Beiträge von Burkhard Ramsch

    Schnell abbaubare organische Substanzen (z.B. Alkohol) zu dosieren, ist sehr tricky. Die Dosieranleitungen der Hersteller können nicht funktionieren, weil jedes Becken anders reagiert und es das "Standardaquarium" nicht gibt. Die einzige Vorgehensweise ist: gaaaaanz langsam. Am besten mit 1/10 der "Standarddosierung" beginnen und erst nach 2-4 Wochen eventuell die Dosierung erhöhen - Nitrat und Phosphat sind i.d.R. auch nicht über Nacht entstanden! Wieder warten und so fort. Sobald negative Erscheinungen auftreten, sofort die Dosierung halbieren oder sogar einstellen. Niemanden ist geholfen P und N schnell auf die "Sollkonzentrationen" herunterzupeitschen - den Korallen schon einmal gar nicht.
    Mit leicht abbaubaren Organika kann man sehr schnell sein Becken himmeln. Es ist in meinen Augen überhaupt nichts für Anfänger. Oft genug soll ja viel schnell helfen.

    Meine Frage bezog sich auf die Vibrio-Art. Es gibt reichlich Arten davon. Nicht alle Vibrio sind gleich krankheitserregend. Einigen sieht man schon am Namen an, dass nicht gut Kirschen essen mit ihnen ist, z.B. Vibrio cholerae. Aber selbst unter den unangenehmen Arten verhalten sich die unterschiedlichen Stämme der gleichen Art ebenfalls unterschiedlich pathogen. Das ist schon eine Pest (entschuldigt bitte: der gehört nicht zu Vibrio, der gehört zu Yersinia).

    Rüdiger, diesen Aspekt kann man gar nicht oft genug aufführen. An "zu hohe" Konzentrationen können sich die Tiere anpassen. Da gibt es natürliche artbedingte Unterschiede.
    Nur schnelle Schwankungen sind schwer zu kompensieren. Das kann man auf fast alle Parameter anwenden, mit Ausnahme von akuten Vergiftungen. Die müssen schnell behoben werden, um eine Chance zu haben.

    Ich habe mal Zeitlang vor und nach dem füttern PO4 gemessen (unmittelbar vorher und eine Stunde und vier Stunden später).
    Es gab keinen Unterschied zwischen gespült und ungespült.

    Rüdiger, ohne Dir nahe treten zu wollen, das ist mit Aquarienmitteln nicht messbar. Selbst wenn das Auftauwasser (nehmen wir mal an pro Gramm Frostfutter 100 ml Wasser) 20 mg/l PO4 hat, verdünnt sich das im Aquarium bei einer Dosierung von 1 g Frostfutter auf 100 Liter auf 20 µg/l Phosphat. Wenn man sich die Auflösung und Reproduzierbarkeit der Aquarientest ansieht, geben diese das nicht her.
    Aber: auf die Dauer kann es zu einer PO4-Erhöhung kommen.
    Spülen oder nicht spülen? Würde ich ganz pragmatisch angehen: wenn zu viel PO4 im Aquarium ist, dann spülen. Wenn nicht, dann nicht.
    Und Vibrio? Große Fragezeichen! Wie viel Vibrio sind im Futter? Ist es eine pathogene Art? Wie empfindlich sind die Tiere? Wie gut ist die Wasseraufbereitung? Unter dem Vibrio-Aspekt zum Frostfutterspülen: eindeutig jein.

    Nicht zu vergessen: frisches Calciumcarbonat hat eine Oberfläche, an der z.B. auch Phosphat andocken kann (Chemosorption). Da die Pulverform eine sehr große Oberfläche aufweist, kann bei regelmäßiger Anwendung die Phosphatkonzentration gesenkt werden.
    Bei Kalkwasser funktioniert das ein wenig anders: beim Eintropfen des Calciumhydroxids findet eine Fällreaktion statt, die Phosphat mitreißt. Es wird Hydroxylapatit gebildet, das unter Aquarienbedingungen (auch im Porenraum des Bodengrundes) unlöslich sein soll.
    Das Phosphat, das an Calciumcarbonat gebunden wird, ist nach meinem Wissen längst nicht so unlöslich und kann durch Bakterien wieder gelöst werden. Beim Einsatz von ReefSnow (oder wie immer die Produkte heißen), sollte das regelmäßige Absaugen des Bodengrundes nicht vergessen werden.
    Was am Schlamm eines Kalkreaktors gebunden ist, weiß ich nicht.

