Hi Thomas, da der Ralph ja nicht antworten kann, setzte ich seine Anwort rein.
Ich mein auch es so verstanden zu haben das danach keine weitere Antwort folgen soll oder wird.
Also Beginn:
Hallo Thomas,
Deine Fragen wiegen schwer und sind nicht einfach zu beantworten. Vieles wird nach meiner Antwort dennoch im Dunkeln bleiben. Warum, kann ich Dir hoffentlich verständlich machen.
Um einmal mit dem anzufangen was sich heute als guter Standard etabliert hat und wie es auch mit sehr großer Sicherheit immer noch empfohlen werden kann.
Das Aquarium so groß wie irgend möglich. Meine Empfehlung lautet demnach "nicht unter 350 Liter". Heizung, Strömungspumpen (10-12fache Umwälzung) und Eiweißabschäumer (eine Nummer größer als angegeben) und Kalkreaktor (bei abnehmenden Kalziumwerten) sowie verzicht auf Kalkwasser (wegen der Ausfällung von z.B. Phosphat als Kalziumphosphat). Ausreichende Beleuchtung (HQI ab 250 Watt, besser 400 Watt). Wöchentliche Wasserwechsel von etwa 3-5%, Zugabe von Jod und Spurenelementekomplexe nur 25% von der empfohlenen Dosis bei mittlerer Besatzdichte. Alle Parameter annähernd im optimalen Bereich. Gegenüber einigen anderen und erfolgreichen Aquarianer empfehle ich die Werte von Nitrat und Phosphat gegen null zu fahren, die Karbonathärte bei etwa 8° dH, pH bei etwa 8,0-8,4 bei Zugabe von CO2 über den Kalkreaktor kann der pH-Wert auch um 0,2 - 0,4 niedriger ausfallen.
Man kann fast eine Garantie geben, daß bei dieser Vorgehensweise der Erfolg nicht ausbleiben wird.
***Biologisch=besser ist eine falsche Gleichung, allen Grünen zum Trotz. Ich
suche nach einer Möglichkeit, die Tiere so zu halten, daß ihren Ansprüchen
besser Genüge getan wird.***
Wenn Du so wie oben angegeben verfährst ist das Bestmögliche getan !
***Je feiner der Bodengrund, um so mehr Bakterien wachsen dort. Zu dem
Zeitpunkt, wo MM aus der Tüte kommt, ist es tot. Wie sieht es aber 9 Monate
später aus? Diesen Zeitraum sieht der Hersteller als Einfahrphase. Sind die
von dir genannten Bakterienstämme wie Coli etc. ein Problem in Sandbett-
oder Algenfiltern? Oder vermutest du hier Probleme, die bei längerfristigem
Betreiben des EcoSystem auftreten könnten? Übrigens, ein biologisch
arbeitender Algenfilter kann wohl schlecht dunkel stehen. Es ist eine
Schande mit der Sprache, alles ist biologisch: Bakterienfilter,
Sandbettfilter, Jauberts System etc. Da sollten wir auf eine genaue Sprache
achten. Mit wir meine ich natürlich auch mich. Biofilter sind als
Nitratschleudern bezeichnet worden, genauso kann man Abschäumer als Killer titulieren.***
Feiner Bodengrund bietet sicherlich eine größere Siedlungsfläche, poröses Material aber auch. wenn es um Besiedlungsflächen geht, ziehe ich hochporösen Korallenbruch vor, als Bodengrund aber den Sand so fein wie möglich.
