Ok, danke für die Erklärung. Dann funktioniert er genau wie mein Nitratfilter, nur das Bakterienfutter ist ein anderes.
Zitat
Original von peter pigl
Dann ist eine permanente Überwachung und Regelung nicht mher nötig.
Das sehe ich allerdings ganz anders. Das Redoxpotential sollte man permanent messen. Wenn das zu weit fällt, muss wieder frisches Aquarienwasser reingepumpt werden. Nur so kann man sicher im richtigen aeroben/anaeroben Bereich bleiben.
Der Nitratabbau findet im Idealfall bei einem Redoxpotential von -250 bis -300 statt. Steigt der Wert über -200, findet kein Nitratabbau mahr statt, da genug freier Sauerstoff zum veratmen vorliegt. Fällt der Wert unter -300, entsteht der Geruch nach faulen Eiern und das Becken wird vergiftet.
Die Bakterienpopulation verhält sich aber so unberechenbar, dass man da ohne Regelung nicht rangehen sollte. Den Punkt, an dem der Filter sicher arbeitet, trifft man sonst nur mit viel Glück. Tropfenzählen hilft kaum, da man den aktuellen (und sehr schwankenden) Sauerstoffverbrauch der Bakterien nicht kennt. Anfangs verbrauchen die kaum etwas, so dass man kaum Wasseraustausch braucht. Mit Tropfenzählen wird man so immer im zu aeroben Bereich liegen und keinen Nitratabbau erzielen.
Nach einer gewissen Laufzeit wächst die Bakterienpopulation stark an. Dann kommt man leichter in die Phase, in der Nitrat veratmet wird, rutscht aber auch ruckzuck unter die -300 und vergiftet sein Becken.
Ich hatte die Regelung meines Filter immer protokolliert. Wenn man sich die Messkurve ansieht, ist es wirklich überraschend, wie stark sich die Regelfrequenz mit zunehmender Bakterienpopulation verändert. Das bekommt man durch Erraten des aktuellen Sauerstoffgehalts (nichts andres ist Tropfenzählen) nie auf Dauer in den Griff.
Ich hatte die Regelung per IKS gemacht und ihn so eingestellt, dass er bei -300 in Alarm gehen soll und die Regelung einstellt. Der Filter ist dann vom Becken isoliert und kein vergiftetes Wasser kann ins Becken gelangen. Dieser Alarm wurde tatsächlich einmal ausgelöst, als die Bakterienpopulation so weit explodiert war, dass sogar ein permanenter Frischwasserstrom das Abkippen ins anearobe nicht verhindern konnte. Ich musste dann das Bakterienfutter reduzieren und den Filter spülen. Mit einem nicht überwachten Filter hätte ich mir spätestens dann das Becken vergiftet.
Gruß
Stefan