Beiträge von Burkhard Ramsch

    Nun ist auch der bewährte Turbo-Kalkreaktor von AquaCare in der Größe 4 in der neuen Acrylglasversion verhältlich. Er hat ein wenig mehr Volumen als sein Vorgänger, der Aufbau ist kompakter und er ist einfacher zu bedienen. Als weiterer Vorteil konnte eine kleinere Pumpe verbaut werden, so dass Energie gespart werden kann. Ermöglicht wurde das durch eine optimierte Wasserführung in den passgenauen Halbzeugen, die wir mit unserer CNC-Portalfräse selbst herstellen.

    Das Becken hat gut 200L , eine 1000er

    Genau darum geht es ja. Die obige Kombination wäre schon zu klein, weil eine 1000er Pumpe als RFP nie 1000 l/h fördern kann (wenn das Aquarium über dem Technikbecken steht).
    Zoanthus, die aqua medic Pumpe reicht aus, wenn die zu bewältigende Förderhöhe nicht 1,5 m übersteigt. Bei einem Durchmesser der Steigleitung von 20 mm wird es allerdings schon knapp.

    Bei Pumpen immer in die Kennkurve schauen! Wieviel Liter pro Stunde sind gewünscht (nicht unter 5 x Beckenvolumen pro Stunde) und wie hoch muss die Pumpe fördern. Am Schnittpunkt dieser beiden Werte, darf die Kennlinie der Pumpe nicht darunter liegen.
    Pumpen ohne veröffentlichte Kennlinie würde ich nie kaufen.
    Regelbare DC-Pumpen ("Energiesparpumpen") sind immer den einfachen Universalpumpen vorzuziehen: sicherer, erheblich leiser, weniger Energie"Verbrauch", aber leider auch teurer.
    Übrigens: die meiste Leistung der Pumpen wird benötigt, um das Wasser zu bewegen, nicht um Druck zu erzeugen.

    Dass Harzfilter kein Wasser benötigen ist auch nicht so ganz richtig. Beim Regenieren wird zum Spülen Wasser benötigt, außerdem Säuren und Laugen.
    Viele Spurenstoffe (Medikamenten- und Pestizidrückstände) werden von Harzfiltern nicht zurückgehalten. In landwirtschaftlichen Gebieten kann das schon mal zu Problemen führen.

    Druckpumpe ja oder nein: sollte vom vorhandenen Wasserdruck abhängig gemacht werden. Wenn bereits 6 bar im Leitungsnetz sind, dann ist eine Druckpumpe kontraproduktiv - die Gehäuse können sogar reißen, weil der interne Arbeitsdruck überschritten wird.
    Sind z.B. nur 2 bar vorhanden, ist eine Druckpumpe unerlässlich, um Leistung und vor allem Wasserqualität zu gewährleisten.

    Abwasser-Reinwasser-Verhältnis: hat nichts mit besonderer Technik zu tun. Bei fehlender Konzentratrückführung (ich weiß jetzt nicht, wie es bei der Aquamedic aussieht) wird die Überströmung der Membran noch nicht mal eingehalten (wichtig für die Membran).
    Niedrige Verhältnisse sparen zwar Wasser, aber Membranlebensdauer (sehr abhängig vom Rohwasser) und Reinwasserqualität sinken.
    Zoanthus: Du benötigst im Jahr 1,3 m3 Reinwasser. Zwischen 4:1 und 1:1 liegt die Abwasserproduktion bei Faktor 4, also bei 1,3 oder 5,2 m3/a. Für die Differenz von 3,9 m3 à 12 EUR/m3 würdest Du 47 EUR im Jahr Wasser-/Abwasserkosten sparen.

    nicht nur wie schnell produziert wird, sondern auch wie oft.

    Eine RO-Anlage sollte so lange am Stück wie nur möglich arbeiten. Die volle Qualität wird erst nach ca. 15 Minuten produziert.
    Überdimensionierung bringt nicht viel, außer, wenn die Anlage immer nur provisorisch aufgebaut werden muss und das Ding soll nicht ewig im Weg stehen.

