Beiträge von Korallenwelt

    Da sich hartnäckig das Gerücht hält, man könne keine Becken zu 100% aus Riffkeramik dekorieren, sollen an dieser Stelle Aquarien gezeigt werden, bei denen genauso verfahren wurde. Ich bin zum Jahresausklang etwas durch die Gegend gefahren und habe alte Kunden besucht, deren Becken hier vorgestellt werden sollen. Jeder dieser Aquarianer betreibt sein Becken nach eigenen Vorstellungen, allen gemein ist nur der Beginn mit einer komplett künstlichen Dekoration.

    Natürlich kommt über die Tiere oder Steine aus älteren Aquarien immer genug lebendes Material in das Becken hinein.

    Es geht mir hier vor allem darum, zu zeigen, wie man mit viel Geduld und dem richtigen "salzigen Daumen" zu wunderschönen Aquarien kommt. Bei denen, die öffentlich zugänglich sind, schreibe ich die entsprechenden Adressen hinzu. So kann sich jeder selbst überzeugen.

    Den Anfang macht das China Restaurant Tang in Nürnberg, von dem ich leider keine genaue Straße habe, da es von dieser Sorte gleich zwei Becken gibt, aber vielleicht können mir ortsansässige hier weiterhelfen.

    Das Becken hat Herr Tang persönlich eingerichtet. Es ist 11m lang und einen Meter hoch. Das die Rückwand nur teilweise bis zur Wasseroberfläche geht, entspricht zwar nicht meinem Geschmack, ist vom Eigentümer aber so gewollt.
    Technik ist einfach gehalten: Bubble King Abschäumer und Kalkreaktor, keine elektronischen Steuerungen

    Ich würde das nicht an Bakterien festmachen. Keiner hier hat die Erfahrung und entsprechende Analytik, Unterschiede in der Besiedlung von Bakterienpopulationen fundiert zu belegen. Die entsprechenden Bakterien finden sich schnell im Becken wieder.

    Der Vorteil lebenden Riffgesteins sind die Unmengen verschiedener Organismen, vom kleinen Krebsartigen, über Kalkalgen, bis hin zu kleinen Korallenpolypen, das kann kein künstliches Gestein. Belebtes Material ist sehr artenarm, hat aber den Vorteil, (oder Nachteil!), daß eben "nur" aquarientaugliche Arten das Material besiedeln.

    "Vorteil Totes Riffgestein ist der günstigere Preis."

    Das halte ich mal für ein Gerücht. Vom Kilopreis her gesehen mag das stimmen, aber keiner dekoriert sein Becken mit Gewichtseinheiten.

    Es kommt auf schöne, gut stapelbare Einzelsteine an.

    Lochgestein ist wirklich nicht gut geeignet, da es erstens runde Außenkanten hat und sich somit schlecht stapeln läßt, nicht porös ist und wie oben erwähnt, nicht ganz ungefährlich.

    Totes Riffgestein ist in Ordnung, kann aber viel Phosphat abgeben, daher am besten von Anfang an einen Phosphatadsorber zugeben. Wichtig: Die Stücke handverlesen nach besten Dekorationseigenschaften.

    PS: Zu Riffkeramik schreibe ich jetzt natürlich nichts... =)

    Da die Keramik relativ viel Calcium und Magensium enthält, steigt je nach eingebrachter Menge natürlich auch deren Gehalt im Becken.

    In der Natur wirkt aber in jedem Gewässer, welches Calcium enthält das sogeannte Kalk-Kohlensäuregleichgewicht. Das bedeutet, daß sich je nach Bedingungen (Ca-Gehlt, CO2 Gehalt, pH Wert, Temperatur) ein Gleichgewicht auf einen bestimmten Wert einstellt. Dieses kann man zwar beeinflussen, z.B. beim Verbrauch durch Korallen durch Zugabe, ist bei einem neuen Becken aber völlig sinnlos, weil sich das Gleichgewicht immer von selbst auf einen Wert einpegelt.
    Dies hier ausführlich darzustellen sprengt etwas den Rahmen, das kann man in jedem guten Aquarienbuch nachlesen.

