Hallo zusammen!
Meine eigene Sicht auf die Dinge:
Wenn es um HLLE (nur bei genauer Diagnose!) geht, kann ich die vielen erfolgreichen Berichte zur Therapie der Krankheit auf Vitaminbasis/Mineralstoffen und jodreichen, pflanzlichen Nahrungsquellen nicht ignorieren.
Im Gegensatz zu HLLE hat das Erscheinungsbild der „roten Flecken“ meist einen bakteriellen Hintergrund.
Es werden unterschiedliche Behandlungsstrategien empfohlen.
Antibiotika und/oder spezielle Ernährung. Je nach Vorhandensein eines Quarantänebeckens o.ä.
Die Ursachen sind HLLE ähnlich.
Ein gesunder Fisch, optimal ernährt, in einer gesunden, biologisch einwandfreien Umgebung, wird niemals eine dieser Krankheiten bekommen.
Vitalstoffe sind Bausteine im natürlichen Nahrungsangebot der Fischarten und in ihrer Ausgewogenheit ein Grundpfeiler für ein gesundes Fischleben.
Wissenschaftliche Studien/Versuchsreihen über erfolgreiche Behandlungen von HLLE mit bestimmten, hoch dosierten Vitaminen sind veröffentlicht.
In einigen Fällen blockierten nach Absetzen des vitaminisierten Futters schlechte Wasserwerte die vollständige Genesung.
Auch die meisten kommerziellen „Geheimwaffen“ gegen beide Erscheinungsbilder sind mit Vitaminen, Jod, Pflanzenanteilen und weiteren Mineralstoffen gespickt.
In der Natur gibt es kein HLLE!
Auch keine roten Flecken!
Ergo ist es hausgemacht.
Wenn man genauer hinschaut, scheint die Ursache mit Stress verbunden zu sein.
Unter Stress versteht man hier Reaktionen des Fisches auf schlechte Umweltbedingungen, wie suboptimales Wasser- und/oder Nahrungsangebot, sowie einige unbestimmte Faktoren, welche unnatürliche, künstliche Milieus und unkontrollierte Eingriffe jedweder Art mit sich bringen, und dadurch unbemerkte Kettenreaktionen auslösen.
Der Fisch trinkt die Jauche, in der er sich aufhalten muss!
Wir hatten vor einiger Zeit einen Fall, wo bei einem Flavescens nach Zugabe eines Nährstoffsenkers mit probiotischem Anteil, die roten Flecken auffällig wurden.
Nach Absetzung des Mittels verschwanden sie, nach späterer Zugabe traten sie wieder auf.
In diesem Punkt hatten wir einen Fall, der reproduzierbar blieb.
Das nur zum Thema der unkontrollierten Zugabe von Additiven.......
Nicht immer ist das, was für unsere Korallen von Nutzen ist, auch für unsere Fische bekömmlich.
Ich weiß, die Dosis macht das Gift.
Wer kann aber schon sagen, was und wann zu welcher Zeit in seinem Aquarium toxisch für ein Fischleben wird?
Seit dem Run auf bestimmte Additive bin ich mir da nicht mehr so sicher.
Nicht immer ist das, was auf der Flasche vermerkt ist, dem Fischorganismus verträglich.
Eine schleichende Vergiftung kann auch über einen längeren Zeitraum hinweg zum Exitus führen.
Auch der negative Einfluss von z. B. elektrischen Kriechströmen ist als Dauerstress dokumentiert.
Ebenfalls eine häufige Desorientierung bei einigen Anwendern von Zusätzen zur Wasserpflege.
Das eine, sowie auch anderes, kann bei empfindlichen Fischen zum Auslöser werden.
Je weiter wir uns von den natürlichen Lebensgewohnheiten der Fische entfernen, desto häufiger sind indifferente Symptome oder Mangelerscheinungen zu beobachten.
Spezielle, hoch angereicherte Futtersorten helfen uns manchmal, die Merkmale zu lindern, aber wie es so oft ist, doktern wir mehr an den Symptomen herum, als uns primär mit den Ursachen zu beschäftigen.
Gruß
Hajo