    Der Mg-Anteil von MgCl2 * 6 H2O beträgt 12%. Bei 1 kg Zugabe werden also 120 g Magnesium zudosiert und der Wert muss noch auf das Aquariumgesamtwasservolumen bezogen werden. Bei 1000 Liter z.B. 120 mg/l Erhöhung, bei z.B. 3000 Litern ist es noch eine Anreicherung von 40 mg/l. Rein rechnerisch!
    Wie schon angesprochen ist Magnesium ein Calciumausfällverhinderer. Zu wenig Mg bedeutet, dass Calcium zu schnell verschwindet. Wo die Minimumgrenze für Mg liegt, wage ich nicht vorherzusagen. Jedes Aquariumwasser kocht da sein eigenes Süppchen. So bleibt ganz pragmatisch übrig: Mg so nahe wie möglich an der natürlichen Konzentration halten.

    Auch das FI-Problem kann minimiert werden. Dass er auslöst geht ganz schnell; gerade Pumpen und Heizer sind so die Schwachstellen. Wenn möglich zwei Kreisläufe mit jeweils FI und Sicherung und die Geräte sinnvoll aufteilen. Z.B. Heizung auf FI 1 und Beleuchtung auf FI 2. Kreislaufpumpe + Technik im Filterbecken auf FI 1 und Strömungspumpen auf FI 2.

    Steht eine RO-Anlage, dann wandern die Salze (u.a.) durch die Membran auf die Reinwasserseite. Ähnliches passiert an Harzen, wenn diese nicht mehr umströmt werden, lösen sich wieder einige Salze. Im Prinzip findet man alles wieder im Wasser, was eigentlich herausgenommen werden sollte.
    Je kürzer die Benutzungszeit und je länger die Stillstandszeit, desto mieser (höhere Leitfähgigkeit) wird das Wasser.

    Marv, Deine nur 1,5 Liter am Tag (und am "besten" noch mit einer leistungsfähigen RO-Anlage) nutzen die Möglichkeiten der RO-VE-Technik suboptimal, um das vorsichtig auszudrücken. Bei Dir gibt es zwei Möglichkeiten:
    1. Einen RO-Zwischentank aufstellen.
    2. Eine Steuerung mit Magnetventilen und Leitfähigkeitsmessung: Sobald die RO-Anlagen anspringt, wird das Reinwasser so lange in den Gulli gefördert, bis die Leitfähigkeit < ca. 3 µS/cm beträgt.

    Es ist entscheidend, wie hoch die Anfangskonzenttation bei Bakterien ist!

    Entscheidend für den Anfang, das sehe ich auch so. Was dann aber kommt ist reine Millieusache.
    So ähnlich wie bei den angepriesenen Super-Duper-Joghurt-Kulturen. Werden diese täglich genommen, sind sie tatsächlich im Darm nachweisbar und bringen (eventuell) positive Effekte. Wird der spezielle Joghurt abgesetzt, verschwinden ganz schnell wieder diese Stämme und alles ist wie vorher.

    So weit ich das verstanden habe sind Cyanobakterien eh immer allgegenwärtig.

    Cyanos haben 3 Milliarden Jahre auf dem Buckel und sind tatsächlich allgegenwärtig ob Eiswüste, Steinwüste, Hochgebirge, Salzseen und Salzstöcke.
    Wenn die Bedingungen für andere Lebewesen (Korallen, höhere Algen) nicht optimal sind, dann kommen diese Oportunisten immer wieder.

    Die Schönungsstufe "smell" - ein Aktivkohlefilter - stammt aus dem Trinkwasserbereich. In diesem werden die Anlagen meist mit Druckvorratstank ausgestattet, um schnell mal einige Liter zur Verfügung zu haben. In den Drucktanks (Membranausdehnungsgefäß) ist eine Gummimembran eingebaut, die den Druck aufrecht erhält. Das Wasser kann - gerade bei längerer Lagerung - ein bisschen nach Gummi schmecken oder riechen. Und da setzt der zweite AK-Filter an und nimmt die Geruchsstoffe auf.
    In der Aquaristik ohne Tank würde ich den Filter herausschmeißen, er ist nur eine zusätzliche Besiedlungsfläche für Bakterien.
    Das Ausgangsmaterial (Kokosnus, Steinkohle und was weiß ich noch) ist nicht so wichtig für die Qualität von Ak. Ausschlaggebend ist der Herstellungsprozess zur Aktivkohle.

