Beiträge von argonaut

    Hi,

    ja, Drahtalgen waren zunächst auch meine erst Wahl. Aber damit kann ich den Doc nicht füttern. Ich lass das mal so laufen und werde Erfahrungen sammeln. Mir geht es nicht so sehr um den Nährstoffabbau, daher wäre ich auch nicht traurig, wenn die Algen eher langsam wachsen. Im Idealfall möchte ich ein kleines Biotop haben, wo sich Kleistlebewesen wie Copepoden ungestört ansiedeln können. Ein paar Algen, die man für den Doc abernten kann und vielleicht noch ein kleiner pH Ausgleich in der Nacht. Das hängt natürlich vom Algenwachstum ab, aber ich lasse mich da überraschen. Minimal scheint es schon zu wirken. pH Tief in der Nacht:
    Montag 8,04
    Dienstag 8,08
    Mittwoch 8,12

    Grüße

    Chris

    Hi,

    Sandy, der Natriumwert ist doch ok. Liegt fast im Idealbereich.
    Bei 30 Litern kann ich Sandy ansonsten nur zustimmen, mit Wasserwechsels löst du die meisten "Probleme" recht schnell. Eine ICP für so kleine Becken halte ich für fragwürdig, vor allem wenn sowieso regelmäßige Wasserwechsel gemacht werden. Klar, man kann das auf Verdacht mal machen, aber es ist eine Momentaufnahme. Wenn du jetzt 30 oder 40% Wasser wechselt, sehen die Werte schon wieder völlig anders aus. Größere Wasserwechsel kann man machen, wenn einiges aus dem Ruder gelaufen ist. Aber da ist wichtig, den Phosphatwert im Auge zu behalten. Bei niedrigen Werten reduzierst du entsprechend auch Phosphat sehr kräftig.

    Verlasse dich auf den Phosphatwert, den du selber misst. Der und der Blick ins Becken reichen für eine Beurteilung aus. Dann lieber das Geld in eine Referenzflüssigkeit investieren, damit kann man dann die eigenen Tests gut einschätzen.
    Eisen n.n. kann völlig ok sein, es kann aber auch ein Mangel vorliegen. Da hilft leider auch nur der Blick ins Becken. Bei faunamarin gibt es eine Wissensdatenbank, da wird das beschrieben und auch, woran man dies und jenes erkennen kann.
    Wenn du regelmäßig Wasser wechselst mit einem guten Salz, brauchst du dir da normalerweise keinerlei Gedanken machen, normalerweise auch nicht bei Jod. Welches Salz verwendest du?

    Grüße

    Chris

    Hallo zusammen,

    danke für den Input. Bei meinen Nährstoffwerten war das vielleicht eine Schnapsidee, wenn ich mir deinen Verlauf anschaue, Sebastian. Beeindruckend!
    Naja, mal sehen, vielleicht finde ich noch eine Algenart, die eher langsam wächst und bei niedrigen Nährstoffwerten.
    Rüdiger, eigentlich dürfte im TB kein Kleingetier sein, wie Schnecken. Läuft bei mir durch den Vliesfilter und ich habe da noch nie Schnecken gesehen.
    Eventuell mache ich noch einen Deckel drauf. Licht im TB ist tatsächlich keine so gute Idee, wenn man nicht ständig reinigen möchte.

    Grüße

    Chris

    Hallo zusammen,

    am Wochenende hatte ich mal wieder Lust zu basteln und ich wollte eh schon immer mal ein Algenrefugium ausprobieren, aus folgenden Gründen:
    1. Algenfutter für die Fische
    2. Dichte der Kleinstlebewesen erhöhen
    3. pH Ausgleich durch nächtliche Beleuchtung
    4. gewisser Nährstoffaustrag

    Mein Technikbecken ist nicht sehr groß, ich konnte einen Teil aber noch abgrenzen:

    Rechts vorne ist der Vliesfilter, daneben geht es zum Refugium, danach zum Eiweißabschäumer und rechts hinten schließlich zur Rückförderpumpe.

    Sonntag bestellt, heute gekommen:

    Meersalat und eine Gegabelte Rotalge.

    Im Refugium habe ich lebende Steine platziert, die schon ca. 1 Jahr im Dunkeln im Technikabteil gut umströmt lagen. Ich habe noch etwas feinen Sand reingegeben und dann die Algen befestigt


    Als Beleuchtung habe ich eine "Tunze LED full spectrum", die kann man auch unter Wasser befestigen.

    Wird das so was mit dem Algenwachstum oder sollte ich doch eine Lampe speziell für Pflanzen nehmen? Ich habe noch so eine Aufsatzleuchte für ein Süßwasserbecken. Die Nährstoffe liegen bei 1mg Nitrat und 0,06mg/l Phosphat.
    Ich habe keinerlei Erfahrung, was die Algen an Nährstoffen aufnehmen. Das Refugium ist klein und ich denke nicht, dass viel ausgetragen wird. Oder täusche ich mich da?

    Grüße

    Chris

    Hi Sandy,

    wer weiß, vielleicht resultiert die Aussage auch aus seinem reichen Erfahrungsschatz :winking_face: Nach dem Motto, wenn es für unser Auge unangenehm wirkt, kann man meist davon ausgehen, dass es den Tieren im Becken auch nicht gut tut.
    Man sollte solche Aussagen auch nicht überbewerten. Wie du sagst, taugen die meisten Lampen ganz gut und es sollte nicht allzu schwierig sein, sich an die Herstellerprogramme zu halten was die Einstellungen anbelangt. Es gibt auch genügend Hilfestellungen abseits der Hersteller.
    Und wer meint, an den Lampen unüberlegt rumspielen zu müssen, dem ist mit einem PAR Messgerät sicher auch nicht wirklich geholfen.
    Ja, Licht ist wichtig, aber welcher Aquarianer hat schon so ein Messgerät zu Hause? 1 von 500 ? Das war früher nicht notwendig und ist es heute auch nicht. Aber trotzdem sind die Dinger interessant und nützlich, ich habe nichts dagegen! Aber statt so ein Messgerät zu kaufen, würde ich das Geld im Zweifel eher in eine gute Lampe investieren, da kann man sich das Messen nämlich in der Regel sparen...

    Früher hingen bei Claude die Kessel AP700 über den Becken. Da habe ich nicht lange überlegt und mir so eine Lampe gekauft. Was für eine Zuchtanlage taugt, kann für mein Hobby Becken nicht verkehrt sein. Und was soll ich sagen, die Lampe ist toll. Bei dieser Lampe ist es auch so, dass man gar nichts falsch verstellen kann. Man wählt über ein Rad die Lichtfarbe aus, die man haben möchte - von sehr weißlastig und sehr blaulastig und die Lampe stellt im Hintergrund die einzelnen Kanäle so ein, dass es für die meisten Korallen passt.

    Grüße

    Chris

    Hallo zusammen,

    es gibt ja viele Dinge im Hobby, die man nicht wirklich braucht. So ein Messgerät ist eins davon. ABER, ich finde es einfach interessant, damit rumzuspielen. Ob es nun T5 sind, die mit der Zeit schwächer werden (wann genau, in welchem Umfang?) oder auch LED Lampen, die mit den Jahren nachlassen. Stellt man nun einfach jedes Jahr 2% die Leistung hoch? Wie verändert sich das Spektrum, wenn man an den LED Einstellungen herumspielt und sieht man die Auswirkungen an den Korallen?
    Für wen solche Fragen interessant sind, ist so ein Gerät sicher eine nette Spielerei. Wobei die gemessenen Werte schon stimmen sollten, ich glaube das Seneye Reef hat recht schlecht abgeschnitten im Vergleich zum Apogee. Eventuell macht es tatsächlich Sinn, mal einen qualifizierten Test abzuwarten.
    Witzig finde ich Claude, wenn er sagt, stellt euer Licht so ein, wie es für eure Augen angenehm ist und in der Regel passt das dann auch. Also relativ entspannt an solche Sachen rangehen ist sicher nicht verkehrt, Messgeräte hin oder her.

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    mal wieder ein Video von Claude. Vor allem die Ausleihmöglichkeit des Geräts reizt mich schon sehr!

