Beiträge von Burkhard Ramsch

    Unsere Aquarien - so weit wir es bis heute auch in der Korallenriffaquaristikgebracht haben - sind in meinen Augen der klägliche Versuch einer schlechten Simulation der Meeresbedingungen. Wir sollten uns hüten, von den natürlichen Werten im Meer (die wir nicht mit normalen Mitteln in unseren Aquarien messen können) auf ideale Aquarienwerte zu schließen.
    Ein wichtiger Teil der N+P-Versorgung findet im Meer über Plankton statt. Jeder, der einmal nachts getaucht ist, weiß, dass Unmengen von Plankton umherschwimmt. Die allermeisten Korallen bedienen sich daran und nehmen somit N + P auf.

    Ich versuche NO3 immer zwischen 5 und 20 mg/l und PO4 immer zwischen 0,05 und 0,2 mgl/l zu halten. Wobei ich bei Phosphat eher den oberen Bereich wähle, weil ich mit der Karbonathärte meist höher liege (8-10°dH).
    Diese Verhältnis läge damit bei ca. 100:1 - hat aber nichts mit dem molaren Redfield-Verhältnis zu tun! (Das läge rechnerisch dann bei 65:1 zu den theoretischen 16:1).
    Dass heißt aber nicht, dass alle Korallen damit optimal gedeihen. Die unterschiedlichen Spezies haben sehr unterschiedlichen Bedürfnisse und kommen mit zum Teil utopischen Werten zurecht. Wir hatten mal eine Heliopora coerulea bei 2 mg/l PO4 in einem Fischsystem - das Tier ist sogar bei diesem Wert gewachsen.

    Besser ist es NH3/4 zu messen und sich daran zu orientieren.

    Die Konzentration sagt leider nichts über den Umsatz aus. Wie Wasser, dass in eine Badewanne läuft und sofort wieder durch den Abfluss verschwindet = hoher "Umsatz" bei 0 Wasserstand.

    Wenn NHx gemessen wird, ist es auf jeden Fall ein Zeichen, dass etwas nicht stimmt.
    Über Produktion und Verbrauch ist keine Aussage zu machen. Niemand weiß, wer sich quantitativ am verfügbaren Stickstoff zu schaffen macht. So ist zurzeit Nitrat die einzige Krücke, die für uns messbar ist, um Aussagen über die N-Verfügbarkeit zu machen. Wenn also Nitrat sicher im messbaren Bereich ist, können (fast) alle Lebewesen ihren N-Bedarf decken - auch wenn es energetisch die nicht günstigste N-Quelle ist.
    Dabei sind die NO3-Empfehlungen von einigen tausend Mikrogramm pro Liter weit über der natürlichen Nitratkonzentration. Goreau empfielt z.B. 62 µg/l NO3 (=0,062 mg/l) = 1 µM. Das ist weit unter der uns verfügbaren Aquarienmesstechnik.

    Ich würde N auf jeden Fall in organischer Form (wenn möglich P-frei) dosieren; kann man z.B. mit Aminosäuren machen, aber auch jede andere P-freie organische N-Quelle. Nur Ammonium/Ammoniak würde ich nicht direkt dosieren, da kleine Fehler eine Katastrophe ausmachen können.

    Redfield (ist hier schon an anderer Stelle groß diskutiert worden): auch ich sehe überhaupt keinen Anhaltspunkt, dieses Verhältnis im Aquarium etablieren zu müssen.
    https://www.aquacare.de/download/veroeffentlichungen/KORALLE_91_Redfield-Verhältnis.pdf

    Die Regelverhalten sind ähnlich. Deshalb würde ich nur auf die Einbaumaße sehen: Membranvenrtile sind ein wenig kompakter und werden aus einen Winkel von 90° betätigt; Schrägsitzregelventile sind schmaler und länger und werden aus einem Winkel von 45° betätigt.
    Die Dimensionierung hängt allein vom gewünschten Durchsatz und der Länge und Art (Winkel oder Bögen) der Verrohrung und von der Fallhöhe ab.

