Beiträge von Oliver Pritzel

    Hallo,

    @ Kevin
    ich würde alle Dosierungen (und somit Veränderungen) aussetzten.
    Wenn Du mit der Ballingmethode aussetzt, kannst Du auch durch verstärkte Wasserwechsel Deine Werte erst einmal stabilisieren. Bei Deinem Wasservolumen und Korallenbestand sollte das kein großes Problem darstellen.

    @ all
    vielleicht sollte man die Ursache nicht an einer konkreten Sache (nur Spuris, Balling etc.) festmachen wollen. Anscheinend ist es doch so, dass sich Probleme immer nach einem Eingriff verstärken. Veränderungen in der Beleuchtung (besonders Erhöhungen) können z.B. genauso stimulierend sein. Interessant dürfte in diesem Zusammenhang mal wieder die Frage der zu nutzenden Nährstoffe bei Cyanos sein. Ich wage einmal die Hypothese, dass durch die hohen Vermehrungsraten und guten Erschließungsmöglichkeiten von Nährstoffen die Cyanos ein Wettbewerbsvorteil bei Veränderungen im System haben und somit Siedlungssubstrat gewinnen können.
    Das Problem ist meiner Ansicht also eher der Eingriff ins System selber. Sehr wahrscheinlich verfügen Cyanos über Erschließungsmöglichkeiten von Nährstoffen, die einen Wettbewerbsvorteil unter "aquaristischen Bedingungen" begünstigen, da in der "Natur" diese Problem so nicht vorkommt. Schade eigentlich, dass es in diesem Zusammenhang immer noch keine echten wissentschaftliche Aufarbeitungen gibt. Zumindest sind mir keine Bekannt.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hi Harald,

    ich kann Dir leider auch keinen direkten Vergleich bieten. Um aber sicher zu gehen, könntest Du mal den einen Brenner in die andere Leuchte installieren und umgekehrt. Möglicherweise einmal die Brennerposition um 180 Grad zu Längsachse drehen.
    Generell muß bei anfänglichen 12.500 Kelvin der Anteil an kurzwelliger Strahlung höher sein als bei 10.000 Kelvin. Das hier der Anteil an Violettstrahlung (was Du optisch festgestellt hast) höher ist, anstatt echter Blaustrahlung, ist für heutige Brenner in der Riffaquaristik jedoch sehr typisch, wenn man die Emissionspektren der gängigen Benner miteinander vergleicht.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    Ich möchte hier auch noch einmal ein paar Gedanken loswerden:

    Entscheident dürfte doch wohl sein, dass neue Zusammenhänge wissenschaftlich aufgearbeitet wurden und vor allem auch die Zusammenhänge klar definiert sind. Wenn man einen Rückblick in der Entwicklung der Meeresaquaristik macht, wird deutlich das viele Fortschritte auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse basierten, die dann für die Aquaristik genutzt wurden. Sei es bei der Beleuchtung, dem Kalkreaktor, und vieles mehr... Am Anfang stand immer erst das Defizit. Erst die Brücke zwischen Wissenschaftler (z.B. Biologen und Chemikern) und den Aquarianer brachten dann den echten Fortschritt.

    Es geht hier schließlich nicht um den "Glauben" einer Methode, auch wenn ich in meiner Zeit oft festgestellt habe, dass der Korallen pfegende Aquarianer oft erstaunlich gläubig ist (und dies auch kommerziell genutzt wird), sondern um reproduzierbare Ergebnisse.

    Wie diese neuen Erkenntnisse praktisch umgesetzt werden und dieses neue Instrument was uns an die Hand gegeben wurde eingesetzt wird ist immer eine zweite Sache. Persönliche Auseinandersetzungen finde ich übrigens völlig deplaziert, wenn es um das gemeinsame Hobby in der Optimierung der Pflegebedingungen unserer Korallen geht.
    Und gerade was dieses Ziel angeht, finde ich die Perspektive von Jörg, in der zukünftig besseren Ernährung der Korallen, doch sehr entscheident. Liegen hier doch noch die größten Defizite bei der Vermehrung von z.b. azooxanthellaten Korallen.

    Viele Grüße
    Oliver

    Zitat

    Zitat von Jörg,
    Die Diskussion um die Abschäumung habe ich deshalb in diese Richtung gelenkt, weil wir es durch die Bereitstellung von Bakterioplankton
    im Aquarium ermöglichen können, die Nahrungskette auszuweiten.

    Jörg,
    das habe ich mir auch schon gedacht. Hierin sehe ich auch den größten Fortschritt, da ja auch in der Natur die Ernährung der Korallen immer auf mehereren Füßen gestellt ist. Wir erreichen jetzt eine "naturnähere" Ernährung (z.B. durch den erhöhten Anteill an partikulärerer Nahrung) und haben gleichzeitig auch noch die Wasserbelastung im Griff. Wir können nun auf günstige Weise die Artenfielfalt in unseren Aquarien deutlich steigern, womit das Hobby sicherlich noch interessanter wird. Mir kam es auch letztendlich nur darauf an, die Funktion des Abschäumers (als Entferner von organischer Masse auf dem System) nicht aus dem Auge zu verlieren, da Ihn sonst vielleicht zu viele euphorisch (durch die guten Wasserwerte) abgestellt hätten.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    Auch von mir meine Anerkennung für diese Aufklärungsarbeit an Michael und Jörg. Besonders wertvoll halte ich die Darstellung der Zusammenhänge und somit die Förderung des Verständnis für die Prozesse, die im "Ökosystem Aquarium" ablaufen. Was den Abschäumer angeht stehe ich jedoch auf dem Standpunkt, das dieser nach wie vor eine wichtige Funktion für unser Aquarium übernimmt. Schließlich geht es nicht nur darum den Orthophosphatgehalt und Stickstoffgehalt in der freien Wassersäule zu reduzieren, sondern auch darum organische Masse aus dem "geschlossen System Aquarium" zu entfernen.
    Durch die verstärkte Zugabe von Trockenfutter etc. steigt die Biomasse im Aquarium (z.B. durch Filtrierer wie Schwämme...) permanent an. Wenn wir in unserem Aquarium durch tägliche Fütterung ständig organ. Masse zuführen ohne etwas aus dem System auch wieder zu entfernen, führt sämtliche Zufuhr zwangsläufig in ein Zuwachsen der Biomasse, die dann bald an Ihre räumlichen Grenzen (geschlossenes Aquariumsystem) stoßen wird. Eine erhöhte Biomasse ist auch auf einen erhöhten Zufuhr an Nährstoffen gebunden, womit sich ein grundsätzlich erhöhter Bedarf einstellt.
    Ich möchte hier auf keinen Fall den echten Fortschritt, den ich in der kontrollierten Kohlenstoffversorgung bei Riffaquarien sehe in Frage stellen, den die Vorteile wie z.B. eine größere Artenvielfalt, kontrollierte Einstellung des "nährstoffgehaltes" der freien Wassersäule etc. sind einfach phänomenal. Man sollte in diesem Zusammenhang jedoch den Abschäumer als Gegenspieler der Biomasse jedoch nicht aus dem Auge verlieren. Letztendlich sind es alles Instrumente die sinnvoll eingesetzt werden sollten. Schön das wir einen großen Schritt weiter sind...