    Ein Calciumadsorber ist demzufolge natürlich grober Unfug.
    Für Magnesium trifft im großen und ganzen das selbe zu.

    Ein Ablaufschlauch in der Länge ist schon etwas störend, da schraubt man nichts mehr entspannt ab. Wir haben ja viele BK im Einsatz, aber wenn man die alle 2-3 Tage reinigt, braucht man den Schlauch doch gar nicht!

    Ein gut eingefahrenes Becken kann wochenlang problemlos ohne Abschäumer laufen.

    Man hört von mehreren Seiten Vermutungen zu einem Zusammenhang zwischen Siliciumanstieg und Schmieralgen. Leider fehlen den meisten von uns doch die Mittel, hier einen ursächlichen Zusammenhang nachweisbar zu dokumentieren. Ich habe in Sindelfingen mit ein paar Leuten geredet, so daß man vielleicht mit "geballtem Wissen" und verschiedener Analytik zu einer Aussage kommen kann. Aber das ist ein langwieriger Prozeß und nicht von heute auf morgen gemacht.

    Eine "katalytische" Wirkung auf Cyanobakterien hat zum Beispiel das Element Molybdän. Bei guter Molybdänversorgung und ausreichend Phosphat wachsen manchmal wie aus dem Nichts Cyanobakterien. Erst als man dahinter kam, daß fast immer Nitratmangel herrschte, klärte sich die Sache auf:

    Das Enzym zur Stickstoff - Fixierung von Cyanobakterien enthält in gewissen Mengen dieses Element. Wollte man also seine Bakterien ärgern, benötigte man wohl einen Molybdänblocker!

    Vielleicht wäre etwas ähnliches für Silikat denkbar. Im übrigen wird dieses durch Osmoseanlagen nicht besonders gut entfernt, da das kleine Ion keine große Hydrathülle hat. Es geht schon ein großer Teil davon durch die Osmosemembranen.

    Aber ich schweife ab, ist ja ein anderes Thema. Ich denke das Einfahren von Aquarien mit Riffkeramik ist tausendfach erprobt und dieser thread zeigt dies ja auch. Hält man sich einigermaßen an unsere Vorgaben und übt sich anfangs etwas in Geduld, kann man sehr schöne Becken bauen.

    Hier in MacPomm hängen überall Werbeplakate mit einem wirklich guten Spruch:

    EINFACH ANFANGEN!

    Wenn alle immer nur Werte gemessen hätten, bevor es losgeht, gäbe es bis heute kein einziges Meeresaquarium.

    Silicium ist wichtiger Bestandteil vieler mariner Organismen im Aquarium und kein Teufelszeug. Ähnlich dem Phosphat. Natürlich macht es die Menge, aber es wird nicht so viel ausgespühlt, daß man sein Aquarium damit nicht einfahren kann. Eine genaue Anleitung findet sich ja im Katalog und unsere Händler sollten diese Tipps ja auch parat haben, dann passiert auch nichts, was nicht in jedem Aquarium ohne Riffkeramik auch passieren kann.

    Das Becken auf dem Bild links enthält 7 Kubikmeter Keramiksteine auf 18 Kubikmeter Inhalt und es ist auch keine Katastrophe. Natürlich braucht es länger zum Einfahren und ein paar mehr Schnecken (ca 3000) aber es funktioniert sogar ohne Silikarbon, da die benötigte Menge mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit zu viele andere Bestandteile binden würde.

    Es wachsen auch genügend pelagische Kieselalgen, die einfach durch den Abschäumer, einen Bubble King 500, ausgetragen werden. Auf diese Weise wird das Silikat sozusagen "auf natürlichem Weg" entfernt.

    Das kann auch jeder Aquarianer in kleinerem Maßstab zu Hause.