    Eine Enthärtungsanlage, die ordnungsgemäß funktioniert, tauscht lediglich alle 2wertigen positiven Ionen (Ca, Mg, Sr und vor allem Ba) gegen Natrium aus. Vollenthärtetes Wasser ist für die menschliche Ernährung nicht gerade perfekt, da wir sowie so zu viel Natrium zu uns nehmen. An der Leitfähigkeit des enthärteten Wassers ändert sich (fast) nichts. Sollte die Enthärtung nicht korrekt arbeiten, kann es nach einem Regenerierungsvorgang zu erhöhten Leitfähigkeiten kommen, verursacht durch die Natriumchloridsole des Soletanks. Die NaCl-Sole wird für die Regenerierung des Austauscherharzes benötigt.
    Für den Betrieb einer nachgeschalteten Umkehrosmoseanlage ist enthärtetes Wasser perfekt, da es nicht zu Calciumcarbonat- und insbesondere nicht zu Bariumsulfatausfällungen kommen kann. Barium ist meist nicht in den Wasseranalysen der Wasseranbieter aufgeführt - schade. Denn selbst einige Milligramm pro Liter Barium können schnell eine RO-Membran zerstören (siehe Fotos: Bariumsulfatausfällungen auf einer RO-Membran). Da hilft auch keine Zitronensäure oder Salzsäure mehr.
    Die perfekte Anordnung ist:
    - Wasserleitung vom Versorger
    - Enthärtungsanlage, die auf Null Härte reduziert
    - Bypass für die Umkehrosmoseanlage
    - Verschneideventil, dass dem enthärteten Wasser ein wenig Rohwasser beimengt, um nicht allzuviel Natrium im Wasser zu haben
    - Wasserleitungen im Haus.



    „Eine Wasserenthärtungsanlage ist grundsätzlich kein Problem, wenn der Abstand dazu mind.
    5 bis 6 Meter beträgt und nicht zuviel Salz zugeführt wird.
    Das Salz für die Rückspülung des Harzbettes der Enthärtungsanlage geht nicht mehr ganz aus dem Wasser.
    Wenn es eine niedrige Dosierung ist, ist es kein Problem. Jedoch um so höher der Salzgehalt im Wasser
    um so schlechter die Durchlässigkeit der Membranen.“

    Was die 5-6 m sollen, weiß ich nicht.
    Wenn das Salz (es ist wohl NaCl gemeint) nicht mehr ganz aus dem Wasser geht, stimmt etwas nicht oder die Enthärtung ist Schrott.
    Die Durchlässigkeit der Membran verändert sich nicht, nur der benötigte Wasserdruck für die gleiche Leistung steigt an, wenn mehr Salze im Rohwasser sind.

    Max, in Deiner und allen anderen pH-Messketten ist sogar immer ein Haarriss drin. Nennt sich bei Messketten Diaphragma und sieht meist aus wie ein kleiner weißer oder dunkler Punkt unten im Glas. Das Diaphragma lässt winzige Mengen des Elektrolyts (Kaliumchlorid) durch, damit die elektrische Verbindung zum Meerwasser gegeben ist. Im Laufe der Zeit nimmt der Elektrolyspiegel (nicht bei Gel-Typen) der außen liegenden Referenzelektrode stetig aber sehr langsam ab. Vorausgesetzt die Entlüftungsöffnung oben an der Messkette ist geöffnet und die Messkette hängt nicht bis zum "Hals" im Wasser.
    Wäre der Elektroyt durch einen Bruch der Messkette schnell ausgelaufen, könnte man eine kleine Erhöhung der Kaliumkonzentration messen. Ist bei Dir nicht der Fall, also weiter suchen...

    Auflösungsprobleme bei der Frischmeerwasserzubereitung gibt es mal bei Calciumsalzen. Bei Kaliumsalzen eher unwahrscheinlich. Könnte auch nur eine Ursache bei zu wenig Kalium im Becken sein. Meersalz in 25°C warmen Wasser zu lösen ist immer besser als bei sehr niedrigen Temperaturen.

    Max, Dein frisches Meerwasser hat schon ein wenig zu viel Kalium. Eventuell mal die Marke wechseln.

