Beiträge von Torsten Sause

    Hallo Rüdiger,

    die äußeren Kiemenspitzen sind hier weiß und nicht mehr durchblutet. Das sieht aus wie eine lokale Kiemennekrose.
    Machen kann man da nichts. Normalerweise, wenn der Fisch eine gute Konstitution besitzt, wird das Gewebe dort irgendwann abgestoßen bzw. bildet sich neu. Woher er das hat ist schwer zu sagen ? Bei Inzucht- Nachzuchttieren findet man solche Befunde häufiger (Kiemendeckel zu kurz, äußere Kiemenbögen entzündet bzw. nekrotisch durch übermässige mechanische Reizungen) - aber den Chelmon hast Du sicher nicht gezüchetet :grinning_squinting_face: - daher beobachten und abwarten, wie es sich entwickelt. Auf dem toten bzw. geschädigten Gewebe siedeln sich manchmal Pilze (sichtbare wattebauschähnliche Gebilde) an, die man mit Ektozon oder Sera Ektopur evtl. beeinflussen kann. Beide Mittel können auch ins Korallenbecken gegeben werden.

    Hallo Thomas,

    das ist schön, dass es dem tollen Angler wieder besser geht - evtl. regenerieren sich die Augen noch. Bzgl. des Hummers würde ich eher tippen, dass er das Opfer des Antennarius wird (22 cm zu 10 cm) und nicht umgekehrt. ! Es ist unglaublich, welche Fischgröße mein nur 10 cm großer Angler bereits verschlingt. Ich würde da nichts riskieren, zumal sich der Angler bei dieser sperrigen Beute auch verletzen kann.

    Hallo Björn,

    es ist sicher nicht auf andere Fische übertragbar. Es gibt noch eine andere Möglichkeit, die aber relativ selten auftritt. Manche parasitäre Wurmlaven wandern durch das Gewebe und verkapseln sich dann als "Beule" an exponierten Stellen außen am Fischkörper. Also beobachten und bitte berichten, wie sich die Geschichte weiter "entwickelt".

    Hallo Björn,

    ich nehme an, Du meinst das Gebilde zwischen den Augen - auf dem Foto ist es als weißliche "Beule" zu erkennen ?
    Nun, das kann von einem Kopfstoß gegen Steine/ Korallen herrühren mit einem daraus entstandenen Entzündungsherd - es kann aber auch ein sich ausbildender Tumor sein. Behandeln kann man da zunächst mal nichts - daher abwarten und beobachten. Evtl. bildet sich die Geschichte wieder zurück ?

    Hallo Thomas,

    Du kannst beide parallel anwenden - aber ich vermute mal, dass nur die Anwendung von dem MarinOopharm bereits eine deutliche Besserung bringt. Nur wenn die Situation sich nicht innerhalb von 3-4 Tagen bessert bzw. sogar verschlechtert (Zustand Auge, Atemfrequenz stark erhöht), dann würde ich zusätzlich die Baktopur-Tabletten Typ "direkt" dem Wasser dazugeben bzw. die normalen Baktopur-Tabs zum Verfüttern in Futterfischen verstecken.

    Hallo Thomas,

    dem Fotos nach ist der Körper mit einigen Schleimhautablösungen überzogen. Das deutet eher auf eine parasitäre Erkrankung hin - kann aber auch in Begleitung einer bakteriellen Infektion sich so darstellen. Mit den genannten zwei Mitteln bekommt man das aber wieder weg.

    Das Auge sieht noch ganz gut aus, d.h. es ist eigentlich nicht mehr verschleimt als der restliche Körper. Ich würde nach dem "optischen Befund" und um ganz sicher zu gehen doch ein Quarantänebecken aufstellen. Da muss auch kein Osmosewasser rein, normales Leitungswasser + Salz reicht. Evtl. kannst du das Wasser auch aus dem Hauptbecken abzweigen und die Dichte darf danach nur ganz langsam reduziert werden - das stresst den Angler sonst noch zusätzlich.

    Da ein Angler hinsichtlich seiner Fütterung das Wasser kaum belastet, kann man das Q-Becken auch mit minimaler technischer Ausstattung betreiben. Ein Heizer, ein kleiner Filter (z.B. Eheim Aquaball) und Ausströmer reichen dazu. Abschäumer muss nicht sein und entfernt nur die Medikamente aus dem Wasser. Wasserwerte im Auge behalten und wöchentlich einen kleinen Teilwasserwechsel - mehr muss man eigentlich nicht machen.

    Dein Angler sieht trotz der Schleimhautablösungen super aus - tolles Tier !

    Und noch ein Tip: Auf gar keinen Fall ein Süßwasserbad durchführen - das würde ein Angler nicht überleben !!!

    Hallo Thomas,

    ein "Dauerbad" wäre zwar sehr viel effektiver, aber Du kannst es mit 30-60 Minuten Bädern probieren. Es gibt die Sera Baktopur Tabs auch zum Verfüttern. Für den Angler müßte man sie dann in einem toten Futterfisch "verstecken". Das wäre dann eine sehr effektive innere Behandlung gegen bakterielle Infektionen. Oft haben die Angler alle möglichen Parasiten auf "dem Pelz", daher macht auch die äußere Behandlung 2-3 x mit dem MarinOopharm Sinn. Viel Erfolg !

    Hallo Marcel,

    richtig, das ist ein Pilzbefall ! Es ist auch sehr typisch, dass sich der Befall an allen hervorstehenden Flossenstrahlen zeigt. Das findet man häufig nach Fangaktionen und kleineren Gewebeverletzungen der Flossenstrahlenenden.
    Da Du kein Quarantäebecken hast und zudem dafür erneut eine Fangaktion nötig wäre, würde ich den Fisch mit Ektozon oder Sera ectopur behandeln. Das sind beides Mittel, die eine gewisse Wirkung gegen diesen Pilz haben. Die Behandlung könnte schon ein paar Tage dauern. Gutes, vitaminreiches Futter (Pflanzenflocken von JBL) noch dazu und der Fisch müsste sich schnell regenerieren und den Pilz loswerden.

