Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Dirk,

    bei mir hat ein 2-3 cm Knalli gleich reihenweise ausgewachsene Kardinals- und Putzergarnelen nach und nach "erschossen". Seitdem muss mein Becken ohne Garnelen auskommen. Wenn ich beim Meerwassertreffen 2009 in Völs nicht ein Video gesehen hätte, wo ein kleiner Knallkrebs eine mehrfach größere Garnele erlegt - ich würde es bis heute für unrealistisch halten.

    Hallo Dirk,

    Knallkrebse sind sehr erfolgreiche Jäger und können Garnelen töten, die deutlich größer sind, als sie selbst.
    In 2009 hatten wir das Thema schon einmal. Siehe hier

    Seitdem habe ich großen Respekt vor den kleinen Kerlchen - sie erlegen mit ihrer "Pistole" sogar Fangschreckenkrebse, die sich in ihre Nähe breit machen.

    Hallo Roger,

    danke für die Fotos. Nun, der rote Strich am Kopf sieht nach dieser klassischen "Unterhautblutungs-Krankheit" aus. Allerdings zeigten die Docs, die ich bisher gesehen habe, dann auch an anderen Körperstellen und besonders an den Flossensäumen orange bis rötliche Farbsäume. Das fehlt bei deinem Doc völlig. Die von Dir jetzt erwähnten Knubbel unter der Haut, die sich überall über den Körper verbreitet haben, sehe ich mit Sorge. Zusammen mit dem Befund am Kopf und der Nahrungsverweigerung deutet das für mich auf eine schwere innere Störung des Stoffwechselsystems und des Wasserhaushaltes im Körper hin. Behandeln kann man ihn so leider nicht. Da bleibt weiterhin nur der Rat, die Wasserkonditionen optimal zu gestalten und sofern er noch/ wieder frißt, eine Algendiät fortzusetzen.

    Hallo Roger,

    ein Foto wäre sehr hilfreich. Wenn er blutrote Flecken unter der Haut aufweist, dann spricht das für die bereits in den Vorbeiträgen geschilderte Ursache. Ein Umzug kann durchaus ein Auslöser dieser mysteriösen Erkrankung der gelben Docs sein. Sie tritt aber auch bei älteren Becken auf, wenn der Futteranteil an tierischen Proteinen zu hoch ist, die der Doc mit aufnimmt. Wenn die anderen Mitbewohner ihr Frostfutter bekommen, holt sich der Doc einen für ihn nicht immer geeigneten Nahrungsanteil. Die Krankheit kann aber auch nach dem Umfangen oder nach Stress-Situationen plötzlich auftreten und wieder verschwinden. Richtig behandeln kann man sie nicht. Nach Fütterung mit reiner Pflanzennahrung und Stressvermeidung geht sie meistens von selbst wieder zurück und verschwindet. Aber zur Absicherung wäre trotzdem ein Foto besser.

    Hallo Michael,

    diesen Beitrag wirst Du dann erst nach deiner Rückkehr lesen - bitte berichte dann wie der Doc sich eine Woche später darstellt. Die Fotos sind gut - man kann die wesentlichen Einzelheiten gut erkennen.

    Zunächst sieht mir das nicht nach einer ganz frischen Wunde (über Nacht) aus, kann mich aber auch täuschen.

    Was sieht man ?
    Unterhalb des Auges erkennt man einen entzündlichen Prozess, teilweise mit Lochbildung und fortschreitender Nekrose. Unter der eigentlichen "Wunde" erkennt man noch eine beulenartige Verformung der Oberhaut. Auf dem Wundbereich haben sich graue Gebilde angesetzt.

    Was könnte das sein ?
    Es könnte ursprünglich eine Verletzung der Oberhaut und darunter liegender Gewebeschichten sein, die sich nun bakteriell entzündet haben und den Gewebeabbau fortschreiten lassen. Die grauen Gebilde können parasitische Pillze sein, die sich von den abgestorbenen Haut- und Gewebepartien ernähren. Es könnten aber auch viral-bedingte Riesenzellen sein - das sieht mir hier aber mehr nach Pilzen aus.

    Was kannst Du tun ?
    Ektozon wurde schon genannt - es hat eine Wirkung gegen die Pilze - die Dosierung würde ich aber auf die maximale Dosis steigern, die der Hersteller angibt. Da der Fisch nicht in Quarantäne sitzt, muss der Doc die Entzündung mit seinem Immunsystem alleine schaffen - andere Mittel würden die Mitbewohner schädigen.

    Zitat

    Mein weissen A. maculatus ist leider gestorben, ich habe die uberfuttert... traurig

    Ich pflege einen A. maculatus jetzt seit über 3 Jahren. Die meisten Angler sterben an Überfütterung. Es ist einfach das gern gesehene Ritual mit der Angel, was diesen Nimmersatt irgenwann zum Verhängnis wird. Angler können sehr lange ohne Nahrung auskommen. Ganz am Anfang hat er alle 2-3 Tage mehrere Garnelen oder pro Woche 1-2 Fische bekommen. Er benahm sich hinterher häufig sehr seltsam und schwamm unruhig umher.

    Ich füttere ihn jetzt seit ca. 2 Jahren nur noch alle 10-14 Tage (ein fingerlanger Fisch oder eine gleichwertige Menge an Garnelen bzw. großes Frostfutter).
    Ergebnis: Es geht ihm gut und er zeigt keinerlei Mangelerscheinungen oder Vitalitätseinbußen.

    Hallo Arne,

    das sieht übel aus. Man erkennt eine tief ins Rückengewebe fortgeschrittene Entzündung mit bereits eingesetzter Gewebsnekrose. Für den Fisch besteht akute Lebensgefahr - selbst wenn man ihn ab jetzt optimal behandelt und versorgt, kann es bereits zu spät sein.