    Die Lösung aus Beitrag 11 ist nicht druckfest. Der Weich-PVC-Schlauch (als ein solcher sieht er wenigstens aus) ist nicht geeignet.
    Es gibt von Gardena einen Adapter auf 3/4" Außengewinde und für das Außengewinde gibt es eine Vielzahl von Adaptern auf den passenden Umkehrosmoseschlauch. Bitte aufpassen, dass man 6 mm-Schlauch (metrisch) nicht durcheinander bringt mit 1/4"-Schlauch (inch).

    https://www.gardena.com/de/produkte/be…-3-4/901026801/

    Den Durchfluss durch einen Harzfilter zu takten (Nachfüllautomatik) ist genauso negativ wie eine RO zu takten. Das erste Wasser ist schlecht und deshalb sollte die Anlage immer nur so lange wie möglich am Stück in Betrieb sein. Ebenso ist ein zu langsames Durchfließen des Harzfilters nicht optimal. Die maximale Durchflussrate sollte in den technischen Daten des Filters stehen. Da die aquaristischen Harzfilter alle recht kurz sind, kann es gute Ergebnisse bringen, wenn man zwei Harzfilter hintereinander schaltet. Wenn dann auch noch ein Messgerät, dass für den niedrigen LF-Bereich geeignet ist, zwischen die beiden Filter geschaltet ist, hat man jederzeit eine gute Kontrolle des Harzzustandes. Steigt die Leitfähigkeit auf z.B. über 2-3 µS/cm an, wird die Harzfüllung des 1. Filters ersetzt und der Filter hinter die 2. Stufe geschaltet. Der ehemals 2. Filter macht dann die Hauptarbeit der neue 2. Filter ist für das Finish zuständig.
    Für die Silikatentfernung sollte kein regeneriertes Harz verwendet werden - die Kapazität ist niedriger. Also MB400 oder Vergleichbares.

    Derbesia und Bryopsis kann ich jetzt nicht erkennen.

    Andi, Dein Aquarium scheint ein typischer Fall von "zu zaghaft angefangen" zu sein. Die vielen freien Flächen laden unerwünschte Algen und Cyanos geradezu ein, sich ein behagliches Plätzchen zu suchen. Jetzt muss es schnell gehen: zusätzliche Cleaning-Crew und große Tiere einbringen, am besten schnellwachsende Weichkorallen (kann man später wieder entfernen). Deine eingesetzten Schnecken und Einsiedler scheinen der Aufgabe nicht gewachsen zu sein.

    Das Fließbettverfahren ist das wirkungsvollste Filtersystem, wenn es um biologische oder Adsorptionsprozesse geht. Gründe hierfür sind:

    • Es können sehr feine und feinste Filtermaterialien verwendet werden, um eine maximale Reaktionsoberfläche zu schaffen.
    • Ein Verkleben oder Verbacken der Materialkörnchen durch Biomasse oder Schmutz ist nicht möglich, weil die Teilchen ständig in Bewegung gehalten und Bakterienüberschüsse kontinuierlich abgerieben werden. Das Filterbett hat immer den optimalen Durchfluss. Es wird eine Kanalbildung verhindert und damit ungewollte Reaktionen, z.B. Schwefelwasserstoffbildung oder Gärung. Kostbare Adsorbermaterialien werden optimal genutzt.
    • Die Reaktionsoberfläche der Materialkörnchen bleibt frei und steht für die gewollte Reaktion ständig zur Verfügung.

    Es müssen jedoch mehrere Voraussetzungen geschaffen werden, um ein Fließbett zu etablieren:

    • Das Filtermaterial muss für das Fließbettverfahren geeignet sein. Weiche Materialien wie Aktivkohle, Zeolithe und Standard-Phosphatadsorber werden zerrieben - die Reste verteilen sich im Aquarium.
    • Der Wasserzulauf ist genau definiert. Er ist abhängig vom verwendeten Filtermaterial (spezifische Dichte) und dem Querschnitt des Filters. Für einen Biofilter zum Beispiel sind hohe Wasserdurchflüsse ideal. Für andere Anwendungen kann gerade der Punkt negative Effekte verursachen. Wenn der Filter z.B. eine neue Phosphatadsorberfüllung bekommt, kann es sein, dass der Phosphatwert im Aquarium geradezu abstürzt und Korallenschäden verursacht. Ausweg ist eine interne Filterkreislaufführung, die das Wirbelbett aufrecht erhält. Der Zulauf kann so beliebig geregelt werden von tropfenweise bis Maximaldurchsatz.