    Viele Grüße
    Oliver

    Hi Jörg,

    das der Brenner von BLV produziert wird ist ja kein Geheimnis mehr.
    Das dazugehörige Emissionsspektrum kenne ich jedoch auch nicht.
    Bei meinen Recherchen über alle bisherigen Brenner für die Riffaquaristik ist mir jedoch aufgefallen, dass alle Brenner von der Charakteristik ähnliche Emissionseigenschaften mit oft identischen Peaks bei gleichen Wellenlängen haben. Letztendlich gibt es derzeit auf dem Markt bewährte "Standartmischungen" bei denen nur die einzelnen Peaks unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Von daher erwarte ich auch bei dem von Dir genannten Brenner keine gravierenden Änderung im Emissionsspektrum. Dies ist nach meinen Erkenntnissen auch Stand der derzeitigen Technik. Aber es wird bestimmt im nächstem Jahr eine Hochdruck Entladungslampe geben, die sich auf die wichtigen Strahlungsanteile konzentriert (PCP) und weniger Energie im nicht so nutzbarem Bereich verschwendet. Zumindest wird daran schon länger gearbeitet :winking_face:

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Christian,

    Zitat

    ati röhren werden von narva hergestellt,also kann man sich auch gleich welche von narva holen.

    sehr freundlich:-) Das ATI-Röhren nur von Narva hergestellt werden, ist aber schon lange nicht mehr so. Bei der neuen Röhrengeneration wurden viele Veränderungen vorgenommen. Bei den Blauröhren kommt z.B. ein neuer Leuchtstoff von Philips zum Einsatz, die Sun pro ist auch keine Röhre von Narva mehr...
    Aber was suchst Du denn eigentlich ?

    Grüße
    Oliver

    Thomas
    richtig, die Aquablue sp. oder Actinic sind natürlich exclusiv und bei Standartfarben gilt mein obiger Text...

    Hallo Dietmar,

    Die optimale Beleuchtung gibt es eigentlich nicht.

    1. sollte sich die Strahlungsintensität nach dem Lichtbedarf der zu pflegenden Tiere (Korallen) richten.

    2. Wenn es um die Ausleuchtung geht, bekommst Du mit Leuchstofflampen eine gleichmäßigere und mit HQI eher eine ungleichmäßige Ausleuchtung (jedoch mit Kringeleffekt).

    3. von der Lichtfarbe sollte man eine blaulastiges Tageslicht als Hauptbeleuchtung wählen.
    Hierbei sind bei der Verwendung von HQI unbedingt Blauröhren beizumischen, da fast alle Brenner eine echte Blauschwäche haben.
    Bei Leuchtstofflampen sollte der Anteil der Blauröhren mindestens 50% sein. Nach Geschmack auch gerne höher.

    4. vom Stromverbrauch sind Leuchtstofflampen im EVG-Betrieb den üblichen HQI-Brenner deutlich überlegen.

    5. Bei der Wahl der Leuchte solltest Du auf hochwertige Reflektoren achten. Hierbei sowohl auf die Form als auch auf das Reflektormaterial.
    Der Reflektor ist maßgeblich an der Effizienz des Lichtsystem beteiligt und ein häufig unterschätzter Punkt.

    Ich hoffe, Du kannst mit den Punkten als kleine Orientierung etwas anfangen.

    Viele Grüße
    Oliver Pritzel

    Hallo,

    @Resa
    leider muß ich Dir hier wiedersprechen.

    die Aquablue sp. z.B. findet man in keinem Sortiment eines großen Herstellers und ist eine Entwicklung nach meinen Vorgaben. Aber selbst bei der klassischen Lösung Blue und Sun wurden die Röhren auf mein Drängen überhaupt erst einmal von Narva vor über 2,5 Jahren vorzeitig hergestellt, da es damals diese Röhrenfarben bis 80 Watt noch gar nicht gab. Ich schreibe dies aber nur, um einmal zu verdeutlichen, dass es mit dem "Umlabeln" von klassischen Röhren der großen Hersteller überhaupt nicht getan ist. Wichtig ist es eigentlich gute Lichtfarben für die Aquaristik zu bekommen. Wenn dies dann noch nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen passiert, ist dies um so günstiger. Einen echten Fortschritt wird man durch Umlabeln nicht einfach so bekommen, denn große Hersteller orientieren sich nach dem Absatzmarkt und den Absatzahlen und da ist die Aquaristik eben nur ein "kleines Licht". Deshalb sind Hersteller für Aquarienbeleuchtung schon wichtig, da Sie einen Einfluß auf die Produktion von Röhrenhersteller nehmen können. Ein Aufruf nach dem Motto "die Osram 860 tut es auch" kommt der Weiterentwicklung in der Beleuchtung für die Riffaquaristik nicht gerecht (nach wissenschaftlichen Ansätzen) und auch nicht den Bemühungen der Hersteller, die sich für Verbesserungen einsetzen...

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Jochen,

    die Plexiglasscheibe verringert die Lichtstärke nur um 3-5%, je nachdem wie dick die Scheibe ist.
    Entscheidender wird aber mit dem Entfernen der Scheibe die Verbesserung der Umgebungstemperatur bei den Röhren sein, da bei zu hohen Temperaturen die Röhren nicht am optimalen Arbeitspunkt arbeitet und somit nicht 100% der "Leuchtkraft" haben.
    Der Spritzwasserschutz ist jedoch für Leuchtenhersteller, die ohne Feuchtraumfassungen arbeiten notwendig. Wenn Du Sie also entfernst ist dies Deine Entscheidung mit allen Risiken.

    Wenn Du passende Einzelreflektoren (z.B. Powerbalkenreflektoren) um die entsprechenden Lampen legst, kann dies aber auch den Beleuchtungswirkungsgrad sehr deutlich verbessern.