    Es sieht aus wie eine klassische Uronema-Infektion - kann aber auch eine rein bakterielle Geschichte sein - Therapie wie in dem Fachartikel zu Uronema beschrieben. Eine genauere Diagnose wird über das Forum nicht möglich sein.

    Hier ist der Fachartikel zu Uronema

    Wenn der Fisch überhaupt noch eine Überlebenschance hat, dann muss er sofort in ein Quarantänebecken. Als Mittel der Wahl kommen alle formalinhaltigen Malachitgrünlösungen in Frage (z. B. Sera Costapur F oder Tetra Medica ContraIck). Das Mittel nach Herstellerangaben in das Wasser geben. Nach dem erstmaligen Rausfangen des Fisches und dann zunächst jeden 2. Tag eines von diesen Mitteln tropfenweise konzentriert auf die entzündete Rückenregion tropfen. Dabei unbedingt vermeiden, dass die konzentrierte Lösung in die Kiemen läuft. Den Fisch zur Behandlung vorsichtig in eine Schüssel mit wenig Wasser zwischen den Fingern fixieren und die Lösung auftropfen. Die Rückenregion sollte dabei aus dem Wasser rausschauen, damit die Lösung nicht sofort verdünnt wird.

    Hallo Specki,

    die Bilder sind nicht sehr scharf geworden - aber was mit dem Auge los ist, kann man auch so erkennen. Nun, das Auge zeigt eine Corneatrübung (Hornhauttrübung) und eine Vergrößerung. Dafür gibt es leider verschiedenste Ursachen. Von einer einfachen bakteriellen Infektion z.B. nach Kontakt mit scharfkantigen Riffgestein, über einen persistierende Parasiteninvasion des Innenauges bis hin zu einer Stoffwechselerkrankung.

    Konkret behandeln kann man ein derartiges Auge leider nicht. Hier kann man nur auf die Selbstheilungskräfte des Fisches setzten und in den meisten Fällen bildet sich die Schwellung und die Trübung nach einem längeren Zeitraum auch wieder zurück. Je nach Ursache kann das Auge in seltenen Fällen aber auch dauerhaft erblinden. Das stellt dann einen "kosmetischen" Fehler dar. Der Fisch kann damit leben und sich zumindest in einem Aquarium weiterhin sicher bewegen und ernähren.

    Hallo Christiane und Kevin,

    Symptome wie sie Kevin beschreibt, d.h. der schleichende Verlust von Tieren ohne klar erkennbare Ursache hat oft die Ursache in versteckten Faulstellen im Sand oder unter Einrichtungsgegenständen. Dabei muss das Wasser nicht zwangsläufig unangenehm riechen und bleibt somit lange unentdeckt. Das Problem ist, dass sich manchmal erst nach Jahren in großen Becken solche Stellen über die Verdichtung von Sedimenten und in der Folge dann einige wenig durchströmte Bereiche bilden können.

    Daher sollte man immer darauf achten, keine "Einbahnstraßen" oder schlecht erreichbare Zwischenräume aufzubauen. Grabende Tiere und die oft geschmähten Borstenwürmer sind hier sehr nützlich, solche Stellen weiterhin indirekt mit Sauerstoff zu versorgen. Leider entdeckt man diese Faulstellen oft nur zufällig beim Um- bzw. Ausräumen eines Beckens und konnte sich vorher nicht vorstellen, dass es so etwas im eigenen Becken gibt. Es muss nicht immer die Ursache für diese Intoxikationsphänomene sein, aber man sollte diese immer mit ins Kalkül ziehen, wenn man die Ursache sucht.

    Hallo Micha,

    diese roten Flecken beim gelben Doc weisen fast immer auf irgend welche Futterprobleme hin. Sie zeigen aber auch eine allgemeine Stoffwechselerkrankung an, die auch andere Ursachen haben kann. Beim Ozon hängt es immer vom Redoxpotential ab, welches im Becken nachgewiesen werden kann. Wenn sehr viel organische Substanz das Ozon schnell neutralisiert, dann ist die Erzeugung höherer Ozonmengen unkritisch. Sollten aber zu wenig Bindungspartner vorhanden sein, dann wirkt das Ozon als freies Radikal im Wasser sehr agressiv gegen Kiemen und Schleimhäute.

    Hallo Torsten,

    das Malachitgrün wird nur an einen berechtigten Kreis abgegeben - ein Gewerbebetrieb dürfte wahrscheinlich dazu gerechnet werden. Im zweiten Link das Sicherheitsdatenblatt. Früher ist man mit dem Malachitgrünoxalat etwas sorglos umgegangen. Wenn man das Datenblatt gelesen hat, behandelt man das grüne Pulver mit etwas mehr Respekt. Unbedingt die Augen schützen, wenn man das Pulver auswiegt oder in Wasser löst. Einmal in Wasser gelöst altert es relativ rasch, daher immer frische Lösungen verwenden.

