Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Frank,

    wenn es sich um einen glatten, scharf umgrenzten weißen Fleck (so sieht es auf den Fotos aus) dieser Größe handelt, dann würde ich auf Lymphocystis tippen. Ist er eher flockig, watteähnlich, dann ist es ein Pilz. In beiden Fälllen muß/ kann man nicht viel machen und gefährlich ist es in diesem Stadium auch nicht. Wahrscheinlich geht die Geschichte bald "von selbst" zurück und verschwindet.

    Zitat

    Seid heute ist der Eibli recht fertig, schnelle Atmung Haut sieht zerflettert aus (keine offenen stellen) und er taumelt.


    Hallo Marc,

    ohne Zweifel liegt hier eine lebensbedrohliche Infektion der Kiemen und der Schleimhaut vor. Welche(r) Erreger dafür verantwortlich sind, kann ich leider aufgrund der Bilder nicht sicher sagen. Die Beschreibungen, die Schleimhautfäden, Blässe usw. deutet aber auf einen parasitischen Einzeller hin, wie z.B. Amyloodinium ocellatum oder Brooklynella hostilis Das oben geschilderte Verhalten (schnelle Atmung, taumeln) deutet bereits auf eine massive Schädigung/ Beeinträchtigung der Kiemen hin. Der Fisch erstickt langsam, da das ihm zur Verfügung stehende Kiemengewebe für den Gasaustausch nach und nach zerstört wird.

    Sind irgendwann in letzter Zeit neue Fische dazu gekommen ? Wenn die betroffenen Fische bereits 6 Monate im Becken leben und die Krankheit jetzt erst ausbricht, ist das sehr ungewöhlich, sofern keine neuen Bewohner dazu gekommen sind.

    Leider sind die Möglichkeiten einer effektiven Therapie im Korallenbecken sehr eingeschränkt und die meisten machbaren Dinge hast Du bereits umgesetzt. Aber Wunder darf man davon nicht erwarten. Wenn die Fische stark befallen sind, dann kommt auch eine Qurantänehaltung bzw. Behandlung zu spät - hier kann man mit den bereits von Dir initiierten Maßnahmen nur abwarten, ob sie es überleben.

    Hallo Jonas,

    das ist immer schwer zu beurteilen. Das kann von Laichverhärtung (bei Weibchen) bis zu Darminfektionen und Parasitenbefall so ziemlich alles sein. Als "normal" würde ich das nicht ansehen. Die harmloseste Variante wäre ein angefressener Bauch, auch das wäre möglich - siehst mir dafür aber nicht typisch aus. Behandeln kann man die Grundel nicht - hier kann man nur abwarten, ob es wieder verschwindet bzw. der Fisch damit unverändert leben kann?

    Hallo Sabine,

    das tut mir sehr leid. Anglerfische haben eine gewisse "Persönlichkeit" und man entwickelt zu ihnen meistens eine besondere Beziehung.

    Aufgrund deiner Beschreibung ist davon auszugehen, dass sich im Darm bereits ein schwerwiegender Entzündungsherd gebildet hatte. Die oberflächig auf dem Bild sichtbare Hautnekrose, die Du mit Beta-Isodona behandelt hast, war damit bereits ein Durchbruch von innen nach außen. Wechselwarme Tiere überleben auch mit schwerwiegenden Infektionen häufig deutlich länger als dies Säugetiere könnten. Daher entdeckt man derartige Erkrankungen leider meistens sehr spät. Eine erfolgversprechende Therapie gibt es für solche Erkrankungen nicht.

    Schade um ihn - :frowning_face:


    @Hans-Werner,

    Anglerfische haben über den ganzen Körper zur Tarnung merkwürdige Hautflecken und teilweise auch lappige Anhängsel verteilt, die eine Diagnose bei einer echten Erkrankung etwas erschweren. Diese "veränderte" Haut ist bei ihnen, so wie Sabine es beschrieben hat, aber völlig normal.

    Zitat

    Zu dem Schwefelwasserstoff: Ich scheue mich noch davor, das ganze Riff auseinander zu reißen um einen faulenden Stein zu suchen, den es vielleicht gar nicht gibt.


    Hallo Gerhard,

    das verstehe ich - es war auch nur ein Beispiel dafür, wie schwierig sich manchmal die Suche nach der Ursache gestaltet. Alternativ zu EASY LIFE (es ist "nur" Zeolith) kannst Du natürlich auch über Zeolithe filtern, da sie ebenfalls Schadstoffe abbinden. Die Fischen zeigen es immer an, wenn man hier einen Effekt erzielt, so wie Du es bereits beobachtet hast. Hoffentlich findest Du noch die Ursache. Viel Glück dabei.

    Hallo Sabine,

    wie Du weißt, halte ich auch einen A. maculatus. Den habe ich vor ca. 2 Jahren stark verletzt übernommen. Er hatte damals mehrere offene Wunden am Körper und war mehr oder weniger ein Todeskandidat. Ich habe ihn über mehrere Monate wieder gesund pflegen können und heute lebt er ohne sichtbare Narben bei mir in einem Artenbecken.

    Nun aber zu deinem Patienten: Man sieht sehr gut, wie sich die obersten Hautschichten bereits als "Borke" abgelöst bzw. separiert haben. Darunter wird sich vermutlich ein entzündlicher Prozess in der Haut befinden. Inwieweit dieser Prozess in die Tiefe geht bzw. ob die Entzündung von innnen oder von außen angefangen hat, kann ich leider nicht sagen. Bei mir im Becken hängt auch ein Jäger-Regelheizer, an dem sich der Antennarius öfter festklemmt bzw. aufhält. Das macht er auch dann, wenn die Kontroll-Leuchte des Heizers leuchtet, er also in Betrieb ist und heizt. Eine Verletzung der Haut (Verbrennung) bzw. auch nur ein Unwohlsein oder Meiden des Heizers konnte ich bei meinem Fisch bisher nicht beobachten.

    Was kann man tun ? Nun kann man einen Antennarius relativ leicht fangen und festhalten. Ich würde versuchen mit einem Q-Tip die losen Hautborken von der Oberfläche vorsichtig zu entfernen und dann mit einem zweiten Q-Tip Beta-Isodona-Lösung auf die Haut aufzutragen. Das geht am besten zu zweit, einer hält den Fisch und der zweite führt die Behandlungen durch - armer Done. Dabei aber nur so viel Beta-Isodona auftragen, dass nicht zu viel an dem Fisch herunterläuft und später mit ins Becken zurück kommt. Noch eine kleine Warnung: Antennarius können bei der Behandlung außerhalb vom Wasser eine große Kraft entwickeln und sich plötzlich ohne Avorankündigung sehr heftig bewegen. Die Umgebung und man selbst ist dann mit der braunen Jod-Brühe "dekoriert". Dieses Betupfen der entzündeten Haut würde ich täglich / mind. alle 2 Tage wiederholen. Man muss aufpassen, dass die Jodlösung nicht direkt an die Kiemen gelangt. Hinter den Brustflossen liegen die kleinen, runden und sehr unscheinbaren Kiemenöffnungen.

    Evtl. kann man, wenn sich die abgestorbene Hautoberfläche abgelöst hat, etwas besser beurteilen, ob die Entzündung von innen oder außen kommt.