    AquaCare biete ab sofort nicht nur den Standard-Fließbettfilter für maximalen Durchsatz an. Nun gibt es auchVersionen mit integrierter Kreislaufpumpe (ab 70 mm Durchmesser), die mit variablen Zulauf regelbar sind. Die Filtereinsätze können je nach verwendetem Filtermedium variiert werden.
    Folgende Filtermaterialien sind möglich:

    • Quarzsand für die biologische Filterung: Nitrifikation, Abbau von organischem Kohlenstoff. Der maximal mögliche Durchfluss ist optimal. Gerade in sehr spärlich eingerichteten Aquarien ("bare bottom") kann die biologische Filterung durch einen Fließbettfilter unterstützt werden.
    • POC+Globuli für die sanfte Senkung von Phosphat und Nitrat. Der maximal mögliche Durchfluss ist optimal - eine regelbare Version ist möglich.
    • PO4-X-Globuli für kraftvolle Senkung von Phosphat und Silikat. Für empfindliche SPS ist die regelbare Version optimal.
    • Auch für einen Denitrifikationsfilter ist das Fließbett mit Quarzsand möglich. Die regelbare Version ist hierfür zwingend notwendig, um anaerobe Bedingungen zu schaffen.
    • Mit ein wenig Zubehör ist ebenfalls ein einfacher Kalkreaktor aufbaubar.

    Wir wünschen Euch und Euren Liebsten ein tolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

    Ist eigentlich bekannt, ob SPS bei niedrigen P-Konzentrationen an den hohen Carbonat-Hydrogencarbonat-Konzentrationen leiden oder an einer zu hohen Pufferkapazität?
    Klar ist, dass bei Säurezugabe die Pufferkapazität (das, was wir mit dem KH-Test messen) ein wenig gesenkt wird. In wie weit eine Carbonat-Fällung stattfindet, können wir nicht nachvollziehen. Theoretisch sind einige Grenzen klar, praktisch haben wir mit frisch angesetztem Meerwasser oder gar mit Aquarienwasser eine nicht berechenbare "Suppe". Von Mikrofällung bis zum schneeweißen Becken ist alles möglich. Und nicht zu vergessen, bei jeder Fällung fallen andere Stoffe - gerade im Spurenbereich - mit aus.
    Um auf den Eingangsbeitrag zurückzukommen: Ist kein KH-Mangel im Aquarium, würde ich Nachfüllwasser mit so hoher KH nicht verwenden und ein anderes Salz verwenden. Bei KH-Mangel ist das erst genannte Salz eine sinnvolle Alternative.

    Und schon landen wir wieder bei einem alten Griechen "Die Dosis macht das Gift". Wenn man über das Thema so wenig weiß, kann ich nur den Rat geben, sich an die natürlichen Konzentrationen zu halten. Iod ist essentiell (für wen und für wen nicht ist die Frage) und Iod ist definitiv giftig. Den Eintrag über das Futter können wir nicht bestimmen, so bleibt nur die Iod-Konzentration im Aquarium als Maß der Dinge.

    die Alkalinität lässt sich ganz einfach durch die Zugabe von Calciumchlorid-Dihydrat senken. Umgekehrt geht es übrigens auch, einen zu hoher Calciumwert kann man durch die Zugabe von Natriumhydrogencarbonat senken.

    Im ersten Augenblick bin ich ganz kurz zusammengezuckt. Bernd meinte wahrscheinlich, wenn beide Balling-Lösungen (Calcium und KH) benutzt werden, nur erst einmal die Calciumlösung weiterdosieren, die KH-Lösung nicht.
    Beim nächsten Wasserwechsel ein Salz mit deutlich weniger KH verwenden. Ansonsten - siehe Ewald - die KH sinkt von allein.
    Bei Säurezugabe deutlich über pH 4,3 wird zwar der pH-Wert ein wenig gesenkt, die KH leider nicht. Die KH-Tests zeigen jedoch einen niedrigeren Wert an. Leider messen wir mit dem KH-Test nicht die Karbonathärte sondern nur die Säurekapazität bis pH 4,3. Der Ausdruck Alkalinität trifft es eigentlich besser, ist in DE aber nicht so populär. Für das Wohl der Korallen ist jedoch die Karbonathärte (Summe CO2 + H2CO3 + HCO3 + CO3) ausschlaggebend. Die reine Karbonathärte zu messen ist leider aufwendig (Leitfähigkeitstitration). Mal von P-Mangel-Aquarien abgesehen, sind die Probleme einer zu hohen KH eher zu vernachlässigen.
    Ingo, bitte nicht den Ausdruck Alkalinität mit Karbonathärte durcheinander bringen. Beide haben unterschiedliche Einheiten (mmol/l, bzw. mM und °dKH). Die Umrechnung zwischen Alkalinität und KH: 1 mmol/l sind 5,6°dKH.

