Hallo zusammen!
Territoriales Dominanzverhalten und Erkennen von Artgenossen.
Wir brauchen gar nicht tief in die Verhaltensforschung abzutauchen. Im Prinzip ist es einfach.
Fische erkennen ihre Artgenossen an genetisch fixierten Merkmalen. Bei Fischen ist es vorwiegend das Erscheinungsbild, inklusive Geruch etc.
Ein territorialer Fisch ist an sein Revier gebunden.
Sogar Jungfische sind territorial. Ihre Minireviere, oft nur einen halben Meter im Durchmesser, verteidigen sie rigoros gegen jeden kleinen Artgenossen.
Nicht immer wird jeder von dem Fisch besuchte Ort gegen seinesgleichen verteidigt. In einem regelmässig besuchten Revier kann es durchaus neutrale Gebiete geben. Diesen vom Fisch nicht verteidigten Bereich nennt man seinen Aktionsraum.
Der Fisch erkennt seine Art durch artspezifische Merkmale.
Tiere mit ähnlichen Lebensansprüchen werden sich immer verdrängen, wenn in ihrem Wohngebiet irgendwelche ökologischen Mittel begrenzt vorhanden sind. ( Fricke 1970)
Zuerst regulieren die Fische durch Aggressivität feste Dominanzverhältnisse, in der Natur sowie auch im Aquarium, sodass jeder genau seinen Platz innerhalb z. B. der (Becken)hiercharchie kennt. Auch die räumliche Verteilung im Revier (Aquarium) wird festgelegt, inklusive Schlafplätze.
Im Riff wird um Versteckplätze inner- und zwischenartlich gekämpft. Je enger der Lebensraum, umso aggressiver werden die Arten. Territoriales Verhalten sichert einem Tier oder einer Tiergruppe einen bestimmten Lebensraum oder bestimmte Zufluchtsstätten. Schliesslich ist territoriales Verhalten ein Mittel, die Überausbeutung eines Raumes etwa durch Überbeweidung zu verhindern. Es kann der Eindruck erweckt werden, dass Tiere nur um Nahrung und Versteck kämpfen. In Wirklichkeit richtet sich die inner- und zwischenartliche Aggression auf die Verteilung ALLER vorhandenen ökologischen Mittel, um die Konkurrenten in Streit geraten (Fricke).
Aggressivität ist bei Fischen teils angeboren, teils durch Umweltfaktoren bedingt. Aggressives Verhalten kann vererbt, wie auch erlernt werden!
Forscher nehmen an, dass es nicht DIE Aggression gibt, sondern unterschiedliche Aggressionstypen, die immer dann eingesetzt werden, wenn aggressives Verhalten im Leben eines Tieres gerade benötigt wird, beim Kampf um Nahrung, bei der Auseinandersetzung um einen geeigneten Geschlechtspartner oder bei der Verteidigung eines sozialen Verbandes. Rifffische werden aggressiv, wenn sich viele Individuen etwas Gleiches teilen müssen. Auch im Aquarium zu beobachten.
Die Qualität der Aquarienhaltung beeinflusst ebenfalls das Verhalten. Eine artgerechte Haltung kann dazu beitragen, dass Fische sich von ihrer friedlicheren Seite zeigen.
Fische passen ihr Verhalten in sozialen Situationen an, um Konflikte mit Konkurrenten zu vermeiden oder um sich selbst zu schützen. Letzteres zeigt sich u. a. als Demutsverhalten.
Gruß
Hajo