Beiträge von hajo

    Hi Dietmar

    was heist ein Becken ohne Calcium&co-Verbrauch, wenn das Becken voll mit SPS und LPS ist, hast Du einen hohen Calciumverbrauch.
    Nun der tägliche Wasserwechsel von 20L ist so berechnet, das der KH-Wert, Calcium,Magnesium, usw im Optimalen Bereich lag, dazu
    werden noch Phosphate und Nitrate reduziert, und Problemen vorgebeugt. Was will man mehr?
    Beim neuen im Bau befindlichen 3600L Becken werde ich wieder alles an Filtern weglassen, und nur mit Wasserwechsel arbeiten.


    Eventuell basiert diese Aussage auf einem Rechenfehler? Aber auch in diesem Fall ist es nicht möglich die schwindenden Elemente wie Karbonat und Calcium ausschließlich durch den WW zu ersetzen. Sie müssen selbst bei moderatem SPS/LPS-Wachstum hin und wieder ergänzt werden. Bei einem Becken voller Steinkorallen schon allemal! Ich bin davon überzeugt, dass ein regelmäßig durchgeführter WW das Milieu in unseren Aquarien stabilisiert und das manches Element nicht so schnell zur Mangelware wird, wie es möglicherweise in anders betriebenen Becken der Fall ist. Es werden hierbei nicht nur partiell die Nährstoffe reduziert, sondern gleichzeitig verbessert sich der allgemeine Wasserhaushalt, insbesondere durch die Auffrischung der Salze und Spurenelemente. Wer einen verstärkten WW nicht scheut, läuft weniger in Gefahr schneller bei jenen Defiziten zu landen, die uns später unwiderruflich doch zu einer Verbrauchsoptimierung gewisser Elemente führen. Wie viel WW und in welchem Zeitraum er durchgeführt werden soll, obliegt den eigenen Beobachtungen. Je nach Besatz kommen einige Becken einige Zeit lang ohne die zusätzliche Zuführung von Calcium und Karbonaten aus. Früher oder später bedient sich aber jeder dieser Methode, ob per „Balling“ und/oder Kalkreaktor.
    Bekanntlich ist der Karbonatspiegel, ebenso wie das Calcium, nicht immer gleich bleibend. Um dieses Problem zu lösen, wird bei mir die Verdunstung eines 300l-Beckens durch ein mit Natriumkarbonat angereichertes Wasser (60g/20l) ersetzt. Dies geschieht per Kanister und Nachfüllautomatik. Die benötigte Menge an Karbonat ergab sich durch langsames Herantasten auf eine gewünschte Höhe von KH 8-9. Diese Methode ergibt zumindest einige Sicherheit in Richtung einer stabilen KH, hat auch (jedenfalls bei mir) den schönen und praktischen Nebeneffekt eines ebenfalls stabilen PH-Wertes. Aber auch bei dieser Methode kommt man nicht umhin, hin und wieder per Hand den Karbonatspiegel zu erhöhen. Der Verbrauch von Karbonat durch die Korallen lässt sich nicht immer genau auf eine bestimmte Größe festlegen. Da spielen andere Dinge auch eine Rolle, wie z. B. das Calcium und der Wachstumsmotor unserer Korallen.
    Leider bin ich wieder am eigentlichen Thema vorbeigesegelt. Aber vielleicht nicht vollständig. Denn über die Art und Weise, wie ich mein Wechselwasser ansetze, kommt man letztendlich schnell auf das Folgethema, nämlich die Häufigkeit eines Wasserwechsels. :winking_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Endlich einmal eine lebhafte Diskussion über einen wichtigen Parameter, der als eines der „Major-Elemente“ in unseren Aquarien von großer Bedeutung ist.
    Wir lesen in der Literatur meist von Werten um KH7. Ein Großteil unserer Aquarien ist so eingestellt und birgt keinerlei Probleme. Ein Becken kann auch mit einer geringeren KH gut laufen. Allerdings konnte ich beobachten, dass dabei die Wachstumsgeschwindigkeit der Steinkorallen nachließ. Beim anderen Becken (KH9) hingegen sah man eine deutliche Zunahme des Wuchses. Ob das alles so schlüssig ist, weis ich bis dato nicht. Kann vielleicht Hans-Werner etwas zu dieser Beobachtung sagen?
    Beim anderen Thema „Licht“ möchte ich widersprechen. Als ich die Beleuchtung von HQI auf LED umstellte, war mir auch nicht wohl, da zu damaliger Zeit nur Vermutungen kursierten. Eine davon sagte aus, dass beim Wechsel Verluste hinzunehmen wären. Weit gefehlt! Nachdem mit der „Hauruck-Methode“ die Beleuchtung gewechselt wurde, nahmen mir nur meine Discosomas den abrupten Wechsel übel. Sie schrumpften etwa auf die Hälfte ihrer früheren Größe und die Farben (Blau) verblassten leicht. Es dauerte Monate bis sie zur alten Größe und Farbe zurückfanden. Sonst passierte NICHTS. Wie das umgekehrt der Fall gewesen wäre, entzieht sich leider meiner Kenntnis.
    Vielleicht liegt in dem vorliegenden Problemfall der Hund woanders begraben?

    Gruß
    Hajo

    Hallo Dietmar,

    auch ein 3. Liga-Spieler möchte mal in die 1. Liga. Hier im Forum wird diskutiert und oft um Hilfe gebeten.
    Wenn ein "Bundesliga-Spieler", z. B. wie Joe, etwas zu sagen hat, sollte man das nicht ignorieren oder gar abfällig bewerten.
    Weil er Händler ist, bedeutet nicht, daß er nicht auch seine persönliche Meinung vertreten kann, die bei ihm oft nicht so sehr in das allgemeine Händler-Profil passt. :thup
    Es soll auch 3- Liga-Spieler geben, die beratungsresistent sind, sich nicht weiterentwickeln und nach etlichen Katastrophen ihr Hobby an den Nagel hängen. Der Verkaufsteil in den Zeitungen zeugt von diesen "Abbrüchen".
    Lieber hinauf auf den Weg in die 1. Liga, als ein Verharren in der 3. Klasse!
    Übrigens gibt es auch die 3. Klasse SÜD! :grinning_squinting_face:

    Hallo Jürgen,

    falls die Wasseranalyse, bzw. Wasserqualität Deines Versorgers den Anforderungen Deiner Tiere entspricht, steht einem WW mit Leitungswasser nichts im Wege. Ich kenne einige Aquarianer, die zur Pufferung ihres angesetzten Wassers (im Gegensatz zur Osmose), auf diese Variante schwören.