    Hi Ralf,

    2,8 m3 ist doch schon einmal eine Hausnummer. Die Größe 5 ist zwar für 10 m3 gedacht, aber 1/4 Leistung sollte klappen.
    Probier erst einmal den Turbo-Kalkreaktor aus. Dann sehen wir weiter.
    (Wenn Du wirklich die Position des CO2-Sensors verändern willst, dann muss er nach oben, um die Leistung zu reduzieren.)

    Der Verbrauch von KH ist über den Tag gesehen auch nicht gleichmäßig. Tagüber, wenn der Turbo-Kalkreaktor laufen sollte, wird besonders viel verbraucht.
    Ralf, Du kannst den Turbo-Kalkreaktor zwar mit weniger Kalkfüllung fahren, die Leistung wird sich aber nicht besonders dadurch ändern, weil dieses System automatisch bei niedrigerer Kalkfüllung den pH-Wert herunterfährt und den Leistungsverlust damit fast ausgleicht. Erst unter 50% Füllhöhe ist eine deutliche Leistungsminderung zu sehen.

    Es ist aber möglich, den Durchfluss zu verringern. Bei der Größe 5 würde ich aber nicht unter 30-40 l/h gehen. Auch mit der Kalkfüllung kannst Du ein wenig spielen. Wenn Du das Turbo-Granulat gegen Korallenbruch austauscht, dann sinkt die erreichbare Leistung ebenfalls.
    Ein Betrieb in mehreren aber dafür kürzeren Intervallen ist möglich, verbraucht aber mehr CO2, da während der Entlüftungsphase das nicht verbrauchte CO2 ausgetrieben wird.
    Auf keinen Fall würde ich den Turbo-Kalkreaktor im Dauerbetrieb betreiben - ist nur unnötige CO2-Verschwendung. Eine 24-stündige Stillstandzeit ist kein Problem, weil sich im Filterbett nur sehr wenig Sediment ablagert. Die Kreislaufeinstellung sollte aber so vorgenommen werden, dass der Wasseraufwärtsstrom das Kalkbett gerade eben nicht bewegt. Nur die allerkleinsten Teilchen dürfen sich im Wasserstrom bewegen. Anaerobe Vorgänge im Turbo-Kalkreaktor habe ich noch nicht beobachtet.

    Ralf, wie groß ist eigentlich Dein Becken? Die "Beschwerde", dass die Leistung zu hoch ist, habe ich in den letzten 20 Jahren noch nicht gehabt :smiling_face: .

    Überprüfe, ob Silikat schon im RO-Wasser vorhanden ist. Wenn ja, dann hilft nur noch ein nachgeschalteter Mischbettfilter/Reinstwasserfilter. Wenn nein, dann - wie Reinhard schon bemerkte - aussitzen.

    Unbedingt jetzt robuste Korallen einsetzen, damit das Gleichgewicht in die richtige Richtung gebracht wird. Auch wenige Fische sollten einziehen, damit Phosphat nicht noch weiter sinkt.

    Wieviel gelöst werden kann, hängt sehr stark von der Temperatur ab. Bei 0°C sind es 69 g/l, bei 60°C bereits 164 g/l. Und natürlich spielt der Reinheitsgrad der Chemikalie und des Wassers ebenfalls eine Rolle. Je mehr darin herumschwimmt, desto leichter kann etwas ausfallen und Natriumhydrogencarbonat mitreißen.
    Beim Lösen entsteht Lösungskälte, die das weitere Lösen erschwert. Anwärmen hilft, aber nicht zu starkt, denn sonst kann ein Teil des Hydrogencarbonats zu CO2 werden und ausperlen.