    Es wäre schön, wenn Du noch weitere scharfe Fotos machen könntest und die dann direkt auf den Foren-Server hochladen würdest. Im nächsten Jahr suche ich wieder solche Fotos, um weitere Behandlungsberichte zu erstellen.
    Vielen Dank ! :smiling_face:

    Hallo Thomas,

    ich pflege auch einen Antennarius, der mal schwer verletzt zu mir gekommen ist. Ich habe ihn damals mit Tetra MarinOopharm und mit Sera Baktopur direkt (Tabletten) behandelt. Beide Mittel sind gegen Bakterien gerichtet, das Mittel von Tetra beseitigt auch noch evtl. Hautparasiten. Ein sich eintrübendes Auge mit der Ursache einer bakteriellen Infektion müsste damit wieder regenerieren. Ein Antennarius ist normalerweise sehr robust mit seiner dicken Samthaut. Hast Du die Wasserwerte schon überprüft. Ist da alles o.k. ? Wenn das Verhalten anhält, würde ich ihn entsprechend behandeln. Er dürfte ja auch alleine im Becken wohnen ? Oder in ein Quarantänebecken. Die Behandlung solange fortsetzen, bis das Auge keine Trübung mehr zeigt und dann besser noch eine Woche dranhängen.

    Hallo,

    wenn er nur 4 Tage nichts gefressen hat, ist er sicher noch nicht verhungert. Hast Du die beiden oceallris kurz vorher neu eingesetzt ?

    Wenn Fische nicht mehr ihre normale Schwimmlage halten können und dann ab zu umherschiessen, ist das immer ein schlechtes Zeichen. Das kann dann aber von massiven Innenparasitenbefall, bakterieller Infektion der Schwimmblase bis zu Erkrankungen des Nervensystems so ziemlich alles sein. Behandeln kann man da nichts mehr.

    Hallo,

    leider kann man aus den Angaben keinen Rat ableiten. Etwas mehr Details wären schon notwendig (Gesellschaft bzw. andere Fische - fressen die alle auch nicht ?, Becken, Veränderungen, Neuzugänge, etc.).

    Ist der erste ocellaris verhungert, d.h. heißt er hat über mehrere Wochen nicht gefressen ? Wenn das Auge sich verkleinert, dann zeigt der Körper zuvor aber auch schon deutliche Zeichen einer Unterernährung ?

    Hallo Torsten,

    also ich würde auch eher auf eine mechanische Verletzung mit Focus auf eine Bissverletzung tippen. Bei einer bakteriellen Flossenfäule sind neben den Flossen auch meistens die gesamte Schleimhaut, die Kiemen und die Augen (Trübung) betroffen. Ein Bekannter von mir hat unlängst ein kleinen Barsch ( Pictichromis diadema) zugesetzt. Der hat dann in kürzester Zeit einen kleinen Lippfisch und zwei Grundeln an den Schwanzflossen solange angefressen, bis schließlich nur noch die Schwanzwurzel übrig blieb. Die Fische waren dann sehr eingeschränkt in ihrer Beweglichkeit und verstarben innerhalb weniger Stunden/ Tage. Erst als die Symptome und die Verluste weitergingen, konnte er zufällig die Attacken beobachten. Zuvor hatte er als Ursache für die Verluste Borstenwürmer, Anemonenvernesselung oder eine bakterielle Erkrankung vermutet.

    Normalerweise heilen derartige Verletzungen auch wieder aus, aber nur, wenn man die Ursache entfernt hat, damit der Prozess nicht fortschreitet.

    Hallo Bert,

    mechanische Verletzungen bei Raubfischen heilen i.d.R. sehr gut wieder ab. Ebenso kann ein Fisch, wenn er in guter Verfassung war, schon einige Zeit hungern, bevor er ernsthaft Schaden nimmt. Ich habe verletzte oder erkrankte Rotfeuerfische, Anglerfische und andere sehr bewegungsarme Fische schon öfter mit langen Pinzetten gefüttert, indem ich ihnen die Futterfische einfach vorsichtig gegen das Maul gedrückt habe. Meistens löst das einen Schluckreflex aus und man bekommt die Futterfische so hinein.

    Zitat

    Original von Azalee
    Ich frage, weil mir ein Händler erzählt hat, dass es sinnvoll sei, manche Fische grundsätzlich (am besten vor dem Einsetzen) zu entwurmen, weil sie anfällig für Würmer seien. Das hänge wohl auch vom Fanggebiet ab. Er dachte dabei allerdings auch an Würmer im Verdauungstrakt, also Darmwürmer.

    Viele Grüße,
    Christiane

    Hallo Christiane,

    es wäre ein optimaler Zustand, wenn man alle Fische, die man in sein Becken setzt, zuvor gegen Ekto- und Endoparasiten behandeln würde (könnte) und dann ein vollständig parasitenfreies Becken hätte. Aber das ist eher eine Wunschvorstellung. Ich nehme zwar auch jeden Fisch erst einmal in Quarantäne und gebe ein Mittel gegen Ektoparasiten. Aber vollständig parasitenfrei bekommt man die Fische auch im Hinblick auf Innenparasiten selten.

    Ich könnte natürlich auch die Frage stellen, warum der Händler die Fische nicht bereits prophylaktisch behandelt und sie dann als parasitenfrei anbietet ? Derartige Ambitionen und Überlegungen haben wir früher im Großhandel auch angestellt (Fische 1.Klasse, gesund und frei von ansteckenden Krankheiten). Leider hat der Markt das nicht honoriert. Die aufwändige Quarantänezeit mit einer 6 Wochen Prophylaxe gegen die häufigsten Parasiten kostet nunmal viel Geld - und das wurde nicht anerkannt. Es wird nur über den Preis verkauft. Fischen kann man leider kein Gütesiegel anheften. Daher ist das Problem weiter beim Aquarianer, die gesunden von den kranken Fischen zu unterscheiden und auch entsprechende Prophylaxemassnahmen durchzuführen oder einfach damit zu leben und Verluste mit einzukalkulieren.

    In div. wissenschaftlichen Untersuchungen wird immer wieder bestätigt, das ca. 85% aller Fische einer Population Parasiten mit sich tragen. Erst unter den suboptimalen Hälterungsbedingungen im Aquarium wirken sich diese "blinden Passagiere" dann teilweise verheerend aus. Im natürlichen Lebensraum ist der "Verdünnungseffekt" so groß bzw. fallen stark infizierte und entsprechend beeinträchtigte Fische sofort Fressfeinden zum Opfer, so dass hier meistens nur eine sehr geringe Befallsdichte vorliegt mit der die Fische leben und überleben können.