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    Grüße

    Chris

    Du bist (wie ich auch) Einer, der lieber die Korallen anschaut, um Probleme zu erkennen. Dies
    e "Art" stirbt halt langsam aus

    Glaube ich nicht :winking_face: Habe heute ein Video von Jörg Kokott gesehen, wo er das auch nochmal deutlich herausgestellt hat. Ohne ins Becken zu schauen, ist eine ICP Auswertung relativ nutzlos. Mal abgesehen von einzelnen Werten wie Jod oder die Mengenelemente.
    Das was du Paul, oben angesprochen hast, wurde da auch nochmal angesprochen. Eisen und Mangan werden durch Phosphat schnell gefällt und Jörg hat das am Beispiel seines Systems Sangokai erklärt. Wer das verwendet, sollte bei den ICP Auswertungen nicht versuchen, Spurenelemente krampfhaft nach den "SOLL" Vorgaben einzustellen. Eisen und Mangan werden täglich mit dosiert und es ist nicht unüblich, dass bei einer ICP n.n. rauskommt. Wer jetzt meint, Eisen und Mangan dosieren zu müssen, um in einen nachweisbaren Bereich zu kommen, riskiert mit großer Wahrscheinlichkeit, dass das dosierte Eisen und Mangan ständig gefällt wird und als "Abfall" im Sand und in der Dekoration landet, wo es für Korallen nicht mehr verwertbar ist und zudem anderen Probleme begünstigt.
    Erst wenn der Blick ins Becken ahnen lässt, dass irgendetwas fehlt und zusätzlich eine ICP Auswertung auf einen Mangel hindeutet, kann man Spurenelemente zudosieren. Und auch hier weist Kokott darauf hin, dass man recht schnell sieht, ob sich was ändert und wenn (was für mich neu ist) sich innerhalb von wenigen Tagen nichts ändert, hat es keinen Mehrwert und man kann es auch wieder lassen.

    Das ist alles nicht trivial und entweder man bringt sich das über jahrelange Erfahrung selbst bei oder hat eben Leute, deren Tagesgeschäft die Auswertung solcher Analysen ist.

    Grüße

    Chris

    eine icp ist ja bei der interpretation der werte nicht auf einen "hersteller" festgelegt.


    klar, aber das ist ja das Konzept bei der faunamarin ICP. Du bekommst nicht nur die ICP, sondern auch einen Fachberater an die Hand, auf dessen Beratung du Anspruch hast. faunamarin baut sich damit ein Netzwerk von Verkaufsstellen aus, die nicht nur verkaufen, sondern auch beraten. Der Verkäufer und Fachberater bindet Kunden und animiert im Bedarfsfall zu weiteren Käufen und der Kunde bekommt eine Beratung von einem "ausgebildeten" Berater. Das ist zumindest die Theorie dahinter.

    Auch wenn es komisch klingt, ICP-Fachberater, aber so verkehrt finde ich es nicht für Leute, die ansonsten ihre ICP Ergebnisse in Foren stellen und dann zig Antworten bekommen.

    Grüße

    Chris

    Hallo Tom,

    danke für die Ausführungen. Ich stand auch irgendwie auf dem Schlauch. Klar, im Meer lässt sich anorganisches Phosphat meist nur in Spuren nachweisen, dafür hat man halt das ganze organische Plankton (Bakterien, tierisches und pflanzliches Plankton).

    Wenn PO4 im Becken nicht oder nur sehr gering nachweisbar ist, der Gesamtphosphorgehalt aber "ausreichend" ist, gibt es wohl zwei Fälle: bei dem einen rauchen die Korallen ab, weil die gegebenen organischen Phosphatquellen für Korallen nicht verwertbar sind und/oder der enzymatische Umbau zu anorganischem Phosphat nicht schnell genug vonstatten geht oder es gibt den Fall, dass trotz nicht nachweisbarem oder sehr niedrigem PO4 die Korallen keine Mangelerscheinungen aufweisen, da es verwertbare organische Phosphatquellen gibt.

    Ich finde das insofern wichtig, weil es immer wieder Anfänger gibt, die die ICP Auswertungen zu Phosphat nicht richtig lesen können. Im schlimmsten Fall werden dann Adsorber eingesetzt, weil da steht "Gesamtphosphat (berechnet) 0,15.

    Zur Thematik "Fachberater": der Anreiz liegt auf der Hand: Kundenbindung und Verkaufsförderung. Wenn eine kostenlose Beratung bei einer ICP inklusive ist, dann gehen halt auch viele direkt zu dem Fachberater und lassen sich beraten. Wenn die Beratung gut ist, entwickelt man Vertrauen zu dem Berater und kauft sicherlich auch gerne dort ein. Aus Beratersicht: wenn gemäß ICP z.B. Jod fehlt, dann kann man es dem Kunden verkaufen. Durch die persönliche Beratung werden wohl viele beim beratenden Betrieb einkaufen und nicht da wo es am günstigsten ist.
    Ist sehr clever gemacht (im positiven Sinn), im besten Fall ist es eine win-win Situation. Wer das nicht nutzt ist entweder selbst schuld oder hat es nicht nötig :winking_face:

    Grüße

    Chris

    Nichtsdestotrotz ist der Gesamtphosphorgehalt (o- also anorganisches + organisches Phosphat) auch relevant, da org. Phosphor von den Korallen genutzt werden kann.

    Kann das mal jemand eingehender erläutern? Organisches Phosphat ist doch Phosphat, das überall enthalten sein kann, also z.B auch in Lipiden und was so von Korallen nicht direkt verwertet werden kann (oder zumindest nur minimal). So wie ich es verstanden habe, kann organisches Phosphat enzymatisch in anorganisches umgebaut werden und somit bildet es einen gewissen Puffer im Becken.
    Wenn organisches Phosphat von Korallen verwendet werden kann, wie ist es dann zu erklären, dass in manchen Becken zwar genügend organisches Phosphat enthalten ist, die Korallen aber trotzdem sterben (bei n.n. anorganischem Phosphat)?


    Ortho-PO4: 0,006 ( obwohl direkt vor der ICP bei mir 0,06 photometrisch gemessen)

    PO4 zu messen, ob mit Tröpfchentest oder photometrisch, ist kein Hexenwerk. Daher würde ich nochmal abklären, welcher Wert richtig ist. Vielleicht wurde es bei Oceamo auch falsch übertragen und soll 0,06 heißen.

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    was ich eigentlich nur zum Ausdruck bringen wollte: je gröber der Sand, desto mehr bodengrabende Tiere fallen als Pfleglinge aus. Sanddollars (ok, sind sehr speziell) brauchen sehr feinen Sand, die allseits beliebten Babylonia Schnecken auch. Bei Versuchen hat sich z.B. gezeigt, dass Babylonia spirata Sand zwischen 0.05 – 0.002 mm bis 0.25 – 0.10 mm bevorzugt. Selbst im noch feinen Sand von 1-2mm fand man kaum noch Schnecken. Auch viele Nassarius Schnecken bevorzugen feinen Sand. Je gröber, desto mehr Stress erzeugt es und dann brauch man sich nicht wundern, warum die Tiere nach kurzer Zeit verschwinden.
    Auch für grabende Grundeln sollte der Sand nicht zu grob sein.

    Das ist für die die Eingangsfrage vielleicht auch etwas zu speziell, man sollte halt im Zweifel immer 10x nachlesen, welche Tiere für welchen Bodengrund geeignet sind.

    Grüße

    Chris

    PS: Rüdiger, schöne Aufnahmen!

    Hallo,

    wichtig für uns ist das Orthophosphat. Das messen wir auch mit den Tröpfchentests und den photometrischen Tests (Hanna Checker). Werte zwischen 0,05-0,08mg/l sind sicher was eine Limitierung anbelangt und sollten von Anfängern angestrebt werden. Kleinere Werte sind nicht "falsch", aber es besteht halt die Gefahr eine Limitierung, z.B. wenn der Verbrauch stark steigt und der Wert schnell absinkt oder gar gegen n.n. geht.
    Interessehalber, wie ist deine Dichte/Salinität?

    Jod: ist am unteren Normbereich. Würde ich auf jeden Fall beobachten.
    Vanandium: n.n. wäre mir zu wenig. Vanadium sollte nachweisbar sein
    Mangan: ziemlich hoch, wobei ich nicht weiß, das das für Folgen haben könnte
    Eisen: alter Falter, der Wert ist sehr hoch. Eisen ist ein Algendünger, auch für die Zooxanthellen der Korallen. So hohe Werte sind nicht gut (Überdüngung). Musst mal nach der Ursache forschen, auch von Mangan. Beiden fallen im Meerwasser schnell aus und selbst Becken, die kein nachweisbares Eisen haben, können ausreichend mit Eisen versorgt sein.

    Grüße

    Chris

    Hi Rüdiger,

    ich habe 3-5mm und für manche Bodenbewohner ist das schon zu grob. So ganz feinen Sand würde ich auch nicht empfehlen, deswegen der Rat mit den 2-3 mm. Ich bin allerdings mit meinem sehr zufrieden, verschlämmt nicht und wird nicht so schnell weggeblasen.

    Grüße

    Chris

    Hallo Johann,

    wenn ich jetzt neu starten würde, würde ich mir echten Korallensand besorgen (Aquamedic, Dupla), so 2-3mm und dazu ein paar Kilo Live Sand von Mrutzek. Zur Sandkörnung: wenn du grabende Tiere haben möchtest oder sandkauende Grundeln, sollte es möglichst fein sein. 5mm ist fast schon wieder zu grob. Je feiner der Sand, desto schneller wird er aber weggeblasen von der Strömung. So ein Mittelding 2-4mm ist meist am besten.

