Beiträge von Burkhard Ramsch

    Hallo Zusammen,

    vor der eigentlichen Membran sorgt Aktivkohle für die Zerstörung von Chlor, Ozon und anderen Oxidantien - wichtig, falls so etwas mal durch's Leitungswasser kommt. Abgegebenes Phosphat wird von der Membran zurückgehalten.

    Hinter der Membran wird Phosphat abgegeben und nicht mehr entfernt, also die ungünstigere Variante (ich weiß, dass widerspricht der hw-Philosophie).
    Wird zusätzlich noch ein Vollentsalzer hinter die RO-Anlage geschaltet, wird das Phosphat ebenfalls entfernt.

    Hallo Michael,

    wie ich sehe, hast Du eine RO-Anlage, die nicht für die Aquaristik konzipiert wurde. Der nachgeschaltete Aktivkohlefilter ist für Trinkwasseranlagen gedacht, die einen Membrantank haben. Aktivkohle kann immer Phosphat abgeben - genau, wie die AK für das Aquarium. Sie besteht nämlich aus Pflanzenüberresten, die grundsätzlich auch Phosphat zum Wachsen aufgenommen haben. Schmeiß den AK-Filter raus und das Problem hat sich erledigt. Er hat bei Deiner Anwendung keinerlei Funktion, außer Phosphat abzugeben.

    Ohne die ganzen Hersteller hätten wir heute sicher keine so guten Salze und andere sehr sinnvolle Produkte.

    Das ist schön zu hören. Oft genug wird im Zusammenhang "Hersteller" von Abzocke und dumm-und-dämlich-Verdienen gesprochen (klar: schwarze Schafe gibt es überall). Natürlich müssen wir Geld verdienen, denn wir müssen unsere Angestellten ordentlich bezahlen, der Staat bekommt auch sein "Scheibchen" ab und von reiner Wohltätigkeit können die wenigsten von uns überleben.
    Die Spurenelementdiskussion ist nahezu so alt wie die Meerwasseraquaristik selbst. Ein perfektes System wird es nie geben, da die Aquarien sich zu unterschiedlich entwickeln. So bleibt bei den All-in-One-Produkten immer nur die Möglichkeit, zu generalisieren und auf Erfahrungen zurückzugreifen. ICP ist eine tolle Sache, aber auch nur ein stumpfes Schwert, um wirklich zu beurteilen, ob man auf dem "richtigen" Weg ist. Trotz ausgeklügelter Dosieranleitungen eines jeden einzelnen Spurenelements wird es weiterhin unmöglich bleiben, jedes Rifftiere zu halten. Ein jeder hat die Erfahrung gemacht, dass in seinem Aquarium einige Tiere einfach nicht so wollen, wie der Aquarianer es sich vorstellt. Beim Nachbarn aber genau diese Tiere geradezu wuchern.
    Nichts gegen ICP. Die Parameter sind jedoch zu vielfälltig, um die ganze Diskussion an Spurenelementen aufzuhängen. Der Wunsch, den Zustand des Aquariums an für den Aquarianer messbaren Parametern zu beurteilen, ist nur zu verständlich. Es sind leider zu viele Parameter, die eine essentielle Rolle spielen und nicht messbar sind. So muss jeder SEINEN Weg finden.

    Hallo Michael,

    Umkehrosmoseanlagen können kein Phosphat produzieren. Und die Konzentrationen, die im Rohwasser vorliegen, werden sehr gut zurückgehalten, allerdings nicht zu 100%. Manchmal wird Polyphosphat dem Trinkwasser in nicht unerheblichen Konzentrationen zugesetzt als Korrosionsschutz. Aber das hast Du ja schon durch eine Messung ausgeschlossen.

    Es kann aber noch ein anderes Phänomen auftreten. Hast Du wirklich den originalen Schlauch verwendet? Wenn Du für das Reinwasser den normalen PVC-Luftschlauch benutzt, kann es sein, dass daraus phosphathaltige Substanzen leachen (gelöst werden). Immer nur den PE-Druckschlauch verwenden, im Druckteil sowieso, aber auch grundsätzlich auch im Reinwasserteil. Das Konzentrat kann mit was auch immer abgeleitet werden.

    Einige PO4-Tests haben bei extrem salzarmen Wasser (so wie das Permeat der RO-Anlage) Probleme, einen korrekten Wert zu messen. Zur not mal eine ICP-Messung machen lassen. Einige Anbieter bieten die Permeatüberprüfung standardmäßig an.

