Beiträge von Burkhard Ramsch

    In den 70er haben wir Meerwasseraquarium fast ohne Technik betrieben - geht doch:
    - nur wenige Tiere haben für längere Zeit überlebt (Ausnahmen gab es natürlich)
    - nur wenige Arten konnten überhaupt gehalten werden
    - andauerndes Ausräumen und Neustarten
    - wuchernde Algenteppiche waren ein Qualitätszeichen für gutes Wasser
    - Nerviges Bleichen mit Wasserstoffperoxid der toten Korallenstöcke
    - Parasitenkontrolle par excellence: Kupfer bis die Scheiben komisch aussahen und/oder Ozon bis nahe der Selbstvergiftung

    Ohne Zeit und ohne "Wartungpersonal" ist in meinen Augen der Betrieb eines Meerwasseraquariums nicht möglich. Sollte trotzdem ein Meerwasseraquarium angeschafft werden, dann bitte nur mit Wartungsvertrag eines Profis (ja da gibt es auch das ganze Spektrum...).

    Beim Neutralisieren gibt es aber eine Obergrenze, die nicht überschritten werden darf. Sonst fällt der frisch produzierte Gelöstkalk wieder als festes Calciumcarbonat aus: außer CO2+Energie+Substrat ist nichts gewesen. Wo die Grenze liegt, hängt von Temperatur, Konzentration KH+Calcium+Magnesium, verwendetes Substrat und Verweildauer in der Neuralisierung ab. Bei unseren Systemen liegt die Grenze bei pH 7,0 bis 7,5. Andere Systeme können erheblich davon abweichen.
    Der Auslauf-pH-Wert sollte regelmäßig gemessen werden, um die Funktion der Neutralisierungsstufe zu überprüfen. Erst gestern habe ich einen Kunden am Telefon gehabt, dem sein pH-Wert im Aquarium reichlich unter 7 gefallen war und eine dementsprechende CO2-Konzentration gemessen wurde. Der SPS-Verlust war enorm.
    Ich kann es nur noch einmal deutlich sagen: jedes Gerät muss regelmäßig überprüft und gewartet werden.

    Hi Burkhard, wäre das nicht eigentlich ein Widerspruch? Einerseits sollte man dickere Wandungen nehmen und andererseits sind sie unkaputtbar? Das hieße doch eigentlich im Umkehrschluss, dass ich ne viel dünnere Wandung nehmen könnte?!

    Die hohe Schlagzähigkeit von PE (siehe fast unglücklich beendeter Vorschlaghammerversuch) wird durch eine geringe "Durchbiegestabilität" erkauft - deshalb dickeres Material. Zylinder können aufgrund ihrer Geometrie extrem dünn gehalten werden - Ihre Böden jedoch nicht: die biegen sich bei zu geringer Materialstärke durch, so dass die Behälter nicht mehr stabil stehen. Das war uns in den Anfangstagen einmal bei einem 2,4 Meter durchmessenden Abschäumer passiert. Die Statik stimmte, aber was wir nicht bedacht haben, waren die dynamischen Kräfte verursacht durch die Kreiselbewegung in der Rotationskammer. Diese Kräfte führten dazu, dass der Abschäumer während des Betriebs tanzte. Da wir in dem damaligen Firmengebäude nur einen Dichtigkeitstest machen konnten, war das natürlich nicht aufgefallen, sondern beim Kunden (peinlich). Also Extruder eingepackt (das Röntgenbild beim Zoll liess den Beamten plötzlich wach werden), auf in die Türkei und den Boden verstärkt. Geht doch.

    Vor und nach dem Kleben ist immer besser (wird auch bei uns gemacht). Die oben aufgeführte Reihenfolge war nicht komplett :loudly_crying_face:
    Besonders wichtig ist das Tempern nach den spanabnehmenden Verfahren (Bohren, Drehen, Fräsen), weil hohe Temperaturen direkt an der Schnittkante entstehen. Nur für sehr kurze Zeit, aber das reicht, um während des Klebens schon Haarrisse entstehen zu lassen. Besonders Rohre sind sehr empfindlich dafür.