    Bezugsquelle
    Link

    Hallo Tobias,

    wenn Du die kleinen Kerlchen in ein extra Becken setzt, dann ist die Haltung nicht mehr ganz so kompliziert. Du musst Dich eben damit abfinden, dass sie möglichst ohne weitere Mitbewohner (Fische, Garnelen) auskommen müssen. Gefüttert werden sie per Hand bzw. über eine lange Pinzette mit Frostgarnelen bzw. unbehandelten "Frutti di mare". Mit der Zeit gewöhnen sie sich an die Pinzettenfütterung. Im Riffbecken dagegen sterben sie oft, weil sie, nachdem sie alle passenden Mitbewohner vertilgt haben, schlicht und einfach verhungern. Im großen Riffbecken gehen sie etwas "unter" und leben manchmal etwas versteckt. Daher ist es dort sehr schwer, sie ausreichend zu füttern. Aber so sollte man sie auch nicht halten - sie haben ein Artenbecken verdient, so wie Du es auch geplant hast. =)

    Hallo Martin,

    ich habe mir das Bild als Screenshot etwas vergrößert, da man so nicht viel erkennt. Man sieht einen grauen Belag im Maulbereich. Das könnte eine Pilzinfektion sein.

    Ich würde mit Ektozon oder mit Ektopur von Sera behandelt. Beides sind relativ "harmlose" Mittel gegen Verpilzungen, zeigen aber häufig über mehrere Tage angewendet eine gewisse Wirkung gegen Verpilzungen, so dass die Fische sich dann regenerieren können. Schäden richten beide Mittel im Korallenbecken nicht an. Das wäre für mich erst einmal die erst Option für eine Behandlung.

    Zitat

    Da unterstelle ich einfach: was sind das für umfunktionierte Gülle- und Klärgruben, in denen die Fische ihr Leben fristen müssen?

    Hallo Stefan,

    Ich kenne leider Becken, die fischbiologisch eher den oben zitierten Klärgruben ähneln und über permanenten Nachkauf "am Leben" gehalten werden. Genauso wie immer wieder stark unterernährte Fische oder solche mit bereits deutlich sichtbaren Krankheitssymptomen gekauft werden. Das wird man evtl. nie ganz verhindern können.

    Eine UV-Anlage ist sicher kein "must have" - ich habe z.B. keine in Betrieb. Auf der anderen Seite hat sie einen nachprüfbaren Effekt, es gibt viele Daten dazu und wer gerne "Russisch Roulette" spielt und ständig Fische mit unklarem Parasitenstatus nachsetzt bzw. sein Becken biologisch (meistens unwissend) als Bakteriennährlösung führt, sollte hier auch eine technische oder wie auch immer geartete Gegenmassnahme installieren, um den Bewohnern ein Überleben zu sichern. Wenn man dabei auf die Probiotik setzt - auch recht. Ich wollte nur davor warnen, dass man ein Becken mit dem komplexen Wechselspiel zwischen natürlichen und humangeprägten Einflüssen sich soweit simplifiziert, dass man über den Kauf von Technik oder Probiotik schnell und einfach Probleme löst. In der professionellen Aqua-Kultur werden vor dem Einsatz umfangreiche Analysen und begleitende Untersuchungen durchgeführt, was ein Aquarianer so nie machen könnte. Genauso wird der Einsatz z.B. probiotischer Lebensmittel für den Menschen häufig unkritisch und ohne Skrupel auf alle anderen Lebewesen gleich mit übertragen. Motto: Was für mich gut ist, ist auch für meinen Hamster, meinen Fisch oder meine Korallen gut.

    Wenn eine Massenvermehrung pathogener Keime festgestellt wird, dann stimmt etwas nicht mit der Beckenbiologie und eine UV-Anlage ist dann nur eine begleitende (Langzeit-)Therapie ohne letztendlich wirklich die Ursache zu bekämpfen.

    Evtl. sollten wir uns auch davon frei machen, jemals einem Aquarium den Status eines natürlichen Lebensraumes anzuheften - das wird bei aller Technik und Know-How nicht gelingen. Es bleibt ein künstlich geschaffener Lebensraum, der mit allen Hilfsmitteln versucht, die Bedingungen (hoffentlich) im Sinne der Bewohner zu optimieren. Und das Spektrum reicht dann individuell verschieden leider von Klärgrube bis zu evtl. nach menschlichen Vorstellungen "optimalen" Verhältnissen. Mehr kann man nicht erreichen.

    Hallo Rainer,

    danke für den Link - der fehlte mir noch in meiner Sammlung.
    Es ist eine bekannte Tatsache, dass wie überall in den höheren Tier- und Pflanzengesellschaften, so auch im Mikrokosmos unter den Mikroorganismen ein Kampf ums Überleben und das Verdrängen von Konkurrenten statt findet. Dazu haben manche Mikroorganismen u.a. als Strategie die Synthetisierung von mikroziden Stoffen (natürliche Antibiotika) entwickelt, die ihre Mitkonkurrenten schädigen oder hemmen. Diese Tatsache hat man sich wie allgemein bekannt z.B. beim Penicillin zu nutze gemacht.

    Das Thema "Einsatz probiotischer Hilfsfaktoren (u.a. nützliche Bakterien) zur Abwehr schädlicher Bakterien" schwappt seit einiger Zeit aus der professionellen Aqua-Kultur in die Aquaristik rüber. Bereits 2001 hatte die Dissertation von Franziska Geiger dieses Thema aufgenommen und an Zierfischen überprüft, ebenso die auch von mir in meinen Fachartikeln propagierte Anwendung von ß-Glucan zur Immunstimmulierung und als unterstützende Therapie bei Infektionen. Allerdings gibt es inzwischen einige Arbeiten zu dem Thema, die dann den "harten" wissenschaftlichen Beweis über aussagekräftige Statistiken und reproduzierbare Testreihen häufig schuldig bleiben, dass hier tatsächlich der so erhoffte Nutzen eintritt. Allerdings will ich auch nicht bestreiten, dass es immer wieder von professionellen Aquafarmen Berichte über Erfolge gibt, die z.T. ganz auf künstlich hergestellte Antibiotika verzichten.