    Hallo zusammen,

    man muss sich auch von der Vorstellung lösen, dass die Spurenelementkonzentration im natürlichen Riff alle optimal sind. Es gibt immer zumindest einen Minimumfaktor, der ein erhöhtes Wachstum verhindert. Zum Beispiel ist Eisen oft ein Mangelfaktor, um den biologisch mit den verschiedensten Waffen z.B. Siderophore gekämpft wird. Dabei haben die unterschiedlichen Organismen mehr oder weniger Möglichkeiten Eisen aktiv aufzunehmen. Das heißt, dass jeder Organismus sein persönliches Optimum hat. Die einen können bei sehr niedrigen Konzentrationen noch Eisen aufnehmen, werden aber unter Umständen schnell von anderen Organismen überwuchert, wenn die Eisenkonzentration erhöht und keine aktive Aufnahme notwendig ist. Auch der Zustand des Eisens ist wichtig. Liegt es in reduzierter, oxidierter oder organisch gebundener Form vor. Somit liegt bei ein und der selben Eisenkonzentration für jeden Organismus eine unterschiedliche Bioverfügbarkeit vor. Also der Messwert, der laut der ICP-OES oder -MS vorliegt, sagt zunächst nichts darüber aus, ob genügend verfügbares Eisen vorhanden ist.
    Da hilft nur Ausprobieren...
    Zum Glück sind die meisten Aquarienorganismen seeeeeehr flexibel.

    Heute haben wir gerade die dritte Komplettwasseraufbereitung für eine 4 x 4000-Liter-Korallenzuchtanlage verschickt. Auf nur 0,8 m2 Grundfläche sind ein Abschäumer (ACF6000V) mit 4 m3/h Leistung und anschließender Entgasungsstufe, ein Turbo-Kalkreaktor Größe 5, drei Leerfiltern für unterschiedliche Materialien - ein vierter kann noch ergänzt werden - Sockenfilter für eine grobe Filtration, eine UV-Leuchte und ein Großheizer mit 3 kW installiert. Steuergeräte für die Pumpen und den Kalkreaktor finden auf der Rückwand Platz. Die Treibpumpe für den Abschäumer versorgt gleichzeitg den Injektor zur Luftansaugung und alle Zusatzfilter mit Wasser. Eine Rückförderpumpe auf der Rückseite des Systems pumpt das aufbereitete Wasser in die Korallenanlage zurück. Ein Bypass für ein UV-System ist installiert.
    Das komplette Live-Support-System ist für hohe Belastungen ausgelegt, wie sie zeitweise in Zuchtanlagen vorkommen. Weitere Infos zur Anwendung findet Ihr auf http://facebook.com/coralaxy


    Frontansicht des Gesamtsystems - über dem rechten Filterabteil kann ein Fotoaquarium gestellt werden


    Ansicht schräg von rechts


    Wasserverteiler mit Sockenfilter, drei Filtergehäuse für unterschiedliche Filtermaterialien


    Mit knapp über 200 W werden der Injektor-Abschäumer, der Kalkreaktor und sämtliche Zusatzfilter mit Wasser versorgt


    Flexible Verbindung von der PE-Verrohrung zur Rückförderpumpe

    Ja die Designs, da kann man trefflich diskutieren und der Geschmack ist überall auf der Welt unterschiedlich. Mit den Kontrasten, Sebastian, hast Du recht. Auf dem Computerbildschirm im schummrigen Wohnzimmer ist vielleicht eine Sonnenbrille angesagt; aber auf dem Handy bei heller Beleuchtung kann gar nicht genug Kontrast vorhanden sein. Und die Designs an das jeweilige Endgerät anzupassen ist mir ein wenig zu viel Arbeit. (Und Profis dranzulassen war auch mal eine Idee. Vor Jahren lagen wir bei weniger Umfang schon bei schlappen 40.000 DM - vollkommen illusorisch; das gibt die Branche nicht her). Das Design von shop und homepage anzupassen bei vollkommen unterschiedlichen Systemen war schon ein Abenteuer.
    Und Danke, Matthias, für das Lob.

    Von 70% auf 100% ist fast die Hälfte mehr. Wenn die Lichtstärke entsprechend ansteigt für knapp 14 Tage (100 h) und dann wieder auf den ursprünglichen Wert heruntergefahren wird, ist das definitiv Stress. Wie die Tiere darauf reagieren, ist natürliche reine Mutmaßung. - Wenn es möglich ist, die Röhren für die Einfahrphase ein Stück höher hängen.

    Wie versprochen berichte ich heute über die neueste Entwicklung bei AquaCare. Der Prototyp eines externen Überlaufs für alle Aquarien, bei denen eine Überlaufkammer nicht vorhanden ist und ein nachträgliches Bohren ins Aquarium nicht erwünscht oder nicht möglich ist. Wichtig bei externen Überläufen ist, dass das System sicher ist. Denn ein Ausfall hat eine mittlere Überschwemmung zur Folge. Der ExFlow ist durch zwei Systeme abgesichert:
    1. ein Notüberlauf im externen Teil (im Aquarium ist ein Notüberlauf systembedingt nicht möglich) und
    2. ein optionaler Schwimmerschalter, der bei zu hohem Wasserlevel die Rückförderpumpe abschaltet oder drosselt.