    Hallo Christiane,

    so etwas passiert bei den kleinen Baggern öfter und normalerweise heilt solch eine Verletzung von selbst wieder ab. Mit einer abwechslungsreichen Fütterung und ständiger Beobachung der verletzten Stelle bzw. Registrierung von Verhaltensänderungen hast du bereits alles getan, was man hier machen kann. Also vorerst mal abwarten, wie sich die Geschichte entwickelt...

    Hallo Christiane,

    die Anreicherung von Tremazol in Fischfutter und die Verfütterung sind sicher grenzlagig bei einem mit Stachelhäutern besetzten Korallenbecken. Der Wirkstoff Praziquantel tötet eben nicht nur Würmer ab (ich nehme an, Du willst damit Kiemenwürmer bekämpfen), sondern kann auch für andere Wirbellose Tiere tödlich sein. Der Wirkstoff wird u.a. auch mit dem Kot der Fische wieder ausgeschieden, die man zuvor gezielt mit Tremazol-getränkten Futter gefüttert hat. Und dieser Kot ist dann evtl. wieder ein "Leckerbissen" für Stachelhäuter. So kann dann die zuvor noch harmlose Fütterung plötzlich zu unerwarteten Verlusten führen. Besser ist natürlich die im Beipackzettel angegebene Kurzbadmethode. Aber dazu müsste man den Fisch erst einmal fangen... :smiling_face: und zudem muss man die Behandlung meistens noch einmal wiederholen, damit man alle Würmer erwischt.

    Zitat

    Original von Azalee

    Eine Frage zu diesem Thema habe ich allerdings selbst: Mein Händler hat mir empfohlen, die UV-C mind. 2 Wochen vor und nach dem Einsetzen neuer Fische laufen zu lassen, danach könne ich sie wieder abschalten, sofern alle Tiere gesund sind natürlich. Was haltet ihr davon?

    Zitat

    Original von Fischsuppe
    Ich hatte die UV aber auch direkt und nicht irgendwo im Bypass oder TB angeschlossen! Bei aufgetretenem Befall würde ich die UV mindestens noch 6 Wochen weiterlaufen lassen...zwei Wochen erscheinen mir zu wenig!

    Hallo Christiane,

    die Empfehlung deines Händlers kann man so machen, allerdings sind die 2 Wochen, wie Markus schreibt, sicher zu kurz, um die nötige Sicherheit zu haben. Gerade bei der Strategie, den Parasiten über eine UV-Abreicherung "auszudünnen", bis keine aktiven Schwärmerphasen mehr auftauchen, kann es bei nur 2 Wochen zu Rückschlägen kommen. Also lieber 6 Wochen durchlaufen lassen. Das heißt, noch mal 6 Wochen nach dem Auftreten des letzten weißen Pünktchens. Tritt zwischenzeitlich wieder etwas auf, verlängert sich die Frist entsprechend. Bei anstehenden Urlaubsreisen/ Abwesenheiten und zurückliegendem Fischbesatz würde ich die Anlage auch über die 6 Wochen hinaus durchlaufen lassen.

    Warum die Anlage 2 Wochen vor dem Fischbesatz laufen soll, ist mir allerdings schleierhaft. Das würde nur Sinn machen, wenn bereits eine Cryptocaryon-Infektion im Becken besteht. Dann sollte man aber nicht noch unbedingt weitere Fische dazu setzen, sondern diese Erkrankungen erst einmal sanieren! Erreger, die mit den neu gekauften Fischen ins Becken kommen, benötigen einige Stunden/Tage, bis sich die Infektion ausbreiten kann. Daher reicht es aus, die Anlage dann zu starten, wenn die Fische eingesetzt werden.

    Danach kann man allerdings den Bypass der Anlage nicht einfach nur per Kugelhahn abschalten und solange dort belassen, bis der nächste Fischeinkauf geplant ist. Es würden sich mit der Zeit unschöne Beläge auf den Glasröhren bilden, die später die Effizienz beeinträchtigen. Evtl. kann man die Anlage über Schnellkupplungen anhängen und in der Ruhezeit einfach ein entsprechendes Schlauchstück mit Kupplungen anstatt des UV-Brenners reinhängen.

    Wie zuvor schon geschrieben, ist es bei dieser Methode besonders effizient, wenn die Anlage überdimensioniert ist. Das hohe Vernichtungspotential einer solchen Anlage schafft schnell wieder pünktchenfreie Verhältnisse und da sie nicht ständig mitläuft, ist die Sache auch sehr wirtschaftlich.

    Hallo Petra,

    es wäre sehr hilfreich, wenn Du ein Bild einstellen könntest.
    Ich vermute mal, das Auge sieht jetzt so aus, wie auf dem Bild in dem folgenden Link.

    bakterielle Infektion des Auges -das Bild zeigt allerdings einen Süßwasserfisch, der optische Befund ist aber identisch.

    Zur Unterscheidung: das Auge ist nicht besonders hervorgetreten und sieht so aus:
    Glotzauge

    Wenn längere Zeit eine Cryptocaryon-Infektion vorherrscht und immer wieder Hautläsionen über den Parasiten verursacht werden, so wird u.a. auch oft das Auge mit befallen. Der Parasit hinterläßt dabei Wunden in der Hornhaut und diese werden oft von Bakterien besiedelt, was dann zu einer Trübung führt.
    Wenn man diese Trübung behandelt, geht sie meistens schnell zurück. Erschwerend kommt natürlich hinzu, dass die Cyrptocaryon-Infektion immer noch begleitend anhält und ebenfalls behandelt werden müsste.
    Die besten Überlebenschancen hat er jetzt in einem Quarantänebecken, wo er ohne Rücksicht auf niedere Tiere gut behandelt werden könnte. Ich wurde mit Tetra MarinOopharm behandeln und evtl. zusätzlich mit sera baktopur direct - Tabletten.

    Ein Fisch findet sein Futter u.a. über die Augen und über den Geruchssinn. Beides kann von der aktuten Infektion evtl. beeinträchtigt sein.
    Aus der Ferne kann ich natürlich schlecht beurteilen, wie es um deinen Patienten bestellt ist. Solange er aber noch eine Heilungschance hat, sollte man sie nutzen. Fische sind manchmal unglaublich regenerationsfähig. Falls es aber doch notwendig sein sollte, den Fisch zu töten, dann empfehle ich Dir diese Hinweise.

