ZitatOriginal von Uwe Dolling
Nur nebenbei, Fische und wirbellose Tiere sind keine Tiger. Ein Tiger hat ein riesiges Territorium und nur wenig Nachkommen. Fast alle Tiere des Riffes haben dagegen eine immense Nachkommenschar, die solange Futter bleibt, wie alle Nischen besetzt sind. Wird dagegen eine Nische (z.B. durch Fang) frei, so wird sie durch die Nachkommensschar auch sofort wieder neu besetzt. Nur der fabrikmäßige Fischfang der Adulten kann diesbzgl. zu dauerhaften Schäden führen.
LG
Uwe
Es gibt doch zumindest Hinweise dafür, daß das selektive Fangen von Fischen für den Aquarienmarkt, Auswirkungen auf die natürlichen Populationen hat. Und dies scheint sich durchaus nicht auf den schon erwähnten und bekanntesten Fall der Banggai-Kardinalbarsche zu beschränken:
Selektiver Fang von grossen Mandarinmännchen scheint die "Fitness" (Reproduktion+Überleben) der Mandarin-Populationen zu vermindern:
http://news.nationalgeographic.com/news/2001/04/0…arinfish_2.html
Selektiver Fang erwachsener Clownfische könnte eine Ursache für verstärkte Hybridisierung zwischen Amphibrion-Arten sein.
http://wish.wodonga.tafe.edu.au/~kwaldon/hybrids.htm
Eine freiwillige Selbstbeschränkung des Aquarienhandels auf höchstens halbwüchsige Fische (halbe max. Körperlänge) wäre weitgehend im Interesse der Aquarianer und könnte zumindest diese Folgen des Aquarienhandels reduzieren helfen.
Ein Mindestgrössenkonzept, wie ansonsten in der Fischerei üblich, produziert geradezu solche Phänomene (zumindest bei Riff-Fisch-Arten mit Revieren). Erwachsene Fische und Brutpaare im natürlichen Lebensraum zu belassen, scheint im Sinne einer nachhaltigen Nutzung der Bestände auch sinnvoll.
LG Martin
PS.: Das dieser Ansatz bei Fischarten, die auch für die menschliche Ernährung genutzt werden, zu kurz greift, ist denke ich klar - Verbesserungsvorschlage sind willkommen.
