Beiträge von hajo

    Hallo zusammen,

    Innerhalb der verpaarten Arten ist deren Lebenszeit unterschiedlich lang gewesen. Oft habe ich nur die Männchen zuletzt gesehen. Keine Grundel ist gesprungen, nur nach und nach irgendwo im Becken verschwunden. Das Alter beim Kauf ist aufgrund des teilweise später noch fortschreitenden Wachstums geschätzt und in die Lebenszeit mit eingerechnet worden.


    Valencienna strigata, Paar, (adult gekauft) 3-4.5 Jahre

    Valencienna strigata, Paar, (semi-adult gekauft) 4-5 Jahre

    Valencienna puellaris, Einzel, (semi-adult gekauft) 4.5 Jahre

    Nemateleotris magnifica, Paar, (adult gekauft) 3-3.5 Jahre

    Nemateleotris decora, Paar, (semi-adult gekauft) 2-3 Jahre

    Amblygobius phalaena, Einzel, (semi-adult gekauft) 4.5 Jahre

    Amblyeleotris aurora, Paar, (adult gekauft) seit 3 Jahren (höchst aktiv)


    Gruß
    Hajo

    Hallo Tobias,

    Apropos Stromkosten. Beim Stichwort "Hausbau" stand ich damals vor einer aehnlichen Situation. Ich habe mich damals für einen gemauerten Unterbau entschieden, in den eine Abzweigung der Fußbodenheizung verlegt worden ist. Darauf steht das Aquarium. Wenig Stromkosten, die Mini-Bodenheizung geht kostenmaessig im Gesamthaushalt unter. Man kann auch direkt vom Gasbrenner verlegen. Je nach Situation. Waerme-Fühler und Regler nicht zu vergessen. Hatte ich installieren lasse, wurde aber nie gebraucht. Die Temperaturschwankungen blieben im grünen Bereich. Ich bin mir nicht sicher, ob Du mit einem 500W Heizstab bei 1500L auskommen wirst. Kommt auf die Durchschnittsraumtemperatur an.
    Gruss
    Hajo

    Jeder der schon mal etwas gebaut hat kann das bestätigen dass während der Bauphase schon Fehler erkannt werden.

    Gruß Torben

    Gesendet von meinem Galaxy mit Tapatalk

    ........und wenn es nur eine zu schmale Tuerzarge war, die plötzlich im Weg stand:D

    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    Was spricht eigentlich dagegen, den damaligen Aufruf von Delbeek (Link in #71 von Thomas) hier im Forum zu wiederholen? Es ging dort um die Ermittlung des Lebensalters von Grundeln in Aquarienhaltung. In diesem Fall haetten wir praktische Beispiele, möglicher Weise auch über recht unterschiedliche Arten, die dann zu diskutieren sind. Vielleicht bleibt das Resultat aber eher unergiebig, da zu wenige von uns Grundeln pflegen und oft nur von einer theoretischen Annahme bezw. vom Hoerensagen ausgegangen wird. Delbeek hatte sich sicher nicht grundlos mit dieser Recherche beschäftigt.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Bjoern,

    Gestatte mir einige Fragen:
    Wie hoch ist denn die KH?
    Wie wird der PH gemessen? Tropftest? Elektronisch? Wenn Tropftest, Test noch brauchbar? Wenn elektronisch, Gerät vorher kalibriert?
    Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. :grinning_squinting_face:
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    vielleicht sollte man bei den kursierenden Angaben zum Lebensalter der Tiere einen Unterschied beachten, nämlich zwischen einem Leben in der Natur und im Aquarium.
    Das eine Neon Grundel 4.5 Jahre alt werden kann, hat mich verwundert. Wie der Artikel zeigt, allerdings nur in der Gefangenschaft.
    Auch die gemeldeten Daten bezüglich der Umfrage von "Langlebigkeit von Grundeln in Aquarien" (Delbeek), zeigten für die meisten Grundeln eine höhere Lebenserwartung als in der Natur.
    Jedenfalls nicht nur 1-2 Jahre. Bei der Angabe von 4.5 Jahren Lebenserwartung für eine zwergenhafte Grundel kann ich keine Kurzlebigkeit im Sinne von verkürzter Lebenszeit erkennen.

    http://www.advancedaquarist.com/2009/12/fish2

    Gruß
    Hajo

    Hallo Matthias,


    ich beziehe mich einmal auf Deinen letzten Absatz, letzter Satz: "....Da schreibe ich gern ein, zwei Sätze."


    Mehr von diesen Sätzen wurden damals auch von mir gern geschrieben. In jenem Beitrag sind u. a. später zu erwartenden Probleme

    beschrieben worden, und es wurde von auch nach dem Grund dieser speziellen Zusammensetzung gefragt. Da fehlt

    bis heute die Antwort. Mehr ausbalancierter konnte ich meinen damaligen Eindruck leider nicht formulieren. Das fällt beileibe nicht in die Rubrik

    Kurzantwort, wie von anderer Seite unwahr behauptet. Ich habe mir da schon meine Gedanken gemacht. Es wurde auch niemand abgekanzelt,

    es wurde darin auf vorhandene und kommende Missstände aufmerksam gemacht und versucht, diese zu erklären.

    Den Beitrag kannst Du unten nachlesen.