    Weitere Eigenschaften des ExFlows sind:

    • die doppelte Kammlänge bezogen auf die Breite des Gerätes
    • niedrige Fallhöhe des Wassers in die interne Kammer (verursacht keine Geräusche; entfernt aber die Kahmhaut)
    • geringe Aufstauhöhe: nur 8 mm bei Volllast des ExFlows 25 (1800 l/h) - so fließt bei Pumpenstopp nur wenig Wasser ins unten liegende Filterbecken nach
    • geringe Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzungen
    • gravierte Skala für Messung des effektiven Durchflusses
    • fischsichere, austauschbare Gittersiebe
    • leichtes Einstellen der optimalen Wasserhöhe in Kombination mit einem Schrägsitzregel- oder Membranventil im Ablauf
    • für Aquarienscheiben mit (Seitenscheibe) und ohne (Rückscheibe) Steg


    "Fliegender" Testaufbau des ExFlows 25



    Der ExFlow 25 bei Volllast mit 1800 l/h

    Wir planen im Mai mit der Produktion der Serie.
    ExFlows mit höherer Leistung sind in der Planung.

    Hallo Sebastian,

    danke für die konstruktive super-Kritik :smiling_face:

    Aber in den 90ern sah das ein wenig anders aus - wahrscheinlich bist Du zu jung, um die Anfänge des webs noch zu kennen:

    Wenn Du bunte Filmchen mit wenig Infos und noch weniger technische Daten benötigst, bist Du tatsächlich bei uns an der falschen Adresse.

    Nun ist auch AquaCare mit einem Board hier vertreten - hat ja auch lange genug gedauert..

    Für alle, die es noch nicht wissen: AquaCare entwickelt, produziert und vertreibt seit 1995 Lösungen und Produkte im Bereich Membranverfahren (Umkehrosmose, Mikrofiltration, Ultrafiltration) und Meerwasseraufbereitungsanlagen (Abschäumer, Filter...) von klein bis ganz, ganz groß. Zur Information stehen unsere Seiten http://aquacare.de und http://aquacare-shop.de zur Verfügung.

    Wir werden über unsere Neuentwicklungen berichten und stehen hier natürlich für allgemeine Fragen über AquaCare und über unsere Technik zur Verfügung. Bei speziellen technischen Fragen oder Problemen wendet Euch bitte an unseren Support: info@aquacare.de

    Viel Spaß beim Lesen

    Hi Daniel,

    bei den Rohren der Rückförderpumpen bitte die Entlüftungsbohrungen knapp über der Wasseroberfläche nicht vergessen.

    Mit den Pumpen: ausprobieren, bis das Strömungsbild zufriedenstellen ist. Wechselnde Strömungen sind immer vorteilhaft im Riffbecken. Man kann ein noch so ausgeklügeltes Stromungssystem haben; irgendwo bilden sich immer Sedimentecken.

    Bei solchen Einsätzen mit Vernebelung von Wirkstoffen kann ich nur empfehlen, die Ansaugung des Abschäumers mit einem Aktivkohlefilter zu versehen. CO2-Adsorber (skim breeze) helfen da leider überhaupt nicht. Das Gleiche gilt für starke Raucherzimmer, bei Verwendung von Duftstoffen, Duftkerzen, oder wenn Lösungsmittel eingesetzt werden (Renovieren)...

    Hallo Daniel,

    wenn Dein Mittelschacht wirklich in der Mitte des Aquariums ist, kannst Du die Strömung drumherum laufen lassen.

    Aber ich gehe davon aus, dass Du einen Schacht mittig an der Rückwand hast. Wir haben immer gute Erfahrungen gemacht, indem die Verrohrung der Rückförderpumpe an beiden Seiten vom Schacht senkrecht nach unten zeigt - hatte man früher Riffspülung genannt.

    Alles andere musst Du von Deinem Riffaufbau abhängig machen. Und wenn die Tiere eingesetzt sind, sieht die ganze Sache schon wieder anders aus. Also: immer beobachten, ob sich Mulmecken bilden, diese dann regelmäßig absaugen oder an der Strömung spielen.

    Ich wiederhole mich, es ist das mathematische Modell dahinter was es ermöglicht einen Austrag zu berechnen.
    Erstmal muss gar nichts experimentell bewiesen werden.