    @Bernd
    Bei dem Experiment von BRS hat der Live Sand aus der Tüte und der Live Mud ganz gut abgeschnitten. Die Vielfalt war deutlich höher als bei tot gestarteten Becken, das haben die mit de Aquabiomics Analyse belegt. Aber ich sehe es wie du, erstens bekommt man die Bakterien auch über Ableger, Lebendgestein oder echtem Live Sand, zweitens weiß man nie, ob da noch Leben in der Tüte ist.

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    gegen Glasrosen habe ich letztes Jahr auch mal einen Tangfeilenfisch eingesetzt. Hat bei mir auch auf Anhieb geklappt. Aber leider fand der Fisch Geschmack an den schönen Krustenanemonen. So zwei Monate nach dem Kauf ist der Fisch krank geworden bzw. immer mehr abgemagert und schließlich verendet. Er hat auch Frostfutter angenommen, am Futterangebot kann es nicht gelegen haben. War wahrscheinlich schon krank, andere Fische blieben gesund. Auf jeden Fall würde ich das nicht nochmal machen, mir sind dann die Krusten doch zu sehr ans Herz gewachsen, um sie zu opfern. Zumal nicht klar ist, ob es dabei geblieben wäre oder ob der Fisch dann noch andere Tiere angegangen wäre.

    Hajo, hast du die Kugelalgen zerdrückt und den Docs angeboten? Habe auch vereinzelt Kugelalgen, teilweise auch an Korallen. Kein Drama, aber "wehret den Anfängen", sag ich mal. Habe auch einen Zebrasoma flavescens, der interessiert sich aber nicht dafür.

    Grüße

    Chris

    Hallo Johann,

    bei live Sand aus der Tüte wäre ich vorsichtig. Zwar sind da lebende Bakterien enthalten, was schon ganz gut sein kann, aber andere lebende Organismen wird man darin nicht finden. Ich bin bei solchen Produkten sehr skeptisch. Wenn die Palette mit dem Sand mal bei Minusgraden draußen stand oder in der prallen Sonne, dann lebt da gar nichts mehr. Da kauft man halt die Katze im Sack.
    Wenn live Sand, dann tatsächlich den von Mrutzek.
    Ansonsten gibt es halt die Sande, die nicht aus dem Meer kommen, sondern abgebaut und vermahlen/zerkleinert werden. Da nützen auch die Fantasie Namen nichts, wie Tonga, Fiji usw. Früher gab es von Aquamedic echten Korallensand. 1-2 mal ausspülen und er ist gebrauchsfertig. Die anderen Sande muss man ewig ausspülen und selbst dann werden sie nicht so richtig klar. Außerdem ist der nätürliche Korallensand schön abgerundet, der "hergestellte" ist meist recht scharfkantig.
    Echter Korallensand ist sehr rar geworden, man bekommt ihn aber noch. Er sieht auf Bildern nicht so schön schneeweiß aus, das täuscht aber. Im Becken unter Beleuchtung ist er schön weiß.

    Grüße

    Chris

    Hallo Fabi,

    vielleicht war es auch einfach nur ein Versehen des Verkäufers. Wenn es eine crassa ist: die bleiben klein, vermehren sich aber wie Elisabeth schreibt sehr stark. Aus einer sind bei mir 20 geworden. Sind aber nicht so schlimm, Korallen verdrängen sie nicht wirklich. Aber man sieht schon an den Rändern der SPS, wie einzelne kleine Äste absterben und die Kampftentakel ausgefahren werden, wenn sie zu nahe kommen.
    Ist aber ganz interessant, die stehen nie im vollen LIcht, sondern halten sich an den Rändern oder in so halb schattigen Lagen auf. Trotz der großen Anzahl ist bei mir kein anderes Tier ernsthaft verletzt worden, weder LPS noch SPS.

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    wenn du das Bild mit dem Handy gemacht hast, kannst du von dem Bild ein Screeshot machen. Meistens ist es die An/Aus Taste und die lauter/leiser Taste (gleichzeitig drücken). Dann macht das Handy ein Bildschirmfoto von dem was du gerade anschaust. Das Bild ist von der Größe her viel kleiner.

    Grüße

    Chris

    Bilder wären gut. Da es sich um einzelne Stellen handelt, die deiner Beschreibung nach auch schnell wieder zuwachsen, liegt es schon nahe, dass irgendein Tier die Beläge abfrisst.
    Was Hajo schreibt gibt es aber auch, z.B. bei sehr hoher Beleuchtungsstärke, das sieht z.B. so aus:

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    die können sich erstaunlich schnell bewegen. Habe vor ein paar Tagen ein Video gesehen, wo eine in einem Becher mehrere kleine Sprünge gemacht hat und sich innerhalb von wenigen Sekunden mehrere Zentimeter fortbewegt hat.
    Sie können sich auch einfach los machen und etwas herumschwimmen:

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    Grüße

    Chris

    Hallo Saskia,

    mit den Wasserwerten hat das nichts zu tun. Ich tippe auf Tiere, die sich an dem Aufwuchs gütlich tun. Ein einzelner Copepode kann täglich zwischen 11.000- 375.000 Kieselalgen fressen! Die sind extrem nützlich, wobei diese Tierchen nicht an Grünalgen gehen. Vielleicht kannst du mal nachts in das Becken leuchten und schauen, ob sich da Tiere am Aufwuchs zu schaffen machen, z.B. Schnecken.
    Ist ein gutes Zeichen!

    Grüße

    Chris

    Hallo zusammen,


    wer kennt sie nicht, Organismen, die man am liebsten nicht in seinem Becken haben möchte? Glasrosen, Manjanos, Tubellarien, montiporafressende Schnecken, Acropora Strudelwürmer, Red Bugs, Asterina, Borstenwürmer, um nur die bekanntesten zu nennen.

    Die Erfahrungen klaffen weit auseinander, von „ich gebe mein Becken auf“ bis hin zu „alles nicht so tragisch“. Dementsprechend gibt es ein weites Spektrum an Gegenmaßen, von der Chemiekeule über Fressfeinde bis hin zu Tolerierung dieser Organismen.


    Der Begriff „Plagegeister“ ist, wie ich finde, eine treffende Bezeichnung, denn im Grunde nennen wir sie so, weil sie den meisten ziemlich auf die Nerven gehen. Für andere wiederum sind es einfach nur Schädlinge, die mit allen Mitteln bekämpft werden müssen. In den USA wird das Mittel „Bayer Advanced Complete Insect Killer“, eigentlich ein Insektizid für den Garten, gegen AEFW und Red Bugs eingesetzt. Schon der Name liest sich wie ein Blockbuster und am Ende siegt – wie sollte es anders sein - das Gute über das Böse. Also alles kein Problem?
    Daniel Knop schlägt in seinem Buch „Trojaner im Meeerwasseraquarium“ wesentlich leisere Töne an. Hier werden unerwünschte Organismen von einer eher biologischen Betrachtungsweise gesehen, als Bestandteil eines komplexen Systems aus Organsimen, das aus dem Gleichgewicht geraten kann. Die Ursachen liegen oft nicht in den unerwünschten Organsimen an sich, sondern oft am Pfleger vor der Glasscheibe, der durch unbedachte Maßnahmen Entgleisungen auslösen und verstärken kann. Neben chemischen und physikalischen Bekämpfungsmethoden stellt Knop hilfreiche Tierarten vor, die bei der Eindämmung und Kontrolle helfen können. Es geht nicht primär um die Ausrottung von Organismen, die nicht erwünscht sind, sondern um die Herstellung eines gesunden Gleichgewichts im Aquarium, dass es letztlich sogar ermöglicht, mit einer Vielzahl von Trojanern „zu leben“.
    Das Buch ist in jedem Fall lesenswert und kann uneingeschränkt jedem empfohlen werden, der sich mit dieser Thematik intensiv auseinandersetzen möchte!


    Aber zurück zum eigentlichen Thema dieses Threads. In diesem Thread soll es um individuelle Erfahrungsberichte gehen. Welche Plagegeister hattet/habt ihr und wir seid ihr damit umgegangen? Welche Maßnahmen waren von Erfolg gekrönt, welche eher ungeeignet, im schlimmsten Fall sogar schädlich?


    Ich mache mal den Anfang. Ich hatte über 10 Jahre lang Tubellarien. Nicht die roten, sondern die eher harmlosen, die sich gerne an Weichkorallen wie Sinularia oder auch an meiner Pilzlederkoralle festmachen. Ich hatte nie den Eindruck, dass die Korallen massiv gestört oder gar verletzt wurden. Tubellarien ernähren sich vom Schleim der Korallen und bei massivem Befall bedecken sie auch größere Bereich der Korallen. Eventuell wachsen die betroffenen Korallen langsamer, das kann ich nicht beurteilen, aber keines der Tiere wurde krank oder ist verendet.
    In eher unregelmäßigen Abständen habe ich die Korallen aus dem Becken genommen und gebadet. Die Tubellarien vielen ab und die Koralle war befreit von ihren „Läusen“.
    Natürlich dauerte es nicht lange, bis die Tubellarien, die sich auf dem Gestein oder im Becken befanden, wieder über die Korallen her machten. Das damalige Becken war sehr klein, was die Fischauswahl extrem einschränkte. Letztlich habe ich mich damit arrangiert, zumal ich ein typisches Mischbecken hatte und es nur zwei drei Tiere waren, an die die Tubellarien gingen.
    Ein Teil des Riffaufbaus zog mit ins neue, aktuelle Becken und natürlich freuten sich auch die Tubellarien auf ihre neue Umgebung! Aber auch hier waren sie nie ein wirkliches Problem, eher lästig.
    Das Ganze endete dann abrupt mit dem Einsatz von Lanthan. Eigentlich ging es mir nur darum, den Phosphatwert zu senken. Der nette Nebeneffekt war, dass die Tubellarien innerhalb kurzer Zeit Geschichte waren. Ich glaube, die Korallen atmeten auf, aber vor allem, weil sie keiner mehr mit seinen Grabschefingern aus dem Becken holte und zwangsbadete. :grinning_squinting_face:

    Viel Spaß und Grüße

    Chris

    Verwandte Threads:

    Heute schon gedippt?

    Hallo,

    inwieweit es sinnig ist, bei sps/lps nach dem schon stressigen transport in der versandttüte dann gleich beim ankommen ihnen ne erneute dröhnung zu verpassen um danach ins ungewohne neue milieu verbracht zu werden....

    Ja, da ist was dran. Daher auch die Eingangsfrage, wie die Erfahrungen so sind. Es dürfte schon auffallen, wenn gedippte Korallen es öfters mal nicht schaffen.
    Macht wahrscheinlich auch einen Unterschied, ob die Korallen online gekauft werden und sich eine Zeit lang bei nicht optimalen Temperaturen in einem Beutel befinden oder ob sie lokal gekauft werden.

    eher nicht, wenn man mit Totgestein startet und jeden Ableger vor dem Einsetzen prophylaktisch "sterilisiert".

    Genau, bei frisch gestarteten Becken mit Totgestein würde ich das auch nicht machen.

    Sehe ich anders. Der Nachschub an "Critters" und möglichst die Vervielfältigung der Arten ist m.E. schon sinnvoll und auch spannend.

    Auf jeden Fall, hört sich auch gut an. Aber die Frage ist halt, ob das so stimmt. In eingefahrenen Becken wird man immer Copepoden, Amphipoden, Schlangensterne, Schnecken usw. finden. Deren Population wird durch das Nahrungsangebot und Fressfeinde bestimmt und spielt sich in jedem Becken über die Zeit ein. Ein paar einzelne Exemplare zusätzlich einzubringen wird die Vielfalt nicht erhöhen.
    Anders sieht es aus, wenn Organismen ins Becken gelangen, die bisher nicht da waren. Das wäre ein Argument gegen das Dippen. Auf der anderen Seite gibt es auch räuberische Hitchhiker, die die Beckenvielfalt im schlimmsten Fall reduzieren können.

    Also wenn ich ein eingefahrenes Becken habe, das frei von jeglicher Pest ist, das Becken gut läuft und alles gedeiht, dann macht dippen schon Sinn. Die Bakterien, die auf den Ablegersteinen sind, werden durch das Dippen höchstens dezimiert, aber von steril ist man da weit weg mit den herkömmlichen Diplösungen.

    Was mich an den Dips etwas stört ist, was viele berichten: es fällt viel ab an Kleingetier, aber am Ende schaffen es doch immer wieder unerwünschte Mitreisende oder deren Eier ins Becken. Es scheint also nicht allzu zuverlässig zu sein.

    Ich habe schon bei etablierten Züchtern gesehen, wie eine komplette Zuchtanlage voller Turbellarien (Planarien) war. Bei einem anderen Händler sieht man eigentlich immer einen massiven Grünalgen Aufwuchs auf den Ablegersteinen. Und das sind nur Situationen, die man live vor Ort sehen kann. Bei Korallen, die verschickt werden, nicht nur von etablierten Händlern, sondern auch von privat, von cc und was es sonst noch gibt, sieht man das alles nicht und es bleibt einem nur der Blick auf die gekauften Ableger.

    Insofern halte ich es für sinnvoll, eine Diplösung zu Hause zu haben. Wie so oft, gibt es keine generelle Empfehlung, Korallen immer zu dippen, es spricht aber auch nichts dagegen. Bevor man Diplösungen einsetzt, würde ich mir folgende Fragen stellen:

    Wie sehen die Ablegersteine aus, sieht man eventuell schon Tiere und Organsimen, die problematisch sind?
    Wie sehen die Tiere aus, machen sie einen angeschlagenen Eindruck und sollten nicht noch zusätzlich gestresst werden?
    Wie sieht das Becken aus? Kreucht und fleucht es, wächst und gedeiht alles oder hat man eher den Eindruck, vor einer biologischen Wüste zu stehen und etwas mehr Vielfalt wäre nicht schlecht?
    Welche Tiere hält man? Acroporafressende Strudelwürmer sind kein Spaß, aber wenn man hauptsächlich LPS, Anemonen und Weiche hält, muss man da auch nichts abwehren. Anders bei Tieren, die bekannt sind für bakterielle Infektionen, wie Euphyllias. Da könnte ein prophylaktisches Jodbad angebracht sein. Ebenso bei Tieren, die sichtbare Wunden haben wie frisch geschnittene und verletzte Tiere.

    Grüße

    Chris

    Hallo Wolfgang,

    richtig, das Mittel tötet sowohl nützliche als auch schädliche Tiere. In der Regel ist es aber so, dass man ein eingefahrenen Becken immer Flohkrebe, Copepoden, kleine Schnecken oder Schlangensterne hat. D.h. es bringt nichts, da noch ein paar weitere Einzeltiere einzubringen. Auf der anderen Seite besteht halt die Gefahr, in ein gesundes Becken Organismen einzubringen, die zu diversen Problemen führen. Daher sind Dips schon ratsam.

    Grüße

    Chris

    Vielen Dank, Daniel. Das tut gut :winking_face: Wobei ich hier nur ein ganz kleines Rädchen bin. Aber das ist auch ok so, es gibt hier genügend gute Leute, die mit Rat zur Seite stehen. Ich werde versuchen, immer mal wieder einen spannenden Input zu geben, bestimmte Themen ansprechen und schauen, dass so Threads wie "Zeigt her eure Becken" immer wieder hervorgeholt werden.
    Was Mark und vor allem Michael im Nachbarforum leisten, ist schon sehr gut und geht glaube ich nur, wenn man entweder nicht Vollzeit arbeitet oder man einen Beruf hat, bei dem so etwas "nebenher" möglich ist.
    Ist hier glaube ich auch nicht notwendig, man kann sich eigentlich immer darauf verlassen, dass die "richtigen" antworten.
    By the way, ich werde bald Vater und habe ja noch einen Hauptjob. Insofern werde ich mich zwar weiter einbringen, aber es kann auch mal ruhiger werden von Zeit zu Zeit.

    Viele Grüße

    Chris

    hast du vor aus dem Forum wieder das Nr.1-Forum zu machen,

    Zunächst einmal macht es momentan sehr viel Spaß, man lernt sehr viel und nie aus! Mir geht es tatsächlich auch darum, dass das Forum etwas mehr besucht wird. Es geht nicht so sehr um Masse, mir würden zusätzliche 20-30 aktive Teilnehmer und immer mal wieder neue Leute schon ausreichen. Zum einen ist das natürlich inhaltlich ein Gewinn, zum anderen besteht weniger die Gefahr, dass bei Streitigkeiten der Fokus auf einem Thread liegt.
    Für mich ist das Forum die Nr. 1 (auch früher schon), weil hier einige erfahrene Leute unterwegs sind, die wirklich viel Wissen haben. Seien es Fische, Technik, Aquarienbau und das eine oder andere Thema.
    Was ich an dem Forum auch schätze ist, dass man die Sachen ausdiskutiert. Mir ist es auch ein Anliegen, dass die Themen möglichst zum Abschluss gebracht werden und man inhaltlich viel daraus herausziehen kann. Wieviele Threads enden einfach ohne dass man weiß, ob jetzt dieses oder jenes geholfen hat oder nicht oder wo das Problem genau war? Letztlich erreicht man die Leute durch Inhalt und Qualität, auch wenn es heutzutage eher in Richtung facebook und co. geht.
    Daran kann man nichts ändern, aber ich bin der festen Überzeugung, dass Foren wie dieses hier weiter bestehen bleiben werden.

    Grüße

    Chris

    Hallo zusammen,

    um ehrlich zu sein, ich habe noch nie Korallen gedippt! Allerdings werde ich das in Zukunft machen, es ist in einem etablierten Becken DIE Quelle für unerwünschte Organismen.

    Es gibt ja eine ganze Reihe von Dips. Die bekanntesten werde ich nachfolgend kurz vorstellen und auch auf die unterschiedliche Wirkweise eingehen.

    Der Pionier der Korallendips ist die hierzulande eher unbekannte Firma „Two little fishies“, gegründet von Jilian Sprung, einem sehr erfahrenen und bekannten Zoologen, Meerwasseraquarianer und Autor diverser Riffaquaristik Bücher.
    Er hat das Produkt „Revive Coral Cleaner“ entwickelt und es ist der einzige Hersteller, der angibt, was enthalten ist: ätherische Öle und zwar 0,5% Tannennadelöl und 0,5% Zitronenöl.
    Bekannte Korallen Dips wie Coral RX, Red Sea DipX, The DIP von fauna marin, Brightwell Aquatics Koral MD pro und weitere scheinen darauf aufgebaut zu haben und enthalten alle ätherische Öle als wirksame Inhaltsstoffe. Teilweise etwas verklausuliert ausgedrückt wie „natural plant extracts" betonen alle, das kein Jod und keine aggressiven Chemikalien enthalten sind.
    Gut, ätherische Öle sind keine Chemikalien, aber durchaus aggressiv wenn man sich die Sicherheitsdatenblätter durchliest. Die meisten sind toxisch für Wasserorganismen, meist langfristig mit Wassergefährdungsklasse 2-3. Aber das nur nebenbei.

    Gegen was helfen diese Dips? Die meisten Hersteller geben an, dass die Dips direkt oder indirekt helfen gegen:
    Montipora Eating Nudibranchs
    Bristleworms
    Zoanthid Eating Spiders
    Red Flatworms
    Rapid Tissue Necrosis (RTN)
    Slow Tissue Necrosis (STN)
    usw. also im Grunde alles, was kreucht und fleucht

    Einige geben noch an, dass ihr Produkt auch gegen bakterielle Infektionen hilft. Was auch einleuchtet, da fast alle ätherischen Öle antiseptisch wirken, zudem auch meist gegen Hefen- und Schimmelpilze.
    Natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass der eine oder andere Hersteller weitere Inhaltsstoffe hinzufügt, um das Korallengewebe zu stärken. Das bleibt das Geheimnis der Hersteller.
    Auf jeden Fall ist mir aufgefallen, dass die genannten Dips fast ausschließlich positiv bewertet werden, in der Regel gut helfen und nur in seltenen Fällen zu Korallenverlusten führen.

    Eine weitere Klasse von Dips sind Jodlösungen wie z.B. das Pro coral cure. Tropic Marin schreibt dazu:
    Ein Iodpräparat mit sehr guter Wirksamkeit gegen parasitische Strudelwürmer, wie sie vor allem auf Acropora-Steinkorallen zu finden sind, sowie gegen andere parasitische und mikrobielle Erkrankungen. Daneben ist PRO-CORAL CURE wirksam gegen parasitische Asselspinnen (Pantopoda) und mikrobielle Erkrankungen.

    Ein weiteres Jodprodukt ist SEACHEM REEF DIP DESINFEKTIONSMITTEL FÜR KORALLEN, auch hier wirkt vor allem Jod.
    Wer will, kann sich das auch mit einer Lugolschen Lösung aus der Apotheke selbst herstellen: 10 Tropfen Lugolsche Jodlösung auf 1 Liter Wasser, die Korallen ca. 10 Minuten baden.
    Jod Dips eignen sich vor allem gegen bakterielle Infektionen, z.B an frisch geschnittenen Korallen, beschädigten Korallen und zur Prävention von Brown Jelly und AFWT. Allerdings gehen die Erfahrungen auseinander, viele berichten, dass Hitchhiker von der Lösung nicht sonderlich beeindruckt sind.

    Als letztes sei noch eine Methode erwähnt, die vor allem gegen alle möglichen Algen hilft, aber auch gegen bakterielle Infektionen und zumindest vom Hörensagen gegen die eine oder andere Pest: Wasserstoff Peroxide 3%ig.

    Verträglichkeit
    Wasserstoffperoxid ist ein starkes Oxidationsmittel. Nicht alle Korallen vertragen es in gleicher Konzentration. Generell dippt man 5 Minuten, die Menge des Mittels (auf einen Liter Wasser) richtet sich nach der Verträglichkeit der Tiere
    Niedrig 20-40ml
    Acropora (Toleranz variiert stark zwischen den Arten), Montipora, Astreopora, Duncanopsammia, Turbinaria, Galaxia, Cyhpastrea, Alveopora, Hydnophora, Echinophyllia, Mycedium, Oxypora, Tubastrea
    Niedrig/Mittel 50-70ml
    Pocillopora, Seriatopora, Stylophora, Caulastrea, Clavularia, Pachyclavularia, Sympodium, Cespitularia, Pachyceris, Echinpora, Leptoseris, Pectinia, Psammacora
    Mittel 80-120ml
    Porites, Xenia, Brown Leathers, Pavona, Fungiids, Heliofungia
    Mittel/Hoch 130-200ml
    Goniopora, Favia, Favites, Goniastrea, Platygyra, Leptastrea, Blastomussa, Cynarina, Physogyra, Plerogyra, Symphyllia, Sinularia, Corallimorpharian (Pilzanemone)
    Hoch 210-350ml
    Zoanthiden, Palythoa, Scolymia, Acansthstrea, Micromussa, Lobophyllia, Euphyllia, Catalaphyllia, Trachyphyllia,

    Die Korallen können länger in eine Lösung mit niedrigerem Konzentrat getaucht werden.
    Diese Methode eignet sich vor allem für Korallenableger, die schon auf den ersten Blick mit diversen Algen bewachsen sind. Für eine maximale Wirkung kann man auch versuchen, reine 3%ige Wasserstoffperoxid auf den Ablegerstein zu tröpfeln und es für 30 Sekunden bis 1 Minute einwirken lassen, dann abspülen und dann die komplette Koralle nochmal in ein verdünntes Bad stellen.

    Gerade bezüglich der Diskussion "Antibiotika bei Euphyllias" scheint ein Kombibad in Wasserstoffperoxid und anschließend in Jod sehr geeignet zu sein, Brown Jelly im Keim zu ersticken. Euphyllias vertragen eine recht hohe Menge an Wasserstoffperoxid! Jod darf aber nicht zusammen mit Wasserstoffperoxid verwendet werden, die reagieren miteinander!

    So, das war der kurze Überblick.
    Welche Dips verwendet ihr? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

    Grüße


    Chris

    Hallo Ralf,

    jetzt habe ich es verstanden. Ich mache das auch, aber über denselben Wasserstandsensor, den ich auch für den Osmosetank verwende. Ich habe einen 80 Liter Osmosewassertank. Sobald der Wasserstand fällt, wird durch eine kleine Pumpe das Osmosewasser nachgefüllt. Wenn ich Wasserwechsel machen möchte, mische ich das Salzwasser in einem separaten Tank und und tausche einfach nur die Pumpe vom Osmosetank in den Salzwassertank. Ist bei mir ein Handgriff von 10 Sekunden.
    Was bei dir sehr komfortabel gehen wird durch den separaten Raum, muss bei mir dann händisch gemacht werden. Ich lege einen Schlauch vom Aquarium bis in den Abfluss. Nun kann es losgehen mit dem Absaugen. Der Wasserstand im Technikbecken sinkt und die Pumpe springt an und füllt Salzwasser nach. Mache ich nichts, passiert auch nichts, da der Wasserstand nicht fällt. Wenn ich keine Lust habe auf Absaugen, lasse ich es einfach so ablaufen, bis der Salzwassertank leer ist = Wasserwechsel abgeschlossen.
    So kann ich in Ruhe absaugen und im Hintergrund wird aufgefüllt. Klappt sehr gut, am Ende muss man halt darauf achten, wann der Tank leer geht. Aber ich schaffe das mittlerweile bis auf ein paar Hundert Milliliter +-. Sehr komfortabel.
    Ich verwende für den Wasserstand folgenden Pegelschalter: H-Tronic

    Bei dir könnte ich mir vorstellen, dass man das über zwei Ventile regelt. Osmosetank und Salzwassertank führen zu einer Leitung, die ins Aquarium geht. Wenn Osmosewasser nachgefüllt werden soll, machst du das Ventil auf und beim Salzwassertank zu (und anders herum). Du müsstest dann halt noch die Pumpe für den Salzwassertank umstecken, sobald Salzwasser nachgefüllt werden soll.

    Eventuell wäre das eine Idee!

    Grüße

    Chris

    Nachtrag: es gibt von H-Tronic auch eine Plus Version, wie ich eben gesehen habe. Du kannst dann auch einen weiteren Sensor einbauen, falls mal ein Unglück passieren sollte, schaltet der Pegelschalter das angeschlossene Gerät ab, wenn der Wasserstand zu HOCH ist.

    Hallo Ralf,

    mit der GHL Steckdose geht das sehr einfach. Pumpe dort einstecken, über "Schaltkanal" die Steckdose wählen und dann bei "Funktion" den Leitwert einstellen. Daneben kann man noch einstellen, was passieren soll (Leitwert heben/senken = Steckdose an/aus).
    Ich würde mir das wirklich gut überlegen. Wenn der Sensor mal defekt geht oder irgendwas schief läuft, pumpt dir GHL den ganzen Tankinhalt ins Becken.
    Ich habe nicht so richtig verstanden, wofür das gut sein soll. In welcher Situation musst du die Salinität erhöhen? Passiert doch so gut wie nie...

