Hallo Sabine,
sehr schönes Becken - hast Du Dich doch getraut, das Projekt umzusetzen ?!
Ich habe vor vielen Jahren mal ein Becken mit Röhrenaalen in der Nähe von Hamburg gesehen. Dort hatte der Besitzer bereits 12 Jahre Haltungserfahrung und das Becken hatte eine Besonderheit.
Er hatte ähnlich wie in deiner Ausführung einen Tiefsandbereich geschaffen - allerdings hier mit einer ca. 25-30 cm hohe Trennscheibe, die in das Becken geklebt wurde und so einen Bereich mit sehr hohem Sandvolumen geschaffen hat. Die Scheibe hat er dann mit totem Riffgestein beklebt, damit sie für den Betrachter unsichtbar bleibt. Im Vordergrund war dann die übliche Sandschicht mit wenigen Zentimetern Stärke. Nach einigen Jahren Betriebszeit gab es die von Dietmar erwähnten Probleme mit dem Sand. Es hatte sich nach und nach organisches Material eingeschwemmt und evtl. wurde es auch von den Tieren mit eingeschleppt. Die Aale zeigten dann ein ungewöhnliches Verhalten. Sie bewohnten nur noch sehr kleine Areale, die noch nicht betroffen waren bzw. verließen die Sandfläche und suchten ständig nach Deckung.
Er hatte aber mit den Jahren noch eine interessante Technologie mit in das Becken eingebaut. Er hatte unter dem hohen Sandbereich Bodenfluterplatten von Eheim eingebaut. Die werden eigentlich als Bodenfilter in SW-Becken betrieben und damit würde man mit der Saugvariante noch mehr Partikel in den Sand einsaugen. Er hatte das Prinzip aber umgedreht und sie mit Druck beaufschlagt, so dass der Bodengrund von unten nach oben langsam durchströmt wurde. Darüber dann grobere und immer feinere Sandschichten aufgelegt und den Bodenfluter dann an eine Umwälzpumpe angeschlosssen.
Anfangs hatte er Probleme mit "Sandstürmen" im Becken, da die Leistung der Pumpe zu hoch war. Nachdem er es einreguliert hatte, konnte man manchmal ein schönes Schauspiel beobachten. Es bildeten sich in der Sandfläche an verschiedenen Stellen kleine Quelltrichter mit ca. 1-2 cm Durchmesser, in denen die Sandkörner tanzten. Die Aale haben sich an dem leicht durchfluteten Boden nicht gestört. Allerdings haben sie am Anfang mehrfach ihre Position gewechselt, was wohl auf die unterirdische Strömung zurück zu führen war.
So hatte er eine immerwährende leichte Durchströmung des hohen Sandbereiches mit entsprechender Sauerstoffzufuhr und der Vermeidung von schwarzen Flecken etc.. Ich muss aber auch erwähnen, dass es eine Zeit gedauert hat, bis er die optimale Einstellung Pumpe-Durchfluß-Strömung gefunden hatte. Leider habe ich den Kontakt verloren und weiß nicht, ob das Becken heute noch existiert.
Weiterhin viel Erfolg mit dem schönen Becken.