Hallo zusammen!
Meine Begegnungen mit den sogenannten Plagen und deren Bekämpfung sind sehr durchwachsen.
Es sind Begegnungen mit Majanos, Aiptasien, Valonia, Tubellarien, Strudelwürmern etc.
Krankheiten lasse ich mal aussen vor.
Algen sind für mich keine Plagen.
Eher Indikatoren für das eine oder das andere.
Zu den Majanos ist folgendes zu sagen:
Der erste und wohl einzige Befall liegt viele Jahre zurück.
Der ersten, wohl naiven Freude über eine kleine, plötzlich aufgetauchte Anemone, die sich auch rasant vermehrte, wich später der Ohnmacht, diese Invasion nicht mehr in den Griff zu bekommen.
Die Ursache für diese Vermehrungsexplosion lag einzig und allein in meiner damaligen Unkenntnis der enormen Produktionsraten dieser Art.
Als die Anemonen sich hundertfach über das ganze Becken ausbreiteten, immer öfter zwischen den Korallen ihren Platz einnahmen, musste ich die Notbremse ziehen.
Inspiriert von einem Artikel von J. Frische versuchte ich es mit einem Pärchen von Chaetondon xanthurus.
Ohne nennenswerten Erfolg, da das anfängliche Interesse mit der Fütterung der übrigen Insassen einschlief.
Die Fische waren zwar Feilen, aber keineswegs die Art Tomentosus.
Eigentlich kaufe ich keine Fische unbesehen in der Tüte.
Da ich aber für diesen Kauf eine ordentliche Strecke fahren musste, bat ich telefonisch unter Zeitdruck um eine schnelle Übergabe.
Das war dann der bekannte Kauf mit der Katze im Sack (oder Fisch in der Tüte). 
Der zweite Anlauf mit dieser Art gelang, was sich aber nicht wirklich deutlich in der Dezimierung niederschlug.
Auch die später neu eingesetzten Chaetodonton kleinii zeigten wenig Interesse.
An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass meine damalige Ungeduld kein guter Ratgeber sein sollte.
Wie sich im Nachhinein herausstellen sollte, wurden von diesen Fischen nur die kleinsten Ableger der Anemonen angegangen. Die grossen Exemplare wurden in Ruhe gelassen.
Bei dem riesigen Majanofeld, das sich mir auftat, ging der Überblick verloren.
Um nicht meinen kompletten Korallengarten aufs Spiel zu setzen, griff ich letztendlich zu Kalziumbrei und Handarbeit.
Es wurde eine mühevolle Aufgabe, da viele Anemonen mehrfach „behandelt“ werden mussten.
Irgenwann trat wieder Normalität ein, aber das nächste Ungemach liess nicht lange auf sich warten.
Tubellarien.
Um es gleich vorweg zu nehmen, die Tubellarien wurden Opfer einer Schnecke, namens Chelidonura varians.
Das sollte erst viel später passieren, in einem meiner kleineren Aquarien.
Die erste Schnecke bestellte ich per Versand.
Leider überlebte sie die ersten Tage nicht, da die kalte Witterung (Frost) für den Versender nicht bedeutete, Heatpacks mitzuliefern.
Der zweite Anlauf in einem anderen Bezug wurde zu einem vollen Erfolg.
Wie erwähnt, war es der zweite Anlauf viele Jahre später.
Die erste Begegnung mit Tubellarien erfolgte bereits in den frühen Jahren meiner Meerwasser-Schritte.
Auf einer Sandfläche von ca. 3,0 qm tummelten sich Millionen von rotbraunem Gewürm.
Die Deko nicht mit eingerechnet.
Dieser Invasion konnte nur begegnet werden, indem das Becken chemisch gereinigt, also aufgelöst wurde.
Das brachte ich nicht über das Herz.
So griff ich zur zweiten Methode, der Entfernung durch Absaugung.
In einem langen Prozess über mehrere Monate fiel der Aktion eine gehörige Menge Salz und Sand zum Opfer.
Dann war eines Tages der Spuk vorbei.
Ich sollte noch hinzufügen, dasss Anfang der 1970er Jahre noch keine sanfte Chemie zur Verfügung stand, um dieser Plage effektvoll zu begegnen.
Praktische Kenntnis über die alternative Schnecke war auch nicht vorhanden.
Heutzutage versichert man sich der Mithilfe von speziellen Lippfischen vs Waminoa und einer gewissen Nacktschnecken-Art für die kleineren, roten Strudelwürmer.
Letztere Art, Chelidonura varians, wurde mit Erfolg später in einem kleineren Becken eingesetzt.
Wer Fische kauft und pflegt, der lebt in dauernder Gefahr irgendwelche Parasiten oder sonst etwas lästiges einzuschleppen.
Zur Plage werden können auch die Brüder und Schwestern von Majano spec., die Aiptasien.
Diese Art ist häufig als blinder Passagier bei Neukäufen aller Art anzutreffen.
Hat man sie einmal zwischen den Korallen, ist guter Rat teuer.
Doch die Entfernung dieser Invasoren ist heutzutage relativ einfach, je nach Größe des Aquariums.
Entweder durch Chelmon oder durch Kalkbrei. Bedingt auch durch einige Lysmata-Arten.
Dieser Bedrohung stellte sich dann Chelmon rostratus und eine Horde von Lysmata wurdemanni.
Der Erfolg hielt aber nur so lang, bis der Chelmon abgegeben wurde und die Lysmata mehr Gefallen an der Beikost von Futterbrocken für die Fischgesellschaft fanden.
Es wurde aber nicht zum ernsten Thema, da der Rest der Aiptasien mit Kalkbrei vernichtet wurden.
Carnivore Gesellen sind nicht an Valonia & Co. interessiert.
Diese Kugelalgen können unter bestimmten Umständen mitunter zur Plage werden.
Im grossen Becken wurden sie von Großkaisern & Co. kontrolliert.
Es gab über die vielen Jahre nicht eine einzige von ihnen.
In den kleineren Becken wurden sie zeitweise zum Problem, da sie sich zwischen die Korallenäste klemmten und dadurch das Gewebe abstarb.
Um einer Valonia-Plage Herr zu werden, griff ich auf Elysia crispata zurück.
Leider gab es keinen nennenswerten Erfolg.
Die Schnecke färbte sich zwar gelbgrün, was auf die Aufnahme von pflanzlicher Nahrung hindeutete, die Algen wurden aber nicht weniger.
Es liess nur den Schluss zu, dass es nicht das war, wofür ich es hielt- der Kugelalgenfresser Elysia crispata. Auch ist diese Art extrem kurzlebig.
Höchstwahrscheinlich war es eine andere Spezies aus dem grossen Sackzungenschnecken-Pool.
So entfernte ich die lästigen Untermieter händisch unter der Mithilfe zweier Zebrasoma flavescens, die nach und nach auf den Geschmack gekommen waren.
Ein befreundeter Aquarianer wurde durch Zebrasoma veliferum bei der Reduzierung der Algen unterstützt.
So, das war erst einmal ein kleiner Überblick mit kleineren Anekdoten rund um die „Pestilenz“ in meinen Aquarien.
Gruß
Hajo