    Wenn es sich nicht vollständig auflöst, dann eben weniger nehmen und von der fertigen Lösung mehr dosieren.

    dass man die Sonde nach 2 Wochen neu kalibrieren muss

    Grundsätzlich sollte man pH-Messketten 1x die Woche kalibrieren. Diese Verbrauchsmittel müssen gewartet werden! Die ersten paar Monate wird sich nicht viel verändern. Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem die pH-Messketten "weglaufen". Spätestens all 2 Jahre Messketten ersetzen.

    Aktivkohlefilterung ist zwar meist eine gute Idee - bei Lanthan bringt es leider nichts.

    Wenn es Probleme mit Fällprodukten gibt (Lanthan gehört dazu), dann meist bei Doktorfischverwandten. Es kann Jahre lang gut gehen und eines Tages fangen Zebrasoma und Co. an zu japsen und dann naht auch schon das Ende.
    Selten, kann aber passieren. Die eigentliche Ursache haben wir nie herausbekommen.

    Die Essenz bei solchen Unfällen ist, dass die Vorratsbehälter der zu dosierenden Lösungen nicht zu groß sein sollten. Mehr als eine Wochenration würde ich persölich nicht einsetzen.

    So kann ein Unfall aussehen. Hier ist aber nichts passiert, außer dass sich die Fische für eine Zeit lang verkrümelt haben. Auch den Zebrasoma ging es gut.

    Cyanos, egal welche Art, ist sessil.

    Das kann ich so nicht unterschreiben. Jede Cyanoart kann auch frei suspendiert wachsen.

    Das ist z.B. ein Cyanobakterium, hier unsere unbekannt "Xxx-8", die sich hervorragend als Futter eignet.


    Phythoplankton ist nichts anderes als grüne Cyanos.

    Cyanobakterien gehören zwar zum Plankton (wenn sie frei suspendiert wachsen, ansonsten gehören sie zum Benthos), aber Phytoplankton besteht zusätzlich aus vielen, vielen, vielen anderen "Mikroalgen". Was in den käuflichen Phytoplanktonpräparaten enthalten ist, kann immer nur eine sehr, sehr, sehr mickrige Auswahl sein. (Soll nicht abwertend gemeint sein)

    Wenn irgendwo auf einem Steinchen in einem Eckchen Cyanos wachsen, ist das kein Problem - sie gehören einfach dazu. Sie sind immerhin ein Mitglied in der Nahrungskette. Problematisch ist nur das massenweise Auftreten, so dass Tiere bedrängt werden.
    Man wird nur Herr (ich habe keine Ahnung, wie das gegendert wird) der Sache, wenn das Milieu (Summe aller physikalischen, chemischen und biologischen Faktoren) geändert wird. Und da fangen die Probleme an: es gibt zu viele Faktoren, die eine wirksame Änderung bewirken können: zu viel und zu wenig N und P, unausgeglichenes N-P-Verhältnis, zu wenig und zu viel Licht, falsches Licht, zu wenig und zu viel Strömung, zu wenig biologische Konkurrenz im Mikro- und/oder Makrobereich.... Ich habe bestimmt viele vergessen.
    Deshalb auch die extrem vielen Ansätze zur Eindämmung einer Plage. Da niemand die genaue Ursache in einem konkreten Fall erkennen kann, gibt es auch keinen Königsweg. Try and Error - und verliert nicht den Spaß am Hobby.

    Ich werde noch eine 2. Säule installieren und dort neues Harz verwenden. dann lasse ich es erst durch das alte laufen um von 8 auf 3 zu kommen und dann weiter durch das frische Harz.
    Oder ist das sinnlos das alte noch drin zu lassen?

    Ist sinnvoll: von 8 auf 3 µS/cm ist schon einmal mehr als halbiert. Der Rest wird durch das frische Harz erledigt. Die üblichen 10" Reinstwasserfilter sind sowieso zu niedrig, um optimal zu laufen. Alle Hersteller der Harze empfehlenen Harzsäulen von mindestens 50 cm. Bei 2 Stück hintereinander ist das dann gegeben. Für einen Kompromiss sind die 10"-Filterchen gut, bei richtig kritischem Wasser reicht das nicht aus.