    Alternativ/ Parallel: Wenn man ihn in Quarantäne halten kann, dann hat sich bei mir die Zugabe von sera Baktopur-Tabletten (max. Dosis) bewährt. Das Wasser verfärbt sich dadurch gelblich und in diesem Wasser läst man ihn mehrere Tage bis Wochen.

    Hallo Gerhard,

    die Welle sieht wirklich nicht gut aus. Korossion und Pitting - das sollte nicht vorkommen --> mit Tunze aklären. Die Welle besteht wahrscheinlich aus Edelstahl. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der geringe Materialabtrag (Chrom, Nickel, Eisen) zu derart massiven Vergiftungserscheinungen in deinem Becken geführt hat. Aber irgend "Schadstoff" scheint in dem Wasser zu sein, den Du leider über die üblichen Wassertests nicht detektieren kannst. Wir hatten gerade einen anderen Fall im Forum, wobei Schwefelwasserstoff in den anaeroben Zonen des Beckens unbemerkt entstanden ist und die Fische vergiftet hat. Hier war auch nur die hohe Atemfrequenz ohne die typischen Anzeichen bekannter Krankheitserreger zu erkennen. Da dein Becken aber bereits sehr lange steht und funktioniert, würde ich nicht vermuten, dass hier die Ursache zu finden ist ?

    Leider kann ich Dir nur den Rat geben, die Pumpe weiterhin erst einmal aus dem Becken zu lassen und als Erste-Hilfe-Massnahme immer eine große Flasche EASY-LIFE griffbereit zu halten. Du hast die richtigen Massnahmen gegen Vergiftungen (Teilwasserwechsel, Aktivkohlefilterung) schon ergriffen und damit auch Erfolg gehabt. Evtl. muss man noch einmal systematisch alle Quellen für eine potentielle Vergiftung duchgehen (dosierte Mittel, Equipment, Umfeld, etc.). Manchmal führt einen die naheliegendste Vermutung (neues Licht, neue Pumpe) vom kritischen Hinterfragen aller Einflussmöglichkeiten weg.

    Zitat

    Im Becken befindet sich nur Keramikgestein kein Lebendgestein!

    Zitat

    ...jetzt hab ich aber noch eine Fragen und zwar wenn ich den Bodengrund von 5 cm auf 2 cm absaug, greif ich dann nicht zu stark in die Beckenbiologie ein?

    Hallo Damian,

    Du hast offensichtlich ein reines Fischbecken. Es hat jetzt eine Standzeit von ca. einem Jahr. Da Du kein Lebendgestein im Becken hast, stellt sich grundsätzlich die Frage der biologisch aktiven Filterung. Wie hast Du das Becken "gestartet" vor einem Jahr ? Hast Du noch einen Schnellfilter o.ä. am/ im Becken ?

    Der Sand ist sicher inzwischen belebt, aber er kann nicht vollständig die Filterfunktion übernehmen. Ein Absaugen auf 2 - 3 cm dürfte keine Auswirkungen haben. Bei 5 cm und mehr besteht immer die Gefahr, dass sich erneut sauerstoffarmen Zonen mit Fäulnispotential bilden. Besonders dann, wenn sie wie hier, über Riff-Keramik zusätzlich abgedeckt werden.

    Zitat

    Jetzt habe ich über die Suche erfahren das das eventuell meschanich ist und relativ leicht wieder weg geht.


    Hallo Ralph,

    so einfach ist es leider nicht. Bei dem Fall, den Du über die Suchfunktion gefunden hast, dort war die Ursache tatsächlich wohl eine mechanische Verletzung. Wenn die wieder abheilt, dann ist der Fisch schnell wieder gesund.

    Es gibt aber noch ein Krankheitsbild, nämlich das sog. Glotzauge, welches über innere Stoffwechselprobleme im Fischorganismus (Nierenprobleme usw.) verursacht wird. Wenn das bei deinem Fisch der Fall ist, dann ist eine Prognose sehr schwierig. Sofern alle Wasserwerte und das Futter o.k. sind, kann es sich hier auch um einen Einzelfall mit Organproblemen handeln, den man leider nicht behandeln kann.

    Schau Dir mal den Link an:
    Online-Hospital

    Hallo Damian,

    gratuliere, damit wirst Du die Ursache des Unwohlsein deiner Fische wohl letztendlich gefunden haben. Unter dem Stein hat sich wahrscheinlich eine anaerobe Zone gebildet und die schwarzen Flecken und der Geruch kommen vom Schwefelwasserstoff (H²S). Er entsteht bei der Zersetzung von Proteinen aus schwefelhaltigen Aminosäuren durch Fäulnis- und Schwefelbakterien.

    Den Stein kannst Du wahrscheinlich noch "retten", indem Du ihn erst einmal gut mit warmen Wasser abspülst und über Nacht in Wasser legst. Dann nimmst Du dein Ozongerät und leitest eine geringe Menge Ozon in das Wasser - am besten über einen Ausströmer, den Du so plazierst, dass die Gasblasen direkt auf die schwarzen Stellen perlen (Stein mit Unterseite auf den Ozon-Ausströmer legen) . Ozon hat eine stark oxidierende Wirkung. Dadurch wird der Schwefelwasserstoff aufgespaltet, zerstört und in neue Verbindungen übergeführt – er ist nicht mehr vorhanden und es riecht nicht mehr. Erst wenn der Geruch kaum noch wahrnehmbar bzw. völlig weg ist, den Stein wieder verwenden.

    Den schwarzen Bodengrund und das Umfeld musst Du im Becken großzügig absaugen und verwerfen ! Insgesamt sollte der Bodengrund nur ca. 2 cm hoch sein. Die Steine stapelst du so rein, dass sie locker auf dem Boden liegen und teilweise unterspült werden. Den Sand dazu nicht einebnen, sondern Höhen und Täler zulassen. Evtl. mit einem Faden die Strömung in der Nähe der Steine mal prüfen. Die Steine müssen immer gut umspült werden und sollten nie flächig im Sand aufliegen und ihn wie eine Käseglocke nach außen abdecken.

    Hallo Damian,

    danke für das Video. Der gelbe Doc ist sehr unsicher und ängstlich, da ist eine erhöhte Atemfrequenz nicht ungewöhnlich. Irgend etwas scheint den Fisch zu stressen. Aber vielleicht ist das auch nur die Kamera vor dem Becken. So richtig krank sieht er nicht aus . Zumindest erkennt man auf dem Video nichts, was in Richtung eines vernünftigen Therapieansatzes oder als Krankheitszeichen zu deuten wäre.

    Hallo Martin,

    danke für die Videos - damit ist dann eigentlich alles klar. Dein Becken ist leider noch zu frisch bzw. die Scheiben sind noch völlig unbewachsen und dazu die schöne saubere Frontscheibe wirken wie ein Spiegel. Dein Doc versucht hier ständig sich selbst zu attackieren. Dabei kann er ziemlich "sauer" werden da der "Gegner" nicht verschwindet und ebenfalls droht. Dabei steigt dann die Atemfrequenz des Fisches heftig an. Ich verstehe, dass Dich das beunruhigt und wenn man es noch nie erlebt hat, dann denkt man an alle möglichen Geschichten. Sobald etwas "Biofilm" auf der Scheibe wächst gibt sich das Verhalten von selbst.

    Hallo Björn,

    bei einer derartig massiven Infektion ersticken die Fische leider schnell, da die Kiemen diesen Angriff nicht lange stand halten. Wenn Du das Becken neu besetzen möchtest, solltest Du mind. 4-6 Wochen warten, bis alle restlichen Zysten und Schwärmer aufgrund fehlender Wirtsfische abgestorben sind - Details dazu stehen im Fachbericht zu C. irritans.