    http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/geigerf_2001.html

    Soweit so gut. Unbestritten könnte der Einsatz dieser Mechanismen als „probiotischer Effekt“ auch bei der Aquarienhaltung von großem Nutzen sein. Man sollte sich aber bewusst machen, welche ungeheure Vielfalt an Mechanismen und Wechselwirkungen die Natur hier anbietet und unser sehr begrenztes Modelldenken kann davon nur Bruchteile abbilden. Leider neigt man dazu, diese Komplexizität zu simplifizieren und unterstellt, dass man die Bakteriengesellschaften, die im Aquarium vorhanden sind, irgendwie über zugekaufte Mittelchen in den Griff bekommt, indem man vermeintlich nützliche Bakterien aus Fläschen hineinkippt und damit irgendwann schon die vermeintlich schädlichen Bakterien elimiert und von da an die Aqarianerwelt heil ist. Natur funktioniert leider nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Daher warne ich vor überzogenen Erwartungen. Auch gegen probiotische Effekte entwickeln die „schädlichen“ Bakterien Abwehrstrategien, genau so wie gegen die vom Menschen eingesetzten Antibiotika. Das sollten wir uns immer bewusst machen. Für den Aquarianer ist es kaum möglich, die Bakteriengesellschaften in seinem Aquarium fischgerecht zu designen und zu überprüfen, ob er die gewünschten Kulturen und Stämme dann auch im Becken hat. Man kann sie halt nicht so einfach besetzen wie zugekaufte Fische und Korallen.
    http://www.inve.com/binarydata.asp…aquaculture.pdf

    Hallo Chrisitan,

    danke für die Einstellung des Unersuchungsbefundes. Es passiert relativ selten, dass ein Aquarianer Kosten und Mühen auf sich nimmt, um seine Fische professionell untersuchen zu lassen. Nach der ersten eigenen Sektion zeigten die Kiemen noch ein frisches, rotgefärbtes Kiemenbild, was kaum auf Ektoparasiten schließen lässt. Deine nachfolgenden Bilder zeigten dagegen blasse und nekrotische Kiemen. Besonders schwierig ist hier anhand von Fotos zu beurteilen, ob diese Blässe von Parasiten herrührt oder Fisch bereits vor der Sektion gestorben ist.

    Bemerkenswert finde ich in den Befunden, das die Kiemen massiv infiziert waren und sich auf der Haut z.T. nur wenige Parasiten fanden. Das bedeutet dann im Umkehrschluß: Man muss bereits höchst alarmiert sein, wenn sich nur wenige Pünktchen zeigen, die Kiemen sind aufgrund ihrer dünnen Hautmebranen offensichtlich für die Parasiten sehr viel attraktiver als Besiedelungsfläche als die doch massivere Haut. Also noch mehr auf erhöhte Atemfrequenzen achten.

    Die erhöhte Bakteriendichte im Wasser ist ebenfalls ein Alarmzeichen. Viele Aquarianer machen sich immer noch Sorgen, dass beim Einsatz von Ozon und UV im Dauereinsatz die "nützlichen" Bakterien zu stark ausgedünnt werden. Das kann nicht passieren, da die Bakterien an Substrate (Bodengrund, Oberflächen) gebunden sind. Nur der Überschuß im Freiwasser wird hier erfasst und eliminiert. Unsere Aquarien stellen an die Überlebenskraft der Fische schon große Ansprüche. Meistens sind neben div. Schadstoffen auch die Bakteriendichten gegenüber dem Ozean stark erhöht, so dass selbst normalerweise apathogene Keime auf Dauer gefährlich werden können.

    Bei dem hier gefundenen Vibrio alginolyticus handelt es sich allerdings um einen guten "Bekannten", der auch beim Menschen Infektionen verursachen kann. Link

    Hallo Andreas,

    für dieses Krankheitsbild gibt es im Prinzip zwei Möglichkeiten:

    1. Es handelt sich um ein Papillom, d.h. eine Wucherung der oberen Hautzellen (Epithelzellen). Bekannt geworden ist dieses Phänomen auch als Blumenkohlkrankheit bei Aalen. Die Krankheit tritt sowohl im Süß- wie im Seewasser auf und ist nicht heilbar. Die Ursache ist bisher nicht nachgewiesen. Zwar hat man Viren in den Zellen gefunden, künstliche Infektionsversuche verliefen jedoch immer negativ. Oft werden Umweltfaktoren wie Chemikalien oder auch schwankende Salzkonzentrationen als (mit-)ursächlich angegeben. Aber was soll man damit anfangen? So etwas haben wir bei jedem Wasserwechsel. Manchmal verkleinert sich dieses Gebilde wieder von selbst, ohne jedoch völlig zu verschwinden.

    2. Es handelt sich hier um eine besonders ausgeprägte Form von Lymphocystis, einer Viruserkrankung. Diese Riesenzellen tauchen unvermittelt auf und können auch wieder völlig verschwinden. Sie sind aber meistens an den Flossen und teilweise am Körper lokalisiert. Sie können aber auch am und im Maul vorkommen. Die Fische laufen dann Gefahr zu verhungern. In so großer Ausprägung habe ich sie selbst noch nie gesehen. Die Gebilde fühlen sich hart an und manche Aquarianer schneiden sie mit einer Schere ab, was hier aber schwierig werden dürfte. Oft bringt eine Veränderung (Verbesserung) der Umweltbedingungen und ein völlig anderes Futter eine Verbesserung der Situation. Wenn man den Fisch fangen kann, dann streichen manche Aquarianer die Stellen mit Volon A Haftsalbe ein. Nach wenigen Tagen sollen die Knötchen abfallen. Manche haben den Umfang der Zellwucherung zuvor mit der Schere reduziert, ohne in das gesunde Gewebe zu schneiden. Die Durchführung ist sehr schwierig und stresst den Fisch zusätzlich. Daher sollte man dabei immer zu zweit arbeiten. Einer fixiert den Fisch vorsichtig im Netz, und der andere führt die Behandlung durch.