    Dies sind aber alles keine Aufforderungen, sondern nur unverbindliche Tipps, da mit jedem Eingriff sämtliche Garantien erlischen...

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    @Stefan
    offiziell bitte nur für gut besetzte Becken bis 1500 Liter. Ich hatte das Modell lediglich an meinem privatem Becken mit 2300 Liter 1,5 Jahre laufen. Generell halte ich die Angaben von Aquariengrößen in Liter für Abschäumer aber etwas unpassend, da es doch auf die tatsächliche anfallende organische Belastung ankommt.

    @Chriss
    Sehr gut beobachtet;-)

    @all
    Die Leistungsfähigkeit eines Abschäumeres und tatsächliche Menge der abgeschäumten Substanzen sind zwei gegeneinander proportionale Parameter.
    Auf gut Deutsch: Wenn ein Abschäumer A, die gleiche Menge abschäumt wie der Abschäumer B, kann Abschäumer B noch so viel Leistungsreserven haben, wenn es nicht mehr abzuschäumen gibt.
    Wo nicht mehr ist, kann auch nicht mehr abgeschäumt werden.

    Von daher stellt sich die Frage in wie weit ein technischer
    "Mehraufwand" im gleichem Verhältnis zum tatsächlichem "Mehr" an Abschäumleistung stehen. Daher wäre ein Test in dem man auf ein ehrliches Kosten/Nutzen Verhältnis eingeht bestimmt auch sehr interessant.

    Viele Grüße
    Oliver

    Zitat

    Weiß schon wir sollten ja eigentlich Lux messen, aber mit den Watt kann man's leichter verstehen und nachvollziehen

    Hallo Fritz,

    und genau das ist beides leider nicht ausreichend. Weder Watt noch Lux sind brauchbare Größen.
    Entscheident ist der Anteil an photosynthetisch nutzbare Strahlung (PUR) einer Strahlungsquelle und die ist bei blaulastigen Leuchtstoffröhren wesentlich höher als bei 10.000 K Brenner. Bei 10.000 K Brennern wird prozentual wesentlich mehr Energie im UV und Violettbereich "verbraten" und viel zu wenig im "Echtblau" von 430 - 480 nm abgestrahlt. Dies beweisen auch die Spektren entsprechender Lampen.
    Gleichzeitig spielt aber auch der Spektralanteil zwischen 530 bis 580nm für die Anregung vieler Pigmente (und besonders auch für die pinke Farbmorphe des pocilloporin), die für die plakative Färbung verantwortlich sind, eine bedeutsame Rolle.

    Eine gute Lichtquelle für die Aquaristik zeichnet sich durch einen hohen Anteil an photosynthetisch nutzbare Strahlung und einen entsprechenden Anteil im Bereich zwischen 530 und 580nm aus, was die Farbigkeit der Korallen unterszützen kann.
    Ein weiterer Aspekt ist auch der Einfallswinkel zur Koralle. Bei einer flächigen Beleuchtung ist durch die geringere Eigenabschattung die Anzahl der absobierten Photonen wesentlich höher. Die Koralle "fühlt" somit eben auch an vielen Seitenpatien wesentlich mehr Strahlung.

    Diese Aspekte werden viel zu wenig beachtet, sind aber für die unmittelbare Praxis nicht zu vernachlässigen.
    Dies sollen aber auch nur einige Anhaltspunkte sein, warum man verschiedene Lichsysteme nicht nur über die Wattzahl (oder sogar nur über Kelvin) vergleichen sollte.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Tom,

    Grundsätzlich besteht das Problem nicht bei der Kombination HQI + T5.
    Die Vorschaltgeräte für T5-Lampen dürfen jedoch nur einer gewissen Temperaturbelastung ausgesetzt werden. Deshalb hat auch jedes EVG einen sogn. TC (Temperatur Controllpunkt). Dieser Meßpunkt liegt auf dem EVG und ist meistens zwischen 70-75 Grad C angegeben. Wenn der TC-Punkt überschritten wird (z.B. durch Fremdwärme) schaltet das EVG ab (Schutzschaltung) oder die Elektronik und hier besonders die Halbleiter leiden unter der hohen Temperatureinwirkung, was dann eben auch zu Ausfällen führen kann.
    Ob das so ist, kann und möchte ich natürlich nicht beurteilen...

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Stefan,

    Zitat

    macht eine 54W Blauröhre auch in etwa gleich viel Licht wie eine 54W Tageslichtröhre?

    unser Auge würde hierzu NEIN sagen, da wir Tageslicht als heller empfinden. Tatsächlich ist jedoch der Energiegehalt der Blaustrahlung sogar noch etwas höher als bei Tageslichtröhren.

    Da die Effizienz (die Umwandlung von UVC-Strahlung in sichtbarer Strahlung) heutiger moderner Leuchtstoffe alle deutlich über 90% liegen, gibt es bei den Farben der Röhren kaum Unterschiede in der Quantenausbeute.

    Da das Blau-Photon jedoch wesentlich energiereicher als ein gelb- oder sogar rot-Photon ist, ist die tatsächliche Strahlungsenergie bei Blauröhren sogar noch höher. Auch die Verlustleistung (Differenz von 254nm UVC zu 450nm Blaulicht) ist geringer als zum Rotbereich (254nm zu 700nm), welche in Form von Wärme abgegeben wird.

    Das ist aber nur die rein technische Betrachtung.

    Biologen interessiert aber der Energiegehalt der Photonen nicht so sehr, da für die Photosynthese die Menge der absorbierten Photonen entscheident ist.
    Deshalb auch die Maßeinheit µmol/m²/sec. Und genau hier ist es lichtechnisch wieder egal, ob die emittierten Photonen rot, gelb oder blau sind, da alle Leuchtstoffe ähnlich effizient sind.

    Die Menge der absobierten Photonen ist jedoch bei reinen Blauröhren wesentlich höher als bei Tageslichtröhren, weil diese eben auch gelb- und Rot-Photonen emittieren. Wenn man nun anhand der Absobtionskurve einer Zooxanthelle aber weiß, das Sie hauptsächlich Blau-Photonen gut absorbieren, um diese für die Photosynzhese zu nutzen, wird eigentlich klar, das es auch sinnvoll ist Leuchtmittel zu verwenden die auch in diesem Bereich Photonen emittieren.