    Harze: regenerierte Mischbettharze würde ich nur als Standard einsetzen. Wenn es wirklich Probleme mit Kieselalgen im Aquarium gibt, dann nur neues Harz verwenden - das hat 'nen Tick bessere Eigenschaften.


    kannst Du mit Säure regenerieren lassen

    Kann man nicht selber machen (ehe hier wieder einige auf tolle Ideen kommen). Das Mischbettharz muss erst in seine beiden Bestandteile (Anionen- und Kationentauscher) getrennt, dann einzeln mit Lauge bzw. mit Säure regeneriert, gespült und dann wieder vermischt werden.

    Leitfähigkeit Reinwasser: einen festen oberen Wert gibt es nicht, weil die Leitfähigkeit nicht nur vom Zustand der Anlage sondern auch von der Leitfähigkeit des Rohwasser abhängt. Erst das Verhältnis LF-Reinwasser zu LF-Rohwasser ergibt einen sinnvollen Wert. Im Reinwasser sollten nicht mehr als 5% zu messen sein. Also ausrechnen oder Werte in einen RO-Rechner geben:

    https://www.aquacare.de/index.php/aqua…se-rechner.html

    Leitfähigkeit Reinstwasser (vollentsalztes Wasser): ab ca. 2-3 µS/cm kann Silikat zum Problem werden. Deshalb das Harz tauschen. Einige Aquarien reagieren nicht großartig auf 1000 µg/l Si, andere lassen bereits bei unter 50 µg/l eine Kieselalgenplage entstehen. Die Konzentrationsempfehlungen sind also mit großer Vorsicht zu genießen.

    Druckpumpe: die Leistung ist normalerweise auf die Leistung der Membran abgestimmt. Bei einer zu kleinen Membran kann der Arbeitsdruck den zulässigen Gesamtdruck überschreiten - je nachdem wie die Anlage aufgebaut ist. Da sollte ein Fachman dran. AUF KEINEN FALL DIE LEISTUNG DER ANLAGE DURCH EIN VENTIL DROSSLEN!

    Membran: stimmen Rückhalterate und/oder Wasserleistung nicht mehr -> austauschen. Membranen halten 1 bis 10 Jahre, je nach Rohwasserqualität. Als Faustregel: je höher die Wasserhärte desto kürzer die Lebensdauer.

    Vorfilter: spätestens alle 12 Monate ersetzen.

    Harz: sollte nicht durchmischt werden. Weil die beiden Komponenten unterschiedliche Dichten haben, entmischen sie sich (sieht man an zwei unterschiedlichen Farben der Harze). Die Leistung geht dann herunter. Bei hohen Durchflüssen die Durchflussrichtung von oben nach unten wählen. Zuvor muss der Filter aber entlüftet werden (einzelnen Luftblasen machen nichts). - Ich habe von Harzabrieb noch nicht gehört.

    Betrieb/Spülung: gute Steuerungen haben eine Standby-Funktion, die gewährleistet, dass nach einer längeren Stillstandzeit die Membranen kurz gespült werden. - Die Anlage produziert besseres Wasser, wenn sie länger am Stück produziert. Kurzes Ein- und Ausschalten ist kontraproduktiv.

    Nicht messbare Stoffe: man bekommt immer für Aquarianer nicht messbare Stoffe ins das Reinwasser, z.B. alle gasförmigen Stoff wie z.B. Kohlendixoid. Im Trinkwasser problematische Stoffe haben meist ein hohes Molekulargewicht und werden super durch RO-Technik zurückgehalten.

    Lagerzeit Reinwasswer: Tank ohne Weichmacher (bei Baumarkttanks weiß man meist nicht, was drin ist); Tank abdecken; Tank regelmäßig sauber machen (wenn ein Glitsch auf der Innenfläche ist, sind das Bakterien); länger gelagertes Reinwasser nicht für Mikroalgenzuchten verwenden - für das Aquarium ist es unproblematisch.