    Hallo Dennis,

    hier gibt es 2 Möglichkeiten:
    Das sieht zunächst einmal nach dem Klassiker "Anemonenfischkrankheit" aus, was ich Dir nicht wünsche.
    Schau mal hier, dort erfährtst Du alles über diese Krankheit.

    Nachdem es aber erst ein paar Tage her ist, dass der Fisch gefangen und umgesetzt wurde, kann es sich auch "nur" um einen Fangschaden handeln, d.h. die Schleimhaut des Fisches wurde beim Fangen verletzt und er sie löst sich jetzt in Fetzen ab. Du schreibst, dass er noch munter umher schwimmt. Das ist ein gutes Zeichen. Der Erreger der Anemonenfischkrankheit befällt auch massiv die Kiemen. Dann müsste dein Fisch bei dem Schleimhautbefund normalerweise auch schon längst Atemprobleme zeigen (schnelle Atmung) und er wäre nicht mehr so aktiv.

    Es wäre schön, wenn Du noch mal ein etwas schärferes Bild einstellen könntest und weiter berichtest, wie es dem Fisch ergeht. Du musst ihn jetzt intensiv beobachten. Sobald er auch nur eine geringe Erhöhung der Atemfrequenz zeigt bzw. nicht mehr so munter herumschwimmt, muss er sofort gegen die Anemonenfischkrankheit behandelt werden. Diese Krankheit schreitet schnell voran und endet immer tödlich. Der andere Fisch bzw. andere mitbewohnende Fische (gibt es die ?) werden dann auch infiziert.

    Hallo Christian,

    da Du die Kiemen sehr gut freigelegt hast, kann ich was dazu sagen. Fische, die an Vergiftungen sterben oder an Sauerstoffarmut im Wasser, zeigen direkt nach dem Sterben sehr blasse, manchmal fast weiße Kiemen. Fische, die eine massive Parasitose auf den Kiemen haben, zeigen dort beschädigte, ausgefranste Kiemenlamellen, die teilweise sich blass-rosa bis schwarz-rot darstellen. Das ist hier nicht zu sehen. Die Kiemen, die ich hier auf dem Bild sehe, zeigen den Normalzustand nach dem zeitnahen Tod eines Fisches an. Die Kiemen sind blutrot dunkel gefärbt und zeigen bis auf einige Schleimreste vom Sezieren des Kiemendeckels keinen ungewöhnlichen Befund an.

    Das Auge ist trüb, das kann aber eine Folge von Austrocknung und Tod sein - kann ich weiter nichts dazu sagen.

    Nun die inneren Organe kann man so nicht beurteilen, da man sie einzeln und sehr vorsichtig sezieren muss und dann den äußeren Zustand beurteilen und eine Gewebeprobe im Mikroskop anschauen müsste. Vom Darminhalt ebenfalls. Aber bei den großen Verlusten ist eine innere Erkrankung einer ganzen Fischgesellschaft in einem Becken sowieso extrem unwahrscheinlich.

    Leider haben wir wieder keinen Hinweis auf irgend etwas, was die Fische getötet haben könnte ?

    Hallo Christian,

    so wie Du die Bodenstruktur beschreibst und die Boden-Bewohner und Maßnahmen, halte ich die Schwefelwasserstofftheorie hier eher für unwahrscheinlich. In dem Fall hilft nur noch, die Quelle der Fäulnis zu beseitigen, aber das heißt dann Becken ausräumen. Das Herausfiltrieren über Aktivkohle hilft nur bedingt, da immer weiter Schwefelwasserstoff gebildet und nachgespeist wird. Ich hatte diese Möglichkeit nur erwähnt, weil wir bereits einige Fälle von schleichenden Verlusten hatten, die über Tage und Wochen anhielten und alle verbliebenden Fische eine permanent hohe Atmungfrequenz aufwiesen, ohne direkte Krankheitsmerkmale einer Parasitose zu zeigen. Man sucht dann nach Parasiten wo gar keine sind und auf schwarze Flecken im Sand oder TB kommt man zunächst nicht sofort.

    Die verbliebenden Fische in deinem Becken zeigen wahrscheinlich auf der Schleimhaut gar keine Veränderungen (Pünktchen, graue Schleier, Ablösungen von Hautfetzen, rote, entzündliche Stellen, etc.). Wenn dann nur noch die Atmung massiv erhöht ist, liegt immer der Verdacht nahe, dass es sich um eine Vergiftung handeln könnte. Wodurch auch immer sie verursacht wurde oder wird.

    Hallo Christian,

    danke für das Einstellen der Bilder. Nun, beide Aufnahmen zeigen nicht die typischen Merkmale für eine tödlich verlaufende Ektoparasiteninfektion.

    Zitat

    Sie Atmen ganz hektisch und liegen auf dem Boden.


    Wie ist der Zustand heute ? Haben die Fische immer noch Probleme mit der Atmung ? Gibt es weitere Verluste ?

    Die Standzeit ist mit 7 Monaten noch nicht so lange, dass man unbedingt mit schwarzen Flecken usw. rechnen müsste ? Wie hoch ist der Bodengrund eingebracht ? Wir hatten bereits Fälle im Forum, wo die Fische nach und nach an hohen Schwefelwasserstoffwerten gestorben sind, die durch anaerobe Fäulnisherde im Bodengrund verursacht wurden oder schlecht aufbereitetes Riffgestein.