    Gruß
    Hajo

    Hallo Dietmar,

    vormals hatte ich ja erwähnt, dass einige Tiere in der Lage wären, sich auch an weniger optimale Gegebenheiten anzupassen. Das gilt insbesondere über einen langen Zeitraum, was bei Dir ja zutrifft. Diejenigen Arten aber, die nicht in der Lage sind, sich schnell zu akklimatisieren, verdienen eigentlich unsere größte Aufmerksamkeit. Du wirst sicher auch bei Dir Verluste beobachtet haben, die zuerst nicht erklärbar waren. Während die eine Art keinen Schaden nahm, überlebte die andere Spezies nur für kurze Zeit. In erster Linie scheint es Neuzugänge zu treffen, die gerade aus der Natur entnommen wurden, also keine Nachzuchten, die bereits ihr künstliches Element kennen gelernt haben. Nach meinen Beobachtungen betrifft es aber auch jene Tiere, die aus qualitativ hochwertiger (Wasser)-Pflege in die Gefilde des Altwassers übersiedelt wurden. Diese Beobachtungen sind nicht neu, haben aber oft (nicht nur) etwas mit der Wasserbeschaffenheit zu tun. Wenn man wie Du die etwas resistenteren Arten pflegst, führt das beileibe zu keinerlei Kritik, aber es ist nicht das Maß aller Dinge. Deine These von der Geduld ist ja nicht ungewöhnlich, aber ob sie uns immer zu der richtigen Erkenntnis verhilft, darf man bezweifeln. Für mich gilt ein anderer Ansatz. Z. B. was setzt man sich als Ziel? Immer in Geduld zu verharren bringt uns nicht weiter. Persönlich reagiere ich erst einmal neugierig auf alle positiven Erfahrungen aus der salzigen Szene, wie auch auf diverse wissenschaftliche Veröffentlichungen, soweit sie mir weltweit zugänglich sind. Allerdings tritt da nicht jede Erklärung oder Meinung ihren Beweis an. Leider. Umso mehr liegt es an uns, alles zu hinterfragen und/oder sich selbst an eine neue Materie heranzutasten. Der Weg ist das Ziel. Stillstand hilft uns nicht weiter. Sonst wäre auch die Meerwasseraquaristik heute nicht auf so einem hohen Stand. Weder Du noch ich haben das Rad neu erfunden, eine Glaubensfrage kann es auch nicht werden, denn dann wären sämtliche Empfehlungen namhafter Autoren und Wissenschaftler in puncto PRO WW für die Tonne. Wenn man jetzt Deinen Faden weiterspinnen würde, käme man auf den Gedanken, dass uns weltweit die „Salzmafia“ im Griff hat, indem sie sich einer aggressiven Werbung bedient, die uns suggeriert ohne WW nicht auskommen zu können. Anders herum könnte ebenso vertretbar werden, dass die einmalige Füllung beim Start eines Beckens ausreichen würde. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Die Erfolge in der Korallenhaltung der letzten 20 Jahre, bzw. auch in ihrer Vermehrung, basieren m. E. nicht primär auf der Entwicklung der Abschäumer (wie ich mal gelesen habe), sondern in der konsequenten Weiterentwicklung der Salzmischungen. Ich betreibe u. a. seit 4 Jahren ein Abschäumer freies Steinkorallen-Becken. Vor 30 Jahren wäre mir das kaum gelungen, trotz intensiver Abschäumung! Den Erfolg schreibe ich den heutigen, exzellenten Salzmischungen zu. Ich kenne auch die andere Seite. Mein Quarantäne-Becken wird ebenfalls ohne Abschäumung betrieben, allerdings auch (fast) ohne WW. Es befinden sich in ihm Ableger aus anderen Becken, und es ist eigentlich zur Akklimatisierung neuer Fische gedacht. Den Unterschied sehe ich deutlich, täglich!
    Die Frage nach den Salzmischungen ist nicht einfach zu beantworten. Mit Premium-Salzen kann man eigentlich nichts falsch machen, aber auch da gibt es Mogelpackungen…….
    Ich vermute aber mal, dass die Korallen sich aus einem vielfältigeren Angebot effektiver bedienen können, als aus einem von stark begrenzten Elementen. Die Trefferquote für die Optimierung von Gesunderhaltung und Wachstum einer jeden, momentan von uns gepflegten Korallenart scheint mir da höher zu sein, als bei den billigen Salzen. Ähnlich sehe ich das beim Thema WW.
    Übrigens: Ich vermisse die Reaktionen unserer Forengemeinde. Bei so vielen Hits sollte da auch einmal ein Beitrag kommen! Interessant ist dieses Thema allemal.
    Hans-Werner, ich mache mich dauernd für die Salze stark, aber von Dir kommt kein Kommentar mehr. :grinning_squinting_face: Ist die These von Dietmar vielleicht doch zu vertreten?
    Gruß
    Hajo

    Hallo Dietmar,

    Ich möchte das Gelingen nicht in Abrede stellen. Manche Arten sind toleranter, einige nicht. Außerdem hattest Du ja doch einen hin und wieder durchgeführten WW angeführt. :grinning_squinting_face: Ob das für die gesamte Palette der von uns gepflegten Korallen ausreicht, möchte ich bezweifeln. Es sind einige Spezies darunter, die als heikel gelten und ohne eine zusätzliche Auffrischung von Spurenelementen und Salzen nicht in jenem Maße gedeihen, wie sie in ihrem natürlichen Habitat vorgefunden werden. Das hat seinen Grund nicht allein unbedingt beim Futter, sondern auch in der Verwertung der ihnen in diesem Lebensraum permanent angebotenen biochemischen Elemente.
    Bleiben wir einmal in dieser Ecke. Eine alte Bauernweisheit besagt, dass der dümmste Bauer die dicksten Kartoffeln hat (dümmster Bauer = karger Boden?). Mag sein, aber das ist, bezogen auf unser Thema, nur die halbe Erkenntnis. Besagter Bauer wird auch nur mit dieser einen Kartoffel Erfolg gehabt haben, denn über die anderen (Kartoffel)-Sorten sagt dieses Sprichwort nichts aus. Jede Pflanze, und hier beziehe ich mal die Korallenarten mit ein, benötigt den ihr eigenen „Boden“, denn ohne ihn würde sie verkümmern und schlimmsten Falls das Zeitliche segnen. Ich habe im Laufe der Zeit Korallen gehalten, die ohne die zusätzlichen Hilfsmaßnahmen zwar irgendwie gewachsen wären, aber nie ihre natürlichen Farben und ihren arttypischen Wuchs erhalten hätten. Licht spielt hier natürlich auch eine Rolle. In solchen Diskussionen ist der beste Beweis für die Gesundheit einer Koralle die Konsistenz ihres Skelettes. Vergleich einmal die Festigkeit eines aus der Natur entnommenen Korallenblocks mit dem eines jahrelang vom WW vernachlässigten Beckens. Der Unterschied liegt in ihrer Brüchigkeit, was einen Mangel an eingebauten Elementen darstellt, bzw. Störungen im Skelettaufbau. Ein und dieselbe Korallenart kann in der Natur auch in unterschiedlichen Tiefen vorkommen. Die Farbe und Wuchsform werden sich dadurch leicht verändern, die Konsistenz ihres Skelettes aber nicht. Da wir aber immer noch nicht genau wissen, was eine jede Koralle für sich allein gänzlich in Anspruch nimmt, bleibe ich beim allumfassenden WW und nicht beim Prinzip Gießkanne, in dem ich nur ab und zu irgendwelche Elemente zufüge, deren Wirksamkeit nur partiell zu erklären sind.
    Wie gesagt, wenn ich den Unterschied nicht kennen würde, könnte ich mich auch nicht so weit aus dem Fenster lehnen, um meine Philosophie in der Haltung von Korallen und Niederen anderen schmackhaft zu machen. Vielleicht aber praktiziere ich ein Zuviel des Guten. Wenn das so sein sollte, liegt mein Defizit nur im Geldbeutel und nicht in der Gesundheit meiner Korallen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo, Andreas

    Abgesaugt wurde mit einem Luftschlauch.Nimmst Du einen groesseren Durchmesser, hast Du auch einen groesseren Wasserverlust.
    Da das taeglich passiert,macht das Sinn.
    Warum nimmst Du nicht einen Synchiropus? Es gibt Negativmeldungen hierzu, die positiven Beobachtungen ueberwiegen aber. Mit Unterstuetzung des
    Absaugens klappt es bestimmt. Es dauert halt ein bischen laenger,als mancher Ungeduldige abwarten kann. Ich habe zur Prophylaxe stetig Mandarine in den Becken.
    Gruss
    Hajo