    Das mathematische Modell wurde für den Austrag eines imaginären Abschäumers entwickelt. Erst durch praktische Versuche können die gemessenen Werte mit Hilfe des Modells in Abschäumerkenndaten verwandelt werden. So konnten unterschiedliche Kenndaten bei unterschiedlichen Abschäumern festgestellt werden. Der eine schäumt schneller, der andere langsamer, wieder ein andere kann die TOC-Konzentration weiter senken, wiederum ein anderer nicht so weit. Alles läuft auf die Ansprechempfindlichkeit (wann ein Abschäumer anfängt zu schäumen) und die Geschwindigkeit des Austrages heraus.

    Zugegeben, meine NH3-Behauptung war ein wenig provokant. Sollte auch nur ein Gegengewicht zu "ob Abschäumer oder nicht spielt keine Rolle" sein. Mir ist bewußt, dass Aquarien ohne Abschäumer funktionieren können. Hängt einfach nur vom Aquarientyp und der Belastung ab. Und noch einmal:

    Die einzusetzende Technik muss vom gewünschten Aquariumtyp gewählt werden.


    Nun mag man einwenden 5% oder 7,5 ist nicht wirklich viel.

    Ammoniak ist echt giftig. 0,020 mg/l NH3 sind für robuste Barschartige schon als Grenze anzusehen, die nicht überschritten werden sollte. Sensitive Tiere sollten nicht in Konzentrationen über 0,006 mg/l NH3 gehalten werden. Was wir mit unseren Tests messen ist jedoch die Summe NH3 und NH4+ (Ammoniak und Ammonium). Jeder der sich nicht sicher ist, ob der Messwert gefährlich oder nicht ist, kann z.B. einen Ammoniakrechner zu Rate ziehen. Bei der Berechnung muss der pH-Wert (der höchste am Tag, also kurz vor dem Abschalten der Beleuchtung) genau gemessen werden, Temperatur und Salinität (Salzgehalt) können geschätzt werden.

    https://aquacare.de/index.php/aqua…ak-rechner.html

    Jeder, der einmal tiefer in diese Materie einsteigen will:

    https://aquacare.de/download/veroe…54_ammoniak.pdf

    Anpassung bis zu 1 Stunde

    Wenn der pH-Wert so lange braucht, um sich einzupenden, ist die Messkette bereits im 7. Himmel. Die Einstellung des pH-Werts sollte maximal ein paar Minuten benötigen.
    Komfortable sind pH-Messgeräte, die den Kalibriervorgang überwachen - in der Aquaristik wohl unerschwinglich (Geräte ab ca. 700 EUR).
    Und bitte nicht vergessen: die Messketten sind Verbrauchsmaterialien. Nach 1-2 Jahren Dauermessung ist jede Messkette hinüber.

    Fische scheiden kein Eiweiß oder andere abschäumbare Substanz

    Es kommen noch andere Substanzen aus Fischen heraus - nämlich am anderen Ende. Ammoniak ist selbstverständlich nicht abschäumbar. Etliches aus dem Fischkot wohl schon.
    Der Abschäumer ist natürlich auch nie als ausschließliches Filtersystem anzusehen. Ohne die passende Biofiltration (Oxidation, Assimilation) wird das nichts.

    Der Begriff Fließgleichgewicht beschreibt schön die Situation im Aquarium: wenn mehr hereinkommt, muss auch mehr wieder herauskommen. Beim Waschbeckenvergleich (Wasser läuft durch den Wasserhahn herein und Wasser läuft aus dem Ablass wieder heraus) kann bei höherem Input (Wasserhahn wird mehr aufgedreht) entweder am Ablass gedreht werden (Durchsatz erhöhen) oder es wird gewartet, dass ein höherer Wasserstand im Waschbecken ein neues Gleichgewicht herstellt. Der höhere statische Druck lässt ebenfalls mehr Wasser durch den Ablauf fließen. Kann man wieder übertragen auf den Trophiegrad. Hoher Wasserstand = höherer Trophiegrad. Der Abschäumer (auch der Vliesfilter) spielen direkt am Durchsatz des "Ablaufes"; der höhere Trophiegrad spiegelt sich in erhöhten N+P-Werten wieder.


    praktischer Versuch mit Vergleichsmöglichkeit

    Ist nicht ganz so einfach. Jeder, der mal versucht hat, zwei Aquarien exakt gleich zu betreiben, stellt fest, dass sich die System auseinanderentwickeln. Für den Praxisversuch müsste also eine nicht unerhebliche Anzahl von Parallelversuchen gestartet werden, damit die Ergebnisse statistisch auswertbar sind. Und wer sollte diese Versuche durchführen. Macht das ein Hersteller ist es gleich wieder nur PR. In der heutigen Zeit ist das Wichtigste an einer Studie: wer hat sie gemacht oder bezahlt?
    Wenn man es empirisch betrachtet, zeigt uns die Vergangenheit, dass erst mit der Entwicklung des Abschäumers (z.B. Berliner System) und akzeptabler Beleuchtung die Riffaquaristik (z.B. Stübersche Koralle) erst möglich wurde.