9 Monate Zeit zum Einfahren ist ein realistischer Zeitraum.
Bakterium Coli, Subtilis und Proteus sind keine substratgebundenen Bakterien, sie befinden sich frei im Wasser. Probleme können auftreten bei einer zu großen Population weil, wie schon geschrieben, Bakterientoxine abgegeben werden die je nach Menge für plötzliches Fischsterben verantwortlich sein können. In der Praxis konnte ich unerklärliche Todesfälle bisher aber noch nie eindeutig auf Bakterientoxine als Todesursache zurückführen. Andererseits muß ich aber auch nicht den Lebensraum für diese Bakterien noch willkürlich erweitern
Ein biologisch arbeitender Algenfilter kann natürlich nicht dunkel stehen sondern er wird in aller Regel beleuchtet. Überall wo Mikroorganismen ein Wirkfeld finden, wird die Beeinflussung als biologisch bezeichnet. Um Unterscheidungen erkennen zu können sollte man den jeweiligen Filter dann auch beim Namen nennen. Ein Riselfilter arbeitet auch biologisch als Ergebnis bleibt dann aber Nitrat übrig, eben die Nitratschleuder. Ein Nitartfilter arbeitet auch biologisch aber durch den Entzug von Sauerstoff wechselt Nitrobacter zur Nitratatmung, beim Schwefelfilter auf die Schwefelatmung usw. Wenn man das einmal durchschaut hat ist es nicht mehr so schwer zu verstehen. Mein biologisches Filtersystem produziert zunächst auch Nitrat welches aber nach einer genügend langen Einlaufzeit gleichzeitig veratmet wird. Die Nitratatmung entsteht durch die Fähigkeit nitrifizierender Bakterien bei fehlendem Sauerstoff die Nitratmoleküle aufzubrechen und den im Nitrat gebundenen Sauerstoff freizusetzen. Sauerstoff benötigen sie natürlich auch weiterhin. Genau so arbeiten die Schwefelbakterien und darum funktioniert auch ein Schwefelfilter als Nitratentferner. All diese Bakterien sind Substratgebunden, sonst brauchte man nicht für die entsprechenden Materialien zur Besiedlung durch die Bakterien zu sorgen. Das geht natürlich auch mit künstlichem Material wie den Biobällen oder ähnlichem, sogar mit Filterwatte aber die Siedlungsfläche ist im Verhältnis zu natürlichen Materialien wie z.B. Korallenkies sehr gering. Während des Wirkens der Bakterien entstehen immer ganz geringe Säuremengen die von Kunststoffen nicht adsobiert oder gepuffert werden können sehr wohl aber bei korallinem Material wie Korallensand oder Korallenbruch.
Was den Abschäumer betrifft bin ich der Meinung, daß dem Aquariumplankton eine zu große Bedeutung zugemessen wird. Hier müssen Prioritäten gesetzt werden und die bestehen beim Schäumer darin alles aus dem Kreislauf zu entfernen was ansonsten zur Erhöhung von Schadstoffen z.B. Nitrat führen kann. Die durch den Eiweißabschäumer ebenfalls entfernten Spurenelemente kann man sehr leicht durch die handelsüblichen Komplexe wieder nachdosieren und bis man das notwendige Fingerspitzengefühl dafür bekommt wieviel denn nun im eigenen Aquarium dosiert werden muß, verläßt man sich auf die Angaben die damit erfahrene Aquarianer geben. Auch der regelmäßige Wasserwechsel führt verbrauchte oder entfernte Elemnte wieder zu.
***Bakteriendichte und Zooplankterreichtum sind doch Vorteile von nicht
physikalischen Filtersystemen.***
Wie schon weiter oben geschrieben bin ich der Meinung das da eine Überbewertung stattfindet. Die Ideale Zusammensetzung wie in der Natur wird es im Aquarium nicht geben. Schon alleine aus der Erkenntnis heraus, daß in Korallenriffen teilweise unterschiedliche Kohlenstoffeinträge erfolgen in der freien unbelasteten Hochsee sind die Werte aber gleichbleibend und stabil.. Zahlen die das belegen gibt es zwar sind aber nicht nutzbringend im Meerwasseraquarium anzuwenden, da schon der Eintrag von verschmutzter Luft nicht kalkulierbar ist.