    Hallo,

    es wäre schade, wenn das Thema hier zu einem „Glaubenskrieg“ ausartet. Denn Glauben ist nicht Wissen! Mal ehrlich, wer kennt den genauen Unterschied von Analysen zwischen einem „frischen“ angesetzten Meersalz und dem Wasser eines alten, eingefahrenen Beckens, das länger ohne WW ausgekommen ist? Ich meine jetzt den Unterschied in Bezug auf alle chemischen Parameter und den ihr eigenen gesetzmäßigen, biochemischen Prozesse, welche ständig in diesem künstlichen Milieu einer Veränderung unterworfen sind. Salze verändern sich mit der Zeit und Spurenelemente gehen verloren. Das komplette Milieu verarmt und bedarf einer Auffrischung. Den Tieren sind essentielle Elemente mit der Zeit nicht mehr zugänglich und physiologische Prozesse werden gestört.
    Das ist m. E. der Hauptgrund, warum ein Wasserwechsel notwendig ist und in der Literatur wird immer wieder darauf hingewiesen. Mir ist auch kein namhafter Wissenschaftler bekannt, der gegenteilig argumentiert.
    Nur Fossa/Nielsen zu zitieren und sich an fehlenden oder mangelhaften Beschreibungen zu diesem Thema zu reiben, ist zu kurz gegriffen. Ich möchte auch nicht immer die alte Garde der Meerwasserautoren wie Wilkens, Kipper, Baumeister, de Graaf oder andere zitieren, die allesamt den WW propagierten (manche aus Gründen, die heute nicht mehr diesen Stellenwert haben) . Ich möchte es nur an einem „neuzeitlichen“, und über alle Länder hinweg geachteten Autor wie Julian Sprung festmachen. Ihn jetzt hier vollständig zu zitieren, wäre ein Abend füllender Monolog. Deshalb empfehle ich, seine Abhandlungen zum Thema WW im Kapitel 8 seines Werkes „Das Riffaquarium“, Band 1 zu verinnerlichen.
    Danach ist zu diesem Thema eigentlich alles gesagt.
    Das es Aquarien gibt, die ohne WW betrieben werden, sei unbestritten. Ich bezweifele aber deren Effektivität bezüglich einer optimalen Haltung von Korallen. Dass viele Korallen sich anpassen können, ist hinreichend bekannt. Dass es einige mehr oder weniger länger in solchen Becken aushalten, ist ebenfalls bekannt. Nur allein ihr Überleben und ein bescheidenes Wachstum als Ideologie zu verkaufen ist absurd. Man beachte nur einmal die älteren Aufnahmen von Korallenriffaquarien und die neuzeitlich gepflegten Becken. Da wird der Unterschied sehr deutlich (auch ohne das Zeolith-System). Es hat sich viel getan in dieser Szene. In der Hauptsache ist die Qualität der Salze gestiegen. Wer z. B. früher 24 Std., inklusive der Belüftung, warten musste, um gefahrlos seinen WW durchzuführen, der benötigt heute nur Stunden. Bei kleinem Teilwasserwechsel nur Minuten. Auch ist die Vielzahl an Spurenelementen in diesen Mischungen komplexer geworden, was natürlich allen Tieren zu Gute kommt. Man könnte jetzt die Philosophie vertreten, eine zeitweilige Auffrischung dieser „schwindsüchtigen“ Elemente ersetzt den kompletten WW. Das ist falsch, weil bis dato immer noch nicht umfassend bekannt ist, was im Einzelnen jeder einzelnen Korallen- oder Niederen Tierart physiologisch gut tut, bzw. was partiell für den Einbau in ihr Skelett von elementarer Wichtigkeit ist und was nicht. Deswegen werden einige Salzmischungen so aufgepeppt, dass dort die Basis für eine befriedigende Haltung dieser Tiere gelegt ist. Weiterhin ist man gut bedient, wenn man sich auf ein Minimum der bekannten, nutzbringenden Spurenelemente-Zugaben beschränkt, aber den WW dabei nicht vergisst, bis hin zu jenem Tag, an dem wir tatsächlich um die kompletten Bedürfnisse jeder einzelnen der von uns gepflegten Korallen und Niederen Tiere wissen, die dieses uns dann in Farbe, Wachstum und Gesundheit dokumentieren werden.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Sven,


    „Ich glaube aber für viele Ottonormalaquarianer ist es verdammt schwer zu erkennen, wann wie was anschlägt und wie man gezielt nur kleine Veränderungen vornehmen kann, um dann das Ergebnis auch nur darauf zu beziehen.
    Die Frage ist ja dann auch, kann ein Ottonormal überhaupt alle anderen Werte so im Gleichgewicht halten, damit das Ergebnis auch nur auf die eine Veränderung abzielt.“


    Ich habe mir noch einmal alle Deine Aussagen zum Thema „Gleichgewicht“ angesehen.
    Dein Becken scheint momentan in solch einer Verfassung zu sein, zumindest aus Deiner persönlichen Sichtweise. Du hast ebenfalls berichtet, dass Dein Becken alle Stadien durchlebt hat, die die Foren beschreiben und diesbezüglich durch "Mittelchen" zu ändern wären. Diese Mitteilung ist nicht neu. Fast jeder hier hat im Laufe der Zeit sein kleines oder großes „Waterloo“ erleben dürfen. Eine Korrektur der Unstimmigkeiten erfolgte aber immer umgehend. Jedenfalls bei den meisten. Das der eine oder andere länger auf seinen Erfolg warten musste, ist den besonderen Umständen seines Beckenmilieus und seiner Erfahrung geschuldet. Die allermeisten haben aus ihren Fehlern gelernt, Erfahrungen privat und im Forum ausgetauscht, gelesen und sich somit weitergebildet. Einige haben sich sogar mit Erfolg spezialisiert.
    Ein Becken nur durch minimale Fürsorge im Gleichgewicht zu halten, ist auch für mich nicht neu. Nur müsste man da jetzt den Begriff „Gleichgewicht“ definieren. Auch bei minimaler Fürsorge laufen biochemische Prozesse ab, die den Wasserhaushalt stetig verändern, meist nicht positiv. Den Begriff „Gleichgewicht“ nur am PO4, CA/KH – Haushalt abzumachen ist zu kurz gegriffen. Da bedarf es mehr. Was geschieht mit den anderen Elementen wie z. B. Strontium und Eisen, Selen, Jod und Molybdän, etc.? Wie und warum verändert sich das Verhältnis von PO4 zu NO3? Und wie kommt das alles bei den Tieren an?
    Armin Glaser hat es in seinem Buch „Ratgeber Meerwasserchemie“ wie folgt geschrieben:
    „ Die Dosierungen der meisten heutigen Spurenelementemischungen gehen auf die Veröffentlichungen von Hans-Werner Balling zurück, der sich mit der Zusammensetzung von Steinkorallenskeletten beschäftigte. Seine Dosierungsempfehlungen beruhen auf diesen Auswertungen und sind bis heute der einzig bekannt gewordene wissenschaftliche Ansatz zu diesem Thema. Daher sind die Balling-Spurenelementeempfehlungen wohl die Grundlage der meisten heute in der Meeresaquaristik verwendeten Spurenelementemischungen.“
    Sollen die jetzt alle in die Tonne? Es muss ja wohl einen Grund geben, warum sich diese „Mittelchen“ in der Praxis etabliert haben.
    Natürlich kann man ein Becken ohne großen Aufwand betreiben. Aber nicht ohne auf den WW zu verzichten. Ich habe fast 20 Jahre so etwas praktiziert. Zuerst wurde einer von zwei großen Abschäumern demontiert, dann kam bei mir der Kalkreaktor aus der Mode. Er wurde durch die „Balling-Methode“ ersetzt. Danach wurde auf den Phosphat-Adsorber verzichtet. Einen Nitratfilter hatte ich nie. Das Ergebnis war verblüffend. Das Aquarium lief „rund“, und das lange Jahre. Ohne zusätzliche „Mittelchen“ oder sonst etwas. Auf keinen Fall möchte ich das aber einem Anfänger empfehlen. Das kann nur in die Hose gehen. Das eigentliche „Geheimnis“ aus meiner Sicht, warum „es lief“, bestand aus 2 Dingen. Einmal war die Korallenpopulation mittlerweile so groß geworden, dass das Verhältnis Koralle/Wasser sich unproportional zu Gunsten der Korallen verschoben hatte, und sich dadurch die Nährstoffe reduzierten. Aber einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung des Milieus trugen die mit stoischem Gleichmut durchgeführten WW bei. Ich möchte behaupten, dass ohne diese „Auffrischungen“ das Ganze den Bach heruntergegangen wäre. Die Hersteller weltweit haben sich gewiss über die Zusammensetzungen ihrer Salze Gedanken gemacht und sie stetig weiterentwickelt. Mit den Salzen von vor 40 Jahren wäre der heutige Erfolg in der Haltung von Korallen wohl ausgeblieben. Ergo muss ja etwas dran sein! Das fast alle Hersteller ihre Salzmischungen mit Spurenelementen „überdüngen“ ist allgemein bekannt. Ob sie in ihrer Konzentration einen Nutzen für die Tiere bringen und ob sie überhaupt in ihrer Vielzahl notwendig sind, das muss uns zukünftig die Wissenschaft noch erklären. Dass aber ein WW mögliche Defizite und auch Fehler des Betreibers korrigieren kann, das unterschreibe ich blind. Wer seine Probleme vor dem Becken aussitzt, keinerlei Verbrauchselemente nachdosiert (in welcher Form auch immer), der geht auf dünnem Eis spazieren.
    Lieber Sven, diese Zeilen habe ich nur geschrieben, weil WW für Dich ein Fremdwort ist und weil sich die Diskussion mittlerweile allein auf den PO4-Haushalt verlegt hat.
    Wie gesagt, für mich zu kurz gegriffen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    die große Schwester von Reef Crystal ist Instant Ocean. Laut eigener Werbung das meist verkaufte Seesalz weltweit!
    Schon in den 1970er Jahren fand man die Werbung in den einschlägigen Fachzeitschriften, wie z. B. "Das Aquarium" etc.