    Und wenn Du dann weitere Nachbesetzungen vorhast wieder einen gesunden Fischbestand aufbauen möchtest, solltest Du auch die Anschaffung eines separaten Quarantänebeckens und evtl. einer lesitungsstärkeren UV-Anlage nachdenken.

    Hallo Joe,

    nun haben wir bei den Anemonenfischen eine besonders starke und zudem sehr pigmentreiche Schleimhautstruktur. Die Erreger dringen in die Schleimhaut ein und ernähren sich von den Hautbestandteilen. Dabei gelangen sie auch in tiefere Hautschichten. In der Fachliteratur steht beschrieben, dass C. irritans - Schwärmer überwiegend in den frühen Morgenstunden Fische neu infizieren. Das gibt dann den deutlich sichtbaren weißen Punkt. Im Laufe des Tages könnte der Erreger dann in tiefere Schichten vordringen und sich hier mit den dort vorhandenen Pigmenten quasi maskieren, so dass er nur im Gegenlicht noch als kleinere Irritation in der Hautfläche zu sehen ist und dann auch sehr leicht übersehen werden kann. Da die Entwicklung bis zum Cystenstadium mehrere Tage auf dem Fisch benötigt, sind die Erreger ganz sicher nicht abends alle von dem Fisch wieder runter - aber es scheint so - auf den ersten Blick.

    Eine sehr interessante Geschichte - ich werde mal in den Online-Bibliotheken recherchieren, ob es dazu Zitate gibt.

    Hallo zusammen,

    ich kenne das geschilderte Verhalten auch nur von einzeln gehaltenen Z. flavenscens, die sich in der Frontscheibe als Spiegelbild erkennen und dann gegen den vermeindlichen Eindringling Scheinattacken durchführen und dabei im Eifer des Gefechtes auch mal mit dem Bodengrund Kontakt aufnehmen. Allerdings habe ich das noch nie so heftig und lang andauernd erlebt, wie es zuvor geschildert wurde. Auf Dauer gesehen ist das Becken sicher auch zu klein.

    Hallo Björn,

    danke für die Fotos - damit kann man was anfangen. Zunächst einmal beschreibe ich, was ich dort erkennen kann bzw. meine erkennen zu können:

    Der ocellaris ist zweifelsohne massiv mit Cryptocaryon irritans infiziert. Aus jedem dieser Punkte kommen ca. 256 Nachkommen innerhalb weniger Tage, d.h. es werden in wenigen Tagen extrem viele Parasiten sein. Was man nicht sieht, ist die Tatsache, dass mind. genauso viele wie jetzt auf der Schleimhaut sichtbar sind, sich auch auf den Kiemen befinden und die Atmung des Fisches stark beeinträchtigen.

    Deine Beobachtung, dass morgens immer viele weiße Pünktchen sichtbar sind und abends nur noch wenige kann ich nicht zu 100% bestätigen. Der Vermehrungszyklus ist nicht so schnell, dass die Pünktchen bei 25°C innerhalb von 12-15 Stunden ihren Zyklus auf dem Fisch nach erfolgter Infektion der Schleimhaut bereits abgeschlossen haben. Was man aber auch sieht, da gibt es Pünktchen, die haben (fast) die Farbe des Fisches angenommen. Evtl. gibt es (unter Lichteinfluß) hierr irgendwelche chromatischen Effekte. Und dadurch sind diese Pünktchen dann abends "getarnt" in der selben Farbe in der Schleimhaut, wie die farbgebende Schicht in der Haut. Ein interessante Geschichte, die ich in der Literatur mal nachlesen muss - bzw. kenne ich diesen Effekt bereits von einigen anderen Fischarten in Verbindung mit Cryptocaryon-Infektionen.

    Was ich weiterhin sehe sind diese Schleimhautflatschen und -fäden, die sich nach dem ersten weißen Pigmentring vom Maul ausgesehen im Rückenbereich und teilweise an den Flossen befinden. Das ist entweder die Folge einer massiven Schleimhautschädigung durch die vielen Cryptocaryon-Pünktchen oder es liegt hier eine Mischinfektion mit Brooklynella hostilis (für den Erreger sind diese Fäden und flächigen Ablösungen charakteristisch) oder sogar noch weiteren Ektoparasiten vor.

    Das hier sofortiger Handlungsbedarf besteht ist klar. Deine UV-Anlage ist mit 5 Watt sehr unterdimensioniert und wird kaum eine Reduktion der Parasiten erreichen. Wenn Du schreibst, dass Du keine Korallen im Becken hast und daher eine Behandlung "einfacher"ist, dann trifft das nur zum Teil zu. Es leben Garnelen, Einsiedler und Schnecken im Becken und wahrscheinlich hast Du auch Lebendgestein im Becken. Daher ist hier ebenfalls große Vorsicht angebracht.

    Wenn Du keine stärkere UV-Anlage (ab 30 Watt) auftreiben kannst, dann würde ich es mit protomarin coral (Aquarium Münster) oder mit MarinOopharm (Tetra) probieren. Beide Mittel sind lt. Hersteller nicht toxisch gegenüber Garnelen, Krebsen, Anemonen und Korallen. Die Medikamente töten aber nur die neu gebildeten Schwärmer, nicht die Pünktchen, die bereits in der Haut sitzen. D.h., es dauert eine ganze Weile, bis sich die Pünktchenanzahl deutlich reduziert. Die Behandlung kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.

    Wenn Du ein Quarantänebecken hast, dann würde ich die Fische dort behandeln und eines der Mittel aus dem Fachbericht mit den Wirkstoffen Malachitgrün + Formalin anwenden. Aber auch hier dauert die Behandlung mehrere Wochen.

    Die Mittel aus dem Link von Lars könntest Du auch verwenden, dann aber nur im Quarantänebecken und ohne UV.

    Zitat

    Ich habe keine Tiere welche aus der Region Folrida kommen. Was soll ich dagegen unternehmen? Soll ich trotzdem mal abwarten?

    Hallo Matthias,

    nicht Florida, sondern Hawai ist die Quelle für die schwarzen Tubellaria. Ich würde erst einmal abwarten, da ich eher vermute, dass es sich hier nicht um eine Krankheit bzw. einen Krankheitserreger handelt.

    Hallo Matthias,

    das ist schwer zu sagen, was das sein soll. Kannst Du erkennen, ob sich diese schwarzen Punkte von der Schleimhaut etwas abheben, also als Objekt auf ihr sitzen oder eine Fläche mit der Schleimhaut bilden? Es gibt eigentlich nur einen Parasiten, der als kleiner schwarzer Punkt auf Meerwasserfischen für uns Aquarioaner relevant ist. Es ist das sogenannte schwarze Oodinium. Es handelt sich dabei um einen winzigen (0,5 mm) schwarzen Strudelwurm (Tubellaria), der häufig auf frischen Z. flavescens Wildfängen und anderen MW-Fischen aus Hawai vorkommt. Hast Du zufällig solche Fische auch im Becken ?

    Es kann aber auch ganz harmlos sein und sich um Pigmentverluste durch Kontakt mit Einrichtungsgegenständen handeln. Die Vergrößerung an der Flosse sieht danach aus, da die Tubellaria sicher nicht nur auf einem Flossenstrahl in einer Reihe auftreten. Sollten die schwarzen Pünktchen in kurzer Zeit zunehmen, dann melde dich bitte noch mal. Also vorerst weiter beobachten.

