sollte bei jedem Lampenwechsel beachtet werden. Entweder tauscht man die einzelne Röhren im Wechsel über einen längeren Zeitraum oder man hängt den Leuchtenkörper übergangsweise etwas höher.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    die eierlegende Wollmilchsau ist auch noch keinem gelungen.
    Vielleicht koennt ihr mal das Motzen herunterfahren und besser diesbezüglich einige kreative Vorschläge im moderaten Ton einbringen.
    Mir gefällt diese Seite, auch und im besonderen wegen der bis ins kleinste Detail gehenden Produktbeschreibungen. Nach den entsprechenden Preisen muss man auch nicht lange suchen. Mir persönlich sind ausführliche Atikelbeschreibungen wichtiger, als der stylistische Eindruck.
    Nichts fuer ungut, liebe Gemeinde!
    Gruss
    Hajo

    Habt Ihr denn Erfahrungen mit den Teilen, um diese Behauptung aufzustellen? Die Verankerung an der Wand würde, meiner Meinung nach, nur das Kippmoment veringern.

    Nein, ein zumindestens nicht unbedeutende Anteil des Drucks wird aufgenommen. Vorausgesetzt es werden dafür lange Maschinenduebel!!! (Metallduebel) verwendet. Diese Methode habe ich jahrelang mit Erfolg verwendet. Die Spezialduebel später aus der Wand zu bekommen, hinterließ unbeabsichtigt groessere Krater in der Wand, als mir lieb war. :frowning_face: An der leichten Verformung der Messingduebel konnte man aber gut den Druck erahnen, der auf der Wandseite vorhanden war. Das Becken (1100l) stand 10 Jahre! Becken hielt, Duebel auch.
    Gruss
    Hajo

    Vor ein paar Jahren hat sich ein Meerwasser Freund in seinem Wohnbereich (mit Becken) einen neuen PVC-Belag mit einem billigen Baumarktkleber gegoennt. Es braucht keinen Vernebler um in Schwierigkeiten zu kommen. Es reicht schon eine großflächige Verdunstung der Chemie in ungeluefteter Umgebung.
    Gruss
    Hajo

    Zum besseren Verständnis dieses Themas habe ich unten noch einmal meine damalige Stellungnahme zu diesem Thema kopiert:

    Hallo zusammen,

    entgegen jeder anders lautender Kritik bzw. Empfehlung bin ich ein absoluter Befürworter eines so- genannten „Durchgangbeckens“. Ich würde es heute als solches bezeichnen, da im Gegensatz zu den früheren Quarantänebecken, wo als ständige Prophylaxe rigoros allen Neuankömmlingen vorbeugend eine Kupfer- oder Masotenkur verordnet wurde, heutzutage diese Art von Becken u. a. der Akklimatisation und dem Stressabbau dienen.
    Die gelegentlich vorgebrachte Behauptung, die Unterbringung der Fische in solchen Becken erzeuge für die Tiere gewaltigen Stress, kann ich so nicht teilen. Es kommt nur darauf an, wie der Fisch sein neues Zuhause vorfindet. Die Quarantänebecken früherer Jahre gaben nichts anderes her, als Wasser+Medikamente+Fisch. Wer solche Aquarien noch vor Augen hat, dem stimme ich zu. Diese Methode ist aber weitgehend überholt.
    Heute bietet man dem Neuankömmling ein genügend großes Becken, gedämpftes Licht, Ruhe und einige Versteckmöglichkeiten, wie Höhlen und Unterstände, in die er sich zurückziehen kann, wenn die anfängliche Scheu überwiegt. Wer sich z. B. beim Händler seines Vertrauens öfter umschaut, wird feststellen, dass selbst in kleinsten Becken die Insassen oft an die Scheibe kommen, um den Schatten davor neugierig zu betrachten. Der Grund für dieses unaufgeregte Verhalten sind die kleinen Rückzugsgebiete, wie Deko oder z. B. ein Blumentopf, oder gar der in einer hinteren Ecke eingehängte Heizstab, der kleineren Tieren einige Sicherheit und die Möglichkeit zum sofortigen Verschwinden bieten kann.
    Genau diese Sicherheit müssen wir dem Tier in seinem vorläufigen Zuhause bieten. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Nur sollte man darauf achten, dass im Falle einer doch eintretenden Infektion, die Einrichtung auch der Chemie der Medikamente standhält. Also keine Niederen als „Gesellschaft“ und auch keine Caulerpa oder ähnlichen algigen Bewuchs. Möglichst "steril" mit einer Versteckmöglichkeit, einer moderaten Wasserbewegung und gedämpftes Licht machen den meisten Sinn.
    Die Alternative hierzu wäre die sofortige Konfrontation mit der etablierten Fischgesellschaft, die in keinem Fall günstig für einen Stressabbau verlaufen wird. Ganz im Gegenteil.
    Das durch Fang und Transport geschwächte Tier wir hier noch mehr gestresst, da es parallel zu einem geschwächten Immunsystem auch noch die Hackordnung der Alteingesessenen durchlaufen muss. In dieser Zeit ist der Fisch besonders anfällig gegen Infektionen. Das alles kann ich dem Tier ersparen, wenn ich es vorher in einem separaten Übergangsbecken unter ruhigen Bedingungen eingewöhne. Zusätzlich habe ich noch die einmalige Chance, die Futteran- und aufnahme zu testen, was mir im Gesellschaftsbecken vorerst nicht sofort gelingen wird. Also, alles nur Pluspunkte.
    Dass der Fisch, so er in das eigentliche, neue Zuhause umsiedeln wird, die oben beschriebene Hackordnung durchlaufen muss und sich anpassen wird, ist normal. Aber in diesem Fall hat der Neuankömmling bereits eine gewisse gesundheitliche Stabilität erlangt, die es ihm ermöglichen wird, die Aggressionen der anderen Insassen besser wegzustecken.
    Nach meinen Beobachtungen hat sich die Anzahl der Fischliebhaber im Laufe der letzten Jahre erhöht, was auch die Zunahme der verschiedenen Arten in den Händlerbecken beweist. Auch wird immer öfter nach Wegen gesucht, besonders heikle Fische an das Milieu eines Riffaquariums anzupassen. Wer seinen Schwerpunkt auf das Thema Fisch legt, der sollte sich und den Tieren ein Übergangsbecken gönnen. Diese Investition fängt locker all den Verlust an Tieren und Geld auf, den man im Laufe der Zeit ohne diese Art von Quarantäne bestimmt bekommen wird.
    Gruß
    Hajo