    Um die erforderliche Technik für ein Meerwasseraquarium unterzubringen, gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten:
    1. Das Equipment befindet sich in einem abgetrennten Teil des Aquariums. Meist ist dort wenig Platz und Änderungen sind oft genug mit Bastelei verbunden.
    2. Die Technik steht in einem Filterbecken, das meist unterhalb des Aquariums steht. Mit einer Rückförderpumpe wird der Wasserkreislauf ermöglicht. In einem Filtertank können Veränderungen und Wartungsarbeiten schnell und sauber durchgeführt werden.

    AquaCare hat nun sein kleinstes Becken auf den Markt gebracht: das Basic 50. Mit den Außenmaßen 50 x 26 x 40 cm ist es für maximal 200 Liter Aquariumvolumen geeignet. Ausgestattet ist diese kompakte Filterlösung mit einer Einlaufkammer, in der Heizung, Messsensoren und ein Strumpffilter Platz finden. Die 2. Kammer - Entgasungskammer - ist mit Filtermaterial gefüllt, an dem kleinste Luftbläschen vernichtet werden. Zusätzlich ist eine geringe biologische Leistung generiert. In der dritten Kammer - die Multifunktionskammer - ist die restliche Technik untergebracht. Der Abschäumer, dessen Wasser in die Entgasungskammer geführt wird, ein Zusatzfilter oder MediaCup und die Rückförderpumpe finden hier Platz. Für das automatische Nachfüllen von verdunstetem Wasser ist ein Schwimmerventil installiert, das einfach und sicher den gewünschten Wasserstand konstant hält. Ein Halter für 5 Dosierschläuche ist ebenfalls montiert. MediaCup, Schwimmerventil und Dosierschlauchhalter können frei positioniert und mit Kunststoffflügelschrauben gesichert werden.
    Werden zusätzliche Filter benötigt, können diese mit geeigneten Halter außen an das Filterbecken gehängt werden - Hang-On-Lösung.

    Die Einzelteile für das Filterbecken Basic werden aus hochwertigem Acrylglas (PMMA) mit unserer Portalfräse präzise ausgeschnitten, im Ofen getempert und anschließend fachgerecht zusammengeklebt.
    Ab sofort gibt es auch ein Product-Bundle mit fertig installierter Technik zum Vorzugspreis.

    PE oder PP ist viel zu weich für Tankanwemdungen, wird aber trotzdem oft genommen, weil es preiswerte Kunststoffe sind.

    Ja, da prallen mal wieder Meinungen aufeinander. PE und PP sind preisgünstiger, allerdings muss man auch erheblich dickerer Wandungen wählen, so dass der Preisvorteil schnell relativiert ist.
    PE-Becken haben den großen Vorteil, dass sie "unkaputtbar" sind (gerade für Erdbebengebiete sehr wichtig). Ich habe mal versucht mit einem Vorschlaghammer, eine Schweißnaht von einem Technikbecken aus PE zu zerstören. Das Einzige, was passierter ist, dass mir der Vorschlaghammer mit fast dem gleichen Impuls zurückgeschleudert kam - hätte auch ins Auge gehen können. Also nicht nachmachen.
    Es gibt natürlich auch Nachteile, wie bei jedem Material: PE kann nicht mit transparentem Material kombiniert werden (nur mit Dichtungssystemen) und durch die Verarbeitung (Extruderschweißen) ist immer mit leicht krummen Wänden zu rechnen. Bei ganz großen Becken wird das mit PE-verkleidetem Stahlgestell wieder kompensiert.

    Wenn man das mit Tangit klebt, sollte das doch eigentlich unkaputtbar sein, oder?