    Hallo Daniela,

    das Thema ist hier schon richtig !
    Eine permanente UV-Bestrahlung des Aquarienwassers im Bypass reduziert, wenn es richtig gemacht wird, die sich neuentwickelnden Schwärmerstadien von C. irritans (Weißpünktchenkrankheit). Ebenso verhält es sich mit anderen Parasiten, die frei im Wasser schwimmende Stadien ausbilden. Auf lange Sicht ist es durchaus auch möglich, die Krankheitserreger aus einer Kombination von UVC und einer turbulenten Wasserströmung im Becken soweit auszudünnen, dass irgendwann eine Infektion vollständig erlischt. Wer häufig Fische nachsetzt ohne vorgeschaltete Quarantäne sollte unbedingt eine UVC-Anlage betreiben. Sonst spielt man schnell russisches Roulett mit seinem Fischbestand, da man nie weiß, ob nicht auch Parasiten mit eingekauft wurden. Nur bei Brooklynella hostilis (Anemonenfischkrankheit) ist UVC relativ unwirksam, da sich der Erreger direkt auf der Schleimhaut vermehrt und nur in sehr geringer Anzahl im freien Wasserr vorkommt.

    Wichtig ist eine möglichst lange Kontaktzeit der UVC-Strahlung mit dem Parasiten. Es reicht, wenn ca. 50% -100% des Beckenvolumens / Stunde umgewälzt werden. Bakterien sterben relativ schnell ab, Parasiten sind allerdings wesentlich resistenter gegenüber UVC-Strahlung. Es macht auch durchaus Sinn, die UV-Anlage etwas größer zu nehmen, als vom Hersteller angegeben. Die UV-Röhren altern und manche haben eine Halbwertzeit von nur 6 Monaten bei Dauerbetrieb. Hier sollte man also unbedingt die Röhren nach Herstellerangabe rechtzeitig wechseln. Gute und bekannte Herstellersind z.B. Deltec und HW.

    Hallo zusammen,

    die Putzarbeit von Putzerlippfischen und Putzergarnelen ist inzwischen wissenschaftlich untersucht worden. Dabei kam leider heraus, dass sich diese Putzertätigkeit "nur" auf kleine parasitäre Krebschen (Fischläuse) und andere Parasiten auf der Hautoberfläche (z.B. Egel) beschränkt. Der Erreger der Weißpünktchenkrankheit sitzt aber in der Schleimhaut. Dort richten die Putzhelfer nichts mehr aus - leider.

    Fachbericht C. irritans - Weißpünktchenkrankheit - ab Punkt 8

    Hallo,

    es gibt im Handel eigentlich kein Fischfutter zu kaufen, welches nicht mit Vitaminen und Spurenelementen angereichert ist (Ausnahme Naturfutter bzw.Frostfutter) - aber selbst hier geht der Trend immer mehr in Richtung künstlicher Anreicherung mit Vtaminen. Inwieweit dann die Vitamine in diesem Futter noch verfügbar sind, ist eine andere Frage. Grundsätzlich werden unsere Fische wahrscheinlich inzwischen eher über- als unterversorgt mit Vitaminen.

    Wenn wir den Befall mit Cryaptocaryon bei einem 6 cm großen Lippfisch mit einem 1,80 m großen Menschen vergleichen, so hätte der Mensch am Anfang der Infektion ca. 20-200 ungefähr 3 mm große Parasiten (Schwärmer) auf der Haut und in der Lunge sitzen, die dann zu ausgewachsenen Parasiten von ca. 3 cm Größe heranwachsen, irgendwann abfallen und riesige Löcher hinterlassen. Diese Löcher würde sich entzünden und starke Schwellungen und Schmerzen verursachen. Zudem wäre die Atmung stark beeinträchtigt. Hustenanfälle und Atemnot wären die unmittelbaren Auswirkungen. Bildlich gesehen könnte man die Infektion mit einem massiven Befall von Riesenzecken gleichsetzen. Wer käme hier auf die Idee, diese Infektion allein mit Vitaminpräparaten zu bekämpfen ?

    Eine Cryptocaryon-Infektion ist kein Schnupfen ! Das Immunsystem kann immer nur die Auswirkungen der Infektion abmildern (Hautläsionen, Sekundärinfektionen), die Infektion verhindern kann es nicht. Die häufig zu lesenden Vitamingaben sind daher nur bei Fischen mit Vitaminmangel angezeigt bzw. wenn erhöhter Vitaminbedarf infolge Stress usw. besteht. Aber auch hier ist der Bedarf minimal. Ein vom Hersteller angereichertes Futter erfüllt die dazu benötigte Vitamingabe bereits ausreichend. Ein selbst angereichertes Futer mit Sanostol oder Korvimin übertrifft den Vitaminbedarf sicher um das 100 fache.

    Warum macht man es dann ? Nun, meistens steht man beim Ausbruch dieser Infektion ziemlich hilflos da. Bestenfalls sind die richtigen Abreicherungstechnologien bereits im Einsatz (starke Strömung und UV-Brenner) und damit hat der Fisch eine gute Überlebenschance. Dann gibt man etwas Vitamine und Knoblauch und beruhigt sich selbst und hofft, dass der Fisch es überlebt und die Infektion sich nicht ausbreitet. Hat es dann geholfen, dann war es sicher nicht der UV-Brenner, sondern die tägliche Vitamingabe. :smiling_face:

    Wenn die Infektion aber eskaliert, dann retten Vitamine und Knoblauch die Fische nicht vor den Parasiten. Ohne gezielte Therapie sind sie dann meistens verloren. Vor dem Einsatz von chemischen Bekämpfungsmitteln schreckt man zurück, da dann das ganze Becken mit seiner niederen Tierwelt in Gefahr ist und die Folgen nicht absehbar sind. Zudem müsste man große Mengen an Medikamenten in die meist großvolumigen Becken schütten. Also lieber den Analogieschluss zu menschlichen Erkrankungen ziehen und diese Parasiteninfektion wie einen Schnupfen ansehen und auch so behandeln. Es ist eine sehr menschliche Verhaltensweise, die Zusammenhänge so zu sehen, wie man sie gerne hätte. Vitamine sind für mich gut, also helfen sie auch meinem Fisch gegen alles, was da so kreucht und fleucht... :smiling_face:

    Sehen wir die Vitaminegabe als das an, was sie ist. Eine kleine Unterstützung im Kampf gegen die Parasiten - aber kein Heilmittel und auch kein Wundermittel.

