Hallo zusammen!
Bei über 800 Arten von Weichkorallen kann leicht der Überblick verlorengehen.
Glücklicherweise (oder unglücklicherweise?) sind davon nur ein Bruchteil im Handel.
Das sollte aber nicht ausschliessen, dass es hier und da etwas Neues zu bestaunen gibt, dass bei der Identifikation Fragen aufwirft.
In früheren Tagen habe ich zur (internationalen) Literatur gegriffen, die bei mir (fast) immer auf dem neuesten Stand war.
Selbst befreundete Aquarianer oder gute Bekannte wurden angewiesen mir vom Urlaubsort Literatur zu besorgen.
Die Neugier ist die Triebfeder für eine exakte Bestimmung und einer entsprechenden Pflege.
Egal ob bei Fisch oder Koralle.
Als ernsthafter Aquarianer will man schon wissen, was man sich ins Aquarium setzt oder setzen möchte.
Das hat neben der Artenbestimmung auch etwas mit den Umgebungsparametern, wie Lichtansprüche und Wasserbewegung zu tun.
Ebenfalls sind bei der Vergesellschaftung verschiedener Korallen deren unterschiedlichen Nesselmethoden zu beachten.
Sonst hat man in unserern relativ kleinen Behältern mit Zitronen gehandelt.
Aus Mangel an Literatur und Abbildungen haben wir damals auf die Unterwasseraufnahmen (Videos) befreundeter tauchbegeisterten Aquarianern zurückgegriffen.
Die Kenntnis der Biotope waren die ersten Krücken, mit denen wir die Pflege der Tiere in unseren Aquarien vorantrieben.
Heutzutage erfährt man u. a. Hilfe durch gezieltes Suchen im Netz.
Dort werden wir Fotos und Beschreibungen finden, die in ihrer Qualität und Menge selten in deutschsprachigen Fachbüchern zu finden sind.
Einige Bestimmungsliteratur ist dort auch vertreten, wobei die meisten dieser Beschreibungen lokaler Natur sind.
Immerhin, aus den meisten dieser Gebiete werden unsere Weichkorallen importiert.
Oft werden Gruppen zusammengefasst, sodass neben den Weichen auch noch Gorgonien etc. beschrieben werden.
Was ich eigentlich sagen wollte:
Es ist bei in die Tiefe gehenden Diskussionen immer von Vorteil auf dem neusten Stand zu sein.
Sonst redet man sich einen Wolf und es kommt nichts dabei heraus.
"Spezialisten in spe" sollten nicht nur über ein ausgezeichnetes allgemeines Grundwissen verfügen, sondern auch darüber hinaus in der Lage sein, Mittel und Wege zur Bestimmung selbst zu finden.
Erreicht man sein Ziel nicht, nagt es zwar am eigenen Ego, ist aber bei der Fülle des Angebotes nachzusehen.
Die Pflegemethoden haben sich partiell verändert, die Lebensformen der Arten nicht.
Gruß
Hajo