    Neben dem Herausholen von organischen Stoffen ("Eiweiß") hat der Abschäumer eine zweite wichtige Aufgabe: er reguliert den Gashaushalt. D.h. zu viel an CO2 kann aus dem Wasser "geblubbert" werden und zu wenig Sauerstoff (gerade nachts) wird dem Wasser zugegeben. Becken ohne Abschäumer zeigen wesentlich höhere Schwankungen von CO2 und O2 als Becken, die mit einem gut dimensionierten Abschäumer betrieben werden.
    Je mehr Fische eingesetzt werden, desto kritischer ist das System ohne Abschäumer.

    Der Tipp von Sven ist auf jeden Fall sehr sinnvoll. Die Zukunft wird zeigen, welche Technik Du einbauen wirst. Wenn dann kein Platz im TB ist...

    NHx (Ammonium/Ammoniak) ist nur während der Startphase eines Aquarium überhaupt interessant oder nach biochemischen Katastrophen wie z.B. einem Antibiotikumeinsatz.
    Algen und andere photosynthetisierende Organismen (somit auch Korallen) nehmen lieber NH3 auf als andere Stickstoffformen wie Nitrit/Salpetrige Säure oder Nitrat/Salpetersäure, weil es weniger Energie kostet. Ist kein NHx vorhanden, werden NO2 und NO3 auch aufgenommen - so viel ich weiß, kann das jeder autotropher Organismus. - Einige Spezialisten können sogar molekularen Stickstoff N2 aufnehmen ("Reinwasser-Cyanobakterien").
    Es ist aber ein Trugschluss zu meinen, wenn man kein NHx nachweisen kann, dass auch kein NHx aufgenommen wird. Ist so ähnlich wie mit dem Corona-Klopapier: es war nie etwas da, obwohl andauernd geliefert wurde - die Nachfrage war eben stärker als die Produktion.

    Bei erhöhten NHx-Konzentrationen ist auf jeden Fall etwas passiert:
    - Test zeigt Mist an; erst wenn die Fische sich unwohl fühlen wird es kritisch: -> überprüfen.
    - Plötzliche NHx-Quelle: ein Tier vergammelt ungesehen in einer Ecke: -> herausnehmen..
    - Systematische NHx-Quelle: Gammelecken haben im Meerwasseraquarium und TB nichts zu suchen: -> absaugen.
    - Nitrifizierenden Bakterien kommen nicht mehr nach (ist eigentlich nur in extrem sparsam eingerichteten Aquarien ohne Bodengrund und nur wenig Aufbauten möglich): -> bioverfügbare Oberfläche z.B. durch einen Fließbettfilter erhöhen.

    Versuch mit dem Salat ist leider nicht gelungen

    Lilly, Deine Fische haben Angst vor dem Killer-Salatblatt.
    1. Salatklammer immer im Becken installiert lassen, damit die Tiere sie als normalen Felsen akzeptieren.
    2. Mit ganz kleinen Stückchen beginnen 2-3 cm. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da knabbert der erste Fisch am Blatt und dann gibt es für die Anderen kein Zurückhalten mehr - Futterneid.

    Große Tiere kann man auch mit einem Rohr stützen. Nach der Festwachszeit muss es jedoch zerschnitten werden oder der Stein muss kleiner als der Innendurchmesser sein.
    Mit Hilfsring:
    Nach dem Festwachsen:

    Wenn der Schnitt sehr exakt durchgeführt wurde, kann es sein, dass sich am zurückgebliebenen Stumpf keine Ableger bilden. Da hilt einmal ein senkrechter Kreuzschnitt in den Stumpf und schon sprießen die Kleinen.

    Wenn das Filtersystem hoffungslos unterdimensioniert ist und das ganze System schon auf der Kippe steht, kann ich mir vorstellen, dass die beim Schnitt entstehenden Trübungen das Wasser zum Kippen bringen können. In einem richtig ausgelegten Aquarium habe ich noch nie Vergiftungserscheinungen während oder nach dem Abschneiden gesehen.

    Ich fürchte, dass für die Reflektoren mal wieder der billigste Kunststoff verwendet wurde - also Polyethylen (PE). Wenn das der Fall ist, kann er nicht geklebt werden, allenfalls ein leichtes Haften (selbst mit Primer). Und wenn dann Wärmeunterschiede dazukommen, purzeln die Dinger einfach wieder herunter. Letztendlich hilft nur eine mechanische Befestigung.

    Die Kohle vorher mit kochenden Wasser Entgasen und einige Stunden oder länger im Wasser entgasen lassen. Sonst zieht die frische Kohle zu schnell Spurenelemente heraus. Insbesondere Jod.