    Hier kurz die History:

    1964 - William Kelley, a former director of The Cleveland Aquarium, founds Aquarium Systems, Inc., with the early objective of supplying products to research institutions. The company’s first product, Instant Ocean®, becomes widely accepted by the scientific community and remains the standard for scientific research today.

    1966 - The Aquarium of Niagara Falls commissions Aquarium Systems to build and operate the first major public aquarium to exclusively use synthetic seawater for its marine animal exhibits.

    1973 - The Mystic Marinelife Aquarium in Mystic, Connecticut, opens, as does SeaWorld, Orlando. Both parks use Instant Ocean to prepare their saltwater exhibits.

    1974 - Aquarium Systems opens the first commercial-scale fish hatchery using synthetic sea salt. The facility enables the company to further refine Instant Ocean formulations based on observations and data gathered from studies with marine organisms.

    1983 - The company builds a state-of-the-art research and production facility in Europe. After continued refinements to the manufacturing process, Instant Ocean surpasses other sea salt brands in delivering reliability and consistency.

    2003 - In 1930, 20 railroad tank cars made eight round trips between Key West and Chicago to deliver one million gallons of seawater for the Shedd Aquarium’s marine exhibits. When the world-famous aquarium unveils its 750,000-gallon Wild Reef venue in 2003, it takes a different approach to create its saltwater environments. Thousands of pounds of Instant Ocean are used to fill the Shedd’s aquatic exhibits and meet the needs of more than one million marine animals.

    2005 - Marineland, the parent company of Aquarium Systems, becomes part of Spectrum Brands. That same year, the Georgia Aquarium — the world’s largest aquarium — opens in Atlanta. Almost two million pounds of Instant Ocean is used in the aquarium’s 6.2 million gallons of seawater.

    2006 - Pet retailers across the U.S. vote Instant Ocean LifeguardTM the winner of the Pet Business Industry Recognition Award in the fish/maintenance category. Lifeguard features HaloShield®, a revolutionary non-antibiotic agent effective against a range of infectious diseases that can occur in both fresh and saltwater environments.

    Die Preise liegen im Premium-Bereich, aber die Akzeptanz hier zu Lande scheint gering. War schon früher so, HW und TM wurden damals eher bevorzugt. HW weil´s billiger war, TM weil´s besser war. :grinning_squinting_face:

    Gruß und Gute Nacht
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    Du hast noch Instant Ocean vergessen. :grinning_squinting_face:
    Vielleicht ist etwas in dieser diffusen Diskussion nicht ganz herübergekommen. Die Meeresaquaristik hätte mich schon vor 40 Jahren verloren, wenn die Ungeduld mein Schwachpunkt gewesen wäre. Wilkens, Klausewitz , de Graaf usw. haben durch ihre wissenschaftlichen Beiträge und Veröffentlichungen damals ihr Übriges dazu beigetragen, um meine Neugier zu wecken und letztendlich an diesem Hobby festzuhalten. Später interessierten noch Veron, Burgess, Allen, Debelius und einige andere, bis hin zu Randall, Borneman, Fossa/Nielsen und Sprung etc.
    Es ist seit damals eine Menge Zeit vergangen, in der sich die Meeresaquaristik natürlich stetig weiterentwickelte. „Evolutionsmässig“ verschwanden einige Produkte, andere nahmen ihren Platz ein, einige blieben und verbesserten sich und einige andere besetzten die Nischen. Es gab auch einige „Highlights“. Für mich sind es Dinge wie: weit bessere Salzmischungen, die (fast) Ablösung der HQI durch die T5, die LED-Technik, effizientere und leisere Pumpen (wobei die Fa. Tunze hier den Quantensprung geschafft hat), die Balling-Methode! :] und u. a. der Kalkreaktor.
    Was damals allzu wissenschaftlich daherkam, wird heute praktischer erklärt. Das für mich mit Abstand interessanteste Buch der meeresaquaristischen Neuzeit ist der „Ratgeber Meerwasserchemie“ von Armin Glaser. Wer noch den alten Hückstedt kennt, wird mir beipflichten. Das, was dem Interessierten hier mit auf den Weg gegeben wird, sollte zur geistigen Standardausrüstung eines jeden Meeresaquarianers gehören. :thup
    Auch habe ich keine Allergie gegen Mittelchen. Wenn nachvollziehbar ist, was sie leisten, bin ich der Letzte, der Kritik übt. Transparenz ist alles.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    Ich bin mir im Klaren, dass für Otto Normalaquarianer die Wirkung und vielleicht auch der Sinn des einen oder anderen Mittelchens nicht zu durchschauen ist, ich vertraue aber mal auf Darwin, dass die Bestgeeigneten überleben werden und sich weiterentwickeln. Vielfalt kann dabei nur von Vorteil sein, gerade für die Anwender.

    Vom Olymp der Relativitätstheoretiker aus betrachtet ist das nicht zu bestreiten. Das Rad der Evolution wird sich auch für die heutigen Anwender zu langsam drehen, als dass sie sich auf eine Eier legende Woll-Milch-Sau stützen könnten. So ein Mittelchen wird es nicht geben. Leider werden immer mehr „Säfte“ angeboten, die dieses suggerieren. Die Folgen kann man in vielen Beiträgen vorerst gescheiterter Aquarianer nachlesen, die sich blind auf die Vorgaben einiger Hersteller verlassen haben. Blind, weil ihnen oft der Zusammenhang nicht klar war, oder weil z. B. eine falsche Beratung durch den Händler die Ursache für das Elend war (von Dosierungsfehlern mal abgesehen). Man könnte jetzt zynisch sagen: Schwund ist überall, was soll´s. Es wird sich schon langfristig das bessere Mittelchen durchsetzen. Richtig, aber was für Lehren zieht der gebeutelte Anwender heute daraus? Keine Mittelchen mehr einsetzen? Fällt den meisten schwer bei dem Angebot des Handels. Ganz zu verzichten? Fällt noch schwerer, weil dann die Unsicherheit im Raume steht, es könnte ja vielleicht ein anderes doch helfen…
    Otto Normalaquarianer möchte doch gerne verstehen und nicht im Zustand der Hilflosigkeit verharren. Der Absprung gelingt aber nicht immer. Siehe die entsprechenden Forenbeiträge. Der versierte Aquarianer hat das ja bereits alles hinter sich gelassen, ist in der Lage die Spreu vom Weizen zu trennen, und lehnt sich zufrieden zurück. Nach dem Motto: Lieber dauerhaft leicht daneben? Beileibe nicht, denn von Dauer is nix!

    nix für ungut
    Hajo

    Hallo,

    Sven:
    Ich wollte mal in die Runde fragen ob es Gleichgesinnte gibt die positive Veränderungen durch nix tun erlebt haben. Einfach mal laufen lassen und Beobachten.

    Ich möchte bezweifeln, daß hier jemand die Hand hebt. Nix tun ist der falsche Weg, oder willst du das Rad neu erfinden? Es gibt Heerscharen von namhaften Autoren, die sich wissenschaftlich dem Thema Meeresaquaristik
    gewidmet haben, im In- und Ausland. Mir ist nicht bekannt, das jemals einer von ihnen zum Nixtun aufgerufen hätte.
    Und das seit Jahrzehnten!