    Hallo Ralf,

    deine Fragen würde ich wie folgt beantworten:

    - Fische sind nicht vor Infektionen jeglicher Art geschützt. Auch nicht Nachzuchten.
    Den einzigen Vorteil, den ich bei Nachzuchten sehe, ist die Robustheit und die Futterfestigkeit.

    - Die Größe eines Übergangbeckens ist von der zu erwartenden Fischzahl und/oder von deren Größe abhängig.

    - Ein AS wäre für die relative kurze Zeit nicht unbedingt notwendig. Ich würde ihn aber trotzdem in Erwägung ziehen. Schon wegen des Sauerstoffeintrages bezw. CO2-Austrags. Auch ist von vornherein die Verweildauer der Neuankömmlinge nicht bekannt. Gesund oder nicht gesund?
    Für eine gute Wasserbewegung muss gesorgt werden.

    - Wer bereits im Ü-Becken eine adäquate UV mitlaufen lässt, ist im Vorteil.


    Beispiel:
    Mein Übergangsbecken hat 140l steht im Keller und ist bestückt mit nur einer Heizung, einer kleinen LED (24W) und einer Strömungspumpe. Kein Bodengrund. Wenige abgestorbene Korallenäste und ein kleiner Blumentopf dienen als Ruhepunkt und als Stressabbau. Momentan dient es jedoch vorübergehend als Auffangbecken für Ableger...... :grinning_face_with_smiling_eyes: Ein 2. Becken (trocken) mit knapp 100l steht für den Notfall bereit.
    Kontrolliert wird nur der PH-Wert und die Heizung. Auf den AS habe ich verzichtet, da in der relativ kurzen Quarantänezeit auf einen häufigeren Wasserwechsel zurückgegriffen wird. So halte ich in dem relativ kleinen Behältnis die Wasserwerte stabil, was der Gesundheit meines Neuzugangs bestimmt nicht abträglich ist.
    Das ist in groben Zügen alles, was ich zu diesem Thema beitragen kann. Ich hoffe, alles ist gut nachvollziehbar und meine obigen Zeilen regen zum Nachdenken an.