    PVC-Becken werden eigentlich geschweißt, damit sie garantiert halten. Entweder mit dem Heißluftverfahren (für kleinere Becken) oder mit Extrudern (größere Becken). Extrem stabil werden Becken/Behälter, wenn sie mit dem Spiegelschweißverfahren gefügt werden.
    Mit Tangit würde ich zumindest die Teile noch mit V4A-Schrauben verschrauben. (Rohre werden im Betrieb in eine andere Richtung belastet, ist also nicht vergleichbar.)

    Hi Rüdiger,
    versuche die Umkehrosmosekammer mit schwarzem Glas auszustatten, damit Dir nicht die Algen dort einziehen. Eventuell auch mit dunklem Material abdecken. Außerdem würde ich die Innenwände der RO-Kammer 1 cm niedriger machen. Wenn mal beim Einfüllen etwas überläuft, sollte es nicht hinten überlaufen.

    Sich blind auf Laborwerte zu verlassen, bringt überhaupt nichts. Die Fehlerquellen sind mannigfaltig.
    Das fängt bei der Probennahme an: verunreinigte Probenröhrchen, zum falschen Zeitpunkt gemessen (kurz nach einer Dosierung oder Fütterung), an der falschen Stelle gemesen (z.B. ein Stück Kahmhaut von der Oberfläche erwischt), das Patschehändchen im Wasser gehabt, nicht mindestens dreimal das Röhrchen mit Aquarienwasser gespült, die falschen Einweghandschuhe getragen, ist die Probe mit oder ohne Einwegfilter gezogen worden, ins Probenröhrchen gehustet... .
    Der Transport kann die Proben verändern, gerade pH-Wert und damit indirekt die Karbonathärte. Auch lebende und nicht lebende Verunreinigungen können Werte verändern.
    Im Labor geht es weiter: Nachlässigkeit bei der Probenaufbereitung, wie wurde die Probe aufbereitet (nicht jede Aufbereitung ist für alle Messwerte günstig), wie wurde kalibriert, wann wurde kalibriert.
    Die Vergleichbarkeit der Heimtests mit ICP ist nicht unbedingt gegeben, weil unterschiedliche Verbindungen gemessen werden: z.B. Orthophosphat des Heimtests gegen Gesamt-P der ICP. Das kann zu vollkommen unterschiedlichen Ergebnissen führen. Ortho-Phosphat wird meist nicht mit dem Photometer im Labor nachgemessen, sondern Gesamt-P der ICP in Phosphat umgerechnet. So kann der errechnete Phosphatwert mit dem vom Heimtest ermittelten Wert übereinstimmen, muss aber nicht - gerade, wenn viel "Dreck" ohne Filter als Probe gezogen wurde.
    Viele Experimente in der Naturwissenschaft drehen sich zumeist im Anfangsstadium nur um die korrekte und reproduzierbare Messmethodik!
    Wenn die Genauigkeit der Heimtests so fantastisch wären, würden Labor auch damit arbeiten und nicht ein mehrere 10.000 EUR teures Gerät anschaffen, die erforderlichen Wartungen durch Fachfirmen durchführen lassen, ultrareine Kalibrierchemikalien kaufen und eine qualifizierte Laborperson einstellen. Ich frage mich sowieso, wie die extrem günstigen ICP-Preise für die Aquaristik zustandekommen.

    Mit geschlossenen Filtersystem wie mit unserer PMMA-Reihe können alle Filteraufgaben gelöst werden. Oft genug reichen aber einfache Systeme aus, wenn z.B. kurzfristig Aktivkohle eingesetzt werden soll. Der AquaCare Mediacup ist ein solches preisgünstiges System für Technikbecken.