    Sven:
    In meinem System ist nicht gerade wenig Wasser, um mit Wasserwechseln bei mir etwas zu verändern bräuchte ich schon einiges an Wasser.

    Prima, das lässt jetzt aber doch den Schluss zu, dass es tatsächlich etwas zu verändern gibt! :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:
    Warum denn keine Optimierung? Wegen der Kosten des zu wechselnden Wassers? Falls das der Grund sein sollte, fällt mir dazu leider nichts mehr ein.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Sven,

    Sven:
    Ich bin der Meinung das man nicht alles Beeinflussen kann oder muss, sondern das auch die Zeit Wunden heilen kann oder wird. Ich bin der Meinung man muss als Aquarianer nicht gleich reagieren wenn mal eine oder mehrere Korallen nicht wachsen oder gar explodieren wie bei anderen.

    Hier würde ich mir mal Gedanken machen, warum es denn bei anderen Aquarianern besser läuft. Außerdem sind Korallen Lebewesen. Ihnen optimale Bedingungen zu bieten, ist oberste Pflicht des Pflegers.


    Sven:
    Ich bin halt der Meinung das es wichtiger ist Werte konstant zu halten, statt immer zu versuchen die Werte an ein Optimum zu bringen. Perfekt ist natürlich die Werte stabil beim Optimum festzunageln.

    Da tut sich die Frage auf, auf welche Technik o. ä. du zurückgreifst um deine Werte stabil zu halten?

    Sven:
    Es ist m E. wirklich egal ob die KH bei 6 oder 8 liegt, Hauptsache sie bleibt dort und schwangt nicht immer von 8-6.

    Das ist locker gesagt. Ich kenne niemanden, der es geschafft hat ohne jeglichen Wasseraustausch oder spezielle Nachdosierungen die flüchtigen Elemente, wie z. B. Karbonate und Calcium „festzunageln“.
    Es sind Verbrauchselemente, sie müssen ergänzt werden. Es ist naiv zu glauben, dass sich alles von allein regelt. Womöglich in der Natur, in unseren Aquarien aber nicht. Hier gelten andere Regeln. Um das einmal deutlich zu machen, möchte ich Dieter Brockmann zitieren:

    „ ……Wichtig ist aber, nochmals darauf hinzuweisen, dass eine Dosierung von Calcium-Ionen und Hydrogencarbonat/CO2, sowie eine gute Beleuchtung für sich alleine nicht ausreichend für ein gutes Wachstum von hermatypischen Steinkorallen sind. Diese Parameter wirken vielmehr synergetisch mit anderen Faktoren wie Spurenelementen und Nährstoffen, niedrigen Nitrat- und Phosphatkonzentrationen, Strömung etc. auf das Wachstum von Steinkorallen. Ist nur einer dieser Parameter mangelhaft, wächst und vermehrt sich eine Steinkoralle nicht mehr!“
    Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Alles andere ist ein Tanz auf dem Drahtseil, inklusive eingeplantem Absturz.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Dietmar,

    es geht laut Statement von Sven nicht um weniger WW sondern um WW als Fremdwort. :grinning_squinting_face:
    Auch ich verzichte bei meinen anderen Becken nicht auf den Einsatz von Abschäumern. Ich verzichte aber auch
    nicht auf angemessene WW. Das einige Korallenarten sich schlechter Wasserqualität anpassen können und dabei
    noch wachsen, ist bekannt. Viele aber werfen das Handtuch. Versuche mal frisch importierte Exemplare in ein
    Becken zu bringen, welches Jahre lang ohne WW vor sich hin dümpelte. Der Misserfolg ist vorprogrammiert.
    Viele dieser Korallen, wenn sie überhaupt überleben (z.B. Acros), verändern ihren ursprünglichen Wuchs, werden brüchig und sind farblich nicht mehr ansprechend. Zersäge mal eine frisch importierte Koralle und das gleiche
    Exemplar aus einem Becken, was niemals WW erfahren durfte. Den Unterschied erkennt man schon beim Sägen.
    Also, kurz gesagt: Abschäumer gehören dorthin, wo sie gebraucht werden und gute Dienste leisten. Aber es geht
    in manchen Fällen sicher auch ohne. Voraussetzung in beiden Fällen ist aber ein adäquater WW.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Sven:
    „Ich wollte nur mal erzählen das ich ohne eine Änderung : Stillstand und Wochen später eine regelrechte Wucherung hatte. Hätte ich in dieser Zeit irgendein Mittel probiert, wäre das natürlich dann auch für mich Ursache für das Geschehen gewesen“

    Das sind leider nur Vermutungen, nicht beweisbar. Kann so sein, muss aber nicht!

    Sven:
    „Das Korallen Futter brauchen wenn nichts im Wasser ist versteht sich von selbst. Wenn Dreck im Wasser ist der nicht verarbeitet wird, dann muss das raus.
    Ein Gleichgewicht ist *mein* Ziel!
    Wasserwechsel ist bei mir eher ein Fremdwort. (als das Gleichgewicht einzog)“

    Da Wasserwechsel für dich ein Fremdwort ist, vermute ich das Vorhandensein einer ausgereiften und zielgerichteten Technik zur Wasseraufbereitung, die uns bislang leider vorenthalten wurde. Der Begriff „Dreck“ müsste hier auch mal erklärt werden. Ein momentan anscheinend positives Ergebnis ggf. nur dem erwähnten Abschäumer zu zuschreiben, halte ich langfristig gesehen, für mehr als gewagt. Wasserwechsel plus Abschäumer macht eher Sinn. Abschäumer allein ist zu kurz gegriffen.
    Ganz platt gesagt:
    Durch den Verzicht auf den WW „verarmt“ das Beckenmilieu, es findet eine fortlaufende Reduzierung einzelner, wichtiger biochemischer Elemente statt. Auch gehen leider einige Stoffe feste, chemische Verbindungen ein, die für das Allgemeinwohl der Korallen kaum mehr von Nutzen sind. Es wird der Tag kommen, wo die ganze Pracht ins Wanken gerät. In der amerikanischen Literatur wird dieser Zustand oft als „Old Tank Syndrom“ bezeichnet. Das soll auch auf lange Sicht gesehen in Becken von Aquarianern vorgekommen sein, die dem WW nicht ganz so ablehnend gegenüberstanden. Auf einen Abschäumer kann man notfalls verzichten, auf einen angemessenen WW nicht. Soll jetzt aber nicht heißen, dass diese Aussage für jedes Becken gelten soll. Bitte jetzt nicht alle Abschäumer ad hoc abschalten! :grinning_squinting_face: Der Abschäumer macht schon Sinn, wenn z. B. Fische und Korallen zusammen gehalten werden und durch die Futtergaben der Nährstoffdruck zunimmt. Auch ist er für den Anfänger in der Meeresaquaristik meines Erachtens unabdingbar. Einige Fehler wird er ausbügeln, andere kann er nicht. Seit 4 Jahren betreibe ich ohne jegliche Komplikationen eines meiner Becken nur mit einem Phosphatadsorber und einer UV-Anlage. Es geht auch ohne Abschäumer. Man benötigt nur etwas Zurückhaltung im fischigen Besatz und einige Kenntnisse im biochemischen Bereich. Die Sache mit dem „Gleichgewicht“ sehe ich eher als relativ an. Unsere „Pfützen“ sind allein nicht in der Lage allzu stabil zu bleiben. Da wird hier und da manche Hilfestellung erforderlich sein. Meist in der Zugabe von „verbrauchten“ Elementen. Das macht Sinn und ist auch wissenschaftlich relevant. Aber ohne WW läuft da auch nichts.
    In Bezug auf die anderen, zahlreichen „Mittelchen“ habe ich auch so meine Bedenken. Jeder namhafte oder auch weniger bekannte Hersteller ist auf diesen Zug aufgesprungen. Etliche dieser Präparate sind gleichen Ursprungs, nur verschieden etikettiert, firmiert und propagiert. Es scheint so, dass es für die meisten Anbieter von meeresaquaristischem Bedarf ein MUST geworden ist, ihre Palette den Produkten des Wettbewerbs anpassen zu müssen oder gar noch zu toppen. Wenn sie doch alle gleichermaßen helfen würden…… (Hans-Werner, vergiss das schnell!) Natürlich ist auch einiges Sinnvolle dabei. Nur funktionieren leider all diese Gaben nicht in jedem Fall! Dafür sind die Aquarien, deren Besatz und deren Pfleger zu unterschiedlich. Es macht halt keinen Sinn etwas ins Becken zu kippen, ohne die Konsequenzen zu kennen. Es macht ebenso keinen Sinn mit diesem Hobby zu beginnen ohne je eine Zeile Fachliteratur gelesen zu haben. Hier wären eigentlich die Händler gefragt, aber das ist ein ganz anderes leidvolles Kapitel……. :face_with_rolling_eyes:
    Zum eigentlichen Thema hätte ich noch eine Frage: Kannst Du bitte mal aufzeigen, welche Korallen bei Dir haltbar sind und welche Arten weniger? Vielleicht erwächst aus diesen Informationen eine Diskussion, die das Für und Wider eines WW transparenter werden lässt?
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    seit 4 Jahren betreibe ich u. a. ein 300l-Becken ohne Abschäumer. Auch habe ich auf fast alles
    verzichtet, was so im Allgemeinen als Standard gilt. Die einzigen technischen Geräte sind
    1 Phosphatfilter und eine UV-Anlage. In diesem Becken pflege ich ohne Störungen SPS, LPS,
    Tridacnas und einige kleine Fische. Die Beleuchtung besteht aus LED und pro Woche ist ein 20%-iger Wasserwechsel Pflicht. Die Tiere stehen sehr gut und von den Euphyllias und Acros sind bereits mehrfach Ableger abgegeben worden. Wasserwerte: PH 8,0-8,4 / KH 9,0 / NO3 12mg / PO4 0,06 / CA 400-440mg.
    Es wird die Balling-Methode angewendet.
    Wenn man sich beschränkt, geht es auch so. Der eigentliche Schlüssel zum Erfolg liegt beim
    Wasserwechsel.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    @Ingrid:
    Ich denke, dass die Gesamtheit das Problem ist: Calcium und Dichte zu niedrig, Phosphat zu hoch und über Nitrat und Temperatur haben wir noch nichts erfahren.