    Gruß

    Hajo


    Hallo zusammen,

    Paletten, Weißkehl, Philippinen, Rotmeer

    Ich habe da eine ganz andere Meinung. Man sollte das schon richtig ins Verhältnis setzen. Adulte Doktoren, die in zu kleinen, ungeeigneten Behältnissen groß werden und sich nicht halbwegs ausschwimmen können, haben keine besonders große Lebenserwartung. Theoretisch schon, aber was zeigt uns denn die Praxis? Desto größer ein Fisch mit der Zeit wird, umso mehr wird er durch seinen Stoffwechsel das Wasser belasten. Wenn vorher bereits das Verhältnis Fisch zu Wasser eine Unwucht hatte, wird dieser Faktor in der Zukunft bestimmt nicht besser werden. Entweder habe ich dann eine exzellente Technik zur Verfügung, viele Verbraucher (Korallen) im Becken und dazu noch ein glückliches Händchen. Besser noch, ein profundes Wissen! Momentan kann ich das hier nicht erkennen. Das hat nichts mit Anfänger-Bashing zu tun. Kritik sollte immer dort sein, wo sie angebracht ist. Muss später schon alles zusammen passen, dürfte man ja auch bei der Pflege von 3 ausgewachsenen, empfindlichen Arten Doktorfisch erwarten, oder? Irgendwann sind durch den Stoffwechsel der Tiere auch Grenzen in dieser Richtung gesetzt. Wenn man in diesem Punkt nicht vorgesorgt hat, bzw. kommende Missstände nicht ins Kalkül zieht, wird es nichts mit der langen Lebenserwartung. Entweder leiden die Korallen oder die hochempfindlichen Fische. Oft beide. Vom Ausbruch von Krankheiten möchte ich hier jetzt nicht reden, denn spätestens dann hätte sich das ganze Thema erledigt.
    Ein anderes Problem ist, dass mit dem Wachstum, bzw. mit zunehmender Geschlechtstreife der Tiere eine weitaus größere Unverträglichkeit untereinander seinen Lauf nimmt. Wird momentan wegen der aktuellen Größe noch nicht so stark ausgeprägt sein. Aber später? Trennen? Falls das dann in einem Riffbecken unter den gegebenen Umständen noch möglich sein wird. Selbst wenn die Isolierung eines Tieres gelingt, wird es schwer sein, einen so alten und großen Zausel an den Mann/Frau zu bringen. Sehr oft überleben diese lang eingewöhnten Fische schon den Transport nicht. Auch beim herausfangen gibt es oftmals in dieser Richtung Probleme (Schock!).
    Es ist nicht so sehr der aktuelle Zustand, der mich nervt. Das hat jetzt so seinen Lauf genommen. Nicht mehr zu ändern. Vielmehr ist es die Uneinsichtigkeit des Themenstarters. Irgendwann hat es ja einmal angefangen, mit dem Wunsch nach großen, bunten Fischen. Aber warum gerade in dieser „speziellen“ Zusammensetzung? Hat das eigene Wunschdenken zur Umsetzung geführt oder war das wieder einmal eine „Empfehlung“ des Handels? Wenn man schon ein Faible für Doktorfische hat (ich kann es gut verstehen), dann gibt es auch bei denen Möglichkeiten einer gewissen toleranten Vergesellschaftung. Das würde aber wiederum bedeuten, dass man sich mit diesem besonderen Thema auch besonders befasst. Hier sehe ich den Schwachpunkt. Von Anfang an.

    Gruß
    Hajo

    Hallo Hajo,

    klar kann man drüber nachdenken , am besten wär's wenn's leute gibt ,mit grundeln in kleineren becken als Reinhard und Dietmar , mit entsprechenden erfahrungen ...

    wenn deine hypothese stimmt , müsste man eben herausfinden , wo die grenze bei der beckengrösse liegt , die gestaltung und vergesellschaftung dabei natürlich
    auch berücksichtigt.

    Hallo Thomas,

    In einem meiner vorherigen Beiträge hatte ich bereits erwähnt, dass bei mir noch nie Grundeln gesprungen sind. Im Laufe der Zeit fanden sich folgende Arten ein: Valencienna strigata (in unterschiedlichen Jahren, in unterschiedlichen Becken), Nemateleotris decora, Amblyeleotris aurora und ganz früher einmal Gobiodon citrinus. In einigen Faellen fuehrten innerartliche Streitigkeiten zum Ableben eines Partners. Niemals der Sprung aus dem Wasser. Allerdings sassen alle Grundeln in Becken mit einer Hoehe von 80-85cm. Im einzigen Becken von 60cm Wassersaeule sprang ein Hoplolatilus starckii. Ein Torpedobarsch, keine Grundel.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    Vielleicht gibt es eine weitere Erklärung.

    Im Gegensatz zu Schwarmfischen sind riffgebundene Fische alle ortstreu oder sogar territorial. Sie haben die Fähigkeit entwickelt, individuelle Ortsverbindungen einzugehen. Korallenbarsche sind mit ihren Sinnesorganen und dem Zentralnervensystem dazu angepasst, sich im Gewirr der Korallen zurechtzufinden. Ein großer Vorteil bei einer akuten Bedrohung. Sandbodenbewohner haben diesen direkten Vorteil nicht. Sie können sich entweder durch den direkten Weg in ihre Höhle oder Spalte, oder wenn das nicht mehr fruchtet, durch eine Abfolge ausgeklügelter Fluchtsprünge im Freiwasser der unmittelbaren Bedrohung entziehen. Da etliche Grundeln nur über eine reduzierte Schwimmblase verfügen, sind solche Zick-Zack-Sprünge gerade bei diesen Fischen gut zu beobachten. Das Schwimmprofil oder Fluchtprofil einer in Not geratenen Grundel würde hier mehr Aufschluss geben. Sind diese Fluchten reine Kettenreflexe, dann gehören sie zu der arterhaltenden, sinnvollen Bewegungsweise des Tieres. Vielleicht ist dieser Vorgang in seiner Gesamtheit (Dauer und Ausmaß der Streckenlänge) auch Teil von Abfolgen eines Automatismus. Ein angeborenes, festgeklopftes Schema also. So kann der Ablauf dieses Schemas auch dazu führen, dass irgendwann und irgendwo die Grundel „unkontrolliert“ bei uns das Wasser verlässt. Also beileibe nicht bewusst. Dieses angeborene Verhalten korreliert in seiner ganzen Komplexität höchstwahrscheinlich nicht mit den engen Grenzen der meisten unserer Becken.

    Reine Hypothese. Man kann aber darüber nachdenken.

    Gruß

    Hajo

    Hallo Hajo,

    eine der Fragen, die hier geklärt werden sollten, war aber die, ob denn die Fische unbedingt jetzt herausgefangen werden sollten. Ehrlich gesagt hat mich noch keine Argumentation richtig überzeugt. Ein größerer Fisch ist weder schwerer herauszufangen noch schwerer in einem neuen Becken zu integrieren. Ich stimme aber zu, dass mindestens einer sofort herausgefangen werden muss wenn es Aggressionen gibt.

    Ob das Herausfangen einen Sinn macht, lasse ich offen. Wenn ich kein zweites Becken zur Verfügung habe und keinen Abnehmer in Sicht, bleibt ja nur eine Lösung. Das Problem habe ich nie angesprochen.

    Bei den Acanthurus-Arten gibt es auch Unterschiede in der Schwimmfreude. Ich tue mich da etwas schwer, einen A. lineatus oder einen A. sohal in einen Sack zu stecken mit A. leucosternon. A. leucosternon ist doch eher "normal" schwimmfreudig.