    Zitat

    Ein Feld Xenien, die sich pumpend in der sanften Strömung wiegen....ein Traum! Aber kauft die wirklich noch jemand, nachdem sie ja allenthalben zur vernichtungswürdigen Plage erklärt werden?

    Zitat

    und ich gehöre auch zu diesen Nostalgikern....

    Hallo,

    ich gehöre auch dazu - bei mir finden sich auch viele Tiere die in den letzten Jahren / im letzten Jahrzehnt unmodern geworden sind. Xenien gehören für mich einfach dazu - sie sind für mich die Dionaea muscipula des Meerwasseraquariums und ich erinnere mich noch gut, als ich sie vor vielen Jahren das erste Mal sah und staunte. Aber heute sind sie nur noch lästig und in den modernen Riesenbecken werden sie zur ggfs. Plage. Ich halte sie bewußt in überschaubaren Beckenrahmen und erfreu mich an ihrer Vitalität. Inzwischen kann ich längst an ihren Bewegungen den Zustand des Beckens ablesen. Ich hoffe nicht, dass sie irgendwann in ein paar Jahren in einem Atemzug mit Aiptasia unter Schädlingen/ Lästlingen genannt werden.

    Hallo zusammen,

    die Welt der nitrifizierenden Bakterien ist erheblich komplexer als uns die Hersteller von den diversen Bakterien-Cocktails glauben machen wollen. Ich habe mir mal die Mühe gemacht und mich in den letzten Tagen in einige wissenschaftliche Publikationen über diese Thematik eingelesen. Die an den marinen Lebensraum adaptierten Bakterien, die in der Lage sind, Ammoniak, Nitrit und Nitrat abzubauen bzw. besser gesagt umzuwandeln, leben in einer sehr komplexen und von Standort zu Standort unterschiedlichen Lebensgemeinschaft zusammen. Je nach Voraussetzungen im MW-Becken dominieren dabei bestimmte Bakterienarten die angebotenen Biotope im Aquarium. Andere bekannte Arten aus der Gruppe der Nitrifizierer sind zwar noch vorhanden, aber deutlich in der Minderzahl, so dass ihre Stoffwechselleistung hier kaum eine größere Rolle spielt.
    Quelle: Lemmer/Griebe/Flemming - Ökologie der Abwasserorganismen, Springer-Verlag 1996

    Es werden ständig noch neue Arten entdeckt und leider ist die Erforschung der marinen Stickstoffkreisläufe im Gegensatz zu den Süßwassersystemen (Süßwasser - Kläranlagen, - Aquakulturen, - Aquarien) hier noch ziemlich am Anfang.

    Je mehr man sich damit beschäftigt, desto mehr Fragen ergeben sich. Selbst wenn die Bakterien in der Flasche in großer Anzahl noch lebens- und vermehrungsfähig (Nachweis fehlt) in das Aquarium gelangen, wie viele davon überleben und wie viele können sich so einnisten, dass sie sich dort auf Dauer vermehren und ihre gewünschte Aktivität aufnehmen. Die Vermehrungsrate ist im Vergleich zu anderen Bakterien sehr sehr langsam und sie benötigen spezielle Umweltbedingungen für die Vermehrung und das Überleben. Anderseits sind in eingefahrenen Becken die "richtigen" Bakterien bereits vorhanden und müssen nur über geeignete Massnahmen kultiviert werden. Es wird so getan, als würde die gesamte Abbauleistung eines MW-Beckens ausschließlich aus einer Flasche kommen können.

    Es folgen einige Abschnitte aus öffentlichen Publikationen, die sich mit der Komplexizität des Themas Stickstoffkreislauf im Meerwasser beschäftigen. Ganz unten sind dann noch drei sehr interessante Links zum Thema. Sorry, ist etwas länger geworden... :smiling_face: - aber so wird deutlich, wie kompliziert die Vorgänge sind, die tagtäglich bei uns hinter den Glasscheiben ablaufen.

    Die unten stehende Tabelle listet nur einen kleinen Teil der für die Nitritfikation verantwortlichen Organismen auf. Dabei fällt auf, dass die für die Nitrifizierung bzw. Denitrifizierung angebotenen Bakterienspezies N. euopaea und N. winogradsky nicht unbedingt im Meerwasser (in der Tabelle mit Seewasser bezeichnet) ihr Optimum haben. Wahrscheinlich hat man sich bei den kommerziell erhältlichen Produkten nur auf die Bakterien beschränkt, die man relativ leicht kultivieren kann = meine Spekulation.

    Bevorzugte Biotope und Substrate der bekannten Arten der lithoautotrophen Ammoniak bzw. Nitrit oxidierenden Bakterien:

    Arten...............................Substrat..................bevorzugte Standorte

    Nitrosoma communis.................Ammoniak.............Böden, oligotroph
    Nitrosomas ureae.....................Ammoniak..............Böden, oligotroph
    Nitrosomas europaea............Ammoniak.............Abwasser, eutroph
    Nitrosomas eutropha................Ammoniak..............Abwasser, eutroph
    Nitrosoma oligotropha...............Ammoniak.............Abwasser, oligotroph
    Nitrosoma aestuarii...................Ammoniak.............Seewasser
    Nitrosoma marina.....................Ammoniak.............Seewasser
    Nitrosoma halophila..................Ammoniak.............Seewasser
    Nitrosoma cryotolerans.............Ammoniak.............Seewasser

    Nitrosococcus mobilis...............Ammoniak..............Seewasser
    Nitrosococcus oceanus............Ammoniak...............Seewasser
    Nitrosococcus halophilus..........Ammoniak...............Seewasser

    Nitrospira briensis...................Ammoniak...............Böden, oligotroph
    Nitrosolobus multiformis..........Ammoniak...............Böden
    Nitrosovibrio tenuis................Ammoniak...............Böden, oligotroph

    Nitrobacter winogradskyi.....Nitrit.....................Böden, Süßwasser
    Nitrobacter hamburgensis........Nitrit.....................Böden, Süßwasser
    Nitrobacter vulgaris................Nitrit......................Böden, Süßwasser

    Nitrococcus mobilis.................Nitrit.....................Seewasser
    Nitrospina gracilis....................Nitrit.....................Seewasser
    Nitrospira marina....................Nitrit......................Seewasser


    "Viele dieser Bakterien sind rein lithoautotroph, d.h. sie gewinnen ihren Bedarf an Energie und Reduktionsmitteln aus ausschließlich anorganischen Stoffen. Für die Vertreter der Gattung Nitrobacter konnte auch ein heterotrophes Wachstum nachgewiesen werden, sie gewinnen den zum Aufbau ihrer Substanz benötigten Kohlenstoff aus bereits synthetisierten organischen Verbindungen, z.B. aus Ethanol bei der Vodka-Methode. Alle zusammen gehören zudem zu den langsam wachsenden Bakterien. Die Generationszeiten liegen selbst unter optimalen Bedingungen kaum deutlich unter 10 h und können sogar wesentlich größere Zeiträume umfassen. Das bedeutet, dass sich nur in Sedimenten und evtl. in verlangsamt partikulärem Material (Flocken) zahlenmässig stabile Populationen aufbauen und halten können. Frei im Wasser suspendierende Teilpopulationen sind dagegen i.d.R. auf ständige Neuzufuhr von Zellen aus dem Sediment oder aus der partikulären Phase (Biofilme, Flocken) angewiesen. Eine effiziente Nitrifikationsrate kann bei hohen Durchflussraten, wie wir sie teilweise im MW-Aquarium antreffen, nur dann gewährleistet werden, wenn Ammoniak- und Nitritoxidanten in natürlichen oder künstlichen Biofilmen oder Flocken eingebunden sind. Bei frei suspendierenden Nitritfikanten (Bakterien) würde es wegen der relativ langen Generationszeiten schnell zu einer starken Ausdünnung der Populationen kommen."