    Ich hoffe, es hört sich nicht zu kompliziert und konnte Deine Frage etwas beantworten.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Jochen,

    zuerst einmal ist Blaulicht nicht gleich Blaulicht. Wenn Du eine von Acardia drüber hast, hat diese mit Ihrer Violett-blauen Strahlung mit einem Maximum bei 421nm(genau wie unsere Actinic-blue), eine nicht so hohe "photosynthetische Wertigkeit" als reines Blaulicht von z.B. einer Osram 67 oder ATI blue plus mit einem Maximum bei 450nm.

    Schaut man sich das Absoptionsspektrum der Zooxanthellen an, wird auch schnell deutlich, dass diese besonders den Bereich von 430-480nm für die Photosynthese nutzen. Also fast nur das reine Blaulicht. Violettstrahlung 390-420nm wird nicht so starkt absorbiert bzw. für die Photosynthese genutzt.

    Tatsächlich konnte man auch in Versuchen bestätigen, dass man mit reiner Blaubeleuchtung die gleiche Photosytheserate erzeugen kann, wie mit Tageslicht gleicher Intensität.

    Blaulicht ist also sehr wichtig für die Photosynthese und somit auch für das Wachstum.

    Die Aussage das Blaulicht nicht nötig ist um Korallen wachsen zu lassen, ist also so nicht ganz richtig.

    Bei der Röhrenwahl solltest Du also versuchen solche Röhren zu benutzen, die möglichst viel photosynthtisch nutzbare Strahlung erzeugen und Röhren mit Tageslichtcharakter um die Farbwiedergabe zu steigern. Dabei hat sich das Verhälnis Blaulicht (und damit meine ich reines Blaulicht und nicht actinisch Blau) zu Tageslichtröhren im Verhältnis 1:1 sehr bewährt.

    Durch das Austauschen einer Blauröhre zu einer Tageslichtröhre wird die nutzbare Strahlung nicht erhöht. Lediglich wir empfinden die Strahlung als höher, da wir Sie heller wahrnehmen.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Henry,

    Sorry, um Deine eigentliche Frage auch zu beantworten:
    Bei niedrigen Wattagen (bis 400 Watt) sind generell keine großen Unterschiede bei der Bauform zu erwarten. Der TS-Sockel hat keine Nachteile gegenüber einem E40 Sockel. Dies sind auch die Aussagen führender Hersteller bezüglich der Nutzlebensdauer. Entscheidender dürfte aber wohl die Konstruktion der Leuchte und hier insbesondere die Temperaturbedingungen um den Kolben sein. Eine Konstruktion mit einer guten Luftkühlung ist auf jeden Fall positiv zu beurteilen.

    @ Uncle Tom
    Immerhin ist das doch schon mal eine Bestätigung, wenn eine Weltfirma aus Seriösitätsgründen auch nur Angaben bis 9000 K macht und darüber nur noch den Farbort (Koordinaten) angibt. Unabhängig von der Farbortbestimmung ist die Farbstabilität bei höheren Temperaturen auch immer geringer, was die ganze Sache auch noch eher wenig sinnvoll macht.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo tom,

    Mit Lichtqualität meine ich schon die Lichtqualität nach dem Farbwiedergabeindex in Ra-Werten oder CRI. Bei der Qualität eines Leuchtmittels spielen natürlich noch andere Faktoren Lebensdauer und Farbstabilität eine wichtige Rolle, wie Du sicher auch weißt.

    Zur Lichtqualität vielleicht ein kurzes Beispiel:
    Zwei Lichtquellen können für unser menschliches Auge von der Farbe völlig identisch aussehen aber trotzdem in der spektralen Zusammensetzung sich deutlich unterscheiden. Eine Dreibanden Tageslichtröhre und das Sonnenlicht bei gleicher Farbtemperatur sehen für uns fast identisch aus aber denoch sind in der einen Lichtquelle Lücken im Spektrum mit einem schlechterem Farbwiedergabewert und in der anderen Lichtquelle sind alle spektralen Anteile in einem ausgewogenem Verhältnis vorhanden mit einem hohen Farbwiedergabewert.
    Unser Auge kann dies aber nicht so differenziert wahrnehmen und Unterschiede in der Farbqualität werden oft dann erst deutlich, wenn man den direkten Vergleich zu einer Lichtquelle mit einem hohem Farbwiedergabewert hat. Das ist übrigens auch der Effekt, wenn man aus einer Boutique ans Tageslicht gehen muß, um die tatsächliche Färbung der Kleidung zu erkennen.

    Zitat

    Wäre die Kelvinzahl so unnütz, würde sie meiner Auffasung gar nicht geben. Und wäreen Spektren das A und O der Lampen und als wichtigste Daten für Spezialeinsätze ( in unserem Fall für die Aquaristik ) so unentbehrlich, so würden sicher viele Hersteller diese mit Vorliebe veröffentlichen.

    Ich habe schon zu oft geschrieben, dass die Farbtemperatur nicht geieignet ist, um ein echtes Kriterium zur Beurteilung von Leuchtmittel für die Aquaristik zu sein. Kelvinangaben sind auch nur bis ca. 6500 K für die Einstufung in der allgemeinen Beleuchtung interessant (z.B. Wohnraumbeleuchtung) und deshalb auch sehr verbreitet.
    Hohe Kelvinangaben sind dagegen sehr ungenau und weniger brauchbar. Die Differenz aus einer errechneten Kelvinzahl und dem tatsächlichen Farbempfinden wird mir höherern Kelvinzahlen immer größer und sind daher immer unbrauchbarer. Die errechnete Kelvinzahl einer Aquablue spezial ist z.B. 27.300 Kelvin. Wer hätte das gedacht ? So viel !!! Und was nützt Sie einem jetzt ?

    Der tatsächliche Farbeindruck kann bei einer anderen 27.000 Kelvin Lampe statt blauweiß jedoch auch violett-lila sein.
    Dieses Beispiel zeigt doch wie unbrauchbar diese Angaben sind.
    Warum übrigens nicht jeder Hersteller "mit Spektren um sich schmeißt"
    geht auch aus dem Referat hervor.

