"Auch progressiv wachsendebakterielle Biofilme, die auf frischem künstlichen Gestaltungsmaterial nicht selten auftreten,können die biologische Entwicklung eines neu gestarteten Aquariumsystems erschweren, weil siesehr konkurrenzstark den geschaffenen Siedlungsraum besetzen und Nährstoffe aus dem Wasseraufnehmen, was eine ökologische Dominanz gegenüber dem Korallenerstbesatz entwickelt und zueiner chronischen Nährstoffmangelsituationen führen kann. Darüber hinaus steigt der biologischeSauerstoffbedarf bei einer massiven Bakterienvermehrung im Wasser und auf den Steinenübermäßig stark an, so dass selbst bei guter Strömung und Eiweißabschäumung einSauerstoffdefizit entstehen kann.Eine UV-Entkeimung sofort ab der Inbetriebnahme eines Riffaquariumsystems, das mit künstlichenGestaltungsmaterialien eingerichtet ist, kann eine übermäßig starke Vermehrung von Bakterien,sowohl planktonische (Bakterioplankton), als auch sessile Bakterien in den Biofilmen, verhindern.Dem Korallenerstbesatz, und später auch dem ersten Fischbesatz, wird durch eine UV-Ckontrollierte niedrige Keimzahl im Wasser die Akklimatisation und ökologische Etablierungerleichtert."
Das Grundproblem ist ja oben bereits erwähnt worden.
Grundsätzlich ist gegen das Einbringen von bestimmten Arten nichts einzuwenden.
Voraussetzung ist, wie oben auch beschrieben, ein geringer Keimdruck.
Aus diesem Grund ist es im Sinne der Fische sinnvoll, zumindestens in einer Übergangszeit, eine UVC-Lampe zu installieren.
Vom Blenny rate ich in der Startphase ab, da meist vorher nicht bekannt ist, ob Ersatzfutter angenommen wird.
Wenn Futter angenommen wird, wäre das eine Option.
Dito die (Sand) Grundel. Der relativ frische Bodengrund gibt nichts her.
Auch hier sehe ich anfänglich das Problem mit der Ersatzfutterannahme.
Mit zwei kleinen Fischchen und 700l Beckenwasser ist dem Nährstoffmangel aber nicht beizukommen.
Die 8 Fahnenbarsche waeren eine Option, wobei genügend Verstecke vorhanden sein müssten.
Gesunde und gut genährte Fische zu erwerben ist hier das eigentliche Problem.
Mit dem Einsetzen würde ich trotz UVC noch 3 Wochen warten.
Dem Stoffwechsel von 8 Pseudanthias squamipinnis wirst du einiges an Korallen entgegensetzen müssen.
Anthias müssen gut im Futter stehen. Sonst sind soziale Spannungen und Abmagerung nicht weit weg.
Natürlich hängt vieles vom Verhältnis Fisch/Koralle ab.
Schnell wachsende Korallen sind jene, die bestimmte Nährstoffe effizienter aus dem Wasser ziehen.
Nicht nur aus diesem Grund wird gern auf die Gruppe der Leder- oder Weichkorallen zurückgegriffen.
Diese Arten verzeihen so manchen (Anfänger) Fehler.
Acropora & Co. stehen keineswegs dahinter zurück.
Theoretisch koennen sie auch bei Neubeginn eingesetzt werden.
Allerdings sind kleine Fitzelchen nicht nennenswert in der Lage die anfallenden Naehrstoffe allein zu bewältigen, und damit zur Stabilität beitragen.
Mal abgesehen von den noch nicht im Einklang stehenden biologisch/chemischen Prozessen.
Da braucht es groessere Exemplare. Eine Mischung aus beiden könnte zu einem guten Start verhelfen.
So gut eine Anemone mit Clownfischen ins Bild passt, ist dieser Erwerb doch hinten anzustellen.
Nicht nur, dass die Anemone dort hinwandern wird, wo sich auch die Korallen wohlfühlen (Strömung, Licht), sie ist für "frische" Becken ungeeignet.
Gruß
Hajo