    Gruß
    Hajo

    Hallo Peter,

    Jod? Dieser Nutzen erschliesst sich mir nicht. Die Anhebung der Temperatur beschleunigt zwar den Vermehrungszyklus der Parasiten, ist aber ohne den parallelen Einsatz einer UV oder einer chemischen Behandlung eher kontraproduktiv.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Peter,

    es ist jetzt weniger interessant zu erfragen mit welchem Fisch und von welchem Händlerbecken du die Infektion eingeschleppt hast, denn jeder Fisch ist oder kann zu einem potentiellen Krankheitsträger werden. Das grosse Missverständnis beginnt bein Erwerb der Fische, denn nicht jeder Fisch ist ein gesunder Fisch!
    Vielmehr sollte jetzt die Therapie der erkrankten Fische das Thema sein. Aber auch die Ehrlichkeit mit dem Umgang und dem Verlauf dieser Infektionen. Es darf nicht das Gefühl aufkommen, eine Spontanheilung erwarten zu können. Das sage ich mit aller Deutlichkeit, weil es auch die homöopatische Fraktion einiger verwirrter Mitmenschen gibt, die leider nichts begriffen haben.
    Nur allein durch Stärkung des Immunsystems werde ich bei einem intensiver werdenden Befall keinen großen Erfolg verzeichnen. Der oder die Fische werden kurz über lang das Fressen einstellen. Was dann? Hand auflegen?
    Das Fehlen eines Quarantänebeckens erschwert die Situation.
    Gefühlte hundert und einmal habe ich zu diesem Thema Stellung bezogen. Ein separates Becken wäre der Schlüssel zum Erfolg gewesen! Für jeden bekennenden Fischfreak, ein absolutes MUST.
    Geeignete UV-Lampen und ein reichhaltiges Futterangebot haben sicherlich einen gewissen Anteil an der Gesundung der erkrankten Fische. UV-Lampen sind kein absoluter Freifahrtschein zum Erfolg. Die Voraussetzung für deren Wirksamkeit sind ihr rechtzeitiger Einsatz und ein richtiger Abgriff in Bodennähe. Leitungs(um)wege über TB o. ä. sind weniger effektiv. Selbst bei größter Aufmerksamkeit gelingt es nicht immer den gesamten Bestand zu retten. Aber man darf sich schon der Mühe unterziehen, diese Hilfsmittel zu nutzen. Ohne diese Methoden gleicht der Verlauf besagter Krankheit einem Russisch Roulette, dessen Ausgang zwar bekannt ist, die Anzahl der Opfer (noch) nicht.
    Es ist, wie es ist. Der alleinige Weg im Riffbecken führt über eine leistungsstarke UV-Lampe. Ob das letztendlich den Restbestand rettet, wage ich zu diesem Zeitpunkt zu bezweifeln. Der Einsatz und der Erfolg mit einer UV ist nicht unbedingt der Weg der Kurzstrecke, sondern eher langzeitlich angelegt.
    Ich drücke dir trotzdem die Daumen.
    Fischliebhaber sollten sich möglichst früh mit der Vermeidung und ggf. auch den Folgen von Fischkrankheiten auseinandersetzen. Dann werden die Enttäuschungen überschaubarer.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Ralf,

    ohne den IVC6-Controller ist alles etwas mühselig. Ich habe zwar keine Gyre, dafür aber eine Leuchte, die ohne die Steuerung über den Controller nur halb soviel Freude macht. :frowning_face: Ausserdem hat sie noch einige Zusatzfunktionen, die per Hand nicht möglich sind. Möglicherweise wirst du dieses "Zusatzbrot" bei den Gyres auch entdecken?
    Wenn du eine leise und kräftige! Strömungspumpe suchst, die auch noch programmierbar ist, dann kann ich dir die Panta Rhei empfehlen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Stefan,

    um das Kapitel Fahnenbarsche besser zu verstehen, sollte man wissen, dass diese Fische weder Schwarmfische noch Mitglieder von Schulen sind. Sie sind in grossen Aggregaten zu Hause. In den Aggregaten bilden sich die jeweiligen Haremstrukturen. Sie dienen der gemeinsamen Nahrungsaufnahme, dem Schutz vor Predatoren und dem Zwecke der Fortpflanzung. Die riesigen Ansammlungen der Anthias bestehen also aus vielen kleinen bis mittelgrossen Harems protogynen Hermaphroditismus. Die Fachleute sind sich eigentlich einig, dass darin die eigentliche Ursache für das Problem im Aquarium liegt und es zusätzlich davon abhängig ist, welche Beckenstruktur und Größe vorliegt und ob die übrige Fischgesellschaft nicht permanent in die soziale Struktur dieser Fische hineingrätscht.
    Klar ist, dass eine Gruppe Fahnenbarsche im Aquarium gepflegt werden kann. Die Erfahrung zeigt, dass das nicht immer zu einem guten Ende führten muss. Ich verweise hier noch einmal ausdrücklich auf die Untersuchungen von Scott Michael, Joachim Frische und Helfman et al. 1997.
    Stefan, ich persönlich würde deinen Erfolg mit den Anthias auf die passende Beckenstruktur und die noch! andauernde Dominanz des starken Männchens zurückführen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Stephan,

    das klingt sehr interessant, widerspricht auch etwas den Theorien zur Beckengröße, 624 l Brutto.