    Hallo Christian,

    da es bisher leider keine Fotos von befallenen Fischen gibt, ist die Diagnose "Oodinium" (Amyloodinium ocellatum) nur ein Verdacht. Es kann genauso gut ein anderer Ektoparasit sein. Das Zusetzen eines neu gekauften Fisches nach nur 10 Tagen Quarantäne ist ein großes Risiko, da 10 Tage nicht ausreichen, um eine Fisch sicher parasitenfrei zu bekommen.

    Direkt im Forum unter "Fischkrankheiten" und auf der MARUBIS-Homepage gibt es einige Fachartikel, in denen die Krankheiten ausführlich beschrieben werden. Dort steht auch wie man sie erkennt und vermeiden bzw. bekämpfen kann.

    Weiterhin kannst Du die äußerliche erkennbaren Symptome deiner erkrankten Fische auch sehr gut mit den Fotos vom Fisch-Hospital vergleichen. Evtl. findest Du dort das richtige Krankheitsbild und kannst dann gezielt behandeln. Bei einer ausgebrochenen Infektion mit Amyloodinium ocellatum (falls es dieser Erreger ist ???), ist es aber bereits zu spät und die Krankheit führt meistens zum Totalverlust. Daher ist es wichtig, bei Anfragen möglichst auch gute Fotos mit hoch zu laden, damit die Diagnose möglichst genau gestellt werden kann.

    Easy Life Halt Parasites ist ein Breitspektrummittel, welches div. Parasiten bekämpfen soll. Leider gibt der Hersteller keine Inhaltsstoffe an und betont nur, dass es für niedere Tiere verträglich sein soll. Eigene Erfahrungen habe ich mit dem Mittel noch nicht gemacht. Aufgrund fehlender Zusammensetzungsangaben kann man es leider auch nicht über die chemische Zusammensetzung beurteilen.

    Hallo Phillip,

    wenn der Seestern unbemerkt stirbt, zersetzt er sich relativ rasch. Borstenwürmer und andere Mitbewohner kommen dann schnell zum Reste beseitigen. Bei größeren Tieren kann es trotzdem zu einer Wasserbelastung führen.

    Es gibt leider keinen bzw. kenne ich keinen Weg einen Seestern auf "humane" Art und Weise zu töten oder zu betäuben. Deshalb gibt man ihn in kochendes Wasser um den Sterbeprozess wenigstens so schnell wie möglich voran zu treiben. Für Krusten- und Schalentiere gibt es die Vorschrift...das Wasser muss sie vollständig bedecken und nach Eintauchen der Tiere stark weiterkochen.

    Hallo Sabine,

    sehr schönes Becken - hast Du Dich doch getraut, das Projekt umzusetzen ?!

    Ich habe vor vielen Jahren mal ein Becken mit Röhrenaalen in der Nähe von Hamburg gesehen. Dort hatte der Besitzer bereits 12 Jahre Haltungserfahrung und das Becken hatte eine Besonderheit.

    Er hatte ähnlich wie in deiner Ausführung einen Tiefsandbereich geschaffen - allerdings hier mit einer ca. 25-30 cm hohe Trennscheibe, die in das Becken geklebt wurde und so einen Bereich mit sehr hohem Sandvolumen geschaffen hat. Die Scheibe hat er dann mit totem Riffgestein beklebt, damit sie für den Betrachter unsichtbar bleibt. Im Vordergrund war dann die übliche Sandschicht mit wenigen Zentimetern Stärke. Nach einigen Jahren Betriebszeit gab es die von Dietmar erwähnten Probleme mit dem Sand. Es hatte sich nach und nach organisches Material eingeschwemmt und evtl. wurde es auch von den Tieren mit eingeschleppt. Die Aale zeigten dann ein ungewöhnliches Verhalten. Sie bewohnten nur noch sehr kleine Areale, die noch nicht betroffen waren bzw. verließen die Sandfläche und suchten ständig nach Deckung.

    Er hatte aber mit den Jahren noch eine interessante Technologie mit in das Becken eingebaut. Er hatte unter dem hohen Sandbereich Bodenfluterplatten von Eheim eingebaut. Die werden eigentlich als Bodenfilter in SW-Becken betrieben und damit würde man mit der Saugvariante noch mehr Partikel in den Sand einsaugen. Er hatte das Prinzip aber umgedreht und sie mit Druck beaufschlagt, so dass der Bodengrund von unten nach oben langsam durchströmt wurde. Darüber dann grobere und immer feinere Sandschichten aufgelegt und den Bodenfluter dann an eine Umwälzpumpe angeschlosssen.

    Anfangs hatte er Probleme mit "Sandstürmen" im Becken, da die Leistung der Pumpe zu hoch war. Nachdem er es einreguliert hatte, konnte man manchmal ein schönes Schauspiel beobachten. Es bildeten sich in der Sandfläche an verschiedenen Stellen kleine Quelltrichter mit ca. 1-2 cm Durchmesser, in denen die Sandkörner tanzten. Die Aale haben sich an dem leicht durchfluteten Boden nicht gestört. Allerdings haben sie am Anfang mehrfach ihre Position gewechselt, was wohl auf die unterirdische Strömung zurück zu führen war.

    So hatte er eine immerwährende leichte Durchströmung des hohen Sandbereiches mit entsprechender Sauerstoffzufuhr und der Vermeidung von schwarzen Flecken etc.. Ich muss aber auch erwähnen, dass es eine Zeit gedauert hat, bis er die optimale Einstellung Pumpe-Durchfluß-Strömung gefunden hatte. Leider habe ich den Kontakt verloren und weiß nicht, ob das Becken heute noch existiert.