    Auf dem Bild sehen aber noch viele Korallen ganz schön lebendig aus?!

    Kann man die irgendwie zwischenlagern?

    Mit kein Licht meine ich übrigens auch K E I N Licht, nicht ein "bißchen" T5!!!
    Nur wenn man die Photosynthese stoppt, werden die Algen von den Bakterien zersetzt, ansonsten können die alle auf Sparflamme weiterleben!

    Wenn man kein Hardcoretaucher ist und nur mal sehen, wie es unter Wasser so geht, kann man sich das UW Gehäuse für den Urlaub einfach direkt bei Olympus ausleihen.

    Für die E 330 (deutlich professioneller als die 400 0der 500) sind inklusive 14-54er schon etwa 1000 € zu berappen, aber sicherlich eine Anschaffung, die sich über Jahre lohnt.

    Inzwischen bauen ja auch Leica und Panasonic, sowie Samsung Kameras und Objektive für das 4/3 System, das war eigentlich mein Entscheidungskriterium.
    Als ich nach der Wende anfing, mich mit professioneller Fotografie zu beschäftigen, habe ich mich nach lagem Hin und Her für Minolta entschieden und bin bis zum Beginn des "Digitalzeitalters" auch sehr gut damit gefahren. Danach war die Freude über Minolta aber verflogen und es mußte was neues her.

    Mit dem 4/3 System ist man herstellerunabhängig, auch wenn es noch nicht zu sehr verbreitet ist. Aber sowas wie bei Minolta möchte ich lieber nicht nochmal erleben...

    Vor fünf Jahren konnte man Silkat mit handelsüblichen Tests noch nicht mal messen und trotzdem gibt´s seit 15 Jahren tolle Aquarien die ausschließlich mit Riffkeramik eingerichtet wurden.

    Silikat ohne Ende aus Riffkeramik Nicht auszudenken, wenn das im MW-Becken abgelaufen wäre.

    Das was bei allen anderen auch abgelaufen ist, je nach Geduld bei dem einen besser, dem anderen schlechter.
    Das Substrat unserer gesamtem Ostseeküste besteht aus Quarzsand (SiO[t]2[/t]), da sieht´s auch nicht überall aus, wie im Hafenbecken...

    Nun mal keine Panik zu Weihnachten und schön geduldig das Aquarium einfahren (siehe unseren Katalog) das wird schon.

    Und jetzt: Frohe Weihnachten!

    Einzelkauf: E 330 mit Objektiv 14 - 54mm (nicht das 14-45mm!!!) dann braucht man kein Makro!

    Das normale UW Gehäuse inklusive eingebautem Blitz reicht für die meisten Anwendungen vollauf!

    Vielleicht tun wir uns alle zusammen und kaufen direkt bei Olympus, ich habe da ein paar Kontakte.

    Das Taucherkit ist nutzlos: falsches Standartobjektiv und zu kleiner Blitz, FL 50 muß her!

    So und jetzt allen ein schönes Weihnachtsfest!

    Ich selbst arbeite mit der E-1 von Olympus und offensichtlich reicht sie ja den Anforderungen der kritischen KORALLE Redaktion.
    Die Objektive der Olympus lösen noch wesentlich höher auf, als die derzeitigen 10MP Chips, aber selbst der 5 MP Sensor der E-1 ist schon Klasse. Auf 30 Zoll Cinema Displays sind wirklich erst nach ein paar Vergrößerungen Artefakte zu sehen.
    Die E 330 hatt ich zu Testzwecken von Olympus bekommen (Man kann sich die dort auch ausleihen!) und war hellauf begeistert. Einfachste Bedienung über den Monitor gekoppelt mit 10 MP Auflösung ergebn wirklich tolle Bilder, da die Kamera sehr intuitiv zu bedienen ist.
    Man sollte allerdings nicht das billige Set Objektiv nehmen, sondern das 14-54. Das macht schon einen sehr deutlichen Unterschied. Es sind problemlos Makroaufnahmen von unter 1.2 (bezogen auf Kleinbild)damit möglich. Die Kamera hat dann immer noch einen Motivabstand von ca 6cm, was im Aquarium gerade noch ausreichend ist.
    Das dazugehörige UW Gehäuse ist ebenfalls Spitze, da es sehr kompakt und gut bedienbar ist.
    Ich denke, der Preis geht auch in Ordnung.
    Leider habe ich die Bilder für Forengröße noch nicht heruntergerechnet und bin heute dafür auch zu faul...