    Ginge auch so was oder muss es zwingend aus dem Aquarienhandel sein?

    Der Link in Beitrag 16 führt auf ein Produkt mit technischer Qualität "tech.". Das ist so fast die mieseste Qualität, da kann man sich auch gleich Löschkalk vom Bau besorgen. Nicht nur, dass einige Produkte nach dem Ansetzen eine richtig schaumige Dreckschicht auf der Oberfläche bilden; diese Qualität enthält eine Menge Stoffe, die man nicht will: z.B. Schwermetalle.
    Für Aquarien würde ich immer nur die Qualitäten "p.a." (pro analysis), "reinst" oder Lebensmittelqualität nehmen.

    Hi falschgeschriebener Burkhart :smiling_face: ,

    ich gehe davon aus, dass die Bildung von Bromat in den üblichen Riffaquarienozonkonzentrationen nicht dramatisch ist (genaue Zahlen habe ich aber nicht). Der gelegentliche AK-Einsatz sollte ausreichen.

    Wird die AK längere Zeit benutzt, spielen nicht nur Adsorptionsvorgänge eine Rolle sondern auch mikrobiologische. Bakterien können die adsorbierten Substanzen (zumindest aus den Makroporen) aufnehmen, abbauen und damit wieder Platz für z.B. neue Aminosäuren machen. Mit diesem System Aktivkohle-Bakterien können super Konzentrationsspitzen abgefangen werden: die AK für's schnelle Entfernen und die Bakterien zum kontinuierlichen Abbau. Dieser Effekt wird gern in Großaquarien eingesetzt.
    Bei einer Dosierung von Aminosäuren wird es wohl zu keiner Überdosierung kommen. Es gibt zu viele Organismen im Aquarium, die diese Leckerchen ruckzuck verkosematuckeln.

    Was im Technikbecken passiert ist eine ganz andere Sache. Nadelradabschäumer sind extrem empfindlich gegenüber Wasserstandsschwankungen, deswegen sollten diese Geräte in einer eigenen Kammer mit konstantem Wasserstand installiert sein. Injektorabschäumern sind 10-cm-Schwankungen (fast) egal.

    Ich persönlich würde kein Aufstauen am Kamm von mehr als 1 cm akzeptieren (wir arbeiten meist mit dem 5fachen Beckenvolumen pro Stunde). Die Maße des erforderlichen Technikbeckens wäre mir viel zu groß.
    Abschattung des Kamms hat in der Tat dramatische Auswirkungen gegenüber Zualgen - kann ich ebenfalls nur empfehlen.

    Sandy, nur der Wasserstand ändert sich bei "Dreck" im Überlauf. Der Wasserdurchfluss bleibt konstant, außer in dem kurzen Augenblick, in dem der Wasserstand sich gerade minimal verändert, weil eine Alge mehr gewachsen ist. Wenn der Kamm gereinigt oder abgenommen wird, fließt erst mehr Wasser (durch den erhöhten Wasserspiegel im Überlaufschacht oder vermehrt durch den Notüberlauf - je nachdem wie man das System eingestellt hat) und hat sich sofort wieder auf den ursprünglichen Wert heruntergedrückt, wenn der neue Wasserstand erreicht ist.

    Theoretisch hält die AK länger, wenn Ozon im Abschäumer verwendet wird. Das, was im Abschäumer durch den Ozoneinsatz mehr herausgeholt wird (wenn es denn so sein sollte), kann nicht mehr durch die AK adsorbiert werden.
    Im praktischen Einsatz würde ich nichts ändern.
    Aktivkohle würde ich nur zeitweise einsetzen, da sie auch viel Nützliches herausholt (z.B. Iod, Aminosäuren...). Alle paar Wochen für ein paar Tage und dann weg damit.

