Hallo zusammen,
die Toxizitaet der Korallen ist sehr komplex.
Ueber die Giftstoffe der Weichkorallen wird leider kaum berichtet. Es sei denn, sie stehen zur ungesunden Konkurrenz zu anderen Riffbewohnern, wie z. B. den Steinkorallen.
Ich zitiere einmal frei nach Fossa/Nilsen:
Weichkorallen schuetzen sich durch Nesselgifte und giftige Terpene, die sie zur Verteidigung gegen Fischfrass und im Kampf um den Lebensraum verwenden. In grossen Mengen freigesetzt (hier: Abschleimung durch Stress in einem eng begrenzten Raum) sind Terpene in dieser Konzentration fuer Fische hochgiftig. Schuetzen aber die Weichkorallen vor Fressfeinden! Andere Terpene wirken in der Weise, dass sie die Zooxanthellen der Steinkorallen im Wachstum hemmen oder sogar abtoeten. Im Meer fuehrt das oft dazu, dass Weichkorallen und Steinkorallen in deutlich voneinander getrennten Gruppen wachsen. Es ist auch die Erklaerung dafuer, dass es so schwierig ist, Weich-und Steinkorallen im gleichen Aquarium zu guter Entwicklung zu bringen bzw. weshalb Steinkorallen, die neben einer Weichkoralle plaziert werden, oft nicht gedeihen. Weitere Angaben zu Toxikologie des Korallenriffs siehe Mebs (1989)."
In den Vorstellungen der meisten Aquarianer sind es die Steinkorallen, die uns nicht selten durch Vernesselungen mit ihren unterschiedlichsten Methoden den Alltag versauen.
Da hat man ein besonders schoenes, und farblich interessantes Stueck erstanden und am naechsten Tag hat der Nachbar oder die Nachbarin aus der grossen Familie zugeschlagen.
Das Tier ist irreparabel geschaedigt, weil von uns der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde. Soweit bekannt. Oder nicht?
Bei den Weichkorallen wird sich um Nachbarschaften nicht geschert. Es wird bestenfalls angenommen, dass Steinkorallen das groessere Potential an chemischer Verteidigung besitzen. Das ist ein grosser Irrtum, der zudem auch beweisbar ist. Diese Versuche lassen sich reproduzieren!
Gruss
Hajo