    Dieser Becher kann mit den unterschiedlichsten Filtermaterialien bestückt werden. Grobe Materialien können direkt eingefüllt werden, für feinen Materialien bis ca. 5 mm wird ein Filterschwamm mitgeliefert. Für sehr feine Materialien kleiner 5 mm empfehlen wir die Verwendung eines Filterstrumpfes.
    Dieser Filtermaterialbecher kann auf unterschiedliche Weise installiert werden:

    • Er wird einfach auf die unteren Stege des Filterbeckens Basic in die 1. Kammer gehängt. Die Wasserversorgung geschieht mit dem zulaufenden Wasser zum Basic-System.
    • Der Cup wird auf die oberen Stege des Filterbeckens Basic gehängt und ein Wasserzulauf mit dem mitgelieferten Wasserversorgungshalter hergestellt. Mit dieser Methode kann eine definierte Durchströmung eingestellt werden, wenn z.B. mit Phosphatentfernern die Konzentration langsam und definiert gesenkt werden soll. Das ermöglicht Korallen, sich langsam auf die fallenden Werte anzupassen.
    • Der MediaCup wird mit den mitgelieferten Flügelschrauben an einer beliebigen Stelle auf den Steg der 3. Kammer des Basic-Filtersystems geschraubt und wie bei der vorherigen Möglichkeit mit Wasser versorgt.
    • Der MediaCup kann in jedes beliebige Filterbecken gestellt werden. Es muss lediglich ein Zulauf gestaltet werden.

    Der Service ist denkbar einfach: Wasserversorgungshalter zur Seite schieben und den Filtercup aus seinem Halter ziehen. Schon kann das Filtermaterial gewechselt werden.
    Den Mediacup gibt es in den Größen 90 und 50 mm und in 2x50 mm.

    Unter Esoterikern auch als MMS für teures Geld verkauft, ist das tatsächlich ein tolles Desinfektionsmitteln, schnell herzustellen (man benötigt nur Natriumchlorit und Salzsäure) und bei weitem nicht so aggressiv, wie viele andere Dinge aus dem Handel.
    Der Begriff Chlorhühnchen kommt übrigens auch von diesem Mittel. Das Chlordioxid-Bad tötet Keime, wie Salmonellen und Co zuverlässig ab. Warum das in Europa verboten ist, mögen die Politiker klären.

    Die Mischung sollte stimmen, sonst macht's peng!
    Mir sind Chlorhühnchen auch lieber als Salmonellenhühnchen.

    Soweit ich weiß altert es nicht und gibt auch nichts ans Becken ab.

    Wir hatten mal eine Silikonschlauch-Probesendung aus China. Die wurde schneller hart, als man das Wort "Weichmacher" aussprechen konnte. Ob allerdings Weichmacher enthalten waren, kann ich nicht sagen. War auf jeden Fall ein Sch..Produkt.

    Anständiges Silikon ist aber hervorragend für Meerwasser geeignet.

    Es gibt auch gewebeverstärktes Silikon für die "Druckseite".

    Für ein Quarantänebecke würde ich auf Zinn keine Rücksicht nehmen. In den zumeist kleinen Becken ist schnell ein großzügiger Wasserwechssel gemacht - bei Medikamenteneinsatz sowieso notwendig. Und das Problem bei betroffenen PVC-Rohren wird zudem immer kleiner. Irgendwann kommt einfach nichts mehr nach.

    Kalkrührer: auch die sind nicht unbedingt gasdicht. Wenn eine Rührwelle verwendet wird, ist zumeist keine gasdichte Wellendichtung eingebaut. Ist aber auch kein riesiges Problem! Wenn man das nicht will, wählt man eben einen gasdichten Reaktor - es gibt genügend Modelle auf dem Markt.
    RO-Wasser: In ihm sind je nach Karbonathärte im Rohwasser schon ordentliche Mengen an CO2 enthalten. Das kann so hoch sein, dass nachgeschaltete Harzfilter (Vollentsalzer, Reinstwasserfilter) nicht mehr richtig funktionieren. Auch die Effektiviät des Kalkwasser wird durch den CO2-Gehalt verschlechtert. (Nur so bekommt Klaus auch Karbonathärte und Calcium durch einen mit RO-Wasser betriebenen Kalkreaktor hinein.)
    Das Schöne an der Kalkwassermethode: man kann klein anfangen, indem man einen Kanister nimmt, Kalkwasser anmischt, den Kanister mit dem Deckel verschließt (nur ein winziges Loch zur Entlüftung muss sein) und tropfenweise dosiert. Erst wenn man mit der Methode zufrieden ist, sollte über die Anschaffung eines vernünftigen Kalkwasserreaktors mit hoher Beladungskapazität nachgedacht werden.
    Es gibt keinen Königsweg (wird leider oft genug behauptet), weil die Voraussetzungen und die Aquarien zu unterschiedlich sind. Die einen kommen mit Kalkwasser super zurecht, die anderen gar nicht.