    Weiterhin viel Erfolg mit dem schönen Becken.

    Zitat

    Original von Armin Glaser
    Hallo Torsten,

    die von Reith beschriebenen Probleme betreffen den Zeitraum von 1850 bis 1930, inzwischen ist die Analytik
    zum Glück ein bisschen weiter (Obwohl damals teilweise wirklich geniale Methoden entwickelt wurden).
    Gute Methoden für Hobby-Anwendung sind aber, wenn es über die Standardtests hinaus geht, leider noch selten.

    Hallo Armin,

    das habe ich (leider zu spät) heute auch bemerkt. :yrf

    Es gibt noch einen Test von Merck (Spectroquant® Jod-Test) für ca. 66 €, aber der setzt voraus, dass man ein Photometer zur Verfügung hat. Also eher nicht für den Hobby-Aquarianer geeignet.

    Hallo zusammen,

    hochinteressantes Thema.
    Anbei noch einige Quellen, die sich mit dem Thema befallen. Es gibt wohl auch mit laboranalytischen Methoden oft "merkwürdige" Ergebnisse, wie der erste Link anzeigt.

    Der Jodgehalt von Meerwasser

    Der zweite Link befasst sich mit den Testmethoden und stellt noch eine Alternative vor - ist aber für den Heimgebrauch zu aufwändig.
    Iod und Iodmessung

    Dieser Artikel ist nur für Euros zu haben - ich seh mal nach, ob er in unserer Bibliothek vorliegt.
    Die Bestimmung des Jodgehaltes von Meerwasser

    Von der Fa. Aqualight gibt es auch noch einen Iod-Test. Link
    Als Suchbegriff muss man hier "Jod" eingeben, nicht "Iod".
    Ob der aber sensitiver ist bzw. besser funktioniert, kann ich nicht sagen.

    Zitat

    Original von Wolfgang_Suchy
    Hi Enrico,

    würde sie eigentlich ins QB setzen und beobachten.
    Und nur im Fall eines Krankheitsausbruches auch medikamentös behandeln.
    Wobei zuerst einmal ( wenn nicht Standart ) entsprechend angereichertes Futter nehmen.
    Ansonsten UV laufen lassen.

    Hallo Enrico,

    ich würde es so machen, wie Wolfgang es beschrieben hat.

    Zitat

    Original von Azalee
    Ich tue mich immer schwer mit QB. Ich finde sie total nützlich und sinnvoll, aber letztlich ist es ein fast vollwertiges zweites Becken, das da mitläuft. Das muss autark laufen, biologisch ausbalanciert sein (also lebende Steine, Sand etc.), folglich auch mehr oder weniger beleuchtet, beströmt usw. Und die meiste Zeit des Jahres steht es leer, bis man es ganz aus Versehen doch eher zu einem Ablegerbecken umgestaltet *hust* Wird dann doch mal ein Fisch krank, hat man das gleiche Problem wie vorher ohne QB lol

    Hallo Christiane,

    bei mir lief es oft auch so. Die Q-Becken entwickelten sich zu wahren Refugien der Meeresaquaristik, sofern sie nicht benutzt wurden. Hier wuchsen Organismen heran, die im Hauptbecken nie überlebt hätten. Also habe ich dann ein 2. QB und ein 3. QB eingerichtet - aber das Grundproblem bleibt. Trotzdem ist ein QB immer dann sehr nützlich, wenn man häufig aus unterschiedlichen Quellen kauft und sich noch in der Besatzphase befindet. Jeder der mal einen wertvollen Besatz, den er über Jahre gepflegt hat, über die Einschleppung von Parasiten verloren hat, denkt zumindest darüber nach. Es bleibt ein in jeder Hinsicht aufwändiges Hobby :).

    Hallo,

    das sieht sehr schlimm aus - viele über den Körper verteilte Wunden, von denen einige mit Saprolegnia (Pilz) massiv infiziert sind. Dieser Pilz bildet schmutzig grün-graue verfilzte Beläge auf den Wunden. Die Bisswunden müssen sehr heftig gewesen sein und viel totes Gewebe hat sich in den Wunden angesammelt.

    Da der Fisch glücklicherweise schon separat gesetzt wurde, kannst Du mit JBL Fungol und JBL cristal (in Kombination) oder mit Sera Mycopur behandeln. Zuvor sollte aber über einen Wasserwechsel das Costa Med F weitestgehend entfernt werden. Es hat nur eine schwache Wirkung gegen Pilze und verträgt sich u.U. nicht mit dem Mycopur. Eine Besserung wird erst nach ca. 10-14 Tagen sichtbar sein.

    Hallo Marcel,

    ich denke auch, dass Du hier völlig richtig gehandelt hast. Wenn ein Fisch derartige Anzeichen eines beginnenden Ablebens zeigt, dann ist es im Falle von giftigen Tieren immer besser, proaktiv tätig zu werden. Aufgrund deiner Beschreibungen kann man leider kein eindeutiges Krankheitsbild zuordnen.

    Wenn man einen Kugelfisch umsetzt und mit den Händen berührt, kann es schon vorkommen, dass er sich als passive "Verteidigungsmassnahme" aufpumpt und dann relativ hilflos herumtrudelt. In deinem Fall war es aber sicher das absehbare Ende und das ist ja dann kurze Zeit später auch eingetreten.

    Hallo Thomas,

    ich finde es etwas unglücklich, wenn man sich zuerst einen Fisch kauft, der mehr aus dem Süß- und Brackwasserbereich kommt, ihn in ein Meerwasserbecken setzt und danach nach Erfahrungsberichten fragt. Gerade wenn man solche Grenzgänger hält, sollten fundierte Informationen vor dem Kauf eingeholt werden.