    Das habe ich aber auch noch nicht gehört. Für mich war der Entgasungsvorgang einfach nur die Entfernung der inneren Luft aus der Kohle, damit das Wasser überhaupt in die Makro- und Mikroporen eindringen kann. Mit heißem Wasser geht das natürlich schneller.

    Sinnvoller wäre natürlich eine Kalibrierung mit pH7 und pH9 oder pH10

    Jein. Im Prinzip hast Du recht. Man sollte immer zwischen den Kalibrierpunkten messen. Und da endet auch schon die Theorie.

    Die Erfahrung hat gezeigt, dass die hohen pH-Wert-Puffer sehr schnell versauern. Das pH10-Döschen einmal über Nacht offen stehen gelassen und der pH-Wert liegt bei 9 oder darunter. Die hohen pH-Wert "saugen" das CO2 aus der Luft und der pH-Wert sinkt. Deshalb sollten auch Kalkwasserbehälter immer dicht sein oder nur ein sehr winziges Löchlein haben, um den Druckaustausch zu gewährleisten.
    Hinzu kommt, dass die meisten Pufferlösungen in der Aquaristik beim Aquarianer uralt sind und es wird immer fleißig die pH-Messkette in das Pufferfläschchen getaucht. Manchmal schwimmen auch undefinierbare Substanzen im Fläschchen. :nauseated_face:

    Spätestens beim Erwerb einer neuen Messkette die Puffer mitbestellen: pH4 und pH7 z.B., auch wenn bei pH 8 gemessen wird!

    Für die Kalzifizierung ist ein hoher pH-Wert eher günstig. Zurzeit ist in unseren Meeren ja das Gegenteil los: 2 Zehntel pH weniger bringen die Korallen schon ins Schwitzen insbesondere in Kombination mit erhöhten Temperaturen.
    Ganz allgemein gesprochen: Veränderungen im Meer sind immer sehr langsam, so dass sich Korallen anpassen können. Bei schnellen Änderungen (ob vom Menschen oder durch Naturgewalten ausgelöst) gibt es immer gleich Katastrophen mit Massenaussterben: nur die harten kommen in den Korallengarten.
    Werte knapp unter 9 würde ich nie akzeptieren. Also Atemkalk raus und den Raum nie mehr lüften :grinning_squinting_face:
    Sollte es ein Dauerproblem sein, würde ich über die Anschaffung eines Kalkreaktors oder CO2-Reaktos nachdenken.

    Ammonium/Ammoniak wird sehr schnell von Baketrien über Nitrt zu Nitrat abgebaut.

    Allerdings nur, wenn die Nitrifikation funktioniert. Bei neuen Becken sieht man eine nicht richtig funktionierende Nitrifikation an messbaren Nitritkonzentrationen. Nitrit ist bis 10 mg/l im Meerwasser erst einmal nicht schlimm, zeigt jedoch ein Ungleichgewicht an.
    Deine Korallen würden die Vorstufe des Nitrits (Ammonium) aufbrauchen, wenn sie wachsen würden und es erheblich mehr wären. Bei Null Phosphat wachsen sie jedoch nicht. Es gehen sehr viele Korallen durch Phosphatmangel insbesondere in Kombination mit hohen Nitratkonzentrationen bei Anfänger drauf - und nicht nur bei denen. Die extrem niedrig gewollten Phosphatkonzentrationen der "Profis" von unter 0,1 mg/l sind ein Risiko. Bei diesen Konzentrationen sind die Korallen am Limit. Weil sie verhungern, senken sie die Konzentration der Zooxanthellen (alles raus, was keine Miete zahlt!) und das Korallengewebe wird heller und bei einigen Arten / Sorten kommen tolle Bonbonfarben zum Vorschein. Die Färbung schützt das Gewebe teilweise vor zu viel blauem Licht - die Zooxanthellen sind ja nicht mehr zum Lichtverbraucenh da.
    Diesen Grenzgang der verhungernden Korallen haben "Profis" oft im Griff, oft genug aber auch nicht. Die Kombination minimal bis kein Phosphat bei moderaten bis hohen Nitratkonzentrationen, blaustichige und starke Aquariumbeleuchtung und geringer Korallenbesatz führt oft genug zu einem Desaster.
    Ronny, ich habe das mal so zusammengefasst: Du muss etwas tun! In Deinem Fall: Phosphat höher, Besatz höher mit potentiell schnell wachsenden Tieren.