    laut Internet können auch Stromschwankungen dafür sorgen, dass die Pumpe etwas mehr oder weniger fördert

    Die nichtregelbaren Aquaristikpumpen mit Synchronmotor lassen sich durch Spannungssschwankungen nicht beeinflussen. Bei sinkender Spannung nehmen sie ein bisschen mehr Strom auf, bei höhere ein bisschen weniger. Nur Frequenzschwankungen nehmen sie übel und fördern dementsprechend mehr oder weniger Wasser. Frequenzschwankungen sind in Mitteleuropa eigentlich nie festzustellen. Wenn wirklich mal die Frequenz von 50 Hz auf z.B. 49 Hz fällt, ist mit großflächigen Stromausfällen zu rechnen, weil die komplette Netzregelung drastische Probleme bekommt. Das passiert sehr selten. Normale Frequenzschwankungen liegen weit unter 1%.

    Gleichstrompumpen (meist geregelt) sind ebenfalls unabhängig von Netzschwankungen, weil der Gleichstromteil in der Elektronik alles herausfiltern sollte. Bei schlechten Elektroniken sieht das schon anders aus. Diese können durchaus ungleichmäßige Drehfelder produzieren, die dann die Wasserleistung sehr wohl schwanken lassen.
    Eine Qualitätspumpe für die Rückförderung wäre da schon angesagt.

    Einen allgemeinen Wert gibt es nicht. Der Bedarf eines jeden Beckens ist sehr individuell und der effektive Ozoneintrag hängt von einigen Faktoren ab:
    - Zustand des Ozongerätes (sauber, dreckig)
    - theoretische Leistung des Gerätes
    - Luftfeuchtigkeit (je höher desto niedriger die Leistung)
    - Luftvolumenstrom (höhere Leistung bei größerem Volumenstrom)
    - Reinsauerstoff oder normale Luft
    - Aufenthaltszeit der Gasblasen im Abschäumer; dieser Faktor ist sehr stark abhängig vom verwendeten Abschäumertypen: hohe Abschäumer sind effektiver als niedrige (bei gleichem Durchmesser),
    zylindrische Abschäumer sind effektiver als konische (bei gleichem maximalen Durchmesser),
    Gleichstromprinzip < Gegenstromprinzip < Schwebestromprinzip
    - Lufteintragsystem: die Abfolge von Holzausströmer, Injektor, Nadelrad ist mir nicht bekannt (ich vermute, dass der Injektor die Nase vorne hat, weil er mit höheren Drücken betrieben wird).

    Zur Kontrolle sind folgende Systeme möglich:
    - Redoxkontrolle: klare Werte, allerdings zeigen die Geräte auch schnell mal Unsinn an. Ob eine Messkette noch zu gebrauchen ist, kann nicht immer eindeutig bestimmt werden.
    - Wasserfärbung: bei Durchsichtbecken ein weißes Blatt Papier hinter das Aquarium hängen - Gelbstiche sieht man recht gut. Gibt es diese Möglichkeit nicht, kann man beim Wasserwechsel das Aquariumwasser in einen weißen Eimer geben (sollte aber schon bis oben gefüllt sein) und den Farbton bestimmen.
    - wie geht's den Tieren: andauernd zusammengeschrumpelte Polypen sind eine Ursache für zu viel Ozon
    - dann natürlich der geniale Bioindikator "Aquarianernase": riecht man Ozon, ist es schon zu viel für ein Riffbecken; bei reinen Fischbecken (soll es noch geben) kann die Ozonleistung gesteigert werden, dann muss aber parallel Aktivkohle eingesetzt werden (im Luftauslass des Abschäumers, um den Geruch zu eliminieren und keine Schädigungen der nicht aquatischen Mitbewohner zu verursachen. Nur nebenbei: riecht man Ozon ist die zulässige maximale Arbeitsplatzkonzentration bereits überschritten. Kopfschmerzen können schon bei erheblich niedrigeren Konzentrationen entstehen - also eigentlich immer den Abluftstrom über AK leiten). Im Wasser sollte auch mit Aktivkohle gefiltert werden, nicht unbedingt, um freies Ozon zu eliminieren (Ozon wird sehr, sehr schnell im Aquariumwasser gespalten), sondern das entstehende Bromat (Bromid ist im Wasser vorhanden und wird durch Ozon zu Bromat) sollte regelmäßig aus dem Wasser entfernt werden.

