Hallo Aquarius,
die beiden C.xanthurus sind bereits das 2. Paar, das sich im Becken als Majanofresser betätigen sollten. Leider habe ich beim ersten Mal beim Händler nicht so genau hingeschaut und mir infizierte Fische eingehandelt. Beide haben ca. 6 Wochen überlebt, zeigten aber keinerlei Agressionen gegeneinander. Nur die alteingesessenen C. kleinii, auch ein Paar, spielten verrückt und griffen die beiden Neuen massiv an. Dabei tat sich das weibliche Tier von C. kleinii besonders hervor!! Das Männchen nahm nach 1 Tag keinerlei weitere Notiz von der Konkurrenz.
Das Spiel wiederholte sich nach dem Einsetzen des 2. Paares. Nach ca. 1 Woche war auch dieses Schauspiel vorbei und bis dato ist Frieden im Becken. Nur Zebrasoma xanthurum muckte noch ein paar Mal auf, er gibt immer bei Neuzugängen seinen Senf dazu....
Entsprechend dem von mir beobachteten Fressverhalten der Falter, auch C.keinii nippelt ab und zu an den Korallen, habe ich die ehemalige Vielfalt der Korallen im Becken leicht reduzieren müssen. Alle diejenigen Korallen, die besonders attackiert wurden, sind aus dem Becken entfernt worden und es sind nur solche übriggeblieben und auch einige neu hinzugekommen, die weniger oder gar nicht interessant für die Chaetodonten waren. Nicht beachtet wurden Sinularia-und Cladiella-Arten, Xenien, Sarcophyton spp., Favites und Caulastrea und diverse Hornkorallen. Euphyllia glabrescens und E. ancora stehen auch nicht auf dem Speisenplan. Echinopora lamellosa, Leptoseria-Arten sind auch wenig interessant für die Fische, dagegen in überraschender Weise wurde eine Pachyseris rugosa so stark attackiert, daß ich sie entfernen mußte.
Allgemein kann ich sagen, daß in der Regel die Acropora-Arten viel häufiger "besucht" wurden, als z.B. die flach wachsenden Arten und die Weich- und Lederkorallen. Zwei große Seriatopora caliendrum-Blöcke werden regelmäßig besucht aber kommen nicht zu Schaden. Bis auf das Einziehen der Polypen sind keine Veränderungen festzustellen. Die Tiere wachsen und werden trotz der Störungen immer größer. Die Ausflüge zu den favorisierten Korallen wurden im Laufe der Zeit immer seltener, die meiste Zeit verbringen beide Tiere damit, den Bodengrund und die Räume zwischen den Korallen abzusuchen. Diese Verhalten habe ich parallel bei Pomacanthus chrysurus und Holocanthus ciliaris beobachten können. Je älter diese Tiere wurden, je interessenloser gegenüber den Korallen wurden sie. Im juvenilen Stadium waren sie oft damit beschäftigt, hier und da an den Korallen zu zupfen. Diese Verhalten ging mit zunehmendem Alter auf Null. Nur "Neuzugängen" von Korallen wurden einer "Geschmacksprobe" unterzogen und dann aber links liegen gelassen. Wahrscheinlich werden sie im Alter immer fauler....
Allgemein zusammengefaßt kann ich über die 16-monatige Pflege von C.xanthurus folgendes sagen: Wer seine Korallen entsprechend anpasst und wer seiner Glasrosen- oder Majano-Plage Herr werden will, dem ist
mit C.xanthurus geholfen. Aber Vorsicht! Probieren geht über Studieren. Es soll Exemplare geben, die Majanos mit Stumpf und Stiel ausrotten. Meine Tiere haben sich nur an den kleinen Anemonen gütlich getan, die großen Anemonen wurden nur angebissen und nicht gefressen. So habe ich zwar noch einige große Exemplare im Becken, aber keinen Nachwuchs. Damit ist mir auch geholfen. Die Feilenfische waren keine Hilfe, nur Nieten. Sie habe ich im Becken gelassen, da sie an keinerlei Korallen gehen (es soll auch andere Berichte geben!)
Ich hoffe, Dir mit meinem Bericht geholfen zu haben. Interessant wäre zu wissen, ob es auch anderen Orts positive Berichte über das Zusammenleben von Falter- und Kaiserfischen mit den verschiedensten Korallenarten gibt.
Seit 3 Wochen probiere ich das Mittel Joe´s Juice als Waffe gegen die übriggebliebenen großen Majanos aus. Es sieht so aus, als ob diese "Wunderwaffe" wirkt. Nur muß man die Dosis mindestens verdreifachen. Bei dem angegebenen Tropfen/Anemone zeigte sich noch kein Erfolg. Die Tiere schrumpelten und kamen wieder. Bei der erhöhten Dosis ist bis dato kein Tier mehr zu sehen. Es kann aber auch sein, das die verschrumpelten Reste der Majanos von den Faltern gefressen werden. Klein genug sind sie ja dann. Mal sehen was M.Mrutzek über seine Testreihe berichtet!??
Hajo