    Hallo Werner,

    da würde ich mal unter Aquakultur suchen. In dem Bereich geht es um richtig viel Geld und dementsprechende Forschungen sind garantiert gemacht worden. Das Ziel ist, weitestgehend vom Fischmehl wegzukommen - was wohl nicht so einfach ist. In der Aquakultur werden aber fast ausschließlich Räuber gehalten, so dass nicht unbedingt auf Doktor und Co. (Weidegänger) geschlossen werden kann.

    Es heißt ja, man soll pro Tag nicht mehr als 0,1 absenken, um die Korallen daran zu gewöhnen. Aber gilt das auch wenn so viel PO4 im Wasser ist?

    Ich gehe davon aus (reine Theorie, keine sichere Erkenntnis!), dass ordentliche Änderungen im hohen Bereich keinen großen Effekt auf die Anpassung der Tiere hat. Da die meisten Reaktionskinetiken bei Änderungen im niedrigen Bereich großen Einfluss haben, im hohen Bereich aber nur nur sehr geringen, wird es erst im unteren PO4-Bereich erst richtig interessant. Im ultraniedrigen Bereich (<0,5 mg/l) halte ich eine Senkungen von 0,1 mg/l schon für sehr viel. Aber das ist reines Bauchgefühl.
    Ein regelmäßiger Wasserwechsel entspricht automatisch dieser These. Im hohen PO4-Bereich wird viel gesenkt, im unteren Bereich wird wenig gesenkt - bei gleicher WW-Rate.
    Mit PO4-Adsorbern oder Fällmitteln kann auch im niedrigen Bereich sehr schnell gesenkt werden und damit sind diese Methoden sehr, sehr vorsichtig anzuwenden.

    Wenn es um die KH geht, sollte immer der pH-Wert bzw. die pH-Wertschwankungen im Auge behalten werden. Je niedriger die KH (Alkalinität) desto tiefer der pH-Wert und so größer die pH-Wertschwankungen.
    Einige Fische reagieren auf ewige starke pH-Wertschwankungen nicht besonders gut.

    Einige der glasrosenfressenden Fische gehen auch nur an kleine Exemplare heran. So war es zumindest bei unseren Flammenzwergkaisern. Einige solitäre große Glasrosen standen immer im Becken. Als die Zwergkaiser nicht mehr im Becken waren, wuchs ein monströse Menge an Glasrosen heran.

    Wenn man gar nicht weiß, wo man anfangen soll:
    1. Gewünschten Austausch Aquarium-Filterbecken wählen (mit 5x Beckenvolumen pro Stunde kann man nichts falsch machen).
    2. Druckverrohrung berechnen mit maximal 1,5 m/s.
    3. Ablaufverrohrung eine Nummer größer als die Druckverrohrung.
    Gilt für "normale" Aquarien-Aquarienschrank-Filterbecken-Konstruktionen.

    PS: wenn im Ablauf ein deutlicher Widerstand eingebaut ist (z.B. Vlieser), macht ein größerer Querschnitt auch nicht mehr viel. Da hilft nur ein Bypass.

    Sollte kein Problem sein, jedenfalls hab ich noch nie von einem Problem durch Salpetersäure gehört.