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    danke, habe ich gerne gemacht. Mir macht sowas momentan Spaß.

    @Jackrum
    Genauso ist es und man kann es den Leuten manchmal nicht verdenken. Da wird viel Geld ausgegeben für Becken und Technik und man hat die Befürchtung, dass die Korallen nicht so recht wollen, da will man es erstmal mit ein paar wenigen versuchen. Ganz ehrlich: mir würde es da auch mulmig werden als Anfänger. Aber es nützt nichts, da muss man durch.

    @Dea
    Genau diesen Schluss solltest du nicht daraus ziehen. Das schlechte Abschneiden hat einfach damit zu tun, dass das Becken der absichtlich zugesetzten Brühe nichts entgegen bringen konnte. Wenn du tot startest, dann schaue, dass du ordentlich viele Korallenableger einbringst und idealerweise z.B. ein paar Hand voll Sand aus einer eingefahrenen Anlage (wie aus der DSB Anlage von Mrutzek) oder eben Lebendgestein, dass du ins Technikabteil oder kleinere Brocken ins Hauptbecken einbringst.
    Du wirst Hitchhikern nicht viel entgegen setzen können, die kannst du über Lebendgestein, über Sand oder eben über Korallenableger einbringen.
    Bei obigem Beckenversuch waren es räuberische Planarien, die über die Korallenableger mit ins Becken kamen. Und die fressen die wichtigen Kleinkrebse, wie Copepoden, die wiederum ganz gut helfen gegen Kieselalgen und sogar teilweise auch Dinoflagellaten verspeisen. Etwas Glück gehört beim Beckenstart auch mit dazu.

    Grüße

    Chris

    Hallo,

    BRS hat auch nicht behauptet, dass es ein wissenschaftliches Experiment ist. Zunächst einmal finde ich es salopp gesagt ziemlich cool, wenn jemand so was über 9 Monate macht und am Ende nicht sagt, kauft dieses oder jenes und es wird laufen. BRS kommt zu keinen allgemeingültigen Ergebnissen und am Ende stellen sie fragen, wie es weitergehen kann bzw. wir man weitere Experimente durchführen kann.

    Für Anfänger ist das erstmal auch nicht gedacht, denen raucht der Kopf sowieso schon. Irgendwie bedenklich ist es aber nicht, es wird ja nirgends gesagt, mache das so und so und alles wird gut. Eher im Gegenteil.
    Und ich finde schon, dass man daraus etwas rausziehen kann. Alle Becken, die weder Lebendgestein noch Sand oder Gestein aus eingefahrenen Becken enthielten, hatten am Ende mit extrem starken Befall zu kämpfen, der auch nicht wieder wegging.
    Wie oft liest man von schwierigen Becken, die tot gestartet werden und nur ein paar Stöpsel Korallenableger enthalten? Wenn man sich die Anleitungen dazu genau durchliest, dann wird stets empfohlen, das tot gestartete Becken SCHNELL und uppig mit Korallen zu besetzen, um möglichst viel Organismen ins Becken zu bekommen und die Siedlungsfläche für andere Organismen zu verkleinern.
    Das ist kein neues Wissen, aber es wird trotzdem oft vernachlässigt. Hier zeigt die Versuchsreihe anschaulich, dass die Wahrscheinlichkeit für Probleme sehr hoch ist, wenn man meint, man könne ein Becken mit Live Sand, Live Mud oder mit zwei drei Korallenstöpseln starten.

    Also egal wie man startet, es ist stets von Vorteil, viele Organismen ins Becken zu bekommen. Ob das die Schaufel Sand ist von Mrutzek oder von einem befreundeten Aquarianer ist oder Lebendgestein oder was auch immer.
    Wobei man auch hier nie zu 100% erwarten kann, dass es problemlos läuft. Das ist das was BRS als the good and the bad beschreibt. Wir sehen einfach nicht, was wir mit Korallenablegern, Sand, Lebendgestein einschleppen und letztendlich wissen wir nicht, was sich davon durchsetzen wird. Aber man kommt eben nicht umhin, egal wie man startet.
    Vielleicht habe ich das auch nicht deutlich herausgestellt, aber die übergeordnete Frage war, ob es Wege gibt ein Meerwasserbecken so zu starten, dass die Wahrscheinlichkeit für einen guten Verlauf sehr hoch ist und ob man das anhand der Aquabiomics Analysen beurteilen und sehen kann. Zu letzterem habe ich ja schon was geschrieben und BRS sieht das auch so. Es ist ein nützliches Tool für bestimmte Fragestellungen, mehr aber auch nicht.

    Ich finde es schon beeindruckend, wie das Becken mit dem guten Lebendgestein ohne Cleaning Crew und bei vollem Licht am Ende fast genauso gut aussieht wie zu Anfang. Und wie dieses Becken selbst das absichtliche Einbringen eines Pestgemisches gut überstanden hat. Ist das eine Empfehlung oder gar die Lösung? Eben nicht, wie das Becken mit dem anderen Lebendgestein gezeigt hat.
    Aber was wäre, wenn die Methode Lebendgestein oder Gestein von einem anderen Becken dunkel im Technikabteil einzubringen, in den meisten Fällen zu einem guten Ergebnis führen würde? Man reduziert durch die dunkle Lagerung die Gefahr von unerwünschten Organismen, bringt aber gleichzeitig Kleinstlebewesen und Bakterien ins Becken. Ich weiß es nicht! Aber ich finde es faszinierend, solche Experimente zu machen, auch wenn sich am Ende vielleicht herausstellt, dass es eben nicht reproduzierbar zu diesem oder jenem Ergebnis führt.

    Sowieso ist die Meerwasseraquaristik weniger Wissenschaft als vielmehr Kunst. Aber es schadet halt nicht, die Kunst auf der Basis von Methoden auszuüben, sich sich als vorteilhaft herausgestellt haben :winking_face:


    Grüße

    Chris

    Beurteilung/Kritik

    Zunächst einmal muss man wissen, dass BRS kein Institut ist, sondern ein kommerzielles Unternehmen. Die Produkte, die hier verwendet wurden, werden von denen auch verkauft. Daher ist es etwas problematisch, solche Experimente neutral zu sehen. Auf der anderen Seite haben die sich sehr viel Mühe gemacht und man kann nicht sagen, dass hier bestimmte Produkte besonders herausgestellt werden. Ich gehe davon aus, dass das Experiment so ablief wie beschrieben.

    Der Versuchsaufbau ist schön und gut, aber eher unrealistisch. Keine Cleaning Crew, keine Fische (bis auf zwei Nemos pro Becken), die z.B. Algen abgrasen usw. Wobei das von BRS auch nicht intendiert war, es ging primär um die Entwicklung des Bioms, das anhand der vielen Aquabiomics Analysen jede Woche überwacht wurde. Da wären wir aber schon beim nächsten Punkt. Wir sich herausgestellt hat, taugen die Aquabiomic Analysen höchstens sehr eingeschränkt dazu, ein Becken zu beurteilen. Auch ein Becken mit hoher Diversität oder gutem Stabilitäts Ranking kann schwerwiegende Probleme entwickeln.
    Für mich ist es ähnlich wie bei den ICP Tests. Nur weil alles im grünen Bereich ist, heißt das noch lange nicht, dass ein Becken gut läuft. Man kann zwar Schadstoffe (bei Aquabiomics Korallen- und Fischpathogene) erkennen und einen massiven Mangel von bestimmten Spurenelementen (bei Aquabiomics die Organismenvielfalt) ablesen, aber mehr auch nicht. Aus den Ergebnissen der Aquabiomics Analysen lassen sich keine allgemein gültigen Aussagen treffen.

    Was natürlich auch nicht betrachtet werden konnte: wie entwickelt sich jedes Becken mit der Zeit, zum Beispiel was die Nährstoffe anbelangt. Viele kennen es, Becken die tot gestartet wurden, brauchen länger, um stabil zu werden. Erst fehlen Nährstoffe und man dosiert zu, dann geht die Reise in die andere Richtung. usw. usf.

    Letzter Punkt: dieses Experiment wurde einmal gemacht. Wirklich aussagekräftig wäre es, wenn diese Versuchsreihe öfters gemacht werden würde und die Ergebnisse sich reproduzieren lassen. Das Becken mit den Korallenablegern ist ein gutes Beispiel. Leider wurden Planarien mit importiert über die Ableger, aber das ist natürlich nicht jedes Mal so. Genauso beim Sand aus einem eingefahrenen Becken und dem Lebendgestein. Die Ausgangs Parameter können so variieren, dass am Ende ein ganz anderes Ergebnis herauskommen kann.