    Sehe ich genau so. Aber habe diese Arten auch nicht direkt miteinander verglichen. Wenn ein Acanthurus seine Schwimmfreudigkeit nicht zeigt, dann ist ihm entweder der Platz genommen oder er ist krank.

    Dass hungrige Fische Bettelverhalten zeigen glaube ich gerne, auch dass sie dabei dann die Futterecke hoch- und runterschwimmen, ob das aber die grausige Verhaltensstörung ist, von der immer geredet wird ...?


    Das mit den einstimmigen Berichten von Verhaltensforscher(in) kann ich auch nachvollziehen, ich kenne auch nicht mehr, die darüber berichten.

    Weil mir diese Dinge aufgefallen sind, habe ich sie ja erwähnt.

    Die Polemik, dass man heute alles über Wasserchemie und Korallen wüsste aber nichts mehr über Fische ist einfach falsch, mal abgesehen davon, dass es den Fischen bestimmt auch ganz gut gefällt, dass wir heute nicht mehr darüber diskutieren müssen ob Nitrat ab 100 oder erst ab 500 mg/l fischschädlich wird.

    Du drehst die Dinge immer so hin, wie Du sie haben willst. :grinning_squinting_face: Ich sehe das völlig anders. Die Unbedarftheit der Käufer ist riesig, wenn es um das Thema "Fisch" geht. Nicht umsonst sind die Foren voll von skurilen Themen und Hilfesuchenden. Fischkrankheiten sind böhmische Dörfer und ein Sachbuch eine unnötige Geldausgabe. Ich glaube, Du selbst hast einmal die Frage nach dem Verbleib der vielen gekauften Fische gestellt. Wo sind sie denn geblieben? Die Antwort ist leicht zu erraten.
    Mein Händler vor Ort verkauft mehr Fisch, als Korallen oder Technik. Nur sein Kundenstamm wird nicht größer.........
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,


    besten Dank für die beiden Links. Sie waren sehr aufschlussreich. Für mich zeigt sich ein Zusammenhang zwischen meiner Auffassung und Teilen der Auswertungen.

    „Different goby assemblages were found in different habitat types. There was a strong correspondence between sites grouped according to habitat characteristics and fish assemblages.
    Physically characteristics, corresponding with depth, the distance from reef, and topography, were important for most species, either as „main effects“, or in combination with other factors. The interaction between physical
    characteristics and sediment grain size was important for many species. Within these combinations of factors, however, main effects of physical structure, sediment grain size, and disturbance regime
    were also important correlates."

    Für mich bleibt nach Lage der Dinge im Kern folgendes zurück:

    Weichböden-Habitate und ihre Fischgemeinschaften sind verschiedenartiger, als es den Anschein hat. Ergo MUSS (nicht sollte) den jeweiligen Gegebenheiten bzw. Besonderheiten der sehr unterschiedlichen Biotope Rechnung getragen und
    für eine adäquate, artspezifische Unterbringung der auf- und in ihr lebenden Tiere gesorgt werden. Also, einfach gesagt, eine Kopie ihres Lebensraumes wäre die Voraussetzung für eine artgerechte Haltung. Denn: Grundeln sind auf
    ihren Lebensraum hochspezialisierte Tiere! Um es auf einen Nenner zu bringen: Grundeln gehören in ein Artenbecken!
    Im weitesten Sinne des Umkehrschlusses bedeutet das aber auch, dass wir den Grundeln nicht im Entferntesten den Lebensraum bereitstellen, den sie als (über)lebenswichtig benötigen.
    Um den Bogen zu den Springern zu bekommen, muss ich mir nur ein Tier vorstellen, das sich plötzlich in einer unwirtlichen Umgebung wiederfindet, wegen der eigenen genetischen Struktur mit diesem Areal nichts anfangen kann, als eine Bedrohung die zusammengewürfelte Fischgesellschaft empfindet, und demzufolge unter psychischer Dauerbelastung steht. Dass dieser Zustand durch willkürliche oder unwillkürliche Bedrohung von außen noch befeuert
    wird, steht für mich außer Frage. Dass es dann immer mit Springen enden muss, ist auch nur eine Hypothese. Es gibt genug Gegenbeispiele.

    Gruß

    Hajo

    Hallo Theodora,

    hast Du einmal darüber nachgedacht, dass vielleicht der Grund für das Verhalten nicht im Becken, sondern auch vor dem Becken stattfinden kann?
    Schreckhaftes Verhalten beobachte ich aufgrund von Schatten und Spiegelbildern, die einen nicht ungefährlichen Einfluss mit sich bringen. Ist immer dann reproduzierbar, wenn ich unerwartet vor das Aquarium trete. Erst Flucht, dann erst vorsichtige Annäherung. Es gibt genug Beispiele dafür. Gestern war ich zu Besuch bei einem Freund. Der hatte sich etwas überstürzt 5 Schnapper zugelegt. Allerdings in Kleinformat. Jetzt konnte ich nur noch 3 Exemplare betrachten. 2 sind gesprungen. Desgleichen damals bei mir im Becken die Torpedogrundeln. Nicht alle zusammen. Nur ein Exemplar. Ich konnte jetzt noch viele andere Sprungopfer aufzählen, die als Trockenfisch im Laufe der Zeit geendet haben. Es ist aber auf keinen Fall der Hunger, der sie dazu treibt. :grinning_squinting_face: Auch nicht irgendein ominoeses Abenteuer, auf das sie sich ploetzlich einlassen. Auch nicht triebgesteuertes Verhalten. Der Grund ist eine nicht artgemaesse Unterbringung, vielleicht noch gepaart mit innerartlichen Streitigkeiten.
    Gruss
    Hajo