    Zitat

    Es ist bedauerlich zu lesen dass man, wenn man über ein Thema diskutiert, welches für viele nicht durchschaubar ist, als Niedrigniveau-Schreiber dahingestellt wird. Find ich etwas zu gewagt, doch

    Natürlich würde ich niemanden so titulieren wie Du dies gerade mit dem "niedrigem Niveau" verstanden hast. Versuche ich doch nur etwas Licht in diesem abstraktem Thema zu bringen.
    Anscheinend ist es jedoch notwendig, dies einmal deutlicher auszusprechen, damit sich das Bewußtsein und der Umgang mit gewissen Begriffen endlich wenigsten etwas ändert. Es ist eben kein Fortschritt über Kelvinzahlen und Gelbstichigkeit zu dikutieren, wenn weder das Auge noch die Farbtemperatur als brauchbares Instrument dienen können. Ich meine dies also rein fachlich.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo zusammen,

    viele Fragen erklären sich aus dem Referat von mir, was man bestimmt bald online sehen kann. Leider hatte eine Magendarmgrippe es nicht mehr möglich gemacht Ihn in Sindelfingen am Sonntag noch vorzutragen, was ich sehr bedaure:-)

    Nur soviel vorab:
    Natürlich ist das Spektrum entscheident. Kelvin kann man als Aquarianer getrost vergessen. Dies ist wirklich so. Wer dies noch als Maßstab nimmt, diskutiert auf einen niedrigem Niveau ohne genau so wissen was er da wirklich an Lichtqualität hat und kaut letztendlich nur etwas nach, was die Leuchtenhersteller vorkauen. Sorry, aber ich muß dies einmal so deutlich sagen. Es wurde schon viel zu lange dieses Thema viel zu oberflächlich behandelt.

    Bis später mal;-)

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    Der Schuran ist sicherlich ein erstklassiger Kalkreaktor.
    Was mich jedoch immer noch wundert ist die Tatsache, dass ich das Argument höre, das der Schuran komfortabler sei, da er leichter zu Reinigen, zu Demotieren und zu befüllen ist.
    Tatsache ist doch, dass man zur Befüllung acht Schrauben lösen muß, der Kalkreaktor komplett entleert werden muß und er doch auch Schlammablagerungen zwischen den Patronen hat. Ist es denn nicht leichter, wenn man nur eine Verschraubung öffnen braucht und von oben neu befüllen kann. Eine Reinigung des ATI ist auch nach Jahren gar nicht nötig, da erst gar kein Schlamm (Strömungstechnisch)entsteht. Man möge mir bitte erklären, was denn komfortabel ist, wenn ich für jede Befüllung den Kalki erst zerlegen muß ?

    @Resa
    Das stimmt grundsätlich nicht. Mir sind lediglich zwei Fälle bekannt, wo ich aber auch nicht den Kalki zugeschickt bekommen habe, um die Ursache zu untersuchen. Dafür gibt es aber hunderte die schon über Jahre ohne Probleme laufen...

    Grüße
    Oliver

    Hallo,

    1. Luxmeter anschaffen(kosten nur bei ca.35 Euro), um den Wechsel in der Lichtintensität beim Brennerwechsel wenigsten grob einschätzen zu können. Danach die Leuchten um soviel höher hängen, bis an der Wasseroberfläche fast die gleichen Werte wie früher waren. Danach wöchentlich bis zur alten Position runterhängen (langsame Anpassung).

    2. Warnhinweis auf Brennern für Riffaquaristik wie z.B.:
    "Achtung dieser Brenner strahlt auch verstärkt im UVA-Bereich, womit es bei einem Ersteinsatz zu Schädigungen oder Abwehrreaktionen Ihrer Korallen kommen kann." (Dies wird natürlich niemand machen, aber würde wahrscheinlich vielen vor Problemen bewahren, die das Problem eben nicht kennen).

    3. Sich über das Leuchtmittel genauer informieren (nicht nur Kelvinangaben) und auch mal Spektren verlangen. Nur dadurch das der Aquarianer sich mit solchen oberflächlichen (oft unbrauchbaren) Angaben abspeisen läst, können Defizite auch nur schwer erkannt werden.

    Gruß
    Oliver

    Hallo,

    Die Ursache für mögliche Geräuschentwicklungen liegt an der Übertragung der Frequenzen in die Reflektoren. Bei einem Entfernen der Reflektoren sind auch die Geräusche weg. Die Röhren werden bei elektr. Vorschaltgeräten mit 40-50 kHz betrieben. Dadurch das die Powerbalkenreflektoren direkt an den Röhren aufliegen, kann es zu kapazitiven Einkopplungen kommen und im ungünstigstem Fall eben auch zu Geräuschentwicklung. Dies ist aber definitiv nicht die Regel und hängt auch davon ab, wie stramm die Reflektoren an den Röhren liegen. Wer hiermit Probleme hat, braucht eigentich nur dafür zu sorgen, dass die Reflektoren nicht so stramm an den Röhren liegen. Wer auf Nummer sicher gehen will kann auch etwas Teflonband an zwei
    kleinen Stellen um die Röhren wickeln, um so die Reflektoren von den Röhren zu entkoppeln.
    Dieser Effekt war aber eigentlich nur sehr selten und ist erst im laufe der Zeit gelegentlich aufgetreten.
    Ich hoffe jedoch Klaus, dass Du lichttechnisch zufrieden bist.

    Weiteres gerne per PN.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Marrakesch,

    Kelvin ist lediglich die Farbtemperatur und hat nichts dem Lichtstrom (Helligkeit) einer Lampe zu tun.
    Zur Beruhigung: Es gibt aber Einige, die diesem Irrtum unterliegen.

    Grüße
    Oliver

    @all
    Dies ist ein weiteres Beispiel, das Kelvinangaben nur zur Irritierung und nicht zur Aufklärung dienen.

    Hallo,

    viele vermuten sicherlich, dass Blauröhren von Osram besonders gut in Bezug auf "Helligkeit" und Stabilität seien müßten. Leider kann man aber die reinen Blauröhren überhaupt nicht mit der Stabilität von Tageslichtröhren vergleichen. Egal von welcher Firma. Ich habe weltweit (bis nach Japan) recherchiert, um den besten Blauleuchtstoff zu finden und habe viele vergleichende Tests mit Musterlampen verschiedener Hersteller gemacht. In unseren Lampen kommt ein Leuchtstoff der Firma Phillips zum Einsatz. Osram war hier nach meinen Messungen nicht besser...
    Dies aber nur zur Info.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    Zitat

    ich habe mir mal die Frage gestellt, ob Blauröhren bei den heutigen HQI Strahlern (10.000 - 14.000 K) überhaupt noch von Bedeutung sind. Früher bei den sehr warmen Lichtfarben, o.k. Aber heute, bei dem hohen Blauanteil im Licht?

