Beiträge von Ruediger

    Hallo zusammen,

    ich habe ja kürzlich mein neues Aquarium gestartet (mit Real Reef Rocks) und habe in der letzten Zeit jede Menge Korallen besorgt, vor allem Steinkorallen.
    Nun sehen einige der neuen Korallen aber nicht so perfekt aus, wie sie z.B. in der Uni Gießen ausgesehen haben.
    Also habe ich meinen Freund Patrick angerufen und um Rat gefragt. Er gab mir den Tipp, KH zu kontrollieren und ggf. auf 7-8 zu erhöhen und stabil zu halten.

    Ich habe dann sofort den KH gemessen. Dieser liegt derzeit bei 5,4.
    Im Schrank habe ich noch eine angefangene Flasche KH+ von Triton gefunden. Damit habe ich die letzten Tage den KH angehoben. Ich verliere allerdings pro Tag ca. 1 dKH. Außerdem ist die Flasche inzwischen leer.

    Auf Grund von Silvester, Feiertagen usw komme ich in nächster Zeit auch nicht an irgendwelche Chemikalien heran. Womit kann ich meinen KH effektiv halten / stabilisieren / erhöhen?

    Folgendes habe ich noch im Haus:
    1. Calciumhydroxid in großen Mengen. Die Überlegung wäre, dass ich den KH über den hohen pH-Wert stabil bekomme (bei der Zugabe von Kalkwasser bildet sich sofort CO3, Kalziumcarbonat. Dadurch würde sich der KH indirekt erhöhen).
    2. Marinostabil. Vor Jahren hatte ich mal ein Becken mit künstlicher Riffdeko von Thorsten Luther. Zur Riffdeko gab es einen Liter Marinostabil-Pulver dazu. Soll angeblich den KH erhöhen / stabilisieren. Weiß jemand, was genau in Marinostabil enthalten ist? Hat jemand Erfahrung damit? Die Riffkeramik war nicht so der Knaller, daher bin ich hier etwas skeptisch.
    3. Kaisernatron. Wie viel brauche ich davon auf 244 Liter?

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo zusammen,

    es kommt dabei auch immer auf die aktuellen Nährstoffwerte an.
    Bei hohen Nährstoffwerten verkraften Korallen starken Strahlungsstress prinzipiell besser, bei zu hohen NO3-Werten wird es allerdings irgendwann kritisch, da sich durch die starke Strahlung ROS (reactive oxigen species = Sauerstoffradikale) bilden. Diese verursachen schwere Zellschäden. Bei genügend verfügbarem Phosphor können die Schäden von der Koralle repariert werden. Bei zu niedrigen Phosphor-Werten klappt die Regeneration irgendwann nicht mehr und die Koralle stirbt ab.

    Prinzipiell sind Werte von 150-250 PAR für kleinpolypige Steinkorallen ideal, für großpolypige Steinkorallen gelten Werte zwischen 100-200 PAR. Weichkorallen kann man ab 50 PAR gut halten (artabhängig!).
    Bei Werten von über 600 PAR reduzieren die meisten Korallenarten das Wachstum und investieren Energie in Schutzpigmente um sich vor Strahlungsstress zu schützen.
    Ab 1000 PAR wird es für die meisten Korallen kritisch, ab dann sind schwere Strahlenschäden zu erwarten.

    Es kommt auch auf die Art der Strahlung an. Kurzwellige, hochenergetische Blaustrahlung richtet schon bei niedrigen Wattzahlen große Schäden an (UV), während Strahlung aus dem rötlichen Spektrum auch bei hohen Wattzahlen eher für leichtes bis moderates Wachstum sorgt.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Sven,

    solltest du erwägen, dauerhaft Muscheln im Aquarium zu halten, solltest du über Austern nachdenken, ganz speziell pazifische Felsaustern.

    Miesmuscheln sind nicht dauerhaft im Aquarium haltbar, egal woher!
    Zum einen bekommen sie deutlich zu wenig Futter (in einem meiner früheren Aquarien hatte ich eine pazifische Felsauster, dafür aber weder Abschäumer noch Feinfilter noch Filtersocke noch Aktivkohle).