      
    Hallo Helmut, 
      
    sehr gewagte These. Eine Boden bewohnende Grundel springt aus ihrem Element, nur weil sie Schmacht hat? Da frag ich mich schon, warum denn nur diese eine Grundel? Es gibt doch eine Vielzahl hungriger Fische. Die müssten dann alle neben dem Becken liegen und vertrocknen. Die wenigen, angeblich „gezielten“ Sprünge, sind überhaupt nicht repräsentativ für die Anzahl der berichteten Unfälle. Sie sind sicherlich auch umstritten und nicht reproduzierbar. Ein Bewegungsprofil müsste die Tag- und Nachtaktivitäten festhalten. Das Ergebnis dieser Auswertung dürfte dann alle Bewegungsabläufe über Monate erfassen und Klarheit bringen. Viel zu kompliziert gedacht und kaum durchführbar. Ich halte diese Vermutung für falsch, da ein Fisch nie freiwillig sein Element verlassen wird. Es sei denn, getrieben durch Angst, Schrecken oder Panik. Fische, mit überhöhter Schreckhaftigkeit, wie die hochsensiblen Grundeln sind da besonders anfällig. Sie sind nicht wehrhaft, können sich auch nicht im Schwarm verstecken. Als Rettung bleibt ihnen nur eine gelungene Flucht. Wird diese gestört, gibt es ein Problem. Es ist wie Russisch Roulette. Mal führt sie zum Verhängnis, mal nicht. In der Natur ist es nicht anders. Nur bewegen die Fische sich dort nicht in den engen Grenzen eines artuntypischen Bereiches (Aquarium). Dort zerlegen sie sich nicht selbst, sondern fallen meist Räubern zum Opfer. Auch kann es kein Futterproblem sein. Andre Luty hat in seinem Fall bereits Chrysiptera unimaculata als Verursacher ausgemacht. Ich kenne etliche andere Fälle, in denen die Mitinsassen den Grundeln so sehr auf den Leib gerückt sind, dass das Verhängnis seinen Lauf nahm. Wer sagt uns denn, dass vor diesem „gezielten“ Suizid durch den Scheibenspalt nicht noch hundert andere hektische Fluchten unbemerkt stattgefunden haben? Ausgelöst durch Mitinsassen. Nicht mit der Absicht sich gezielt durch einen Spalt zu empfehlen, sondern immer ihrer natürlichen Schreckhaftigkeit geschuldet. Jeder sollte einmal sich selbst hinterfragen, ob es nicht doch die besonderen Umstände im eigenen Aquarium sind, die den Grundeln missfallen. Dort anzusetzen ist der weitaus bessere Weg, als irgendwelchen Utopien hinterher zu laufen.

    Gruss

    Hajo

    Guten Morgen,

    Eigene Erfahrungen habe ich nicht mit diesem Lippfisch. Ich kann Dir da nur mit Kuiter antworten: "......sie wachsen schnell und erreichen ihre Endgroesse in ein oder zwei Jahren. Viele Halichoeres sind fünf bis sieben Jahre lang im Aquarium gepflegt worden, doch zweifellos leben einige Arten noch deutlich laenger." (Es ist also nicht nur von der Pflege, sondern auch von der Art abhängig.)
    Dein Exemplar wird möglicherweise 5+2 Jahre auf dem Buckel haben, da es ja sicherlich auch ein Vorleben hatte. Es ist ja nicht im Aquarium geboren. Ich schätze einmal, das wäre der Durchschnitt. So, wie Du die momentane Situation schilderst, sieht es nach bevorstehendem Ableben aus.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,


    das Thema ist sehr komplex. Das Entfernen des Ctenochaetus hat wesentlich! dazu beigetragen, dass die
    Scheu der Grundeln sich gelegt hat. Als Unterschlupf und Wohnhöhle haben sie von Anfang an eine Acanthophyllia angenommen. Einer
    richtigen Sandzone entspricht der Umgebungsbereich leider auch nicht. Daher vermute ich einmal mehr, dass vielleicht die Vergesellschaftung
    mit anderen Fischen eine größere Rolle spielt, als der Versuch des Kopierens ihres natürlichen Habitats. Obwohl, das zu glauben,
    widerstrebt mir auch etwas.... :frowning_face:
    Jeder sollte sich einmal selbstkritisch hinterfragen, was die Hektik und Nervosität seiner Grundeln auslöst.
    Ein nicht optimaler Rückzugsbereich, gepaart mit dem Vorhandenseineiniger großer oder gar störender Fische? Aggressive Artgenossen?
    Oder alles zusammen? Ein zu kleines, enges Becken? In unseren „rifforientierten“ Aquarien sind größere Sandzonen selten
    anzutreffen. Das es auch anders geht, zeigen diese Bilder. Das Weibchen ist (meist) mit der Brutpflege beschäftigt. Das Männchen
    „klebt“ oft nach Wächtermanier an der Schalenseite der Hippo. Das friedliche Bild, das beide abgeben ist keine Momentaufnahme,
    sondern Alltag. Ich bitte den „Schandfleck“ vorne unten rechts an der Scheibe zu entschuldigen. :frowning_face: Die Muschel ist zu nah an die
    Scheibe gerückt und sehr schwer. Bei 85cm Wassertiefe ist es nicht immer einfach, das Tier zu bewegen. Drum lasse ich oft diesen Bereich
    der Scheibe ungesäubert. :grinning_squinting_face:


    Gruß

    Hajo


    IHallo zusammen,

    Ich denke, dass die zeitweilige "Ionen Verschiebung" nicht mehr so eng gesehen wird. Es wird bei "Balling" weitaus pragmatischer verfahren, als es die Vorschriften erlauben. So wird immer häufiger nur "Balling light" praktiziert. Den Ausgleich, bzw. die Anpassung der Dichte wird dann im Zuge des obligatorischen Wasserwechsels durchgeführt. So verfahre ich seit vielen Jahren, ohne jegliche Beeinträchtigungen fuer meine Tiere.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,


    ich würde den Vorschlag von Andre noch etwas verfeinern
    wollen. Die reine Literzahl eines Aquariums sagt nichts über die räumliche Ebene
    eines Territoriums aus. Ein reines Sandzonenbecken wird bei der Pflege von
    Grundeln wohl nicht der Standard sein, sondern eher ein Riffbecken mit einer gemischten
    Fischgesellschaft. Wie ist diese Gesellschaft zusammengesetzt? Art und Struktur
    des vorhandenen Riffaufbaus, sowie die jeweiligen Abmessungen der Becken in
    Länge, Höhe und Tiefe können uns zwar ein etwas genaueres Bild vermitteln, aber
    wie viel Prozent der Bodenfläche verbleibt für die Sandzone? Die Abstände vom
    Unterschlupf bzw. Wohnhöhle- oder Spalte zu den Scheiben und zum Riffaufbau
    wären in meinen Augen von elementarer Wichtigkeit. Können die angenommenen Fluchtwege
    stets eingehalten werden? Entsprechen sie in etwa den gewohnten Entfernungen in
    ihrem natürlichen Habitat oder sind es Resultate unserer Gedankenlosigkeit? Ausschließlich
    mit der nackten Literzahl zu operieren wäre zu kurz gegriffen, und wir würden
    zu einem späteren Zeitpunkt bestimmt auf einige der oben erwähnten Punkte
    zurückkommen.


