Michael Kuhn:
ZitatSei froh, dass auf dem Ektozon die Inhaltsstoffe angegeben sind,
Viele Hersteller machen das nicht, und man weiss nicht, was die Inhaltsstoffe sind. Und trotzdem werden solche Produkte gekauft und verwendet.
Das ist leider häufig so. Viele Hersteller versprechen Mittel gegen alle möglichen Krankheiten und Erreger. Wenn man die Wirkungsweise mit einem naturwissenschaflichen Rational nachvollziehen möchte - Fehlanzeige - Rezeptur ist angeblich geheim - dabei wird seit vielen Jahren (Jahrzehnten) immer mit den selben (bewährten) Chemikalien hantiert. Hinsichtlich Verbraucherschutz und Anwendungssicherheit ist es schlicht eine Frechheit, die Inhaltsstoffen nicht zu deklarieren. Was für jedes Lebensmittel inzwischen vorgeschrieben ist, kann für diese Anwendung offensichtlich vom Gesetzgeber noch geduldet werden !
ZitatNutze nicht alle Medis durcheinander, sonst kann der Schuss ganz schnell nach hinten losgehen, und du plättest dein Becken. Auch deine Methoden, Ozon aus, Medis rein, Ozon wieder an, dann wieder aus, sind nicht von Vorteil. Nur mal so als Hinweis.
Richtig. Verständlich ist das nur aus Unsicherheit und dem Gefühl, es verrint die Zeit mit einem vermeidlich unwirksamen Mittel. Dann kommt man oft in Versuchung, verschiedene Mittel und Inaktivierungsverfahren (UV, O3) zu kombinieren (...viel hilft viel..). Hier kann man großen Schaden anrichten bzw. kann sich die Wirkung der Einzelpräparate gegenseitig aufheben und die Fische nur unnötig belasten.
Fischsuppe:
Zitat....mein Abschäumer hat mir nach der Ektozonzugabe auch ca. 100 Liter ins Wohnzimmer gepumpt....nach gerade erfolgter Renovierung! War echt heftig, habe fast 24 h neben dem Becken gesessen und den AS kontrolliert!
Da hier aus dem Ektozon zusätzlich Sauerstoff freigesetzt wird, kann das zu zusätzlicher Schaumbildung und damit zum Überlaufen des Abschäumers führen...
Gerd Guddat:
ZitatChemische Mittel wie Ektozon gehören "wenn" in ein Quarantänebecken
aber "niemals" ins Hauptbecken !
Ektozon ist sicher von den div. Mitteln noch eine der harmlosesten Chemikalienmischungen, wenn man die Rezeptur betrachtet. Fast alle Verbindung kommen auch im Meersalz vor und die -borate und -peroxide zerlegen sich relativ schnell in harmlose Verbindungen. Wenn alle Bewohner es mitmachen - why not ? Aber jedes Mittel muß neu bewertet werden hinsichtlich seiner "Schadwirkung".
Gerd Guddat:
ZitatWas man auch noch machen kann ist folgendes.
Ein paar Tropfen von Tetra (Medica) MarinOopharm (Breitbandmedikament) auf aufgetautes Frostfutter geben,
ziehen lassen. Am besten geht Krill, werden zwar Blau, aber egal. Dann verfüttern.
Enthält iin 100ml: Chininhydrochloriddihydrat 0.5 gr., Benzyldodezyl-bis-ammoniumchlorid 0.2 gr., 9-Aminoacridinhydrochlorid 0.1 gr., Hexametylpararosailin 0.03 gr.
9-Aminoacridinhydrochlorid: Zitat aus dem Material Safety Data Sheet: Oral, mouse: LD50 = 78 mg/kg;
https://fscimage.fishersci.com/msds/35329.htm
Hier haben wir einen Cocktail aus schwach toxischen Substanzen, die alle eine gewisse Wirkung gegen Bakterien und Protozoen besitzen. Ob man diese Stoffe unbedingt verfüttern sollte, muß jeder selber entscheiden. Es mag sehr gut wirksam gegen Fischparasiten sein, aber der Fisch bekommt zumindest Probleme mit seiner Leber und evtl. anderen inneren Organen. Fische können chronische Vergiftungen evtl. besser tolerieren als z.B. Säugetiere, aber ein LD50-Wert bei der Maus von 78 mg/kg Körpergewicht ist schon ziemlich toxisch. d. h. bei dieser Dosis sterben 50 % der damit gefütterten Mäuse. Wie gesagt, Fische vertragen u.U. mehr davon, bis es zu Langzeitschäden oder Todesfälle kommt, aber gesund ist das gerade nicht...
Adrian Golumbovici :
ZitatNaja... Als zwischen Info. Ich habe mit der Firma Hobby telefoniert und habe zu hören bekommen das Ektozon bei Oodinium gar nicht hilft, und das genau der Grund ist wieso sie Oodinium nicht auf die Parasitenlisten gegen welchen Ektozon wirkt aufgenommen haben. Jetzt weiss ich auch wieso es bei mir nicht geholfen hat... unglücklich
Ektozon wirkt unspezifisch gegen div. Pilze und gegen Protozoen und kann daher evtl. auch Oodinium angreifen. Da es aber keine gesicherte systematische Wirkung gegen Oodinium besitzt, ist die Aussage der Firma o.k. - andere versprechen alles und dann wirkt es nicht - dann besser so !
Vor jeder Behandlung sollte man eine Strategie festlegen:
1. möglichst genaue Diagnose - dann überlegen - wie gehe ich vor ?
2. alle unterstützenden Techniken wie UV und Ozon auch einsetzen und zwar permanent , um die Erreger abzureichern.
3. Nur ein Mittel ins Wasser bzw. nach Herstellerangaben kombinieren. Nicht Farbstoffmittel mit sauerstoffabspaltenden Mitteln kombinieren. Wenn ich keine genaue Diagnose kenne, ein Breitspektrummittel einsetzen - auch wenn es nicht so wirksam ist. Mittel ohne Inhaltsangabe sind nicht seriös, dann muss es zumindest "nachweisbare Quellen" für eine erfolgreiche Anwendung geben.
4. Die meisten Fischkrankheiten sind unmittelbare Folge von "schlechten" Haltungsbedingungen, daher alle Wasserwerte checken, ob hier nicht die Ursache zu finden ist.
Grüße
Salvelinus