    Ich kenne den Tetraodon biocellatus bereits seit ca. 30 Jahren und habe ihn nur als Brackwasserbewohner erlebt. Bei längerer Haltung ist, wie bei fast allen Kugelfischen, eine hartschalige Nahrung (Schnecken, Muscheln) von Bedeutung, da es sonst fast immer Probleme mit dem Kugelfisch-Schnabel gibt. Ob er auf Dauer Schaden nimmt, wenn er permanent im Meerwasser gehalten wird, kann ich Dir auch nicht sagen - aber unsere Fische sollten auch keine Testobjekte sein.

    Über Google habe ich einige interessante Links zum Tetraodon biocellatus gefunden:

    Link1
    Link2
    Link3

    Hallo zusammen,

    über eine Temperaturerhöhung steigert man die Reproduktionsgeschwindigkeit der meisten Parasiten, d.h. die Vermehrungszyklen werden wesentlich kürzer. Ob man sicher derart hohe Termperaturen seinen Fischen zumuten darf, die die Erreger gleich so schädigen, dass sie restlos absterben, wage ich aber zu bezweifeln.

    Da immer das "reine" Fischbecken betont wird, kann man hier natürlich auch sehr einfach die diversen Bekämpfungsmittel einsetzen (ohne Rücksicht aus Korallen etc.) und die Temperatur nur sehr moderat erhöhen, um die Krankheitsphase zu verkürzen. Aber wer hat heute noch reine Fischbecken ?

    Hallo,

    da die Symptome am Körper entlang einer Seitenlinie laufen, würde ich auf HLLE (Head & Lateral Line Erosion Disease) tippen. Eine Hexamita-Infektion kann zusätzlich vorliegen, würde aber die Löcher nicht zwingend so angeordnet verursachen. Da die genaue Ursache für HLLE immer noch nicht restlos geklärt ist, sollte man bei den bisher bekannten und beobachteten Ursachen ansetzen. Tiere, die sehr viel Stress ausgesetzzt sind und die eine sehr einseitige, vitamin- und mineralarme Ernährung bzw. die falsche Ernährung erfahren haben, sind besonder häufig betroffen. Extrem wichtig zur möglichen Genesung sind damit die folgenden Punkte:

    1. algenreiche reine Pflanzenkost für den Doc, viaminisiert - möglichst kein oder nur wenig Frostfutter
    2. regelmässige Wasserwechsel
    3. Stress verhindern (wie ist die Konkurrenzsituation, Mitbewohner, Umfeld, Größenverhältnisse Becken-Fische, etc.)

    Hallo Mike,

    bei den "Sommersprossen" dürfte es sich um kleine Öffnungen im Kopfbereich handeln, die dem Fisch als zusätzliche Sinnesorgane für Druckschwankungen und äußere Reize dienen. Das ist beim Gold-Schleimfisch normal.
    Schau mal hier unter Bild Nr. 4 in der Bilderleiste (Kopfstudie von E.midas - dort sieht man die kleinen "Löcher" im kopf recht gut).

    Die andere Stelle würde ich für eine Schürfwunde halten. Dort ist die Schleimhaut verletzt - das müsste schnell wieder abheilen.

    Hallo Lars,

    aus meiner früheren Tätigkeit im Zierfischgroßhandel sind mir nur Haut- und Kiemenerkrankungen dieser Fische bekannt. Besonders häufig waren Haut-Infektionen mit Cryptocaryon irritans und Pilzen bzw. getrübte Augen bei frisch importierten Tieren. Die geschilderten Symptome kenne ich zwar von anderen Fischenarten mit Darm- bzw. Nierenerkrankungen, habe sie selbst bei Kofferfischen aber noch nicht gehabt. Evtl. waren die Tiere dafür auch nicht ausreichend lange bei uns.

    Die genaue Ursache wird man wohl leider nur über eine Autopsie eines frisch verstorbenen/ getöteten Fisches finden können. Eine Wassereinlagerung aufgrund von Eiweißmangel wird es wohl nicht sein, da Fische sehr wirksam überschüssiges Wasser aus ihrem Körper entfernen können bzw. bei der Aquarienhaltung meistens zuviel Protein im Futter vorhanden ist.

    Hallo Gerald,

    für mich gibt es zwei mögliche Diagnosen. Im ersten Fall handelt es sich hier nur um eine großflächige Hautläsion, wobei die ungleichmässigen Erhebungen auf der Fläche etwas dagegen sprechen. Im zweiten Fall sieht dieser "Fleck" trotz aller Unschärfe aus wie ein Unterhautgeschwür, welches dann auch die Pigmentierung der Haut inzwischen beeinflußt. Evtl. ist dort auch ein Darmabschnitt betroffen, so dass hier durchaus ein Zusammenhang mit der beobachteten Abmagerung bestehen kann.

    Leider kann man in beiden Fällen nicht sinnvoll eingreifen und muss abwarten, wie sich die Geschichte weiter entwickelt.

    Hallo Bernhard,

    an dem Glotzauge kannst Du nichts machen - wenn es gut verläuft, geht es von selbst wieder zurück. Manchmal erblindet der Fisch auf der betroffenen Seite oder er stirbt leider daran. Bzgl. einer Vergiftung des Wassers musst Du aber keine Sorgen haben, die "Restevertilger" erledigen das schnell und unmerklich (Borstenwürmer, etc.) .
    Sorry, dass ich hier keine besseren Nachrichten habe - trotzdem einen schönen Urlaub !