    Gruß


    Hajo

    Hallo Andre,

    Deine Vermutungen decken sich mit meinen Beobachtungen und mit den Beitragen #11 und #14. Wer sich für Fische, hier speziell die sandbewohnenden Grundeln interessiert, der muss sich einfach einmal solch ein Biotop vor Augen fuehren. Abbildungen solcher Resorts gibt es genug. Man muss nur danach suchen. Leider wird auf die Abhaengigkeit von Fisch/Biotop selten Rücksicht genommen. Das ist immer noch einer der größeren Fehler in der Pflege von Meerwassertieren und führt zu manchem Missverständnis.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    da du noch keine Antwort auf deine Beckengrößenfrage bekommen hast,
    will ich sie aus meiner Perspektive versuchen:

    Als ich 1974 ein 120 x 50 x 50 Vollglasaquarium bekam, staunten alle Besucher
    über das riesige Aquarium, das trotz gewaltiger 300 Liter noch nicht mal einen Rahmen besaß.

    Heute läuft dieses Format schon fast unter "Nano".


    Hallo zusammen,

    diese Größenordnung war gar nicht so verwunderlich. Jürgen Grobe gab 1965 die Empfehlung von 100-300l Inhalt, Frank de Graaf (1976) schrieb in seinen Büchern von bis zu 350l . Andere Autoren verzichteten wohlweislich auf die Inhaltsangabe und gaben nur ein (angenommenes) Verhältnis von Fisch/Wassermenge an. Je größer, desto besser hieß damals die allgemeine Empfehlung. Der Trend hielt an. Aus damaliger Sicht waren 300l-Becken schon relativ große Behälter. Meine Aquarien hatten damals übrigens auch jeweils 300l Wasserinhalt. In den späteren Jahren wurden bei mir die Becken nicht unbedingt größer, dafür aber zahlreicher. Dieser Zustand änderte sich mit den Jahren. Aus vielen kleinen bis mittelgroßen Becken wurden letztendlich wenige große Aquarien. Diesen Trend habe ich auch bei anderen Aquarianern beobachten können.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    Wir sollten zum Ausgangspunkt unserer Kritik zurückkehren. Im Fokus standen 3 Doktorfische, gehalten in einer nicht gerade optimalen Umgebung und noch mit einigem Wachstumspotential ausgestattet. Doktoren sind keine Bewegungslegastheniker.
    Je bewegungsfreudiger ein Tier (Fisch), desto geräumiger seine Behausung. So sollte es sein. Das ist keine neue Erkenntnis. Das ist gesunder Menschenverstand. Schon damals hat man das auch nicht anders gesehen. Oft wurde aber nicht danach gehandelt. Übrigens aus den gleichen, unterschiedlichen Beweggründen, wie heute. Ignoranz und fehlendes Wissen waren damals auch schon weit verbreitet. Wir sind zwar heutzutage weiter in der Beurteilung von chemischen Reaktionen und anderen speziellen Methoden zur Wasseraufbereitung in unseren Riffbecken, können mittlerweile durch geeignetere Informationswege auch ein komplexeres biologisches Verständnis aufweisen. Primär alles im Dienste der Korallenzucht- und Pflege. In der artgerechten Pflege unserer Fische aber beobachte ich weiterhin immer noch Defizite. Vielleicht ist das auch der Verlagerung unserer Interessen geschuldet. Früher waren zwangsläufig die Fische das Ziel unserer Begierde. Heute sind es die Korallen der verschiedensten Arten. Das Thema Fisch steht nur noch am Rande auf der Tagesordnung. Höchstens als „riffsicherer“ Beipack in unseren Becken. Riffsicher bedeutete aber keineswegs auch eine artengerechte Unterbringung. Wir sollten lieber aufzeigen, warum Fische im Aquarium ein bestimmtes Verhalten zeigen und was wir daraus ableiten können. Das gilt sowohl für ihre arttypischen Verhaltensmuster als auch für ihre Krankheiten. Es ist irgendwann Normalität geworden, die Notwendigkeit des Verstehens komplexer Strukturen zu übersehen. Es hilft auch wenig, Beckengrößen der verschiedenen Jahrzehnte miteinander zu vergleichen, wenn man nicht auch Bezug nimmt auf den stets jeweils individuellen Besatz. Das Problem ist nicht, wie viel Wasser benötigt ein einzelner Fisch. Ein einzelnes Tier wird kaum allein von Interesse sein. Das Problem liegt in der Unkenntnis der richtigen Vergesellschaftung.
    Nicht nur Verhaltensforscher berichten einstimmig z. B. bei Futtermangel (u. a. bei Doktorfischen) von genau dieser Art Gefangenschaftsstörung, wie ich sie nicht nur in Anfängerbecken beobachten konnte. Desgleichen zeigt sich dieses Verhalten bei zu großen Fischen in zu kleinen Aquarien. Wohl gemerkt, ich spreche hier von bewegungsfreudigen Fischen, und nicht von Pterois volitans! Mehrfach konnte ich diesen Vorgang beim Heranwachsen von Kaninchenfische beobachten. Je größer der Fisch, desto größer sein Appetit und damit auch seine Unruhe bei Futtermangel. Wenn die Futtergaben nicht mehr ausreichten, verfiel er in diese verhaltensgestörten Symptome. Kein erbaulicher Anblick.
    Verhaltensgestörtheit aufgrund engster Reviere sind bei Tieren keine Seltenheit. Ich erinnere bei Großkatzen an das stundenlange, monotone Abwandern der Gitterstäbe ihrer engen Behausung. Ein völlig anderes Bild zeigen diese Tiere nach der Unterbringung in einem geräumigen Freigehege mit genügendem Auslauf. Dort sind alle Tiere total entspannt und geben uns einige Einblicke in ihr natürliches, arttypisches Verhalten. Keine Beengung, kein Stressverhalten, keine Macken.
    Mit Hinblick auf die zu erwartende Größenzunahme der 3 Doktorfische im besagten Aquarium, die dadurch immer stärker werdenden Einschränkungen ihrer Schwimmpfade und Territorien, und unter Berücksichtigung der mit ihrer Geschlechtsreife beginnenden späteren Aggressionen, fand ich die Kritik schon angebracht.
    Sofern es noch Bedeutung hat, sollten wir das Ursprungsthema weiterführen.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    Mir ging es im Beitrag von D. nicht so sehr um das Verhältnis Fischgröße/Wassermenge. Mir geht es eher im Wesentlichen um den erfolgreichen Versuch, auch untereinander fremde Arten miteinander zu vergesellschaften. Das möglichst unter stressfreien Bedingungen. Was wiederum eine gute Kenntnis über das arttypische Verhalten der Kandidaten voraussetzt. Erst wenn ich das verinnerlicht habe, komme ich vielleicht zu dem Ergebnis, etwas ändern zu müssen oder noch besser, kritische Situationen erst gar nicht entstehen zu lassen. Auch vermisse ich vom Themenstarter die Antwort auf meine Frage nach den Motiven für seine besondere Vergesellschaftung. Die Fische sind ja erst nach und nach eingesetzt worden. Was treibt ihn, sich dieser so zusammen gestellten Gesellschaft zu erfreuen? Woran hat er sich beim Kauf orientiert? Was gab den Ausschlag? Ich sehe das erst einmal völlig wertfrei. Den Schlüssel für eine gute Harmonisierung im Becken hat doch jeder selbst in der Hand. Wenn mir aber mehr an Farben, Gestalt und Geldwert der Tiere gelegen ist, dann erübrigt sich meist auch die Frage nach der richtigen, artgerechten Unterbringung.