    Quelle: Lemmer/Griebe/Flemming - Ökologie der Abwasserorganismen, Springer-Verlag 1996

    Die abwassertechnischen Probleme der mikrobiellen Ammoniumoxidation (Nitrifikation) sind im wesentlichen auf die biologischen Eigenheiten der nitrifizierenden Bakterien zurückzuführen. Im Vordergrund steht dabei die Tatsache, dass diese Organismen im Vergleich zu den nicht nitrifizierenden heterotrophen Bakterien nur eine überaus geringe Vermehrungsrate haben. Die Generationszeit der heterotrophen Bakterien (red. das sind die Bakterien, die von organischen Abfällen leben) liegt bei ca. 2 Stunden, die der Nitrifikanten bei ca. 12 Stunden. In diesen Fällen steht den Nitrifikanten im Wasserkörper nicht genug Zeit zur Verfügung, um sich zu einer hinreichend leistungsfähigen nitrifizierenden Bakterienpopulation zu entwickeln. Quelle: http://www.wasser-wissen.de/abwasserlexiko…trifikation.htm

    Bemerkung: Daher kommen evtl. auch die manchmal unerklärlichen Effekte bei der Vodka-Methode zustande, wo in manchen Fällen die heterotrophen Bakterien stark begünstigt werden und richtige Bakterienteppiche bilden können.

    Denitrifikation:
    Bei stark anaeroben Bedingungen können einige Mikroorganismen anstelle von molekularem Sauerstoff den Sauerstoff des Nitrat-Anions als Elektronenakzeptor benutzen und Nitrat zu NO, N2O oder N2 reduzieren (z. B. Bakterien der Gattungen Rhizobium und Pseudomonas). Diesen Vorgang nennt man Denitrifizierung.
    Hier wird über mehrere Stufen gasförmiger Stickstoff gebildet, der über die Wasseroberfläche entweicht. Das ist die optimale Stickstoffentsorgung aus dem MW-Becken, aber auch die schwierigste. Die vollständige Denitrifikation umfasst die sequentielle Reduktion von Nitrat zu Nitrit und dann über die Zwischenstufen NO und N2O weiter zu N2.

    Anammox:
    Vor gut 10 Jahren wurde mit der anaeroben Ammoniumoxidation (anaerobic ammonium oxidation = Anammox) (Mulder et al., 1995; van de Graaf et al., 1995; Jetten et al.,1999) ein weiterer Prozess entdeckt, der zur Bildung gasförmiger N-Verbindungen führt. Bei der Anammox-Reaktion wird unter anaeroben Bedingungen Ammonium mit Nitrit als Elektronenakzeptor oxidiert, wobei N2 entsteht (Gleichung 3) (van de Graaf et al., 1995 u.1997). Gleichung 3: Anaerobe Ammoniumoxidation (Anammox). Aus Op den Camp et al., 2007.
    NH4 + NO2 -> N2 + H2O
    Die für diese Reaktion verantwortlichen Organismen wurden als Angehörige der Ordnung der Planctomycetales identifiziert (Strous et al., 1999). Da Anammox-Bakterien sehr schwer zu kultivieren sind (Egli et al., 2001; Kuenen & Jetten, 2001; Jetten et al., 2003), gibt es bisher nur wenige benannte Spezies mit Kandidatenstatus, die aus Anreicherungskulturen beschrieben wurden. Anmerkung: Anamox-Prozesse wurden leider in MW-Aquarien und marinen Aqua-Kultursystemen noch nicht nachhaltig nachgewiesen.


    Stickstoffentfernung in (marinen) Aquakultursystemen:
    Die Hauptanforderung an Biofilter in Aquakultursystemen mit Wasserrückführung ist die Entfernung von überschüssigem Stickstoff, um eine N-Akkumulation und die damit einhergehende Entstehung toxischer NH3- und NO2- -Konzentrationen (siehe Kap. 1.1.3) zu verhindern. Dies geschieht klassischerweise über die Prozesse der Nitrifikation und der Denitrifikation. In marinen Systemen sind dabei die unter anaeroben Bedingungen stattfindenden Interaktionen zwischen N- und S-Kreislauf zu berücksichtigen.

    Der mit dem Ammonium im Gleichgewicht stehende Ammoniak (NH3) ist das Hauptendprodukt des Proteinstoffwechsels bei Fischen und wird beständig über die Kiemen ausgeschieden (Eddy, 2005). Dies führt zum periodischen Auftreten von Ammoniumpeaks nach dem Füttern. Andererseits ist NH3 für aquatische Organismen bereits in sehr niedrigen Konzentrationen toxisch. Um die Entstehung toxischer NH3-Konzentrationen zu vermeiden, muss die Akkumulation von Ammonium verhindert werden. Die Herausforderung für ein nitrifizierendes Konsortium ist deshalb, einerseits schon unter sehr niedrigen Substratkonzentrationen zu funktionieren, andererseits Ammoniumpeaks nach dem Füttern effizient zu entfernen.

    Bisher gibt es nur wenige Studien, die sich mit Nitrifikanten-Gemeinschaften in marinen Biofiltern befassen. Frühe Untersuchungen zeigten, dass sich die für die Ammoniumoxidation verantwortlichen Bakterien in Süßwasseraquarien von denen in Salzwasseraquarien unterscheiden (Hovanec & Delong, 1996). In Salzwasseraquarien schienen Nitrosomonas europaea und verwandte Phylotypen die aktiven AOB (Ammoniak-oxydierenden Bakterien) zu sein. Zu diesem Zeitpunkt konnten jedoch weder die Ammoniumoxidierer in den Süßwasseraquarien noch die Nitritoxidierer in beiden Aquarientypen identifiziert werden. Spätere Studien (Hovanec et al., 1998; Burrell et al., 2001) konzentrierten sich hauptsächlich auf die Identifikation der Nitrifikanten-Gemeinschaft in Süßwasseraquarien. Während der letzten Jahre wurde die Präsenz von Nitrosomonas cryotolerans-, Nitrosomonas marina-, Nitrosomonas aestuarii- und Nitrosomonas sp. Nm143-verwandten AOB (Tal et al., 2003; Grommen et al., 2005; Itoi et al., 2006) und Nitrospira marina-verwandten NOB (Tal et al., 2003) in Biofiltern mariner Aquakulturanlagen oder Aquarien nachgewiesen. Darüber hinaus wurde kürzlich der zu den Crenarchaeen gehörende Ammoniumoxidier "Candidatus Nitrosopumilus maritimus" aus einem marinen Aquarium isoliert (Könnecke et al., 2005), worauf Gene von Archeen auch in marinen Sedimenten und Belebtschlamm entdeckt wurden (Francis et al., 2005; Park et al., 2006). Allerdings gibt es bisher keine quantitativen Daten zur Struktur von Nitrifikanten-Gemeinschaften in marinen Biofiltern.