    Aber, jetzt mal konkret, was genau willst Du denn dann mit diesem Text erreichen?
    Erkläre es mir bitte?


    hat Argonaut schon prima erklärt.

    Packe Fische in ein Glastank und sie werden innhalb weniger Stunden nach Fütterung gestorben sein. Sie haben sich selbst vergiftet, da Ammoniak über die Kiemen abgegeben wird und beim hohem pH-Wert extrem toxisch ist. Deswegen werden u.a. Fische vor dem Transport nie gefüttert.
    Der Aquarianer hat dafür zu sorgen, dass entweder das Ammoniak aus dem Wasser entfernt (Adorber wie Aktivkohle, Zeolith) oder umgewandet wird (Nitrifikation oder Assimilation). Assimilation fällt in einem reinen Fischaquarium fast aus, in einem Korallensystem sieht das vollkommen anders aus. Andere Stoffe, die sich im Aquarium bilden (Fischkot, Korallenschleim, Bakterienabbauprodukte, Crackprodukte durch Ozon oder UV), können ebenso assimiliert oder etliche davon (nämlich amphotere Substanzen) abgeschäumt werden. Es führen viele Wege nach Rom.
    Der Aquarianer hat nun das Problem, welcher Weg ist der für mich beste. In einem Aquarium mit vielen Korallen und fast keinen Fischen (ultra-low-N-P) hat die Abschäumwirkung eines Flotationsgerätes (um mal ein anderes Wort zu benutzen) eher negative Folgen: vollkommene Verarmung des Wassers.
    Je mehr Futter-Input jedoch in das Aquarium gegeben wird (z.B. weil mehr Fische auch mehr gefüttert werden müssen), desto mehr muss auch wieder heraus (Output). Da hilft der Abschäumer in der Tat. Hohe Prozentsätze DOC/TOC im Adsorbat/Skimmat belegen das.
    Wenn Nitrat und Phosphat im Aquarium über das gewünschte Maß ansteigen, ist der Zeitpunkt u.a. auch über einen Abschäumer nachzudenken. Dass es andere Methoden gibt, verschweige ich nicht (siehe auch Anhänge). ...ich sehe gerade, dass der Abschäumer in den Aufzählungen fehlt ... super PR

    Hallo Zusammen,

    die Riffaquaristik ist eine eher übersichtliche Branche. Und ich bin ganz ehrlich, nur von Riffaquaristik könnte unser Betrieb nicht überleben.
    Zahlen sind nur schwer zu finden. Mitte der 90er Jahr betrug das Einzelhandelsvolumen weltweit an aquaristischen Fischen 900 Mio. US$, nur 15% davon im Meerwasserbereich.

    Und ob nun 17% TOC Entfernung einen Vorteil gegenüber 45% Entfernung bringt?

    Wenn die Voraussetzungen nicht definiert sind, kann in der Tat keine Aussage gemacht werden. Bei einem Ultra-Low-N-P-Aquarium sind die 45% eher kontraproduktiv - in einem hochbelasteten System sind die 17% eher als negativ zu beurteilen. Unterschiede sind auf jeden Fall da und können nicht als "alle Abschäumer machen sowieso das Gleiche" abgetan werden.

    es wird TOC entfernt, und eben nicht die „Giftstoffe“

    TOC versteht kein Anfänger. Jeder Mikrobiologe weiß, dass aus TOC recht fix Abbauprodukte entstehen - nicht zuletzt das extrem giftige Ammoniak (dabei ist Ammoniak nicht abschäumbar, die Vorstufen wohl). Bei hoher Belastung können diese (auch giftigen) Stoffe nicht vom Biosystem schnell genug verwertet werden (z.B. passt sich die Nitrifikation nur sehr langsam an neue Bedingungen an: deshalb ist bei jedem Einfahrprozess ein Ammoniak- und Nitritpeak festzustellen). Zumindest reichert sich letztendlich Biomasse an: Korallenwachstum ist gewollt, Mulmansammlungen wohl nicht. Alles eine Frage des Inputs und Outputs. Und ein Abschäumer unterstützt auf jeden Fall den Output (TOC wurde auch im Flotat nachgewiesen).

    Und, je länger man hier mitliest umso wichtiger wird die Erkenntnis das ein Ergebnis der Abschäumung eben „nicht“ aus der Farbe des Flotats abzulesen ist (Burkhard, auf seiner Webseite) und auch nicht aus der stumpfen „Menge“ des Flotats (ebenfalls Burkhard oder eben die Brechstange) abgelesen werden kann.