    So altes Salz muss sich (fast) zwangsläufig schlecht auflösen. Während der Lagerung verändert sich die Kristallstruktur einiger Komponenten. Zwischendurch kann man aber immer wieder etwas davon verwenden.

    Mein Tipp (und das von einem Hersteller): immer wieder zwischendurch die Marke wechseln, dann kommt keine Langeweile in der Chemie auf.

    Hallo Seeigel,

    das würde ich nicht so schnell sagen. Es hängt nämlich davon ab, wie groß das Aquarium ist und wie hoch die RO-Leistung.
    Prinzipell gibt es für Dein Vorhaben zwei Systeme:

    Wenn das Aquarium klein und die RO-Leistung hoch sind, dann hast Du starke Schwankungen des Salzgehaltes - die RO muss ja mindestens eine halbe Stunde laufen (besser 2 h oder mehr). In dem Fall solltest Du die obere Version aufbauen (und da ist der Osmolator wieder im Spiel).

    Es ist wichtig, dass die Niveausteuerung eine 2-Punkt-Steuerung ist (Minimum und Maximum; alternativ eine gehörige Zeitverzögerung). Wird Minimum unterschritten, springt die RO an, wird Maximum überschritten, dann stoppt sie. Dies Wirkweise hat die Aufgaben, dass die RO nicht zu kurz in Betrieb ist - das gibt ansonsten eine sehr schlechte Wasserqualität.

    Es wird doch eine Studie geben, mit der sich das ideale Salz herausgestellt hat. Aus irgendwas werden die großen Hersteller ja auch ihre Mittelchen machen.

    Palytox, da muss ich Dich leider entäuschen: das ideale Meersalz gibt es nicht, weil es das ideale Aquarium nicht gibt. Der Bedarf an Spurenelemente und Nährelementen, Calcium, Magnesium und Karbonathärte variiert von Aquarium zu Aquarium stark (bei Gelöstkalk haben wir bei nur sehr wenigen Untersuchungen schon Unterschiede mit dem Faktor 20 gefunden).
    Ein Meersalz mit Stickstoff und Phosphor ist für die meisten Aquarien nicht geeignet, wäre aber für Dich die ideale Möglichkeit. Weil es für die meisten Aquarien nicht geeignet ist, wird es auch nicht hergestellt. Aber dafür gibt es ja die Zusatzprodukte. Nur mit einer allgemeinen Dosierung sieht es schlimm aus. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Aquarien kann man nur mit der empfohlenen Dosierung anfangen und zuschauen, was passiert. Wenn nichts zu sehen ist, heißt das nicht, dass nichts passiert. Mangelelemente können so schnell aufgenommen werden, dass sie ruckzuck wieder verschwinden, die Tiere aber erst einmal versorgt. Eine Dosis kann so weit erhöht werden, bis N bzw. P wieder nachweisbar sind. Einige Becken brauchen nun einmal das Zehnfache wo andere nur die Hälfte benötigen.

    Die Testmethode muss natürlich sicher sein, sonst kann man sich schnell das Becken vergiften.

    Mehrere Monate Meerwasser "herumstehen" zu lassen, ist keine gute Lösung. Es verändert sich: Bakterien wachsen (ob gut oder böse sei mal dahingestellt), Spurenelemente fallen aus oder werden so fest komplexiert, dass sie nicht mehr bioverfügbar sind; je nach Salzmischung kann auch Kalk ausfallen.
    Wenn etwas im Aquarium fehlt, sollte es direkt ins Aquarium dosiert werden. Bei Stickstoff wäre z.B. die Harnstoffvariante möglich (im Vorratstank ergibt sie nicht viel Sinn). Dieser wird von Bakterien umgewandelt und entstehendes Ammoniak wird schnell von den Korallen u.a. aufgenommen. Nitrat wäre da nicht so vorteilhaft.

    Es gibt 3/2-Wege Magnetventile in der Pneumatik. Habe ich aber nicht im Programm.
    Wichtig: der DN darf nicht zu klein sein (>2 mm, besser 5 mm), damit die Luftleistung des Abschäumers nicht zusammenbricht. Injektorabschäumer sind dagegen weniger empfindlich.