    Gerade ein Abschäumer ist eine zu starke Konkurrenz für jegliche filtrierende Muschel, das gilt auch für die allermeisten Schwämme, Seescheiden usw...

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Ich möchte auch noch in die Diskussion einwerfen, dass das Alles nicht passiert wäre, wenn Stefan mit dem Kauf einfach gewartet hätte, bis das neue Quarantäne-Becken läuft.

    Ich möchte dir damit keineswegs zu nahe treten @muschelschubser, aber vielleicht schläfst du nächstes Mal einfach noch eine Nacht drüber, bevor du kaufst.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Daniel,

    Plasma ist eigentlich die ältere Technologie und wurde außerhalb von Pflanzenzüchtung und Marihuana-Anbau weitestgehend ignoriert.

    Als dann der LED-Hype kam, hat kein Mensch außerhalb von Universitäten oder Forschungsanlagen mehr von Plasma gesprochen.

    Das Ding ist, du wendest bei LED nur noch Energie auf für einen sehr schmalen Bereich des sichtbaren Spektrums des Lichts. Je mehr Spektralbereiche du abdecken willst, desto mehr Energie musst du aufwenden. Im Haushalt oder im Sportstadion oder im Supermarkt fällt das nicht auf, Menschen betreiben ja keine Photosynthese und wenn man hin und wieder das Haus verlässt, produziert deine Haut auch genug Vitamin D mit Hilfe der Sonne.

    Jeder Organismus, der Photosynthese betreibt ist bei LEDs mit schmalem (yay, energiesparend!) Spektrum angeschmiert und muss entweder die Anzahl der Photorezeptoren erhöhen (kostet Energie) oder Pigmente ausbilden, die das Spektrum erweitern (yay, bunt!).
    Bin ich als Koralle auf Grund meiner Farbe (unkritische Mutation, die unter bestimmten Bedingungen zum Absterben führt) aber schon von Natur aus auf ein breiteres Spektrum angewiesen und werde ich gleichzeitig bei sehr niedrigen Nährstoffen (ultra low nutrient) und sehr hoher Blaustrahlung (Strahlungsstress) gehalten, wird es langsam eng.

    HQI hat den gesamten Spektralbereich abgedeckt, verbrauchte aber auch sehr viel Energie.
    LEP (Plasma) ist im Grunde genommen eine alte Technologie, aber extrem effizient. Es wird ausgenutzt, dass bei der Erzeugung des Plasmas jede Menge (sichtbare) Strahlung emittiert wird. Ursprünglich kommt LEP aus der Teilchenphysik und ist nur ein Nebenprodukt in der Hochenergieforschung.

    Ich hoffe, das war einigermaßen verständlich.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hi Klaus,

    die 120 Watt Lampen aus Gießen (Sonderanfertigung nach Kundenwunsch) werden nicht heiß.
    Es stehen immer drei Aquarien übereinander mit ca. 40 cm Luft dazwischen. Die Plasma Lampen hängen 10 cm unter dem nächsten Becken.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Bernd,

    deshalb glaube ich, dass Plasma das "Next-Big-Thing" wird.
    Die Effizienz ist mindestens so gut wie LED, in Sachen Langlebigkeit sind Plasmaleuchten deutlich im Vorteil (10 Jahre und länger).
    Außerdem lässt sich das gesamte Sonnenspektrum abbilden.

    In Holland in der Pflanzenzucht (und im Marihuana-Anbau) wird fast ausschließlich Plasma verwendet.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Eric,

    ich kann gern nochmal von der Uni Gießen berichten, dort leuchten über allen Becken (500 Liter pro Becken) zwei 120 Watt Plasmalampen.
    Das macht 240 Watt je Becken.
    Früher haben sie mit mindestens 500 Watt HQI oder Röhren beleuchtet, bei der halben Anzahl an Becken, mehr schaffte die Klimaanlage damals nicht wegen der Abwärme.

    LED haben sie auch mal ausprobiert, da gehen eine Korallenarten gar nicht mehr.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Kurzer Kommentar von mir zum Thema:
    Die Uni Gießen besorgt sich die Korallen für die Forschung in der Regel aus dem Roten Meer, in der Regel von der Sinai-Halbinsel.
    Sie haben aber auch schon Korallen aus Afrika oder aus Israel geholt.