    @Hans-Werner:
    Nach meiner Erfahrung ist die begrenzte Beckengröße als Auslöser für Krankheiten zweitrangig, wenn man handfeste Belege bringt (Stresshormon-Spiegel), lasse ich mich aber gerne überzeugen.

    Den Stresshormonspiegeltest braucht es nicht. Deine Behauptung, dass die Beckengröße kaum einen Einfluss auf das Verhalten oder die Gesundheit hat, kann ich nicht teilen. Schon einmal etwas von Gefangenschaftsstörungen gehört? Stundenlanges Auf- und Abschwimmen in festen Bahnen und andere Bewegungsstereotypien sind zu beobachten. So etwas zähle ich auch zu den Krankheiten! Leider sitzt auch hier wieder die Ursache vor dem Aquarium. Gefangenschaftsbedingte Störungen kann man beheben indem man auf die natürlichen Gewohnheiten der Tiere Bezug nimmt. Welcher Anfänger im Meerwasserbereich hat dieses Kapitel bereits aber so verinnerlicht, dass er seine eigenen, speziellen Wünsche hinten anstellt und seine Tiere nur noch nach diesen Gesichtspunkten aussucht? Kaum jemand, denn in diesem Punkt gleichen sich viele Anfängerbecken. Übrigens nicht nur diese. Dort sollte man mit der Kritik nicht sparen. Wehret den Anfängen! So heißt das doch, oder?
    Gruß
    Hajo

    Hallo Mirco,

    bitte nicht verschnupft sein. Ich habe nur meine Sicht der Dinge dargestellt, da mir die "offene Methode" von früher noch in Erinnerung war.
    Warum sie abgelöst wurde, habe ich auch versucht zu erklären.
    Gruß
    hajo

    Hallo Corinna,

    Hans-Werner hat uns da (nach Kuckucksmanier) 2 Eier ins Nest gelegt, die da nicht hin gehören, und wir sollen sie ausbrüten. :grinning_squinting_face: Das soll jetzt nicht als Kritik verstanden werden, sondern ist nur eine Feststellung. Das Grundelthema ist mit Recht verschoben. Was aber ein Vergleich von Beckengroessen über Jahrzehnte mit dem Ursprungsthema "Kleine Fische....." zu tun hat, erschließt sich mir momentan nicht. So wurde ich diese Beiträge aus dem neuen Thread auch verschieben wollen.
    Abschließend zum Thema Grundeln.
    Wir können das Thema vertiefen, indem jeder einmal über seine Erfahrungen mit dieser Art nachdenkt und berichtet. Wenn diese Berichte selbstkritisch genug sind, werden wir bei ehrlicher "Bestandsaufnahme" vielleicht zu einem gemeinsamen Wissensgewinn kommen.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    Für mein Becken ohne Kalkreaktor, ohne jegliche Filterei usw. verwende ich von Anfang an mit zufriedenstellendem Erfolg BB.
    Wäre das neue ELIMI-NP für mein Becken nicht die bessere Wahl, da in diesem Becken trotz Dosierung von BB grundsaetzlich
    immer eine gewisse Naehrstoffkonzentration vorhanden ist?
    Gruss
    Hajo

    Was die Flucht angeht, habe ich ja oben schon auf einen Ctenochaetus hingewiesen, der wohl in einem Grundel-Artenbecken eher nicht vorkommen könnte.

    Gruß

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    Das möchte ich einmal als Aufhänger nehmen. Seit ich Ctenochaetus tominiensis aus meinem Becken entfernt habe, sind die Amblyeleotris viel ruhiger und zutraulicher geworden. Sogar das Weibchen lässt sich jetzt länger blicken. Der Tominin hat seine neugierige „Nase“ einfach in alles gesteckt, was ihn eigentlich nichts angeht. :frowning_face: Er platzte jedes Mal mitten in das Balzritual der Lippfische hinein oder attackierte schon mal die Grundeln, während diese versuchten sich in der Scheibe mit ihrem Spiegelbild auseinanderzusetzen. Auch unterband er leider rigoros die eher scheuen Anbandelversuche meiner Grammas. :angry_face: Jetzt, nachdem er das Becken verlassen musste, nimmt dieser interessante Vorgang erfreulicher Weise wieder Fahrt auf. :smiling_face: Daran ist zu erkennen, welche katastrophalen Folgen aus einer unüberlegten Zusammensetzung der Arten entstehen können.
    Eines noch zum „besonderen“ Verhalten von Fischen. Der Verhaltensforschung ist zu entnehmen, dass es analoge Beziehungen zwischen Augenstellung und Raumorientierung gibt. Fische, die zwischen Felsblöcken ihren Weg finden und geradezu „klettern“ müssen, haben stets steil abfallende Stirnen, die den Augen freien Blick zum Konvergieren nach vorne freilassen, wie etwa Blenniden und andere. Zum Beispiel Periophthalmus, der „Überwasserfisch“, der Mangovenwurzeln fixiert, zu denen er dann hinüber springt. Ein gutes Beispiel für die Beziehung von Augenstellung und Raumorientierung. Beim Anblick von V. puellaris fällt mir einfach der Glaube, dass diese Orientierungsgaben in ihren Genen vorhanden sind. Auch sind diese Tiere absolute Bodenbewohner und haben auch nichts mit der Kletterei am Hut. Ich sehe auch bei dieser Art keine kollektive Springerei, denn dann wäre ja eine gewisse Gesetzmäßigkeit vorhanden. Alle Puellaris würden auf die gleiche Weise ihr Leben beenden? Fische, die über gute Wegadressen in bekannter Umgebung verfügen und beim Herannahen eines Feindes, nicht geradewegs von diesem fort, sondern wohlorientiert zur nächsten Deckung schwimmen, werden nicht Opfer ihrer selbst. Es sei denn, ihre Wegadressen fallen einem besonderen Raumproblem zum Opfer.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Mirco,