    Hallo,

    ich habe mal versucht, in der wissenschaftlichen Literatur über Hydrozoen, Medusen usw. in Erfahrung zu bringen, ob derartige Dauerformen, die bei Trockenheit gelagert werden können, bereits beschrieben sind, was man bei der Lebensweise und Morphologie der Nesseltiere nicht gerade erwarten würde. Nun die Ausbeute war nicht gerade überwältigend. Zwar gibt es ein Fülle von Berichten, die über Ruheformen (resting stages) berichten, aber nichts über Instant-Medusen-Eier.

    U.a. gibt es Berichte über Medusen in der Nordsee, die sich bei schlechten Umweltbedingungen (Temperaturen, Nahrungsangebot) in unterschiedliche Vermehrungsformen an diese Umwelt angepaßt haben. Allerdings gibt es keinen Hinweis auf Dauerformen, die eine Trockenheit so wie die Artemia Eier überstehen. Auch die Suchkombination Artemia und Hydrozoen, Medusen ergab zuerst wieder Hinweise auf Dauerformen - dann bei tieferer Recherche wiederum keine Aussage hinsichtlich Überleben als Dauerstadium bei Trockenheit.

    Mit dem Suchbegriff Aquaristik und Aquakultur findet man schließlich vereinzelt Berichte über das spontane Auftreten von diesen Mini-Medusen. Manchmal werden sie in Verbindung mit den Artemia-Krebschen gebracht, ohne das dafür ein wissenschaftlicher Nachweis erbracht wurde.

    Ausschließen kann man diese Möglichkeit (trockenresistente Dauerformen analog zu Artemia-Eiern) sicher noch nicht, auch wenn die restliche Medusenliteratur dazu nichts hergibt. Andererseits sind frisch geschlüpfte Artemien die Hauptnahrung bei der Medusenzucht und werden hervorragend angenommen. Vielleicht kommt so der Jäger (Meduse) zur Beute (Artemia) und das ganze Phänomen beruht auf Verschleppung winziger Medusen bzw. Polypen. Normalerweise finden diese kleinen Geschöpfe kaum Beachtung und werden in unseren turbulenten Meeresaquarien sicher nicht weiter auffallen und wahrscheinlich bei Fischbesatz auch sofort gefressen. Erst wenn man sie in ruhigere "Gewässer" verschleppt, wird man ihrer Gestalt gewahr. Wie auch immer, ein schönes spannendes Rätsel, welches auf seine Aufklärung wartet...

    Hier habe ich beispielhaft mal zwei Quellen aufgeführt, die aber nicht die Erkenntnis gebracht haben, die ich eigentlich gesucht hatte :loudly_crying_face:

    Zitat

    The Aquarium was buying artemia eggs from San Francisco, and the eggs were mixed with hydroid resting stages. Giorgio described the cycle of that hydroid in the paper:Quelle


    Medusen im Aquarium - eine unerwartete Überraschung

    P.S.: Wenn sich die Mini-Medusen mit dem Sera Artemia Mix Brut Set reproduzierbar darstellen ließen - könnte Sera auf eine neue Geschäftsidee kommen. Man nehme ein Nano-Becken, dazu das Brut Set und hätte ein tolles Nano-Quallenaquarium, indem die Quallen inkl. Futter anwachsen. Das würde sich ein Renner auf der nächsten Interzoo :D.

    Zitat

    Original von bouncer
    Ich habe auch den Tip bekommen, den Doc rauszufangen und mit Jod-Tinktur die Schnauze zu betupfen. Meint ihr, daß sollte ich machen? Oder ist das völliger Blödsinn?

    Hallo,

    in Ergänzung zu Peter: wenn Du das machst, wird er wahrscheinlich überhaupt nicht mehr fressen. Ich würde mit einer Ladung Jodtinktur im Mund erst mal auf Diät gehen :D.

    Zitat

    Original von MarkusK
    Hallo Torsten,

    JBL Novo vert ist das Flockenfutter das ich zwischenzeitlich schon seit 1 1/2 Jahren nehme. Kommt sehr gut an....

    Grüße

    Markus

    Hallo Markus,

    ja bei mir wird es auch gern gefressen und es ist endlich mal viel pflanzliches Material drin und handelt sich nicht nur um grün angestrichene Shrimps :D.

    Hallo Markus,

    ich habe zwischen deine Fragen geschrieben. Du benötigst noch eine pH 7 und pH 9 Eichlösung. Mit pH 4 kannst Du wenig anfangen.


    Zitat

    Original von Horst-J.
    Hallo Klaus!
    Ich hab hier die Veggie Flakes von Söll,aus dem Futterhaus. Da gehen meine gut ran...

    Hallo,

    diese Flakes von Söll habe ich auch und sie werden super angenommen.
    Viele im Handel befindlich "Pflanzenflocken" fangen leider in der Deklaration der Inhaltsstoffe an mit: Fischmehl und tierische Nebenprodukte. Da der mengenmässig stärkste Anteil immer zuerst genannt werden muss, frage ich mich oft, was sich ein Hersteller dabei denkt, wenn er ein Futter auf tierischen Proteinen aufbaut und ihm dann als i-Tüpfelchen eine grüne Farbe über Farbstoffe verpaßt, einige Algen zumischt und das Gesamtkunstwerk dann als Pflanzenflocken anbietet.

    edit: Bei den Söll-Flocken habe ich mich ganz schön täuschen lassen. Sie bestehen aus:
    Ganzer Lachs, Heilbutt, ganzer Hering, frischer Kelp, Weizenmehl, und folgen damit dem Pflanzenflockenfutterschema anderer Hersteller. Trotzdem stellen sie sicher ein wertvolles Futter dar, welches aber für den gelben Doc nicht als Alleinfutter verwendet werden sollte. Zum Aufpäppeln ist es aber gerade richtig. Bemerkenswert ist hier der hohe Anteil an Astaxanthin, ein natürlicher (Krebstier)-Farbstoff für farbenprächtige Fische und der sehr hohe Fettanteil für ein Trockenfutter (18%). Daher auch der Hinweis auf der Dose, das Futter nach Anbruch kühl zu lagern.Ebenso bemerkenswert ist der relativ geringe Weizenmehlanteil, welches wohl als "Kleber" und Füllmaterial für die Flockenherstellung dient. Trockenfutter anderer Hersteller enthalten meistens wesentlich mehr Mehlanteile.