    Dank einer Kooperation mit Kolumbien haben sie den Großteil der bestehenden Korallen aus Kolumbien bekommen.

    Also es gibt nicht nur Indonesien oder Australien! Auch vor Kuba kann man wunderbare Tiere sammeln.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hey Eric,

    danke für deinen Erfahrungsbericht. Dann dient die Schwarmbildung weniger der sozialen Interaktion, sondern mehr dem Schutz vor Feinden.
    Dann macht es in meinem Becken vielleicht doch Sinn, ein Pärchen zu halten?
    Da gefallen mir die Kaudernis aber trotzdem besser.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Bernd,

    Gleiches ist / war doch bei den sehr beliebten Süßwassergarnelen zu beobachten.
    Eine zeitlang wurden für "Panda" oder "Kong" Garnelen irre Preise bis zu 250 EUR je Stück bezahlt.
    Selbst heute kann man eine ordentliche Summe mit bestimmten Garnelen verdienen.

    Während meiner Studienzeit habe ich mir so ein paar Euro dazuverdient. Das entsprechende Becken stand im Badezimmer auf der Fensterbank (ohne Beleuchtung) und wurde mit Osmosewasser, speziellem Bodengrund und ein paar Wasserpflanzen + Mooskugeln betrieben. Die Garnelen haben sich vermehrt wie verrückt.
    Sobald ich 10 Nachwuchsgarnelen zusammen hatte wurden diese für 50 EUR verkauft.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Ralf,

    danke für deine Einschätzung!
    Die Optik der Giesemann gefällt mir auch viel besser als die der ATI, allerdings ragt sie auf jeder Seite etwa 2,5 cm über den Rand hinaus.

    Passiv gekühlt ist die Giesemann aber nicht, da sind definitiv Lüfter verbaut, die allerdings sehr leise sein sollen.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo zusammen,

    da ich sehr unzufrieden bin mit meinen beiden (unterschiedlich hellen) Red Sea Reed LEDs, überlege ich auf T5 umzusteigen.
    Vorteil wäre absolut gleichmäßige Ausleuchtung des gesamten Beckens und man kann sich das Licht nach Belieben zusammenstellen. Außerdem sind die vom Preis echt akzeptabel.

    Ich könnte entweder eine Giesemann Matrixx II dimtec mit 6x39 Watt inklusive 6 Wochen alter Röhren bekommen, folgende Röhren sind verbaut:
    ATI Blue Plus 3x
    ATI Actinic 2x
    ATI Coral Plus 1x

    Alternativ könnte ich eine ATI Sunpower mit 6x39 Watt inklusive neuer Röhren bekommen. Welche Röhren hier verbaut sind muss der Verkäufer noch herausfinden.

    Gibt es Vor- oder Nachteile bei den einzelnen Lampen?
    Muss man etwas beachten außer dem regelmäßigen Leuchtenwechsel?
    Ich hatte noch nie vorher T5.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo zusammen,

    ich wollte mal fragen, ob jemand Erfahrungen mit Zoramia leptacantha hat.
    Im Meerwasser-Lexikon steht, dass sie ab 200 Liter gehalten werden können, aber möglichst in Gruppen gehalten werden sollten.
    Die Frage wäre, ob die Gruppenhaltung auch in 200 Litern möglich ist (Gesamtwassermenge bei mir sind 244 Liter).

    Ursprünglich wollte ich ja ein Pärchen Kauderndis, da aber zur Zeit nirgends Pärchen verfügbar sind, wurde mir die obigen Fischlein empfohlen.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Korrigiere mich bitte, wenn ich falsch liege, aber sind Bloodworms nicht reines Süßwasser Futter?

