Interpretationsspielraum für solche Sätze gibt es genügend, es geht hier auch nicht darum, was man schwarz auf weiß formulieren kann oder will.
Ich denke was Claude meint, ist eher ein generelles Problem: Jeder kann sich irgendwas zusammenmischen und als Meersalz, Spurenelemente oder sonstwas verkaufen. Das muß nicht unbedingt sofort schlechte Qualität sein, je nach Quelle und Beziehungen.
Wenn ich aber einen Artikel, wie in diesem Fall ein Meersalz, mischen will, dann muß ich über Jahre zuverlässige Lieferanten haben, Rohstoff von immer gleichbleibender Qualität, in dem Fall möglichst DAB7, ich brauche eine vernünftige Verpackung, Aufkleber, Hilfsmittel,...
Dann wird es etwas mehr, man kann es eben nicht einfach so zu Hause im Keller mischen, benötige eine größere Mischmaschine, einen Raum, plötzlich auch ein gut temperiertes und entfeuchtetes Lager, muß von jeder Charge Rückstellmuster machen, evtl. Laboranalysen, auf einmal geht das alles nicht mehr so nebenbei, ich muß Leute einstellen, usw. usw.
Das geht für einen NETTOpreis von 33,50€ eigentlich gar nicht, es sei denn, man macht gigantische Tonnagen und hat eine ausgeklügelte Transportlogistik dahinter, aber wer hat das schon aus dem Stehgreif?
Wenn es so ist, dann ist es in der Regel eine richtige Firma, deren Namen und Produktionsstätten bekannt sind.
Ich arbeite seit 20 Jahren sehr intensiv mit öffentlichen Schauaquarien, ich könnte stundenlang darüber berichten, welche Probleme selbst etablierte Markensalzhersteller immer mal wieder haben, denn letztendlich entscheidet der Mann am Mischer über die Qualität und auch der hat mal einen schwarzen Montag.
Während etablierte Hersteller aber Sicherheitssysteme gegen soetwas haben, und große Schauaquarien, wegen der wertvollen Tiere, auch immer vorsichtig Wasser wechseln, wenn neue Salzchargen kommen, ist man zu Hause doch eigentlich gar nicht in der Lage solche Tests zu machen und hat bei No Name Salzen meist ja nicht mal einen Ansprechpartner.
In diesem Fall geht es sogar wahrscheinlich nur um einen Händler, der es wieder nur irgendwo kauft, aber kaum Informationen über die Herstellung des Produktes hat.
Wenn es 10 x gut geht mit dem schönen billigen Salz, muß es nicht heißen, daß die Tiere auch den elften Wasserwechsel aus einer neuen Bestellung überleben - hat ja bisher immer geklappt.
Da scheut man sich nicht Tiere für mehrere hundert Euro pro Stück(!) im Becken zu halten und spart am Ende 200€ Salzpreis im Jahr.
Diese Argumente - sie kommen ja mindestens 1 x jährlich allein hier vor - sind für mich nicht nachvollziehbar.
Ich will hier auch keinen Anbieter verunglimpfen oder an den Pranger stellen, jeder muß selbst wissen, womit er seine Brötchen verdienen will, aber das Leben unserer Tiere sollte uns die paar Euro schon wert sein.
Dann lieber etwas weniger Geld für allerlei Zaubermittel ausgeben.
Man kann es auch allgemeiner formulieren (Ich weiß, ich wiederhole mich, aber das Zitat ist einfach zu schön!)
Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen kann und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Menschen.
Es ist unklug, zu viel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zu wenig zu bezahlen. Wenn Sie zu viel bezahlen, verlieren Sie etwas Geld, das ist alles. Wenn Sie dagegen zu wenig bezahlen, verlieren Sie manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.
Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen Sie das niedrigste Angebot an, müssen Sie für das Risiko, das Sie eingehen, etwas hinzurechnen. Und wenn Sie das tun, dann haben Sie auch genug Geld, um für etwas besseres zu bezahlen.
John Ruskin (1819-1900)