Hallo Stefan!
Für den Laien ist es nicht einfach eine Krankheit früh genug überhaupt zu erkennen.
Meist erst dann, wenn die Symptome es dem Fisch schwer machen und er sein Verhalten ändert, wird man misstrauisch.
Bei Infekten mit Schwärmerstadien wechselt das optische Erscheinungsbild in Intervallen, sodass die trügerische Hoffnung den Pfleger oft im Glauben lässt, der Spuk wäre vorbei.
Mitnichten.
Er nimmt nur einen weiteren, apokalyptischen Anlauf.
Weil aber manche Auffälligkeiten sich ähneln, der Laie nicht in der Lage ist, Gut von Böse zu unterscheiden, wird in vielen Fällen zur chemischen Keule gegriffen.
Das lebende Riff setzt uns hier Grenzen.
Das ist manchmal auch gut so, da Überinterpretationen uns auf eine falsche Fährte locken können.
Ich möchte nicht ausschließen (ich sitze leider in der 2. Reihe), dass wir dem optischen Eindruck auf den Leim gehen.
Als Beispiel kann die Schreckfärbung beim Acanthops herangezogen werden.
Mit dem plötzlichen Verlust des kleineren Partners geht oft eine plötzliche, helle Verblassung des Blautons und eine ungewöhnliche Nervosität beim zurückgebliebenen Partner einher.
Ähnlich wie auf der Abbildung.
Diese Auffälligkeit verschwindet meist nach 24 Stunden und das Verhalten wird langsam wieder normal.
Den Verlust des Partners und die Schreckfärbung des übriggebliebenen Fisches führte ich damals bei mir auf die Anwesenheit einer grossen Krabbe zurück.
Mit diesem kleinen Beispiel möchte ich an eine sorgsame! Kontrolle (Gegenlicht) der Fischhaut und der Kiemen erinnern.
Insbesondere bei den anderen Fischen im Becken!!
Wenn dort nichts zu bemerken ist, was von früheren Merkmalen abweicht, dann bitte den Einsatz von Chemie bedenken.
Oft untermauert ein Scheuern die richtige Diagnose.
Das ist natürlich alles relativ.
Nicht jeder Pfleger schaut tagsüber mehrmals ins Becken.
Gruß
Hajo