    Beim Novo Vert von JBL sieht die Zusammensetzung so aus: Getreide, Gemüse, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Fisch und Fischnebenerzeugnisse, Krebstiere, Hefen, pflanzliche Proteinextrakte sowie Algen. Von der Zusammensetzung hört sich das schon eher nach Pflanzenfutter an, auch wenn es überwiegend aus Getreide und Gemüse besteht - also eher ein Mäusefutter :grinning_squinting_face:

    Beim GVG-mix marin von Sera sieht die Zusammensetzung so aus: Fischmehl, Weizenkeimmehl, Weizenstärke, Weizenkleber, Mehl von dehydrierten Tang (Phaeophyta), Spirulina-Algen, Ca-Caseinat, Krillmehl, Zooplanktonmehl, gerfriergetrocknete Cyclops, gefriergetrocknete Shrimps, gefriergetrocknete Mückenlarven, Brennessel, Luzerne, Spinat. Da die Pflanzenanteile ziemlich weit hinten in der Deklaration kommen, sind sie mengenmäßig eher gering verteten und der Anfang mit Fischmehl und sehr viel Weizenbestandteilen ergibt eine Pizza mit Meeresfrüchten :D. Dieses Futter ist aber auch kein deklariertes Pflanzenfutter.

    Zitat

    Original von sWeed187
    Hi,

    habe mir heute einen Chaetodon kleinii gekauft.
    Hab ihn wie alle anderen Fische normal eingewöhnt, und selbst bei der eingewöhnung atmete er schnell und schwamm mehr seitlich als gerade.
    Kann ich ihm iwie helfen? was hat das zu bedeuten?

    Grüße,

    Udo


    Hallo Udo,

    was heißt "normal eingewöhnt" ?

    Wenn ein Fisch bei der Anpassung der unterschiedlichen Wasserzusammensetzungen (Tröpfchenmethode) im Transportbeutel oder Eimer Stress-Symptome zeigt, ist das normal. Das ein gesunder Fisch aber nach dem Kauf direkt während der Eingewöhnung umkippt, ist höchst ungewöhnlich. Ich habe aber schon erlebt, dass die Eingewöhnung so lange (zu lange) durchgeführt wurde, dass der Fisch letztendlich unter massiven Sauerstoffmangel litt, hechelnde Atmung zeigte und sich schließlich zur Seite legte, ohne das der Besitzer diesen "Notstand" des Fisches in der Folge dann richtig interpretiert hat. Wenn das passiert, dann hilft nur noch das sofortige und direkte Umsetzen ins Aquarium. Der potentielle geringe osmotische Schock ist absolut unkritisch - Süßwasserbäder führen wir schließlich auch durch und dort muss ein Fisch wesentlich mehr "ertragen". Meistens erholt sich der Fisch in dem sauerstoffreichen Becken nach kurzer Zeit wieder.

    Ein Tierarzt könnte hier wahrscheinlich gar nicht helfen - per Ferndiagnose bei einem vorher gesunden Fisch bleibt eigentlich nur, die Ursache im Wasser bzw. bei Wasserparametern zu suchen (Sauerstoff, Giftstoffe, Temperatur).

    Zitat

    Original von MarkusK
    Hallo,

    hab die Erfahrung gemacht, dass die gelben Docs zwar auch sehr gerne Frostfutter fressen, aber richtig was auf die Rippen bringt man bei denen nur mit Flocken und Co.
    Also neue magere gelbe Docs füttere ich immer massiv mit Flocken, dann sind sie bald ok.

    Hallo,

    ich kann die Erfahrungen von Markus nur bestätigen. Mit Pflanzenflocken bekommt man sie schnell "rund". So wie der Maulbereich aussieht, würde ich auch auf eine mechanische oder chemische Beschädigung im Maulbereich schließen, sofern der Fisch nicht irgenwo am restlichen Körper rötliche Stellen aufweist. Die gelben Docs neigen leider bei Ernährung mit übermäßig tierischen Proteinen zu einem Krankheitsbild, bei dem rötliche Stellen bzw. rote Äderchen im Gegenlicht erkennbar sind. Dann hilft nur noch viel pflanzliche Kost (Algen oder algenhaltiges Flockenfutter). Wenn er plötzlich mit den aktuell sichtbaren Symptomen nicht mehr frißt, dann kann man nur hoffen, dass diese Entzündung im Maulbereich schnell wieder abklingt und er nicht verhungert !

    Hallo Paulie,

    ich habe meine Antworten unten rein geschrieben. Es wäre wirklich besser, wenn man nach einer derartigen Infektionsgeschichte erst mal einige Wochen vergehen läßt und sicher geht, dass die Krankheit erloschen ist. Wie ich aber in einem anderen Thread sehe, möchtest Du evtl. schon wieder Fische von der Fisch&Reptil kaufen. Etwas weniger Ungeduld und es würden mehr Fische überleben und die Freude an der Meeresaquarisitk hält länger an. :smiling_face:


    Hallo Paulie,

    die anderen Fische werden die Punkte auch bekommen bzw. müssten sie schon haben. Je nach Pigmentierung sind die Pünktchen manchmal schwer zu erkennen. Bodenbewohende Fische, wie die meisten Grundeln, werden leider bevorzugt infiziert. Bevor Du weitere Fische nachsetzt, würde ich jetzt erst einmal eine längere Pause machen und die Sache weiter beobachten. Hast Du eine UV-Anlage mitlaufen ? Wenn nein, würde ich vor einem weiteren Fischbesatz mein Geld eher in eine gute UV-Anlage investieren. Damit kann man derartige Infektionen besser kontrollieren.

    Hallo Paulie,

    die kleine Grundel hat es ziemlich schlimm erwischt. Das was an Pünktchen auf der Haut sichtbar ist, ist sicher auch auf den Kiemen und erschwert die Atmung des Fisches erheblich. Sabine hat bereits den Link für die Eigen-Herstellung von Medizinalfutter angegeben. Dort steht im Prinzip alles drin, um eine sehr effektive Behandlung von "innen" durchzuführen. Trotzdem sehe ich die Sache in diesem Stadium als sehr kritisch an, da es nicht sicher ist, dass die Grundel noch genügend Nahrung aufnimmt und Du in kurzer Zeit noch das Futter herstellen kannst. Ersatzweise kannst Du auch alle anderen Fischmedikamente, die Malachitgrünoxalat enthalten, verwenden. Es zählt die Zeit - je schneller es verfügbar ist, umso besser.