    Ich hoffe, dass die Stellmotorgeschichte ironisch gemeint war. Das wäre mit Kanonen auf Spatzen zu schießen (tja, die sind ja auch schon aus vielen Gegenden verschwunden).
    Man kann natürlich auch einen zweiten Abschäumer einsetzen (oder auch bleiben lassen).

    Du kannst auch die fertigen Mittelchen verdünnen. Zum Beispiel 1 auf 10, dann musst Du statt 0,1 ml schon 1 ml dosieren. Aber nicht zu große Mengen anrühren - je dünner die Lösungen desto instabiler werden sie.

    Mit Chemikalien sollte man sich auch auskennen. Leicht hat man sich verrechnet, weil die Solvathülle (der Wasseranteil im Salz) nicht mitberechnet wurde. Oder an welcher Stelle steht das "di", z.B. Natriumdihydrogenphosphat oder Dinatriumhydrogenphosphat.
    Und bitte Schutzausrüstung benutzen und alles kindersicher aufbewahren.

    Hallo Dieter,

    alle KWRs können auch extern betrieben werden. Wie weit sie Druck vertragen, kann ich leider nicht exakt sagen, weil Eheim keinerlei Angaben über den zuslässigen Systemdruck macht - und auf Eheim sind wir bei Kalkmilch leider angewiesen; diese Pumpen sind im meinen Augen immer noch die robustesten Universalpumpen auf dem Mark (wenn der richtige Läufer verwendet wird!).
    Hier werden alle Reaktoren bei 0,3 bar Druck getestet - sollte für die allermeisten aquaristischen Anwendungen genügen.

    Der AquaCare KWR in der Größe 150 mm ist ab sofort lieferbar. Wie alle Acrylglasfilter von AquaCare gibt es ihn in drei Standardgrößen: KWR150-50 bis 1800 Liter-Aquarien, KWR150-70 bis 2900 Liter und der KWR150-100 bis 4400 Liter. Der Kalkwasserreaktor KWR ist vollständig zerlegbar, um ihn einfach reinigen zu können; ebenso kann er mit wenigen Bauteilen zu einem anderen Reaktor oder Filter umgebaut werden.
    Besonderes Kennzeichen des AquaCare KWRs ist die große Beladung mit 1,3 kg beim KWR150-100. Außerdem ist dieser Reaktor gasdicht: das bedeutet, dass die Kalkmilch nicht mit atmosphärischem CO2in Kontakt kommt und somit nicht altert.

    Was ist Kalkwasser?

    Kalkwasser ist eine SEHR basische - und deshalb muss man die Sicherheitsmaßnahmen gut einhalten! - Lösung von Calciumhydroxid. Peter Wilkens, einer der großen Pioniere der Meerwasseraquaristik, entwickelte in den 70ern des letzten Jahrhunderts diese Methode, bei der Calciumhydroxid in Wasser aufgelöst und dem Aquarium langsam zudosiert wird. Calciumhydroxid zwar sehr schnell löslich, aber leider können nur geringe Mengen gelöst werden: Bei 25°C werden etwa 670 mg als Calcium pro Liter gelöst. An der Eintropfstelle wird gelöstes Calcium dem Aquarium zugeführt. Gleichzeitig kann durch den sehr hohen pH-Wert von 12-13 Phosphat mitgerissen und als Hydroxylapatit ausgefällt werden.


    Die manuelle Kalkwassermethode

    Man gibt ca. 4 g Calciumhydroxid in Umkehrosmosewasser* in einen verschließbaren 5-Liter-Behälter. Einmal gut schütteln und warten, bis sich das nicht gelöste Calciumhydroxid abgesetzt hat. An einem Ventilchen, das ca. 2 cm oberhalb des Kanisterbodens montiert werden sollte, kann nun das Kalkwasser tropfenweise in das Technikbecken (oder Aquarium) geführt werden. Der Kanister sollte ein sehr kleines Belüftungsloch im Deckel haben, damit das Wasser heraustropfen kann.


    Die automatische Kalkwassermethode

    In sogenannten Kalkwasserreaktoren wird eine größere Menge Calciumhydroxid als sogenannte Kalkmilch in Schwebe gehalten. Frisch zufließendes Umkehrosmosewasser* wird sofort mit Calciumhydroxid gesättigt und kann in das Aquarium dosiert werden. Vorteil: es wird wesentlich mehr Kalkwasser pro Calciumhydroxidfüllung hergestellt, als bei der manuellen Methode (bei AquaCare KWRs ca. 25mal mehr).