    Unter den kultivierten Ammoniumoxidierer-Spezies ist ein bestimmter Salzgehalt essentiell für N. halophila, Nc. mobilis, N.marina, N. aestuarii, N. cryotolerans, Nc. oceani und Nc. halophilus. Die anderen beschriebenen Spezies benötigen kein Salz zum Wachsen (Koops et al., 2003). Allerdings sind alle von ihnen bis zu einem gewissen Grade salztolerant, was von 0,6% (Nitrosospira tenuis) bis 10,5% NaCl (Nitrosococcus halophilus) reicht. Salzgehalte, wie sie im Pilotsystem von Rehovot (Israel - Malikulturanlage) vorliegen (ungefähr 2%), scheinen deshalb für eine Vielzahl von Ammoniumoxidierern tolerabel zu sein. Von den wenigen beschriebenen Nitritoxidierern sind Nitrococcus mobilis, Nitrospina gracilis und Nitrospira marina obligat halotroph, während Nitrospira moscoviensis und die meisten Nitrobacter-Spezies kein Salz benötigen (Koops & Pommenering-Röser, 2001).

    Wechselwirkungen zwischen Stickstoff N- und Schwefel (hier Sulfat) S-Kreislauf unter anaeroben Bedingungen

    Ein Problem bei der Behandlung von Abwässern aus marinen Systemen ist der hohe Sulfatgehalt.
    Da Stickstoff, vor allem in Form von Nitrat, in geschlossenen Aquakultursystemen häufig sehr stark akkumuliert, wird versucht, zumindest einen Teil des Nitrat-N wieder aus dem System zu entfernen. Klassischerweise geschieht dies über den Denitrifikationsprozess. Ein Problem, das bei der anaeroben Abwasserbehandlung speziell in marinen Systemen mit seinen von Haus aus hohen Sulfatkonzentrationen im Wasser auftritt, ist die Sulfatreduktion. Unter anaeroben Bedingungen findet Sulfatreduktion statt und es entsteht Sulfid (H2S) (Cytryn et al., 2003 und 2005a). Sulfid ist schon in sehr geringen Konzentrationen toxisch für Fische und andere aquatische Organismen (siehe Kap. 1.1.3), aber auch für viele Mikroorganismen (Reyes-Avila et al., 2004). Neben seiner toxischen Wirkung auf Fische und andere aquatische Organismen hat Sulfid auch einen spezifischen Effekt auf Nitratreduktion und Denitrifikation. Es kann die N2O-Reduktase von Denitrifikanten inhibieren, eine Verschiebung von der Denitrifikation hin zur dissimilatorischen Nitratreduktion zu Ammonium verursachen oder auch als Elektronendonor für die Nitratreduktion dienen. Anmerkung: Auch dieser Effekt ist den MW-Aquarianern wohl bekannt. Sobald alle verfügbaren Nitratquellen im Wasser erschöpft sind, bildet sich giftiger Schwefelwasserstoff in den Nitratfiltern.

    Quelle:
    Mikrobiologie der Stickstoffentfernung in den Biofiltern einer marinen Aquakultur mit geschlossenem Wasserkreislauf
    (7,23 Mb)
    Dissertation an der Universität Bayreuth Fakultät Biologie, Chemie und Geowissenschaften
    Bärbel U. Fösel, geb. Krieger
    Bayreuth, August 2007

    Links zum Thema:

    - Ammoniak - ein starkes Fischgift

    - Nitrit - ein giftiges Zwischenprodukt

    - Nitratentfernung - eine Übersicht  

    Zitat

    In letzter Zeit, hab ich die Fische intensiver beobachtet, dabei ist mir aufgefallen das sich die Fische sich so gut wie gar nicht an Gegenständen Scheuern. Ist das vielleicht ein Zeichen, dass es keine Kiemenwürmer sind?


    Hallo Damian,

    anhand der Augen-Strich-Zeichnung würde ich nicht auf Unwohlsein schließen. Ich habe mir gerade mal ein Dutzend Bilder von Z. flavescens angesehen. Auf jedem Bild sehen die Augen anders aus - mal mit Strich, mal kreisrund ohne Strich - es handelt sich immer um gesunde Tiere. Dein gelber Doc sieht gut genährt aus.

    Wenn die Tiere sich nicht scheuern, dann ist das ein gutes Zeichen - zumindest sind dann keine Ektoparasiten zu erwarten. Wenn Fische Kiemenwürmer haben, dann sieht man häufig würgende Bewegungen mit dem Maul, so als wolltern sie ihr Futter ständig wieder ausspucken. Es wäre sehr ungewöhnlich, wenn alle Fische zeitgleich eine massive Kiemenwurminfektion bekommen hätten.

    Wenn die Atemfrequenz unvermindert hoch ist, dann tippe ich weiterhin auf irgend eine schädliche Substanz / Einwirkung auf die Kiemen - das kann auch in der nahen Vergangenheit liegen und die Tiere brauchen jetzt noch Zeit, um sich wieder zu regenieren - sofern die Ursache (die wir leider nicht kennen) jetzt inzwischen abgestellt ist.

    Weiterhin gut belüften und beobachten - mehr kann man im Moment nicht machen.

    Hallo zusammen,

    ich sehe hier das Problem in sehr optimistischen Werbeaussagen, die leider bisher nicht über öffentlich zugängliche wissenschaftliche Berichte abgesichert sind - für mich sind es zunächst einmal Behauptungen.

    Da ich mich auch beruflich mit der Vermehrung und Langzeitlagerung (Stammsammlung) div. Bakterienstämme beschäftigen durfte, betrachte ich derartige Aussagen aus einer kritischen Distanz. Bakterien mit höchst unterschiedlichen Umweltansprüchen leben gemeinsam, nein "schlafen", in einer Flasche, bis der Aquarianer sie wieder weckt und sie sich gemeinsam an ihre Aufgaben machen. Völlig unabhängig davon, welches Substrat und welche Bedingungen sie im Aquarium antreffen. Zudem sind die fleißigen Helfer auch noch viele Monate oder sogar Jahre in der Flasche haltbar (Echtzeitstabilitätsuntersuchungen ?).

    Leider gelingt es vielen Wissenschaftlern auch heute noch nicht, viele dieser Bakterien, die für den Stickstoffkreislauf relevant sind und auch in unseren Aquarien leben, zu kultivieren, geschweige denn in Flaschen bei Raumtemperatur über Jahre zu lagern.

    Zitat

    In Aggregaten aus einem Flüssigbett-Reaktor mit niedrigeren NH4 +-Konzentrationen wurden dagegen keine Vertreter der Gattung Nitrobacter, sondern in hoher Zahl bisher nicht kultivierte Vertreter der Gattung Nitrospira in der Nitritoxidationszone gefunden [9].

    Quelle: Methoden zur Bestimmung der in situ-Funktion von Mikroorganismen

    Dem Aquarianer wird dabei suggeriert, dass er in Zukunft weder eine Einfahrzeit benötigt, noch dass es bei Problemen mit unerwünschten Effekten im Becken vielleicht an seinem (noch) fehlenden Wissen oder seinem Ehrgeiz möglichst (zu) viele Fische zu halten gelegen haben könnte? Eine Flasche "Helferlein" ins Becken und alles wird gut !