    Bei einem massiven Befall ist es evtl. auch möglich, die Grundel heraus zu fangen und separat in einem kleinen Quarantänebecken zu behandeln (falls Du so etwas hast ?). Sie dürfte mit dieser starken Infektionsrate nicht mehr sehr schnell wegschwimmen. Im Q-Becken wären die Behandlungsmöglichkeiten ungleich besser (z.B. mit Tetra MarinOomed oder anderen gegen Cryptocaryon irritans gerichtete Mittel).

    Die großen weißen Punkte, die man auf dem Foto gut erkennen kann, werden in den nächsten 24-48 Stunden verschwinden und sofern die Grundel dann noch lebt, um Faktor 10-100 erhöht nach einigen Tagen wieder auftreten. Das wäre dann allerdings nicht mehr zu schaffen. Hast Du noch andere Fische im Becken - wenn ja, wie sehen die aus (Pünktchen ?) ?

    Hallo René,

    da Silence damals sehr viel Zeit und sicher auch Geld investiert hat, um die genaue Ursache der Erkrankung zu finden, habe ich daraus die erste"Krankengeschichte" erstellt und im Forum unter Fischkrankheiten eingestellt.

    Da wir leider noch sehr wenig über Erkrankungen bei Seepferdchen wissen und der Befund über eine Untersuchung in einem Labor abgesichert wurde, sollte er für ähnliche Fälle dokumentiert und veröffentlicht werden. Die Fotos sind hier ebenfalls zum Vergleich enthalten. Leider hat das damals den erkrankten Seepferdchen nichts mehr genutzt.

    Krankengeschichte

    Hallo Micha,

    leider ist die Bildquaität nicht so gut, dass man es eindeutig identifizieren könnte. Da es aber in beiden Fällen nur an den äußeren Flossenstrahlen bzw. Kiemenstachel zu sehen ist, würde ich mal auf "Pilz" tippen. Diese Verletzungen an herausragenden Körperteilen der Fische sind normalerweise nach Fangaktionen bzw. Verletzungen nach heftigen und unkontrollierten Schwimmbewegungen häufig. Die Schleimhaut und das darunterliegende Gewebe wird dort verletzt bzw. brechen bei den Flossen die Flossenstrahlen am Ende ab und verpilzen dann sehr leicht.
    Ist der Fisch in letzter Zeit mit einem Kescher gefangen worden oder kann er sich am Riffgestein verletzt haben ?

    Behandlung:
    Ich würde erst einmal nur mit Ektozon oder Ectopur (Sera) behandeln. Beide Mittel schaden im Korallenbecken nicht und habe eine geringe Wirkung gegen Pilze. Das reicht dann meistens schon aus, um die Sache wieder in den Griff zu bekommen. Behandlungsdauer über mehrere Tage (5-7 Tage). Die Angaben auf der Packung sind meistens nur für Süßwasser angegeben - können aber für Meerwasser übernommen werden. Das Pulver vorher in etwas Aquarienwasser auflösen, nach 2 Tagen die Dosis um 50% reduzieren. Fisch beobachten, nach der Behandlung und bei guter Futterqualität sollte die Verpilzung nach ca. 2 Wochen wieder verschwinden.

    Zitat

    Original von Azalee
    Das Anreichern des Futters mit Malachitgrün macht ja leider nur Sinn, wenn man die betroffenen Fische gezielt füttern. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich verhindern kann, dass unsere beiden Lippis und drei Grundeln mitfressen

    In dem sehr begrenzten Raum des Aquariums sind eigentlich immer alle Fische mitinfiziert. Auch wenn man es optisch nicht immer und bei jeder Spezies sofort wahrnimmt. Eine selektive Infektion nur von einigen Fischen gibt es so nicht. Evtl. reagieren einige Fischarten besonders empfindlich auf C. irritans. Daher führt auch nur die Therapie letztendlich zum Ziel, die alle Fische des Beckens mit einbezieht.

    Zitat

    Original von Azalee
    Leider weiß ich nicht, warum überhaupt die Pünktchen ausbrechen. Wir hatten das schon einmal bei neu eingesetzten Fischen (Gramma loreto), die letztlich nicht nur selbst starben, sondern auch drei weitere Fische mitrissen. Damals lief allerdings noch keine UV. Von der erhoffe ich mir, dass sie zumindest die Übertragung auf andere Fische verhindert. Trotzdem wüsste ich wirklich gerne, wie wir das in Zukunft verhindern könnten. Es ist ja quasi immer eine Zitterpartie, wenn neue Fische kommen...

    Die Pünktchenkrankheit kommt nicht wie oft vermutete mehr oder weniger aus dem "Nichts". Sie kommt immer mit ihren Wirten (Fisch) und in seltenen Fällen auch über eingebrachte Korallenableger oder eingebrachte Gegenstände, die aus infizierten Becken mit Fischbesatz stammen.
    Die meisten Aquarianer nehmen diese Krankheit leider nicht sehr ernst und verlassen sich auf die "Verdünnungsmethode" mittels UV-Anlage. Die entwickelten Schwärmer werden mit der Zeit immer mehr ausgedünnt und irgendwann ist im besten Falle der Infektionskreislauf unterbrochen und die Krankheit erlischt von selbst. Aber immer wenn es nicht optimal gegen den Erreger läuft, dann gewinnt er die Oberhand und es tritt ein plötzliches Fischsterben auf.
    Verhindern kann man diese ständig wiederkehrenden Infektionen nur mit drei einfachen Regeln:

    1.
    Das Hauptbecken muss vollständig saniert sein und absolut parasitenfrei sein, bevor neue Fische zugesetzt werden. Also eine gute UV-Anlage im Dauerbetrieb und es sollten mind. 6 Monate keine Pünktchen mehr aufgetreten sein.