    Die Gefahr der Salpetersäure (die passende Säure zu Nitrat) halte ich in Meerwasseraquarien für sehr, sehr gering, wenn man nicht gerade einen pH-Wert von unter 7,5 hat. Irgendwo setzt natürlich eine Substrathemmung bei Nitrat-assimilierenden oder -denitrifizierenden Bakterien ein. Aber einige 100 mg/l NO3 sind kein Problem.
    Es gibt einige Methoden (siehe Anhang), um Nitrat zu reduzieren. Die Effektivität bzw. Geschwindigkeit ist dramatisch unterschiedlich.
    Bei Pelletfiltern wird es ebenfalls Unterschiede geben, da unterschiedliche Materialien mit unterschiedlichen Obeflächen verwendet werden. Im Allgemeinen sind Pelletfilter eher die langsamere Methode.

    Membran- oder Schrägsitzregelventil so einbauen, dass man gut dran kommt. Ob direkt unter dem Aquarium oder an der Stelle, wo es ins Filterbecken geht, ist zweitranging. Das Rohr sollte nur in das Wasser tauchen, damit die Luft vollständig entweichen kann und es zu keinem Gurgelgeräusch hinter dem Ventil kommt.

    Hallo Unterwasser,

    in Deinen Beobachtungen sehe ich keinen Zusammenhang. Würden die Korallen schlechter wachsen, gehen sowohl Calcium als auch KH-Werte rauf (bei gleicher Dosierung), bzw. wenn sie besser wachsen, gehen die Werte runter.
    In Deinem Becken scheint etwas anderes abzulaufen, dass (direkt) nichts mit der Beleuchtung zu tun hat.

    (Wenn ich krank im Bett liege und die Corona-Zahlen steigen, heißt das nicht zwangsläuftig, dass ich an Corona erkrankt bin.)

    Enthärtungsanlagen werden meist nicht als Vollenthärtung sondern Teilenthärtung eingesetzt. Es werden Magnesium und Calcium (Barium, Strontium) gegen Natrium ausgetauscht. Im Normalfall erhöht sich deshalb Natrium ein klein wenig. Bei nicht richtig funktionierender Enthärtung kann mal ein gehöriger Schluck Sole (Natriumchlorid) in das Wasser gelangen. Sollte aber auch kein Problem sein.
    Für eine RO ist eine Teil- oder Vollenthärtung nur von Vorteil (weniger Verblockung/Verkalkung). Große RO-Anlagen werden gern mit einer Vollenthärtung betrieben, um das Abwasser-Reinwasser-Verhältnis von ca. 3:1 auf 1:3 zu verringern. Als Korrosionsschutz zudosiertes Polyphosphat wird nahezu rückstandsfrei von einer RO-Membran zurückgehalten. Also bei einer funktionierenden RO kein Thema. Diese Polyphosphatfilter können auch direkt vor eine Klein-RO-Anlage geschaltet werden, um die Membranlebensdauer zu verlängern.

    Kupfer ist ein ganz kritisches Thema. In einigen Gegenden korrodieren Kupferleitungen, obwohl das Wasser technisch nach den neusten Empfehlungen eingestellt wurde. Ein Fest für Richter und vor allem Gutachter. (In meinem nächsten Leben werde ich Gutachter!)