    Genau hier liegt eben leider das große Mißverständnis. Eine hohe Farbtemperatur bedeutet eben nicht automatisch auch einen hohen Blauanteil. Der Vergleich von 10.000 K Brennern auf: http://www.advancedaquarist.com/issues/nov2002/feature2.htm
    zeigt deutlich, das die oft identischen Maxima (egal von welchem Hersteller :winking_face: ) nur im Violett-Blau Bereich um 420nm liegen und dann aber zum echtem Blaubereich um 450nm deutlich abfallen. In einem Fall ist die UV Belastung sogar deutlich höher, als die photosynthtisch nutzbare Strahlung um 450nm.

    Alleine dies zeigt schon, das die Einstufung in Kelvin für Brenner in der Aquaristik viel zu ungenau und für die echten Bedürfnisse unserer Korallen ohnehin unbrauchbar ist.
    Während es Früher aus esthetischen und biologischen Gesichtspunkten interessant war Blauröhren zu den Daylightbrennern zu schalten, ist es heute zwar aus esthetischen Gründen bei 10.000 K + Brennern nicht mehr zwingend nötig, jedoch wegen der Schwäche im "Echtblaubereich" biologisch genauso wertvoll.
    Die Spektren von Brennern mit hoher Farbtemperatur und Blauröhren ergänzen sich sehr gut, da dort wo die Blauröhre Ihr Maximum (450 nm) hat, hat der Brenner kein Maximum und umgekehrt. Die Spektren der verschiedenen Leuchtmittel ergänzen sich also sinnvoll.

    Es ist zwar richtig, das unser Tageslicht morgens und abends viel wärmer ist(höherer Rotanteil), allerdings wird dieser Effekt durch den "Spektralfilter" Wasser, bei dem der Rotanteil schon sehr schnell ausgefiltert wird, auch deutlich verringert. Vergleiche zu Landpflanzen sind auch generell eher unglücklich, da die Pigmentgarnitur bei korallen völlig unterschiedlich ist.

    Für eine Simulation eines Tagesverlauf über dem Riffdach, wären langsam hochdimmende blauweiße Röhren sicherlich nicht unrealistisch und der Farbsprung zu späteren Brennern eher geringer. Es spricht aber auch nichts dagegen Blauröhren hierfür zu nehmen, und die Fluoreszens der Korallen zu genießen, da Blaulicht je nach Meerestiefe fast immer mehr oder weniger dominiert.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    Die Ausleuchtung ist bei einem 1,20m Aquarium mit 0,90m Leuchtbalken schon ganz gut, aber doch zu den Seitenscheiben eben etwas abfallend.

    Seit kurzen bauen wir (auch bedingt durch unsere Anpassung für Juwelaquarien) den 39 Watt Doppelbalken in einer Länge von 107cm (mit leicht versetzen Röhren). Dies nur zur Info.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Kenny,

    auf dieser Seite: http://www.animalnetwork.com/fish2/aqfm/199…s/2/default.asp
    werden z.b. relevante Vergleiche (von 400 - 700 nm) angestellt.

    Zitat

    Optimal wäre für unsere Zwecke also ein Meßverfahren das die Leuchtmittel genau in den Bereichen mißt, der für das Wachstum der Korallen wichtig ist.



    Richtig, hierfür müßten Spezialfilter entwickelt werden, die z.B. an das Absobtionsspektrum der Zooxanthellen angepast sind. Aber auch der Bereich der nicht so wichtig für das Wachstum ist, kann aber sehr wichtig für die plakative Färbung vieler SPS sein. Mehr hierzu jedoch auf der SIfi...

    Viele Grüße
    Oliver

    Also nocheinmal....

    Lumen ist für die Aquaristik irrelevant. Bei Lux (als Beleuchtungseinheit) und Lumen (als Emissionseinheit einer Lampe) wird nur der gelbgrüne Spektralanteil (mit einem Maximum um 550 nm) erfasst.

    Lampen mit 10.000 oder 14.000 Kelvin die überwiegend im violett-blauem Bereich emittieren haben zwangsläufig eine niedrigere Lumenangabe, da Sie eben im Gegesatz zu Daylightlampen prozentual wesentlich stärker im Blaubereich emitieren statt im Gelbgrünbereich.

    Wenn Ihr schon verschiedene Lampen mit unterschiedlicher Lichtfarbe vergleichen möchtet, dann sollte also das gesamte Spektrum (400-750nm) erfast werden und nicht nur ein spezieller Bereich wie es bei Lumen der Fall ist. Hierzu nimmt man z.B. Quantenmeter.

    Leider gibt es hier wenig vergleichende Literatur. Die Vergleiche wie Sie aber hier angestellt worden sind, führen aus den genannten Gründen zu Fehleinschätzungen.

    Lumen ist lediglich eine Maßeinheit für den Helligkeitswert einer Lampe und sagt nichts über die totale Strahlungsemission der Lampe über das gesamte Spektrum (von violettblau -tiefrot) aus.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    brombeere
    als Kontrollinstrument für den Lichtstromrückgang bei Leuchtmitteln, hatte ich hier auch schon wiederholt ein einfaches Luxmeter empfohlen.
    Hier wird zwar nur ein Teil des Spektrums erfasst, jedoch genügt das in der Regel um einen Anhaltspunkt über den Lichtstromrückgang der Leuchtmittel ab der Stunde Null zu bekommen. Zu hohe Temperaturen wirken sich in erster Linie auf die "Leuchtkraft" der T5 Röhren aus. Bei dem Powerbalken gibt es keine termischen Probleme. Die gibt es nur bei Konstruktionen, wo die Röhren sich gegenseitig anstrahlen (aufheizen) können und zu dicht aneinander in einem geschlossenem Kasten angeordnet sind.

    Zitat

    Im Vergleich zu Aquarienlabeled Röhren, die ja von den gleichen Großindustrien gefertigt werden wie die Baumarktröhren.

    @ Andreas
    ganz so einfach ist es allerdings wirklich nicht. Die Aquablue spezial ist z.B. spektral auf die Bedürfnisse der Korallen optimiert indem der blaue Leuchstoff einen zweiten Aktivator um 480nm hat, was zu einer Steigerung der PUR führt. Dies habe ich anhand des Absorbtionsspektrum von Zooxanthellen abgeleitet und ist somit eine technische Anpassung an den tatsächlichen (photosynthtischen) Lichtbedarf der Korallen bzw. Zooxanthellen. Nur durch das Verständnis für unsere Korallen und dessen Bedarf können sinnvolle Weiterentwicklungen gemacht werden. Unterm Strich heißt dies, das die zur Verfügung stehende Strahlungsenergie "nutzvoller" für Korallen ist und auch die natürliche Erscheinung von Korallen eher unterstützt wird, wenn man Ihnen Licht in einer Zusammensetzung zur Verfügung stellt, wie Sie es auch von je her kennen und daran angepasst sind. Natürlich geht eine Kombination von 860+blau auch, allerdings sehe ich dies nicht als die beste Lösung, wenn es um die Optimierung der Pflegebedingungen von Korallen angeht. Die 1B Farbwiedergabe und die größeren Lücken im Spektrum sind hier eben nicht optimal. Oder nimmt man auch ein bewußt schlechteres Salz, weil es ein paar Euro günstiger ist ?