    Wichtig ist, dass der Kalkwasserreaktor nicht mit atmosphärischer Luft in Kontakt steht - er sollte gasdicht sein, um nicht aus der Umgebung CO2 herauszuziehen und die Kalklösung unbrauchbar zu machen. Ein Kalkwasserreaktor kann super mit einer automatischen Nachfüllung des Verdunstungswassers kombiniert werden.


    * Der CO2-Gehalt des Umkehrosmosewassers ist nicht oder nur mit Aufwand zu verhindern. Lediglich bei sehr hartem Ausgangswasser (Karbonathärte) kann die erhöhte CO2-Konzentration im Umkehrosmosewasser durch eine gute Belüftung reduziert werden. Wird ein Silikatfilter (Mischbettharz) verwendet, sollte die CO2-Konzentration des RO-Wassers vor dem Silikatfilter ebenfalls reduziert werden, um die Leistung des Mischbettharzes nicht allzu sehr zu vermindern.


    Wie viel Kalkwasser?

    Grundsätzlich muss man die Dosierung an das Aquarium anpassen. Mehr als das Verdunstungswasser ist nicht möglich. Es sollten folgende Werte beobachtet werden:

    Calcium: Steigt die Calciumkonzentration deutlich über 450 mg/l an, sollte die Kalkwasserdosierung reduziert oder gestoppt werden.

    KH: Es ist zwar selten, aber die Karbonathärte kann ebenfalls steigen. Ist das der Fall, sollte ebenfalls der Einsatz von Kalkwasser gedrosselt werden.
    pH-Wert: Steigt der pH-Wert des Aquariums über 8,4, sollte die Kalkwasserdosierung reduziert werden. Der durchschnittliche pH-Wert der tropischen Weltmeere (Oberflächenwasser) vor der Industrialisierung lag bei 8,2 und kann als idealer Wert für die Riffaquaristik angesehen werden.
    Phosphat: Sinkt die Phosphatkonzentration unter 0,02 mg/l, sollte ebenfalls weniger dosiert oder für einen höheren Phosphateintrag gesorgt werden.


    Wann Kalkwasser dosieren?

    Die smarteste Zeit, Kalkwasser zu dosieren, ist nachts. Denn dann ist der pH-Wert am niedrigsten und wird durch das Kalkwasser angehoben. Die günstigste Zeit für einen Kalkreaktor ist hingegen tagsüber, um den Anstieg des pH-Werts zu vermindern.

    Besteht die Möglichkeit einer pH-Wertregelung und einer automatischen Nachfüllanlage, dann sollte die Kalkwasserdosierung vom Ist-pH-Wert des Aquariumwassers abhängig gemacht werden. Über pH 8,4 sollte anstatt Kalkwasser nur Umkehrosmosewasser dosiert werden. Mit dieser Regelung werden die täglichen pH-Schwankungen minimiert.


    Kalkwasser und Kalkreaktor - passt das zusammen?

    Ein klares Ja, auch wenn es immer wieder gegenteilige Behauptungen gibt. In meinen Augen ergänzen sich beide Methode perfekt. Auch die Methoden nach Balling sind ohne weiteres ergänzbar.

    Es sind aber einige Einschränkungen zur Kombination zu machen:

    - Das Kalkwasser sollte nie an der gleichen Stelle dosiert werden, an der der Ausgang des Kalkreaktors eintropft. Sonst heben sich die Wirkungen beider Methode unter Umständen auf. Das gleiche gilt für Ausgänge von Dosierpumpen.

    - Eine zeitliche Trennung ist ebenfalls möglich: tagsüber Kalkreaktor, nachts Kalkwasserreaktor.

    - Die Eintropfstelle des Kalkwassers sollte nicht in der Nähe der Ansaugstelle der Rückförderpumpe oder anderer Pumpen sein. Die optimale Stelle ist vor einem Vliesfilter.


    Übrigens: Ein Kalkwasserreaktor kann auch mit der Hydrogencarbonatkomponente der Balling-Methode gefüllt werden. So entfallen sehr große Vorratsbehälter.