    dann handelt es sich bei dieser Art Lampe auch um jenen Typ, den ich vor über 40 Jahren schon einmal in der Hand hatte, und welcher als Vorläufer der heutigen Generation von UV-Lampen galt. Diese Art zu bestrahlen ist von vorgestern, nicht effektiv genug, und hatte auch aus diesem Grund auf dem aquaristischen Markt (Süßwasser/Meerwasser) keine Zukunft. Nicht umsonst wurde später diese "offene" Latüchte durch die Idee der schmalen, durchströmten Glaskörper abgelöst, die in der Länge und Wattstärke variabel waren. Auch der Aspekt der Sicherheit war ein Kriterium. Wenn ich erinnere, bestand der Glaskörper nicht aus Schutzglas. Warum auch? Die Strahlen mussten ja durch. Das war Sinn und Zweck der Übung. Der ultravioletten Strahlung waren alle ausgesetzt, Mensch und Mikrobe gleichermaßen. Ich sehe das aus dem Blickwinkel der praktischen Erfahrung. Wenn die "offene" Lampe Zukunft gehabt hätte, wäre sie heute als verbesserte Weiterentwicklung eine mögliche Alternative. Da sie das aber nicht ist, beantwortet schon der Mangel an Vertrauen in ihre Sicherheit und Effizienz.
    Gruß
    Hajo

    Hallo Torben,

    Hatte vergessen zu erwähnen, dass meine Mccoskeries seit dem Jahr 2009 in meinem Becken schwimmen. Seit einiger Zeit nur noch das Männchen. Immer Arger mit den Weibern. Aber wie Du siehst, selbst bei diesen kleinen Lippfischarten sind mehr als 5 Jahre kein Problem.
    Gruss
    Hajo

    Hallo Torben,

    Ich kann Dir nur den Vorteil einer zeitgemässen, geschlossenen UVC erklären. Hier wird das Wasser auf möglichst engem Raum an der Strahlung vorbeigeführt. Das hat enorme Effizienz. Die offenen, untergetauchten Entkeimer haben nicht diese Effizienz, da das meiste Wasser unbestrahlt an ihnen vorbei fliesst. Vielleicht hat Mirco aber ein etwas anderes Teil in Betrieb?
    Gruss
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    Ich bin mir nicht sicher. Wenn ich die Abbildungen von Seite 480 bis Seite 548 in Band 6 des „Korallenriffaquariums“ von Fossa/Nielsen bezüglich des Wasservolumens vergleiche, komme ich nicht so weit weg von den Becken der 80er. Auch findet man dort den Vorläufer des Nanos, das „Westentaschenaquarium“ von Julian Sprung. Ähnlich sind auch im Vergleich diejenigen Becken, die in „Das Riffaquarium“, von J. Sprung, auf den Seiten 474 bis 479 zu betrachten sind. Eigentlich alles Größenordnungen, wie sie auch in den 80ern üblich waren.
    Gruß
    Hajo

    Hallo zusammen,

    ich hätte gerne mal diese Frage beantwortet bekommen.


    Grüße

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    wenn ich davon ausgehe, dass wir die vielen Nanos der heutigen Generation mit bewerten müssen, dann würde ich mal schätzen, dass früher im Durchschnitt die Aquarien größer waren. Ist nur eine persönliche Annahme, da in meinem Umfeld die wenigsten Aquarianer Becken unterhalb von 600l und mehr hatten. Meine Bewertung wäre also von individueller, lokaler Art.

    Gruß
    Hajo

    @Hans-Werner:
    ich habe mich bei diesem Beitrag schon gefragt, wieso ein Fisch durch Springen Futter für den nächsten Raubfisch werden soll? ..............

    Hallo Hans-Werner:

    Das kann ich Dir erklären. Ich gehe nämlich nicht von der Annahme aus, dass es die Grundeln in ihrem natürlichen Lebensraum so sehr an die Wasseroberfläche drängt, oder dass dieses Vorhaben ihnen überhaupt in den Sinn kommt. Falls doch, und dann immer unter dem angenommenen Gesichtspunkt eines unkontrollierten Verhaltens (was sonst? Ich habe das als Kapriolen bezeichnet), würde dieser unnatürliche Ablauf bzw. dieses unnatürliche Verhalten sicherlich Raubfische auf den Plan rufen. Denn wie und wo sollten sie denn dort oben noch entkommen? Arterhaltend wäre das nicht. Manch einer sagt den Grundeln die „Springerei“ nach. Meines Erachtens ist das einzig und allein auf die falsche Unterbringung, falsche Vergesellschaftung etc. zurückzuführen. Was soll das sensible Tier denn machen, wenn in seiner neuen Umgebung die natürlichen Bewegungsabläufe dauerhaft gestört werden? In der Fläche kann es meist nicht entkommen, da bleibt nur der Blick nach oben. Für mich ist es die Reaktion auf die (Zwangs)Unterbringung in einem meist unnatürlichen Biotop.

    @Hans-Werner:
    Bei sehr vielen Fischen gehört Springen zum oberflächennahen Fluchtverhalten, die fliegenden Fische haben das sogar perfektioniert, ebenso Beilbäuche im Süßwasser. Der Effekt beim Springen ist der, dass der Fisch über der Wasseroberfläche vorübergehend "verschwindet" (-->Totalreflektion) bevor er wieder im Wasser landet.

