Beiträge von hajo

    Hallo Bjoern,

    die unmittelbare Naehe der Wurmschnecken koennte ein Indiz fuer das Verhalten der Paraancora sein. Einen direkten Schaden konnte ich bei Euphyllia eigentlich nie bemerken, nur eine Art Unwohlsein, genau wie Du es beschrieben hast. Andere Korallen scheinen da emfindlicher zu reagieren. Das direkte Abtupfen der Polypen durch die Wurmfaeden scheinen die Tiere unterschiedlich zu verdauen. Aus diesem Grund geht es jeder Wurmschnecke bei mir an den Kragen. Wichtig dabei ist die konsequente Entsorgung. Das alleinige Abbrechen genuegt nicht. Das Getier ist schneller. Deswegen verkleistere ich jede kleine Roehre mit Calciumbrei. Diese Methode bringt Sicherheit. Vielleicht ist es aber auch nur eine voruebergehende Erscheinung ohne ernsten Hintergrund. Wenn sich ein Polyp in zwei Teile abschnuert, erreichen beide Polypen nicht sofort die urspruengliche Groesse des Gewebes des Mutterpolypen. Dieser Vorgang muesste allerdings nach ein paar Wochen abgeschlossen sein.
    Das Verhalten der Enzmann ist mir momentan nicht erklaerbar. Diese Acropora gehoert zweifelsfrei zur haerteren Sorte. Merkwuerdig allerdings finde ich nicht so sehr den Anstieg des Ph auf bis zu 8.5 (aber auch), sondern vielmehr die ehemalige, permanente Stagnation bei 8.2. Normalerweise reagiert der Ph sehr sensibel auf die "Atmung" des Beckens, inklusive der Beleuchtungsstaerke und Dauer. Das er das nicht tut, finde ich merkwuerdig. Hast Du das Messgeraet mal ueberprueft?
    Gruss
    Hajo


    Hallo Wolfgang,

    dass Dir das flapsige Wort „Hobby“ gegen den Strich geht, hätte ich wissen müssen. :frowning_face: Lass es mich jetzt mit den Worten von Konrad Lorenz sagen: „Liebhaberei ist die einzige gesunde Basis für jede biologische Wissenschaft“ Vielleicht kannst Du damit besser leben.
    Mit der Vorgeschichte Deines Unmutes bezüglich Marubis bin ich nicht so sehr vertraut, deswegen kommentiere ich das nicht. Im Kern wollte ich eigentlich nur die unterschiedlichen Sichtweisen in der angewandten Riffaquaristik andeuten, diese zum Thema machen, und damit auch auf zweifelhafte Pflegehinweise abzielen. Die gibt es, global gesehen, zuhauf. Deine konsequente Haltung würde vielleicht bei dem einen oder anderen hier im Forum zum Umdenken führen. Warum dann diese Fahnenflucht? Die breite Masse erreicht man nicht mit wegducken. Der Grundstein für eine nicht artgerechte Tierhaltung ist doch nicht hier im Forum gelegt worden. Ganz im Gegenteil. Hier kann jeder die Möglichkeit nutzen, seine eigenen oder die Fehler anderer zu korrigieren. Kommentare, auch wenn sie noch so neben der Spur sind, sollte man nicht sofort unterbinden. Deswegen finde ich es schade, dass man gerade das Thema „Nano made in USA“ nicht wiederbeleben kann. „Nano made in Germany“ wäre vielleicht auch eine Versuchung wert? Aber für mich nur mit Blutdruck senkenden Mitteln. :grinning_squinting_face:
    Gruß und einen schönen Sonntag!
    Hajo

    Linda:
    Ja, und das Zweite ist die Verbindung zwischen Marubis und den Forenmitgliedern, die z.T. auch Mitglieder des Vereins sind. Muss sich die persönliche Meinung immer mit den Haltungsempfehlungen des Vereins decken? Umgekehrt: Wieso wird der Verein weniger glaubwürdig, wenn im Forum eine abweichende Privatmeinung gepostet wird?

    Hallo Wolfgang,

    Unterschiedliche Ansichten oder die oben erwähnten „abweichenden Privatmeinungen“ können doch auch das Salz in der Suppe sein. Unbelehrbare und Beratungsresistente laufen uns im Leben doch täglich über den Weg. Das ist schnöder Alltag. Aber es ist nie zu spät, als dass man diese nicht wieder an den gemeinsamen Tisch holen könnte. So etwas läuft nur über individuelle Aufklärung, und weil das so ist, muss man auch hin und wieder über den eigenen Schatten springen, um eine aus dem Ruder gelaufene Diskussion wieder in die richtige Richtung zu lenken. Im Eifer des Gefechtes wird schon einmal von dem einen oder anderen Mitschreiber aus Begeisterung die eine oder andere Schwelle zur Wahrhaftigkeit überschritten. Das ist normal, besonders wenn man bemerkt, dass der Zugang zur Materie durch wenig fundiertes Wissen noch zusätzlich erschwert wird. Falsch wäre es jetzt, sich nicht diesen „Erkenntnissen“ zu stellen und nicht über den Kern der Ursachen zu reden, die zu solchen wirren Meinungen geführt haben. Manche Formulierungen sind sicher außerordentlich unglücklich gewählt. Wenn man aber zum Beispiel die immer wieder hochkommenden Diskussionen um das Verhältnis von Fisch zu Beckenwasser mitliest, wurden hier doch, auf eine mehr oder weniger sanfte Tour, „Abweichlern“ die richtige Methode nahe gelegt. Die kontrollierende Fakultät sollte auch nicht gleich der Inquisition verfallen. Ein bisschen mehr Gelassenheit und Diskussionsfreude wünsche ich mir von jedem Mitschreiber, ob nun Mitglied oder nicht. Unser Hobby ist kein Evangelium und wir stellen hier auch keine Glaubensfragen. Oder etwa doch?
    Nichts für ungut.
    Gruß
    Hajo

    Linda:

    Nur zwei Dinge möcht ich noch anmerken im Zusammenhang mit diesem Thread: Die erste Antwort hätte genügt. Und auch die hätte ich in Kenntnis der Herkunft des Posters etwas sensibler formuliert, es hätte daraus ja auch so etwas wie ein Kulturaustausch entstehen können. Jetzt, wo der wissende Niemand wieder abgetaucht ist, ist das natürlich sowieso für die Fisch


    Hallo zusammen,

    Genau so isses!
    Ich hätte es persönlich auch weitaus spannender gefunden, wenn es einen ergiebigen Dialog mit dem Themenstarter gegeben hätte. Allerdings sollte die negative Einschätzung des Beitrages nicht darüber hinweg täuschen, dass auch ausgezeichnete Berichte und sehr konkrete Erfahrungen in den amerikanischen Foren zu finden sind. Nicht von ungefähr tummeln sich dort einige der größten Koryphäen der Meeresbiologie und Vorreiter in der Meerwasseraquaristik. Leider wird dem Suchenden die Auswahl etwas erschwert, da es (auch dort) eine Unzahl von Foren gibt, deren Qualität etwas zu wünschen übrig lässt. Strenge Maßstäbe darf man auch hier nicht immer anlegen. Das, was wir heute in unseren Becken pflegen, ist dort bereits schon vor vielen Jahren ein Thema gewesen. So gesehen, sind sie uns in manchen Dingen um ein paar Erfahrungsjahre voraus. Nicht alle, aber einige. Und auf dieses Wissen kommt es mir an. Da sollte man ruhig einmal hinhören. Ist ja auch kein Wunder, wenn die überwiegende Masse der gefangenen und gesammelten Tiere an den Hauptabnehmer USA verschifft wird. Ich schätze einmal, dass von 10 Großcontainern nur 1-2 nach Good Old Europe gehen. Was dann bei uns in Deutschland hängen bleibt, ist leicht auszurechnen. Die Creme de la Creme der Rifftiere finden wir nicht hier, sondern in Übersee. Das geht einher mit vielen Bildern und Berichten von Raritäten, Pflegehinweisen und/oder kritischen Bemerkungen, Warnungen, wie z. B. beim speziellen Thema: „reef safe“ oder „not reef safe“. Obwohl u. a. eine Vielzahl englischsprachiger Fachliteratur in meinen Regalen steht, finde ich zu jeder Zeit neue, interessante Beiträge in den amerikanischen Foren, die mir bei der Beurteilung und Einschätzung schwieriger (weil unbekannt) Gegebenheiten weiterhelfen. So gesehen, hätte ich mir gerne, auch für uns alle, einen Dialog mit „Übersee“ gewünscht. Wäre echt spannend geworden. Bei dem Echo. :grinning_squinting_face:
    Gruß
    Hajo

    Hallo Carsten,

    Welche Beckengroesse liegt den dieser Diskussion zu Grunde? Nach Empfehlungen amerikanischer Spezialisten waere hier ein Minimum von 600l angesagt. Bei 2 unterschiedlichen Schwaermen wuerde ich auf die doppelte Menge Wasser tippen. Alles darunter scheitert mit der Zeit. Der Verband loest sich teilweise auf und es verschwinden immer wieder Tiere in der Deko, wo sie dann nicht mehr aufzufinden sind. Bei Torben sehe ich da keine Probleme fuer die Zukunft. Der baut sein neues Becken in Walgroesse. :grinning_squinting_face:
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    zwar sind hier 2 Ursachen (Dreck, Turbellarien) vorhanden, aber nur ein Problem: Wie die Missstände entfernen, ohne zuviel Wasser zu vergeuden oder ohne übermäßig viel Austauschwasser zu verwenden.

    Ursache Dreck: Hier sollte man sich in den „Toten Ecken“ immer technischer Hilfsmitteln bedienen, Stichwort: „Riffhinterspülung“, ob permanent oder sporadisch, und/oder durch eine Richtungsänderung der bisherigen Wasserbewegung. Der sich dann im Wasser verteilende Mulm bleibt auf diese Weise für jede Filtertechnik gut erfassbar. Alle anderen Lösungen erfordern den „Handbetrieb“. Aber diese Methode empfinde ich nicht als besonders lästig, da sie in der Praxis gern mit dem obligatorischen WW einher gehen kann.

    Ursache Turbellarien:
    Hier läuft leider nichts mit technischer Unterstützung. Die Absaugmethode ermöglicht mit Unterstützung von eingebrachten, speziellen Fressfeinden, wie einigen Lippfischen und Synchiropus-Arten, die größte Effizienz (auch hier im Forum nachzulesen). Für alleiniges Absaugen der Turbellarien braucht es einen langen Atem. Deswegen sollte man intelligenter Weise, sich ihrer Fressfeinde bedienen. Abgesaugte Turbellarienbrühe, egal durch welches Filtersäckchen abgezogen, darf wegen ihrer giftigen Substanzen nicht mehr ins Becken zurück, und muss verworfen werden. Mit der Zeit reduziert sich die Population der Plagegeister und damit auch die Menge des abgezogenen Wassers. Hier ist Geduld angesagt und keine schnelle Lösung in Sicht. Letztendlich haben viele von uns (mich eingeschlossen) durch Synchiropus & Co. keine Turbellarien mehr im Becken. Für mich gehören diese Fische zur „Grundausstattung“ eines jeden Riffbeckens, sozusagen als Rückversicherung gegen neue Einschleppung. Und die kommt bestimmt.

    Gruss
    Hajo

    Hallo Torben,

    Ueberbruehen ist vielleicht auch eine Moeglichkeit. Habe es aber noch nie probiert.
    Wahrscheinlich mehr oder weniger effektiv wie alles andere. Hauptsache ist die Gruendlichkeit
    der Vernichtung ohne Reste auf den Steinen und im Beckenwasser zu hinterlassen. Auch nicht
    die kleinsten Fitzelchen. Sonst treibt der Schwamm sein Unwesen weiter.
    Gruss
    Hajo

    Die meisten Kuechenbuersten sind nicht hart genug. Besser Du kratzt mit einem Messer die Flaeche bis in den Untergrund hinein ab. Eine Stahlbuerste hilft auch. Aber nur ausserhalb des Beckens. Bei sonst unbewachsenen Steinen kann auch mit verduennter Salzsaeure gearbeitet werden. Hauptsache raus aus dem Becken.
    Gruss
    Hajo

    Hallo galferiz,

    Den Schwamm solltest Du umgehend entfernen. Wenn das nicht geschieht, wird Dir dieser Schwamm mit der Zeit alles ueberziehen, was ihm in den Weg kommt. Auch Korallen.
    Manchmal kann man ihn vorsichtig, wie eine Tapete, abziehen. Leider klappt das nicht immer, so dass nachtraeglich jedes uebrig gebliebenes Fitzelchen sehr sorgfaeltig entfernt werden muss. Es sollte ausserhalb des Aquariums geschehen, da sich auch aus den kleinsten Resten spaeter wieder neue Schwaemme bilden koennen.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Daniel,

    Den Gedanken in Richtung Licht kannst Du getrost verwerfen. Es sei denn, der Wechsel haette die Lichtmenge so drastisch erhoeht, dass als Ergebnis der PH ueber Gebuehr in die Hoehe gegangen waere. Kommt aber eigentlich nur unter speziellen Bedingungen vor. Eine andere Moeglichkeit waere die systemische Umstellung. Manche Korallen reagieren mit verstaerkter Nesselung. Das kann ein Grund fuer eine allergische Reaktion auf der Fischhaut sein. Koennte, muss nicht. Wenn sonst nichts veraendert worden ist, wuerde ich diese Moeglichkeit in Betracht ziehen. Allergische Reaktionen sind zumeist kurzlebig und gehen vorueber.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hannes,

    Das angebotene Futter sollte er eigentlich fressen. Bis auf das Granulat. Das muss er sicherlich noch lernen. Das er das gereichte Futter erst einmal annimmt, sehe ich als positiv. Das Ausspucken kann zweierlei bedeuten. Es kann an der Groesse des Futters liegen oder an dessen Qualitaet (Geschmack). Es gibt leider sehr unterschiedliche Qualitaeten beim Frostfutter. Versuch doch einmal ihm weisse Mueckenlarven und Cyclops anzubieten. Klappt meist hervorragend. Aber immer dabei auf eine gute Futterqualitaet achten! Lobstereier und Fischrogen waeren auch noch eine Alternative. Fische sind manchmal Schmecklecker. Minderwertiges Futter wird dann nur noch, wenn ueberhaupt, nach mehrmaligem Ausspucken, mit "langen Zaehnen" gefressen.
    Gruss
    Hajo

    [quote='Andre Luty','index.php?page=Thread&postID=672282#post672282']

    Andererseits finde ich es nicht richtig, wenn man für die Arten die Beckengröße pauschalisiert. Beispiel: Wenn ich einen 2 - 3 cm kleinen Doc erwerbe (dahin wird ein Trend gehen, da man sich wegen der Transportkosten überlegt, die Tiere unmittelbar nach dem Ansiedeln als Acronurus-Larven wegzufangen, aufzupäppeln und dann zu versenden), kann ich ihn einfach nicht in ein 1500 Literbecken mit bestehendem Fischbesatz setzen. Diese Fische haben keine Reserven wenn sie hier ankommen (beiliegend ein Bild von solch einem 2 cm A. lineatus). Den habe ich dort nicht unter Kontrolle und er stirbt eher, weil er nicht genügend Nahrung bekommt. Von der Seite finde ich es unfair - ohne ein Becken genau zu kennen - gleich zu meckern (sicher gibt es aber auch wirklich schlechte Situationen). Solch ein Tiermuss ich mindestens 1 Jahr aufpäppeln bis er in eine Fischgesellschaft entlassen wird - und das geht nur in einem kleineren Becken.


    Hallo Andre,

    da bin ich ganz bei Dir. Allerdings würde das vorraussetzen, daß in jedem Fall 2 Becken vorhanden sein müssten. Denn sonst sind spätere Probleme bezüglich der Größe der Tiere unausweichlich. Die allermeisten Aquarianer haben nur 1 Becken zur Verfügung. Das ist das eigentliche Problem. Entweder ist das vorhandene Aquarium groß genug, dann gibt es die genannten Probleme mit den Winzlingen oder das alleinige Becken passt momentan, dann gibt es später die Probleme mit der Größe. Wohin dann mit dem Tier? In jedem Fall sind 2 unterschiedlich große Becken die beste Option. Wird aber bestenfalls nur von extremem Fischliebhabern praktiziert. Quarantänebecken werden ja (leider) auch nicht mehr favorisiert.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    Es gibt Diskussionen, die immer wiederkehren. Dies hier ist auch solch eine Diskussion. Gebetsmühlenartig werden immer wieder die verschiedensten Unmöglichkeiten zitiert, welche den jeweils gewünschten Fischbestand in Frage stellen und letztendlich den Fragenden mit Gegenvorschlägen verunsichern, deren Hintergründe und deren positive Vorteile ihm vielleicht nicht gleich erkennbar sind. Es ist nicht immer einfach, wenn ausgeprägtes Wunschdenken auf die Notwendigkeiten artspezifischer Besatzbeschränkung für das Korallen- oder Fischbecken trifft. Um das Verhalten unserer Fische zu verstehen, müssen auch ihre Sozialstrukturen und Verhaltensmuster verstanden werden. Daraus sollte uns allen mit der Zeit ein profundes Wissen erwachsen, welches dazu führen kann, die so genannte Spreu vom Weizen zu trennen und die hier erwähnten Irrtümer beim Kauf erst gar nicht aufkommen zu lassen. Neben der richtigen Auswahl der Arten darf man die individuellen Verhaltensmuster seiner Wunschobjekte nicht außer acht lassen. Speziell bei der Vergesellschaftung mit Niederen Tieren. Ohne gute Kenntnisse über Ökologie und Verhaltensweisen der einzelnen Arten geht ein solcher Versuch oft schief. Hinzu kommen bei manchen Arten eventuell noch Ernährungsschwierigkeiten. Wer „Korallenfische“ gehalten hat weiß aus eigener, meist bitterer Erfahrung, dass nicht alle Fische, die einem gefallen, sich auch untereinander vertragen. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Sie sollte aber, auch wenn die Diskussion hier mehrheitlich um Fischgröße und Wasservolumen geht, nicht außer acht gelassen werden. Der Anfänger sitzt allzu oft zwischen den Stühlen. Einerseits ist er in seinem bisherigen Umfeld obskuren Informationen aufgesessen (die Fakultät der Jäger und Sammler verbreitet gerne ihr Jägerlatein), andererseits soll er den hier empfohlenen Beschränkungen folgen. Das ist so, als wollte man ihn zwingen Wasser anstatt Wein zu trinken. Na ja, zumindest eben doch Weinschorle. :grinning_squinting_face: Nach meiner Erfahrung tendiert diese Situation zumeist gerne in Richtung „learning by doing“. Man versucht es halt doch, weil entweder der „Händler seines Vertrauens“ oder Kumpel X näher dran ist, als die hier befragte Forengemeinde. Es gibt leider immer noch allzu viele Dumpfbacken, die ihre Fische ähnlich dem Kauf einer hochwertigen Technik aussuchen. Je exklusiver, desto besser. Nur wird oft dabei vergessen, dass wir es hier mit einem komplizierten, lebenden Wesen zu tun haben, dessen „Betriebsanleitung“ oft nicht gleich für jedermann verständlich sein wird. Es ist ein etwas längerer Weg zu gehen, als den kurzlebigen Phrasen mancher Huckeduster zu folgen. Deswegen ist auch dieses Forum so wertvoll, nicht weil hier etwa Zucht und Ordnung herrscht, :confused_face: sondern weil der überwiegende Teil dieser Gemeinde sich mit Haut und Haaren der artgerechten Pflege ihrer Tiere verschrieben hat. Infiziert haben wir uns alle einmal mit diesem Virus, auf die eine oder andere Art und Weise, mit der einen oder anderen Hilfestellung. Der Weg ist das Ziel. Nur wer sich auf diesem Weg stetig weiterentwickelt, kann auch andere Menschen mitziehen und ihnen dabei helfen, Dinge richtig zu sehen. Weitaus effizienter als jene unbelehrbaren Mitbürger, die nach etlichen Katastrophen das Handtuch werfen, um sich dann einem anderen Zeitvertreib zu zuwenden.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Daniel,

    Ausgehend von einem permanent mit CO2 übersättigtem Becken (kein AS! PH 7.7-8.0), wird über einen Kanister das tägliche Verdunstungsdefizit per Nachfüllautomatik mit Karbonat versetztem Wasser geregelt. Dieses Verfahren bringt mir die angestrebten Werte von PH 7.9-PH 8.3 / KH 6-KH7. Ausnahmen sind hier nur in den Sommermonaten zu verzeichnen, da nach meiner Methode über die größere Verdunstung logischer Weise auch die KH steigt. Dieses wiederum hat zur Folge, dass der PH ebenfalls weiter nach oben marschiert (PH 8.0-PH 8.4 / KH 8, selten KH 9). Gleichermaßen wird parallel, ebenfalls täglich, eine bestimmte, dem durchschnittlichen Verbrauch der Korallen angepasste Menge Ca hinzu gegeben. Hier kommt es, je nach zugeführter Karbonatmenge, zu Schwankungen im Ca-Bereich. Bei den wöchentlichen Überprüfungen wird gegebenenfalls nur der Ca-Wert leicht korrigiert (Korrekturwert kann bis zu 5% betragen), was bei meiner Methode bei der KH naturgemäß selten vorkommt bzw. zu vernachlässigen ist. So sind Schwankungen auf der einen oder anderen Seite unvermeidlich. Die Dichte wird natürlich parallel mit dem obligatorischen WW wieder angeglichen. Auch hier gibt es innerhalb einer Woche temporäre Schwankungen.
    Kurzform: Karbonat wird entsprechend der Verdunstung zugeführt ( erforderliche Menge an Karbonat per Liter Kanisterwasser muss natürlich vorher errechnet werden.) Calcium im entsprechenden Verhältnis als ungefähre täglich Zugabe. Überprüft und ggf. korrigiert wird am Wochenende.
    Mt der oben beschriebenen Methode betreibe ich dieses Becken seit ca. 6 Jahren und habe bis dato bei den Bewohnern keinerlei Unbehagen feststellen können. Für sonstige Auskünfte stehe ich gerne zur Verfügung.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Bjoern,

    Schwankungen bei KH und Ca sind in einer schmalen Bandbreite nicht ungewoehnlich. Selbst bei automatischer Dosierung treten ungewollt Schwankungen auf, da u. a. Korallenbesatz und Temperatur, auch Verdunstung (je nach Art der Dosiertechnik) Einfluss haben koennen. Es sind zwar grundsaetzlich optimale Werte anzustreben, aber geschwankt kann auch werden. Nur halt in einem fuer den Korallenwuchs angenehmen Bereich. Ich arbeite seit laengerem nur noch mit ungefaehren Werten. Den Korallen scheint es zu gefallen. Frueher habe ich penibel alle Zugaben ueberprueft und genaustens angeglichen. Heute genuegen Dosierungen "ueber den Daumen". Das bezieht auch leichte Schwankungen mit ein. Sogar 14-taegige grottenschlechte Ca u. KH-Werte (Urlaub) werden anstandslos weggesteckt. Zu aengstlich wuerde ich nicht sein. Gesunde Korallen werden sich fuer eine gewisse Zeit anpassen. Muscheln tun das auch.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Torben,

    zu #73 kann ich nur sagen, dass es mir aufgrund der kleinen Tasten meines Smartphones sehr schwer faellt,mich zuegig und fehlerfrei an dieser Diskussion zu beteiligen. Ich liege hier an einem grossen, oesterreichischem See und koennte hoechstens den Zander heute abend auf dem Teller zu Flossenverletzungen befragen. Der wird mir aber nichts mehr mitteilen koennen. Je groesser die Tiere, desto groesser das Becken. Reichlich Versteckmoeglichkeiten muessen fier das unterlegene Tier vorhanden sein. Mein werdendes Weibchen vom Genicanthus habe ich 8 Tage nicht gesehen, bis es etwas zerfleddert am 9. Tag friedlich neben dem maennlichen Tier schwamm. Bei den Pygos ging es gesitterter zu. Aehnlich den Centropyges. Zu den groesseren Kaisern kennst Du meine Ansichten.Sonst ist zu diesem Thema fast alles gesagt worden. Falls noch was fehlt, frag ich heut abend den Zander. :grinning_squinting_face:
    Gruss Hajo

    Hallo Torben,
    Es ist schon so, wie u. a. von HW beschrieben. Nur in der Strategie der Zusammensetzung unterscheiden sich die Meinungen. Meiner Meinung und aus eigenen Erfahrungen, ist es egal, ob gleiche Groesse oder unterschiedlich. Es wird sowieso auf die gleiche Art und Weise hinaus laufen. Bei der einen Strategie dauert es etwas laenger. bis man zusammenfindet, bei der anderen Variante gehts etwas schneller. Die Verpaarungsperiode ist in jedem Fall gleich heftig. Das unterlegene Tier wird immer Flossen lassen muessen. Nichts fuer menschelnde Wesen. :grinning_squinting_face:
    Gruss
    Hajo

    Nein, das kann man nicht immer schwarz/weiss sehen. Es sollte artspezifisch betrachtet werden. Nicht immer ist das dominantere Tier das Maennchen und damit auch das kleinere Tier. Man denke nur an die Amphiprion-Arten. Bei Deinen Kaisern ist durch die Dominanz der jeweiligen Partner die andere Seite gar nicht erst zum Wechsel des Geschlechts gekommen. Tiere, die auf diese Weise unterdrueckt oder "diszipliniert" werden, behalten ihr Geschlecht. Regeln bestaetigen die Ausnahmen. Siehe u. a. Amphiprion.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Christian,

    "Vermenschelt" wird leider viel zu oft. Deswegen gibt es auch diese Katastrophen. In den engen Grenzen unserer Bottiche wird nicht jede Art gluecklich. Um diesen Irrtum erst gar nicht aufkommen zu lassen, sind artspezifische Informationen Pflicht. Kann man alles VORHER erfragen oder erlesen. Leider wird viel zu oft erst gekauft und dann erst gefragt.
    Gruss
    Hajo

    Hallo,

    Einige, von einander unabhaengige amerikanische Kommentare neigen zu "reef safe with caution", also omnivor. Konnte ich bei meinen Tieren allerdings nicht beobachten. Muss aber nichts heissen, da ich sie viel zu selten sehe. Wahrscheinlich genuegt ihnen der Abfall vom Fische fuettern?
    Gruss
    Hajo

    Hallo,

    Wenn weniger Licht an den Seiten kein Thema ist, reicht es definitiv mittig selbst fuer Acros. Ziel war, so habe ich es verstanden, die Erneuerung seines alten Leuchtensammelsoriums durch eine (1) leistungsfaehigere Leuchteneinheit.
    Das alles in einem ueberschaubar finanziellen Rahmen. Unter diesen Gegebenheiten keine schlechte Wahl.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Michael,

    Beim Erwerb einer Leuchte sollte klar sein, was zu beleuchten ist und auch in welcher Intensitaet. Es hat wenig Zweck die Seitenscheiben auch noch mit zu beleuchten. Das bringt nur einen Mehraufwand beim Scheiben putzen. Ich habe selbst eine r420r 160W und bin sehr damit zufrieden. Nicht nur wegen des Kosten/Nutzen-Verhaeltnisses. Ein Freund von mir hat die Leuchte ueber einem Becken mit der Laenge von 110cm. Klappt auch, wenn man nicht unbedingt Acros an den Seiten haben muss. Da Du sowieso (momentan) keine SPS pflegst, bist Du keinem Zwang unterlegen. Falls zu einem spaeteren Zeitpunkt dennoch Bedarf besteht, steht fuer solche Ueberlegungen immer noch der mittlere Bereich zur Verfuegung.
    Ich wuerde mich da ganz Sacha‘s Empfehlung anschliessen.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Paulie,

    Nach solch einer langen Zeit haette ich eigentlich vermutet, dass Du dir bereits wieder eine Muschel gegoennt hast. :grinning_squinting_face: Beim naechsten Muschelkauf vergewissere dich vor Ort selbst ueber den Zustand des Tieres. Einen Blindflug mit einer Internetbestellung kann ich nicht empfehlen. Da sind zu viele Unsicherheiten gegeben. Nicht selten ist bereits beim Haendler die Verlustrate hoch. Tote Tiere werden nicht verschickt, aber wer kann schon auf die Schnelle eine Vorschaedigung ausschliessen? Mein Haendler setzt die Tiere nach Ankunft zum Anwachsen auf kleine Muschelsteine. Das hat den Vorteil, dass man klar erkennen kann, welche Muschel einen gesunden Fuss und eine perfekte Byssusdruese hat, und welche nicht. Das ist schon einmal ein grosser Vorteil bei der Auswahl. Eine Muschel kann noch so farbenfroh ausschauen, wenn sie sich nicht befestigen kann, ist mein Kaufinteresse vorbei. Du hattest weiter oben etwas von grabenden Raubschnecken erwaehnt. Gibt es sie immer noch? Grundsaetzlich sind nur solche Schnecken zu empfehlen, die als reine Algenfresser unterwegs sind. Bei manchen grabenden Schnecken streiten sich die Geister ob der Gefaehrlichkeit fuer Muscheln. Auch wenn bei einigen Arten "Aasfresser" vermerkt ist, wuerde ich nach neueren Beobachtungen, nicht mehr dafuer meine Hand ins Feuer legen wollen. Noch einen wichtigen Punkt sollte man nicht vergessen. Tridacna lebt nicht auf Sand! Gib ihr den Platz auf Hartboden und lass sie anwachsen. Meine Muscheln sind alle mit dem Riff verwachsen. Nur nicht die Hippo, die ist gewichtsmaessig praedestiniert fuer ein Leben auf dem Boden und verzichtet auf ein Ankleben. Nur in ihrem juvenilen Stadium hatte sie schwach diese Angewohnheit.
    Ich wuensche Dir bei deinem naechsten Kauf viel Glueck bei der Auswahl und viel Freude mit dieser schoenen Art.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Daniel,

    Der Unterschied liegt in der Konsequenz der Sache. Bei unserem Hobby gibt es weder eine Fahrpruefung noch bei Uebertritten einen Strafkatalog. Beides sind erzieherische Massnahmen. Diese aber auf unsere Beduerfnisse zu uebertragen, ist schier unmoeglich und wird auch keine starke Lobby finden. Ohne Lobbyarbeit laeuft nichts in diesem Land. Somit muessen wir immer einen gewissen gesellschaftlichen "Schwund" hinnehmen. Auch fuer unsere Sparte. Leider.
    Gruss
    Hajo

    Wenn ich mal in andere Läden als beim Joe reinschnupper denke ich oft daran, daß es sinnvoll wäre, wenn die Kunden beim Kauf von Tieren einen Sachkundenachweis erbringen müssten.
    In dem von einem Tierarzt abgestempelt die Beckendaten stehen.99

    Wenn man sieht, wer alles was für Tiere kauft...7

    Von einer Art Sachkundenachweis traeume ich noch heute. Wird aber ein Traum bleiben, denn ich habe keine Ahnung, wie das ueber die Buehne gehen sollte. Der Handel wird ganz andere Traeume haben :grinning_squinting_face:
    "Wenn man sieht, wer alles was fuer Tiere kauft... " -- da kommt bei mir manchmal auch die Magensaeure hoch. Einen gewissen Prozentsatz kann man vielleicht noch einfangen und in die richtigen Bahnen lenken, der Rest ist und bleibt unbelehrbar und in weiten Teilen beratungsresistent. Grund: null Wissen und jede Menge Unverstand. Diese Kategorie ist die Schwierigste, weil kaum lernfaehig. Leider m
    uessen wir auch auf anderen Ebenen mit diesen Zeitgenossen leben. Die Meerwasseraquaristik ist da keine Ausnahme.
    Gruss
    Hajo


    Korallenwelt:

    Ja, ich weiß dass es solche Versuche schon in der Vergangenheit gab. Ich kenne es noch aus den Zeiten des Kaiserfischverbotes, als mein Vater ein MW-Aqua unterhielt. Es stimmt, in der Vergangenheit wurde diese Idee oft aus der Schublade geholt, damit sich eine Partei oder ein Politiker profilieren kann.

    Hallo Artur,

    Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. :grinning_squinting_face: Sind wir vielleicht in der Zeit des "Kaiserfischverbotes" fischmaessig ausgetrocknet worden? Beileibe Nein! In den gewohnten Laeden konnten wir zwar nichts mehr kaufen, aber die "Anlaufstellen" waren jetzt Autobahnraststaetten und Parkplaetze, wo wir von den Grosshaendlern und ihren Subunternehmern aus Holland beliefert wurden. Dort galt das Verbot nicht. Solange es kein verbindliches EU-Verbot gibt, wird jeder Alleingang irgendwie zu unterlaufen sein. Da mach ich mir keine Sorgen.
    Gruss
    Hajo


    Hallo zusammen.

    Also ich verstehe fliegenpups, dass er meint man könne ja noch alles versuchen, wenn Sie soweit ist, dann kann man ja nicht viel Falsch machen.
    Aber in diesem Fall ist die Muschel zu sehr geschädigt. Sie ist schon tot. Vor allem wenn das Wasser stinkt. Das weiß ich leider aus Erfahrung

    Hallo Paul,

    Du hast das Problem ja schon selbst beantwortet. Der Sachverhalt war klar und die Situation von allen gut auf den Punkt gebracht, weil eindeutig. In solch auswegloser Lage mit Honigbaedern zu kommen, grenzt an mangelndem Verstaendnis fuer die Situation und verwirrt Unkundige mehr als es ihnen hilft.
    Gruss
    Hajo