    Das ist genau auf den Punkt gebracht! :thup

    Wenn man sich jetzt noch Armin´s Warnung bezüglich der Vermeidung einer zu geringen Salinität bei der Pflege von Euphyllias zu Herzen nimmt, ist das Problem hier erkannt und auch gelöst. Bohralgen hin oder her. Das ist nur eines der Sekundärprobleme. Primär ist für mich die niedrige Salinität von 50.3 die Ursache des Ablebens einzelner Euphyllia-Polypen. Leider alles schon selbst erlebt.
    Auch würde ich zukünftig Rudi´s Vorschlag weiter verfolgen. Die beste "Medizin" ist ein turnusmässiger
    Wasserwechsel. Erst wenn dieser nicht mehr ausreicht, um Ca+KH auf ausreichendem Level zu halten,
    würde ich mit "Balling" nachhelfen. Bei deiner Beckengröße ist das bei einem gutem Wasserwechsel wohl
    kaum notwendig.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,
    Acroporas sind bei guter Pflege sehr starkwüchsig. Das Problem mit den Zwischenräumen erledigt sich daher von selbst. Es sei denn, die freien Flächen sind durch Lichtmangel, bzw. Abschattung entstanden, aber dann wird dort wohl kaum etwas wachsen wollen.
    Falls dennoch die Absicht besteht diese Lücken zu „füllen“, kann man als vorübergehende Lösung Tridacnas einsetzen. Ausreichend Licht ist allerdings hier die Pflicht. Später setzt man sie wieder um, so genügend andersweiterer Platz vorhanden.
    Der bessere Weg ist allerdings die Acros zu großen Stöcken auswachsen zu lassen. Die kleinen aufgeklebten „Fitzelchen“ sind längst nicht so interessant und attraktiv, wie größere Korallenblöcke.

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    ich glaube, wir reden jetzt etwas aneinander vorbei. Es geht mir hier nicht um Werte zwischen 33 und 35 ppm,
    sondern um einen Ernstfall weit ab von diesen Werten. Ich hatte eingangs versucht an mögliche Mess- bzw. Anwenderfehler zu erinnern in Bezug auf ihre Kosequenzen. Das ist meine persönliche Einschätzung der Dinge, aber wenn man sich erinnert, bereits hier in der Vergangenheit immer wieder gerne diskutiert. Warum wohl? Weil all diese Instrumentarien uns nicht die absolute Sicherheit bieten. Es hängt oft vom Anwender ab, unter welchen Bedingungen die Ergebnisse zustande kommen. Ein z. B. durch falsche Kalibration ermittelter Wert hat meist nichts mit der Qualität des Gerätes zu tun, sondern ausschließlich mit der Schlampigkeit ihres Anwenders. Das durch diese Unaufmerksamkeit Schäden an den Tieren auftreten können, ist hoffentlich allen klar. Ich meine hier nicht die von Dir erwähnten kleineren Sprünge von 1-2 ppm, sondern richtig große Abweichungen. Für mich ist halt die Spindel in Verbindung mit einem guten Lw-Messer die bessere Alternative, als ausschließlich auf ein Refraktometer zu vertrauen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Cemil,
    falls die Kalibrierungsintervalle doch kürzer sein sollten, als ich annehme, bringt mich das aus den erwähnten Gründen trotzdem nicht zum Refrak zurück. Übrigens wird das Gerät nicht zur Dauermessung eingesetzt, sondern nur zur sporadischen Überprüfung des Becken- und Austauschwassers.
    Zum Thema Dosierpumpe ist zu sagen, dass dieses Gerät auch nicht weiter hilft, wenn der Fehler ganz woanders sitzt, nämlich bereits beim Ansetzen des Austauschwassers! :grinning_squinting_face:
    Wer oft und viel auszutauschen hat, bekommt in diesem Fall schnell erhebliche Probleme. Du siehst, Verallgemeinerungen helfen da nicht viel.
    Das Einstellen der Salinität ist keine Frage irgendwelcher Eingebung sondern hat oft mit den aktuellen Gegebenheiten des Aquarienmilieus zu tun. Eine Einstellung auf Dichte 1.021 kann ich z. B. vergessen, wenn mir die Gesundheit meiner Euphyllias am Herzen liegt. Andererseits ist das bei einem reinen Fischbecken kein Problem. Auch bringt mir eine höhere Dichte z. B. einen vorteilhafteren, stabileren PH-Wert. Man sieht daran, dass uns immer spezielle Gründe zwingen , uns in die eine oder andere Richtung zu bewegen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Falschmessungen in punkto Salinität sind leider an der Tagesordnung. Als gebräuchlicher Standard kommen in Frage die Messungen mit Spindel, Refraktometer und ggf. die Leitwert-Messung. Das es hier und da zu Fehleinschätzungen kommt, hat meist nur zwei Gründe: Anwenderfehler und Nachlässigkeit. Beides hat man selbst verschuldet und kann eigentlich nur noch daraus lernen. Wer die Werte auf der Spindel nicht unterhalb der Wasseroberfläche abliest und wer sein Refrak nicht vor jeder Messung kalibriert bekommt kurz über lang Probleme. Dieses Thema wird hier im Forum relativ oft angesprochen. Warum? Der Grund siehe oben. Auch ich habe viele Jahre allein auf die Spindel gesetzt. Problemlos (falls man die richtige Spindel erwischt hat), aber umständlich wegen der Berücksichtigung der Temperatur und ggf. der Umrechnung auf die Salinität, wobei es heute Spindeln gibt, die die Umrechnung bereits auf dem Produkt tragen. Das Problem mit dem Refrak wurde ja bereits angesprochen. Wer sich solch ein Produkt ausgewählt hat, sollte vorher überprüfen ob es den Anforderungen der Meeresaquaristik genügt (Kochsalz oder Meerwasser). Die daraus zu erwartenden Fehlmessungen mit ihren Folgen sind auch schon hier im Forum diskutiert worden. Ich glaube mich zu erinnern, dass Armin Glaser damals Licht in das Dunkle gebracht hat. Das jemand das richtige Refraktometer verwendet bedeutet aber nicht, daß den Messungen zu vertrauen ist. Siehe die obigen Beiträge zu diesem Thema. Narrensicher ist nichts! Das oberste Gebot bei jeder Messung ist die Sorgfalt im Umgang mit den Messutensilien, vor jeder Messung und natürlich auch beim Ablesen der angezeigten Werte.
    Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich mich auch mal outen darf. :grinning_squinting_face:
    Vor einiger Zeit standen meine Korallen nicht mehr optimal. Der Verdacht, dass die Parameter wie PO4, NO3, MG und KH aus dem Ruder gelaufen waren, hatten sich nicht bestätigt. Was tun? Als es nach einigen Tagen immer schlimmer wurde, versuchte ich mich an meine frühen Sünden in der Meeresaquaristik zu erinnern. So kam ich auf die Ursache einer zu niedrig eingestellten Salinität. Die Grund war ein schlampig eingestelltes Refrak und eine dadurch erzeugte inkorrekte Salinität, also eindeutig mein eigenes persönliches Versagen. :yrf
    Um diesen Fehler nicht zu wiederholen und um die elenden Kalibrierungen zu umgehen, habe ich mir seit einiger Zeit ein Leitwertmessgerät zugelegt. Frei von Kalibration ( zumindest für die nächsten 1-2 Jahre) und sehr robust und wartungsarm. Zur sporadischen Überprüfung nehme ich die Spindel. Schluss mit dem Rumgeeiere und den falschen Werten. :smiling_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Da das Becken erst ein halbes Jahr steht, liegt die Vermutung nahe, dass das Nahrungsangebot an Kleinstlebewesen für die Synchiropus zu knapp bemessen ist. Muss nicht, kann aber.
    In diesem Fall würde ich erst einmal mit 1 Exemplar anfangen. Der Splendidus wäre eine gute Wahl, denn es wurde vergleichsweise oft beobachtet, dass diese Art bei einem geringem Futterangebot auch nach tief gefrorener Artemia oder nach Cyclops schnappt. Ausnahmen bestätigen aber die Regel!
    Ob durch die (roten) Strudelwürmer sich Korallen belästigt fühlen, hängt von ihrer Populationsdichte und der Sensibilität der bewussten Korallen ab. Ich habe aber noch nie beobachten können, dass selbst bei starkem Befall Korallen ernsthaft geschädigt wurden. Man muss es ja nicht so weit kommen lassen. Absaugen ist hier die bessere Vorbeugung.
    Bei einem Befall von hellen Strudelwürmern ist aber Vorsicht geboten. Diese ernähren sich vom Gewebe der Korallen,
    was man dann auch deutlich sehen kann. Da diese Art aber relativ selten "im Handel" ist, nehme ich an, daß es sich hier um die rot-braune Variante handelt.
    Die Nacktschnecke Chelidonura varians soll auch ein guter Vertilger der Strudelwürmer sein. Leider fehlt mir hier die Erfahrung. Da diese Schnecke sich aber ausschließlich von den Strudlern ernährt, ist bei deren vollständiger Vernichtung leider auch das Ende dieser Schnecke vorprogrammiert.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    @Corinna
    Concurat wird in dem Artikel auch erwähnt. Ich würde aber - wie die Autoren - von der Anwendung abraten. Großes Risiko und kann ganz schnell in die Hose gehen. Dann lieber Plattwürmer.