    Ich habe mal gelernt, dass man Salzwaserfische nicht mit Süßwasser Futter füttern soll, wegen bestimmter Krankheitserreger, gegen die Salzwasserfische keine Immunabwehr haben.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Chris,

    Man kennt es ja von Alkohol und anderem Bakterienfutter - es züchtet häufig einseitig bestimmte Bakterienstämme, die dann dominieren. Ist jetzt vielleicht weit hergeholt, aber vielleicht führt die "Fütterung" der Bakterien mit bestimmten Mitteln auf Dauer auch zu einer Verarmung.

    das ist genau der Grund, warum einige Stämme dominieren, weil wir in die natürlichen Kreisläufe eingreifen und für uns nützliche Stämme mit Futter begünstigen.
    Langfristig kommt es dadurch aber zu einer Verringerung der Biodiversität.

    Microbe Lift und Co helfen sich mit ihren Präparaten in erster Linie selbst, indem sie dafür sorgen, dass die eigenen Bakterien im Becken dominieren und dafür spezielles Futter nachgekippt werden muss, damit der Stoffwechselkreislauf in Gang bleibt.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Andreas,

    in der Regel reichen kleine Stücke von 5-10 cm aus, um die Beckenbiologie deutlich aufzuwerten. Je größer der Brocken, desto schneller siehst du das Ergebnis.
    Außerdem gilt: je frischer, desto besser das Ergebnis.
    Wenn die Steine schon zwei Jahre im Händlerbecken lagen wirst du nicht mehr so eine starke Verbesserung erleben.

    Es hilft auch, wenn man LS aus verschiedenen Ecken der Welt verwendet.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hi zusammen,

    ich bin ja so froh, dass du dieses Topic gestartet hast, Chris, ich könnte stundenlang darüber schreiben!

    Eine Verarmung der Biodiversität im Aquarium kannte man früher schon als Old Tank Syndrome, ich glaube Daniel Knop hat als erster deutschsprachiger Autor darüber (ab)geschrieben.

    Lebende Steine brauchen kein Licht, aber mit Licht wachsen die phototrophen Organismen besser :winking_face:

    Ich würde mir ein oder zwei lebende Steine ins Technikbecken legen und mindestens einen lebenden Stein oben ins Riff, zur Not nimmst du einen künstlichen Stein raus.

    Wichtig ist, dass der neue Stein die alten Steine berührt. Du wirst sehen, dass das Becken innerhalb von zwei Wochen einen richtigen Schub bekommt.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Kristian,

    Da wüsste ich nicht, ob man das riecht.

    Schwefelwasserstoff ist in sehr geringen Konzentration "riechbar", das merkst du schon auf einem Meter Entfernung wenn jemand Mundgeruch hat, auch hier kommt der üble Geruch zum Teil vom Schwefelwasserstoff.
    Es kann aber auch in Verbindung mit anderen Stoffen einfach nur muffig oder faulig riechen oder schlicht in anderen Gerüchen untergehen.

    Ist auch die Frage, ob sich irgendwo Schwefelwasserstoff bildet und nachdem die Leiche oder der Gammel verstoffwechselt wurde, der Schwefel wieder in Lösung geht und von den Tieren wieder in Aminosäuren verbaut wird.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hi Chris,

    genau mein Thema!

    Sehr interessante Analyse, sowas haben wir in Kiel für die Analyse des Mikrobioms von Hydra gemacht, wir haben allerdings in einer einzigen Hydra-Kultur mehr Bakterienstämme gefunden als Spezies in deinem gesamten Aquarium vorkommen.

    Die Analyse wurde mit Hilfe von QIIME gemacht, so sieht meine Masterarbeit zum Teil auch aus :winking_face:

    Du hast definitiv viel zu wenig Diversität im Becken. Ich habe mir in meiner Zeit in Kiel aus verschiedensten Quellen Bakterien besorgt (Muschelschalen aus dem GEOMAR, Steinchen aus der Kieler Förde, Lebendgestein vom Händler, ...).
    Das Problem heutzutage ist der Start des Aquariums mit Totgestein, dann wird noch ein bisschen Mixrobe-Lift draufgekippt und das wars. Leider verarmt dadurch die Bakterienfauna, einige dominante Bakterienstämme verdrängen nach und nach die restliche Population (insbesondere durch Einbringen der immer gleichen Bakterienpräparate).
    Ich habe mir daher für mein neues Becken z.B. Sand aus der Deep Sand Bed Anlage von Mrutzek geholt, dazu noch AMA Lifesand, dann einen kleinen Brocken Lebendgestein vom letzten Import von meinem Händler.
    Die Riffsäule ist vom Thomas hier aus dem Forum. Donnerstag fahre ich nach Gießen und hole mir dort aus der Anlage noch ein paar Korallen + Lebendgestein.