    2. Alle neuen Fische kommen zunächst für 6-8 Wochen in ein ausreichend dimensioniertes Qurantänebecken und werden dort prophylaktisch gegen Ektoparasiten wirksam behandelt (z.B. mit Tetra Marin Oomed). Erst dann dürfen sie ins Hauptbecken, auch wenn es schwerfällt. Kein Händler kann absolut parasitenfreie Fische garantieren - auch wenn er es gerne möchte. Der dazu notwendige Aufwand mit längerer Quarantänehaltung und Prophylaxe ist bei ständigen Wechsel und Neuzugängen im Handel nur sehr schwierig zu erreichen. Und ob die Kunden diesen Mehraufwand bezahlen wollen, ist ebenfalls zweifelhaft.

    3. Es werden keine Gegenstände aus anderen Fischbecken eingesetzt. Korallen verbleiben ebenfalls einige Wochen in einem fischfreien Becken in Quarantäne - hier allerdings ohne Behandlung. Ohne die Anwesenheit eines Fischwirtes sind die Korallen dann nach 6 Wochen parasitenfrei.

    Du siehst, es ist ein ziemlicher Aufwand ein Becken parasitenfrei zu halten. Bei einem großen Becken mit einem entsprechend wertvollen Fischbestand ist der Aufwand aber sicher vertetbar.


    Zitat

    Original von Azalee

    Die Vermutung unseres Händlers ist ja übrigens, dass unsere Dichte zu hoch ist. Näheres dazu habe ich unter "Wasserchemie" in meinem Refraktor-Thread gepostet.


    Die Veränderung der Dichte beeinflußt lediglich die Zyklusrate der Parasiten, verhindern kann man sie damit nicht.

    Zitat

    Original von Azalee
    Ich gebe jetzt also Ektozon ins Becken (das Mittel haben wir hier). Da passiert dann aber nichts, gell? Also, an den Wirbellosen :winking_face:

    Es gibt inzwischen viele Aquarianer, die Ektozon ständig einsetzen. Es wurden bisher keine Schäden an Korallen beobachtet. Es wird bei Ektozon eine geringe Menge Phosphat mit eingebracht. Bei höherer Dosierung und längerer Anwendung sollte man das mit berücksichtigen und den Phosphatgehalt regelmässig überwachen.

    Hallo Christiane,

    statt Ektozon kannst Du auch Sera ectopur geben, welches ich persönlich für etwas wirksamer halte (=gleiche Wirkstoffe, aber etwas höher konzentriert). Allerdings darfst Du von diesen "korallenverträglichen" Mitteln keine Wunder erwarten.

    Wenn aktuell die Pünktchen gerade abgenommen haben, solltest Du die Geschichte weiter gut beobachten. Evtl. kommen sie in größerer Zahl zurück. Hast du eine UV-Anlage mitlaufen ?

    Mit Ektozon bzw. Ectopur kannst Du evtl. verhindern, das die Wunde verpilzt oder sich übermäßig mit Bakterien infiziert.

    Zu den Pünktchen kannst Du dir die folgenden Artikel durchlesen. Dort steht am Ende auch, was man noch zur Unterstützung machen kann. Eine wertvolle Unterstützung ist Beta Glucan, ein Immunstimmulanz aus der Apotheke (Kapseln). Man kann damit Frost- oder Trockenfutter anreichern. Ist allerdings nicht ganz billig.

    Weißpünktchenkrankheit
    Herstellung von Medizinalfutter

    Zu Aqua Safe hat Peter schon was geschrieben - und EasyLife bringt hier auch nichts.

    Hallo Gerd,

    ich muss gestehen, ein derartiges Krankheitsbild habe ich bisher weder bei einem Z. flavescens noch bei einem anderen Meerwasserfisch beobachtet. Diese schwarzen, traubenartigen Anhänge, dazu die deutlich sichtbare Entzündung der Haut und des darunter liegenden Gewebes sind bisher einzigartig. Meine Recherchen in einigen amerikanischen Foren blieben auch erfolglos. Für eine Pilzinfektion, die sich normalerweis mit weißlichen, watteähnlichen Gebilden darstellt, sieht es ebenfalls völlig atypsich aus. Es wäre spannend, einen Absrich davon unter dem Mikroskop zu betrachten. Evtl. hat Du die Möglichkeit im Rahmen der weiteren Therapie, zu der ich jetzt komme. Da die mir bekannten Parasiten ausscheiden, würde ich trotz der atypsichen Färbung und Struktur auf eine Pilzinfektion tippen. Daher bleiben zwei Therapieansätze:

    1. Man kann den Fisch separat in ein Quarantänebecken setzen (sofern er sich fangen läßt und ein adäquates Becken vorhanden ist). Bei der Fangaktion kann man den Fisch dann evtl. in eine flache Schale mit Meerwasser legen und mit der stumpfen Seite eines Messerrückens etwas von der schwarzen Substanz abschaben und das Wasser dann in eine saubere Flasche füllen und die "schwarzen Gebilde"beim Tierarzt kurz mikroskopisch beurteilen lassen. Ich würde dann ein Kurzbad mit Süßwasser durchführen (wie unter dem Kapitel Fischkrankheiten im Forum beschrieben). Weiterbehandlung mit einem Mittel gegen Pilze, z.B. JBL Fungol oder SERA ectopur.

    2. Der Fisch kann nicht gefangen werden. Dann würde ich mit SERA ectopur behandeln. Ersatzweise mit Ektozon. Beide Mittel sind wirksam gegen Pilze, schädigen dabei aber nicht die Korallen und die übrigen Meerwasserbewohner und können ohne Bedenken im Meerwasseraquarium eingesetzt werden.

    In beiden Fällen mit Vitaminen angereichertes Futter verabreichen (flüssiges Mulitvitaminpräparat aus der Apotheke oder Korvimin ZVT-Pulver vom Tierarzt) und zusätzlich eine Kapsel Beta-Glucan (aus der Apotheke), das ist ein Immunstimmulanz, dem Futter zusetzen.

    Bitte berichte weiter über den Fortgang und wenn möglich, mach weiter Fotos. Dieses Krankheitsbild ist doch sehr exotisch und sollte ausreichend dokumentiert werden.

    Hallo Martin,

    die Wunde sieht zwar schlimm aus, wenn er sich aber dadurch nicht beeinträchtigt zeigt, hat er eine gute Heilungsperspektive. Die Docs sind ziemlich zäh und stecken solche Verletzungen meistens gut weg.
    Gute Besserung und Kopf hoch !