    Der Spruch "viel hilft viel" ist bei Ozon vollkommen fehl am Platze. Um die erforderliche Größe eines Ozongerätes für ein Riffbecken zu bestimmen, ist meine Faustformel: 20 mg/h pro 1000 Liter.

    Materialien:
    PP: einigermaßen zu gebrauchen bei niedrigen "Aquarienkonzentrationen"; nicht zu gebrauchen, wenn Ozon mit Reinsauerstoff erzeugt wird.
    PVDF: sehr gut für hohe Ozonkonzentrationen zu gebrauchen; es gibt Schläuche und Fittings; schei....teuer. Aber auch hier ist nach einigen Jahren Schluss - alle Kunststoffe werden mit der Zeit porös und müssen ersetzt werden.
    Teflon (PTFE): beste Ozonverträglichkeitseigenschaften; es gibt aber nur Schlauch.
    Edelstahl: beste Ozonverträglichkeitseigenschaften; darf aber auf keinen Fall mit Aquarienwasser in Berührung kommen.
    Alles andere: PE, POM, PA sind nicht geeignet. Selbst niedrigste Konzentrationen lassen die Kunststoffe teilweise innerhalb weniger Tage verspröden. PVC ist bedingt einsetzbar; bei Rohren sollten auf jeden Fall dickwandige Rohre gewählt werden.

    Es bilden sich aber Gasblasen zwischen den Röhrchen des Siporax.

    Die Gasblasenbildung ist sicherlich ein guter Anhaltspunkt für das Anlaufen der Denitrifikation. Auch eine abklingende Nitritkonzentration ist ein gutes Zeichen.

    Bitte nicht zu sehr an einer Redoxempfehlung festhalten. Die Abweichungen der unterschiedlichen Geräte-Messketten-Kombination können recht beeindruckend sein. Wenn irgendwo -150 mV steht, muss der Wert nicht bis auf die 85. Kommastelle eingehalten werden. Bei Abweichungen von +/- 50 mV würde ich noch kein Nervenflattern bekommen.

    Jens, ich wollte es nicht zu kompliziert machen. Nitrit ist bei den meisten Nitrattests, wie von Dir beschrieben, ein Störion.
    Störionen kommen bei jedem Test vor, deshalb sind unter anderem viele Süßwassertests nicht im Meerwasser einsetzbar - sie zeigen Murks an. Das Wort "Murks" sollte sich auf keinen Fall auf die Qualität der Tests beziehen. Ohne diesen "halbquantitativen" Test - also Pi-mal-Daumen-Test - hätten wir gar keine Kontrolle über den Wasserchemismus.

    Selbst, wenn man Nitrit von der Summe abzieht, kommt das bei den stöchiometrischen Verhältnissen nie hin. Ich habe aufgegeben, Nitrat hinter Nitratfiltern zu messen sondern beobachte immer nur die Nitratentwicklung im Aquarium.
    Auch die im Ablauf messbaren Nitrikonzentrationen machen vielen Aquarianern zu schaffen und lassen unnötigerweise rote Lampen aufleuchten. Erstens ist Nitrit bei den im Meerwasser vorhandenen pH-Werten fast nicht giftig und zweitens werden diese geringen Mengen (Durchfluss mal Konzentration) schnell im Aquarium/Filtersystem oxidiert, so dass Nitrit im Aquarium nicht nachweisbar ist.

    Zu viel Plankton ist theoretisch möglich. Die Folgeerscheinungen wären sehr hohe Sauerstoffkonzentrationen bei Tag und sehr niedrige nachts. Da so viel Plankton wohl nicht lange überleben wird, ist der anschließende Effekt eine hohe Konzentration der Nährstoffe N und P.

    Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, P+N einigermaßen konstant zu halten, ob nun auf niedrigem oder etwas höherem Niveau. Als Anfänger würde ich nicht versuchen, die Extremwerte anzustreben. Und egal welche Werte, es gibt immer Tiere, die sie nicht mögen und andere, die sie toll finden. Ewiges hoch und runter vertragen nur noch wenig Korallen (mal Weichkorallen ausgenommen, die nehmen einem fast nichts übel).
    Und bei der Genauigkeit unserer Tests ist zwischen z.B. 5 mg NO3 und 10 mg NO3 statistisch kein Unterschied zu sehen.

    Crady, Tiere (Korallen) einsetzen! Ohne genügend Tiere wird das nie etwas mit den unerwünschten Algen und Cyanos. Auf den Fotos sieht es echt kahl aus. Bei so dicken Belägen würde ich auch das Strömungskonzept überarbeiten.

    Die Dosierschläuche werden mechanisch gequetscht, d.h. selbst wenn die Technik ausfällt, ist ein Rücklaufen oder Vorwärtslaufen unmöglich, auch ohne Rückschlagventil.

    Chris, wenn alles korrekt läuft, hast Du recht. Aber Technik hat nun mal die Aufgabe, nach einer bestimmten Zeit auszufallen. (Zufall kann das nicht sein, sondern es muss Vorsatz eines Technikgottes sein :loudly_crying_face: ) Dosierschläuche leiern aus und dichten nicht mehr richtig ab oder sie platzen sogar. Dann läuft die komplette Plörre (wenn der Dosierbehälter über der Pumpe steht) aus oder das Technikbecken leer (wenn der Dosierschlauch unterhalb der Wasseroberfläche endet und die Pumpe tief steht.

    Hallo Marco,

    wenn es eine Celluloseacetat-Membran ist, dann darfst Du sie gleich wegschmeißen, wenn die Konservierung nicht fachmännisch durchgeführt wurde.
    Aber wahrscheinlich hast Du eine Kunststoffmembran: Vorfilter austauschen und die Anlage in Betrieb nehmen. Dann nach 1 Stunde Wassermenge und die Wasserqualität (Leitfähigkeit oder TDS) messen. Alles in den Umkehrosmoserechner geben und berechnen lassen.

    https://www.aquacare.de/index.php/aqua…se-rechner.html

    Ich drück die Daumen.

    Beste Lösung: Dosierbehälter unter der Wasseroberfläche und Schläuche kurz über der Wasseroberfläche enden lassen. Jede Technik kann ausfallen, gilt insbesondere für Rückschlagventile und Dosierschläuche, insbesondere die billigen aus Silikon. Wenn etwas ausfällt, wird einfach nicht mehr zudosiert und kein Wasser kann vom Aquarium/Filterbecken zurücklaufen.

    Wenn kein Platz unterhalb der Wasseroberfläche ist: also Dosierpumpe und Behälter über der Wasseroberfläche. Dann sollte die Druckseite der Dosierschläuche über oben offene T-Stücke laufen (siehe Foto: das offene Ende des T-Stücks sind in diesem Fall graue PVC-Röhrchen). Nach jeder Dosierung sorgt dann der freie Ablauf dafür, dass bei einem Fehler kein Wasser unkontrolliert hinein oder herauslaufen kann. Dann dürfen die Schläuche auch unterhalb der Wasseroberfläche enden.
    ABER ACHTUNG! Bei Dosierflüssigkeiten, die ausfallen (Calcium, insbesondere KH), muss regelmäßig das T-Stück mit RO-Wasser gespült werden, um dortige Ablagerungen zu vermeiden. Das geht ganz schnell mit einer sogenannten Spritzflasche aus dem Laborbereich.