    Nee, Hans-Werner, jetzt kann ich Dir nicht ganz folgen. Soll das jetzt heißen, dass Grundeln dieses Verhalten auch perfektioniert haben sollen? Oberflächennahes Fluchtverhalten wird immer von einer direkten Bedrohung ausgelöst. Fliegende Fische und Beilbäuche sind keine Bodennähe suchenden oder gar Boden bewohnenden Fische. Die haben nicht viele Möglichkeiten sich effektiv aus dem Staub zu machen und sich in Sicherheit zu bringen. Sie werden bei Gefahr kaum nach unten abtauchen wollen. Die Grundeln schon. Deren sichere Existenz hängt von den rettenden Schlupflöchern ihrer näheren Umgebung ab. Die, der Fliegenden Fische vom Tempo und vom rettenden, kurzfristigen Verschwinden durch die Wasseroberfläche. Äpfel und Birnen.

    @Hans-Werner:
    Die Schlußfolgerung von einem gezielten Springen ist aber, was löst das aus, was habe ich falsch gemacht? Bei einem "Unfall" bräuchte ich mir diese Frage nicht zu stellen.

    Genau das ist der Punkt, wo darüber nachgedacht werden muss.

    @Hans-Werner:
    Die nächste Frage, die ich mir stelle, ist, was das mit artgerechter oder nicht-artgerechter Unterbringung zu tun haben soll? Es ist zweifellos ein natürliches Verhalten, sonst würde es nicht so relativ häufig auftreten.

    Oh je, hast Du Dir schon einmal die diesbezüglich relevanten Aquarien der ehemaligen „Springer“ angeschaut, in denen inmitten einer zusammen gewürfelten „Fischsuppe“ diese oder jene Grundel ihr Dasein fristen musste? Schau Dir einmal die Abmessungen dieser Becken an. Dann weißt Du, was ich meine. Dort sind die notwendigen Rückzugsgebiete Mangelware. Ebenso für innerartliche Streitigkeiten. Auch nehmen diese Becken selten Bezug zum Biotop der jeweiligen Art. Das meine ich hier auch mit artgerecht oder nicht artgerecht. Die Häufigkeit der Springerei ist hier gleich zu setzen mit dem Beckentyp einer desolaten Unterbringung. Wieso soll ein Fisch ohne Not den Sprung aus seinem Element Wasser wagen? Nur unter Druck! Neugier kann es ja nicht sein.
    Ich pflege seit Jahrzehnten die eine oder andere Grundelart. Momentan A.aurora. Es ist mir niemals vorgekommen, dass auch nur eine einzige Grundel den Sprung über den Beckenrand versucht hat. Bei Torpedobarschen in zu kleinen Becken ist mir das Unglück früher auch einmal passiert (Schreckverhalten). Bei Grundeln, auch Schwertgrundeln, nie. Die Beckenhöhen betragen bei mir allerdings immer 80cm, bzw. 85cm, die Tiefen bis 100cm. Vielleicht ist das mit ein Grund für die bessere Harmonie im Becken?

    Gruß
    Hajo

    Hallo Hans-Werner,

    die große Frage ist doch nicht, ob sie springen, sondern warum tun sie das. Hier noch einmal meine Sichtweise aus Beitrag #85.


    Das Verhalten der Springer (Grundeln) ist eine Antwort auf eine nicht artgerechte Unterbringung! Nicht mehr und nicht weniger. Wir allein provozieren mit unserem Unverständnis diese Unfälle. Man kann ja erzählen, was man will. Aber Du möchtest doch nicht etwa im Ernst behaupten, diese Tiere würden sich in ihrer natürlichen Umgebung genau so verhalten? Dann würden sie durch ihre Kapriolen schnell Futter für den nächsten Raubfisch. Dass dieses nicht so geschieht, hat die Natur in ihre Gene gepflanzt. Allerdings ist die Evolution noch nicht so weit fortgeschritten, dass dies auch angepasste Reaktionen auf eine kontraproduktive Zwangseinsperrung in unseren Becken mit einbezieht. Eine falsche Interpretation wird auch nicht besser, wenn man sie stereotypisch wiederholt.

    Gruß
    Hajo

    Hallo Wolfgang,

    Ja, natürlich ging es um Frostfutter. Mit meinem Beitrag wollte ich eigentlich einen Bogen zum Lebendfutter schlagen, was mir wegen der Reizverarmung beim Fuettern von Tieren viel wichtiger erscheint, als die stumpfen Gaben von toter, gefrosteter Materie.
    Gruss
    Hajo

    Hallo zusammen,

    ich bin etwas verwundert, ob der Kritik an so einem wertvollen Lebendfutter. Sicher kann ich jetzt noch einen draufsetzen und von einem langen, fadendünnen, weißen Wurm als Schmarotzer berichten, der die absterbende Larven verlässt und dann auch zu sehen ist. Er fügt kräftigen Fischen keinen Schaden zu und sollte uns nicht davon abhalten, auf dieses ausgezeichnete Futter zu verzichten. Die meisten unserer lebenden Futtertiere enthalten Schmarotzer, die zuweilen unseren Tieren gefährlich werden können. Wir können es nicht verhindern, es sei denn, wir entschließen uns zu einer völlig einseitigen und somit schädlicheren Fütterung Welche von beiden Möglichkeiten man zu wählen hat, dürfte eigentlich nicht fraglich sein. Wichtig ist jedoch nicht nur, was das Tier frisst, sondern auch, wie und unter welchen Umständen es frisst. In der Freiheit nimmt die Jagd bzw. Suche nach Futter einen außerordentlich großen Raum ein. Viele Tiere verbringen die meiste Zeit mit Futtersuchen. Das Tier in Gefangenschaft muss auf viele Reize verzichten, die sein Freileben abwechslungsreich und bis zu einem gewissen Grade aufregend gestalten. Wir vermögen jedoch diese Reizverarmung, die sich auch körperlich auswirken kann, abzuschwächen oder sogar zu vermeiden, wenn wir verloren gegangene Reize durch besondere Futterreize kompensieren. Dazu gehört jede Art von adäquatem lebendem Futter, auch die hier erwähnten lebende Mückenlarven. Ich verfüttere seit einigen Jahrzehnten diese Art von Lebendfutter und habe niemals irgendwelche negativen Auswirkungen an meinen Fischen beobachten können.
    Gruß
    Hajo