    Was Armin wahrscheinlich ausdrücken wollte, ist die Tatsache, dass man nicht einfach alle Habitate der nitrifizierenden Bakterien gleichsetzen kann:

    Zitat

    / ...da die dort (Biofilter) vorkommenden Bakterien (Nitrifikanten) aufgrund des Salzgehaltes im Wasser weniger aktiv sind als die im Süßwasser. Zudem wachsen nitrifizierende Bakterien sehr langsam (die minimale Generationszeit beträgt 8 Stunden), wodurch es in neuen Aquarien bei hohen Fischdichten zu toxischen Konzentrationen des giftigen Ammoniums und Nitrits kommen kann ("new tank syndrome").

    Quelle: http://www.limnomar.de/eigenedateien/…ltur-phaseI.pdf, Seite 5

    Etwas verwirrend für den Verbraucher ist die Marketing-Strategie:
    Microbe Lift Night Out II wurde für die Klientel der Koiteichbesitzer in der einen Werbebotschaft speziell für Gartenteiche und für den MW-Aquarianer in dem nächsten Flyer speziell für Meerwasseraquarien entwickelt. In beiden Fällen sorgen die selben (?) Bakterien für den Erfolg. Zitat: "Die flüssigen Bakterien in Microbe Lift Night Out II enthalten sorgfältig selektierte Bakterienstämme wie Nitrosomonas, Nitrospira und Nitrobacter. " Unterschiede gibt evtl. es nur im Preis ? Der Gartenteichbesitzer kann sich hier aufgrund des schieren Volumens der Gartenteiche über einen Mengenrabatt freuen. Im Sicherheitsdatenblatt heißt es übrigens unter

    Zitat

    "Environmental Effects": /... The bacterial cultures are naturally occurring soil type organisms."

    Also doch nur ordinäre Bodenbakterien, selektiert und gut verpackt ?

    Wiederum andere Firmen setzen wieder nur auf bestimmte Bakterienstämme.
    Beispiel:

    Zitat

    Zitat aus einer Produktvorstellung für TetraAqua SaveStart, ein neues Mittel zum Sofortbesatz, im Aquaristik Fachmagazin Nr. 190. SafeStart enthält lebende Nitrospira- Bakterien, die nachweislich den Ammoniakgehalt um das bis zu 14fache und den gefährlichen Nitritgehalt um das bis zu 10fache reduzieren. Bislang herrschte verbreitet die Meinung die Meinung, dass Nitrosomas und Nitrobacter die nitrifizierenden Bakterien im Aquarium wären. Die Tetra Forschung hat jedoch festgestellt, dass diese Bakterien nicht in Aquarien wirken können, sondern nur in Abwässern. Nur Bakterien der Gattung Nitrospira reduzieren Ammoniak und Nitrit im Aquarium.

    Diese Aussage findet sich dann auch in wissenschaftlichen Publikationen:

    Zitat

    In der mikrobiellen Ökologie konnte gezeigt werden, dass Verteter der Gattung Nitrospira, und nicht die besser bekannten Arten von Nitrobacter, die dominierenden Nitritoxidanten in Aquarien mit Salz- oder Süßwasser sind.

    Quelle: http://www.limnomar.de/eigenedateien/…ltur-phaseI.pdf, Seite 7


    Das Sicherheitsdatenblatt (MATERIAL SAFETY DATA SHEET) von dem Produkt MICROBE-LIFT/Nite Out II weist folgende Inhaltsstoffe aus:
    Contains:
    Nitrifier bacteria 40%
    Water 60%
    Sodium bicarbonate 1%
    Preservative less than 1% (Schade, dass man nicht erfährt, was für ein Konservierungsmittel enthalten ist ?)

    Weiter unten steht dann: Irritating to skin, risk of serious damage to eyes. ????
    Aquatic Toxicity: Not Known (m.E. das sollte ein Hersteller für einen Aquarienwasserzusatz schon einschätzen können, ob das Produkt für Wassertiere toxisch wirkt oder nicht ?)

    Fazit: Für mich sind all diese Produkte entbehrlich - solange mich niemand vom Gegenteil überzeugen kann. Und das gelingt wohl nur mit reproduzierbarer und nachweisbarer Wirkung unter Praxisbedingungen. Daher bleibe ich bei dem Einfahren neuer Becken und bewährten Techniken. Wenn es Probleme gibt, dann habe ich einen Fehler gemacht und eine Flasche wird mir nicht helfen, ein Problem mit der Technik, den Wasserwerten oder falscher Dosierung über Nacht zu lösen. Die "richtigen" Bakterien sind bereits im Becken, wir müssen sie nur am Leben lassen und geeignete Bedingungen schaffen und aufrecht erhalten. Wer die Bakterien-Produkte trotzdem einsetzen möchte und damit zufrieden ist, dann soll er das tun. Mit der nächsten Welle kommen dann die mit "nützlichen" Bakterien angereicherten Frost- und Flockenfutterprodukte, damit der Doktofisch seine Darmflora verbessert. Es gibt für alles irgend einen Markt - aber man muss nicht jeden Trend mitmachen - oder doch ? :face_with_rolling_eyes:


    @ Hallo Fischer,
    nicht für ungut - aber die angegebene Dissertation stammt aus dem Jahr 1907! Seitdem hat sich viel getan in der Erforschung der Nitrifikationszyklen. Damals war man schon froh, überhaupt Bakterien nachweisen zu können.

    Zitat

    Die Promotionsprüfung bestand ich am 30. November 1907.

    Hallo Bert,

    ich schließe mich den Diagnoseoptionen von Peter an. Die Region um den After ist stark verdickt und das Gebilde, welches da auf dem Bild etwas diffus sichtbar ist, könnte ein Teil des vorverlagerten Darmendes sein - zumal wenn Du beschreibst, dass es - Zitat:"...fast so aussah als wenn sich etwas umgestülpt hätte, oder etwas "fischfleischähnlich aufgequollenes " am After wäre."

    Hier kann man leider nicht eingreifen und nur auf die Regenerationsfähigkeit des Fisches hoffen, d.h. dass sich die Verhärtung/ Verstopfung noch löst und das Darmende wieder zurückbildet.

    Zitat

    Jetzt steht da in der Beschreibung das man diesen Vertikal anbringen soll. Da habe ich aber leider keinen Platz dafür. Ich könnten Ihn nur Horizontal anbringen. Ist das ein Problem? Und muss der unbedingt zwischen dr Förderpumpe angeschlossen werden? Da gehen 4.200 Liter durch.Das dürfte wohl doch dann zuviel sein.

    Hallo Sascha,

    UV-Brenner arbeiten am effektivsten, wenn man sie vertikal plaziert, d.h. der Wassereintritt ist unten und der Wasseraustritt ist oben. So ist man sicher, dass das Wasser in einer Säule langsam nach oben steigt und die nötige Verweildauer in der Röhre gewährleistet ist. Wenn man UV-Brenner horizontal anbringt, können sich Sedimente ablagern und Luftblasen bilden bzw. ist es dann theoretisch auch möglich, dass nicht die volle Kapazität der UV-Brenner genutzt wird. Bei geringer Durchflußleistung ist zwar der Mantel um den Brenner gefüllt , das Wasser sucht sich hier aber den einfachsten Weg und es könnten sich weniger gut durchströmte Bereiche im Mantel bilden. Nachströmendes Wasser verdrängt evtl. nicht gleichmässig den zuvor bestrahlten Wasserkörper. Es kann zu Vermischungen kommen. Das ist nicht tragisch, aber die Effizienz leidet ein wenig.

    Die UV-Bestrahlungsleistung wird in mJ/cm² angegeben. Man geht davon aus, dass man mit einer Leistung von 40 mJ/cm² eine ausreichende Inaktivierung erreicht. Daher sagen die reinen Wattangaben nicht viel aus. Die Effektivität eines UV-Brenners hängt von vielen Faktoren ab. Die Länge der Säule, die Verweildauer des Wassers in der Säule (Durchflussgeschwindigkeit) und natürlich die abgegebene UV-Lichtleistung bei ca. 254 nm bzw. das UV-Spektrum, welches die UV-Röhre emittiert (d.h. die Qualität der UV-Röhre). Warnen muss man daher vor den teilweise günstigen Internet-Schnäppchen, die viel Wattleistung versprechen und dann noch als Kompaktgerät gerade mal 15-20 cm lang sind. Man sollte sich nur an den Markengeräten der bekannten Hersteller orientieren. Hier ist dann auch der Kundendiesnt und die Ersatzteilbeschaffung viel einfacher.

    Ich würde den Hersteller HW mal kontaktieren bzgl. der optimalen Durchflussmenge. Es ist immer besser hier mit einer etwas geringerer Durchflussleistung zu arbeiten, als das Wasser nur schnell durchzupumpen. Die normale Strömungspumpe ist viel zu stark, eine kleine Bypasspumpe ist besser.

    Wenn du nicht gerade akut Krankheitserreger (Protozoen wie die Weißpünktchenkrankheit) bekämpfen musst, dann kannst du die UV-Anlage auch in das TB einschleifen, möglichst kurz bevor das aufbereitete Wasser wieder in das Hauptbecken gepumpt wird. Wenn man akut Pünktchen bekämpfen will, dann ist es besser, den UV-Brenner übergangsweise direkt im Hauptbecken im Bypass zu betreiben und die Wasseransaugstelle im unteren Drittel bzw. in Bodennähe im Becken anzubringen

    Zitat

    Benutzte ausschließlich Osmose Wasser, da wir viel Nitrat im Leitungswasser haben, ist es möglich das ich dadurch zu "weiches " Wasser im Becken hab oder ist das Unfug?


    Hallo Damian,

    nein, zu weiches Wasser kannst Du dadurch nicht ins Becken bekommen. Es ist völlig normal, Osmosewasser für MW-Aquarien zu verwenden. Über die Zugabe von Meersalz wird jedes Ausgangswasser "hart".

    Hallo Damian,

    danke für den ausführlichen Bericht.
    Mit dem Kupfer hast du natürlich Recht, alle Garnelen würden das auch anzeigen, noch viel eher als die Fische.
    Zwischenzeitlich über Aktivkohle zu filtern kann sicher nicht schaden. Der Sauerstoffgehalt sollte nicht unter 6 mg/l sinken.

    Wie lange führst Du die Wodka-Methode schon durch ?

    Hallo Damian,

    wenn Fische seit längerer Zeit (was heißt längerer ?) eine erhöhte Atemfrequenz zeigen (alle Fische ?!) , dann haben sie natürlich ein Problem mit der Sauerstoffversorgung und hier muss man alle Möglichkeiten abklopfen:

    - Parasiten auf den Kiemen ? Neuzugänge, die Parasiten mitgebracht haben können ?
    - Vergiftung durch Ammoniak / Schwermetalle (Kupfer) ?
    - zu wenig Sauerstoffeintrag im Becken - Abschäumer o.k. und läuft ständig ? Die ständige Ozon-Dosierung spricht eher dagegen. Ich würde das Ozon aber mal versuchsweise weglassen. Wenn nicht ausreichend organisches Material vorhanden ist, dann kommt evtl. zuviel Ozon ins Wasser und kann die Kiemen schädigen !

    Zitat

    Ozon 10 mg/l permanent

    Du meinst sicher 10 mg/h und nicht pro Liter - oder ? Dann wären die Fische in Lebensgefahr.

    - starke Sauerstoffzehrung
    - anaerobe Zustände im Bodengrund ? Schwefelwasserstoffbildung ? Schwarze Flecken ?

    So, mehr fällt mir im Moment nicht ein ?
    Wie verhalten sich die Fische sonst ?
    Hängen an der Oberfläche bzw. in der Strömung ?
    Scheuern sich an Gegenständen ?

    Bitte mehr Details und evtl. auch mal ein paar Fotos/Video.

    Hallo Beni,

    ein gutes Bild ist immer sehr hilfreich, um einen Eindruck vom Zustand des Tieres zu gewinnen. Dann können Dir auch unsere Seepferdchenexperten evtl. dazu noch eine Rat geben.

    Sera Mycopur würde ich bei dem akturellen Krankheitsbild nicht als Quarantänebad empfehlen. Es enthält zwei Kupferverbindungen, die für Seepferdchen wahrscheinlich problematisch sind. Meistens leiden Seepferdchen unter bakteriellen Erkrankungen, daher könntest Du evtl. die Pen/Strep-Kur durchführen. Gegen Würmer kannst Du sera med Professional Tremazol® geben, es enthält den bewährten Wirkstoff Praziquantel. Aber hier fehlt dazu die klare Indikation ?


    Links:
    Sera Mycopur
    Tremazol

    Zitat

    Teilweise lagen die Platten nur ziemlich weit unten.

    Hallo Martin,

    o.k. - es handelt sich also tatsächlich um Lebendgestein. Aber dein Hinweis oben, dass die Platten ziemlich weit unten lagen, das sieht man auf den Bildern bestätigt. Es handelt sich hier wahrscheinlich um länger gelagertes Lebendgestein, welches dann auch wohl nur sehr spärlich beleuchtet wurde (=lag unten drunter). Daher sind dann viele interessante Bewohner auf dem Gestein bereits abgestorben. Und deshalb sieht es so "unbewachsen" aus. In den Steinporen ist sicher noch Leben drin - aber man sollte immer auf "frisches" Lebendgestein achten, das sieht dann viel interessanter aus und die Einfahrphase ist sicher auch kürzer.

    Ich habe Dir mal ein Bild von einem "frischen" und gut bewachsenen Lebendgestein angehängt - da siehst Du den Unterschied deutlich.

    Hallo Marc,

    ich habe die Bewohner des Korallenloches lediglich als Nutznießer und Untermieter angesehen, die sich von dem abgestorbenen Gewebefetzen ernährt haben. Das Loch, so habe ich das erst später erkannt, wurde bei meiner Lederkoralle unten seitlich am Fuß von außen reingebohrt, dann der Fuß von innen ausgehöhlt bis es an der Oberfläche des Korallentellers sichtbar wurde. Es war ca. 12 cm lang und 2 cm im Druchmesser. Leider habe ich den "Bohrer" nie erwischt und das Jod hat ihn wohl von weiteren "Probebohrungen" abgehalten.

    Die meisten fertigen Lösungen zur Jodanreicherung des Meerwassers sind sicher so schwach dosiert, dass hier der gewünschte Desinfektionseffekt nicht eintritt bzw. ausreicht. Die Beta-Isodona-Lösung hat mich zwar ziemlich genervt, weil ständig direkt nach der Behandlung der Abschäumer überlief - andererseits war ich damit auch auf der sicheren Seite, dass nicht zuviel Beta-Isodona sich irgendwo im Becken niederschlägt.