    Dem Rat von Corinna würde ich folgen. Es gibt mehr Unfälle als Erfolge mit dieser Art von Chemie.
    Auch ich würde Synchiropus ocellatus vorschlagen. Synchiropus picturatus , splendidus und stellatus
    tun auch ihr Bestes. Nur sind diese Fische nichts für den schnellen Erfolg! Es dauert halt eine Weile,
    bis ein Ergebnis sichtbar wird. In der Regel hält ein Paar ein mittelgroßes Becken mit der Zeit frei von
    diesen "Untermietern". Nach meinen Beobachtungen fressen die Synchiropus erst einmal die kleinsten,
    sozusagen mundgerechtesten Planarien. Wenn diese vertilgt sind, gibt es keinen Nachwuchs und mit der
    Zeit gehen die adulten Tiere den Weg allen Irdischen. Deswegen benötigt man Geduld, ehe der Erfolg sichtbar wird. Nun wird es sicher den einen oder anderen Zeitgenossen geben, der mir mit dieser These nicht folgen kann. Es sei aber gesagt, daß mit dem Einsatz dieser Fische es mir und anderen Aquarianern
    in meinem Umfeld über die Jahre hin IMMER gelungen ist, dieser Plage Herr zu werden. Zur Unterstützung ist
    das zusätzliche Absaugen zu empfehlen. Dann tritt der Erfolg etwas schneller ein.
    Tauchbäder generell zu empfehlen, davon halte ich nichts (erfahrene Aquarianer sind davon ausgenommen).
    Ein "Tauchgang" zu oft und/oder die empfohlene Dauer oder Dosis wird irrtümlich überschritten, und die
    Katastrophe ist nicht mehr aufzuhalten.
    Also, bleibe lieber bei den Fressfeinden (es macht auch mehr Freude) und übe Dich in Geduld.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    gegen langfädige Algen hilft erst einmal nur die mechanische Variante, also alles per Hand abzupfen.
    Manchmal hilft auch ein Vetreter der Kaninchenfische, z. B. Lo vulpinus. Passt aber wegen des
    zu erwartenden Wachstums nicht unbedingt zur Beckengröße. Falls der Händler ihn nach getaner
    Arbeit wieder zurück nimmt, wäre das aber dann kein Problem. Ich hatte früher mal einen im Aquarium, der zog sich auch längere Algen rein. Salarias fasciatus wäre auch eine Möglichkeit, aber auch
    nur für sehr kurze Rasen, also zur späteren Prohylaxe. Sonst jede Menge Schnecken! Eine Mixture von Schnecken, Seeigeln und Algen fressenden Fischen wäre optimal. Für jene Stellen, wo die erwähnten Arten nicht hinkommen, gäbe es da noch Algen fressende Krabben. Es gibt, wie man sieht, etliche Möglichkeiten
    der Algenplage Herr zu werden. Nur sollte man diese Tiere rechtzeitig einsetzen. Zu einem späteren Zeitpunkt bestimmen bereits die Fadenalgen die Situation.
    Eines macht mich noch stutzig. Wo sind die Schnecken geblieben? Lebt der Seehase noch? Bei so viel Algen
    müsste er doch zu sehen sein, zumindest einige Fraßspuren.
    Gruß
    Hajo

    "ich meinte das ich viele Becken schon gesehen habe die mit 2mal HQI laufen. Mein Becken läuft mit 2mal 150Watt LED 40:40 je Lampe. aber ich muss dir auch wiedersprechen mit verbrennung, weil ich habe eine SPS ganz oben die bleicht nicht aus mache nacher noch ein foto stelle es mit rein"

    Widerspruch abgelehnt! :grinning_squinting_face:
    Nicht die Anzahl von HQI-Lampen oder auch LED-Lampen ist entscheidend, sondern die durch diese
    Lampen erzeugte Gesamtlichtmenge. Z.B. sind 2x 150 Watt (HQI) relativ gering im Gegensatz zu 2x250 Watt (HQI).
    oder gar 2x 400 Watt (HQI). Ganz abgeshen von 1x1000 Watt. Alles natürlich in Relation zur Beckengröße, bzw. Höhe des Beckens.
    Die Lichtmenge aus 2x 150 Watt LED ist absolut ausreichend für Dein Becken.
    Etwas weniger wäre auch noch tolerierbar. Sogenannte "Verbrennungserscheinungen" sind gar nicht so
    selten. Frisch importierte Tiere, die ohne Anpassung an die künstliche Beleuchtung gleich unter starkes
    Licht gestellt werden, zeigen dann oft diese Erscheinungen. Gleiches gilt für Tiere, die nicht in den oberen
    Zonen beheimatet sind. Tiere, die auf Ablegersteinen oder von anderen Aquarianern erworben wurden,
    sind meist bereits adaptiert und somit kaum gefährdet. Ausnahmen bestätigen die Regel. :grinning_squinting_face:
    Man kann also nie ganz sicher sein, welche Koralle man erwirbt. Deswegen bleibt es ratsam, neue Tiere
    vorsichtig dem Licht anzupassen, sonst sind irreparable Schäden zu erwarten.
    Wie sieht es mit den Messutensilien aus? Schon den Hersteller gewechselt? Was sagen die Werte?