    Was ich mit dem obigen Text sagen will: Real Reef Rocks + Microbe Lift reicht nicht aus. Man benötigt Lebendgestein (keine bewachsene Riffkeramik!). Oft reichen auch winzige Stückchen aus, abgebrochene und bewachsene Korallenäste, Stückchen von Muschelschalen, Steinchen...
    Je mehr verschiedene Bakterienstämme man im Becken hat, desto weniger wahrscheinlich ist die massenhafte Vermehrung von Pathogenen. Viren spielen in diesem Zusammenhang eine sehr große Rolle. Im Ozean sind nämlich der Großteil aller Viren Bakteriophagen, d.h. Viren, die auf ganz spezielle Bakterien spezialisiert sind um diese als Wirt zu nutzen.
    Auch hier gilt: Je größer die Diversität, desto wahrscheinlicher ist es, einen Virus zu erwischen, der unsere, im Aquarium vorkommenden Bakterien als Wirte nutzt (vor allem die pathogenen Bakterien!).

    Vielleicht hilft dieser Post dem Einen oder Anderen als Denkanstoß. Diversität ist wichtig - lebenswichtig! Mit Totestein und Starterbakterien hat man zwar Leben im Aquarium, aber keine Diversität.

    Viele Grüße und Danke @argonaut für die Analyse!
    Rüdiger

    Hi Sebastian,

    erinnert ein wenig an "Schmeiß die übrigen Teile mal in den Karton da, das sind Retouren... - Praktikant sieht die Teile im Karton, packt sie ordentlich ein und macht einen Aufkleber drauf..."

    Ein bisschen wie Resterampe :thumbs_up:

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Tina,

    um das nochmal klarzustellen:
    Der Schwefelmangel hat nichts mit den Korallen zu tun! Umgekehrt auch: Die Schädigungen der Korallen entstehen nicht durch Schwefel-Mangel!
    Im normalen Aquarium (wenn gefüttert wird) sind reichlich Aminosäuren und Proteine enthalten und somit auch Schwefel.

    Schwefel "verschwindet" nicht einfach aus dem System, sondern wird gebunden. Es gibt auch Schwefelverarbeitende Bakterien, die Schwefel verstoffwechseln, die hat man aber in der Regel nur im Becken, wenn es anaerobe Zonen gibt. Dort entsteht auch Schwefelwasserstoff.
    Schwefelwasserstoff kann auch im Boden verbleiben und erst freigesetzt werden, wenn z.B. die Gammelstelle oder die anaerobe Zone verwirbelt wird. Dann allerdings "knallt" es, dann wird auf einen Schlag so viel Schwefelwasserstoff freigesetzt, dass es zu Vergiftungen kommen kann.

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Tina,

    Schwefel ist in einigen Aminosäuren enthalten (Cystein und Methionin zum Beispiel). Da Aminosäuren für den Bau der Proteine essentiell sind, könnte es Störungen in der Proteinbildung geben.
    Da aber Schwefel und Aminosäuren in der Nahrung der Korallen enthalten ist, sollte es keine Probleme geben, es sei denn, es wird komplett auf Fütterung im Aquarium verzichtet.

    Ich würde mir allerdings schon Gedanken machen, was mit dem Schwefel im Wasser passiert, nicht, dass ihr Gammelecken im Becken habt, in denen sich Schwefelwasserstoff bildet (stinkt widerwärtig und ist bereits in niedrigen Konzentrationen giftig).

    Viele Grüße und einen schönen Sonntag,
    Rüdiger

    Hallo Marc,

    betreibst du Balling oder so?
    Weil so hohe Calcium und Magnesiumwerte sind mit normalem Salz nicht zu schaffen.
    Ab ca. 500 mg pro Liter fängt Calcium an auszufällen.