    Ich würde da nichts mehr reinkippen. Licht aus, ein paar Adsorber rein und die Sache in Ruhe lassen. Nach einer Woche eventuell Kohlenstoffquelle für Bakterienwachstum zugeben.

    Wer da wen frißt und mit wem "Symbiosen" eingeht, ist doch reine Spekulation. So ein System erholt sich von allein wieder. Ist kein Licht da, haben Algen auch keine Chance, das heißt, die Bakterien erledigen die Sache ganz von allein und entziehen dem System die überschüssige Energie. Deshalb weiter gut abschäumen, dadurch wird die überschüssige Biomasse entzogen.

    Die Kalkalgen überleben das ganz gut. Eventuell nach einer Woche langsam Blaulicht zugeben.

    Viel Erfolg

    Die Dekoration hat einen ebenso hohen Einfluß, wie die installierte Pumpenleistung, da kommt man mit viel Rechnerei nicht weit. Hinzu kommt, daß unsere Aquarien, da viereckig, alles andere als geeignet sind, ein vernünftiges Strömungsbild aufzubauen.
    Die Sache mit der kompletten Seitenwandbeströmung ist daher sehr genial, man könnte vielleicht darüber nachdenken, das hintere Drittel für die Bohrungen auszusparen, da dort meist schon das Dekomaterial an die Seitenscheiben stößt.

    Wenn jemand hier einen ernsthaften Versuch wagt, sponsoren wir bei Interesse gern die entsprechende Riffkeramikverkleidung, nicht nur, weil heute Weihnachten ist!

    Das ist ja eine schöne Beschehrung...

    Wenn es noch ein 2. Becken gibt, würde ich dort alle Korallen hineinsetzen und den Rest einer vierwöchigen Dunkelphase mit Kohle, Phosphatadsorbern und Silikarbon unterziehen, eventuell etwas flüssiger abschäumen.

    Nach zwei und vier Wochen einen ordentlichen Wasserwechsel mit vernünftigem Salz (Was bitte ist nähr(Spurenelement)stoffarmes Salz???) und dann lanmgsam die Beleuchtung wieder hochfahren.

    Geduld ist gefragt, aber das wäre bei einem kompletten Neuanfang ja auch so!

    Wenn man damit zufrieden ist, gibt´s nichts zu meckern. Aber es wurde nach unserer Meinung gefragt und ich wäre es definitiv nicht. Bei 220 € Investition sollte schon etwas ansehnlicheres herauskommen. Aber das ist nur mein Geschmack!

    aber warum muß derartige kritik immer mit reklame verbunden sein (wir hatten das thema schon mal )

    Ist doch Quatsch! Ich habe vorsichtshalber ja extra Atoll Riff Deko reingeschrieben, damit es keiner merkt :grinning_squinting_face:

    Ich denke, ich bin auch hier im Forum, um Fragen der Aquariengestaltung zu beantworten, weil das nun mal mein täglich Brot ist. Nach 15 Jahren hat man schon eine gewisse Erfahrung.
    Ich habe Frauen kennengelernt, die wollten Ihre Männer wegen sowas aus dem Wohnzimmer bürsten :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face:

    Bei Scheibenanemonen ist es meist schwieriger, weil die ja oft im Unterbau sitzen, während Steine, die mit Bryopsis bewachsen sind, ja meistens obendrauf liegen.
    Wir frosten oft mal Teile von Pumpen für ein paar Stunden, dann hat man wieder einige Monate Ruhe.