Hallo Corinna,
als ich den H. marginatus halbwüchsig bei mir eingesetzt hatte war nicht der H. marginatus der Aggressor, sondern der kleine Sechsstreifenlippfisch, der ihn gnadenlos immer in die Ecke zurückbiss, obwohl der marginatus schon größer war. Später hat sich das dann beruhigt, aber es hatte volle drei Wochen gedauert, bis er nicht mehr von dem kleinen Stinkstiefel attackiert wurde. Er selbst war nie der Agressor.
ich habe seit knapp drei Jahren bei mir im 800l-Becken sowohl den H. marginatus als auch den H. melanurus drin, sie vertragen sich untereinander und auch mit den anderen Fischen sehr gut. Wobei es jedoch deutliche Unterschiede im Gemüt gibt. Der H. marginatus ist einiges mehr unterwegs als der kleinere melanurus und stiftet auch allgemein mehr Unruhe. Das beginnt mit dem allgemeinen Schwimmverhalten, welches das Becken wirklich klein erscheinen lässt. Mit etwa 15cm Länge ist er auch einiges größer als der H. melanurus, der nur etwa 12cm misst. Ständig auf der Suche nach Fressbarem (obwohl er bei mir sehr gut gefüttert wird), dreht und wendet er alles um, was er nur bewegen kann, und er ist ein echtes Kraftpaket. Er ist wenig schüchtern und opportunistisch immer zu Stelle, wenn es etwas zu fressen geben könnte.
Abends wird das Bett aufgeschüttet und teilweise erzeugt er da mehr Schwebeteilchen als jede Grundel. Seinen Schlafplatz ist er ständig am Wechseln, er scheint keinen Stammplatz zu haben.
Jede Koralle, die nicht bombenfest ist, landet auf dem Boden. Selbst massive Korallenklötze mit 10cm Durchmesser auf dem Boden werden gewendet, um an die Schätze darunter zu kommen. Zum Glück nimmt er nicht nur die Flohkrebse und Schlangensterne, sondern auch Turbellarien, bei mir waren es Waminoa. Es hatte Monate gedauert, aber fast unmerklich wurden die Waminoa immer weniger, bis ich im Hauptbecken keine mehr fand, nur im Algenrefugium halten sie sich deutlich sichtbar.
Insgesamt würde ich ihn nicht für kleinere Becken empfehlen, es sollten schon Becken in der 1000l-Klasse sein. Er braucht ein Becken mit viel Winkeln und Ecken, wo er stöbern kann. Er braucht eine sehr abwechslungsreiche Dekoration, sonst wird ihm langweilig und er sucht sich Beschäftigung, die meist bei mir zu Flüchen führt. Beim Futter ist er sehr problemlos: er frisst praktisch alles, das beginnt bei Frost- und Lebendfutter, geht über Flocken und Granulat in fast allen Formen und selbst Algen verschmähnt er nicht. Auch von den Norialgen holt er sich seinen Teil. Dazu bedient er sich bei Schlangensternen, Flohkrebsen, kleinen Schnecken und auch einigen Würmern. Vorsichtig muss man bei ihm mit kleinen Garnelen und sehr kleinen Fischen sein. Die laufen Gefahr, bei ihm auf dem Speiseplan zu landen. Eine Weißbandputzergarnele von etwas über 4cm Länge hat er jedoch verschont, sie ist bis heute bei mir im Becken. Futtergarnelen sieht er jedoch genauso: als Futter.
H. melanurus ist ähnlich gesittet, jedoch im Verhalten einiges ruhiger und nicht ganz so eine Wühlmaus. Lose stehende Korallen schubst er zwar auch herum, jedoch bei weitem nicht mit der Energie des H. marginatus. Ebenso wieder H. marginatus frisst er Turbellarien und ist gegenüber allen anderen Fischen sehr friedlich. Er scheint auch in der Beckengröße deutlich besser aufgehoben. Vorsichtig muss man jedoch bei offenen Becken sein, ich musst zwei mal in der ganzen Zeit erleben, dass er auf dem Boden vor dem Becken landete. Einmal sogar mitten in der Nacht, als ich noch am Computer saß und plötzlich einen "Patsch" hört und er auf dem Boden lag. Wer keinen Sprungschutz hat sollte sich eine Abdeckscheibe für die Nacht überlegen.
Beim Futter und in der Gemeinschaft ähnlich unkompliziert wie der H. marginatus und auch nicht so auf Garnelen aus wie der H. marginatus.
Korallen haben die beiden in der Zeit nie auch nur eines Anblicks gewürdigt. Nur einmal habe ich gesehen, wie der melanurus der Wunderkoralle etwas Granulat stibitzt hatte, was ich der Wunderkoralle zugefüttert hatte. Er hat dafür aber nicht die Koralle selbst angebissen.
Ich hoffe, die Beschreibung hilft.