    Diese Tests sind nur bei exak gleichen Versuchsbedingungen zur exakt gleichen Zeit aussagekräftig (also zwei unterschiedliche Abschäumer im gleichen Becken zur gleichen Zeit). Übrigens die Versuche von Feldman et al ebenso. Nach Andres Argumentation müssten auch diese Versuche vollkommen aussagelos sein, weil sie BSA als Versuchssubstanz benutzt haben. Und ich glaube, dass ich jetzt für alle spreche: BSA wird garantiert nicht im Aquariumwasser vorhanden sein, wenn sich nicht gerade eine Kuh im Aquarium ertränkt hat. Warum haben diese Forscher dann BSA genommen, wenn dieser Stoff nicht im Aquarium vorkommt? Das nennt man Modellsubstanz.

    was ist es dann, was die Leistung eines Abschäumers beschreibt

    Die Geschwindigkeit, mit der Stoffe aus dem Wasser abgeschäumt werden (habe ich schon mal erwähnt...). Bei einmaliger Fütterung ist es noch fast egal, wie schnell z.B. TOC entfernt wird. Bei mehrmaliger Fütterung hintereinander wird es kritisch, wenn eine erneute TOC-Zugabe verabreicht wird, bevor der Grund-TOC-Wert wieder erreicht wird. Dann akkumuliert die TOC-Konzentration. Bei einem schnelleren Abschäumer findet keine Anreicherung statt.

    Andre, und noch einmal:
    der Kunde braucht einen Anhaltspunkt, welche Größe er nehmen soll (und komm bitte nicht wieder mit der mutigen und überhaupt nicht belegbaren Behauptung, dass alle Abschäumer das Gleiche machen; wenn man Dir die Werte vorlegt und explizit fragt, ob diese Zahlen sich unterscheiden, dann eierst Du rumherum). Eine Angabe "geeignet für x,x mg POC pro Tag bei Standardbedingungen" (die es übrigens nicht gibt) ist wissenschaftlich vielleicht ein Ansatz, für den Aquarianer vollkommen unbrauchbar. Wir als Hersteller sind auch nicht glücklich über Angaben "für 2000 Liter-Aquarien", aber das ist wohl die einzige Angabe, die ein Normalaquarianer verstehen kann. Auch Profiaquarien müssen mit Krücken, wie Aufenthaltszeit und Turn-Over arbeiten - geht nicht anders. Manchmal klappt's - manchmal nicht.
    Und unterscheide bitte PR-Aussagen von wissenschaftlichen Untersuchungsergebnisse. Der Normalverbrauch von Autos hat auch nicht viel mit der Realität zu tun.
    Andre, was möchtest Du mit einer Liste von hunderttausenden oder gar Millionen von Verbindungen, die zu soundso viel Prozent abgeschäumt werden bei Standardbedingungen, die sowieso nicht in Deinem Aquarium (oder meinem) existieren (die Standardbedingungen, die es noch gar nicht gibt).

    Wasser mit Ozon besser abgeschäumt wird

    Ozon kann einige nicht geladene oder teilgeladene Stoffe laden bzw. teilladen. Sie werden somit künstlich zu abschäumbaren Substanzen umgewandelt. Auch werden Verbindungen, die nicht abschäumbar sind, gecrackt, so dass die Bruchstücke wiederum abschäumbar sein können oder zumindest durch die Biologie abgebaut werden können.

    Ich glaube, dass sich die Diskussion ewig zwischen Extrema hin und her bewegt: keine Abschäumung <-> Abschäumung ist das Allheilmittel.
    Da jedes Aquariumsystem unterschiedlich ist, kann auch keine allgemein gültige Empfehlung gegeben werden. Ich würde mich hüten, ein Muränensystem, in das jeden Tag kiloweise Futter hineingeschüttet wird, ohne Abschäumer zu betreiben - und zwar einen richtigen leistungsstarken.
    In SPS-Aquarien, in denen ein paar kleine verwaiste Fischchen herumpaddeln, kann ein Abschäumer mehr Unglück als Vorteile bringen.
    Ich komme mal zurück auf den Trophiebegriff. Alles ist eine Sache der Belastung (Futtereintrag). In kaum belasteten Aquarien (oligotroph; SPS-Aquarien) wird das bißchen an Belastung locker durch Bakterien im Griff gehalten, ohne eine Bakterienblüte zu erzeugen. Der Export der Belastung findet durch mehr oder weniger Wasserwechsel inklusive Bodenabsaugen und der Entnahme von Tieren statt.
    In höher belasteten Systemen (mesotroph, eutroph) schaffen die Bakterien natürlich auch die Umwandlung der belastenden Futterstoffe, oft genug haben wir Bakterien- und Algenblüten, die effektiv durch eine gute Abschäumung verhindert und behoben werden können. Da der Austrag der Belastung durch Wasserwechsel (außer massiven Wasserwechsel) und Tierentnahmen nicht mehr gewährleistet werden kann, müssen zusätzlich Methoden installiert werden: Abschäumer, Partikelfilter (z.B. Vliesfilter). Ohne einen Austrag (ich spreche nicht von der Umwandlung durch Bakterien, Pflanzen und Tiere) reichert sich Biomasse an, die unschöne Effekte wie verschlammte Böden, Mulmecken, niedriges Redoxpotential verursachen.
    Leider (so viel ich weiß) gibt es im Meerwasser nicht wie im Süßwasserbereich sogenannte Zeigertiere, die den Trophiegrad charakterisieren, so dass man nicht weiß, wo man im Trophiegrad steht, also ob ich ein niedrig belastetes oder ein hoch belastetes System habe. Wäre mal eine schöne Aufgabe für einsame Forscher und Forscherinnen. - Ein Fingerzeig sind auf jeden Fall die Konzentrationen an Nitrat und Phosphat. Steigen diese an, ist der Nährstoffexport nicht mehr in ausreichendem Maße gewährleistet. Mit Krücken wie Deni-Filter und Adsorbern können diese Werte wieder in den grünen Bereich gedrückt werden; die Ursachen (mangelhafter Export und/oder zu üppiger Import) jedoch sind nicht gelöst.