***Nitrosomonas und Nitrobacter eliminieren keinen Stickstoff. Ich schrieb, daß die ununterbrochene Beleuchtung dafür sorgt, daß sie weniger NO3
produzieren, ihnen fehlt ebenfalls dei Erholungsphase. Wieso sollte die
Populationsdichte davon beeinflusst werden? Ob das aber irgend eine wichtige Rolle im EcoSystem spielt, vermag ich nicht zu beurteilen. Wahrscheinlich ist das ein ganz unwesentlicher Nebeneffekt.***
Nitrat ist ein Stickstoff der durch die Nitratatmung eliminiert wird. Ein anderer Begriff dafür ist Denitrifikation.
Da die zu den Nitrifizieren gehörenden Nitrosomonas und Nitrobacter Bakterien substratgebunden leben, darüber hinaus auch noch im dunklen, sind sie im freien Wasser nicht vorzufinden. Will man ihren Lebensansprüchen Rechnung tragen, bietet man ihnen einen entsprechenden Lebensraum. Das hört sich jetzt kompliziert an ist aber in der Praxis leicht durchführbar.
Die Populationsdichte hängt vom Nahrungsangebot ab. Viel Nahrung = große Population. Wenig Nahrung = kleine Population. Es ist falsch anzunehmen das die Bakterien sich wechselnder Nahrungsdichte anpassen können in dem sie dann halt mehr oder weniger fressen. Das regelt sich durch die Menge an Bakterien. Darum ist eine wichtige Voraussetzung die Belastung z.B. durch Fütterung der Fische und wirbellosen Tiere gleichmäßig zu halten und unbedingt auf Diättage o.ä. zu verzichten. Will man auf biologische Systeme zurückgreifen sind diese Dinge äußerst wichtig da sie bei falscher Beurteilung mehr schaden als nutzen und das was Du als Nebeneffekt beschreibst ist die eigentliche Hauptsache.
***Sauerstoffversorgung fällt also als Grund für die Strömung aus. Das ein
Abschäumer in dem Punkt so unwichtig ist, wusste ich nicht. Außerdem werden die Caulerpa ja wohl genug O2 produzieren. Dass die Algen Schwermetalle anreichern ist insofern wichtig, als daß sie bei einem Zusammenbruch der Population schockweise freigegeben werden. Da ist also etwas Gutes gleichzeitig ein Risiko.***
Die Strömung = Umwälzung ist sehr wichtig für die Sauerstoffversorgung. Im Eiweißabschäumer erfolgt der Eintrag von Luftsauerstoff aber unter leichtem Überdruck. An der Grenzfläche im Aquarium findet dann eine Normalisierung bis zur Sättigung statt. Mehr als die Sättigung ist nicht möglich es sei denn, daß das gesamte Aquarium unter Druck gesetzt werden kann.
Schwermetalle sind im Leitungswasser nur in geringsten Konzentrationen vorhanden und durch Osmoseanlagen wird diese Konzentration nochmals um etwa 85-95% vermindert. Schwermetalle werden nicht nur von Algen aufgenommen sondern von allen in diesem Ökosystem befindlichen Organismen.
Große Algenbestände haben eine gute Wirkung aber die dadurch ständige Bedrohung führte dann dazu darauf zu verzichten. Wenn ich so die Beschreibungen von z.B. Fritz S. (Schwefelfritz) immer wieder lesen so habe ich die Befürchtung, daß wir irgendwann eine weitere Katastophenmeldung von ihm zu hören bekommen.
***Der Metabolismus oder auch Stoffwechsel der Caulerpa benötigt einen
Austausch der beteiligten Stoffe an der Zelloberfläche. Ich meinte mit
Förderung des Metabolismus, daß dieser Austausch und damit die Aufnahme von Kohlenstoff, Stickstoff und Phosphor bei stärkerer Strömung effizienter ist. In der Natur bzw. im Riff ist das Maß der Nahrungsaufnahme eng mit der
Geschwindigkeit des Wassers verbunden. Ich suche halt nach einer Erklärung, warum laut Hersteller und Händler eine so große Strömung vorhanden sein muss.***
ende Teil 1
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Eine Nachricht weiter kommt der zweite Teil, da die Nachricht zu lang war musst ich teilen..
gruss Robert