    Vielleicht ist das Verhältnis von 1:8 der Idealfall und von Mutter Natur abgeschaut. Sicherlich sind das auch Erfahrungswerte aus der Meerwasserpraxis.
    Es ist ja keineswegs immer so, dass es dieses strenge Verhältnis sein wird.
    Die Grösse des Territoriums des Männchens ist abhängig von der weiblichen Dichte des Harems.
    Je nach Größe des weiblichen Harems sollen sich die Fische in einem Territorium von 0,5m – 3m bewegen (Michael).
    Das ist nicht viel und kommt vielleicht in gewisser Weise auch unseren unterschiedlichen Erfahrungen und Beckenmassen entgegen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Ina,

    natürlich ist eine mehrfache Fütterung Voraussetzung fuer ein gesundes Wachstum. Aber das Nadelöhr ist fuer mich eigentlich der protogyne Hermaphroditismus und dessen Auslebung in der Enge der meisten Aquarien.
    Gruss
    Hajo

    Hallo hajo,

    ich bin tatsächlich sogar etwas skeptisch, ob das in 800l sich realisieren lässt. Ich habe so ein Becken ja im Wohnzimmer stehen (200x70x60) und versuche gerade, dies so in Zahlen zu münzen, dass es sich in dieser Beckentiefe ermöglichen lässt. Ich argwöhne, dass es bei 70cm Beckentiefe schon etwas zu schmal ist, mehr als 40-45cm freie Tiefe lässt sich da kaum einrichten.

    Hallo Sandy!

    Du argwoehnst richtig. Soweit ich weiss hat Scott Michael die untere Grenze mit kleinen Fischen von 4-5 cm Groesse in Verbindung gebracht. Das ergibt nur Sinn, wenn es sich um kleinere Barscharten handelt, welche z. B. nicht die Groesse von A. Squamipinnis oder A. anthias erreichen. Welchen Einfluss letztendlich die relative Enge eines 800l Beckens auf das soziale Gefüge einer 9er (8+1) Gruppe von Fahnenbarschen hat, ist fuer die Dauer nicht vorhersehbar. Da spielen noch weitere Dinge, wie soziale Faktoren und/oder der zwangsbestimmte Geschlechtswechsel mit seinen bekannten Folgen, eine nicht unbedeutende Rolle.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Christopher,

    der Fluchtreflex ist angeboren und soll den Fisch möglichst schnell aus der vermeintlichen Gefahrenzone bringen. Dazu braucht es eine gewisse Distanz zum rettenden Unterschlupf. Wird diese Distanz dauerhaft unterschritten, wie es oft bei einer viel zu geringen Tiefe des Aquariums oder bei ständigem Druck durch Rabauken, wie z. B. Drücker und Co., geschieht, wird der Fisch in eine Angstsituation gedrängt, in der er aus Selbstschutz grösstenteils verharrt. Auch hat sich damit die eigene Situation verändert, die sozialen Bindungen an die Gruppe können sich verlieren.
    Gruß
    Hajo

    Hallo hajo,

    was verstehst Du unter einem großen Aquarium, wenn Anthias gehalten werden sollen? Geht das in weniger als 5000l oder braucht man so ein Becken, damit die Anthias genügend Raum für natürliches Verhalten haben?

    Hallo Sandy,

    Scott Michael hat sich für eine Mindestgrösse von 800l stark gemacht. Das ist nach meinen Recherchen aber die unterste Stufe im Umgang mit Fahnenbarschen.
    Gruß
    Hajo


    Seit einer Woche schwimmen nun die drei verbleibenden Fische zusammen mit vier neu eingesetzten dispar in meinem neuen 1.500l Becken.