    Wir verbeißen uns in Nebensächlichkeiten, ob Eiweiß im Aquarium enthalten ist oder nicht - interessiert mich selbst als Forscher nur am Rande. Sicher ist, dass organische Stoffe abgeschäumt werden, sonst würde das Flotat teilweise nicht so entsetzlich stinken. Reine aquaristische Anorganik (Calciumcarbonat, Calciumsulfat u.a.) stinkt nicht.

    Der Einsatz von Ozon ist ein sehr starker Eingriff in die komplette Wasserchemie des Aquariums. Als Summenparameter steigt das Redoxpotential an. Je höher das Redoxpotential desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass es zu massiven Cyanobefall kommen kann. Natürlich gibt es immer wieder Abweichungen von der Regel. - Weitere Vorteile des Ozoneinsatzes ist das oxidieren von persistenten (nicht biologisch abbaubaren) Stoffe, die gern als Gelb- oder Gerbstoffe zusammengefasst werden. Das Wasser wirkt im Allgemeinen klarer und "sauberer". - Ob sogenannte Reinwasser-Cyanos auch auf Ozon für uns positiv reagieren, weiß ich leider nicht.
    Nachteile des Ozoneinsatzes ist die leichte erreichbare Überdosierung mit Vergiftungserscheinungen bei Fischen und Niederen Tieren. Deshalb Ozon nie überdosieren, lieber ein kleineres Gerät als ein zu großes: weniger hilft mehr. Der Einsatz von Ozon sollte auch immer langsam erfolgen; also innerhalb einiger Woche langsam hochfahren, aber genauso auch wieder langsam herunterfahren, wenn Ozon wieder abgesetzt werden soll.

    @Burkhard, wieso sollte „ich“ die Kurven (haha) von einem Statistiker auswerten lassen?
    Genau, das „ist deine Aufgabe“.

    Andre,

    ich sehe die signifikanten Unterschiede in Kurve und Zahlen, da reichen mir meine Grundkenntnisse in Statistik. Du leider nicht, deshalb der Vorschlag. Wenn ich erzähle, dass die Zahlen sich signifikant unterscheiden, also in den unterschiedlichen Abschäumer etwas schneller bzw. langsamer abläut, glaubst Du mir ja nicht. - Wurde aber alles schon erwähnt. Gegen Fakten (in diesem Fall signifikant unterschiedliche Entfernungsgeschwindigkeiten) leugnen kann man nichts machen.

    Burkhard, der die Messergebnisse anerkennt, versteigt sich auf Bio-Masse.

    Die Messergebniss ja, Deine Interpretation und teilweise die der Autoren aber ganz gewiß nicht.

    Andre, tu uns allen einen Gefallen und lasse die Kurven bzw. Messwerte von einem Statistiker auswerten. Ich fresse eine Besen (oder ist es ein Aquariumschaber?), wenn diese Kurven/Messwerte statistisch gleich sind. Dieses ewige leugnen der Fakten (mit den für uns heute gültigen wissenschaflichen Grundlagen) erinnert mich an einen gewissen Präsidenten.