    Uwe
    beide techniken (3-Banden u. 5-Banden) gibt es schon sehr lange. Die 5-Banden Technik wurde immer dann eingesetzt, wenn es darum ging Leuchtstoffröhren mit hoher Farbwiedergabe zu bekommen. Da wir farbenprächtige Tiere im Meerwasser pflegen, war auch mein Ansatz immer Lichtfarben anzubieten mit einer möglichst hohen Farbwiedergabe. Nur so kann die volle Farbpracht auch entsprechend wiedergegeben werden. Es gibt nach wie vor noch viele Altkunden die auf die Komination von Blue und Sun schwören. Aus technischer Sicht hat sich jedoch herausgestellt, dass die 5-Banden Technik zu stärkeren Lichtstromrückgängen führt, da Sie nicht optimal für die hohen Wandbelastungen, die bei T5 (high output) auftreten, ausgelegt ist.
    Die Dreibandetechnik ist hier wesentlich stabiler. Die Nachteile waren jedoch bisher immer eine schlechtere Farbwiedergabe und eine nicht optimale Unterstützung des "spektralen Lichtbedarfes" von Korallen.
    Da die Dreibandentechnik jedoch jetzt verbessert worden ist, und man sogar mit dieser Technik jetzt 1A Farbwiedergabewerte von über RA 92 erzielen kann, ergänzen sich bei der Verwendung dieser Techik jetzt beide Vorteile: Ein nun höhere Lichtstrom mit besserer Farbwiedergabe und nur sehr geringe Lichtstromrückgänge.
    Aufgrund der Verbesserungen in der 3-Banden Technik (z.B. auch mit dem Aktivator um 480nm bei Aquablue sp.) ist dies eben der letzte und bisher beste Stand der T5 Technik für die Aquaristik. Es ist also nur eine Weiterentwicklung, die jetzt auch Qualitativ (Farbwiedergabe) besser geworden ist.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo zusammen,

    es ist richtig dass Röhren wie die 860 von Osram einen sehr geringen Lichtstromrückgang haben. Dies beruht aber nicht auf "spezielle Gase" sondern im wesentlichem auf chemisch stabile Leuchtstoffe. Eine Vergrauung der Leuchtschicht (durch z.B. Ablagerungen von Quecksilber in der Leuchtschicht) kann so durch gecoatete (chemisch geschützte) Leuchtstoffe weitestgehend vermieden werden.

    Diese Technik ist aber heute Stand der Dinge und man findet diese stabilen Leuchtstoffe nun in eigentlich fast allen neuen T5 Röhren. Dies ist auch der Grund, warum auch in der neuen T5 Röhrengeneration für die Aquaristik deutliche Verbesserungen erzielt werden konnten.
    Die Erfahrungen wie z.B. von Aurora bezüglich der Aquablue sind zwar richtig, gehören jedoch der Vergangenheit an. Die neue Aquablue spezial arbeitet nach der gleiche Dreibandentechnik wie die Osram 860 und hat nun eine wesentlich längere Nutzlebensdauer und hat auch einen höheren Lichtstrom (ist heller).


    brombeere
    die Blauröhren haben immer einen stärkeren Lichtstromrückgang. Nach meinen Messungen liegt hier der Lichtstromrückgang nach 2900 Stunden (ca. 10 Monate) bei rund 25%. Bei Tageslichtröhren (Osram 860/Sun pro/Aquablue sp.) nur bei rund 5-7%. Wann Du wirklich mit den Tausch von Röhren anfängst, hängt auch immer von der Gesamtzahl der Röhren (Lichtüberschuß) und den Bedarf der Tieren ab, die Du pflegst. Blauröhren sollten jedoch immer eher getauscht werden.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    wie Jörg schon schreibt ist die Wellenlänge überhaupt kein Problem. Die größte Irritation ist diese wahnsinnig helle aber eben auch sehr kleine punktförmige Lichtquelle. Die Anpassung an eine bestimmte Helligkeite für das Auge ist stark erschwert, da es zu extreme Kontaste gibt (heller Punkt, daneben schwarz) Hier liegt das eigentliche Problem. Deshalb sehe ich es ebenfalls eher als unnatürliche Beleuchtung mit einem zuzätzlichem Streßfaktor bei Fischen an.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Roland,

    Die Hängeleuchte ist schon mal lichtechnisch wesentlich interessanter als viele (nicht alle) T5-Hängeleuchten hier in Europa (obwohl die Leuchtenindustrie eigentlich in Europa führend ist) und auch die EVG`s sind schon eingebaut. Das Problem ist aber neben der Entfernung auch die Tatsache, dass die EVG´s für 120 Volt U.S. Netzspannung ausgelegt sind.

    Zitat

    Bedeutet das, dass ich bei 175 Watt statt 250 Watt sehr viel weniger Strom verbrauche, aber nicht proportional dazu an Lichtleistung verliere. Also nur minimal "dunkler"?

    So kann man es ungefähr sehen. Die Effizienz soll hier wesentlich besser sein. Ich sage nur deshalb "soll", weil ich es selber noch nicht überprüft und gemessen habe. Die höchste Effizienz haben HQI-Lampen aber generell nicht mehr. Diese ist derzeit eher bei den Fluoreszenzlampen und in einigen Jahren vielleicht bei der LED-Technik zu sehen.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Roland,