    Wenn natürliche NP-Konzentrationen als Ziel genommen werden, kann man ganz schnell auf die Nase fallen. Natürliche Phosphat-Konzentrationen im Riff liegen meist zwischen 0,01 und 0,03, Nitrat bei ca. 0,05 und 0,2 mg/l. Ein Aquarium mit diesen Werten halte ich für absolut limitiert und schwer im Griff zu halten - gerade für Anfänger.
    Korallen, die sich im Meer an diese Konzentrationen angepasst haben, werden in der Natur jedoch zusätzlich mit Plankton und organischen Stoffen (siehe Schwammschleife) versorgt. Dass im Aquarium zu simulieren, ist sehr aufwändig (ohne gleich die NP-Werte wieder in die Höhe schnellen zu lassen), oder es muss mit Ersatzmitteln gearbeitet werden.
    Die in der Natur vorkommenden NP-Konzentrationen sollten auch nicht als das absolute Optimum angesehen werden. Es gibt immer einen Minimumfaktor, ob nun P oder Fe oder was auch immer.
    Die natürlichen Rifftemperaturen z.B. sind i.A. auch nicht als Optimum anzusehen, in der Realität sind die Temperaturen eher am oberen Limit (Tropen) und immer öfter eindeutig darüber. Das Gleiche gilt für die Salzkonzentrationen im Roten Meer.

    Außergewöhnliche Beobachtungen (wie die oben erwähnten PO4- und NO3-Werte) sollten immer in Ruhe diskutiert werden. Nur durch außergewöhnliche Beobachtungen kommt man im Wissen weiter. Ich gehe davon auch aus, dass es Messfehler sind, aber man weiß nie...
    Die ersten in Aquarien wachsenden SPS wurden höchstwissenschaftlich auch als Schwachsinn abgetan.

    Robert, Ich gehe davon aus, dass Du keine groben Rieselkörper im Schacht hast, auf denen der Schwamm liegen würde. Dann kannst Du nur nachträglich Stege in den Schacht kleben oder eine Einhängekonstruktion für den Filterschwamm bauen. Wenn gleichzeitig Rohr eim Schacht heraufführen, wird das eine schöne Bastelei. Den Schwamm in die passende Form und den nötigen Schlitz zu versehen, ist kein großer Aufwand.

    Abgedeckte Überlaufkämme sind tatsächlich genial. Je heller die Kämme beleuchtet sind, desto krasser ist der Unterschied. Nur schade, dass ich unsere Systeme so spät damit ausgerüstet habe.

    Es gibt einfach zu viel unterschiedliche Technik, die u.U. unterschiedliche Wasserhöhe benötigt. Einige Abschäumer reagieren sehr heftig bei schon geringen Pegelveränderungen, anderen sind 10 cm Wasserschwankungen vollkommen egal. Die empfindlichen Geräte müssen unbedingt in eine Kammer mit exakt gleichem Wasserstand stehen.
    Es ist unbedingt zu vermeiden, dass kleinste Bläschen bis zur RFP gelangen. Das gibt immer unschöne Effekte im Aquarium. Für eine Entgasung ist also zu sorgen. Die Entgasungsstufe ist - wie könnte es auch anders sein - abhängig vom Gesamtsystem und Abschäumertypen.
    Heizungen müssen unbedingt in eine Kammer, die nie leer laufen kann. Alternativ den Heizer hinlegen. Heizunge neigen allerdings dazu, im Liegen geringe Fehlerström zu bilden, die dann den FU ansprechen lassen.
    Es muss genügend Volumen als Reserve bestehen. Wenn die RFP ausfällt oder ausgeschaltet wird, läuft zwangsläufig Wasser nach. Die Menge ist abhängig vom Überlaufsystem des Aquariums, der Aquariumfläche, der RFP-Leistung und des Verschmutzungsgrads des Überlaufs (es gibt auch Überlaufsysteme, die fast verschmutzungsunabhängig sind).
    Ein Anfänger ist mit diesen vielen Daten oft überfordert. Also gilt für das Technikbecken: je größer desto besser. Oder ein Komplettsystem erwerben - bei einem Markenhersteller liegt man da fast immer auf der sicheren Seite.

    Das ist ähnlich wie die Aussagen von früher als Steinkorallen noch nicht zu kultivieren waren, dass LPS besser haltbar sind als SPS. Es war einfach nur ein längeres Sterben.
    Vielleicht kommen mal die Zeiten, dass Seesterne auch als problemlos haltbar gelten.