    Der TOC fällt immer auf ein Grundmaß zurück, ob kein Abschäumer, kleiner Abschäumer oder großer Abschäumer. Bakterien arbeiten immer als Konkurrenz zum Abschäumer. Und es ist eine Frage des TOC-Inputs (Futter) und des physikalischen Outputs (Abschäumer, Wasserwechsel, Tier- und Pflanzenentnahmen) ob und wie schnell ein System hypertrophiert.
    Wie beim Waschbecken: drehst Du den Wasserhahn voll auf (innput), passiert gar nichts, wenn der Ablauf (output) funktioniert. Ist der Ablauf teilweise blockiert, läuft das Becken über. Außer, es wird der Wasserhahn gedrosselt, um ein anderes Gleichgewicht zu erzeugen. Also: sowohl ein großer Ablauf als auch ein kleiner Ablauf funktionieren, sind aber bei weitem nicht identisch.

    Nur damit nicht wieder die Frage kommt: klein oder groß?
    Klein: 240 l/h Durchsatz (kleiner Ablauf d25), Groß: 420 m3/h (großer Ablauf d315), nur um mal unsere Extrema zu erwähnen.
    Ja, der Durchsatz ist keine allgemeingültige Größe, dazu müßt man z.B. die TOC-Eliminierungsrate und Gasanreicherung messen - zu viel Aufwand, macht keiner, fertig.
    Durchsatz und Aufenthaltszeit sind in der Branche allgemeingültige Vergleichsgrößen, obwohl diese bei Weitem keinen direkten Vergleich zulassen: eben nur Krücken.

    Ach Andre,

    pack bitte einmal Eiweiß in Dein Aquarium, wenn des denn überhaupt existiert. Dann wirst Du sehen, wie toll das Protein abgeschäumt wird. Es gibt wirklich 100e von Veröffentlichungen, die ihre Versuch mit z.B. Rinderserumalbumin durchgeführt haben. Und: es kommt tatsächlich wieder oben aus dem Abschäumer heraus. Das noch andere Substanzen herausgeholt werden, steht außer Frage. Konnte man früher aber nicht nachweisen und deshalb ist der Begriff Eiweißabschäumer stehen geblieben.

    Über den Namen Eiweißabschäumer kann man sich streiten, er hat sich nun einmal eingebürgert. Man bekommt aus den Aquarianer auch nicht den Begriff "Elektroden eichen" heraus. Ersten sind es Messketten, die aus zwei Elektroden aufgebaut sind, und zweitens darf nur das Eichamt eichen. Aber wer sagt schon "Messketten kalibrieren"....

    Ewig werden die Begriffe Lampe und Leuchte durcheinandergebracht. Da könnte man ebensogut darauf herumhacken.

    Aquariumheizer: eigentlich eine Person, die ein Aquarium erwärmt. Ich gehe davon aus, dass in der Mehrzahl der Heizstab gemeint ist.

    Andre, wenn Du einen besseren Begriff hast, der tatsächlich alle Eigenschaften eines EIWEISSABSCHÄUMERS beinhaltet oder beschreibt, dann her damit. Ich weiß nur, wenn wir als Hersteller "Flotations- und Gaskonzentrationsausgleichsgerät" schreiben, weiß niemand Bescheid.

    Polypropylen (PP) und auch Polyethylen (PE) sind an sich sehr gut für den Meerwasserbereich geeignet. Leider werden die Kunststoff oft genug nicht sortenrein verarbeitet. Diverse Hilfsstoffe werden zu gesetzt, um z.B. die Verarbeitungseigenschaften zu verändern, die Haltbarkeit zu erhöhen, UV-Schutz und vieles mehr. Was von diesen Stoffen in welchen Mengen aus dem Kunststoff langsam sich wieder herauslösen kann, ist vollkommen ungewiss.
    Ein Beispiel ist der beliebte Weich-PVC-Schlauch. Ausschließlich aus Kostengründen wird dieser Kunststoff immer noch eingesetzt. Der Weichmacher (oft sind es Phthalate) des Kunststoffes löst sich heraus und gelangt ins Wasser, der Schlauch wird mit der Zeit hart. Einige Phthalate wurden bereits für einige Anwendungen verboten, da sie als gesundheitsgefärdend eingestuft wurden.

    Die Abweichung kann viele Ursachen haben. Die "beliebteste" ist eine zu alte Pufferlösung (pH9 oder pH10). Diese Lösungen mit hohem pH-Wert altern leider sehr schnell - es reicht, wenn man mal über Nacht vergisst, die Kappe der Pufferflasche zu verschließen. Deshalb lieber mit pH4 und pH7 kalibrieren.

    Ein kleiner Test für nicht batteriebetriebene pH-Messgeräte: alle im Wasser befindlichen elektrischen Geräte (Heizung, Pumpen etc.) vom Netz lösen (Netzstecker ziehen; Schalter auf AUS stellen reicht nicht). Wenn sich dann die Anzeige des pH-Messgerätes geändert hat, ist dieses Gerät nicht ordentlich galvanisch getrennt und kann nur noch in die Tonne geschmissen werden.