    Auf der anderen Seite kann man dem Experiment aber auch etwas abgewinnen. Man spricht ja gerne von "Lebendgestein", aber wie in dem Experiment gezeigt wurde, entwickelten sich die beiden Becken mit Lebendgestein extrem unterschiedlich. Während das Gestein aus der Golfregion, das zudem noch im Wasser transportiert wurde, extrem gut abschnitt (auf dem Bild oben sieht man sogar noch lebende Schwämme), war das Becken mit dem indonesischem Lebendgestein mehr oder weniger ein Totalreinfall.
    Eventuell etwas banal, aber letztlich hat sich gezeigt, dass alle Becken, die in irgendeiner Form mit lebendem oder eingefahrenen Materialien gestartet wurden, gut liefen.
    Insofern ist es sehr wichtig, egal wie man startet, schnell Maßnahmen zu ergreifen, damit die ganze Biologie angekurbelt wird. Sei es nun durchs zügige Einsetzen von Korallenablegern oder auch durch (gutem) Lebendgestein oder auch Sand oder/und Steine aus einem eingefahrenen Becken. BRS weist darauf hin, dass in allen Becken, wo kleine Krebstiere, Copepden usw enthalten waren, Kieselalgen entweder gar nicht erst entstanden oder nach und nach zurückgedrängt wurden.
    Das sind sicher keine neuen Erkenntnisse, rufen aber nochmal ins Bewusstsein, dass der beste Weg, Plagen am Entstehen zu hindern, konkurrierende Organismen sind.
    In Bezug auf Lebendgestein würde ich in Zukunft wirklich x mal prüfen, woher es kommt, wie es aussieht und riecht.

    Die Versuchsreihen haben auch gezeigt, dass man mit den guten eben auch IMMER die bösen Organsimen einschleppen kann. Egal ob Lebendgestein, Korallenableger, Sand, Gestein und Wasser aus einer etablierten Anlage, man bekommt immer beides. Insofern wäre ich vorsichtig mit dem Argument, man könne sich durch Lebendgestein viel unerwünschtes einschleppen. Mag sein, dass sich bestimmte räuberische Tiere in den Steinen verstecken, aber Algen, schädliche Bakterien, Glasrosen, Planarien und diverse unerwünschte Organismen bekommt man von überall her mit.

    Besonders interessant finde ich das Becken, das zwar tot gestartet wurde, wo aber Lebendgestein im dunklen Technikabteil untergebracht wurde. Die Idee dahinter ist, dass sämtlich Plagen wie Cyanos, Dinos, Kieselalgen, Goldalgen, Grünalgen Licht benötigen, die Bakterien und die Mikrofauna aber nicht. Durch das Einlagern von Lebendgestein in einen dunklen Bereich reduziert man die Gefahr von unerwünschtem Aufwuchs, profitiert aber von der Bakterienvielfalt und den Kleinstorganismen. Wenn man dann noch Korallenableger vor dem Einbringen ins Becken entsprechend badet, so dass nahezu sämtliche unerwünschten Organsimen entfernt werden, könnte das ein sehr gutes Setup sein.
    Ich hatte zu Beginn meines Beckens im Abstand von 6-8 Monaten immer wieder Korallenbleichen. Nährstoffe waren immer ausreichend vorhanden, so wirklich eine Ursache konnte ich nicht ausmachen. Mir viel nur auf, dass es scheinbar ansteckend war, denn jede gesunde Koralle, die von einer kranken berührt wurde, entwickelte dieselben Symptome. Ich habe dann auch eine Aquabiomics Analyse machen lassen mit dem Ergebnis, dass ein potentiell schädlicher Korallenkeim nachgewiesen wurde, zudem war die Artenvielfalt recht gering. Ich habe dann Lebendgestein gekauft und es im Technikabteil untergebracht, gut durchströmt. Seitdem ist das Problem bis heute nicht mehr aufgetreten. Mag Zufall sein, beweisen kann ich es nicht, aber ich glaube schon, dass diese Maßnahme mit dazu beigetragen hat.

    Wer das ganze ausführlich nachlesen bzw. -hören möchte, kann das hier machen: BRS Biome Cyling


    Grüße

    Chris

    Ergebnisse
    Ich fasse die wesentlichen Ergebnisse hier zusammen. Wer das ausführlich wissen will, soll sich die 10teilige Videoreihe dazu anschauen, die ich ganz am Ende verlinkt habe.

    Becken 1: Totgestein und Toter Sand
    Wie fast zu erwarten, verlief die erste Phase sehr unproblematisch (da alles tot). Dies änderte sich doch in Phase 2: Nach dem Einbringen der Mixtur aus nicht erwünschten Organismen entwickelte sich schnell ein Ausbruch von Goldalgen, der dann durch einen üblen Ausbruch von Kieselalgen abgelöst wurde. Die Kieselalgen hielten sich bis zum Ende des Experiments.
    BRS interpretiert es so, dass durch das Fehlen jeglicher Konkurrenz (auch das Fehlen natürlicher Kieselalgen-Raubtiere wie Copepoden) die Kieselalgenblüte nicht von alleine zurückging.
    Auf der anderen Seite schreibt BRS, dass sie während des gesamten Experiments in diesem Becken nie Cyanobakterien, Dinoflagellaten oder Haaralgen gesehen hätten.
    Ich vermute, die Goldalgen und nachfolgende Kieselalgenplage war so vorherrschend, dass kein anderer Organismus Fuß fassen konnte.

    Becken 2: Totgestein, toter Sand und Korallen
    Dies ist wohl heutzutage die beliebteste Methode, ein Becken zu starten. Phase 1 lief sehr gut, es entwickelte sich ein gesundes Biom und auch Kleinstlebewesen hielten Einzug (über die Korallenableger). Es gab vereinzelt überschaubare Cyanobeläge. Über die Korallenableger wurde jedoch eine räuberische Planarienart eingebracht. In Phase 2 entwickelte sich ein mäßig bis starker Kieselalgenbefall, der sich auf das Sandbett beschränkte und bis zum Ende des Experiments nicht wegging.

    Becken 3: Totgestein und Ocean Direkt Live Sand
    In Phase 1 optisch eines der besten Ergebnisse. Obwohl im Live Sand "aus der Tüte" keine Kleinstlebewesen enthalten sind, sind wohl Bakterien noch ausreichend enthalten, die dann auch eine gewisse Wirkung zeigen. Phase 2 war dann eine Katastrophe mit massivem Kieselalgenbefall, der auch auch nach dem vollständigen Absaugen schnell wieder kam. Zudem entwickelten sich auf dem Stein Cyanos- und/oder Dinobefall.

    Becken 4: Reel Reef Rock
    Phase 1 lief wie ebenfalls zu erwarten, sehr gut. In Phase 2 traten massive Probleme aus, was dieses Becken zum schlechtesten in der Testreihe machte. Nur 3 Wochen nach der Dosierung der Mixtur aus unterwünschten Organismen explodierten im Becken orangefarbene Kieselalgen. Selbst nach gründlicher Reinigung zeigten sich die Kieselalgen sehr aggressiv und kamen umgehend wieder.

    Becken 5: Totgestein, toter Sand, Lebendgestein im Technikbecken
    Für mich eines der interessantesten Becken. In beiden Phasen schlug sich dieses Becken am besten von allen 12 Setups. Das Becken sah nicht nur während des größten Teils des Tests gut aus, sondern war auch in der Lage, die Schädlinge ganz alleine abzuwehren. Schädlinge tauchten auf, waren aber nicht schwerwiegend und lösten sich schnell von selbst auf. Zu Beginn von Phase 1 gab es offensichtliche Anzeichen von Mikrofauna, kombiniert mit einem ausgewogenen und vielfältigen Biom.

    Becken 6: Gestein und Sand aus einem eingefahrenen Becken
    Dieses Becken schnitt auch sehr gut ab. Es gab keine größeren Problem, allerdings wuchsen nach der Dosierung der Mixtur in den ersten 3 Wochen neben Haaralgen einige Goldalgen. In Woche 19 zeigt sich ein leichter Hauch von orangefarbenen Kieselalgen, der jedoch innerhalb einer Woche verschwunden ist. Die Haaralgen und Goldalgen traten nur vereinzelt auf.

    Becken 7: Totgestein, toter Sand und eine Tasse Sand aus einem eingefahrenen Becken
    Während es mit Aquabiomics in Bezug auf das Biom-Gleichgewicht ziemlich gut abschnitt, war das Vorhandensein von unerwünschten Organismen sehr deutlich, insbesondere explosive auftretende Kieselalgen. Allerdings kamen mit dem Sand auch Kleinstlebewesen ins Becken. Die Kieselalgen gingen von alleine zurück, machten dann aber Goldalgen Platz.

    Becken 8: Lebendgestein aus Indonesien
    Dieses Becken hat so ziemlich jeden Schädling irgendwann erlebt. In Phase 1 war das Gestein mit Goldalgen bedeckt und nach dem Einbringen der Schädlingsaufschlämmung entstand eine explosive Kieselalgenblüte, die bis zum Ende der 25. Woche bestehen blieb.
    Auf den ersten Blick könnte das schlechte Abschneiden die allgemeine Vorstellung in Frage stellen, dass Lebendgestein die wertvollste Biomquelle in einem Riffaquarium ist. Trotz der Anwesenheit von Bakterien und Kleinstlebewesen kam es zu Ausbrüchen diverser unerwünschter Arten. Wenn da Becken 9 nicht wäre :winking_face:

    Becken 9: Lebendgestein aus der Golfregion, im Wasser transportiert
    Becken 9 gehört zu den besten Becken. Es gab zwar in Phase 1 diversen Aufwuchs, aber das regelte sich von alleine. Vor allem nach Einbringen der Mixtur aus unterschiedlichen Organismen zeigte sich dieses Becken als äußerst widerstandsfähig. Am Ende des Experiments, in Woche 25, sah das Becken fast so aus wie in der ersten Woche, bis auf einzelne Büschel aus Haaralgen.

    Becken 10: Totgestein, toter Sand und Live Mud von AF
    Das Becken entwickelte sich praktisch 1:1 wie das Becken mit Live Sand. Phase 1 hui, Phase 2 pfui mit anhaltendem Kieselalgenbefall.

    Becken 11: Totgestein, toter Sand, Wasser komplett aus etablierter Anlage
    Schlechtestes Becken von allen. Es endete mit einer dicken Schicht Cyanobakterien und Kieselalgen

    Becken 12: Totgestein, Toter Sand, Produkt "Marine Pure Brick"
    Marine pure brick ist ein besonders luftiges Gestein, das sich zuvor im Technikbecken eines eingefahrenen Beckens befand. Insgesamt schnitt es gut ab, der Aufwuchs in Phase 1 ging schnell von alleine zurück und am Ende von Phase 2 verblieben nur noch ein paar Haaralgen. Kieselalgen, Cyanobakterien, Dinoflagellaten und Goldalgen wuchsen in diesem Becken nicht.

    Hallo zusammen,

    ich bin neulich auf ein Experiment gestoßen, das Ryan Batcheller von BRS (großer amerikanischer Händler für Meerwasseraquaristik) 2022 über mehrere Monate durchgeführt hat.
    Unter Zuhilfenahme von Aquabiomics Analysen wurden 12 Becken mit identischer Größe und Beleuchtung jeweils anders gestartet und dann geschaut, wie sich die Becken in Hinsicht der Stabilität und Entwicklung unerwünschter Organismen entwickeln.
    Ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt posten soll, aus verschiedenen Gründen, aber insgesamt finde ich das Experiment doch recht interessant und jeder kann sich daraus ableiten, was er oder sie möchte!

    Das Experiment wurde in zwei Phasen eingeteilt.

    Phase 1:
    Woche 1 - 4: Kein Licht
    Woche 5 - 10: Mäßige Beleuchtung, die für LPS-Korallen geeignet ist
    Woche 11 - 15: Hochleistungsbeleuchtung, geeignet für SPS-Korallen

    Phase 2: Es wird eine Mixtur aus unterschiedlichen nicht erwünschten Organismen hinzugefügt: Cyanobakterien, Goldalgen, Grünalgen, Kieselalgen und Dinoflagellaten. Nun wird beobachtet, wie welches Becken auf diese Zugabe reagiert.

    Während des Experiments wurden immer wieder für jedes Becken Aquabiomics Analysen gemacht zu zwei Kriterien:

    Artenvielfalt: Hier wird die Anzahl unterschiedlicher Arten von Organismen bestimmt im Vergleich zu etablierten gesunden Becken.
    Gleichgewicht: Aquabiomics hat in etablierten und gesunden Becken 5 Mikrobenfamilien identifiziert, die in einer bestimmten Verteilung typischerweise vorliegen. Sie bestehen aus

    Vibreonaceae
    Kommen in den meisten etablierten Riffaquarien vor, aber selten in neuen Becken. Sie ernähren sich von dem Schleim auf der Haut von Fischen und Korallen sowie von verwesenden wirbellosen Tieren. In Aquarien mit hoher Biolast dominieren sie, sind aber fast nicht vorhanden, bevor Fische und Korallen hinzugefügt werden.
    Rhodobacteraceae
    Dies sind die Mikroben, die den Biofilm bilden, der die Steine und andere Oberflächen in den Becken bedeckt. Natürlich kommen sie in nährstoffreicheren Lagunen vor, im Gegensatz zu nährstoffärmeren Offshore-Riffen, weshalb sie wahrscheinlich die Bedingungen in unseren Becken bevorzugen, die den nährstoffreichen Lagunen eher ähneln.
    Plagibactraceae
    Dies ist die Familie, die den offenen Ozean dominiert und in nährstoffarmen Korallenriffen gedeiht. Sie bleiben in der Wassersäule schwebend und befinden sich nicht auf dem Substrat des Beckens. Durch DNA-Tests ist festgestellt worden, dass dieses Bakterium selten in neuen Becken auftaucht und sich langsam zu besiedeln beginnt, wenn ein Becken reift. In der Wassersäule schwebend bedeutet, dass dieses Bakterium anfällig für UV-Sterilisation ist.
    Ozeanopirillaceae
    Dieses Bakterium kommt in den meisten etablierten Aquarien vor und ist ein weiteres frei schwebendes Bakterium, aber es bevorzugt Umgebungen mit hohem Nährstoffgehalt anstelle von Situationen mit niedrigem Nährstoffgehalt wie Pelagibacteraceae. Dieses Bakterium bevorzugt organische Säuren wie Aminosäuren oder Acetat und blüht oft als Reaktion auf Kohlenstoffdosierung oder Probiotika, die oft Essig enthalten.
    Alteromonadaceae
    Diese Familie gedeiht in Situationen mit höherem Nährstoffgehalt, toleriert jedoch eine Reihe von Nährstoffgehalten. Sie wächst meistens zusammen mit lästigen Algen, weil sie die Kohlenhydrate bevorzugen, die von photosynthetischen Algen freigesetzt werden und dominiert oft in Becken mit einer starken Bedeckung mit lästigen Algen oder einem Refugium voller Makroalgen.

    Das Vorkommen und die typische Verteilung dieser Organismen ist in gut ausbalancierten Riffbecken mit gesundem Biom gemessen worden. Je größer die Abweichung davon ist, desto schlechter schneidet ein Vergleichsbecken ab.
    Hier ist allerdings anzumerken, dass das postuliert wird. Ob das tatsächlich so ist und ob diese Daten überhaupt etwas aussagen, dazu später mehr.

    Nun zu den Becken:

    Becken 1: Totgestein und Toter Sand

    Becken 2: Totgestein, toter Sand, Korallen

    Becken 3: Totgestein, Ocean Direct Live Sand

    Becken 4: Real Reef Rock

    Becken 5: Totgestein, toter Sand. Lebendgestein im dunklen Technikbereich

    Becken 6: Gestein und Sand von einem etablierten Becken

    Becken 7: Totgestein, toter Sand, 2 Tassen Sand von einem etablierten Becken

    Becken 8: Lebendgestein aus Indonesien, toter Sand

    Becken 9: Lebendgestein, nass transportiert aus der Golf Region

    Becken 10: Totgestein, toter Sand, Life Mud von AF

    Becken 11:
    Bilder auf 10 Stück pro Post begrenzt, daher nur so:
    Totgestein, toter Sand, Wasser komplett aus etablierter Anlage

    Becken 12:
    Totgestein, Toter Sand, Produkt "Marine Pure Brick"

    @SoNap
    klar, behalte nur im Hinterkopf, dass die auch mal defekt gehen können bzw. bei mir war es so, das die GHL Sonde nach und nach immer weniger angezeigt hat. Zu dem Unterschied Becken/Behälter kann ich leider nichts sinnvolles beitragen.

    @hajo
    Sprichst du von der GHL Sonde? Ich habe ja so ein Greisinger Leitwertgerät und das läuft tadellos und sehr genau. Beim pH Wert wiederum läuft die GHL Sonde seit 4 Jahren ohne größere Abweichungen (muss halt immer mal wieder kalibriert werden).

    Grüße

    Chris

    Hi Olli,

    das scheint eher ein spezielles Produkt zu sein für bestimmte SPS. Sätze wie "sofern die wichtigsten Wasserparameter stimmen" sind halt etwas schwierig, was ist damit genau gemeint? Ist es Teil des Zeovit Systems (extrem niedrige Nährstoffe) oder klappt das auch in "normalen" Becken? usw.
    Die Beschreibung ist sehr knapp, es gibt keinen Hinweis auf die Inhaltsstoffe, nicht mal in allgemeiner Form.
    Ich würde dort anrufen und mir das Produkt erklären lassen. Nimmt es Einfluss auf die Nährstoffe, Spurenelemente? Mit was kann man schlimmstenfalls rechnen? Beschreibe, was du erreichen möchtest und erkundige dich, ob das Produkt dafür in Frage kommt.

    Grüße

    Chris