    Erst unter einem pH-Wert von 4,3 wird bei weiterer Zugabe von Säure die Karbonathärte gesenkt (theoretisch). Denn erst ab da reagiert das Hydrogencarbonat mengenmäßig zu CO2, das dann in die Atmosphäre entweichen kann.

    Hi Tom,

    freie Bakterien, Algen und dergleichen können durch die Verwendung von UVC eigentlich schon ausgeschlossen werden. Auch die Feinfiltration scheint dem Stand der Technik zu entsprechen.
    Dann bleiben eigentlich nur noch Kolloide übrig. Das ist ein Zwischending von Partikel und gelöster Substanz. Mechanisch bekommt man die nur noch mit Ultrafiltration heraus (ca. 40 nm, also 0,04 µm), wenn überhaupt. Räum schon mal die Wohnung leer, damit wir Dir eine Ultrafiltration bauen und aufstellen können.
    Spaß beiseite: die Kolloide können auch gefällt werden. Es gibt im Aquarienbereich Mittel auf mineralischer Basis, die Kolloide ausfällen können (auch nicht garantiert). Sie werden mit "flüssiger Filter" und Ähnlichem beworben. Nachdem Du eine Portion ins Aquarium geschüttet hast, siehst Du erst einmal gar nichts mehr (vollkommen trüb). Nach einigen Stunden lichtet sich das Bild und mit Glück sind die Kolloide gebunden und abgesunken bzw. im Vlies gelandet.
    Falls das nicht klappen sollte, fehlen mir im Moment auch die Ideen.

    Für eine neue Anlage ist eine Rückhalterate von 94,4% eher an der unteren Qualitätsgrenze einzuordnen. Es kann aber auch sein, dass die Membran schon ein wenig älter ist und einfach ein paar Tage "Einlaufzeit" benötigt. Das kann durchaus 1-3 Prozentpunkte ausmachen. Hört sich wenig an, ist aber sehr viel.

    Wassersparende Anlage (niedriges Abwasser-Reinwasser-Verhältnis = hohe Ausbeute) bedeuten IMMER eine schlechtere Wasserqualität und meist ein kürzeres Membranleben. Auch muss man bei einigen Anlagen mit Druckpumpe aufpassen, ob der maximale Betriebsdruck nicht überschritten wird. Habe ich bereits einen Wasserleitungsdruck von 5 bar oder mehr, würde ich keine Hobby-Druckanlage verwenden.

    Harzfilter dahinter oder nicht, würde ich immer davon abhängig machen, ob ein Kieselalgenproblem vorliegt oder nicht. Für die Erstbefüllung auf jeden Fall mit Harzfilter.

    Und nur nebenbei: Rückspülen kann man Wickelmembranen nicht, sondern nur Spülen. Ein Rückspülen gibt es, aber nur bei Hohlfasermodulen.

    Hi Chris,

    die Neigung, ob ein Abschäumer überkocht oder nicht, ist schon bauart bestimmt unterschiedlich. Ich werde hier aber kein Abschäumer-baching anfangen. Die einzige technische Möglichkeit bei Dir ist die Reduzierung des Lufteintrags, alles andere hast Du ja schon entsprechend bei Deinem Abschäumer eingestellt.

    Grundsätzlich scheint sich etwas in Deinem System zu befinden, was die Oberflächenspannung zu weit vermindert und es zum Überkochen kommt.
    Systematisch würde ich alle Faktoren nacheinander ausprobieren: z.B. Abschalten des Phosphatfilters; ein paar Tage warten, ob sich das Problem verbessert hat; wenn nicht, Filter wieder einschalten. Dann den nächsten Punkt angehen: Futterart, Pflegemittel, Bakterienpräparate, alles was zudosiert wird, usw.. Sogar das Wasserwechselwasser kann die Ursache sein.
    Viel Glück beim Suchen.