    Einiges zum Lesen:
    Methoden zur Kalkwasserdosierung
    Methoden zur Erhöhung von Calcium und Karbonathärte im Meerwasseraquarium
    Natriumhydrogencarbonat im KWR

    Hallo Chris,

    der von Dir gesteuerte Atemkalkeinsatz ist schon tricky :winking_face:
    Weniger pH-Schwankungen wirst Du nur durch die Erhöhnung der Karbonathärte bekommen oder der Reduzierung der Beleuchtung (würde ich von abraten, wenn die Tiere gut stehen).
    Mit Schwankungen von 0,3 Einheiten muss jeder rechnen.

    Hallo Honk,

    nicht zu sehr an Messwerten kleben. Besser auf die Tiere achten.
    Ob jetzt 27 oder 30 mg/l Iod im Aquarium sind spielt keine Rolle. Solange etwas nachweisbar ist, sollte es ausreichen. Zu hohe Iodwerte können dagegen kritisch werden. Also vorsichtig dosieren.

    Deine pH-Wertschwankungen (die von Deinem Aquariumwasser natürlich) sind niedrig und damit gut. Das allgemeine pH-Niveau könnten ein wenig höher sein, z.B. mit Kalkwasser oder CO2-Adsorber (Atemkalk).

    So viel ich weiß, ist die einzige Methode, um wirklich die reine Karbonathärte zu messen, die Leitfähigkeitstitration. Alles andere ist ein Umrechnen von Hilfswerten, die zueinander in einer theoretischen Beziehung stehen.
    Selbst, wenn man von einer exakten CO2-Messung ausgeht, die ist Karbonathärteberechnung (siehe Beitrag 3) nur eine Krücke: das Gleichgewicht ist ziehmlich langsam und die Rechnerei stimmt nur, wenn man von einem Gleichgewicht ausgeht. Bei den täglich-nächtlichen Schwankungen des pH-Wertes gibt es praktisch kein Gleichgewicht (außer zu genau 2 Zeitpunkten).
    Außerdem ist die Formel in Beitrag 3 temperatur- und salinitätsabhängig.

    Mein Meinung nach reicht es, die Karbonathärte (genauer: die Säurekapazität bis pH 4,3 = Säurebindungsvermögen) mit den uns zur Verfügung stehenden Tröpfentests zu ermitteln und den Wert nicht unter 6-7°dH sinken zu lassen. Ich persönlich bevorzuge Werte ein wenig höher (um die 8-10°dKH, je nach PO4-Konzentration und Aquarientyp), um den pH-Wert nicht zu stark schwanken zu lassen.

    Ein Großaquarium aus Abu Dhabi wollte unbedingt für sein 40 m3 Korallenaquarium einen vollständig redundanten Kalkreaktor - also zwei Stück. So wird gewährleistet, dass bei Ausfall eines Systems das andere ohne Probleme die Leistung übernehmen kann. Normalerweise werden nur absolut notwendige Systeme (Förderpumpen, Temperierung, Beleuchtung, etc.) redundant ausgeführt. Aber wegen des doch recht umständlichen Imports und der teilweise damit verbundenen Lieferzeiten in die UAE hat sich der Betreiber bei allen sekundären Systemen (nicht sofort überlebenswichtige Komponenten) ebenfalls für die sichere doppelte Ausführung entschieden. Da haben wir natürlich nichts gegen einzuwenden.
    Wir bauten somit zwei Turbo Kalkreaktoren Größe 7 inklusive Luftversorgung für die Neutralisierungstufe.


    Einer der Reaktoren beim Testlauf bei 2 bar Überdruck. Alle Komponenten werden auf Dichtigkeit und Funktion überprüft; der Programmablauf der SPS kontrolliert und alle möglichen Fehler künstlich ausgelöst, um die Fehlermeldungen überwachen zu können. Im Auslieferungsprotokoll werden alle Daten zusammengefasst.


    Bei dem schönen Wetter macht es Spaß, die beiden Turbo-Reaktoren auf eine Palette für den langen Transport zu packen.

    Die Reihenfolge Vliesfilter - Abschäumer wäre die beste. Wenn es nicht anders geht, kann die Reihenfolge auch umgedreht werden, wenn die Kreislaufleistung (Aquarium - Filtersystem) erheblich größer (ab ca. 5x) ist als die Wasserleistung des Abschäumers.