    Ich würde gerne noch weitere Fahnenbarsche hinzu setzen. Mein Wunsch war es ursprünglich 7-8 P. squamipinnis dazu zu nehmen. Im alten Becken standen die dispar relativ häufig unter Riffüberhängen und waren weniger im Freiwasser unterwegs. Bei den squamipinnis soll das etwas anders sein, weshalb ich hoffte, die dispar ins Freiwasser zu locken. Nun mache ich im neuen Becken jedoch die Beobachtung, dass die dispar längst nicht mehr so riffgebunden wie zuvor unterwegs sind. Ob es am größeren Becken liegt? Ich weiß es nicht...

    Hallo Christopher,

    ich würde das Verhalten so interpretieren: In zu kleinen Becken wird die natürliche und oft auch artgebundene Fluchtdistanz unterschritten und die Tiere wagen sich selten aus der Deckung. Meist nur um zu fressen. In grossen Becken, wo sie genügend Überblick haben, finden sie sich vor den Unterständen oder auch im freien Wasser ein. Der Weg zurück ins schützende Riff ist jetzt genau so offen wie der Weg in das freie Wasser. Das entspricht ihrer natürlichen Lebensweise und die freie Sicht weckt nicht permanent ihre Fluchtreflexe.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner!

    Gut gebrüllt, Löwe! :grinning_squinting_face:
    Vielleicht habe ich die Frage nach dem Alter der Fahnenbarsche zu einseitig interpretiert. Ich habe die gesammelten und aufschlussreichen Erkenntnisse über das Verhalten der Fahnenbarsche dem Leben in Gefangenschaft beigemessen. Nicht dem Leben in der freien Natur. Die Frage nach dem Alter habe ich eigenwillig auf das Altern im Aquarium bezogen. Das lag nahe, denn das Alter im Riff lässt sich schwer bestimmen, wogegen für uns die Lebenserwartung im heimischen Becken mehr von Bedeutung ist. Und genau dort in unseren Becken löst ein Trauerspiel das andere ab. Wer sich Fische hält, der sollte sich vorab über deren sozialen Hintergrund informieren. Sich Fische anzuschaffen, nur weil sie hübsch bunt sind, und vielleicht noch teuer, reicht nicht. Es endet immer in Tragik und Missverstehen. Wer sich mit Anthias beschäftigt, sollte ein grosses Becken besitzen, worin dann ein Dutzend dieser Fische auf Zeit ihr halbwegs natürliches Verhalten zeigen dürfen.Die Betonung liegt hier auf "natürlich".
    Die eigentliche Wahrheit besteht leider aus kleinen Becken mit wenigen Tieren, die nach und nach verschwinden, bisnach einiger Zeit nur noch wenige bis gar keine Individuen übrigbleiben.
    Das noch einmal zu erwähnen, galt mein Geschreibsel. Auch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass sich mit diesem Thema unter anderem die Herren Scott Michael sowie Joachim Frische/Hannes Kirchhauser befasst haben. Nicht in klein/klein, sondern in ausgiebiger Beobachtung und Erforschung des Verhaltens von Fahnenbarschen im Aquarium.
    Gruß
    Hajo

    Nö, Hans-Werner, da kann ich dir leider nicht folgen. :frowning_face:
    Wenn du das Gelingen nur von der Aufzucht der Jungen abhängig machst, bist du zu kurz gesprungen.
    Es gibt einen nicht unbedeutenden Unterschied zwichen monogamen Arten und dem Verhaltensmuster gruppendynamischer Hyrarchien.
    Einerseits sind wir bestrebt Arten zu verpaaren, um ihr soziales Verhalten zu verstehen und um möglichst nahe an ihren natürlichen Gewohnheiten zu sein.
    Andererseits wagen wir Experimente mit ungewissem Ausgang, wohlwissend um die enormen Schwierigkeiten mit Haremsstrukturen im Aquarium.
    Ich hatte schon auf den fehlenden Selektionsdruck durch Räuber hingewiesen und die sich daraus entwickelnde Fledderei ihrer sozialen Bindungen im Aquarium.
    Diese Lockerungen ihres sozialen Gefüges hat unangenehme Nebenwirkungen auf die angeborenen Auslösemechanismen innerhalb ihrer Gruppe.
    Verhaltensweisen werden oft durch sehr spezifische auslösende Reize in Gang gesetzt.
    In einem „reizarmen“ Aquarium stumpft diese Gabe ab und es kommt zu unnatürlichen Reaktionen, wie z. B. bei Anthias & Co bis hin zur Auflösung ihrer einst straff geführten sozialen Ablaufketten.
    Romantische Züge in Bezug auf diese oder andere Fischarten hat noch niemand bei mir entdeckt. :loudly_crying_face:
    Ich muss mal meine Frau fragen, was sie davon hält. :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo