Hallo zusammen,
in der letzten Ausgabe der „Koralle“ , Heft 89, ist unter „Aquarienporträt“ ein Artikel über ein ca. 10000l- Meerwasseraquarium (4500l Schaubecken, 9000l Gesamtanlage) zu finden. Der Artikel ist von Massimo Morpurgo, dem Kurator des Naturmuseums in Bozen verfasst worden.
Aus reiner Neugier und weil es hier einen so regen Gedankenaustausch in Sachen Vergesellschaftung von Lippfischen gegeben hat, habe ich Herrn Morpurgo gebeten, mir seine persönlichen Erfahrungen mit den vorhandenen Lippfischarten im großen Ausstellungsbecken des Museums mitzuteilen.
Da dies auch Inhalt einer privaten Korrespondenz ist, leider auch von mir versäumt wurde vorher eine Erlaubnis für eine offizielle Darstellung einzuholen, werde ich seine Antwort sinngemäß korrekt weitergeben.
Es befinden sich vier Lippfisch-Arten im Aquarium. Von Pseudocieilinus hexataenia seit vielen Jahren nur ein einziges Exemplar. Von Halichoeres melanurus haben wir seit 3 Jahren zwei Männchen. Sie sind schon als Männchen angekommen, und sie vertragen sich problemlos. Die drei Halichoeres marginatus sind ebenfalls seit drei Jahren im Aquarium. Anfangs alles Weibchen. Nach ca. einem Jahr hat sich ein Exemplar zum Männchen umgefärbt. Mindestens ein Jahr lang hatten wir so 1 Männchen und 2 Weibchen. Danach sind auch die zwei Weibchen Männchen geworden. Wir haben also jetzt 3 erwachsene Männchen (das größte ist 15 cm lang) und sie leben friedlich zusammen. Mit Halichoeres chrysus gab es in der Vergangenheit Probleme. Solange wir nur ein Männchen hatten, gab es keine Probleme. Als sich ein Weibchen in ein zweites Männchen umwandelte, begann der Streit. Am Ende ist immer nur ein Männchen übrig geblieben. Das andere ist einfach verschwunden. Seit wenigen Monaten habe ich ein neues Weibchen eingesetzt. Jetzt haben wir wieder ein Männchen und ein Weibchen von dieser Art. Ich werde beobachten, was in den nächsten Monaten oder Jahren passieren wird.
Für mich zeigt dieser Bericht sehr unterschiedliche Verhaltensweisen, bzw. Verläufe. Interessant ist die Tatsache, dass beim Marginatus nach der Umfärbung weiterhin alles friedlich verlaufen ist. So bleibt die Hoffnung, das andere Arten ihm das gleichtun.
Gruß
Hajo