Moin,
Bei Häutungsproblemen von Garnelen wird immer wieder ein zu niedriger Jodgehalt ins Spiel gebracht. Ob es dazu wissenschaftliche Abhandlungen gibt weiß Hajo bestimmt
. Ich weiß nicht, ob es zuverlässige Tropftest für Jod gibt, den von Salifert finde ich eher ungeeignet, jedenfalls kann ich da nichts vernünftiges ablesen. Im Zweifelsfal eine ICP machen lassen, dann weiß man es genau. Jod würde ich in jedem Fall extra dosieren, unabhängig von der sonstigen Spurenelementversorgung.
In das Thema hatten wir uns ja bereits verhakt.
Ich möchte es noch einmal aufgreifen, da Unsicherheit ein schlechter Ratgeber sein kann.
Auch bin ich nicht der Papst der Krabbeltiere.
Vorneweg:
Es scheint nichts Belastbares zu geben, was bei den Garnelen die Notwendigkeit von Jod zur Häutung belegt.
Ich zitiere hier einmal Ron Shimek:
„Die Häutung von Krebstieren hat nichts mit der Jodkonzentration zu tun ausser, dass zuviel Jod zu einer vorzeitigen Häutung führt.
Ich habe die wissenschaftliche Literatur eingehend durchsucht (die entsprechenden Datenbanken sind BIOSIS und Zoological Record (nichts im Internet) und habe keine Artikel gefunden, die die Notwendigkeit einer Jodergänzung bei Meeresarthropoden belegen.“
Randy Holmes-Farley
„Garnelen brauchen Jod um zu wachsen, aber das ist nur in Bezug auf ihren Nahrungsbedarf!!! bekannt.
Sie nehmen erhebliche Mengen an organischem Jod in ihren Körper auf. Allerdings sagt die enthaltende Menge nichts darüber aus, ob Jod ein wichtiger Bedarf ist.
Ich konnte keine wissenschaftliche Studie finden, dass Garnelen Jod aus der Wassersäule benötigen, aber auch keine, die belegt, dass sie es brauchen.“
Da liegt die Vermutung nahe,dass sie genügend Jod über die Nahrung bekommen.
Anmerkung Hajo: Spezielles Garnelenfutter enthält Jod.
Ein weiterer Blick auf die Dinge...
„Die Züchter machen sich keine Sorgen über Jodmangel, obwohl sie ihre Garnelendichte hundertfach höher halten, als die eines Hobbyzüchters und mit um ein Vielfaches höheren Wachstumsraten als die Garnelen im Riffbecken.“
In meinen fischlastigen Aquarien tummelten sich, auch noch heute, etliche Garnelenarten, die noch nie einen Tropfen Lugol`sche Lösung erfahren haben.
Häutungsschwierigkeiten gab es nie.
Meine zur Zeit gepflegten Zwergstenopus häuten sich auch ohne direkte Zugabe von Jod.
Das lässt den Schluss zu, dass Jod zwar über das Futter aufgenommen wird, aber auch nicht unbedingt essentiell für den gesamten Häutungskomplex ist.
Wissenschaftliche Abhandlungen über das Thema sind immer willkommen.
Gruß
Hajo