    Bist du dir 100%ig sicher, dass die Dichte passt? Wie gemessen? Spindel? Aerometer? Salimeter? Refraktometer?

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Marc,

    wie lange hast du sie schon? Manche Korallen benötigen bis zu 14 Tage um sich an ein neues Becken zu akklimatisieren.
    Störungen von außen können natürlich ein Grund für das Einziehen der Tentakel sein. Gibt es andere Korallen im Umkreis von <10 cm, die eventuell aggressive Kampftentakel ausfahren?

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Lucas,

    zunächst einmal: Willkommen im Forum!
    Dein Steinaufbau finde ich sehr gelungen und du machst es nicht so wie viele andere Anfänger, Wasser rein, Steine rein und abwarten was passiert, sondern hast direkt Korallen und Fische eingesetzt, gefällt mir.

    Das einige Fische zu groß sind für dein Becken ist dir auch klar, darüber müssen wir nicht sprechen.

    Ich hätte aber dennoch einige Anmerkungen:
    Du hast dein Becken abgedeckt, das kann man machen, führt aber in der Regel zu folgenden Problemen:
    - Sauerstoffuntersättigung
    - CO2 Übersättigung
    - Überhitzung
    - es kommen etwa 7-12% weniger Licht im Becken an (Reflexion, Absorbtion)

    Bei den Wasserwerten sind mir die sehr niedrigen Nährstoffe aufgefallen, da solltest du möglichst schnell gegensteuern mit Hilfe von Phosphat-Konzentraten.
    Es wird überall in jedem Ratgeber propagiert, dass der PO4-Wert bei 0,02 mg pro Liter liegen soll. Das halte ich aber aus mehreren Gründen für Quatsch:
    - wir messen in unseren Becken nicht kontinuierlich sondern sporadisch, das heißt, du hast alle paar Tage mal eine Momentaufnahme des PO4-Wertes. Ist dieser zu hoch oder zu niedrig, steuerst du gegen. Läuft der PO4-Wert gegen 0, kann es für empfindliche Korallen bereits zu spät sein
    - Jeder Test hat einen Unsicheheits- / Korrekturfaktor, meistens sind das +/- 0,002 mg pro Liter. Zeigt der Test 0,002 mg pro Liter an, können das im schlechtesten Fall 0,000 mg pro Liter oder 0,004 mg pro Liter sein. Das ist der Unterschied zwischen "Koralle kann wachsen und Zellen regenerieren" und "Keine Nährstoffe verfügbar, Koralle leitet Autophagie ein (Selbstverdau) um Zellschäden zu beseitigen" - auf deutsch: Wachsen oder sterben!
    - Am Anfang schwanken die Werte stark, das bessert sich erst mit der Zeit, bis dahin: Leben oder Sterben? Der PO4-Wert wird es dir sagen!

    Technik:
    Magst du mal etwas zur verwendeten Technik schreiben?
    Dein Abschäumer würde mich interessieren und ob du einen Vliesfilter verwendest. Benutzt du Ozon oder UV?
    Insgesamt kommen mir die zwei Strömungspumpen etwas schwächlich vor, ich hätte mindestens ein Kaliber Tunze Stream 3 oder Vortech MP 40 erwartet.

    Folgendes möchte ich dir raten:
    1. Nährstoffe in Ordnung bringen -> PO4 mindestens auf 0,1 mg pro Liter, Stickstoff kannst du erstmal ignorieren
    2. Mehr Strömung!
    3. Mehr Korallen! Je mehr Verbraucher du hast, desto weniger Siedlungsfläche haben Algen und "böse" Bakterien

    Viele Grüße,
    Rüdiger

    Hallo Andre,

    nimm die Koralle bitte mal aus dem Becken und riech an dem Schmodder.
    Wenn es faulig riecht, entsorge die Koralle direkt und säubere sehr gründlich deine Hände bevor du das nächste mal in das Becken fasst, denn es könnte es Brown Jelly sein.
    Oder du schneidest die Stelle sehr großzügig mit einem Keramikmesser heraus.

    Viele Grüße,
    Rüdiger