    Deine Frage ist pauschal nur schwer zu beantworten. Das Thema Beleuchtung ist so komplex, dass es leider keine einfache Rechenformel oder generelle Empfehlung dazu geben kann. Alleine die Unterschiede bei den Beleuchtungswerte von reinen T5-Leuchten sind in der Praxis so groß, dass es im Ergebnis zu Unterschieden von fast 100% bei identischer Röhrenbestückung kommen kann.
    Bei Deiner derzeitigen Beleuchtung (3x250 Watt + 2x58 Watt) wirst Du auf einen tatsächliche Stromaufnahme von rund 1000 Watt/h kommen.
    Wenn es Dir vor allem um eine Reduzierung der Stromkosten geht, ohne dabei Einbußen in der Beleuchtungsstärke hinnehmen zu müssen,
    sind hocheffiziente Lichtlösungen hier sicherlich Deine erste Wahl.
    Dabei sollte man vor allem darauf achten, dass die Reflektoren aus einem hochwertigem Material bestehen und das jede Lichtquelle (HQI oder T5-Röhre) einen seperaten Reflektor und eine möglichst optimierte Reflektorform besitzt.
    Ein Reflektor über z.B. mehrere Lampen zählt hier nicht zu der lichttechnisch optimalsten Lösung. Wenn Du bei Deiner Suche hierauf achtest, bist Du schon einen großen Schritt weiter.
    Wenn Du weiter bei HQI bleiben möchtest, wäre zu überlegen, ob
    nicht 3x175 Watt ausreichen. Diese sollen vom Lichtstrom mit der 250 Watt-Variante mithalten können. Ich habe dies aber selber noch nicht überprüft. Bei der reinen Umstellung auf T5 werden 9x80 (=720 Watt Systemleistung) mindestens zu dem gleichem (oder eher höheren)
    Gesamtlichteintrag in Deinem Aquarium führen.
    Das Lichtverteilungsmuster ist jedoch völlig anders (gleichmäßiger). Optimal wäre es jedoch immer, wenn Du Dir verschieden Becken anschauen könntest, um für Deine subjektive Bewertung auch die optimale Lösung zu finden.

    Viele Grüße
    Oliver

    H

    Hallo Holger,

    dies ist nicht möglich. Dies gilt aber für alle nicht dimmbaren Einbauleuchten. Entweder besitzt ein Leuchtbalken dimmbare Vorschaltgeräte oder normale Vorschaltgeräte. Bei dem von Dir genannten DSI-Controller müßten sogar dimmbare Vorschaltgeräte mit einem DSI bzw. DALI-Eingang verbaut sein.

    Viele Grüße
    Oliver

    Zitat

    Gibt es ein Emissionsspektrum von diesem Brenner? Wuerde mich interessieren!

    Hi Jörg,

    würde mich ebenfalls interessieren.
    Ist dies doch das einzige, was wirklich eine konkrete Aussagekraft hat. Subjektive Eindrücke als Maßstab zu nehmen halte ich für ungeeignet.

    Grüße
    Oliver

    PS: Wegen Deiner Mail melde ich mich bald.

    Hallo,

    Die Optimierung der Wellenmaschine ist noch nicht abgeschlossen. Mir geht es hierbei besonders um eine sehr flexible Lösung für verschiedene Riffsimulationen. So wird Sie von der Geschwindikeit stufenlos einstellbar sein. Also von ganz soft für planktonschonendere Strömungsbilder bis hard für Brandung oder Riffdachsimulatione.
    So kann auch jeder diese Wellenmaschine nach seinem Besatz (z.B.Weichkorallen oder Steinkorallen) anpassen.
    Was die Planktonschonung angeht, ist der bisherige Weg (große Strömungsöffnungen, große Flächen für Strömungserzeugung und langsamer Richtungswechsel) dieser Wellenmaschine schon mal ein völlig neuer Weg um Strömung in Aquarien zu erzeugen.
    Technisch sind wir nun nahe dem Endziel (fast Geräuschlos ohne kritische Verschleißteile), wobei noch nicht alle Tests abgeshlossen sind.
    Ich muß also leider noch einmal um etwas Geduld bitten.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo Frank,

    wir haben bei der neuen Aquablue spezial nach 2800 Stunden einen Lichtstromrückgang von 5-6 % und bei der Sun pro von 4-5% gemessen. Bei 10 Stunden täglicher Beleuchtung wären das 9-10 Monate. Bei der alten Sun und Aquablue hatte man z.B. nach der Zeit schon 25 - 30% Verlust gehabt. Man kann also nun von einer wesentlich längeren Nutzlebensdauer ausgehen. Die Messprotokolle sind auch sehr identisch mit der Osram 860.

    Und dann macht es doch auch mehr Sinn nicht Kombinationen wie Sun und Blue sondern vor allem die Aquablue einzusetzen oder?

    Gut kombiniert:-) Entscheident hierbei ist das die erhöhte Blaukomponente in einer Aquablue spezial (Dreibandentechnik) stabiler zu seien scheint, als wie es bei einer reinen Blauröhre (egal welcher Hersteller) ist. Wenn die 3500 Stunden Dauertest voll sind( ca. 1 Jahr bei 10 Stunden Aquarienbeleuchtung), werde ich die Ergebnisse dann auch offiziell bekannt geben.

    Viele Grüße
    Oliver

    Hallo,

    Ich kann Andreas hier nur völlig recht geben. Blauröhren haben einen stärkeren Lichtstromrückgang als Dreibandenröhren (wie z.B. Osram 860, Sun pro, Aquablue spezial ...) und sollten immer eher getauscht werden. Dies liegt vor allem an dem blauen Leuchtstoff selber.
    In der Vergangenheit waren viele Röhren mit Tageslichcharakter für die Aquaristik nicht auf Dreibandentechnik sonder auf Fünfbandentechnik mit dem Ziel einer bestmöglichen Farbwiedergabe ausgelegt. Diese Technik hatte sich jedoch aufgrund der hohen Wandbelastung, die bei T5 HO auftreten, als sehr instabil herausgestellt, was zu vorzeitigen Lichtstromrückgängen geführt hatte und eben zu den bekannten Austauschintervallen wie hier genannt. Inzwischen ist die Technik jedoch schon wesentlich ausgereifter, was man an den höheren Lichtströmen der neuen Röhren und der nun hohen Stabilität bei Tageslichtröhren erkennen kann.
    Man kann sich also nun wirklich auf wesentlich bessere T5-Röhren freuen. Ich schreibe dies so sicher, weil wir inzwischen eigene Langzeittests gemacht haben und uns nicht mehr auf die Aussagen der Hersteller verlassen. Streng nach dem Motto: Kontrolle ist besser !
    Da es inzwischen sogar selbst Röhren mit 1A Farbwiedergabe in Dreibandentechnik gibt, sehe ich eigentlich keine Vorteile (aus aquaristischer Sicht) sich mit Röhren in 1B Farbwiedergabe (z.B Osram 860) abzugeben. Dies ist zumindest der letzte Stand der Technik.

    Viele Grüße
    Oliver