    Gruß
    Hajo

    "Standzeit des Beckens ca 1 Jahr eingefahren mit Lebendgestein und eingefahrenen Wasser. Hier sind LED Lampen drüber 2mal 200Watt bei 50cm höhe."
    "ich kenne viele Becken die mit 2 mal HQI laufen die sind wie ich weiß auch 150Watt hmm soll ich einfach mal eine auslassen??"


    Ja, was denn nun? LED oder HQI?
    Bei HQI würde ich nicht mehr auf zu viel Beleuchtungsstärke tippen. Du brauchst nichts zu reduzieren.
    Aber wegen der N.N´s bei den Messwerten würde ich vorsichtshalber und auch zur eigenen Beruhigung die
    Hersteller wechseln, z.B. TM, Red Sea oder Gilbers. Erst danach würde ich mir Gedanken machen.

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    "ja ich habe nochmals heute gemessen das gleiche wieder po4 no3 no2 no4 nicht messbar"

    kannst du uns mal bitte die Hersteller der verwendeten Messreagenzien nennen? Das bleibt leider immer noch
    im Dunklen.

    "Der KH Wert ist bei 4 bis 5 schwankt sehr stark für meinen Geschmack "

    Geringe Schwankung? Für meinen Geschmack ist die KH viel zu niedrig. Das erinnert mich an zu viel CO2
    im Beckenwasser. Es wäre auch eine Erklärung für das vorhandene Algenwachstum.


    "Weil wegen Licht bleichen die Farben doch nciht aus oder???"

    Wenn die Lichtmenge zu hoch wird, zeigen viele Korallen "Verbrennungserscheinungen", d.h. sie bleichen
    aus. Meist zuerst an den etwas empfindlicheren Wachstumsspitzen. Sie verlieren nicht nur die Farben, sie
    sterben ab!

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Auf Grund der Bilder würde ich auch die gemessenen Werte anzweifeln.
    Das bringt die Frage auf den Tisch, wie kamen diese Daten zustande? Nicht jedes Produkt hält, was es verspricht. Das bei einem Händler das Ganze noch einmal überprüft wurde,
    spricht zwar gegen den Verdacht, aber auch hier ist nix unmöglich. :grinning_squinting_face:
    Leider sind alle Aufnahmen nicht so deutlich, dass man ein klares und umfassendes Bild bekommt. Wenig begeistert bin ich auch von den „Zutaten“. Das Becken steht erst 10 Monate, so dass ich hier keinen großen Nährwert erkennen kann, diese „Gaben“ bereits einzusetzen. Theoretisch mag es sein, das (wenn die gemessenen Werte real sind) hier eine Nährstofflimitierung vorgelegen hat, möglicherweise nur temporär. Aber persönlich würde ich das verwerfen. Wahrscheinlicher ist es, dass die Beckenbiologie immer noch nicht komplett ausgereift ist und dadurch zuerst die Kleinpolypigen Opfer dieses Stresses wurden.
    Wie steht es eigentlich um die KH? Ein zu großer Calciumlevel bei viel zu geringer KH hat auch seine Tücken. Last but not least bin ich etwas verwundert ob der immensen Beleuchtungsstärke. 2x 200W über einem 200L-Becken (100x40x50)? Das grenzt schon an Korallenbraterei. Oder hab ich etwas übersehen?
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    bislang ist keine LED ausgefallen. Aber genau diese Frage habe ich dem Hersteller
    damals auch gestellt.
    Es kommen eigentlich nur 2 Lösungen in Frage: Einschicken oder das Ersatzteil mit
    Hilfe eines Elektrikers oder selbst austauschen. Das ist relativ einfach. Ich persönlich
    würde mir zutrauen, selbst Hand anzulegen. Das Innenleben meiner Lampe ist wenig
    aufregend. :grinning_squinting_face:
    Meine Aussage bezieht sich aber ausschließlich auf das Produkt AquaSpaceLED!
    Ob das Austauschproblem bei der AquaSunLED auch noch vorhanden ist, kann ich
    leider nicht beantworten. Dazu kenne ich nicht genug Details dieser neuen Lampe.
    Aber frag mal bei AM nach. Die Beratung und der Service sind O.K.
    Ich denke, daß eine passiv gekühlte Lampe prinzipiell besser abgedichtet werden
    muss, als eine Produkt mit aktiver (Ventilator) -Luft-Kühlung. Das ist wahrscheinlich
    der Grund für das etwas umständliche handling. Aber frag ruhig mal nach, die
    Antwort würde mich auch interessieren.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    bei meiner Lampe fällt bei Ausfall einer LED die gesamte Reihe (Leiste) aus, nicht alles!
    Das wird wohl bei der neuen Latüchte nicht anders sein.
    Der Besatz besteht aus SPS (Montipora, grün, Acros, grün+blau, Styloporas, grün+blau).
    Sonst in der Mehrzahl LPS.
    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    wahrscheinlich sind Fußballthemen momentan interessanter. :grinning_squinting_face:
    Nichts für ungut, ich bin auch Fan!
    Ich habe, wenn man so will, den Vorgänger (AquaSpaceLED, 120 x 1 Watt) seit über 2 Jahren über einem Becken hängen, und bin äußerst zufrieden mit der Verarbeitung und Lichtleistung.
    Bereits damals stand schon das Konzept für die AquaSunLED. Sie wurde auf der Messe gezeigt, aber AquaMedic ist leider mit der Produktion nicht in die Socken gekommen. Warum, ist mir ein Rätsel.
    Es ist nicht besonders klug, die Mitbewerber an sich vorbeiziehen zu lassen, um sich dann hinten
    einzureihen. (Vielleicht aber eine alte Kriegstaktik?) :grinning_squinting_face:
    Die AquaSunLED war schon damals vom Design mehr ansprechender und hätte mich, schon wegen der
    unterschiedlichen Schaltmomente, mehr überzeugt als die nur einfach zu schaltende AquaSpaceLED.
    Das etwas futuristische Design der AquaSpaceLED bleibt Geschmackssache, aber die fehlende moderne
    Steuerungstechnik ist heute noch zu kritisieren.
    Das ist bei der AquaSunLED nicht mehr zu beanstanden. Ich bin der Überzeugung, daß die Verarbeitung
    genau so erstklassig ist, wie beim Vorgänger. Das Design sowieso.
    Wenn nur der Preis nicht wäre... :frowning_face:

    Gruß
    Hajo

    Hallo,

    Ich möchte behaupten, dass die meistens von uns primär den farbigen Tieren, ob es nun Korallen oder Fische sind, den Vorzug geben. Nicht umsonst ist die Nachfrage so groß.
    Je bunter, desto hipper! Das ist auch nicht verwerflich, wenn man sich vor dem Erwerb dieser
    Tiere mit einigen Dingen vertraut gemacht hat. Dazu gehört die Kenntnis über die Lebensgewohnheiten, die max. Größe und die mögliche Vergesellschaftung dieser Arten mit den eventuell bereits vorhandenen Mitbewohnern. Das ist Pflicht! Nicht jede Spezies, ob Fisch oder Koralle, verträgt sich. Jeder halbwegs Interessierte kann an diese Informationen gelangen. Ob per Internet oder über die einschlägigen Fachbücher. Die meistens von uns tun dies.
    Es liegt nahe, dass der Themenstarter nicht diesen Weg gegangen ist, sonst wären die Fragen anders gestellt worden. Die Haltung von Tieren all zu oft über die Farbe und Form zu definieren, ist weit verbreitet und entspricht naturgemäß dem menschlichen Instinkt. Nur gut, dass nicht alles (Bunte) miteinander vergesellschaftet werden kann. Vor diesem Anblick würde es mir grausen. :grinning_squinting_face:

    Gruß
    Hajo